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Das Tibethausjournal Chökor, das halbjährlich erscheint, kann auf eine 20-jährige Geschichte zurückblicken. Artikel rund um das Thema Tibet - Buddhismus, Gesellschaft, Kultur, Kunst, Wissenschaft, Heilkunde, Biografien und Reisen - gehören zum Themenspektrum.
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Seitenzahl: 207
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Editorial
Das Tibethaus Deutschland in Frankfurt a. M.
BUDDHISMUS
Erinnerungen an meinen Stiefvater | Ein Interview mit S. E. Dagyab Rinpoche
Die Sache mit den Müttern | Sabine Leuschner
Kommt der Buddhismus tatsächlich im Westen an? | Versuch einer persönlichen Zusammenfassung von Beobachtungen, die nicht den Anspruch erheben, vollständig zu sein | Rob Jandaka
„Like a jet“ | Der Dalai Lama gibt eine Kalachakra-Einweihung in Washington | Annette Kirsch
Trunken vor Glückseligkeit, Klarheit und Nicht-Denken| Lieder des Shabkar Tsogdruk Rangdrol
BIOGRAPHIE
„Der weiße Fuß“ | Das Leben des Yogi Shabkar Tsogdruk Rangdrol
WISSENSCHAFT
Padmasambhava – ein Flüchtling? | Herbert Guenther
HEILKUNDE
Die Rolle tibetischer Astrologen beim Heilen | Ein Bericht über die astrologischen Methoden, Rituale und Volksheilmittel zum Wohle der Menschen und anderer Lebewesen | Tsering Dolma Drungtso
Ischiasbeschwerden | Behandlung mit Hilfe der traditionellen tibetischen Medizin | Christine Koch
KUNST + KULTUR
Was sind Symbole und wie wirken sie? | Dagyab Kyabgön Rinpoche
Wie entstand das Abbild des Buddha? | Elke Hessel
Ein Morgen | Liu Xiaobo
PERSÖNLICHKEIT + GESELLSCHAFT
Für eine Gesellschaft mit mehr Gelassenheit | Ein Interview mit Günter Hudasch, dem Vorsitzenden des MBSR-MBCT Verbandes | Christian Stocker
TIBET
Die Arbeit des Dagyab e.V. | Elke Hessel
Meine Reise nach Menya und Dagyab | Dezom Dagyab
Tibet – eine Reise im Spiegel | Elke Hessel
Bücher, Ausstellungen, Filme
Service & Kontakt
Programmübersicht 2. Halbjahr 2011
Kursleiter/innen
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IMPRESSUM
Herausgeber:
Tibethaus Deutschland e.V.Kaufunger Straße 460486 Frankfurt am MainTel. +49 (0) 69. 71 91 35 95Fax +49 (0) 69. 71 91 35 [email protected]
Bankverbindung:
Tibethaus DeutschlandFrankfurter VolksbankBLZ 501 900 00Konto 610 001 4295BIC: FFVBDEFFIBAN: DE81 5019 0000 6100 0142 95
Redaktion:
Elke Hessel, Gisela Behr Kalligraphien von Puntsok Tsering Duechung
Layout + Realisation:
cct: werbeagentur, HeidelbergDruck: Druckerei Hassmüller Frankfurt am Main
Bildnachweis:
Copyright-Vermerke jeweils bei den Abbildungen, bzw. den Anmerkungen
Erscheinungsweise:
halbjährlich (Dezember und Juni)Auflage: 1000
Einsendeschluss für Beiträge:
1. September | 1. April Das „Chökor Tibethaus Journal“ wird an die Mitglieder des Vereins kostenlos, an alle weiteren Interessenten zum Abonnementspreis von 15 Euro pro Jahr in Deutschland und 18 Euro pro Jahr im Ausland abgegeben. Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers.
Titelfoto:
Tibetischer Geschichtenerzähler (Barde) aus Dagyab © Dachung
Liebe Leserinnen und Leser,
es ist mir eine große Freude, Ihnen die neue Ausgabe des Chökor Tibethaus Journals präsentieren zu können.
Den Auftakt zum Heft bildet wieder ein Interview mit Dagyab Rinpoche, der spannende Details aus dem Leben seines Stiefvaters erzählt und damit gleichzeitig viel über die tibetische Gesellschaft im Umbruch unter dem Einfluss der Chinesen in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. „Alle Wesen wie die eigene Mutter zu betrachten“ – das ist eines der Reizthemen westlicher Buddhisten, die oft allergisch auf diese Aufforderung reagieren. Sabine Leuschner hat seit den 80ern die westliche buddhistische Szene hautnah erlebt und beschreibt ihre eigenen Erfahrungen damit. Daran schließt sich thematisch passend ein Artikel an über die Frage, ob der Buddhismus denn nun im Westen angekommen sei, gefolgt von einem Bericht über die 31. Kalachakra-Initiation, die der Dalai Lama im Juli 2011 in Washington gab.
Die Biographie ist diesmal dem berühmten Yogi Shabkar gewidmet, der der Welt neben vielen anderen Texten wunderbar poetische, scharfsinnige und kritische Lieder hinterlassen hat.
„Padmasambhava – ein Flüchtling!? – Professor Herbert Günther hat eine brillante Analyse des Lebens, der Texte und der Weltanschauung des tantrischen Meisters verfasst, die ihn aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtet.
In der Heilkunderubrik findet sich ein Artikel über die äußerst komplexe Welt der Astrologie, die die Tibeter vom Geburts- bis zum Todeshoroskop begleiten. Darauf folgt ein Praxisbericht über die komplexen Ursachen und über Heilmittel für den konkreten Ischiasschmerz.
Eine tiefgründige Erörterung Dagyab Rinpoches, der über viele Jahre an der Universität Bonn im Bereich Ikonographie geforscht hat, beschreibt die Funktion und Bedeutung von Symbolen im tibetischen Kontext.
Im Interview zur Methodik der MBSR plädiert Günter Hudasch für eine Gesellschaft mit mehr Gelassenheit.
Zwei Reiseberichte, die einen Einblick in im Westen wenig bekannte Lebenswelten der Tibeter geben, schließen den Rubrikenteil ab.
Informationen zu aktuellen Büchern, Ausstellungen, Filmen, der Service- und Programmteil beschließen wie immer das Journal.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß und die eine oder andere neue Erkenntnis beim Lesen!
Mit herzlichen Grüßen,Ihre Elke Hessel
Professor Hüther im Tibethaus © E. Hessel
Seit Ende 2005 existiert das Tibethaus Deutschland in Frankfurt a. M. Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama hat im selben Jahr bei seinem Besuch in Wiesbaden die Schirmherrschaft übernommen; diese großzügige Geste gewährt er nur in ganz seltenen Fällen. Zudem haben wir das Gütesiegel des Mutterhauses in Neu Delhi erhalten und dürfen die Bezeichnung „Tibethaus“ offiziell im Namen führen. Neben Frankfurt ist dies nur dem Tibethaus in New York gestattet.
Das Tibethaus Deutschland ist ein Kulturinstitut, das sich als Begegnungs- und Studienzentrum versteht, als eine Art „tibetisches Goethe-Institut“. Tibetinteressierte Frankfurter und darüber hinaus, Tibeter, Buddhisten genauso wie Nichtbuddhisten finden hier einen Ort, an dem sie die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen und in einen fruchtbaren, inspirierenden Austausch eintreten können.
Seminare, Workshops und Vorträge bieten den Teilnehmern ein fundiertes Angebot zur Entfaltung und Entwicklung. Besonderes Augenmerk ist dabei auf den Bezug zum täglichen Leben gerichtet. Das Tibethaus sieht seine Aufgabe darin, eine Brücke zwischen Tibet und dem Westen zu schlagen, aber auch zwischen dem Westen und Tibet, ohne zu verwässern, ohne zu polarisieren, ohne Exotik oder gar Esoterik.
S. E. Loden Sherab Dagyab Rinpoche, der spirituelle Leiter des Tibethauses, gehört der Gelugpa-Tradition an, die in Tibet Anfang des 15. Jahrhunderts gegründet wurde. Als Kyabgön, „Schutzherr“ von Dagyab war er, wie schon sein Vorgänger seit dem 17. Jahrhundert, das geistliche und weltliche Oberhaupt der Region Dagyab in Osttibet. Als „Hothogthu nomonhan“ gehörte Rinpoche zusätzlich zur kleinen Gruppe der ranghöchsten Tulkus. Er ist der einzige Hothogthu, der im Westen lebt. Rinpoche absolvierte an der Klosteruniversität Drepung das traditionelle Studium der buddhistischen Philosophie und hörte auch zahlreiche Unterweisungen aus der Kagyü- und der Sakya-Tradition. 1959 ging er zusammen mit S.H. dem Dalai Lama nach Indien. Er erwarb dort den Grad eines Geshe Lharampa und leitete u.a. das Tibet House in Delhi.
Nach Deutschland kam Rinpoche 1966 auf Einladung der Universität Bonn, wo er bis 2004 als Tibetologe (Schwerpunkt: Tibetische Kunst und Ikonographie) arbeitete. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Erst seit 1984 wurde er auch im Westen auf Bitten vieler Buddhisten als buddhistischer Lehrer tätig.
Sein besonderes Anliegen ist die Pflege und Weitergabe der buddhistisch-tantrischen Überlieferung. Unter den tibetischen Tulkus im Exil gilt er inzwischen als derjenige, der die meisten Übertragungslinien der Gelugpa-Tradition hält. Neben seiner Lehrtätigkeit engagiert Rinpoche sich auch für Hilfsprojekte in Tibet. 1993 wurde auf seine Initiative hin der Dagyab e.V. gegründet, welcher in dessen alten Heimat in Osttibet die medizinische Versorgung, Ausbildung und die Erhaltung der buddhistischen Kultur tatkräftig unterstützt.
Weitere Informationen finden sich auch auf der Homepage von Rinpoche:www.dagyab-rinpoche.com
Fünf Themenbereiche formen das Tibethaus: Buddhismus, Persönlichkeit und Gesellschaft, Kunst und Kultur, Heilkunde und Wissenschaft. Auch bieten wir seit einiger Zeit speziell Vorträge, Kurse und Gesprächskreise für Tibeter an, die nur auf Tibetisch gehalten werden.
Der Bereich Buddhismus ist hervorgegangen aus dem über 20 Jahre unter der Leitung von Dagyab Rinpoche in Franken ansässig gewesenen buddhistischen Zentrum Chödzong e.V.
Obwohl Dagyab Rinpoche Wert auf eine möglichst kulturneutrale Darlegung der buddhistischen Lehre im Westen legt, ist sein Hauptanliegen doch die Erhaltung der authentischen tibetischen Tradition. Er strebt daher nicht nach großen Schülerzahlen, sondern nach Qualität im Verständnis der Lehre und in ihrer Umsetzung im Alltag oder bei der formalen Praxis. Oft erklärt er, dass man nicht Buddhist sein müsse, um von den buddhistischen Erklärungen und Methoden zu profitieren. Aber diejenigen, die sich für den Dharma entschieden haben, sollten ihn sich tiefer zu eigen machen und zu authentischen Erfahrungen gelangen.
Die Basis für die buddhistische Praxis ist dabei der Stufenweg (tibetisch: Lamrim), wie er seit dem 11. Jahrhundert überliefert worden ist. Dieses Meditationssystem dient dazu, den Schüler mit den grundlegenden buddhistischen Lehren vertraut zu machen und ihn allmählich zu einem Verständnis der Mahayana-Motivation zu führen, so dass er – wenn er will schließlich in das Vajrayana eintreten kann.
In den letzten Jahren haben sich in ganz Deutschland Stadtgruppen gebildet. Auch die tibetisch-buddhistische Gemeinschaft Chöling in Hannover arbeitet unter Rinpoches spiritueller Leitung.
Im Herbst 2009 begann im Tibethaus das dreijährige buddhistische Grundlagenstudium auf der Basis des Lamrim mit fast 100 Teilnehmern, das von Dr. Birgit Schweiberer und Tenzin Peljor geleitet wird. Hinzu kommt das ebenfalls sich über drei Jahre erstreckende anspruchsvolle Aufbaustudium mit 70 Teilnehmern. Regelmäßig sind auch andere tibetische Lehrer wie z.B. Lodrö Rinpoche aus der Schweiz, Ringo Tulku oder Dolpo Tulku bei uns zu Gast.
Eine Gruppe langjähriger Schülerinnen und Schüler hat Rinpoche zu Tutoren ernannt und mit der Vermittlung grundlegender Themen betraut.
Dieser Bereich wird von dem Mönch Jampa Tsöndrü (Andreas Ansmann) sowie zwei der Dharma-Tutoren, der Heilpraktikerin Simone Hensel und der Psychologin Corina Aguilar-Raab, gemeinsam geleitet.
Der tibetische Buddhismus ist reich an Methoden, die zu mehr Lebensfreude und Ausgeglichenheit führen. Dieser Ansatz ist für Buddhisten und Nichtbuddhisten gleichermaßen konzipiert.
Zum Tibethaus-Angebot gehören Vorträge, Seminare, Workshops und fortlaufende Kurse in folgenden Bereichen: Methoden der Stressbewältigung und Entspannung wie Yoga, MBSR und Meditation, Persönlichkeitsentwicklung und Coaching. Ein weiteres Angebot befasst sich mit dem Thema Sterbe- und Trauerbegleitung. Darüber hinaus finden Gesprächskreise und Vorträge von Fachleuten über Wirtschaftsethik statt.
Die systemische Trainerin und Coach Anna Matzenauer und der Kommunikationsdesigner und MBSR-Lehrer Christian Stocker leiten diesen Bereich gemeinsam.
Besuch von Dagyab-Tibetern © P. Tsering
Hier organisiert das Tibethaus regelmäßig Ausstellungen, teilweise in Zusammenarbeit mit Frankfurter und überregionalen Museen. Des Weiteren gibt es Begegnungsabende wie z.B. „Tibet trifft Indien“, die in Kooperation mit den jeweiligen Ländervereinen organisiert werden. Außerdem werden regelmäßig Künstler und Fachleute aus unterschiedlichen Gebieten für Vorträge und Workshops eingeladen oder Filmabende – insbesondere zu modernem tibetischen Film – organisiert.
Es werden auch diejenigen beraten, die Künstler und Referenten suchen, oder Reisen in den tibetischen Kulturraum planen. Dieser Bereich wird durch den tibetischen Künstler und Kalligraphen Puntsok Tsering Duechung geleitet.
Die Traditionelle Tibetische Medizin (TTM) ist eine Naturheilkunde, die ihre Wurzeln in der vorbuddhistischen Kultur hat und sich im 7. Jahrhundert eigenständig entwickelte. TTM beschreibt physische und psychische Gesundheit als abhängig von einer fein ausgewogenen Balance.
Das Tibethaus arbeitet hier u.a. mit ATTM (der Akademie für Traditionelle Tibetische Medizin) zusammen, die unter der Leitung von Dr. Nida Chenagtsang steht. Hier ist der Mediziner Professor Dr. Klaus Jork Bereichsleiter mit Unterstützung der Heilpraktikerin Barbara Sittig.
Der Bereich Wissenschaft des Tibethauses fördert den Dialog zwischen Wissenschaftlern und Praktikern. Er befindet sich an der Schnittstelle zwischen Universitäten und Forschungsinstituten einerseits sowie an Buddhismus und Tibet Interessierten andererseits. In regelmäßigen Abständen werden wissenschaftliche Vorträge oder Themenabende zu tibetologischen, ethnologischen und religionswissenschaftlichen Themen angeboten. Dieser Bereich wird von Elke Hessel und dem Religionswissenschaftler Dr. Karsten Schmidt geleitet.
Die Kontaktadressen aller Bereichsleiter/innen finden sich im Serviceteil des Journals.
Folgende Persönlichkeiten, die mit Tibet und seiner Kultur sehr verbunden sind, unterstützen das Tibethaus mit ihrer Expertise:
Dr. Alex Berzin, Berlin
Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck, Würzburg
Prof. Dr. Michael von Brück, München
Carsten Graaf, Meerbusch
Kelsang Gyaltsen, Gesandter S. H. des Dalai Lama, Genf
Prof. Dr. Manfred Hensel, Heidelberg
Prof. Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt, Marburg
Ehrw. Doboom Rinpoche, New Delhi
Prof. Dr. Klaus Sagaster, Bonn
Prof. Dr. Peter Schwieger, Bonn
Dr. med. Tashe W. Thaktsang, Radolfzell
Prof. Dr. Robert Tenzin Thurman, New York
Dr. Tsetan Dolkar Khyunglho, Atlanta
Wie wir schon in den letzten Ausgaben berichtet haben, möchten wir das Tibethaus in seiner jetzigen Form gerne weiterentwickeln, auch schon deshalb, weil wir aus allen Nähten platzen.
So haben wir eine ganz konkrete Vision und stehen dafür im Kontakt mit der Stadt Frankfurt und mit dem Land Hessen. Wir möchten eine regionale und überregionale Begegnungsstätte etablieren für Menschen, die Ruhe und Inspiration suchen. Dabei sollte sich der Komplex in einen öffentlichen und in einen privaten Bereich teilen.
Gerne möchten wir – so wie es jetzt in unserem Tibethaus schon haben – ein Café errichten, eine kleine angegliederte Galerie, mittelfristig auch eine Dauerausstellung mit den Tibetica, die uns in den letzten Jahren von Frankfurter Bürgern vermacht wurden. Aufgrund der großen Nachfrage soll unser Shop umfassender werden. Auch unsere schon jetzt umfangreiche Bibliothek mit deutschen, englischen und tibetischen Büchern wollen wir erweitern und interessierten Besuchern (Studenten, Tibetreisenden, allgemein Interessierten) zur Verfügung stellen. Als Vorbild hierzu dient uns die Latse Library in New York, mit der wir eine Kooperation anstreben.
Zudem planen wir einen großen Vortragsraum und einen kleineren Raum für MBSR, Entspannungskurse und Yoga.
Mittelfristig könnten wir uns vorstellen, ein Heim für alte Menschen – aktive und betreuungsbedürftige – einzurichten, vielleicht sogar einen ambulanten Hospizdienst. Das wäre eine konsequente Weiterentwicklung unserer seit mehreren Jahren existierenden Arbeitsgemeinschaft „Buddhistische Sterbebegleitung“, geleitet von Corina Aguilar-Raab, die auch ausgebildete Sterbebegleiterin ist.
S.H. der Dalai Lama hat übrigens zugesagt, dass er – wenn das „eigene“ Tibethaus in Frankfurt steht – uns besuchen wird, um es selbst einzuweihen.
Lobsang Tsültrim und Trakor Lhamo (zweite Ehefrau) zu Besuch in der Schweiz, Privatbesitz
Ein Interview mit S. E. Dagyab Rinpoche
links Dagyab Rinpoche rechts Sharkor Rinpoche
Im Alter von sechs Jahren kam Rinpoche nach Dagyab. Vier Jahre lang hatten die Dagyab-pa um ihren Kyabgön gekämpft, nun sollte er bis zu seinem Eintritt ins Kloster Drepung (1953, im Alter von 13 Jahren) im „Roten Palast“ in der Hauptstadt Magön leben. Er erhielt eine strenge spirituelle Ausbildung, während sein Labrang – die Regierung von Dagyab – sich um die politischen Geschäfte kümmerte. Etwa 20 bis 30 Beamte und Bedienstete sorgten täglich für das Wohl des jungen Kyabgön. Besonders viel Kontakt zu ihm hatten – neben seinen beiden Lehrern – die persönlichen Assistenten, also der Speisemeister, der Kleidermeister und der Ritualmeister. Um den Speisemeister, Lobsang Tsültrim, soll es heute gehen. Er lebte später, in Lhasa, mit Rinpoches Mutter zusammen. Deshalb bezeichnet Rinpoche ihn als seinen Stiefvater. Rinpoche floh mit ihm gemeinsam nach Indien (siehe Chökor 49) und sorgte auch während seiner Zeit in Dharamsala für ihn.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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