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Das Tibethausjournal Chökor, das halbjährlich erscheint, kann auf eine 20-jährige Geschichte zurückblicken. Artikel rund um das Thema Tibet - Buddhismus, Gesellschaft, Kultur, Kunst, Wissenschaft, Heilkunde, Biografien und Reisen - gehören zum Themenspektrum.
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Seitenzahl: 176
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Editorial | Impressum
Tibethaus Deutschland in Frankfurt
BUDDHISMUS
Der junge Dagyab Rinpoche in Lhasa | Annette Kirsch im Gespräch mit Rinpoches Mutter Sönam Lhamo
Die Grundlagen tibetisch-buddhistischen Denkens | S.E. Dagyab Kyabgön Rinpoche
Missverständnisse über die Lehren des Tantra im tibetischen Buddhismus | Dolpo Tulku
Aus dem Caamahāroaa Tantra
Die Landkarte unseres Geistes | Einige grundsätzliche Gedanken zu Lorig, dem Wissen überden Geist und seine Funktionen | Tenzin Peljor
Das Finden der Perlen: MAHAYANA-SUTRAS – ein sehr persönlicher Zugang | Cornelia Weishaar-Günter
Wie funktioniert die tantrische Praxis? | Angelika Nelis und Andreas Ansmann
BIOGRAPHIE
Der Mut zu lebensnahen Bildern | Amdo Jampa – einer der ersten modernen tibetischen Maler | Thierry Dodin
WISSENSCHAFT
Über welche Welt reden wir? | Einige Gedanken zum westlichen Dialog mit dem Buddhismus | Karsten Schmidt
HEILKUNDE
Nejang – Tibetisches Heil-Yoga | Was ist der Unterschied zwischen tibetischem Yoga und Nejang? | Christine Koch
KUNST + KULTUR
Was hat eine tibetische Glocke mit braunem Zucker und ausgekochten Trockenrettichen zu tun?Das Herstellen einer Glocke im Sandgussverfahren | Veronika Ronge
Die Entdeckung der Schätze des Klosters Matho | Ein Museum der buddhistischen Kunst in Ladakh | Nelly Rieuf
Zum Tod von André Alexander | Elke Hessel
PERSÖNLICHKEIT + GESELLSCHAFT
Die Wirtschaft braucht Bodhisattvas. Und: wir sind viel freier, als wir denkenEin Interview mit Dr. Kai Romhardt, Gründer des Netzwerks Achtsame Wirtschaft (NAW) | Christian Stocker
MBSR und Buddhismus – Ein spannendes Verhältnis | Nico Häger
TIBET
Ein blütenweißer Stupa von Feuer erfülltDie Einäscherung Tenga Rinpoches – ein persönlicher Erfahrungsbericht | Minka Hauschild
Die Arbeit des Dagyab e.V
Eine Reise durch Minyak und Dagyab (2) | Dezom Dagyab
Bücher und Filme
Service & Kontakt
Buddhismus Begreifen – Studienprogramme
Programmübersicht Juli bis Dezember 2012
der inhaltliche Schwerpunkt der neuen Ausgabe Chökor Tibethaus Journals liegt auf dem Spannungsfeld von „Verstehen und Missverstehen“, aber auch auf dem Kultivieren von Achtsamkeit, welches ein wichtiges Rüstzeug für einen wirklichen Dialog zwischen Menschen und auch zwischen Kulturen darstellt.
Den Auftakt bildet wiederum ein Interview über das Leben des jungen Dagyab Rinpoche in Lhasa in den 50ern, das Annette Kirsch mit seiner Mutter Sönam Lhamo geführt hat. S. E. Dagyab Rinpoche beschreibt anschließend die Grundlagen tibetisch-buddhistischen Denkens, das sich in einigen Punkten sehr von der westlichen Weltsicht unterscheidet.
Daran schließt eine Reflexion des jungen Dolpo Tulku an, der gebeten worden ist, über die im Westen weit verbreiteten Missverständnisse bezüglich der tantrischen Lehren zu sprechen.
Ein wirklich inspirierendes Gedicht aus dem 8. Jahrhundert, der Zeit der Anfänge des buddhistischen Tantra, das Peter Gäng ins Deutsche übertragen hat, folgt.
Anschließend legt der Leiter unseres buddhistischen Studienprogramms Tenzin Peljor überzeugend dar, warum es für uns alle so wichtig ist, unseren Geist und seine Funktionen genau kennenzulernen.
Den im Westen wenig bekannten Amdo Jampa stellt der Tibetologe Thierry Dodin vor, welcher neben Amdo Gendün Chöpel als einer der ersten modernen tibetischen Maler gilt. In Tibet wird er verehrt, gerade findet in Amdo eine Konferenz anlässlich seines 10. Todestages statt.
„Von welcher Welt reden wir?“, fragt der Frankfurter Religionswissenschaftler Karsten Schmidt im nächsten Artikel und thematisiert einige grundsätzliche Unterschiede der Wahrnehmung der Welt im Westen und im Osten und die damit verbundenen Dialogschwierigkeiten.
Die Bonner Spezialistin für tibetische Gebrauchskunst Veronika Ronge klärt uns anschließend darüber auf, was denn eine tibetische Glocke mit braunem Zucker und ausgekochten Trockenrettichen zu tun hat. Lassen Sie sich überraschen!
Den Artikel „Die Entdeckung der Schätze des Klosters Matho. Ein Museum der buddhistischen Kunst in Ladakh“ der jungen französischen Restauratorin Nelly Rieuf erhielt ich erst vor zwei Wochen und das per Iphone: Sie arbeitet gerade wieder vor Ort in Ladakh. Christian Stocker führt als nächstes ein hochinteressantes Interview mit Dr. Kai Romhardt, dem Gründer des Netzwerks Achtsame Wirtschaft (NAW).
Aus Katmandu berichtet dann Minka Hauschild über die bewegende Zermonie der Einäscherung des verehrten Lama Tenga Rinpoche. Außerdem nimmt uns Dezom Dagyab wieder mit auf ihre Reise durch die osttibetischen Regionen Minyak und Dagyab.
Buch- und Filmrezensionen, Infos zu unseren neuen Studienprogrammen, die im Herbst 2012 beginnen, zum neuen Programm (Achtung: ab dieser Ausgabe als Beilage) und zu tibetischen Festtagen schließen den Chökor ab.
Haben Sie Freude beim Lesen!Ihre
Elke Hessel
Herausgeber:
Tibethaus Deutschland e.V.Kaufunger Straße 460486 Frankfurt am MainTel. +49 (0) 69.719135 95Fax +49 (0) 69.719135 [email protected]
Bankverbindung:Tibethaus DeutschlandFrankfurter VolksbankBLZ 501 900 00Konto 610 001 4295BIC: FFVBDEFFIBAN:DE81 5019 0000 6100 0142 95
Redaktion:Elke Hessel, Gisela BehrKalligraphien vonPuntsok Tsering Duechung
Layout + Realisation:cct: werbeagentur, Heidelberg
Druck: Druckerei Hassmüller Frankfurt am Main
Bildnachweis:Copyright-Vermerke jeweils bei den Abbildungen bzw. den Anmerkungen
Erscheinungsweise:halbjährlich (Dezember und Juni)
Auflage:1000 ISSN 2193-8148
Einsendeschluss für Beiträge:1. September | 1. April Das „Chökor Tibethaus Jounal“ wird an die Mitglieder des Vereins kostenlos, an alle weiteren Interessenten zum Abonnementspreis von 15 Euro pro Jahr in Deutschland und 18 Euro pro Jahr im Ausland abgegeben.Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers.
Titelfoto:Wandmalerei aus dem Gyantse Kumbum, Zentraltibet © E. Hessel
Das Chökor Tibethaus Journal ist die Zeitschrift des Tibethauses.Seit vielen Jahren jedoch wird sie über die Grenzen des Vereins hinaus abonniert und gelesen.Was ist das Tibethaus?
Vernissage im Tibethaus © E. Hessel
Seit Ende 2005 existiert das Tibethaus Deutschland in Frankfurt a. M.
Das Institut ist hervorgegangen aus einem schon seit über 20 Jahren bestehenden gemeinnützigen Verein, dessen Mitglieder über ganz Deutschland verteilt waren.
Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama hat im selben Jahr die Schirmherrschaft übernommen; diese großzügige Geste gewährt er nur in ganz seltenen Fällen. Zusätzlich haben wir das Gütesiegel des Mutterhauses in Neu Delhi erhalten und dürfen die Bezeichnung „Tibethaus“ offiziell im Namen führen. Neben Frankfurt ist dies nur dem Tibethaus in New York gestattet.
Das Tibethaus Deutschland versteht sich als ein Begegnungs- und Studienzentrum, eine Art „tibetisches Goethe-Institut“. Besucher und Mitglieder – egal ob buddhistisch orientiert oder nicht – können hier die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen, studieren und in einen fruchtbaren, anregenden Austausch eintreten. Das Institut sieht eine wesentliche Aufgabe darin, eine Brücke zwischen Tibet und dem Westen zu schlagen, aber auch zwischen dem Westen und Tibet. Finanziert wird es ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Kursbeiträge.
Über 300 Seminare, Workshops und Vorträge im Jahr in den Bereichen Buddhismus, Persönlichkeit und Gesellschaft, Kunst und Kultur, Heilkunde und Wissenschaft bieten ein vielfältiges, fundiertes Angebot. Auch die Tibeter im Rhein-Main-Gebiet sehen das Tibethaus als wichtigen Treffpunkt an.
Sein spiritueller Leiter, S. E. Loden Sherab Dagyab Rinpoche, ist einer der höchsten tibetisch-buddhistischen Würdenträger. Geboren 1940 in Osttibet, erwarb er den Abschluss des Doktors der Philosophie an der Klosteruniversität Drepung. Rinpoche kam 1966 nach Deutschland auf Einladung der Universität Bonn, wo er bis zu seiner Emeritierung 2004 als Tibetologe arbeitete. Der Geschäftsführende Vorstand des Tibethauses besteht zur Zeit aus einem Tibeter und zwei Deutschen.
Wir verstehen Kulturarbeit als Bildungsarbeit und als Erweiterung des eigenen Horizonts. Zweimal im Jahr organisieren wir hauseigene Ausstellungen mit tibetischen und westlichen Künstlern (mit dem Schwerpunkt auf Förderung der Künstler vor Ort) sowie Kooperationsausstellungen mit Museen und Galerien. Zusätzlich finden regelmäßig Workshops in traditioneller tibetischer Malerei, Einführung in die tibetische Sprache, Veranstaltungen über modernen tibetischen Film, Musik und zu Reisen in Tibet statt.
Das Konzept des Dialogs, des Gemeinschaftlichen und der Inspiration in Zusammenarbeit mit anderen asiatischen Künstlern, Schriftstellern und Musikern, insbesondere Chinesen, wie es in der Ausstellung „Kalligraphie im Dialog“ bereits umgesetzt wurde, soll in Zukunft weiter ausgebaut und vertieft werden. In der Vergangenheit sind Vertreter von Nachbarländern Tibets zu Themenabenden ins Tibethaus eingeladen worden (z.B. aus Indien, Bhutan, Nepal und der Mongolei).
Wir bieten z.B. Vorträge und Seminare zu Methoden der Stressbewältigung, Sterbe- und Trauerbegleitung, Wirtschaftsethik an, um die Teilnehmer beruflich und privat zu unterstützen. Der Ansatz ist für Buddhisten und Nichtbuddhisten gleichermaßen konzipiert.
Regelmäßig (inzwischen wöchentlich) erhalten wir Besuch von Kindergärten, Schulklassen, Studenten, die „hautnah“ etwas über Tibet und den Buddhismus erfahren wollen.
Unter der Leitung von Dagyab Rinpoche sind in mehr als 25 Jahren anerkannte westliche Lehrer, Fachleute und Übersetzer ausgebildet worden.
Das solide, breit gefächerte buddhistische Programm in Theorie und Praxis ist für interessierte Nichtbuddhisten wie für langjährig praktizierende Buddhisten ein attraktives Angebot. Studienprogramme, Seminare durch Gastlehrer und hauseigene Lehrer sowie wöchentliche offene Meditationsgruppen haben sich etabliert.
Dieser Bereich ist die Schnittstelle zwischen Universitäten und Forschungsinstituten einerseits sowie an Buddhismus und Tibet Interessierten andererseits. Wir bieten wissenschaftliche Vorträge oder Themenabende zu tibetologischen, religions- oder sprachwissenschaftlichen, aber auch neuro- wissenschaftlichen Themen an, teilweise als Kooperationsveranstaltungen mit den Universitäten Heidelberg und Frankfurt.
In Basiskursen und Vorträgen in Zusammenarbeit mit westlichen Medizinern und tibetischen Ärzten werden die grundlegenden Zusammenhänge der tibetischen Heilkunde anschaulich erklärt. Gesundheitsvorsorge und das Erkennen der primären und sekundären Ursachen von Krankheit stehen dabei im Vordergrund. Kurse in Hatha-Yoga und tibetischem Yoga sind ebenfalls Teil dieses Bereiches.
Unser Verlag hat bisher über 60 Bücher und Schriften publiziert. Wir verfügen über allgemeine Bücher zum Mahayana-Buddhismus, buddhistische Kommentare und viele, seltene Übersetzungen buddhistisch-tantrischer Originaltexte aus dem Kanon der Kloster-Universitäten.
Neben umfangreicher westlicher Literatur zu Tibet und allen Traditionen des Buddhismus finden sich auch Werke mit tibetischen Originaltexten und -kommentaren.
Tibeter und ihre deutschen Freunde treffen sich im Tibethaus zum Neujahrsfest, zur Feier des Geburtstags S.H. des Dalai Lama und anderen hohen tibetischen Festtagen. Manche führen auch ihre Gebete z.B. für Kranke oder Verstorbene in unserem Lhakang durch.
Tibetische Wissenschaftler referieren und diskutieren bei uns im Rahmen von Podiumsdiskussionen (nur auf Tibetisch) über westliche und tibetische Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft (z.B. über Genforschung, über Neurowissenschaft, über Gemeinsamkeiten und Unterschiede). Ab August bieten wir einmal im Monat Unterricht in tibetischer Schrift für tibetische Kinder an.
Wir sind immer noch auf der Suche nach einem eigenen größeren Haus, in dem es Platz gibt für größere Veranstaltungen, Seminare, Ausstellungen, eine deutsch/englisch/tibetische Fachbibliothek, ein – das ist ein Fernziel – Tibet-Museum (es wäre das erste in Deutschland, und wir sind bereits im Besitz von außergewöhnlichen tibetischen Kulturschätzen aus Nachlässen).
Dr. Alex Berzin, BerlinProf. Dr. Karl-Heinz Brodbeck, WürzburgProf. Dr. Michael von Brück, MünchenCarsten Graaf, MeerbuschKelsang Gyaltsen, Gesandter S. H. des Dalai Lama, GenfProf. Dr. Manfred Hensel, HeidelbergPD Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt, MarburgEhrw. Doboom Rinpoche, New DelhiProf. Dr. Klaus Sagaster, BonnProf. Dr. Peter Schwieger, BonnDr. med. Tashe W. Thaktsang, RadolfzellProf. Dr. Robert Tenzin Thurman, New YorkPh. D. Tsetan Dolkar Khyunglho, Atlanta
Im Dezember hatte ich die Gelegenheit, Rinpoches Mutter Sönam Lhamo zu treffen. Dezom Dagyab, ihre Enkelin, war dabei, um die Erzählungen aus dem Tibetischen ins Deutsche zu übersetzen. Der folgende Text ist ein Ausschnitt aus unseren Gesprächen.
Annette Kirsch
Von links nach rechts: Dagyab Rinpoche, seine Schwester, seine Mutter und der Stiefvater Lobsang Tsültrim in Lhasa © Dagyab
Eigentlich hatte ich mich für Rinpoches Beziehung zu seinem Hauptlehrer Kyabje Trijang Rinpoche interessiert. Letztlich reflektieren die Antworten von „Mo-la“ – Großmutter – jedoch, wie der junge Dagyab Rinpoche in Lhasa wahrgenommen wurde.
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