Über die Wupper - Renate Amelung - E-Book

Über die Wupper E-Book

Renate Amelung

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Beschreibung

Zwei Kurzgeschichten 12 Seiten Über die Wupper Arne ein Ehemaliger Brückenbau Ingenieur lebt im Bergischen Land und ist von der Müngstener Brück fasziniert. Herzschlagfinale Ein im Internet angekündigter Mord. Jana will ihn verhindern, doch es kommt anders.

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Seitenzahl: 18

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Renate Amelung

Über die Wupper

Kurzgeschichten

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Müngsten

Herzschlagfinale

Impressum neobooks

Müngsten

Er hatte sie alle aufbewahrt, jede Schraube einzeln gereinigt und gewogen, denn auf das Gewicht kam es an. Er hatte alle in ein eigens dafür angeschafftes Regal gelegt und archiviert. Seine enge Wohnung glich seitdem einem Eisenwarenladen vor der Jahrhundertwende.

Barfuß stand er im seichten Wasser der Wupper. Er sah den Bolzen nicht gleich, obwohl er viel größer war als all diese Schrauben, mit Kopf und Gewindezapfen. Ungläubig hob er in aus dem Kiesbett und betrachtet das Corpus Delikte genau, bevor er es in der großen Tasche seiner Cargo Hose verstaute. Verbaut waren 1,10 Tonnen und 1074,22 Kilo Schrauben dürften die Müngstener Brücke jetzt nur noch halten, vorausgesetzt er hat alle gefunden. Das scheint ihm aber unmöglich, denn die Vegetation hat sicher so einige verschluckt, die sich so seltsam gelöst hatten.

Er war kein Mann den man ernst nahm. Das war nicht immer so. Er besaß ein Diplom als Ingenieur und hatte einst die waghalsigsten Brücken gebaut, Täler und Flüsse überspannt in unwegsamen Gelände, bis zu dem Tag an dem das Sicherheitsseil riss und er in die Tiefe stürzte. Mit zertrümmertem Knochen lag er bewegungslos in einer Norwegischen Schlucht. Erst Stunden später brachte man ihn mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik. Ein halbes Jahr besuchte ihn seine Frau, dann befand sie ihn als große Last und es folgten böse Briefe vom Scheidungsanwalt. Sie hatte ihm sein hart erarbeitetes Kapital abgeluchst. Glaubte sie, denn was zählt Geld gegen den unermesslichen Schatz in seinem Besitz.

Jetzt waren also die Bolzen dran. Langsam watete er durch das kalte Wasser, suchte jeden Quadratmeter ab, fand aber nichts mehr. Dann nahm die Sonne ihm das Licht und ertrank hinter den Bergen des bergischen Land. Die Müngstener Brücke sah aus wie ein riesiges Spinnengewebe im Herbstlicht. Müde, denn er verbrachte fast jede Stunde hier, ging er ein paar Schritte und setzte sich auf einen nahegelegenen Stein.