Träume von Räumen - Georges Perec - E-Book

Träume von Räumen E-Book

Georges Perec

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Beschreibung

Vom leeren Blatt Papier über das Bett, die Treppe, die Wand, das Mietshaus, die Straße über das Land und die Welt ins Universum: Träume von Räumen durchmisst spielerisch Raum und Räume, vom Allernächsten bis hin ins Fernste. Sogenannte praktische Übungen (»Durchqueren Sie Paris, aber nur durch Straßen, in deren Name ein C vorkommt!«) unterbrechen die Anordnung mit federleichter Konkretheit, und sehr persönliche Miniaturen sorgen dafür, dass das Spiel niemals im Unverbindlichen verbleibt.

Kein anderes Buch kann wohl als so typisch für Perecs Werk bezeichnet werden: ein Panorama literarischer Schnipsel, Sprachspiele, Kurzessays, Glossen und Experimentalanordnungen. Lange vergriffen, ist einer der programmatischsten und wirkmächtigsten Texte des großen Experimentators Georges Perec in einer neuen Ausgabe endlich wieder auf Deutsch zugänglich. Ein idealer Einstieg in die Lektüre Georges Perecs.

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Seitenzahl: 112

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Georges Perec Träume von Räumen

Aus dem Französischen von

Eugen Helmlé

Inhalt

Die Seite

Das BettNoch ein paar Banalitäten

Das SchlafzimmerFragmente einer im Entstehen befindlichen Arbeit – Kleines Rätsel – Kleiner friedlicher Gedanke Nr. 1 – Kleiner friedlicher Gedanke Nr. 2

Die WohnungÜber einen überflüssigen Raum – Ausziehen –Einziehen – Türen – Treppen – Wände

Das Mietshaus Romanentwurf

Die StraßePraktische Übungen – Briefentwurf – Die Örtlichkeiten

Das ViertelDas Leben im Viertel – Der Tod des Viertels

Die StadtMeine Stadt – Fremde Städte – Vom Tourismus  – Übungen

Das flache LandDie Dorfutopie – Nostalgische (und falsche) Alternative – Über die Bewegung

Das LandGrenzen – Mein Land

Europa

Die WeltÜber die geraden Linien – Maße

Der RaumÜber die geraden Linien – Maße – Mit dem Raum spielen – Die Eroberung des Raums (Das fahrbare Haus des Monsieur Raymond Roussel – Der heilige Hieronymus in seinem Studierzimmer – Der Entflohene – Die Begegnung) – Das Unbewohnbare – Der Raum (Fortsetzung und Ende)

Verzeichnis einiger der in diesem Werk benutzten Wörter

Figur 1: Seekarte (Auszug aus »Die Jagd nach dem Schnark« von Lewis Carroll)

RAUM

RAUMINHALT

FREIER RAUM

GESCHLOSSENER RAUM

BEGOSSENER RAUM

RAUMMANGEL

ÜBERDACHTER RAUM

HOHLRAUM

RAUMSCHRANKE

LEBENSRAUM

KRITISCHER RAUM

RAUMPFLEGERIN

RAUMAKUSTIK

RAUMDECKUNG

STELLUNG IM RAUM

WIRTSCHAFTSRAUM

RAUMAUSSTATTER

ENTDECKUNG DES RAUMS

OFFENER RAUM

EUKLIDISCHER RAUM

LUFTRAUM

RAUM DES TRAUMS

GRAURAUM

EPIDURALRAUM

SPAZIERGANG IM RAUM

GEOMETRIE IM RAUM

RAUMÜBERGREIFEND

ZEITRAUM

GEMESSENER RAUM

DIE EROBERUNG DES WELTRAUMS

TOTER RAUM

RAUMBILD

UNENDLICHER RAUM

RAUMFÄHRE

HIMMLISCHER RAUM

IMAGINÄRER RAUM

SCHÄDLICHER RAUM

METRISCHER RAUM

INNENRAUM

FUSSGÄNGER DES WELTRAUMS

ZERBROCHENER RAUM

GEORDNETER RAUM

RAUMGITTER

ERLEBTER RAUM

TOPOLOGISCHER RAUM

SEHRAUM

VERFÜGBARER RAUM

DURCHLAUFENER RAUM

EBENER RAUM

RAUMTYP

URRAUM

NEBENRAUM

RAUMRÄNDER

KLANGRAUM

RAUM EINES MORGENS

LITERARISCHER RAUM

Vorwort

Das Thema dieses Buches ist nicht eigentlich die Leere, sondern vielmehr das, was drum herum oder darin ist (siehe Figur 1). Zu Anfang allerdings ist da nicht viel: so gut wie nichts, nichts Greifbares, praktisch nur Unstoffliches: Ausdehnung, Außenwelt, das, was außerhalb von uns ist, das, in dessen Mitte wir uns bewegen, die Umwelt, der Raum ringsum.

Der Raum. Nicht sosehr die unterschiedlichen Räume, deren Schweigen, weil es anhält, am Ende etwas auslöst, das einer Art Angst ähnelt, auch nicht die fast schon domestizierten interplanetaren, interstellaren oder intergalaktischen Räume, sondern viel näher liegende Räume, im Prinzip jedenfalls: die Städte zum Beispiel oder das flache Land oder die Schächte der Untergrundbahn oder eine öffentliche Parkanlage.

Wir leben im Raum, in diesen Räumen, in diesen Städten, auf diesem flachen Land, in diesen Schächten, in diesen Parkanlagen. Das kommt uns selbstverständlich vor. Vielleicht sollte es tatsächlich auch selbstverständlich sein. Doch es ist nicht selbstverständlich, es versteht sich nicht von selbst. Selbstverständlich ist es real und wahrscheinlich ist es deshalb auch rational. Es läßt sich berühren. Man kann sich sogar gehen lassen und träumen. Nichts hindert uns zum Beispiel daran, Dinge auszudenken, die weder Städte noch Dörfer (noch Vororte) wären, oder auch Schächte von Untergrundbahnen, die gleichzeitig Parkanlagen wären. Auch verbietet uns nichts, uns eine Untergrundbahn auf dem flachen Land vorzustellen (ich habe dazu sogar eine Werbung gesehen, aber das war, wie soll ich sagen, eine Werbekampagne). Sicher ist jedenfalls, daß es in einer Zeit, die wahrscheinlich viel zu weit zurückliegt, als daß sich irgendjemand von uns eine auch nur annähernd genaue Erinnerung an sie bewahrt hätte, nichts von alledem gab: weder Schächte noch Parkanlagen noch Städte noch flaches Land. Das Problem besteht nicht so sehr darin, herauszufinden, wie wir dahin gelangt sind, sondern einfach anzuerkennen, daß wir dahin gelangt sind, daß wir es geschafft haben: es gibt keinen Raum, keinen schönen Raum, keinen schönen Raum ringsum, keinen schönen Raum rings um uns herum – es gibt eine ganze Menge kleiner Raumzipfel, und einer dieser Raumzipfel ist ein Untergrundbahnschacht, und ein anderer ist eine Parkanlage; ein anderer (hier kommt man sofort in weitaus unterschiedlichere Räume), von ursprünglich bescheidener Größe, hat kolossale Ausmaße angenommen und ist zu Paris geworden, während ein benachbarter Raum, der zu Anfang nicht weniger Talent besaß, sich damit begnügt hat, Pontoise zu bleiben. Und um wieder einen anderen, sehr viel größer und ungefähr sechseckig, ist eine dicke gestrichelte Linie gezogen worden (zahllose Ereignisse, darunter einige besonders schwerwiegende, hatten keinen anderen Grund als den Verlauf eben dieser gestrichelten Linie), und es ist beschlossen worden, daß alles, was sich innerhalb der gestrichelten Linie befand, violett koloriert werden und Frankreich heißen sollte, während alles, was sich außerhalb der gestrichelten Linie befand, anders eingefärbt werden (aber außerhalb des besagten Sechsecks legte man überhaupt keinen Wert darauf, gleichförmig koloriert zu werden: dieser Raumzipfel wollte seine Farbe und ein anderer wollte eine andere, daher das berühmte topologische Problem der vier Farben, das bis zum heutigen Tag noch nicht gelöst ist) und einen anderen Namen tragen sollte (tatsächlich hat man jahrelang vehement darauf bestanden, Raumstücke violett einzufärben – und sie nun Frankreich zu nennen –, die nicht zu dem besagten Sechseck gehörten und häufig sogar sehr weit von ihm entfernt lagen).

Kurzum, die Räume haben sich vermehrt, geteilt und aufgelockert. Es gibt heute Räume in allen Größen und von allen Sorten, für jeden Gebrauch und für alle Funktionen. Leben heißt, von einem Raum zum anderen gehen und dabei so weit wie möglich zu versuchen, sich nicht zu stoßen.

oder, falls man das vorzieht:

erster akt

Eine Stimme (im off): Im Norden, nichts. Im Süden,

nichts.

Im Osten, nichts. Im Westen,

nichts.

Im Zentrum, nichts.

Der Vorhang fällt. Ende des ersten Aktes

zweiter akt

Eine Stimme (im off): Im Norden, nichts. Im Süden,

nichts.

Im Osten, nichts. Im Westen,

nichts.

Im Zentrum, ein Zelt.

Der Vorhang fällt. Ende des zweiten Aktes.

dritter und letzter akt

Eine Stimme (im off): Im Norden, nichts. Im Süden,

nichts.

Im Osten, nichts. Im Westen,

nichts.

Im Zentrum, ein Zelt

und,

vor dem Zelt,

ein Offiziersbursche, der gerade

ein paar Stiefel wichst

mit Schuhkrem der Marke

»Schwarzer Löwe«!

Der Vorhang fällt.

Ende des dritten und letzten Aktes.

(Autor unbekannt. Gelernt um 1947,

wiedererinnert 1973.)

oder auch:

In Paris ist eine Straße;

in dieser Straße ist ein Haus;

in diesem Haus ist eine Treppe;

an dieser Treppe ist ein Zimmer;

in diesem Zimmer ist ein Tisch;

auf diesem Tisch ist eine Decke;

auf dieser Decke ist ein Käfig;

in diesem Käfig ist ein Nest;

in diesem Nest ist ein Ei;

in diesem Ei ist ein Vogel.

Der Vogel warf das Ei um;

das Ei warf das Nest um;

das Nest warf den Käfig um;

der Käfig warf die Decke um;

die Decke warf den Tisch um;

der Tisch warf das Zimmer um;

das Zimmer warf die Treppe um;

die Treppe warf das Haus um;

das Haus warf die Straße um;

die Straße warf Paris um.

Kinderlied aus Deux-Sèvres

Die Seite

Ich schreibe, um durch mich hindurchzustreifen.

Henri Michaux

1

Ich schreibe …

Ich schreibe: ich schreibe …

Ich schreibe: »Ich schreibe …«

Ich schreibe, daß ich schreibe …

usw.

Ich schreibe: ich zeichne Wörter auf eine Seite.

Buchstabe um Buchstabe bildet sich ein Text, behauptet sich, verfestigt sich, stabilisiert sich, erstarrt:

eine einigermaßen

horizontale

Linie wird auf das weiße Blatt gesetzt, schwärzt den jungfräulichen Raum ein, gibt ihm einen Sinn, vektorisiert ihn:

von links

nach rechts

v

o

n

o

b

e

n

n

a

c

h

u

n

t

e

n

Vorher gab es nichts oder fast nichts, danach gibt es nichts Besonderes, ein paar Zeichen, die aber ausreichen, damit es ein Oben und ein Unten gibt, einen Anfang und ein Ende, eine Rechte und eine Linke, eine Vorderseite und eine Rückseite.

2

Der Raum eines Blatts Papier (Internationales Maß, bei allen Verwaltungen üblich, in allen Schreibwarengeschäften erhältlich, in Deutschland als DIN A4 bekannt) mißt 623,7 cm2. Um einen Quadratmeter auszufüllen, muß man etwas mehr als sechzehn Seiten schreiben. Gesetzt den Fall, das Durchschnittsformat eines Buches beträgt 21 x 29,7 cm, so könnte man, wenn man alle in der Pariser Nationalbibliothek aufbewahrten Druckwerke auseinandernimmt und die Seiten sorgfältig nebeneinander legt, damit entweder die Insel Helena oder den Trasimenischen See vollständig bedecken.

Man könnte auch ausrechnen, wie viele Hektar Wald abgeholzt werden mußten, um das für den Druck der Werke Alexandre Dumas’ (des Älteren) notwendige Papier herzustellen, jenes Dumas’, der sich, erinnern wir wieder daran, einen Turm hat bauen lassen, bei dem jeder Stein eingemeißelt den Titel eines seiner Bücher trug.

3

Ich schreibe: ich bewohne mein Blatt Papier, ich statte es aus, ich durchlaufe es.

Ich lasse weiße Stellen, Zwischenräume (Sprünge im Sinne von Unterbrechungen, Durchgängen, Übergängen).

Ich

schreibe

auf den

Rand …

Ich beginne

eine neue Zeile. Ich verweise auf die Fußnote (1).

Ich nehme ein neues Blatt.

4

Es gibt wenig Ereignisse, die nicht wenigstens eine geschriebene Spur hinterlassen. Fast alles geht früher oder später über ein Blatt Papier, eine Notizblockseite, ein Merkbuchblatt oder irgendeinen anderen zufälligen Schriftträger (eine Metrokarte, den Rand einer Zeitung, ein Zigarettenpäckchen, die Rückseite eines Briefumschlags usw.), auf den mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und in verschiedenen Techniken, je nach Ort, Stunde und Laune, das eine oder andere der verschiedenen Elemente eingetragen wird, die den Alltag des Lebens ausmachen: das reicht, was mich betrifft (aber sicherlich bin ich ein allzu gut gewähltes Beispiel, da eine meiner Hauptbeschäftigungen eben das Schreiben ist), von einer im Flur erhaschten Adresse einer hastig notierten Verabredung, dem Ausstellen eines Schecks, dem Beschriften eines Umschlags oder eines Pakets, dem mühseligen Aufsetzen eines Behördenbriefs, dem lästigen Ausfüllen eines Formulars (Steuererklärung, Krankenschein, Einzugsermächtigung für Gas- und Stromrechnungen, Bestellschein für ein Abonnement, Vertrag, Pacht, Nachtrag zur Versicherungspolice, Empfangsbescheinigung, Einlieferungsschein usw.) bis zur Liste für die allerdringlichsten Einkäufe (Kaffee, Zucker, Katzenstreu, Baudrillard-Buch, 75-Watt-Birne, Batterien, Wäsche usw.), von der manchmal eher verzwickten Lösung eines Kreuzworträtsels von Robert Scipion bis hin zur Abschrift eines endlich ins Reine gebrachten Textes, bei irgendeinem Vortrag hingekritzelte Notizen über etwas, das einmal nützlich sein könnte (ein Wortspiel, ein Stichwort, ein Buchstabenspiel oder auch das, was man gemeinhin eine »Idee« nennt), einer »literarischen Arbeit« (schreiben, ja, sich an seinen Tisch setzen und schreiben, sich vor seine Schreibmaschine setzen und schreiben, den ganzen Tag schreiben, oder eine ganze Nacht, einen Plan entwerfen, große I und kleine a hinsetzen, Skizzen machen, ein Wort neben ein anderes setzen, in ein Wörterbuch schauen, noch einmal abschreiben, einordnen, warten, bis es kommt, versuchen, einer Sache, die immer nach einem haltlosen Geschmier aussieht, etwas zu entreißen, das einem Text gleicht, es schaffen, es nicht schaffen, lächeln [manchmal] usw.) bis zu einer Arbeit im eigentlichen Sinne (einer elementaren, alimentären): in einer Zeitschrift, die auf dem Gebiet der Wissenschaften des Lebens (life science) die Zusammenfassung beinahe aller anderen anbietet, die Titel ankreuzen, die die Forscher interessieren könnten und für deren bibliographische Dokumentation ich zu sorgen habe, für die ich Karteikarten zu schreiben, Stellenangaben zu sammeln, Druckfahnen zu korrigieren habe usw.

Et cetera.

5

So beginnt der Raum, nur mit Wörtern, mit aufs weiße Papier gebrachten Zeichen. Den Raum beschreiben: ihn benennen, ihn abstecken, wie jene Hersteller von Portolankarten, die die Küsten mit Hafennamen, den Namen von Kaps und kleinen Buchten vollschrieben, bis die Erde am Ende nur noch durch ein fortlaufendes Textband vom Meer getrennt war. Ist der Aleph, jener Borges’sche Ort, an dem die ganze Welt gleichzeitig sichtbar ist, etwas anderes als ein Alphabet?

Gefundener Raum, erfundener Raum: der Raum beginnt mit jener Modellkarte, die, in den alten Ausgaben des »Kleinen Illustrierten Larousse«, auf 65 cm2 annähernd 65 geographische, aufs Wunderbarste zusammengestellte, bewußt abstrakte Begriffe wiedergab: hier ist die Wüste mit ihrer Oase, ihrem Wadi und ihrem Schott, hier die Quelle und der Bach, der Sturzbach, der Fluß, der Kanal, der Zusammenfluß, der Strom, die Trichtermündung, die Flußmündung und das Delta, hier sind das Meer und seine Inseln, sein Archipel, seine Inselchen, seine Riffe, seine Klippen, seine Felsenwände, seine Küstenstreifen, und hier sind die Meerenge und die Landenge, und die Peninsula und die kleine Bucht und die Hafeneinfahrt und der Golf und die Bai und das Kap und der Schlupfhafen und die Spitze und das Vorgebirge und die Halbinsel, hier sind die Lagune und die Steilküste, hier sind die Dünen, hier ist der Strand, und hier sind die Teiche und die Sümpfe, hier ist der See, und hier sind die Gebirge, die Bergspitze, der Gletscher, der Vulkan, der Gebirgsausläufer, der Abhang, der Paß, der Engpaß, hier sind die Ebenen und das Plateau und die Anhöhe und der Hügel; hier sind die Stadt und ihr Ankerplatz und ihr Hafen und ihr Leuchtturm …

Scheinräume, nur Vorwand für eine Nomenklatur: doch es ist nicht einmal notwendig, die Augen zu schließen, damit dieser durch die Wörter geschaffene Raum, dieser ausschließliche Wörterbuchraum, dieser ausschließliche Papierraum, lebendig wird, bevölkert wird, sich füllt: ein langer, von einer Dampflokomotive gezogener Güterzug fährt über einen Viadukt; mit Kies beladene Kähne ziehen über die Kanäle; kleine Segelschiffe manövrieren auf dem See; ein großer Ozeandampfer, von Schleppkähnen begleitet, fährt in die Reede ein; Kinder spielen am Strand Ball; durch die schattigen Baumgänge der Oase trottet ein Araber mit einem großen Strohhut auf seinem Esel dahin …

Die Straßen der Stadt sind voller Autos. Eine Hausfrau mit einem Turban auf dem Kopf klopft an ihrem Fenster einen Teppich. In den Gärten des Vororts beschneiden Dutzende von Gärtnern ihre Obstbäume. Ein Militärtrupp präsentiert das Gewehr, während ein Offizier mit einer Trikoloreschärpe die Statue eines Generals einweiht, indem er sie enthüllt.