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Schaffe, schaffe, Häusle baue' – Schwaben hat einen soliden Ruf in der Welt. Und dennoch: Hinter gut geputzten Fensterscheiben versteckt sich auch im schönen Ländle so einiges, was andere besser nicht sehen sollten. Blutspritzer, Mordwaffen und heimtückische Pläne zum Beispiel. Möglicherweise sogar vergiftete Maultaschensuppen, Spätzle mit Patronenhülsen darin oder präparierte Putzutensilien – wer weiß das schon? Von diesen und anderen kriminellen Geheimnissen der Region erzählt Tatort Schwaben – mit den besten Kurzkrimis von Kennern der schwäbischen Seele und Autoren aus dem Landstrich. Schwäbische Delikatessen, wie sie schöner und krimineller nicht sein könnten! Mit Beiträgen von: Tatjana Kruse, Wolfgang Kemmer, Willibald Spatz, Bernhard Jaumann, Marc-Oliver Bischoff, Christiane Geldmacher, Angela Eßer, Klaus Wanninger, Michael Molsner und Martin von Arndt.
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Seitenzahl: 217
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Angela Eßer (Hrsg.)
Tatort Schwaben
11 Kriminalgeschichten
ars vivendi
Vollständige eBook-Ausgabe der im ars vivendi verlag erschienenen Originalausgabe (Erste Auflage Juni 2016)
© 2016 by ars vivendi verlag GmbH & Co. KG, Bauhof 1, 90556 Cadolzburg
Alle Rechte vorbehalten
www.arsvivendi.com
Lektorat: Elmar Tannert
Umschlaggestaltung: FYFF, Nürnberg
Covermotiv: ars vivendi
Datenkonvertierung eBook: ars vivendi verlag
eISBN 978-3-86913-706-3
Inhalt
Marc-Oliver Bischoff: Das Wunder in der Reithausgasse
Angela Eßer: Schwäbische Henkersmahlzeiten
Christiane Geldmacher: Für alle Fälle
Bernhard Jaumann: Vom Himmel ein Stück
Wolfgang Kemmer: Das Märlein vom dreieiigen Landgrafen
Tatjana Kruse: »Sänk you for travelling with schwäbische Eisebahn!«
Michael Molsner: Mildernde Umstände
Willibald Spatz: Zwischen hier und nirgendwo
Bernd Storz: Die Entscheidung
Martin von Arndt: Gefühlte Hakenkreuz-Tattoos
Klaus Wanninger: Schwaben-Story
Die Autorinnen und Autoren
Marc-Oliver Bischoff: Das Wunder in der Reithausgasse
»Wir verstehen die Zahl, aber nie das Gezählte.«
(Blaise Pascal)
Agathe Bauer knallt den Teller mit den Vesperbroten auf den Couchtisch: Teewurst mit Gurke, Schinken mit Spargelköpfle, Tilsiter mit Radieschen. Auf dem Tisch wartet bereits der rote Schein mit den blauen Kreuzchen, daneben steht ein randvolles Glas Prosecco. Agathe torkelt durchs Wohnzimmer zum Fernseher – nach einer Flasche Asti Spumante ist sie nicht mehr ganz sicher auf den Beinen –, und schaltet den Fernseher ein, auf dessen Vorderseite das Nordmende-Logo prangt.
»Der Aufsichtsbeamte hat sich vor dieser Sendung vom ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgerätes und der 49 Kugeln überzeugt«, erklärt die Lottofee, eine Blondine mit Föhnwelle, in einer Lautstärke, die das Glas auf dem Tisch klirren lässt.
Mit einem Ächzen lässt sich Agathe in ihr Cordsofa sinken. Auf die Anstrengung erst mal ein Glas.
»Rauschkugl!«, kräht Coco im Käfig auf der Anrichte.
Agathe Bauer stößt auf. Nach einer Denkpause kontert der Vogel mit einem perfekt imitierten Rülpser. Die alte Dame und ihr Haustier werden völlig vom Geschehen auf dem Bildschirm vereinnahmt. 49 weiße Kugeln wirbeln im Plexiglasbehälter herum wie Flocken in einer Schneekugel.
»Vier«, krächzt Coco.
Der Greifarm rotiert, bekommt eine Kugel zu fassen, sie verlässt den Behälter und plumpst in eine transparente Röhre.
»Die erste Zahl ist die Vier«, sagt die Lottofee.
Agathe Bauer beugt sich vor und wirft einen Blick auf den Lottoschein. »Mischt.«
Der Behälter rotiert, ein Klackern wie von tausend Tischtennisturnieren. Die Fernsehtante zeigt ihr unnatürlich weißes Gebiss. Agathe riecht an einem Schinkenbrot.
»Siebzehn«, krächzt Coco.
Der Greifer fängt die nächste Kugel ein. Kurz darauf zeigt die Kamera in Großaufnahme die 17.
»Und die Siebzehn!«, jubiliert die Ansagerin.
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