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Themen der Existenz - Existenz in Themen E-Book

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Beschreibung

Wenn man in der Psychologie von der Existenz des Menschen spricht, geht es auch um das Dasein. Existieren bedeutet Ausgerichtet-Sein auf größere Zusammenhänge, in denen wir stehen, wie etwa Familie, Arbeitsplatz, Umwelt, Berufung. In diesem Eingebettet-Sein und Aufgehen in anderem findet sich der Sinn des Lebens. Dieses Buch fächert die Existenz des Menschen in Themen auf und betrachtet sie einzeln: Das Streben nach Glück und Liebe, die Offenheit sich selbst, dem Leben und dem anderen gegenüber, der Umgang mit verletzten Gefühlen, Orientierungssuche, aber auch Ethik, Lebenssinn und Hoffnung werden in 19 Essays besprochen. Themen, mit denen jeder Mensch auch im eigenen Leben zu tun hat und die die existenzanalytische Praxis herausfordern. Damit ist dieses Buch eine Sammlung an Beispielen und Grundlagen für Ausbildung, Weiterbildung und therapeutische Praxis.

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Seitenzahl: 416

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Längle, Gawel (Hg.)

Themen der Existenz – Existenz in Themen

Silvia Längle, Barbara Gawel (Hg.)

Themen der Existenz – Existenz in Themen

Ein Lesebuch zur Existenzanalyse

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Alle Angaben in diesem Fachbuch erfolgen trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr; eine Haftung der Autoren, der Herausgeberinnen oder des Verlages ist ausgeschlossen.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und der Verbreitung sowie der Übersetzung, sind vorbehalten.

Copyright © 2016 Facultas Verlags- und Buchhandels AG

facultas Universitätsverlag, 1050 Wien, Österreich

Umschlagbild: Nneirda – fotolia.com

Satz: SOLTÉSZ.

print-ISBN: 978-3-7089-1386-5

e-pub ISBN: 978-3-99030-514-0

e-pdf ISBN: 978-3-99030-515-7

eBook-Herstellung und Auslieferung:Brockhaus Commission, Kornwestheimwww.brocom.de

Inhalt

Vorwort

Sinn für Glück

Alfried Längle

Was die Liebe so kompliziert macht und wie sie trotzdem gelingen kann

Christoph Kolbe

„Wissen, dass man nicht weiß“

Der hermeneutische Vorrang der Frage

Helmut Dorra

Aus ganzem Herzen leben

Anton Nindl

(Wie) Sprichst du mit dir?

Anleitung zum inneren Dialog

Karin Steinert

Eine Botschaft des Körpers?

Der innere Dialog bei psychosomatischen Erkrankungen

Renate Bukovski

Existentielles Grounding: Das Seinserleben als Ressource der Person

Markus Angermayr

Emotionen im psychotherapeutischen Verarbeitungsprozess: aktivieren oder managen?

Lilo Tutsch

„Ich hab’s akzeptiert … aber es wird mich ein Leben lang begleiten“

Verarbeitung einer Erfahrung sexualisierter Gewalt im jungen Erwachsenenalter

Astrid Görtz

Bis an die Grenzen meines Perfektionismus

Das Streben perfekt zu sein im frühen Erwachsenenalter

Barbara Gawel

Neuer Job – neue Identität?

Helene Drexler

Rauchen passt nicht in mein Leben

Silvia Längle

Lebensbejahung und Lebensverweigerung im praktischen Alltag

Johannes Rauch

„Heimatlos“

Gedanken zur ambulanten Suchttherapie mit Fallvignette

Elsbeth Kohler

Wie rational ist die Ethik?

Die Bedeutung der integrierten Emotion für ethisch geleitetes Handeln

Christine Wicki-Distelkamp

Lebenssinn als Suizidprophylaxe?

Brigitte Heitger-Giger

Leben mit der Diagnose Krebs

Christina Strempfl

Psychotrauma und Trauer aus phänomenologischer und existenzanalytischer Sicht

Alfried Längle

Hoffnung – die Beziehung zum Leben halten

Alfried Längle

Zu den Autorinnen und Autoren

Quellenverzeichnis

Vorwort

Themen der Existenz – vielleicht werden Sie sich fragen, was damit gemeint ist. Was könnte denn ein Thema der Existenz sein? Vielleicht fragen Sie sich auch: Was ist überhaupt Existenz?

Es mag auch sein, dass Sie sich gleich etwas vorstellen, wenn Sie den Titel lesen. „Existenz“ – da muss es sich um Lebens-Themen handeln. Denn „existentielle Themen“ können nur welche sein, die Gewicht haben …

Nun ist Existenz ein Begriff, der auch im Alltag Verwendung findet: Man spricht beispielsweise vom Existenzminimum oder davon, dass sieben Milliarden Menschen auf der Welt existieren. Das sind völlig zutreffende Verwendungen des Begriffs. Denn Existenz meint tatsächlich einfach „da sein, vorhanden sein“. Was existiert, das gibt es wirklich, das ist da.

Wenn man in der Psychologie von der Existenz des Menschen spricht, dann geht es auch um das Dasein des Menschen. Was heißt es für den Menschen im Besonderen, da zu sein, als Mensch da zu sein? Was ist es, was das Leben des Menschen kennzeichnet? Ganz nüchtern betrachtet besteht es zunächst einmal darin, da zu sein, d. h. in eine Welt geboren zu sein, mit der sich der Mensch auseinandersetzen muss, um überleben zu können. Diese Welt ist natürlich nicht nur eine Welt der Dinge, sondern auch der Beziehungen. Auch dort gilt es, darin zu sein und zu leben. Diese Bedingungen sind für jeden Menschen gleich: Jeder hat sein Leben zu leben inmitten der Welt und der Beziehungen.

Des Menschen Leben ist vielfältig – es geht um noch mehr. Wenn der Mensch wirklich ganz da ist, dann geht es auch um sein Ich, nicht nur um die Welt und um andere. Mit dem Dasein ist auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst verbunden. Man soll sich finden, sich selbst (authentisch) sein. Nicht irgendwer soll da sein, sondern „Ich“, wirklich ich, einer oder eine, die sich nicht fremd ist.

Neben der Einbettung in die Welt, in die Beziehungen und dem Finden des echten Ichs gibt es dann noch eine vierte Struktur, die die Existenz des Menschen kennzeichnet. Die Existenz des Menschen beruht nicht auf sich, begnügt sich nicht mit sich selbst, sondern will fruchtbar werden. Darum besteht in ihr eine Dynamik hin auf ein Werden, auf eine Zukunft. Existieren bedeutet Ausgerichtet-Sein auf größere Zusammenhänge, in denen wir stehen, wie z. B. Familie, Arbeitsplatz, Umwelt, Berufung. In diesem Eingebettet-Sein und Aufgehen in anderem findet sich der Sinn des Lebens.

Dies also sind die großen Themen der Existenz, wie sie die Existenzanalyse beschreibt. Sie ergeben sich allein aus der Frage, was es für den Menschen heißt da zu sein. Und was die damit verbundenen speziellen Anforderungen sind, um wirklich ganz da sein zu können.

In diesem Buch möchten wir die Existenz des Menschen – unser Leben, unser Dasein, unser Atmen, Lieben und Leiden – in Themen auffächern und einzeln betrachten. Manchmal sind es Überlegungen, manchmal praktische Erfahrungen oder methodische Zugänge, womit die Themen erschlossen werden. Wir haben von den vielen möglichen Themen folgende Themengruppen ausgesucht:

Das Streben nach Glück und Liebe, die Offenheit dem Leben und dem Anderen gegenüber, aber auch sich selbst gegenüber, in der Wahrnehmung der Gefühle, des inneren Gesprächs, der Botschaft des Körpers. Dann der Umgang mit verletzten Gefühlen, mit Blockierendem und Unintegriertem, der Orientierungssuche. Mit Themen wie Ethik, Lebenssinn, Endlichkeit der Existenz und Hoffnung.

Wir hoffen, dass die Leserin, der Leser durch dieses Kaleidoskop existentieller Themen inspiriert wird, noch mehr das eigene Dasein zu ergreifen, den Themen, die das Leben stellt, nachzugehen und so das eigene Leben erfüllter, glücklicher und sinnvoller zu machen.

Wien, im Frühjahr 2016

Silvia Längle,Barbara Gawel

Sinn für Glück

Alfried Längle

Während Glück haben Erleichterung im Leben bringt, stellt glücklich sein eine existentielle Kategorie dar, die selbst dem Leid gegenüber Stand halten kann. Die Grundhaltung für solches Glück ist das Leben mit innerer Zustimmung, durch die es zum existentiellen Dialog mit sich und der Welt kommt. Die tiefere Analyse zeigt, dass solches Glück mit der Erfüllung der existentiellen Grunddimensionen verbunden ist, die im Weiteren kurz beschrieben werden. Ein kurzer Blick in die Begriffsgeschichte und in die psychologische Forschung, in das Verhältnis zur Zufriedenheit und zum Sinn sowie ein persönliches Erleben des Glücklich-Seins runden den Beitrag ab.

Glück und Lebenspraxis

Glücklich leben, das ist mehr als „Glück haben“. Wir haben alle schon Glück gehabt: auf der Straße beim Autofahren, mit dem Wetter in den Bergen, im Spiel. Wenn wir Glück haben, dann fällt uns etwas Günstiges zu. Wir haben eben Glück „gehabt“.

Doch glücklich sein, glücklich leben, ist das dasselbe?

Wir können uns selbst fragen: Kenne ich ein Glück im Leben? War ich je glücklich? Wann? In der Liebe, in der Verliebtheit, als die Kinder klein waren? Als ich etwas geschaffen habe? Auf der Bergspitze? Im Orgasmus? Nachdem ich ein Leid durchgestanden hatte?

Vielleicht kann ich es besser im Kontrast orten: Was fehlt mir heute, um glücklich zu sein?

Glücklich-Sein ist nicht so einfach. Stefan Zweig meinte einmal sehr weise: „Viele Menschen sind glücklich, aber die wenigsten wissen es.“ – Geht es mir vielleicht selbst so? Ist das Leben, das ich jetzt führe, vielleicht das Glück – jenes Glück, das uns Menschen beschieden ist?

Auf Erden treffen wir nicht auf himmlisches Glück, das versteht sich eigentlich von selbst – aber vielleicht erwarten wir es insgeheim? Das wäre ein Hinderungsgrund für Glück. Dann wären wir vielleicht glücklich, hielten dies aber nicht für Glück, weil es nicht ganz perfekt, nicht himmlisch-ideal ist, sondern auch noch etwas zu wünschen offen lässt. Wenn wir dagegen zurückdenken und nach Zeiten des Glücks fragen, dann sehen wir vielleicht deutlicher, wo Glück zu finden ist: „Damals, war das ein Glück, als ich noch zu Hause wohnte; als ich verliebt war; als die Kinder klein waren; als die Eltern noch lebten; als wir in das Haus gezogen sind …“ Doch damals, da waren immer auch Sorgen dabei, Probleme. Aus der Distanz der Erinnerung verblassen sie. Sie gehören zum Leben – und schließen das Glück nicht aus, wenn wir sie nur integrieren können. Doch wie geht das?

Existentielles Glück ist das Glück inmitten des Lebens. Es ist das Glück, mitten im Leben stehen zu können, trotz allem Schwierigen und Leidvollen mit ganzem Herzen auf das Gute und Schöne ausgerichtet zu sein. Dieses Glück, dieses Glücklich-Sein, haben wir tatsächlich weitgehend selbst in Händen. Existentiell gesehen ist „jeder seines Glückes Schmied“. – Wie ist das zu verstehen? Nach dem, was wir bisher sagten, heißt das: Glücklich-Sein hängt insofern von uns ab, als es mit unserer Freiheit verbunden ist. Sie kommt zum Zuge darin, wie wir uns zum Leben und zu dem, was es schickt, einstellen, und ob es uns gelingt, damit umzugehen. Durch die Art und Weise, wie wir uns ins Leben einbringen können, wirken wir am eigenen Glücklich-Sein mit. Mit anderen Worten: Das liegt darin, dass wir . Das bricht sich in seiner Struktur vierfach:

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