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Ulrich Holbein (geb. 1953) ist ein ganz und gar eigenwilliger Autor und eine einzigartige Erscheinung in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Grund genug, ihm ein TEXT+KRITIK-Heft zu widmen! Eine "mit wissenschaftlicher Genauigkeit operierende Sammel-, Zitier- und Verknüpfungswut" (Philipp Böttcher) prägt sein vielseitiges essayistisches, erzählendes und poetisches Werk ebenso wie philosophischer Witz und ironische (Selbst-)Kritik. Das Heft, von einem furiosen Text Ulrich Holbeins eingeleitet, umfasst ein Werkporträt des 'Zuspätromantikers', Beiträge über den spezifischen Humor Holbeins, über seine Beziehung zum Roman sowie über seine Poetik der Sinne und analysiert Holbeins sprachkritische Kolumnen und Hörspiele sowie die Intertextualität im 'Roman' "Isis entschleiert". Eine Auswahlbibliografie beschließt den Band.
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Seitenzahl: 176
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Begründet von Heinz Ludwig Arnold
Redaktion:
Steffen Martus, Axel Ruckaberle, Michael Scheffel,
Claudia Stockinger und Michael Töteberg
Leitung der Redaktion: Hermann Korte
Tuckermannweg 10, 37085 Göttingen,
Telefon: (0551) 5 61 53, Telefax: (0551) 5 71 96
Print ISBN 978-3-86916-396-3
E-ISBN 978-3-86916-417-5
Umschlaggestaltung: Thomas Scheer
Umschlagabbildung: Viera Janárčeková
TEXT+KRITIK erscheint mit vier Nummern im Jahr. Die Hefte können einzeln, im vergünstigten Jahresabonnement für € 59,– oder im UN!-ABO für € 39,– durch jede Buchhandlung oder über den Verlag bezogen werden. Die Kündigung des Abonnements ist bis zum Oktober eines jeden Jahres für den folgenden Jahrgang möglich. Zusätzlich erhalten Abonnenten den jährlich erscheinenden Sonderband und Neufassungen zum ermäßigten Preis mit Rückgaberecht.
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© edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag GmbH & Co KG, München 2015 Levelingstraße 6a, 81673 Münchenwww.etk-muenchen.de
Ulrich Holbein
Wer werd ich gewesen sein?
Philipp Böttcher
Reflexionspoesie im postmodernen Zeitalter. Werkporträt eines ›Zuspätromantikers‹
Sven Hanuschek
Warum schreibst du mich nicht? Ulrich Holbein und der Roman
Markus Hundt
»Harmlos stehe ich in bunter Reihe …« Ulrich Holbeins »Die Sprachlupe«
Ole Petras
»Liebe geht durch das Ohr« Protokoll eines Hörspiels
Lutz Hagestedt
Aneignung der Schrift. Ulrich Holbeins Poetik der Sinne – am Beispiel illustriert
Jan Süselbeck
Progressive Zitatose. Zur Intertextualität in Ulrich Holbeins Roman »Isis entschleiert«
Ulrich Holbein
Opuscula quasi omnia – schön zusammenbleiben! Prahlerei oder Beichte? So oder so: Werkentfaltung hoch 3, inclusive Nebenwerken und angebrüteten Eiern
Nikolas Buck
Ulrich Holbein
So heiß hier! So grau hier! So laut hier! So voll hier! Voller denn je! Schlimmer denn je! Das macht uns kaputt! Das stehn wir nicht durch! Das halt ich nicht aus! Nichts wie weg hier! Nix wie fort hier! Nix wie raus hier! Alles so farblos. So hirnlos! So sinnlos. So keimfrei. Alles so trist. Alles so fad. Alles so öd. Raus aus dieser Steinwüste! Aus dieser Trockenwüste! Aus dieser Kulturwüste! Da– ein Nebengässchen– ein Notausgang– eine Seitennische! Schön hier… tief einatmen… hier ist es ruhig wie im Märchen… och, wie süß, diese Sonnenstäubchen… Vögel, die da so zwitschern… alles superplastisch… wundersam gläserne Mailuft… durchsummte Seligkeit– hast du mir was in den Muckefuck geträufelt? Irgendwas durchströmt mich… aaah… ächzen könnt ich vor Wollust… rein mental natürlich… wird wohl just mein Neocortex mit Endorphinen geflutet… oder Dopaminen!? Heißt das, jetzt gehts an den Kragen… gleich kratz ich ab, oder? Diesmal aber wirklich… fühlt sich übrigens gar nicht so verkehrt an… schnell nochmal kurz an Mozart denken… ein wenig Glut schlürfen und Licht trinken… fänd ich meine Lesebrille wieder, könnt ich entziffern, was auf dem Tropf steht: »Glucose 5 Braun«. Wenn sich mein Zustand stabilisiert, darf ich vielleicht morgen schon wieder Brei essen. So oder so– in 22Jahren werd ich seit 21Jahren tot sein. Neulich, bevor ich 81 wurde, durfte ich nicht in Filme ab 18. Wenn ich einmal sterben muss, dann mach ich so lange was anderes! Denn neulich begann ich zu altern– falls ich für so was Zeit fand. Neben Gneis, Granit und Quarzit komm ich mir als Mümmelgreis blutjung vor, geradezu minderjährig– kurzlebig wie Korkeichen, Riesenschildkröten und andere Amöben und Ephemeriden. Immer hörbarer ruft die Familiengruft– zur Strafe, weil ich die Nase von Blutwurstesser Fritz Holbein trag? Geduld, ihr schwankenden Gestalten, ihr Nörgeltanten und Strumpfwirkermeister, ihr angeheirateten Trampeltiere– ich komm ja gleich. Von den Vorteilen, die meine Nichtexistenz nun bald mit sich bringt, hab ich dann nicht mehr viel. Nur weil irgendein lächerliches Mitglied des unausstehlichen Clubs, der meinen Organismus konstituiert, die Mücke macht, soll meine Sehnsucht zugrunde gehn, mich von ebendiesem Club loszueisen? Was kämpfst du so ums Überleben? Es gibt doch genug andere Prachtexemplare, siehe Bevölkerungsexplosion!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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