Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Mit 84 Jahren und Krebs auf dem Jakobs- Küstenweg nach Compostela. Wilhelm Krauspe mit 84 Jahren, berichtet über seine Sorgen, Erfahrungen und Erlebnisse auf seinem Camino im Jahre 2018. Da er die letzten 3 Jahre nicht mehr auf einem Camino war, stellen sich für ihn Fragen nach der Ausrüstung, der Anreise und der notwendigen Fitness. Ihm ist klar, das er mit zusätzlichen gesundheitlichen Handicaps ausgestattet ist. Da der Jakobsweg heute sehr viel stärker frequentiert ist als früher stellen sich auch Fragen zu den Übernachtungsmöglichkeiten. In dem Bericht kann man erkennen, dass sich für dieses Problem immer wieder Lösungen anbieten. Wilhelm Krauspe möchte mit diesem Büchlein angehenden Pilgern, auch jüngeren, Mut machen es selbst einmal zu versuchen. Im Laufe der Jahre hat er viele Menschen kennengelernt, die es sich sehnlich gewünscht haben auch einmal den Camino zu gehen, aber dieses Ziel aus Unsicherheit immer weiter vor sich hinausschoben. Diesen möchte er sagen "Trau Dich" Dieses Büchlein bietet dem Anfänger die Möglichkeit in etwa 2 Wochen den Weg in Etappen von ca. 20 bis 30 km nach Compostela zu gehen wobei er am Ziel eine richtige Pilgerurkunde erhält. Falls er den Wunsch verspürt das schöne Fischerdörfchen Cudillero zu besuchen kann er das mit 1 bis 2 zusätzlichen Pilgertagen ab Soto del Barco vor dem hier vorgeschlagenen Startort . Durch eingefügte Erlebnisse aus früheren Jahren und einer Jakobslegende liest sich dieses Büchlein kurzweilig. Zurückblickend kann der Autor sagen, dass sich seine befürchteten Gesundheitsprobleme in Luft aufgelöst haben, so das er voll zu seinem Motto steht "Trau Dich"
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 69
Veröffentlichungsjahr: 2019
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Dieses Büchlein ist meiner Frau Ursula und unseren Söhnen Volker und Harald gewidmet, die mich leider nicht auf meinen Jakobswegen begleiten konnten.
Vorwort und Ratschläge für Erstpilger
Immer wenn es Frühling wird, lockt der Jakobsweg
Vorbereitungen
Die Anreise
Wandertag
Von Soto de Luiña nach Santa Marina (geplant Cadavedo)
Wandertag
Von Santa Marina (Cadavedo geplant) nach Luarca
Wandertag
Von Luarca nach Piñera
Wandertag
Von Piñera nach Tapia de Casariego
Wandertag
Von Tapia de Casariego nach Vilela
Wandertag
Von Vilela nach Vilanova de Lourenzá
Wandertag
Von Vilanova de Lourenzá über Mondoñedo nach Abadín
Wandertag
Von Abadín nach Vilalba
Wandertag
Von Vilalba nach Baamonde
Wandertag
Von Baamonde nach Sobrado dos Monxes
Wandertag
Von Sobrado dos Monxes nach Arzúa – und mit dem Cabrio nach Santiago de Compostela
Tag
In Santiago de Compostela
Verzeichnis der Bilder
Liebe Leserin, lieber Leser,
als ich vor Kurzem in der Sauna saß und vom Camino de Santiago erzählte, sagte ein junger Mann von etwa 30 Jahren spaßhaft: „Ja, ich werde den Jakobsweg gehen, wenn ich groß bin."
Leider ist es so bei vielen Menschen: Sie verschieben ihre Vorhaben auf später und trauen sich nicht, ihre Wünsche zu verwirklichen.
Sorgen und Ängste bremsen uns häufig aus. Besonders ältere Menschen zweifeln oft an ihrer Leistungsfähigkeit. Natürlich lässt die körperliche und geistige Fitness mit den Jahren etwas nach, was durch aufkommende Bequemlichkeit noch verstärkt wird. Auch leichtfertige Kommentare von Freunden und Bekannten können verunsichern. Schon vor Jahren hörte ich oft: „Das kannst du in deinem Alter nicht mehr."
In solchen Situationen ist es wichtig, sich die eigenen Fähigkeiten wieder ins Bewusstsein zu rufen.
Viele Fragen, Sorgen und Zweifel, die vor allem Erstpilger plagen, erweisen sich im Nachhinein als unbegründet.
Beginnen wir bei der Kostenfrage: Wenn Sie sparsam sein möchten, können Sie mit etwa 1.000 Euro vier Wochen lang gut über die Runden kommen, ohne dass Sie knausern müssen. Das Flugticket ist unter Umständen sogar der größte Kostenfaktor. Ich bin zwar schon für 20 Euro nach Spanien geflogen, in den letzten Jahren lag der Flugpreis für eine Richtung aber bei etwa 100 Euro.
Viele denken, dass es einfacher ist, wenn sie sich einer Gruppe anschließen oder mit einem Freund bzw. einer Freundin den Weg gehen. Das gemeinsame Pilgern hat jedoch einige Tücken. Häufig wurde ich schon gefragt: „Wann wanderst du wieder auf dem Jakobsweg? Ich würde gerne mitkommen." Meist habe ich dann geantwortet: „Ja, du kannst mit mir gehen – aber zunächst nur für acht Tage, danach treffen wir die Entscheidung, ob wir die nächsten acht Tage gemeinsam weitergehen oder ob jeder für sich allein den Weg fortsetzt."
Dahinter steckt die Erkenntnis, dass gemeinsames Pilgern sehr anstrengend sein kann. Es erfordert eine nahezu vollständige Synchronisation über den ganzen Tag hinweg in fast allen Belangen. Ich habe bereits erlebt, dass Freundschaften auf dem Camino zerbrochen sind. Dies ist sehr schade, aber es ist der Preis, der gelegentlich gezahlt werden muss, wenn man sich entschließt, den Jakobsweg gemeinsam zu gehen.
Wie sollten Sie sich vorbereiten, wenn Sie das Vorhaben einer Camino-Wanderung realisieren möchten?
Besonders wichtig ist es, dass Sie sich zunächst Klarheit über Ihre eigene Gesundheit und Fitness verschaffen. Zu diesem Zweck können Sie z. B. Testwanderungen durchführen. Ich empfehle, mehrmals in Abständen von einem oder mehreren Tagen eine Strecke über 7 bis 20 km zu wandern. Wenn dies weitgehend gut geht, können Sie den Camino ins Auge fassen. Treten bei der ersten Wanderung Probleme auf, sollten Sie nicht gleich aufgeben, sondern mindestens noch zwei weitere Versuche unternehmen. Manches Problem, das sich anfangs meldet, bleibt bei den Folgewanderungen aus.
Eine Frage, die oft weibliche Pilger plagt, lautet: Ist es für Frauen nicht gefährlich, den Weg allein zu gehen?
Bis vor ca. 15 Jahren waren nur wenige Pilgerinnen auf dem Camino unterwegs, und diese wurden von männlichen Pilgern häufig stark umworben. Wenn man an einer Landstraße entlanggehen musste, kam es nicht selten vor, dass LKW-Fahrer Pilgerinnen durch ein Hupkonzert gegrüßt haben. Das war aber auch alles. Ich musste feststellen, dass allein der Versuch, eine Pilgerin mit ein paar Worten anzusprechen, nicht selten mit eisigem Schweigen erwidert wurde.
Generell habe ich den Eindruck, dass in unserer Zeit mehr Pilgerinnen als Pilger auf dem Camino unterwegs sind. Dies deutet wohl darauf hin, dass man sich keine Sorgen machen muss.
In Einzelfällen musste ich schon beobachten, dass Frauen ihren Rucksack mit typischen weiblichen Utensilien belasteten, was natürlich bei einer mehrwöchigen Wanderung auf dem Camino ungünstig ist.
Wenn Sie sich entschlossen haben, den Jakobsweg zu gehen, empfehle ich Ihnen, vorab eine genaue Route festzulegen. Hierbei haben Sie mehrere Möglichkeiten.
Der am stärksten frequentierte Weg ist der Camino Francés, der von den Pyrenäen nach Santiago de Compostela führt. Hier treffen Sie auf viele Pilger, die Ihnen bei Ihrem Start gelegentlich weiterhelfen können. Diese Route ist interessant, aber auch etwas beschwerlich. Auf diesem Weg liegen die Städte Burgos und León, wo weltbekannte Kathedralen stehen, sowie weitere historische Orte.
Wo Sie starten, ist eine Frage der verfügbaren Zeit und des persönlichen Geschmacks. Den Camino Francés könnten Sie beispielsweise in Le Puy-en-Velay oder in Saint-Jean-de-Pied-de-Port beginnen.
Aber auch der Küstenweg (Camino del Norte) ist abwechslungsreich. Besonders interessant ist er für Wanderer, die häufig im Gebirge oder Mittelgebirge unterwegs sind. Es hat seinen besonderen Reiz, am Meer entlangzugehen und die salzhaltige Meeresluft einzuatmen und das Getöse des Meeres zu vernehmen. Auf diesem Weg haben Sie die Möglichkeit, gelegentlich die Schuhe auszuziehen und barfuß am Sandstrand oder durchs Wasser zu waten – eine erfrischende Art des Wanderns.
Für den Küstenweg bietet sich ein Startpunkt an der französisch-spanischen Grenze an, beispielsweise in Irun oder Bilbao (wohin es gute Flug- und Busverbindungen gibt).
Empfehlen kann ich auch den Camino in Frankreich. Ich persönlich verbinde mit diesem Weg viele sehr schöne Erlebnisse. Auf einige werde ich in diesem Reisebericht eingehen. Hier käme als Ausgangspunkt beispielsweise Arles infrage. Von dort aus könnten Sie über Saint-Gilles, Saint-Guilhem-le-Désert, Lodève und Toulouse zum Somport-Pass in den Pyrenäen wandern.
Bevor Sie zu Ihrer Wanderung aufbrechen, sollten Sie die Etappen möglichst genau planen. An den ersten drei Tagen empfiehlt es sich, nicht zu lange Strecken zu wählen. Falls nötig, können Sie am dritten Tag eine Ruhepause in einer Pension einlegen, die aber nicht teuer sein muss. Ganztätige Aufenthalte in Refugios sind nur bei Krankheit möglich.
Mit einem Reiseführer vom Conrad Stein Verlag aus der Serie „Outdoor-Handbücher" sind Sie gut gerüstet. Aber achten Sie darauf, dass Sie eine aktuelle Ausgabe erhalten, weil es immer wieder Änderungen bei der Streckenführung gibt. Die Pilgerführer werden in ziemlich kurzen Abständen überarbeitet.
Wenn Sie Ihre Route geplant haben, empfehle ich, ein Flugticket zu buchen, und zwar für den Hin- und möglichst auch für den Rückflug.
Mit der Buchung haben Sie sich zunächst einmal festgelegt. Dies wirkt als Ansporn – Sie haben nun kaum die Chance, eine gute Ausrede zu finden, Ihre Reise nicht anzutreten.
Nachdem Sie diese Vorbereitungen getroffen haben, gilt es, den Rucksackinhalt festzulegen. Dabei ist zu beachten, dass nur das Wichtigste mitgenommen wird. Der Rucksack mit Inhalt sollte möglichst weniger als 10 kg wiegen.
Ich empfehle Ihnen, eine Pilgerzeit außerhalb der Ferien zu wählen, beispielsweise im Frühjahr oder im späten Herbst.
Wenn Sie meinen Reisebericht über den Jakobsweg lesen, werden Sie erkennen, dass sich für beinahe jedes Problem mehr oder weniger automatisch passende Lösungen ergeben. Auch die Frage nach einer Unterkunft lässt sich auf dem Camino meist unspektakulär lösen. Also nur Mut!
