The Haven: Dante - Stella Shaw - E-Book

The Haven: Dante E-Book

Stella Shaw

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Beschreibung

Dantes Leben zwischen Teilzeitjobs und den Stunden als Sexarbeiter im alles andere als glamourösen Hotel Haven ist eine Sackgasse – aber immerhin eine halbwegs verlässliche. Als dann an einem kalten Winterabend allerdings das Dach in Zimmer vier durchbricht, bedeutet das womöglich das Aus für Dante und seine Freunde, die dadurch vielleicht die Bleibe verlieren, auf die sie angewiesen sind. Sicher wird der neue Hotelbesitzer keine Sexarbeiter in seinem Haus dulden… oder? Doch fast noch problematischer ist dessen Freund Blake, der Dante schon bei der ersten Begegnung mehr unter die Haut geht, als er zugeben will. Dante hat der Liebe längst abgeschworen, aber so leicht lassen sich die Gefühle für Blake nicht unterdrücken. Aus Lust wird schnell mehr als erwartet, aber wie wird Blake reagieren, wenn er von Dantes Vergangenheit erfährt? Ist dann alles vorbei oder entpuppt sich das Haven vielleicht als sicherer Hafen, den beide Männer so verzweifelt suchen… Band 1 der "The Haven"-Reihe. Novelle ist in sich abgeschlossen.

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Seitenzahl: 111

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Deutsche Erstausgabe (ePub) Dezember 2022

Für die Originalausgabe:

© 2021 by Stella Shaw

Titel der Originalausgabe:

»Dante«

Published by Arrangement with Stella Shaw

Für die deutschsprachige Ausgabe:

© 2022 by Cursed Verlag

Inh. Julia Schwenk

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Übersetzung,

des öffentlichen Vortrags, sowie der Übertragung

durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile,

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

Genehmigung des Verlages.

Bildrechte Umschlagillustration

vermittelt durch Shutterstock LLC; iStock; AdobeStock

Satz & Layout: Cursed Verlag

Covergestaltung: Hannelore Nistor

Druckerei: Print Group Sp.z.o.o. Szczecin (Stettin)

Lektorat: Martina Stopp

ISBN-13: 978-3-95823-976-0

Besuchen Sie uns im Internet:

www.cursed-verlag.de

Aus dem Englischen von Ray Celar

Liebe Lesende,

vielen Dank, dass ihr dieses eBook gekauft habt! Damit unterstützt ihr vor allem die*den Autor*in des Buches und zeigt eure Wertschätzung gegenüber ihrer*seiner Arbeit. Außerdem schafft ihr dadurch die Grundlage für viele weitere Romane der*des Autor*in und aus unserem Verlag, mit denen wir euch auch in Zukunft erfreuen möchten.

Vielen Dank!

Euer Cursed-Team

Klappentext:

Dantes Leben zwischen Teilzeitjobs und den Stunden als Sexarbeiter im alles andere als glamourösen Hotel Haven ist eine Sackgasse – aber immerhin eine halbwegs verlässliche. Als dann an einem kalten Winterabend allerdings das Dach in Zimmer vier durchbricht, bedeutet das womöglich das Aus für Dante und seine Freunde, die dadurch vielleicht die Bleibe verlieren, auf die sie angewiesen sind. Sicher wird der neue Hotelbesitzer keine Sexarbeiter in seinem Haus dulden… oder? Doch fast noch problematischer ist dessen Freund Blake, der Dante schon bei der ersten Begegnung mehr unter die Haut geht, als er zugeben will. Dante hat der Liebe längst abgeschworen, aber so leicht lassen sich die Gefühle für Blake nicht unterdrücken. Aus Lust wird schnell mehr als erwartet, aber wie wird Blake reagieren, wenn er von Dantes Vergangenheit erfährt? Ist dann alles vorbei oder entpuppt sich das Haven vielleicht als sicherer Hafen, den beide Männer so verzweifelt suchen…

Eins

Ich war splitterfasernackt über das Bett eines Hotelzimmers im ersten Stock gebeugt und mein Sieben-Uhr-Termin hatte sich bis zum Anschlag in meinem Hintern versenkt, als die Decke einbrach.

Wortwörtlich.

Er hatte alles gegeben, zugestoßen, als handelte es sich um eine olympische Disziplin, und so laut gekeucht, dass ich anfangs dachte, das knarzende Geräusch käme von ihm. Die Zimmer im HavenHotel waren nicht schallgedämmt, aber die Kunden konnten normalerweise trotzdem so laut sein, wie sie wollten. Die Gebäude zu beiden Seiten standen zu dieser späten Uhrzeit leer und wir befanden uns weit von den Touristenzielen entfernt, in einer spärlich beleuchteten Seitenstraße im Earls Court-Viertel. Kurz gesagt gab es an einem Dienstagabend Besseres in London zu tun, auch wenn Weihnachten noch sechs Wochen entfernt war. Niemand sonst hörte zu – und es interessierte auch niemanden.

»Du bist heiß. Fuck, das ist so heiß«, ächzte er. Er war tatsächlich kein schlechter Liebhaber. Wir spielten gerade ein Boss-und-persönlicher-Assistent-Rollenspiel, um das er mich bereits im Vorhinein gebeten hatte. Deshalb hatte ich Zeit gehabt, mir eine nerdige Lesebrille zu kaufen und mir von Liam eine Krawatte zu leihen. Glaubt mir, ich war als Schauspieler bei Weitem nicht gut genug, um im West End Erfolg zu haben, aber ich konnte – so gut, wie jeder andere Escort auch – einen Notizblock umklammern und mir eine Anzughose verführerisch ausziehen.

»Gefällt dir das, Junge?«, knurrte er und stieß besonders hart zu. Sein Parfüm war aufdringlich und seine verschwitzten Handflächen rutschten über meine Haut, aber ich konnte nichts gegen seine Ausdauer sagen, obwohl er schon Ende 50 sein musste.

»Oh ja«, sagte ich atemlos – atemloser, als ich eigentlich war, aber die Schüchternheit gehörte zum Spiel. Doch das Wort Junge ließ mich immer zusammenzucken. Ich war 26, aber ich konnte mich wahrscheinlich bei meiner guten Knochenstruktur bedanken, die mich jünger aussehen ließ. »Härter, Sir!«

Im Raum war es kühl und feucht: Die Heizung in Zimmer Nummer vier funktionierte nie richtig. Es hatte den ganzen Tag geschneit und es war der kälteste November in London seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und das Haven hatte Mühe, damit klarzukommen.

Das Knarzen wurde lauter. Es war mehr als der Enthusiasmus von Mr. Sieben Uhr oder der Protest einer alten Rugbyverletzung in meinem linken Knie.

Das Geräusch kam von über mir, ein Knacken und Knirschen. Draußen hüllte der Schnee die Stadt in eine Art atemloses Schweigen, bedeckte die Dächer mit einem hellen Überzug und dämpfte die Geräusche des Verkehrs und der vorbeigehenden Fußgänger. Die unerwartete Stille bedeutete, dass das knarzende Geräusch nur noch deutlicher erklang.

Ich wurde mir der gefährlichen Situation erst bewusst, als ein Klumpen feuchter Putz mit einem Klatschen neben mir auf die Bettdecke fiel. Mr. Sieben Uhr stieß noch immer in mich, während der Putz meinen Arm traf. Nur Augenblicke später landete ein zweiter Batzen auf meinem Kopf und verteilte sich in einer Wolke nasser Schneeflocken, feuchten Staubs und Schutt.

»Was zur Hölle?« Mr. Sieben Uhr zog seinen Schwanz abrupt aus mir heraus – aua! – und sprang vom Bett weg. »Himmel, das ganze Haus bricht zusammen!« Etwas verspätet dachte er daran, zu fragen: »Alles klar bei dir, Junge?«

Ich schüttelte das Zeug aus meinem Haar und sah auf. Da war ein etwas über einen Meter breiter kahler Bereich an der Decke, ein dunkler, nasser Fleck darum herum und weitere Risse breiteten sich mit alarmierender Geschwindigkeit von diesem Zentrum ausgehend aus. Das ganze verdammte Ding würde jede Minute herunterkrachen. Ich richtete mich auf und schnappte mir meine Hose.

»Lass uns hier verschwinden.« Ich hörte plötzlich Trubel auf dem Treppenabsatz. Jemand rief, dass alle die Zimmer räumen sollten – wahrscheinlich mein Kumpel Arne – und jemand anderes lachte hysterisch. Okaay. Egal, was los war, das war wohl der Neue, Tom.

Zu meiner Belustigung zögerte Mr. Sieben Uhr. »Hör mal. Ich meine, was ist mit dem Sex? Ich habe für vier volle Stunden bezahlt.«

»Willst du weiterficken, während das verdammte Haus um dich herum zusammenbricht?« Ich verdrehte die Augen und ließ im Angesicht einer echten, ernst zu nehmenden Krise die Maske des jungen, naiven Mannes fallen.

Er verzog das Gesicht. »Du musst mir nicht gleich so kommen, Alter.«

Ich gab nach. Er war bisher nur einmal gekommen und würde jetzt unbefriedigt die U-Bahn nach Hause nehmen müssen. »Ich gebe dir die Hälfte des Geldes zurück, okay? Das ist mehr als fair.«

Wie um den Deal zu besiegeln, suchte sich ein weiterer Klumpen nasser Decke genau diesen Moment aus, um mit dumpfem Aufprall auf die Matratze zu fallen und überall Schutt zu verteilen. Fluchend taumelte Mr. Sieben Uhr rückwärts zur Tür.

Ich folgte ihm etwas langsamer, aber ebenfalls fluchend. Denn als ich meine Füße hastig in meine Schuhe steckte, musste ich feststellen, dass sie schon voll von dem nassen Zeug waren.

Schneeflocken und Gebäudeschutt zwischen den Zehen? Das fand jeder Scheiße.

Zwei

Wir vier üblichen Verdächtigen – Liam, Arne, Pyotr und ich – sowie Tom und Micah, die gerade erst angefangen hatten, hier Zimmer zu mieten, versammelten uns unten in der kalten und düsteren Rezeption. Alle Kunden waren gegangen, einige hatten sich das Geld zurückzahlen lassen, andere nicht.

»Und was passiert jetzt?«, fragte ich.

Wir befanden uns auf unsicherem Grund, und das meinte ich nicht nur, weil die Decke am Einstürzen war. Seit die Besitzerin vor sechs Monaten ins Krankenhaus musste, stand das Hotel – abgesehen von uns – leer. Theoretisch waren wir Hausbesetzer. Wir zahlten zwar die Nebenkostenrechnungen, aber keiner von uns hatte eine rechtliche Handhabe.

Und warum waren wir überhaupt alle hier? Nun, das war irgendwie einfach so gekommen. Wir hatten uns als Freunde von dem einen oder anderen hierher verirrt, hatten ein verlassenes Gebäude gefunden, das noch einige Annehmlichkeiten bot, und nutzten die letzten bewohnbaren Zimmer für unsere Escorttätigkeiten. Dunkle Seitengassen oder Autos waren schnell langweilig, unbequem oder gefährlich. Und um diese Jahreszeit? Da war es dort auch noch verflucht kalt.

»In Zimmer zwei ist Schnee im Bad.« Liam, der nur eine Schlafanzughose anhatte, sodass man die Tattoos auf seinem Oberkörper gut sehen konnte, hüpfte von einem Bein aufs andere.

»Mittlerweile ist in der Küche auch ein Leck. Scheint, als wäre es der letzte Tropfen für das Dach gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.« Arne war vor einigen Sekunden mit ein paar leeren Eimern in der Hand aus der Küche gerannt gekommen. Sie standen jetzt auf einem abgenutzten, alten Tisch, während Wasser in sie hineintropfte und wir alle zitterten.

Arne war der Koch des Hotels gewesen, zumindest als es noch normal geöffnet hatte. Jetzt schlief er in einem kleinen Zimmer neben der Küche, das er sich hergerichtet hatte, und kochte für uns, wenn wir es uns leisten konnten, für die Zutaten zu bezahlen.

»Wie viele Zimmer sind übrig?«, fragte er.

»Die wir benutzen können?« Liam runzelte die Stirn. »Keins, verdammt noch mal.«

Wir standen herum und funkelten einander wütend an, auch wenn keiner von uns Schuld hatte. Das Haven war seit langer Zeit nicht gepflegt worden. Wir hatten die Zimmer, die wir benutzten, sauber und ordentlich gehalten, aber dieser harsche Winter hatte dem Hotel wohl den Todesstoß versetzt.

»Was können wir tun?« Pyotr stand unschlüssig neben Arne.

»Beten, dass es aufhört zu schneien«, grummelte Arne. »Oder mehr Eimer holen.«

»Laut Wetterbericht könnte es bis nächste Woche schneien«, verkündete Liam.

»Gibt es weiße Weihnachten?« Toms scharfsinnige kleine Augen leuchteten bei der Vorstellung auf. Er sah trotz der Kombination aus Anzugjacke und Damenrock, die er trug, wie ein begeistertes, kleines Kind aus. Seine Klamotten waren immer so bizarr.

»Nein, bis dahin sollte es aufgehört haben. Es muss aufhören.« Arne schaute mich verzweifelt an, aber ich konnte ihn nicht wirklich trösten. Ich hatte eine Einzimmerwohnung, in die ich flüchten konnte, die zwar klein und trist war, aber gut genug, um dort eine trockene und relativ warme Nacht zu verbringen. Doch Pyotr teilte sich zumindest während dieser On-Phase ihrer On-off-Beziehung mit Arne dessen kleines Zimmer, Liam schlief auf der Couch seines Bruders und Tom und Micah teilten sich im Dachgeschoss eines Hauses in Shepherd's Bush vier Zimmer mit fünf anderen Kerlen.

»Was meinst du, Dante?«, fragte Arne mich. »Schließen wir das Hotel komplett? Ich denke, das musste irgendwann passieren. Es gefällt mir nicht, es in solch einem Zustand zu lassen. Wenn das Wetter noch ein paar Tage so bleibt, ist das ganze Hotel ruiniert.«

»Welche Wahl haben wir denn? Du kannst hier nicht länger wohnen bleiben, Arne. Seit Tante Pop ins Krankenhaus gekommen ist, haben wir nichts mehr von ihr gehört.«

Bei der Erwähnung der alten Besitzerin verzog Arne das Gesicht. Er mochte sie wirklich sehr. »Ja, das ist mir klar. Ich weiß einfach nicht, was das Beste ist.«

Mit einem Quietschen wurde die Tür geöffnet und schickte einen Schwall Eiseskälte und Schneeflocken in die Lobby herein. Wir alle drehten uns gleichzeitig, um »Wir haben geschlossen!« zu rufen.

Doch der Kerl, der eintrat, ließ sich nicht beirren. Er war groß und kräftig gebaut, und sein dicker Wollmantel sowie der dunkelrote Schal, den er um den Hals und das bärtige Kinn geschlungen hatte, schützten ihn gut vor dem Wetter.

»Der verflixte Weihnachtsmann ist zu früh dran«, kicherte Tom neben mir, bis ich ihm auf den Fuß trat, um ihn zum Schweigen zu bringen.

Während der Mann an die Rezeption trat, herrschte kurz stumme Verwirrung. Dann zog er den Schal herunter, um ein freundliches und anscheinend auch aufrichtiges Lächeln zu enthüllen.

»Ich bin Rick Thatcher. Ich habe einen Brief geschickt, in dem stand, dass ich heute ankommen würde.«

»Rick?« Arne trat an die Spitze unserer Gruppe und nickte, während er vergeblich versuchte, sein wirres Haar zurück in seinen Dutt zu schieben. »Ja, ich habe den Brief gesehen, aber ich habe das Datum vergessen. Sie sind Tante Pops Neffe.«

Ricks Lächeln wurde etwas trauriger. »Sie haben sie auch Tante Pop genannt? Das ist süß. Ich glaube, ich wusste bis vor Kurzem nicht einmal, dass ihr Name eigentlich Patricia war.«

»Aber Sie sind ihr richtiger Neffe? Ich meine, ich habe Sie noch nie gesehen.«

Er lachte. »Ja, das bin ich. Ich habe Papiere dabei, die das beweisen.«

Tom schob sich zwischen mich und Arne, um einen besseren Blick auf den Neuen zu erhaschen. »Sie wissen, dass sie gerade im Krankenhaus ist, oder?«

Es sah ganz danach aus, als hätte es nicht allzu lange geholfen, dass ich ihm auf den Fuß getreten hatte, aber Rick sah nicht schockiert aus.

»Ich weiß. Um ehrlich zu sein…« Er runzelte einen Moment die Stirn, als fragte er sich, was er uns sagen sollte. »Nun, das Krankenhaus hat mich angerufen. Es tut mir leid, aber sie ist tot.«

»Oh Scheiße«, keuchte Arme und Pyotr legte schnell mitfühlend einen Arm um seine Hüfte. Arne war schon am längsten hier und die alte Lady war ihm wirklich ans Herz gewachsen. »Was ist mit der Beerdigung? Wer kümmert sich um all…«

»Das wäre wohl ich«, sagte Rick und sein Gesichtsausdruck wurde weicher. »Ich werde euch wissen lassen, wann die Beerdigung stattfindet. Sie hat sich eine Trauerfeier hier vor Ort gewünscht, bei der nur ich und ein paar Freunde anwesend sein sollen. Ich bin mir sicher, dass das euch mit einschließt.«

»Sie hat es hier geliebt«, sagte Arne. »Sie hat mir gesagt, dass dieses Hotel ihr Zufluchtsort war.«