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Physiologie:kompakt, handlich, anspruchsvoll
2. Auflage: Komplett überarbeitet und aktualisiert
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Seitenzahl: 1377
Veröffentlichungsjahr: 2015
Taschenlehrbuch Physiologie
Michael Gekle, Hugo Marti, Erhard Wischmeyer, Stefan Gründer, Marlen Petersen, Albrecht Schwab, Fritz Markwardt, Nikolaj Klöcker, Hans-Christian Pape, Rosemarie Baumann
2., überarbeitete Auflage
471 Abbildungen
Physiologie? Was ist Physiologie? Diese Frage stellen sich viele zu Beginn eines entsprechenden Studiums – und manche ein Leben lang. Physiologie ist nicht bekannt aus Film und Fernsehen, wie z.B. die „Anatomie" mit Franka Potente oder die Rechtsmedizin im „Tatort", ganz zu schweigen von Dr. House.
Der Philosoph Arthur Schopenhauer bemerkte zur Physiologie: „Physiologie ist der Gipfel der gesamten Naturwissenschaft und zugleich ihr dunkelstes Gebiet." Der erste Halbsatz hat selbstverständlich nach wie vor Gültigkeit; zum Glück hat sich die Dunkelheit des zweiten Halbsatzes über die Jahrhunderte gelichtet und wird sich für Studierende und andere Interessierte weiter lichten, nicht zuletzt durch das hier vorliegende Taschenlehrbuch der Physiologie.
Physiologie ist die Lehre von der Logik des Lebens. Sie lehrt uns, was mit/in einem Menschen geschieht, warum es geschieht und was los ist wenn es einmal nicht mehr geschieht. Warum wird bei plötzlicher Gefahr der Puls schneller, das Gesicht blass, und wieso tritt die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn? Das heißt, es geht um das Verständnis von Zusammenhängen und Prinzipien, in qualitativer und quantitativer Form, und nicht so sehr um das schiere Anhäufen von Fakten, die nur allzu rasch wieder verloren gehen (wiewohl ein Grundkanon an Fakten für dieses Verstehen essenziell ist). Dieses Verständnis benötigen die Ärztin oder der Arzt im klinischen Alltag sowie der forschende Biowissenschaftler – denn die Kenntnis der physiologischen Grundlagen trägt wesentlich zum Verständnis der Entstehung von Erkrankungen bei, fördert die Entwicklung diagnostischer Verfahren und ist häufig sogar hilfreich bei der Therapie. Die Beschäftigung mit der Physiologie bedeutet also hauptsächlich den Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Umgang mit Fakten, d.h. man muss das „physiologische" Denken lernen, um die Körperfunktionen verstehen zu können.
Die Medizin und damit das Medizinstudium stehen ganz besonders im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftlichkeit und Praxisbezug, da die Medizin Wissenschaft ist und bleiben muss, die Studierenden und ärztlich Tätigen jedoch den Bezug dieser Wissenschaftlichkeit zur praktischen Tätigkeit auch erkennen, verstehen und akzeptieren sollen. Der hierbei nötige Brückenschlag erlangt im Medizinstudium eine zunehmend größere Bedeutung. Für diese Brückenfunktion in einer modernen Medizin bietet sich die Physiologie in besonderem Maße an.
Das vorliegende Taschenbuch stellt das hierfür notwendige Wissen in einem Band mit hoher inhaltlicher und formaler Qualität bereit. Zusätzlich orientiert es sich an den prüfungsrelevanten Lernzielkatalogen. Somit ist es ein passender Begleiter für die Vorbereitung auf die 1. Ärztliche Prüfung und andere „physiologische" Prüfungen, wie auch zur effizienten Erstellung von Referaten. Darüber hinaus bleibt es auch ein Begleiter in späteren Lernphasen, da es die funktionellen Grundlagen für klinische Disziplinen beschreibt und verstehbar macht.
Den zunehmenden zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen im Studium Rechnung tragend wurde das Taschenlehrbuch (TLB) als handliches, kompaktes und trotzdem gut lesbares sowie erschwingliches Werk konzipiert. Es passt in jeden Rucksack und enthält doch alles, was der Medizinstudent heute wissen und verstehen muss. Wichtiger Klinikbezug und pathophysiologische Ergänzungen sind im Text farblich hervorgehoben. Außerdem finden sich im Kleingedruckten vertiefende Inhalte und Bezüge zu anderen Fächern.
Die Autoren dieses Lehrbuchs sind alle aktiv in der Lehre und der physiologischen Forschung eingebunden und haben ihre täglichen Erfahrungen einfließen lassen, in der Hoffnung, dass die zukünftigen Leser von ihrer Begeisterung für die Physiologie, d.h. für das Abenteuer, den Körper verstehen zu lernen, „angesteckt" werden und Spaß am Lesen, Denken und Verstehen haben.
In der Zeit seit Erscheinen der 1. Auflage vor fünf Jahren stellte sich bei uns und allen an der Entstehung des Buches Beteiligten die Freude über seine positive Aufnahme ein. Zahlreiche dezidiert sachliche Rezensionen und Zuschriften, deren Verfassern wir hier nochmals unseren ausdrücklichen Dank aussprechen, nehmen uns in die Pflicht, die einmal begonnene Arbeit fortzuführen und dabei die Anregungen und Kritiken zu beachten.
Wir bedanken uns ganz herzlich beim Georg Thieme Verlag für die Gelegenheit, dieses Buch realisieren zu dürfen. Ein besonderer Dank geht an Frau Marianne Mauch, Frau Dr. Karin Hauser und Herrn Dr. Willi Kuhn für die redaktionelle Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts und an Frau Julia Belitz, Frau Linda Lubitz und Frau Yvonne Straßburg, die sich um die technische Herstellung des Buches gekümmert haben. Ein ganz herzliches Dankeschön auch an Herrn Thomas Heinemann, der mit großer Kompetenz und Sorgfalt die Grafiken gestaltet hat.
Die Autoren im Juni 2015
Vorwort
Teil I Allgemeine Physiologie und Zellphysiologie
1 Grundlagen der Zellphysiologie
1.1 Der menschliche Organismus als offenes System mit innerem Milieu
1.2 Regelung
1.2.1 Prinzip des Regelkreises
1.2.2 Kennlinie eines Regelkreises
1.2.3 Zeitverhalten eines Regelkreises
1.2.4 Totzeit eines Regelkreises
1.3 Die Zelle und ihre Kompartimente
1.3.1 Membranen
1.3.2 Zellkompartimente
1.3.3 Zytoskelett
1.3.4 Zellkontakte
2 Transportprozesse und Signaltransduktion
2.1 Transportprozesse
2.1.1 Triebkräfte von Transportprozessen
2.1.2 Passiver und aktiver Transport
2.1.3 Vermittelter und unvermittelter Transport
2.1.4 Osmose und Filtration
2.1.5 Passiver Transport
2.1.6 Aktiver Transport über Zellmembranen
2.1.7 Transepithelialer Transport
2.2 Signaltransduktion
2.2.1 Allgemeines
2.2.2 Rezeptoren
2.2.3 Intrazelluläre Botenstoffe (Second Messenger)
3 Membranpotenzial
3.1 Überblick
3.2 Pumpen und Kanäle in der Zellmembran
3.2.1 Na+/K+-ATPase
3.2.2 Ionenkanäle
3.3 Ruhemembranpotenzial
3.3.1 Das K+-Gleichgewichtspotenzial
3.3.2 Gleichgewichtspotenziale verschiedener wichtiger Ionen
3.3.3 Mischpotenziale
3.4 Ionenströme und Membranpotenzial
3.4.1 K+-Ionen
3.4.2 Cl–-Ionen
3.5 Aktionspotenzial
3.5.1 Entstehung des Aktionspotenzials
3.5.2 Verlauf des Aktionspotenzials
3.5.3 Schwellenwert und Erregbarkeit
3.5.4 Codierung der Reizstärke
4 Erregungsleitung und -übertragung
4.1 Überblick
4.2 Erregungsleitung
4.2.1 Elektrotonische Fortleitung von Depolarisationen
4.2.2 Fortleitung des Aktionspotenzials in marklosen Nervenfasern
4.2.3 Fortleitung des Aktionspotenzials in markhaltigen Nervenfasern
4.2.4 Extrazelluläre Aktionspotenziale von Nervenfasern und Nerven
4.3 Erregungsübertragung
4.3.1 Synapsen
4.3.2 Erregende Synapsen im ZNS
4.3.3 Hemmende Synapsen im ZNS
4.3.4 Neuromuskuläre Endplatte
4.3.5 Elektrische Synapsen
4.4 Synaptische Plastizität
4.4.1 Cotransmitter
4.4.2 Weitere Neuromodulatoren
4.4.3 Langzeitpotenzierung und Langzeitdepression
4.5 Präsynaptische Hemmung und Bahnung
5 Muskulatur
5.1 Überblick
5.2 Morphologische Charakteristika der drei Muskelarten
5.2.1 Skelettmuskel
5.2.2 Herzmuskel
5.2.3 Glatte Muskulatur
5.2.4 Muskelfilamente
5.3 Erregung der Muskelzellen
5.3.1 Innervation von Skelettmuskelzellen
5.3.2 Elektrische Erregung der Skelettmuskelzelle
5.3.3 Elektrische Erregung der Herzmuskelzelle
5.3.4 Elektrische Erregung der glatten Muskulatur
5.4 Elektromechanische Kopplung in Muskelzellen
5.4.1 Elektromechanische Kopplung in Skelettmuskelzellen
5.4.2 Elektromechanische Kopplung in Herzmuskelzellen
5.4.3 Elektromechanische und pharmakomechanische Kopplung glatter Muskelzellen
5.5 Kontraktion der Muskelzellen
5.5.1 Kontraktion der Skelettmuskelzellen
5.5.2 Kontraktion der Herzmuskelzellen
5.5.3 Kontraktion glatter Muskelzellen
5.5.4 Ende der Muskelkontraktion
5.6 Regulation der Kontraktionskraft
5.6.1 Skelettmuskel
5.6.2 Herzmuskel
5.6.3 Glatte Muskulatur
5.7 Ermüdung der Skelettmuskulatur
5.8 Muskelmechanik und Energiestoffwechsel
5.8.1 Kontraktionsformen
5.8.2 Ruhedehnungskurve, isotonische und isometrische Maxima
5.8.3 Verkürzungsgeschwindigkeit und Arbeit eines Muskels
5.8.4 Energiestoffwechsel der Muskelzelle
Teil II Vegetative Physiologie: Organe und Funktionssysteme
6 Herz-Kreislauf-System
6.1 Das Herz im Kreislaufsystem
6.1.1 Herzerregung und Ablauf der Herzfunktionen
6.1.2 Aktionspotenziale in Kardiomyozyten
6.1.3 Hierarchie der Herzschrittmacherzentren
6.1.4 Refraktärphase des Myokards
6.1.5 Das Elektrokardiogramm (EKG)
6.1.6 Kopplung von Erregung und Kontraktion in Kardiomyozyten
6.1.7 Herzmechanik
6.1.8 Regulation der Herzaktivität
6.1.9 Ernährung des Herzens
6.1.10 Metabolismus des Myokards
6.2 Herz-Kreislauf-System
6.2.1 Überblick: Aufbau und Funktion des Herz-Kreislauf-Systems
6.2.2 Das Blutgefäßsystem
6.2.3 Arterielles Gefäßsystem
6.2.4 Strömungswiderstand im Gefäßsystem
6.2.5 Venöses Gefäßsystem
6.2.6 Blutdruck bei Orthostase
6.2.7 Mikrozirkulation
6.2.8 Lymphgefäßsystem
6.2.9 Lokale Regulation der Durchblutung
6.2.10 Systemische Kontrolle des Blutdrucks
6.2.11 Spezifische Durchblutung verschiedener Organe
6.2.12 Lungenkreislauf
7 Blut und Immunsystem
7.1 Blut
7.1.1 Zusammensetzung des Blutes
7.1.2 Das Blutplasma
7.1.3 Die zellulären Bestandteile des Blutes
7.1.4 Blutgruppen
7.2 Hämostase
7.2.1 Thrombozyten
7.2.2 Primäre Hämostase (Blutstillung)
7.2.3 Sekundäre Hämostase (Blutgerinnung)
7.2.4 Fibrinolyse
7.2.5 Physiologische Antihämostasemechanismen
7.2.6 Störungen der Hämostase
7.2.7 Gerinnungstests
7.3 Das Abwehrsystem
7.3.1 Das angeborene Abwehrsystem
7.3.2 Das adaptive Abwehrsystem
7.3.3 Impfung
7.3.4 Allergien
7.3.5 HIV-Infektion und AIDS
8 Atmung und Säure-Basen-Haushalt
8.1 Einführung
8.2 Aufbau und Funktion der luftleitenden Wege
8.2.1 Aufbau der luftleitenden Wege
8.2.2 Funktionen der luftleitenden Wege
8.2.3 Atemwegswiderstand
8.3 Atemmechanik
8.3.1 Inspiration und Exspiration
8.3.2 Druckverhältnisse bei Inspiration und Exspiration
8.3.3 Mechanische Eigenschaften von Lunge und Thorax
8.3.4 Compliance
8.3.5 Atemarbeit
8.4 Gasaustausch in der Lunge
8.4.1 Fraktionelle Gaskonzentration, Partialdruck und Konzentration
8.4.2 Lungenvolumina
8.4.3 Totraumvolumen
8.4.4 Aufbau der Alveolarmembran
8.4.5 Alveolärer Gasaustausch
8.4.6 Respiratorischer Quotient
8.5 Ventilation und Perfusion
8.5.1 Ventilations-Perfusions-Quotient
8.6 Transport von O2 und CO2
8.6.1 Physikalische Lösung der Atemgase im Blut
8.6.2 Sauerstoffbindung am Hämoglobin
8.6.3 Regulation der Sauerstoffbindung am Hämoglobin
8.6.4 Sauerstoffverbrauch im Gewebe
8.6.5 CO2-Transport im Blut
8.6.6 Haldane-Effekt
8.7 Atmungsregulation
8.7.1 Atemrhythmus
8.7.2 Regulation der Atmung
8.7.3 Störungen des Atemrhythmus
8.8 Künstliche Beatmung
8.8.1 Beatmungsdrücke
8.8.2 Überwachung der Beatmung
8.9 Atmung in der Höhe und Tauchen
8.9.1 Atmung in der Höhe
8.9.2 Tauchen
8.10 Säure-Basen-Haushalt
8.10.1 pH-Werte im menschlichen Körper
8.10.2 Der pH-Wert des Blutes
8.10.3 Pufferung
8.10.4 Säure-Basen-Bilanz
8.10.5 Säureausscheidung durch die Niere
8.10.6 Störungen des Säure-Basen-Haushalts
9 Niere, Wasser- und Mineralhaushalt
9.1 Überblick
9.2 Bau und Funktion der Niere
9.2.1 Renales Gefäßsystem
9.2.2 Aufbau des Nierenkörperchens
9.2.3 Aufbau des juxtaglomerulären Apparates
9.2.4 Aufbau des Tubulusapparates
9.2.5 Endokrine Nierenfunktion
9.2.6 Renale Innervation
9.3 Prinzip der Ausscheidung
9.3.1 Renale Ausscheidung
9.3.2 Glomeruläre Filtration
9.3.3 Renaler Blutfluss
9.3.4 Regulation von RBF und GFR
9.4 Renaler Transport und Regulation von NaCl
9.4.1 Transportprozesse
9.4.2 Regulation
9.5 Renaler Transport von H2O
9.5.1 Transportprozesse
9.5.2 Regulation
9.6 Renaler Transport und Regulation von Kalium
9.6.1 Kaliumaufnahme
9.6.2 Interne Kaliumverteilung
9.6.3 Kaliumfiltration und -resorption
9.6.4 Transportprozesse
9.6.5 Regulation
9.7 Renaler Transport und Regulation von Phosphat, Calcium und Magnesium
9.7.1 Phosphat
9.7.2 Calcium
9.7.3 Magnesium
9.8 Renaler Transport und Regulation von Glucose, Aminosäuren, Peptiden und Proteinen
9.8.1 Glucose
9.8.2 Aminosäuren
9.8.3 Oligopeptide
9.8.4 Proteine
9.9 Renaler Transport und Regulation weiterer organischer Substanzen
9.9.1 Carboxylate
9.9.2 Harnsäure
9.9.3 Organische Anionen
9.9.4 Organische Kationen
9.10 Renaler Transport von Säuren und Basen
9.10.1 Ausgeschiedene Säuren sind sezernierte Säuren
9.10.2 Die H+-Bilanz der Niere
9.10.3 Beitrag der Tubulusabschnitte
9.10.4 Zelluläre Transportmechanismen
9.11 Renaler Transport und Regulation von Harnstoff
9.11.1 Transportprozesse
9.11.2 Regulation
9.12 Urinkonzentrierung und Wasserhaushalt
9.12.1 Aufbau des osmotischen Gradienten
9.12.2 Gegenstromaustausch in den Vasa recta
9.12.3 Konzentrierung des Urins
9.13 Integration von Salz- und H2O-Haushalt
9.13.1 Kontrolle des Extrazellulärraumes
9.13.2 Kontrolle des H2O-Gehaltes
9.13.3 Diuretika
9.14 Hormonbildung
9.14.1 Erythropoetin (EPO)
10 Ernährung, Energiehaushalt und Verdauung
10.1 Ernährung
10.1.1 Anforderungen an die Ernährung
10.1.2 Regulation der Nahrungsaufnahme
10.2 Energiehaushalt
10.2.1 Energiebilanz
10.2.2 Speicherung von Energie
10.2.3 Energiefreisetzung
10.2.4 Energieumsatz
10.2.5 Energiegehalt der Nahrung
10.2.6 Messung des Energiebedarfs
10.3 Verdauung
10.3.1 Abwehrfunktion des Magen-Darm-Traktes
10.3.2 Integrative Steuerung
11 Vegetatives Nervensystem
11.1 Überblick
11.2 Sympathikus und Parasympathikus
11.2.1 Organisation von Sympathikus und Parasympathikus
11.2.2 Neurotransmitter und Rezeptoren
11.2.3 Effekte von Sympathikus und Parasympathikus auf die Organe
11.3 Enterisches Nervensystem
11.3.1 Organisation
11.3.2 Funktion
11.4 Supraspinale Einflüsse auf das vegetative Nervensystem
11.4.1 Kortikale Einflüsse
11.4.2 Hypothalamische und limbische Einflüsse
11.4.3 Einflüsse aus dem Pons und der Medulla oblongata
11.5 Der afferente Anteil des vegetativen Nervensystems
11.6 Vegetative Kontrolle von Rektum, Harnblase und Genitalien
11.6.1 Vegetative Kontrolle von Rektum und Harnblase
11.6.2 Vegetative Kontrolle der Genitalien
12 Endokrines System
12.1 Grundlagen der endokrinen Regulation
12.1.1 Peptidhormone und ihre Rezeptoren
12.1.2 Steroidhormone und ihre Rezeptoren
12.1.3 Aminosäurederivate
12.1.4 Hormonelle Regelkreise
12.2 Hypothalamus und Hypophyse
12.2.1 Organisation des hypothalamisch-hypophysären Systems
12.2.2 Hormone der Adenohypophyse
12.2.3 Hormone der Neurohypophyse
12.3 Hormone der Nebennierenrinde
12.3.1 Funktionelle Anatomie der Nebennierenrinde
12.3.2 Synthese der Steroidhormone
12.3.3 Mineralokortikosteroide
12.3.4 Glukokortikosteroide
12.4 Hormone der Schilddrüse
12.4.1 Funktionelle Anatomie der Schilddrüse
12.4.2 Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3)
12.5 Hormone des endokrinen Pankreas
12.5.1 Funktionelle Anatomie des endokrinen Pankreas
12.5.2 Insulin
12.5.3 Glukagon
12.5.4 Somatostatin
12.6 Hormone zur Steuerung des Calcium- und Phosphathaushalts
12.6.1 Parathyrin
12.6.2 Calcitriol
12.6.3 Calcitonin
12.7 Hormone des Fettgewebes
12.7.1 Leptin
13 Sexualfunktionen, Schwangerschaft
13.1 Sexualentwicklung
13.2 Gametogenese
13.2.1 Weibliche Gametogenese
13.2.2 Männliche Gametogenese
13.3 Kohabitation
13.3.1 Sexualreflexe des Mannes
13.3.2 Sexualreflexe der Frau
13.4 Fertilisation und Implantation
13.4.1 Aszension der Spermien
13.4.2 Fertilisation
13.4.3 Implantation
13.5 Schwangerschaft und Geburt
13.5.1 Embryonal- und Fetalentwicklung
13.5.2 Plazenta und fetoplazentare Einheit
13.5.3 Geburt
13.6 Sexualsteroide
13.6.1 Androgene
13.6.2 Östrogene
13.6.3 Gestagene
Teil III Integrierte Körperfunktionen
14 Physiologie des Fetus und des Neugeborenen
14.1 Einführung
14.2 Herz-Kreislauf-System
14.3 O2-Versorgung und Atmung
14.4 Blut und Immunsystem
14.5 Niere
14.6 Endokriner Pankreas und Nebennieren
14.7 Gastrointestinaltrakt
14.8 Thermoregulation
15 Thermoregulation
15.1 Körpertemperatur und Thermoregulation
15.1.1 Physiologische und pathophysiologische Schwankungen der Köpertemperatur
15.2 Wärmebildung und Transfer im Körper
15.2.1 Wärmebildung
15.2.2 Wärmetransfer im Körper
15.3 Wärmetausch mit der Umgebung
15.3.1 Strahlung und Leitung
15.3.2 Konvektion
15.3.3 Verdunstung und Schweißbildung
15.3.4 Gesamtwärmebilanz
15.4 Temperaturregulation
15.4.1 Thermosensoren
15.4.2 Regulationszentrum
15.4.3 Effektoren
15.4.4 Regulationsstrategien
15.5 Angewandte Thermoregulation und Pathophysiologie
15.5.1 Angenehmes Raumklima
15.5.2 Körperliche Arbeit/Training
15.5.3 Ein Saunabesuch
15.5.4 Hyperthermie/Hitzschlag
15.5.5 Fieber
15.5.6 Hypothermie
15.5.7 Neugeborene
15.5.8 Alte Menschen
15.5.9 Akklimatisierung
16 Leistungsphysiologie
16.1 Einführung
16.2 Definition von Arbeit und Leistung
16.3 Energiebereitstellung
16.3.1 Anaerobe und aerobe Energiebereitstellung
16.3.2 Substrate und Produkte
16.4 Leistungsdauer und -intensität
16.4.1 Kurzzeitbelastung und Ausdauerleistung
16.4.2 Anaerobe Schwelle
16.4.3 Energieumsatz
16.5 Leistungsmessung
16.5.1 Indirekte Kalorimetrie
16.5.2 Leistungstests
16.6 Organanpassung
16.6.1 Herz und Kreislauf
16.6.2 Atmung
16.6.3 Blut
16.6.4 Thermoregulation
16.7 Leistungssteigerung
16.7.1 Training
16.7.2 Doping
16.8 Leistungsgrenzen
16.8.1 Ermüdung
16.8.2 Erholung
17 Altern und Tod
17.1 Einführung
17.2 Gesellschaftliche Aspekte
17.3 Veränderungen des Organismus
17.4 Zelluläre und molekulare Aspekte
Teil IV Sinnesphysiologie und höhere Funktionen
18 Allgemeine Sinnesphysiologie
18.1 Einführung
18.2 Umwandlung von Sinnesreizen in neuronale Signale
18.2.1 Transduktion
18.2.2 Amplifikation
18.2.3 Transmission
18.2.4 Input-Output-Funktionen
18.2.5 Unterschiedsschwelle und Weber-Gesetz
18.2.6 Adaptation
18.2.7 Rezeptorsysteme
18.3 Verarbeitung von Sinnesreizen im ZNS
18.3.1 Einige Prinzipien der Sinnesreizverarbeitung
18.3.2 Verarbeitung der Sinnesinformation im Thalamus
19 Somatosensorik
19.1 Überblick
19.2 Tastsinn
19.2.1 Qualitäten und Adaptation
19.2.2 Typen von Mechanorezeptoren
19.2.3 Molekulare Mechanismen der Mechanorezeption
19.3 Temperatursinn
19.3.1 Typen von Thermorezeptoren
19.3.2 Molekulare Mechanismen der Thermorezeption
19.4 Viszerale Sensibilität
19.5 Schmerz
19.5.1 Nozizeptoren
19.5.2 Molekulare Mechanismen der Nozizeption
19.5.3 Entzündungsschmerz
19.5.4 Pathologische Schmerzen
19.6 Zentrale Verschaltung
19.6.1 Tastsinn
19.6.2 Temperatursinn
19.6.3 Schmerz
20 Hören und Sprechen
20.1 Physiologische Akustik
20.2 Äußeres Ohr und Mittelohr
20.3 Innenohr
20.3.1 Aufbau des Innenohrs
20.3.2 Mechanoelektrische Transduktion
20.3.3 Codierung in afferenten Nervenfasern
20.4 Zentrale Hörbahn
20.5 Stimme und Sprache
21 Gleichgewichtssinn
21.1 Das periphere Vestibularorgan
21.1.1 Sinneszellen
21.1.2 Bogengänge
21.1.3 Die Makula-Organe
21.2 Zentrale vestibuläre Verschaltung
21.3 Vestibuläre Reflexe
21.3.1 Nystagmus
22 Visuelles System
22.1 Überblick
22.2 Dioptrischer Apparat
22.2.1 Licht
22.2.2 Aufbau des Auges
22.2.3 Lichtbrechung am Auge
22.2.4 Pupillen- und Akkommodationsreflex
22.3 Signalverarbeitung in der Retina
22.3.1 Aufbau der Retina
22.3.2 Neurone in der Retina
22.3.3 Phototransduktion
22.3.4 Farbensehen
22.3.5 Adaptationsmechanismen
22.3.6 Signalverarbeitung in der Netzhaut
22.3.7 Klassifizierung von Ganglienzellen
22.4 Die Sehbahn und die zentrale Verarbeitung der visuellen Information
22.4.1 Verlauf der Sehbahn bis zum Thalamus
22.4.2 Der visuelle Kortex
22.4.3 Tiefenwahrnehmung
23 Geschmacks- und Geruchssinn
23.1 Geschmackssinn
23.1.1 Geschmacksqualitäten
23.1.2 Geschmacksrezeptorzellen
23.1.3 Rezeptoren für Geschmacksstoffe und Signaltransduktion
23.1.4 Die zentrale Geschmacksbahn
23.2 Geruchssinn
23.2.1 Geruchsqualitäten
23.2.2 Geruchsrezeptorzellen
23.2.3 Rezeptoren für Duftstoffe und Signaltransduktion
23.2.4 Die zentrale Geruchsbahn
24 Sensomotorik
24.1 Überblick
24.2 Spinalmotorik
24.2.1 Elemente der Spinalmotorik
24.2.2 Efferenzen der Spinalmotorik (Reflexe)
24.2.3 Hemmmechanismen der Spinalmotorik
24.2.4 Kontrolle der aufrechten Haltung
24.2.5 Lokomotionsgenerator
24.3 Kleinhirn
24.3.1 Funktionelle Gliederung des Kleinhirns
24.3.2 Aufbau und neuronale Verschaltung des Kleinhirns
24.4 Basalganglien
24.4.1 Einteilung der Basalganglien
24.4.2 Projektionen und Verschaltungen innerhalb der Basalganglien
24.4.3 Transmitter innerhalb der Basalganglien
24.5 Motorkortex
24.5.1 Motorische Kortexareale
24.5.2 Neuronale Verbindungen des Motorkortex
24.5.3 Zielbewegungen des Armes und der Hand
24.6 Augen- und Blickbewegungen
24.6.1 Augenmuskeln und ihre Innervation
24.6.2 Augenbewegungen
24.6.3 Neuronale Kontrolle der Augenbewegungen
24.7 Planung einer Bewegung und motorischer Handlungsantrieb
25 Integrative Funktionen des Gehirns
25.1 Allgemeine Physiologie des zerebralen Kortex
25.1.1 Organisation des zerebralen Kortex
25.1.2 Kommunikation zwischen den Hemisphären
25.2 EEG, MEG und bildgebende Verfahren
25.2.1 Elektroenzephalogramm (EEG)
25.2.2 Magnetenzephalogramm (MEG)
25.2.3 Bildgebende Verfahren
25.2.4 Transkranielle Magnetstimulation (TMS)
25.3 Zirkadiane Rhythmen
25.3.1 Neurobiologie der Rhythmusgeber
25.4 Wachen und Schlafen
25.4.1 Die Schlafstadien
25.4.2 Neuronale Regulation der Schlafphasen
25.4.3 Funktion des Schlafs
25.5 Bewusstsein und Aufmerksamkeit
25.5.1 Neuronale Korrelate von Bewusstsein und Aufmerksamkeit
25.6 Lernen und Gedächtnis
25.6.1 Lernen
25.6.2 Informationsspeicherung im Gedächtnis
25.6.3 Neurobiologie des Gedächtnisses
25.7 Emotion und Motivation
25.7.1 Limbisches System
25.7.2 Neurobiologie der Furcht
25.7.3 Mesokortikolimbisches Belohnungssystem
25.8 Sprache und Sprachverständnis
25.8.1 Sprachbildung
25.8.2 Elemente der Sprache
25.8.3 Funktionelle Sprachregionen im Gehirn
25.8.4 Genetische Komponenten der Sprache
25.9 Entwicklung und Plastizität
25.9.1 Zelluläre und molekulare Entwicklung des ZNS
25.9.2 Hirnstoffwechsel
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
1 Grundlagen der Zellphysiologie
2 Transportprozesse und Signaltransduktion
3 Membranpotenzial
4 Erregungsleitung und -übertragung
5 Muskulatur
Fritz Markwardt
Zusammenfassung
Zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen muss der Mensch ständig Stoffe mit der Umwelt austauschen. Die Stoffaufnahme dient der Versorgung des Körpers mit Energie und Stoffen, welche der Mensch selbst in ungenügendem Ausmaß herstellt. Die Ausscheidung dient der Entfernung von Stoffwechselendprodukten. Der Stoffaustausch zwischen den Körperzellen und der Umgebung verläuft über das Interstitium, welches die Körperzellen als inneres Milieu umgibt. Die gleichbleibenden Eigenschaften der interstitiellen Flüssigkeit (Homöostase) sorgen für konstante Betriebsbedingungen der Körperzellen.
Physikochemische Reaktionen und Kompartimentierung Ein wesentliches Merkmal des Lebens sind zielgerichtete physikochemische Prozesse. Diese setzen zeitlich und räumlich verschiedene Verteilungen von Energie und Stoffen voraus. Um diese unterschiedlichen Verteilungen zu gewährleisten, werden im Organismus sogenannte Kompartimente geschaffen, zwischen denen der Stoffaustausch eingeschränkt wird, d. h. Stoffflüsse nur in bestimmte Richtungen und im festgelegten Umfang stattfinden. Diese Kompartimente sind durch Membranen voneinander abgegrenzt. So bestehen Organismen aus Zellen, die durch ihre Zellmembran (Plasmamembran) nach außen begrenzt werden. Innerhalb der Zellen werden mittels Membranen weitere subzelluläre Kompartimente (Organellen) abgegrenzt.
Unterschiedliche Stoffkonzentrationen können räumlich und zeitlich begrenzt auch dadurch auftreten, dass physikochemische Reaktionen durch Aktivierung von Katalysatoren (Enzyme oder Ionenkanäle) Stoffe deutlich schneller erzeugen, abbauen oder transportieren als sie durch Diffusion innerhalb des Kompartiments verteilt werden.
Homöostase durch Stoffaustausch Die zielgerichteten physikochemischen Reaktionen laufen fern vom chemischen Gleichgewicht ab. Dadurch können sich prinzipiell die Konzentrationen der Ausgangsstoffe und Endprodukte verändern, was wiederum die Reaktionsgeschwindigkeiten bis zum Erliegen der Reaktion herabsetzen kann. Da dies die Zellfunktion beeinträchtigen würde, müssen die Zellen für eine weitgehende Konstanz der meisten ihrer Inhaltsstoffe sorgen. Einzeller im Urmeer konnten das, indem sie aus dem schier unerschöpflichen Reservoir des sie umgebenden Mediums Stoffe aufnahmen und ihre Stoffwechselendprodukte nach außen abgaben, wo diese schnell verdünnt wurden. Das heißt, dass die Zellen Teil eines offenen Systems waren, in dem physikochemische Reaktionen im Fließgleichgewicht möglich waren. Durch ständige Aufnahme der Ausgangsstoffe und Abgabe der Endprodukte entstanden also Fließgleichgewichte, bei denen die Konzentrationen der reagierenden Stoffe weitgehend konstant blieben. Dadurch, dass das Volumen des Urmeers viel größer als das Zellvolumen war, veränderten sich im Urmeer die Stoffkonzentrationen praktisch nicht.
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