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Neben einer kurzen Kulturgeschichte und unterhaltsamen Anekdoten aus der Teegeschichte bietet dieses Büchlein Informationen rund um das beliebte Getränk, Ratschläge zur Teebereitung auf die englische, russische, asiatische oder die fixe Art, die wichtigsten Tee-Regeln von der Wasserbeschaffenheit bis zum richtigen Geschirr und ein kleines Tee-Abc. Dazu eine Auswahl und Beschreibung der beliebtesten klassischen und neueren Sorten und natürlich zahlreiche Rezepte für den gesunden, geistvollen und internationalen Tee-Genuss und alles, was man zur gemütlichen Teezeit noch auf den Tisch bringen kann. Ein Büchlein aus unserer Minibibliothek, die im kleinen Westentaschenformat auf 128 Seiten kurzweilig über verschiedenste Themen informiert.
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Seitenzahl: 31
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Der Tee weckt den guten Geistund weise Gedanken.Er erfrischt deinen Körper undberuhigt dein Gemüt. Bist duniedergeschlagen, so wird Teedich ermutigen.
vermutlich Kaiser Shen Nung(2737-2697 v. u. Z.)
Mit Rezepten undAnekdoten rund umdas beliebte Getränk
ISBN 978-3-89798-305-2
eISBN 978-3-89798-610-7
2. Auflage 2014
© BuchVerlag für die Frau GmbH,
Leipzig 2010
Einband, Satz und Typographie: Uta Wolf
Redaktion: Silvia Dorster
Fotos: Silvia Dorster, fotolia.com, Carola Ruff (S. 31, 36, 37),
The Food Professionals (Goldpuder, S. 107; Henglein, S. 112/113; Leerdammer, S. 119; Ostmann Gewürze, S. 89)
www.buchverlag-fuer-die-frau.de
Tee-Zeit
Kleine Tee-Geschichte(n)
Tee richtig zubereiten
Tee-Regeln
Kleines Tee-ABC
Klassische Tee-Sorten
Kräuter-Tees & Teeähnliche Getränke
Teegenuss zu jeder Tageszeit
Tee mit Geist
Tee international
Das schmeckt zum Tee
Rezeptverzeichnis
Literaturquellen und weiterführende Adressen
Eine heiße Tasse Tee wärmt an kalten Tagen nicht nur den Körper, sondern auch oft die Seele, entspannt und beruhigt. Und es geht nichts über eine gemütliche Teerunde mit Freunden. Auch hierzulande gewinnt Tee immer mehr Liebhaber – durchschnittlich 25 Liter konsumiert der deutsche Teetrinker im Jahr, wobei die Ostfriesen ganz klar die größten Teetassen haben …
Lassen Sie sich verführen von der Geschmacksvielfalt grünen und schwarzen Tees, von Gewürz-, Kräuter- und Früchte-Tees und deren guten Nebenwirkungen.
Eine alte chinesische Legende erzählt, dass der Tee vor rund fünf Jahrtausenden vom Kaiser Shen Nung ganz zufällig entdeckt wurde. An einem schönen Morgen kochte sich der Kaiser die für sein Frühstück nötige Menge Wasser selbst ab, als ein plötzlich aufkommender Wind eigenartige Blätter in den Wasserkessel wehte. Sie verströmten dort einen feinen Duft, den der Kaiser mit Genuss einatmete. Von jenem Tag an ließ er öfter Blätter dieser Art in seinem Wassertopf schwimmen … Sicher ist jedoch, dass bereits viele Jahrhunderte vor unserer Zeit Chinesen Tee tranken. Seit 810 v. u. Z. ist er auch in Japan bekannt. Um 1550 wurde Tee in Venedig erstmals erwähnt. Kaufleute brachten ihn von China mit. Im 16. Jahrhundert verbreiteten Händler die aromatischen Teeblätter weiter auf den Märkten Europas, über den Seeweg kam der Tee nach Holland, auf dem Landweg nach Russland.
Man erzählt, dass die russische Teekultur mit einem Tauschgeschäft begann. Der Zar Michail Fjodorowitsch ließ 1638 dem mongolischen Khan Altyn wertvolle Zobelfelle überbringen. Als Dank dafür kamen aus der Mongolei mehrere Säcke voll getrockneter Blätter – 65 Kilo chinesischer Tee. Ratlosigkeit herrschte am Zarenhof. Von Missachtung und Beleidigung war die Rede. Denn niemand wusste mit den Blättern etwas anzufangen. Zum Glück sandte der Khan einen Küchenspezialisten nach Moskau, der dem Zaren den Tee zubereitete. Und der Zar genoss das neuartige Getränk. Damit begann der Siegeszug des Tees in Russland.
Erstaunliches wird auch aus England berichtet – als der Tee 1650 nach London gelangte, sollen ihn britische Hausfrauen wie Gemüse mit Buttersoße zubereitet haben. Ein kulinarisches Desaster!
Es dauerte Jahre, bis die Engländer nicht mehr die Blätter zu Tisch gaben, sondern das Kochwasser, in dem die Blätter gekocht hatten. Inzwischen macht den Briten in Sachen Tee keiner mehr so leicht etwas vor.
Holländische Kaufleute brachten den Tee um die Mitte des 17. Jahrhunderts nach Deutschland. Durch die Nähe zu Holland entstand vor allem in Ostfriesland eine eigenständige Teekultur, die bis heute gepflegt wird. Als glühender Verfechter des heilenden Teegenusses führte der holländische Arzt und Leibarzt von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, Cornelius Bontekoe (1647-1685), das Getränk in deutsche Adelskreise ein. „Abwarten und Tee trinken“ soll eine aus der Zeit des Heiltees stammende Redewendung sein. Zum Glück blieb er nicht bloße Medizin, sondern wurde im 18. Jahrhundert zum anregenden Tischgenuss der berühmten literarischen Teegesellschaften um Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach (1739-1807).
