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Die digitale und grüne Transformation ist das wichtigste Projekt des kommenden Jahrzehnts. Ob und wie sie gelingt, entscheidet letztlich über die Stellung Deutschlands und Europas in der zukünftigen Welt. Dieses Buch beschreibt, wie die digitale Transformation aus Technologie- und aus Nachhaltigkeitssicht erfolgreich umgesetzt wird. Zahlreiche Best Practice-Beispiele namhafter Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen helfen, konkrete Ableitungen für den eigenen Change Prozess zu ziehen. Sie machen die Dimension der digitalen Transformation deutlich und zeigen, dass der Wandel nur gemeinsam mit allen Beteiligten aus Unternehmen, Gesellschaft und Staat gelingen kann. Beitragsautor:innenen bei diesem Werk sind u.a. Christoph Egle (bidt), Dr. Susan Lindner (bayern innovativ), Harald Schirmer (Continental), Franz Menzl (Siemens Digital Industries), Dr. Frank Edelkraut (Mentus), Wolfgang Müller-Pietralla (Volkswagen), Vera Schneevoigt (Bosch Security and Safety Systems), Wolrad Claudy (Maffei & Co) und von UnternehmerTUM Christian Mohr; Dr. Leopold von Schlenk-Barnsdorf, Dr. Andreas Liebl und Dr. Till Klein. Inhalte: - Digitale Transformation und der Green Deal der EU - Regulatorische Rahmenbedingungen durch den Staat - Digitale Transformation – Umbruch in der Gesellschaft - Enabler der Transformation - Digitale Transformation der Prozesse - Digitale Transformation aus Anwendungssicht - Mit Praxisbeispielen von Bosch, Volkswagen, Continental, Siemens, UnternehmerTUM u.v.m. "Dieses Buch gibt Inspiration und Orientierung für die anstehenden Herausforderungen der digitalen Transformation. Es regt zum Gestalten an, bricht komplexe Sachverhalte auf eine handlungsorientierte Ebene herunter und zeichnet damit einen umfassenden Handlungsrahmen der Zukunft." Dr. Philipp V. Ramin, CEO, Innovationszentrum für Industrie 4.0 GmbH & Co. KG, Stellv. Geschäftsführer, MÜNCHNER KREIS e.V. "Alle Beiträge liefern konkrete Einsichten und damit Orientierungspunkte für Praktiker zur Digitalen Transformation – genau das sollte ein derartiger Sammelband leisten! Ich wünsche dem Beitrag daher eine breite Aufnahme in der Praxis! Prof. Dr. Thomas Hess, Direktor des Instituts für Digitales Management und Neue Medien der LMU München und Mitglied des Direktoriums des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt)
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Veröffentlichungsjahr: 2022
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Prof. Dr.-Ing. Hubertus C. Tuczek (Hrsg.)
Umsetzung der digitalen Transformation
1. Auflage, September 2022
© 2022 Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg
www.haufe.de
Bildnachweis (Cover): © Looker_Studio, Adobe Stock
Produktmanagement: Bettina Noé
Lektorat: Helmut Haunreiter
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Seit über 25 Jahren habe ich – zunächst als Scout im Stab von Verleger Hubert Burda, dann seit 2005 als Mitgründerin der DLD-Konferenz – die ungemein spannende und privilegierte Aufgabe, die von digitalen Technologien getriebene Veränderung unserer Wirtschaft und Gesellschaft zu beobachten. Auf diesem Weg habe ich Hypes und Glanzlichter gesehen, Visionäre, Evangelisten und Pragmatiker getroffen, tradierte Geschäftsmodelle zusammenbrechen und vollkommen neue entstehen gesehen. Vor allem habe ich gelernt, dass die transformative Kraft der Digitalisierung nicht aufzuhalten ist.
Digitalisierung ist inzwischen wie Elektrizität – sie durchdringt alle Bereiche unseres Lebens. Die nächste Veränderungswelle durch die sogenannten Frontier Technologies ist bereits in vollem Gange. Künstliche Intelligenz, Quantencomputing oder Neuromorphic Computing werden die Transformation unserer Welt weiter und vermutlich noch rasanter vorantreiben. Auch die Krypto-Ökonomie und das Metaversum sind zwei Visionen, auf die wir uns vorbereiten müssen. Dies alles geschieht nicht in ferner Zukunft und ganz sicher nicht im luftleeren Raum. Nein, diese Entwicklungen betreffen uns alle, und zwar hier und jetzt.
Umso wichtiger ist es, dass wir uns mit den Chancen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters befassen – sowohl im Praktischen als auch im Mindset. Digitale Technologien sind Werkzeuge, die uns helfen können, effizienter, nachhaltiger und innovativer zu wirtschaften. Das sollten wir uns immer wieder vor Augen halten, wenn wir das Gefühl haben, mit der technischen Entwicklung nicht mithalten zu können. Um die Digitalisierung und ihre Verheißungen sinnvoll und zu unserem Nutzen einsetzen zu können, müssen wir bereit sein, jeden Tag dazuzulernen und auch jeden Tag neue Fehler zu machen. Nur eines dürfen wir nicht tun: in Angst erstarren und vor der Veränderung die Augen verschließen.
Stattdessen braucht es recht altmodische und undigitale Eigenschaften und Werte wie Neugier und Offenheit, Optimismus und Mut. Erst wenn wir bereit sind, uns dem Wandel bewusst zu stellen, können wir die vielfältigen Potenziale unserer digitalisierten Welt in vollem Umfang heben.
Darum ist die an der Hochschule Landshut geschaffene Plattform für den Wissenstransfer zur Führung in der digitalen Transformation unter der Leitung von Professor Dr. Hubertus C. Tuczek so bemerkenswert und wichtig. Wie in diesem Buch zu sehen, sorgt sie für die dringend notwendige Vernetzung von Unternehmern, Wissenschaftlern und gesellschaftlichen Akteuren und ermöglicht dadurch bereichs- und generationenübergreifende [8]Kooperationen. Nur gemeinsam, in sogenannten Ökosystemen, entstehen in der komplexen digitalen Welt neue Ideen, neue Geschäftsmodelle und Ansätze.
Lassen Sie sich von den konkreten Praxisbeispielen in diesem Buch anregen und bleiben Sie optimistisch und neugierig.
Steffi Czerny
Co-Gründerin und Geschäftsführerin DLD
Dr. Philipp V. Ramin
CEO, Innovationszentrum für Industrie 4.0 GmbH & Co. KG
Stellv. Geschäftsführer, MÜNCHNER KREIS e. V.
Viel wird diskutiert über die Fehler Deutschlands und Europas in den letzten Jahren, wenn es um Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Bildung und ganz allgemein um Innovation geht. Sicherlich steht außer Frage, dass wir in vielen Bereichen heute nicht dort stehen, wo wir gerne sein wollen oder auch sein sollten. Konsens besteht darüber, dass Fehler gemacht wurden und Chancen verpasst worden sind. Es wäre also relativ leicht, eine weitere, kritische Abrechnung über die Vergangenheit zu verfassen.
Viel wichtiger ist es, so meine ich, dass wir uns deutlich mehr der Zukunft widmen und diese nun konsequent gestalten, anstatt lethargisch zu bemängeln, wie schlecht alles ist oder nach Schuldigen zu suchen. Denn die Zukunft ist der einzige Handlungsraum, den wir tatsächlich noch beeinflussen können. In diesem Zusammenhang brauchen wir Innovation in jeder Hinsicht. Innovation muss – nicht nur in der Theorie – zum Nukleus all unseres Wirkens werden. Innovation soll nicht nur im Elfenbeinturm stattfinden, sondern in der Mitte der Gesellschaft, in jeder noch so kleinen Schule, in vermeintlich unbedeutenden Verwaltungen, im Handwerk und vor allem in den Köpfen der Menschen.
Dazu braucht es positive Impulse und eine ganzheitliche Perspektive. Dieses Buch blickt nicht zurück, sondern zeichnet einen umfassenden Handlungsrahmen der Zukunft für zentrale Aspekte der digitalen Transformation. Es regt zum Gestalten an und bricht komplexe Sachverhalte auf eine handlungsorientierte Ebene herunter. Dem Autorenteam um Herausgeber und Mitautor Prof. Dr. Tuczek gelingt damit ein wichtiger Beitrag, um Inspiration und Orientierung für die anstehenden Herausforderungen zu geben. Die Kombination aus wissenschaftlichen und praktischen Sichtweisen stiftet dabei einen besonderen Mehrwert. Ebenso wertvoll ist die spannende Verzahnung von technischen, gesellschaftlichen, kulturellen und strategischen Aspekten der digitalen Transformation.
Markus Bönisch
CIO, Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern
Bei Vorträgen zur Digitalisierung stelle ich gern folgende Frage: »Welche App wurde 2006, während der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, der Weltmeisterschaft der Herzen und des Public Viewing am häufigsten aus den App Stores heruntergeladen?« Es werden Apps genannt wie »Public Viewing Finder«, Spielerliste, Spielstände, Apps zum Wetten auf den Ausgang der Meisterschaft und vieles mehr. Hin und wieder kommt auch die richti[10]ge Antwort. 2006 gab es weder das iPhone noch einen App Store! Steve Jobs stellte das neue Gerät erst 2007 vor. Diese einfache Frage zeigt, wie eine anfangs belächelte technologische Erfindung innerhalb weniger Jahre das Leben und Verhalten fast aller Menschen umkrempeln kann. Kaum jemand kann sich inzwischen ein Leben ohne Smartphone vorstellen. In U-Bahnen und an Bushaltestellen werden keine Bücher gelesen, jeder schaut nur nach unten auf sein Handy. Eltern streiten mit ihren Kindern über deren exzessive Nutzung des Geräts, während sie selbst Stunden vor dem kleinen Bildschirm verbringen. In vielen Entwicklungsländern ist das Smartphone mittlerweile fast so wichtig wie Strom, Wasser oder Toiletten. Das Smartphone ist die einfachste Tür zum Internet und eröffnet vielen einen Zugang zu Information und Bildung.
Das iPhone begann 2007. Mit dem Buch »Umsetzung der digitalen Transformation« kommen wir im Jahr 2022 an. In einem breiten Fächer stellt dieses Buch die neuen Entwicklungen der Digitalen Transformation vor. Sowohl gesellschaftliche als auch technologische Aspekte werden intensiv beleuchtet. Dabei fehlen weder Ausblicke ins agile Arbeiten noch die stetig wachsende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz. Spannende Interviewpartner und interessante Fallbeispiele beweisen, dass die Erläuterungen zu den Themen auch in der Realität angekommen sind.
Damit ist dieses Buch sowohl Nachschlagewerk als auch Inspiration für Leserinnen und Leser. In meinem Bücherschrank wird es nicht fehlen.
Prof. Dr. Thomas Hess
Direktor des Instituts für Digitales Management und Neue Medien der LMU München und Mitglied des Direktoriums des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt)
Die Idee, die Chancen und Risiken digitaler Technologien mittels des Konzepts der digitalen Transformation zu systematisieren, ist nicht neu. Sie wurde vor 8 – 10 Jahren aus der unternehmerischen Praxis heraus entwickelt. Viele Unternehmen haben seitdem Projekte zur digitalen Transformation angestoßen. Auch hat das Konzept über die Welt der Unternehmen hinaus mittlerweile an Bedeutung gewonnen, so z. B. in der Gesellschaft oder auch in der Medizin. Zudem zeigen die Reflexion und Weiterentwicklung des Konzepts in der Wissenschaft erste Ergebnisse.
Nicht selten bleibt die Auseinandersetzung mit diesem Konzept auf einer abstrakten Ebene stehen. Diese ist wichtig, reicht aber nicht aus. An diesem Defizit setzt der Sammelband von Prof. Dr. Hubertus C. Tuczek an. Er besteht aus elf Beiträgen, die sich in drei Blöcke gliedern. Die vier Beiträge des ersten Blocks geben einen Überblick über die Idee sowie deren »Outreach« in Politik und Gesellschaft. Hier findet sich z. B. ein Beitrag zur Rolle des Staates in der digitalen Transformation. Der zweite Block umfasst drei Beiträge. Diese informieren über aktuelle Ideen zur digitalen Transformation, so z. B. zum agilen [11]Lernen in Unternehmen. Block drei beschreibt die digitale Transformation von vier Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und unterschiedlicher Größe. Alle Beiträge liefern konkrete Einsichten und damit Orientierungspunkte für Praktiker – genau das sollte ein derartiger Sammelband leisten! Ich wünsche dem Buch daher eine breite Aufnahme in der Praxis!
Dr. Rainer Sessner
Geschäftsführer, Bayern Innovativ GmbH
Sprecher 2022, Bayerische Forschungs- und Innovationsagentur
»Die digitale Transformation umfasst alle Wirtschafts- und Lebensbereiche.«
Für den einen oder anderen ist der Satz längst abgenutzt. Doch er wird aus gutem Grund immer wieder zitiert. »Daten sind das neue Öl«. Daten sind der Rohstoff, der die Wirtschaft heute beflügelt, so wie Kohlenwasserstoffe im 20. Jahrhundert das Ausgangsmaterial fast aller Innovationen waren.
Digitalisierung ist die Basis fast aller neuen Geschäftsmodelle, auch in erfolgreichen, arrivierten Branchen. Dabei sind es nicht nur die »Big Five« – Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft – die Daten erfolgreich nutzen, um ihre Marktposition auszubauen. Die digitale Transformation bietet jedem Mittelständler und jedem Handwerksbetrieb große Chancen.
Vielen von ihnen fehlt es jedoch an Ressourcen, um die Digitalisierungspotenziale zu heben, die in ihren Daten, Prozessen und Produkten schlummern. Hier bietet der Austausch in Netzwerken Inspiration und erste Ansatzpunkte. Netzwerke wie die von Bayern Innovativ rund um unser Spezialisierungsfeld Digitalisierung sind dafür eine hervorragende Anlaufstelle. Die Zusammenarbeit mit Experten aus anderen Unternehmen führt zu einem enormen Erfahrungsgewinn und hilft, Fehler beim Start in ein neues Themenfeld zu vermeiden. Ein kleines Pilotprojekt kann helfen, Schwächen und Stärken zu erkennen, um das eigentliche Digitalisierungsvorhaben später erfolgreich umzusetzen.
Digitale Transformation ist natürlich mehr als die Einführung digitaler Prozesse und Tools in Unternehmen. Sie betrifft die ganze Gesellschaft. Unterschiedliche Gruppen sind unterschiedlich von der digitalen Transformation betroffen. Alle Gruppen im Blick zu behalten, ist von herausragender Bedeutung. Ich freue mich daher, dass dieses Buch die Digitalisierung aus so unterschiedlichen Richtungen beleuchtet!
In Zeiten eines turbulenten Umfeldes mit vielfältigen Herausforderungen gilt es, sich auf wesentliche Dinge zu fokussieren. Dazu gehört auf jeden Fall die teilweise überfällige Umsetzung von wesentlichen Elementen der Digitalisierung, da sie unsere Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand von morgen sichert. Aber auch die Gesellschaft insgesamt kann von den Potenzialen einer digital vernetzten Welt sehr profitieren, denken wir nur an Themen wie flexibles Arbeiten und Homeoffice, digitale Verwaltung ohne quälende Behördengänge oder digitale Nachbarschaften, die es z. B. alten Menschen ermöglichen, in ihren Wohnungen zu bleiben. Ebenso wird auch Nachhaltigkeit ohne digitales Datenmanagement z. B. durch ein durchgängiges Erfassen der C02-Fussabdrücke nicht funktionieren. Um hier jedoch die notwendigen großen Schritte zu machen, müssen wir aus unserer Komfortzone heraustreten und uns auf unbekanntes Terrain begeben. Krisen bieten bekanntlich die Chance, den Mut aufzubringen, entschlossen zu handeln und so Zukunft zu gestalten.
Die im letzten Buchprojekt mit dem Titel »Innovationen in einer vernetzten Welt« angesprochene Moonshot-Distanz mit dem Blick auf die kommende Dekade der Innovationen gilt auch für das Thema dieses Buches: die Umsetzung der digitalen Transformation. In den kommenden 10 Jahren werden wesentliche Weichen für die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der Triade gestellt und aktuell sind wir bei den meisten Themen nur noch Follower. Gleichzeitig gilt es, den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft zu gewährleisten und gewaltige Aufgaben im Kontext einer nachhaltigen Welt zu stemmen. Vor diesem Hintergrund versuchen wir, mit diesem Buch einen Rahmen für die UMSETZUNG der Chancen und Potenziale, die Daten und digitale Technologien eröffnen, zu schaffen und dabei auch den Blick für gesellschaftliche und nachhaltige Themenstellungen zu schärfen.
Um Lust und Aufbruchstimmung für die Umsetzung der digitalen Transformation zu erzeugen, haben wir in dem Herausgeberband Wert daraufgelegt, anschauliche Praxisbeispiele aus relevanten Unternehmen und Organisationen in den Mittelpunkt zu stellen. So bringen unter anderem Vertreter aus den Unternehmen Siemens Digital Industries, Volkswagen, Bosch, Continental, der Beratung Mentus, dem Accelerator m.partners sowie Europas führendem Zentrum für Gründung und Innovation UnternehmerTUM, der Innovationsplattform bayern innovativ und dem Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation ihre Erfahrungen zu dem Themenkomplex ein. Mit dem Landshut Leadership Ansatz zur Digitalen Transformation haben wir darüber hinaus ein Rahmenwerk geschaffen, dass als iteratives Vorgehensmodell für die Umsetzung der einzelnen Schritte zur Digitalisierung herangezogen werden kann. Bei diesem neuen Führungsansatz für das [14]digitale Zeitalter kommt der Entwicklung eines digitalen Mindsets als Grundlage für die nachhaltige Umsetzung eine entscheidende Rolle zu.
Wir haben alle Voraussetzungen – Talente, Universitäten und Hochschulen, Unternehmen und Finanzen –, um mit der digitalen Transformation eine neue Erfolgsgeschichte in Deutschland und Europa zu schreiben. Lassen Sie es uns entschlossen und konsequent umsetzen!
Bei diesem Vorhaben des Wissenstransfers der Hochschule Landshut haben sich engagierte Studierende aus meiner Mastervorlesung »Führungskompetenzen« mit renommierten Experten in einem generationenübergreifenden Projekt zusammengetan, um die verschiedenen Aspekte der »Umsetzung der Digitalen Transformation« zu einem Gesamtwerk herauszuarbeiten. Das bedeutet für alle Beteiligten ein hohes Maß an Engagement und Commitment. Es ist aber an sich schon ein kreativer Prozess, der viel Spaß bereitet und in der Kombination beeindruckende Ergebnisse generiert. Es ist ein Non-profit-Projekt für die Bereitstellung von praxisorientiertem Wissen zur Digitalen Transformation. Alle Einnahmen fließen in die nächsten Projekte ein.
Bedanken möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen, die an dem erfolgreichen Zustandekommen dieses Buches mitgewirkt haben. Das sind zum einen die herausragenden Experten, die sich trotz vielfältiger Verpflichtungen in ihrem angestammten Tagesgeschäft auf einen intensiven Coachingprozess der Studierenden eingelassen haben und die Kapitel so finalisiert haben, wie sie im Buch zu finden sind. Zum anderen sind dies die engagierten Studierenden, die sich die Themenstellungen mit viel Neugierde und Elan erarbeitet haben. Damit steht dieses Buch in der Tradition der Landshut Leadership Buchreihe, in der bereits sieben Bände zum Themenkomplex Leadership in der Digitalen Transformation entstanden sind. Weiterhin gilt mein Dank Frau Dipl.-Ing. Diana Tuczek (IKT) für die fortwährende Unterstützung und Inspiration. Ebenso danke ich Herrn Felix Wimmer, cand. M. Eng. und Niklas Urchs, cand. M. Eng., die sich um die redaktionelle Vorbearbeitung verdient gemacht haben. Schließlich gebührt Bettina Noé vom Haufe Verlag für das engagierte Produktmanagement und Helmut Haunreiter für das aufmerksame Lektorat mein Dank.
Mögen die Anregungen in diesem Buch Sie auf Ihrer Reise in das digitale Zeitalter inspirieren!
Hubertus C. Tuczek
Die digitale Transformation findet in allen Bereichen von Unternehmen, Staat und Gesellschaft statt. Es gibt viele engagierte Initiativen und auch beispielhafte Teilerfolge. Allein die entschlossene flächendeckende Umsetzung scheitert oft an kleinteiligen Diskussionen über (vorgeschobenen) Datenschutz, Sinn und Zweck von Technologie und einer verbreiteten Skepsis, sich von gewohnten und lieb gewonnenen Verhaltensweisen und Abläufen zu verabschieden.
Mit diesem Buch wollen wir einen Beitrag für einen mutigen und umsetzungsorientierten Umgang mit den Potenzialen der Digitalisierung leisten. Dies heißt nicht, den Kopf vor den damit verbundenen Gefahren in den Sand zu stecken, sondern einen offenen und aufgeklärten Diskurs über die Nutzung der Chancen bei einer gleichzeitig bestmöglichen Vermeidung der Risiken zu führen.
Die hier verfügbaren praktischen Expertenerfahrungen helfen Unternehmern, ihre Digitalisierungsstrategie zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. Mit anderen Partnern können sie sich in einem Innovationsökosystem zusammenschließen und so ihre eigenen Kernkompetenzen mit Digitalisierungswissen erweitern. Hierbei bietet sich insbesondere auch die für beide Seiten fruchtbare Zusammenarbeit mit ausgewählten Start-ups an, die mit einem frischen Blick auf die Dinge und mit IT-Know-how Zukunft gestalten wollen, aber erfahrene Partner brauchen, um konkrete Kundenanforderungen mit Produktionswissen zusammenbringen zu können.
Dieses Buch soll aber auch generell Lust auf digitale Zukunft machen und so werden mit 88 ausgewählten Fallstudien, Szenarien und Interviews anschauliche (Unternehmens-) Geschichten erzählt und damit Anregungen für eigene erfolgreiche Vorgehensweisen gegeben. Um den praktischen Nutzen zu unterstreichen, werden dem Leser ferner nützliche Links zu dem jeweiligen Kontext aufgezeigt, mit denen die Inhalte vertieft oder Ansprechpartner zum jeweiligen Thema gefunden werden können. Die Takeaways am Ende eines jeden Kapitels dienen als Checkliste für Interessierte, ihren Status quo mit den Expertenempfehlungen abzugleichen.
Das Buch ist nach Themenschwerpunkten gegliedert. Daher ist es nicht unbedingt notwendig, es durchgehend zu lesen. Es kann, je nach konkreter Situation und aktueller Problemstellung, als Nachschlagewerk verwendet und nach Bedarf zur Hand genommen werden.
[22]Was Ihnen die elf Kapitel bieten
Das Buch gliedert sich in drei Hauptbereiche: Teil1 – Einführung und Übersicht, Teil 2 – Enabler der Transformation sowieTeil 3 – Digitale Transformation aus Anwendungssicht.
Im ersten Kapitel beschreibt der Herausgeber, Hubertus C. Tuczek, die Herausforderungen für die digitale Transformation, die sich aus dem internationalen Wettbewerb wie auch aus der Schwierigkeit der Transformation an sich ergeben. Mit dem entwickelten Landshut Leadership Ansatz zeigt er ein Rahmenwerk für die Umsetzung der digitalen Transformation auf. Ausgangspunkt ist ein iteratives Transformationsmodell, das durch ein kundenzentriertes Kollaborationsmodell ergänzt wird. Das digitale Mindset als Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Transformation wird im Detail hergeleitet und beschrieben. Weiterhin stellt der Autor ein Nutzenmodell für die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen mittels einer Geschäftsnutzenmatrix vor. In Gesprächen mit renommierten Unternehmern und Investoren wie Andy von Bechtolsheim und Josef Brunner konnten Insights zu verschiedenen Themenstellungen gesammelt werden.
Im zweiten Kapitel beschäftigen sich Wolrad Claudy, Geschäftsführender Gesellschafter der Familienholding Maffei & Co. sowie des Accelerators m.partners, Christian Biberger und Jonas Hegel mit dem Zusammenhang von Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Es wird der Green Deal der EU mit seinen Auswirkungen diskutiert und es werden Maßnahmen des »Fit for 55«-Pakets vorgestellt. Die Potenziale der Kreislaufwirtschaft für die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen als eines der zentralen Ziele der EU-Taxonomie und die Anforderungen an den digitalen Produktpass werden aufgezeigt. Neben der Digitalisierung der Versorgungsinfrastruktur wird in einem Fallbeispiel der Green IT-Cube vorgestellt, mit dem sich 50 % der Primärenergie einsparen lassen – vor dem Hintergrund eines ständig steigenden Bedarfs an Rechenleistung eine wichtige Initiative.
Im dritten Kapitel gehen Christoph Egle, wissenschaftlicher Geschäftsführer des bidt, Dominik Meitinger und Manuel Weinzierl auf die Rolle des Staates in der digitalen Transformation ein. Basierend auf der digitalen Agenda der Bundesregierung haben sie sich dabei zwei Schwerpunkte herausgesucht: Zum einen beschäftigen sie sich mit der Digitalisierung der Verwaltung im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes, wobei die Themenfelder und der jeweilige Stand der Umsetzung im Detail beschrieben werden. Zum anderen beleuchten sie den Regulierungsvorschlag der Europäischen Union zur Künstlichen Intelligenz und beschreiben damit die Gratwanderung der Regulierung zwischen Vertrauensbildung und Innovationsfeindlichkeit.
Das vierte Kapitel widmet sich dem Umbruch in der Gesellschaft durch die digitale Transformation. Susan Lindner, Leiterin Digitalisierung bei bayern innovativ, Jingwen Sun und [23]Sebastian Greis ermutigen die Bürger:innen, eine digital versierte Rolle einzunehmen, um den gesellschaftlichen Prozess aktiv zu gestalten. Sie hinterleuchten den Einfluss von Künstlicher Intelligenz und Social Media auf die Gesellschaft und die durch die Digitalisierung verbundenen Chancen und Risiken für Digitale Teilhabe und Inklusion. Ebenso diskutieren sie die Auswirkungen auf das Bildungssystem, auf die Arbeitswelt wie auch auf Lieferketten und Regionalität. Sie zeigen auf, wie durch Kompetenznetzwerke Knowhow zum Beispiel für digitale Landwirtschaft aufgebaut werden kann.
Im fünften Kapitel, gleichzeitig das erste im zweiten Hauptteil »Enabler der Transformation«, zeigen Harald Schirmer, Leiter Digitale Transformation und Change bei Continental, und Sophie Heiß die Potenziale der digitalen Kollaboration auf. Unter dem Motto »Stop sending, start sharing« beschreiben sie die Eigenschaften von Kollaborationsplattformen bis hin zu 3D-Arbeitswelten. Zeit- und Ortsunabhängigkeit sind die Grundvoraussetzung für moderne hybride Arbeitswelten. Durch Multiperspektivität kann Diversität genutzt und eine nachweisliche Output-Verbesserung verbucht werden. Zudem können durch Transparenz Projekte bereits im Prozess und nicht erst im Nachgang verbessert werden. Am Beispiel von Continental weisen sie nach, wie individuelles Feedback von mehr als 100.000 Beschäftigten verarbeitet werden kann.
Das sechste Kapitel hat die digitale Transformation der Prozesse zum Inhalt. Franz-Josef Menzl, VP Technology and Innovation – Factory Automation, Siemens Digital Industries, Kevin Stümpfig und Theresa Götz weisen darauf hin, dass ohne eine durchgängige Digitalisierung der Prozesse die Anforderungen, die sich aus dem Thema Nachhaltigkeit für produzierende Unternehmen ergeben, nicht erfüllt werden können. Gleichzeitig ist die Digitalisierung ein wichtiger Enabler, um Produktivität, Flexibilität und Qualität innerhalb aller Unternehmensprozesse zu steigern. Dabei ist es wichtig, den Prozess der Produktentstehung (PLM) und den Auftragsabwicklungsprozess (SCM) optimal zu integrieren, um eine frühzeitige Einbindung des globalen Lieferantennetzwerks in den Produktlebenszyklus zu gewährleisten. Dies ist essenziell für eine hohe Qualität und kurze Time-to-Market-Zyklen.
Frank Edelkraut, Geschäftsführer Mentus, und Nihad Cakvan fordern im siebten Kapitel ein agiles Lernen in den Unternehmen, um der Dynamik der Transformation gerecht zu werden. Lernen wird zum kritischen Erfolgsfaktor für Unternehmen und für die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden, ist ihre Überzeugung. Die Philosophie dahinter bestehe darin, dass das ganze Unternehmen zu einem selbst-beschleunigenden Lernsystem mit flexiblen Arbeitsstrukturen wird. Darin entscheiden die Menschen weitgehend selbst, wie sie arbeiten und lernen wollen. Dazu gehören auch der Umgang mit Fehlern und Freiheiten für die Selbststeuerung des Lernens sowie die Wertschätzung nicht formalisierten Lernens. Ohne agiles Lernen wird die Transformation nicht gelingen, ist ihr Fazit.
[24]Mit dem achten Kapitel beginnt der dritte Hauptteil: »Digitale Transformation aus Anwendungssicht«. Christian Mohr, Geschäftsführer UnternehmerTUM, Leopold von Schlenk-Barnsdorf, Programm Manager der Initiative FamilienUnternehmerTUM, Bernhard Fabian und Julian Mayr setzen sich mit der Digitalen Transformation bei Familienunternehmen auseinander. Es kommen Vertreter von entsprechenden Unternehmen zu Wort und die verschiedenen Strategien zur Digitalisierung werden diskutiert. Im Kontext der Transformation kommt der notwendige Kulturwandel zur Sprache, den es braucht, um sich mit neuen Arbeitsformen vertraut zu machen und auch anschlussfähig an innovative Start-ups zu werden. Letztendlich geht es darum, wie digitale Geschäftsmodelle aufgebaut werden können, was in entsprechenden Handlungsempfehlungen mündet.
Den Wandel in der Automobilindustrie haben Wolfgang Müller-Pietralla, Leiter Future Research bei Volkswagen, und Annabelle Kern im neunten Kapitel im Fokus. Vernetzte, elektrische und autonome Fahrzeuge führen zu neuen Nutzungsmustern und beeinflussen, wie Kunden digitale Innovationen ihrer Fahrzeuge erleben. Daraus entstehen neue Kundenbedürfnisse und damit neue Geschäftsfelder und -modelle für Automobilhersteller, Zulieferer und Technologieunternehmen. Ausgehend von den verschiedenen Zukunftsszenarien der Digitalisierung werden Treiber für die Transformation beschrieben und eine Zukunftsplanung sowie das Automobil der Zukunft abgeleitet. In den Unternehmen herrscht Umbruchstimmung, denn um zukünftig erfolgreich zu sein, müssen die Weichen in Richtung digitale Zukunft gestellt werden.
Im zehnten Kapitel geht es um die digitale Transformation im Gebäudesektor. Vera Schneevoigt, CDO und Entwicklungsleiterin bei Bosch Building Technologies, und Johannes Vierlinger erläutern, wie durch die Erfassung der Daten eines Bauwerks und dessen technischer Gebäudeausrüstung in Echtzeit eine Transparenz bei Immobilien entsteht, die völlig neue Ansätze in der Gebäudeautomation und anderen technischen Bereichen ermöglicht. Automationslösungen auf der Basis von digitalen Gebäudezwillingen werden zukünftig nicht mehr nur verkauft, vielmehr werden diese als Service-Dienstleistung angeboten und über eine allgemeine öffentliche Cloud-Plattform verwirklicht sowie weiterentwickelt. Mittels Building Information Modeling (BIM) können Bauphasen digital simuliert werden, bevor sie real freigegeben werden.
Im elften und letzten Kapitel widmen sich Till Klein, Senior Education Manager bei appliedAI von UnternehmerTUM, Andreas Liebl, Geschäftsführer von UnternehmerTUM und Niklas Urchs der Anwendung von Künstlicher Intelligenz (Applied AI) insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs). Nachdem es im Mittelstand an Expertise zum Thema KI fehlt, bieten sich für diese Unternehmen Kooperationen mit KI-Start-ups an, von denen es aktuell ca. 300 qualitativ hochwertige Vertreter in Deutschland gibt. Anhand von Fallbeispielen zeigen sie, auf welche Fallstricke man sich bei der Zusammenarbeit einstellen muss und wie die erfolgreiche Kooperation gelingen kann. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass das Fundament der Kooperation schon vor der Kontaktaufnahme gelegt [25]und während der Verhandlungen und des Beziehungsaufbaus gefestigt wird. Plattformen und Initiativen wie appliedAI helfen dabei, die »richtigen« KI-Start-ups zu finden.
Ich wünsche Ihnen viele Inspirationen für eine mutige und entschlossene Umsetzung der Digitalen Transformation!
Ihr
Hubertus C. Tuczek
»In dieser Publikation wird eine geschlechtergerechte Sprache verwendet. Dort, wo das nicht möglich ist oder die Lesbarkeit stark eingeschränkt würde, gelten die gewählten personenbezogenen Bezeichnungen für alle Geschlechter.«
1 Leadership in der Digitalen Transformation
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
Andy von Bechtolsheim, Unternehmer und Investor im Silicon Valley
Wettbewerbsvergleich Deutschland-USA im Thema Digitalisierung.
40
Andy von Bechtolsheim
Chinas Investition in Hightech.
43
Zhu, Xiaoxun (BJ), Leiter der Siemens Corporate Technology sowie Siemens IoT Integration Business Unit »Advanta«, China
Standards in der Digitalisierung.
44
Zhu, Xiaoxun (BJ)
Resiliente Architekturen.
45
Josef Brunner, Mehrfachgründer und Investor in Deutschland
Die Macht der Umsetzung.
64
Gyri Reiersen, Co-Gründerin und CTO Tanso
Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
68
2 Digitale Transformation und der Green Deal der EU
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
Dichtungstechnik Wallstabe & Schneider GmbH & Co. KG
Interview mit den Geschäftsführern bzgl. der Umsetzung von nachhaltigen und digitalen Strategien bei der Fertigung hochwertiger Elastomer-Dichtungen für Fahrzeug- und Industrieanwendungen.
77
»Discovergy« mit Simon Traschinsky, PM Forschungsprojekte
Entwicklung und Betrieb intelligenter Stromzähler bis hin zur aufgeschlüsselten Verbrauchstransparenz in Webportalen und Apps. Die Vision des Unternehmens ist die vollkommene Transparenz der Energieverbräuche in der Energieinfrastruktur.
86
»Zentur.io« mit Michael Detke, CEO
Start-up aus Landshut. Das Ziel des Unternehmens ist es, eine KI-basierte Energiesoftware für Wärmenetze 4.0 zu entwickeln.
88
»Bayern Innovativ« mit Willi Steincke, Leiter ›Smart City‹
Die Vision des Unternehmens für Smart Cities & Regions ist, die Steuerung von klassischen Versorgungsressourcen in Richtung Nachhaltigkeit, Effizienz und Effektivität zu optimieren.
90
[28]
»betteries AMPS GmbH«
Das Geschäftsmodell des Unternehmens betteries AMPS GmbH ist mit seinem Angebot rund um Second-Life-Batterien gezielt auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die E-Mobilität kann einen großen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten.
92
»ISAR AG« mit Dr. Magnus Harlander, CEO
Die ISAR AG ist eine Gesellschaft für nachhaltige Beteiligungen. Mit dem gewonnenen Kapital aus der digitalen Transformation werden Unternehmen unterstützt, die mit ihrem Kerngeschäft dauerhaft zur Realisierung der Nachhaltigkeitsziele beitragen.
94
«Siemens AG« mit Dr. Andreas Kind, Head of Cybersecurity Technology & Trust
Die Dekarbonisierung der Industrie ist eine unternehmensübergreifende Herausforderung, weshalb Siemens nun erstmalig eine Lösung zur effizienten und vertrauenswürdigen Abfrage, Berechnung und Weitergabe von Informationen über den realen CO
2
-Fußabdruck von Produkten auf den Markt bringt.
95
»Green IT-Cube« mit Dr. Helmut Kreiser, Betriebsleiter
Auf Grundlage des Konzepts können Großrechenzentren und kommerzielle IT-Systeme heute im Vergleich zu herkömmlichen Rechenzentren mit einem bis zu 50 Prozent geringeren Primärenergieaufwand betrieben werden.
99
3 Die Rolle des Staates in der digitalen Transformation
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
Arbeit in Digitalisierungslaboren
Die Umsetzung von föderalen OZG-Leistungen hin zu KLICK-Prototypen erfolgt in Digitalisierungslaboren.
109
Nachnutzung – Einer-für-alle-Prinzip
Die Anwendung des »Einer-für-alle-Prinzips« am Beispiel der Expressdigitalisierung zum Infektionsschutzgesetz (IfSG).
110
ELFE – Einfache Leistungen für Eltern
Mit der OZG-Leistung ELFE können Eltern mit einem Antrag diverse Bescheide vollautomatisch online erhalten.
112
ELSTER-Unternehmenskonto
Mithilfe des ELSTER-Verfahrens konnte ein Nutzerkonto zur eindeutigen Identifizierung von Unternehmen geschaffen werden.
113
Umsetzung in Bayern
Der bereits erreichte Fortschritt, die geplanten Maßnahmen und die gesteckten Ziele des Freistaats Bayern bei der OZG-Umsetzung werden dargestellt.
115
[29]
Prof. Dirk Heckmann und Sarah Rachut
Prof. Dirk Heckmann und Sarah Rachut (TUM) sprechen über mögliche Probleme und Hemmnisse bei der Digitalisierung und Umsetzung des OZGs.
117
Martin Ulbrich, Policy Officer Europäische Kommission
Erläuterung, wieso ein staatliches Eingreifen zur Regulierung der KI notwendig ist.
122
Fortsetzung mit Martin Ulbrich
Ziele und zentrale Inhalte des KI-Regulierungsentwurfes der Europäischen Kommission.
122
Verbotene KI-Anwendung – Amazon Mitarbeiter-Scoring
Beispielhafte Vorstellung einer KI-Anwendung, die nach dem Regulierungsentwurf der Europäischen Kommission verboten wäre.
123
KI-Anwendung mit geringem Risiko – Hello Fresh Chatbot
Beispielhafte Vorstellung einer KI-Anwendung, die nach dem Regulierungsentwurf der Europäischen Kommission nur ein geringes Risiko beinhaltet.
124
Fortsetzung mit Martin Ulbrich
Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen und Elemente zur Förderung der Innovationsfähigkeit im Bereich der KI.
125
Dr. Till Klein, Senior Manager Applied AI – UnternehmerTUM
Abwägung, wie eine mögliche KI-Regulierung von Unternehmen aufgefasst wird.
126
Gedankenexperiment Freiheit vs. Sicherheit
Anstoß zum Weiterdenken, welchem ethischen Gut in einem Regulierungsprozess der Vorzug gegeben werden sollte.
127
Prognose-Algorithmus COMPAS
Aufzeigen der Risiken, die ein Algorithmus bei der Beurteilung von Straftätern mit sich bringt.
129
4 Digitale Transformation – Umbruch in der Gesellschaft
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
Digitalkurse
In den Kursen werden, von den Grundlagen zur Bedienung eines Computers ausgehend, alle nötigen Fähigkeiten zur Teilnahme an der digitalen Welt vermittelt, wie zum Beispiel die Planung eines Restaurantbesuches mit Ermittlung der Route über diverse Navigationsanbieter, das Versenden von E-Mails oder der Videotelefonie.
146
Kompetenz-Netzwerk Digitale Landwirtschaft Bayern (KNeDL)
Ziel des Netzwerks ist es, eine Community aus Vertretern der Wissenschaft, Wirtschaft, Praxis, Politik und Verbänden zum Thema Digitalisierung in der Landwirtschaft aufzubauen. Mit dem Input der beteiligten Akteure sollen die »richtigen« Themen angegangen und vorangetrieben werden.
153
[30]
Regiothek GmbH
Studentisches Projekt an der Universität Passau. Mit der Regiothek finden interessierte Verbrauchende regional wirtschaftende Betriebe und deren Produkte. Die Lieferbeziehungen zwischen den Betrieben werden auf einer Online-Landkarte dargestellt und dadurch nachvollziehbar für alle.
154
Digitaler Rollstuhl – Munevo GmbH
2019 wurde eine Steuerung für Elektrorollstühle auf dem Markt gelauncht, die es Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung ermöglicht, ihre Rollstühle durch Kopfbewegungen zu bedienen und zu steuern. Die Steuerung kann innerhalb von wenigen Minuten mit herkömmlichen Elektrorollstühlen verbunden und gestartet werden.
158
Mitnehmen der Mitarbeitenden bei Dräxlmaier
Maik Krüger, Chief Information Officer des internationalen Automobilzulieferers Dräxlmaier Group (CIO), gibt Handlungsempfehlungen für die Beteiligung der Mitarbeitenden an einer erfolgreichen digitalen Transformation im Unternehmen.
160
5 Digitale Kollaboration
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
Umgang mit Veränderungsdynamik in der Continental AG
Motivation und Umsetzung des »sozialen Lernens« in der Continental AG.
167
»Geschichten des Gelingens« der Telekom
Welche positive Erfahrungen und welchen Nutzen Telekom Mitarbeiter bei der Arbeit mit ihrem internen Social Network gewonnen haben.
178
Kollaboration in Virtual-Reality-Welten
Die Möglichkeiten von 3D-Arbeitswelten im Berufsalltag.
184
Digitale Kollaboration in Netzwerken
Die Zusammenarbeit in Netzwerken am Beispiel der GUIDEs in der Continental AG.
186
Einführung digitaler Kollaboration in Unternehmen
Die Fallstudie gibt Einblick in die Einführung von Office 365 bei der Continental AG.
187
[31]6 Digitale Transformation der Prozesse
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
Das Elektronikwerk Amberg (EWA)
Der Nutzen der Digitalisierung, erklärt am Siemenswerk Amberg.
192
Digitalisierung der Firma Siemens in der Inbound-Logistik
Simove, der modulare Baukasten für Automated-Guided-Vehicle-(AGV)-Applikationen.
196
Vollständig automatisierte Integration bei Siemens
Die drei Bestandteile der TIA-Software bei der Firma Siemens.
198
Stufen der Digitalisierung in der Produktentwicklung
Stellt man sich die Frage »Wie entsteht ein Produkt?«, so ist die Antwort heutzutage eine komplett andere, als sie es vor vielen Jahren gewesen wäre. Besonders bei Design und Konstruktion brachte die Zeit viele Fortschritte.
203
Qualitätsprüfung mittels Computertomographie
Die Technologie der Computertomographie findet in der Industrie ein neues Anwendungsgebiet und kommt in der Qualitätssicherung zum Einsatz.
205
Mit digitalem Zwilling kann der CNC-Roboter mehr
Im Siemens Motorenwerk Bad Neustadt kommt der digitale Zwilling eines Roboters für die Inbetriebsetzung, die Arbeitsvorbereitung und auch das Einlernen zum Einsatz.
206
Predictive Maintenance CNC Fertigung
Bei der Wartung einer Werkzeugmaschine bringen die digitale Vernetzung und die Digital Twin Perfomance neue Möglichkeiten mit sich. Statt in starren Zyklen Wartungen durchzuführen, lässt sich die Instandhaltung der CNC-Maschine bedarfsgerecht steuern – so, wie es Aufträge und Auslastung zulassen.
206
Einsatz KI zur gezielten Qualitätsprüfung
Im Elektronikwerk Amberg lässt sich am Ende der Flachbaugruppenproduktion auf der Linie zur Leiterplattenbestückung ein Engpass finden – die automatische Röntgeninspektion. Dort werden die Leiterplatten durch Röntgen auf ihre einwandfreie Funktion hin überprüft.
207
Frank Bleisteiner zum Thema Digitalisierung und Automatisierung im Siemenswerk Amberg
Dank zahlreicher Lösungen aus dem Digital-Enterprise-Portfolio der Firma Siemens ist deren Elektronikwerk in Amberg ein Vorreiter im Thema Digitalisierung und Automatisierung.
209
[32]
Manufacturing Operations Management System der Firma Siemens
Das Siemens Manufacturing Operations Management System (MOM) OP-Center stellt eine Erweiterung des MES-Systems dar und ist eine ganzheitliche Software für die Optimierung des Produktionsprozesses.
211
Alexander Reinhard zum Thema Digital Twin Production
Die modernen Produktionsanlagen der Firma Siemens existieren heutzutage nicht nur in der physikalischen Welt, denn es lassen sich alle Produktionsmittel bis hin zum einzelnen Werkstückträger in einer ständigen Momentaufnahme digital abbilden.
213
7 Agiles Lernen in Unternehmen
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
Agiles Lernen auf Teamebene
Interview mit dem Product Owner eines Automobilzulieferers. Das Unternehmen gehört zu den weltweit 100 größten Zulieferern der Automobilindustrie. Die agile Transformation hat bei dem Unternehmen im Jahr 2016 begonnen.
223
Lernen auf Organisationsebene – Die Garage bei Dräger
Zu den wettbewerbssteigernden Maßnahmen bei der Firma Dräger gehört seit 2016 die »Garage«, in der ein Grundstein für mehr Innovationen gelegt wurde. Die Garage ist in einer historischen ersten Produktionshalle bei Dräger angesiedelt und wird durch die Abteilung Global Innovation Management betrieben.
233
8 Digitale Transformation bei Familienunternehmen
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
Oetker Gruppe kauft das Start-up Flaschenpost
Die Akquisition des Unternehmens Flaschenpost durch das Traditionsunternehmen Dr. Oetker veranschaulicht die Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, um keine Gefährdung durch radikale Innovationen oder innovative Geschäftsmodelle zu erfahren.
241
Saskia Gleitsmann
Dieser Interviewausschnitt thematisiert die digitale Disruption in einem Familienunternehmen aus der Holzbranche.
247
[33]
Avesco mit Prof. Dr. Arnold Weissmann
Dieser Interviewausschnitt handelt von den Chancen und Risiken, die durch die digitale Disruption entstehen.
248
»Der neuen Generation das Ruder überlassen«
Der Aufbau neuartiger Netzwerke außerhalb der bestehenden Wertschöpfungskette ist ein wichtiges »Steckenpferd«, das die neue Generation in das Familienunternehmen miteinbringt. Eine gute Variante ist die Gründung eines Start-ups.
250
»Digitalisierung im Wertesystem verankern«
Für eine erfolgreiche digitale Transformation im Familienunternehmen ist der Grad der »Digital Openness« richtungsweisend.
251
Christian Bucher von Bucher Stahlhandel GmbH
Digitalisierung war schon immer Bestandteil unserer DNA und wird auch in Zukunft weiter ausgebaut.
251
»Externen CDO anstellen«
Durch einen Chief Digital Officer kann der Grad der Digital Readiness erhöht werden.
252
»Generationenübergreifende Kooperation«
Neben der fundierten Digitalisierungskompetenz kann die nächste Generation weitere Fähigkeiten vorweisen, die in Zukunft immer wichtiger für etablierte Familienunternehmen werden.
253
Philip von Schlenk – General Manager Carl Schlenk AG
Man benötigt oftmals bei den verschiedensten Themen ein »Out of the box«-Denken.
254
Saskia Gleitsmann
Digitale Transformation ist ein Wettbewerbsvorteil.
254
Philip von Schlenk – General Manager Carl Schlenk AG
Durch Digitalisierung wird die Übergabe und der Übergang von wichtigen Informationen leichter.
256
Christian Bucher
Kulturveränderung des Unternehmens durch digitale Transformation.
258
Reifenhäuser Group
Um digitale Lösungen und Geschäftsmodelle umzusetzen, wurde eine Tochter als Start-up gegründet.
258
Gira Giersiepen GmbH & Co. KG
Diese Fallstudie betrachtet die Digitalisierung eines führenden Anbieters für Elektroinstallatons- sowie Gebäudesystemtechnik.
259
Beumer Group
Dieses Fallbeispiel illustriert das digitale Geschäftsmodel eines führenden Familienunternehmens für Intralogistiksysteme.
260
[34]
Philip von Schlenk – General Manager Carl Schlenk AG
Hierbei werden Handlungsempfehlungen für die digitale Transformation von Familienunternehmen aus Sicht von Philip von Schlenk (General Manager – Carl Schlenk AG) formuliert.
262
Christan Bucher – Geschäftsführer Bucher Stahlhandel
In diesem Interviewausschnitt wird die Bedeutung der Kooperation zwischen tradierten Familienunternehmen und externen Innovationspartnern thematisiert.
263
9 Die Automobilindustrie im digitalen Wandel
Fallbeispiel/Szenario/Interview
Thema
Seite
Projekt Trinity – Die Fahrzeugproduktion der Zukunft
Das Projekt rund um die VW Limousine Trinity zeigt auf, inwiefern traditionelle Produktionsprozesse im Automobilbereich überdacht sowie neu konzipiert werden und wie die Nachhaltigkeit zukünftig eingebunden werden kann.
274
Frank Jelich, Leiter IT Strategie Produktion der Marke Volkswagen
Frank Jelich, Leiter IT Strategie Produktion der Marke Volkswagen, gibt einen Ausblick darauf, wie die Fahrzeugproduktion der Zukunft aussehen wird und erklärt, auf was bei der Digitalisierung von Produktionswerken zu achten ist.
274
Digitales Shopfloor-Management
Anhand des digitalen Shopfloor-Managements des Volkswagenkonzerns wird ein konkretes Beispiel für den Einsatz der Industrial Cloud erläutert. Die Vorteile vernetzter Standorte werden dabei deutlich.
277
Joachim Heim, Director Network Performance at DEKRA Automotive Solutions Germany GmbH
Joachim Heim, Director Network Performance at DEKRA Automotive Solutions Germany GmbH, erklärt, welche Punkte beachtet werden müssen, um eine digitale Resilienz bezüglich der allgemeinen Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens auf Veränderungsprozesse erreichen zu können.
280
Frank Jelich, Leiter IT Strategie Produktion der Marke Volkswagen
Frank Jelich beschäftigt sich mit den Fragen, wie Mitarbeiter im Zuge der Digitalisierung unterstützt werden können und was ein Unternehmen beitragen kann, damit der Transformation nichts im Wege steht.
282
Sandra Brauer, systemische Beratung, Stressmanagement-Trainerin und Prozessbegleiterin in der digitalen Transformation
Sandra Brauer, systemische Beratung, Stressmanagement-Trainerin und Prozessbegleiterin in der digitalen Transformation, gibt Hinweise, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter erfolgreich durch die Digitalisierung führen können.
283
[35]
Vom KFZ-Mechatroniker und Springer zum E/E-Fertigsteller
Ricardo Thies wird während seiner Umschulung zum E/E-Fertigsteller begleitet und nach einiger Zeit in seiner neuen Funktion besucht. Dabei wird kurz aufgezeigt, wie das Kompetenzprogramm des VWN Werkes Hannover gestaltet ist und wie es bei dem Mitarbeiter ankommt.
284
Dr. Marius Spika, Head of Digital Architecture Concepts at Volkswagen Group Innovation
Dr. Marius Spika, Head of Digital Architecture Concepts at Volkswagen Group Innovation, erklärt, worum es sich bei Car Connectivity handelt und welche Rolle dies für eine nachhaltige Zukunft spielt.
285
Car-to-X-Dienst »Lokale Gefahreninformation« von Audi
Um Gefahrenmeldungen in Echtzeit ausgeben zu können, werden Schwarmdaten von Fahrzeugen mehrerer Tochtergesellschaften des Volkswagenkonzerns ausgewertet. Hiervon können neben den Autofahrern auch Kommunen profitieren.
285
Mobilitätskonzept »Build on Volkswagen«
Das Mobilitätskonzept von Volkswagen beschreibt, wie die Modularisierung des Fahrzeuges erreicht werden kann und welche Möglichkeiten diese für Industrie- und Business-Anwendungen sowie für die private Nutzung bietet.
286
Digital Detox und Scandinavian Design im Fahrzeug
In einer von der Digitalisierung geprägten Umwelt kann das Fahrzeuginterieur durch Digital Detox und Scandinavian Design zu einem Bereich der Ruhe und Achtsamkeit verhelfen.
288
10 Digitale Transformation im Gebäudesektor
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
Das digitalisierte Bürogebäude von morgen
Das Fallbeispiel gibt einen grundlegenden Eindruck darüber, was in Gebäuden der Zukunft möglich sein wird.
292
BIM und Augmented Reality
Auch BIM ist Teil der digitalen Transformation. Ein Anwendungsbeispiel im Verbindung mit Augmented Reality.
299
HVAC-System-Insights am Beispiel »Pilotprojekt«
Anhand eines realen Bauprojektes werden die Automatisierung einer HVAC-Anlage und die daraus resultierenden Vorteile erklärt.
304
FDS-Insights
Das Fallbeispiel gibt einen Eindruck darüber, wie die Automatisierung von Brandmeldeanlagen aussehen kann.
305
[36]11 Applied AI in Unternehmen
Fallstudie/Szenario/Interview
Thema
Seite
KMU – Bianka Rieder, Berlin Recycling GmbH
Bianka Rieder von Berlin Recycling berichtet von ihrer Erfahrung bei der Zusammenarbeit mit KI-Start-ups.
322
Start-up – Tim Schleicher, LEAD Machine Learning GmbH
Tim Schleicher, Gründer und CEO bei LEAD Machine Learning, berichtet von den Erfahrungen mit Berlin Recycling und der Kooperation mit KMUs.
323
Start-up – Dr. Dustin Feld, adiuta-Byte GmbH
Dr. Dustin Feld, Co-Founder von adiutaByte, beschreibt seine Erkenntnisse bei der Zusammenarbeit mit KMUs.
323
KMU – Henrik Kerner, Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH
Henrik Kerner beschreibt die Zusammenarbeit mit einem KI-Start-up aus der Sicht eines KMU.
324
Start-up – Jan Mittendorf, ferblick.
Jan Mittendorf, Co-Founder von ferblick., beschreibt die Vorteile bei der Zusammenarbeit mit KMUs.
324
Sounding Board bei LEAD Machine Learning
Einberufen von Schlüsselspielern zu Beginn eines Projekts als Erfolgsfaktor.
329
Hubertus C. Tuczek
Zusammenfassung
Die digitale Transformation schreitet schneller voran, als sich das so mancher vorstellen kann. Google hatte 2001 einen Marktanteil von 1 % mit seiner Suchmaschine, 2004 im Jahr des Börsenganges waren es 50 %. Der Platzhirsch Yahoo war praktisch vom Markt gefegt worden. Vor dem Hintergrund dieser neuen Wettbewerbsdynamik, bei der auch klassische Industriezweige mit IT verschmelzen, wird ein neuer Führungsansatz entscheidend für den Fortbestand von Unternehmen. Das notwendige Leadership in der Digitalen Transformation wird in diesem Kapitel aufgezeigt, wobei die Messlatte an den Erfolg der Umsetzung angelegt wird.
»The most profound business challenge we face today is how to build organizations that can change as fast as change itself.«
Gary Hamel
»Europe is viewed by either the US or China as a consumer of high tech and not as a competitor (with rare exceptions).«
Andy von Bechtolsheim
In einem offenen und fruchtbaren Austausch mit Andy von Bechtolsheim, in dessen Rahmen auch das folgende Interview stattfand, hatte ich die Gelegenheit, seine Sichtweise auf die Entwicklungen in Deutschland, Europa und die Welt zu erfahren.
[40]Interview 1 – 1: Andy von Bechtolsheim, Gründer und Investor, Silicon Valley
Andy von Bechtolsheim, born in Bavaria, Hängeberg am Ammersee, studied at the Technical University of Munich. In 1975, he received a Fulbright Program scholarship to study at Carnegie Mellon University in the United States. In 1976, he obtained a master’s degree in electrical engineering. In 1977, he joined Intel and moved to Silicon Valley, California, but because the company arranged for him to go to Oregon, he resigned a week later. He got a summer job at Stanford University, then enrolled and became a PhD student in electrical engineering. While at Stanford University, Bechtolsheim designed a high-speed computer workstation called SUN workstation, whose name is taken from the abbreviation of Stanford University Network. On February 24, 1982, Andy von Bechtolsheim and others founded Sun Computer, and Andy von Bechtolsheim became the first employee. In 1998 he became the first investor in Google. As a result of investments like these, Bechtolsheim is seen as one of the most successful angel investors.
H.T.: Dear Andy, from your perspective, where do we stand in Germany with regard to the technological development of our industry? How do we secure our future prosperity in international competition with USA and China?
A.v.B.: My answers to the questions raised are really very simple.
Wealth ultimately depends on value creation, which can typically be protected through patents, copyrights and trade secrets. Germany has had significant success in creating value in many industries. However, in an ominous development, it is lagging far behind the US and China in the all important software, AI/ML and other digital industries. One needs to take a hard look at what Germany missed out on versus the US in the last 40 years of digital evolution to understand the size of the missed opportunity.If one takes as a proxy for value creation the market capitalization of the US high tech industries, which is roughly $12.5 Trillion (representing 25 % of the US public market value and exceeding the value of all European stock markets combined), one can argue that Germany as the leading economy in the EU missed out at least at $1 Trillion in value creation as would be measured by higher stock market capitalization.
So I would phrase the question from «What can Germany do better than the rest of the world» to «What can Germany learn from the US and China how to do things better« because that is the competition going forward, more so than other EU countries.
Andreas von Bechtolsheim ist ein Zeitzeuge des Aufstiegs des Silicon Valleys von einer Keimzelle zum weltweiten Zentrum für digitale Technologien und der daraus entstandenen Plattformökonomie. Als Gründer und Investor war und ist er maßgeblich an dieser historisch beispielhaften Entwicklung beteiligt. Vor dem Hintergrund seines Lebens und Wirkens in diesem dynamischen und innovativen Hotspot eröffnet uns sein Blick auf [41]Deutschland und Europa eine besonders wertvolle Perspektive. Zumal seine Wurzeln in Deutschland liegen.
Aber was ist eigentlich passiert? Deutschland hat sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit seinem »Wirtschaftswunder« als Exportweltmeister global mit seinen technischen Entwicklungen etabliert. Die Automobilindustrie ist ein Beispiel für diesen schillernden Erfolg. Auch bei den aufkommenden Internet-Themen war man von Beginn an mit dabei. War es nun der Erfolg der bestehenden Branchen und Geschäfte oder die Tatsache, dass uns nach dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 der Mut verlassen hat – der Plattformökonomie aus dem Silicon Valley hatte sowohl Deutschland wie auch Europa nichts Adäquates entgegenzusetzen. Seitdem nun auch China in der Entwicklung von digitalen Technologien seine Chance sieht, auf der Welt zu einem Big Player zu werden, gilt es für Deutschland und Europa, sich in diesem anspruchsvollen Umfeld zu behaupten.
Unsere kulturellen Stärken der konsequenten Planung und des langfristigen Denkens sind in der hohen Dynamik der digitalisierten Wirtschaft nicht unbedingt ein Vorteil. Hier gilt es, eher zu experimentieren und schnell Dinge auszuprobieren, um als Erster auf dem Markt zu sein und sein Netzwerk aus Kunden (die Reichweite) vor der Konkurrenz auszubauen. Dies entspricht einer Trial-and-Error-Kultur, für die vor allem die Amerikaner bekannt sind. Gepaart mit Unbeschwertheit und Neugierde haben sie so eine neue Digital Economy aufgebaut.
Die Herausforderung für uns Deutsche und Europäer hat zwei Dimensionen. Zum einen gilt es, die Ansage von Andreas von Bechtolsheim anzunehmen und mit der Gründung von Technologiefirmen im digitalen Bereich Fahrt aufzunehmen und hier aufzuholen. Zuversichtlich macht uns dabei die Tatsache, dass es in Europa im Jahr 2021 gelungen ist, 100 Milliarden an Investkapital sowie 98 neue Unicorns zu generieren und somit an internationales Niveau anzuschließen. Hier gilt es, die Anstrengung zur Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für Gründer durch Hochschulen, Unternehmen, Staat und Investoren weiter zu intensivieren. Zum anderen müssen sich bestehende Unternehmen digital transformieren. Dies gilt sowohl für Großunternehmen (siehe z. B. Autoindustrie) als auch für den Mittelstand. Das folgende Kapitel beschreibt das Innovators Dilemma und die daraus resultierenden Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Digitalen Transformation.
Clayton Christensen hat in seiner Funktion als Professor an der Harvard Business School untersucht, warum große Unternehmen bei dem Aufkommen von neuen Technologien scheitern. Das Ergebnis hat er als »Innovators Dilemma« bezeichnet.
Abb. 1: Innovators Dilemma
Sein aufschlussreiches Ergebnis ist in der Abbildung 1 grafisch dargestellt. Der Markterfolg einer Technologie bestimmt den Gewinn und damit die Grundlage für die Existenz der Firma (blaue Kurve). Kommt eine neue Technologie auf (rote Kurve), ist der Markterfolg und der damit verbundene Gewinn zunächst noch gering. Der Return on Invest (ROI) ist deutlich schlechter als bei der bestehenden Technologie. Entscheidet sich also das Management in dieser Situation, Investitionsbudget zu der neuen Technologie umzulenken, wird das Ergebnis der Firma schlechter im Vergleich zu Wettbewerbern, die diesen Schritt nicht unternehmen. Bei einer von Kennzahlen getriebenen Wahrnehmung der Investoren sieht das Management schlecht aus. Zumal der Erfolg einer neuen Technologie auch Jahre auf sich warten lassen kann. In Verbindung mit Vertragslaufzeiten des Managements, Beharrungskräften im Unternehmen und einer gewissen Trägheit von etablierten Firmen handelt es sich hier um ein echtes Dilemma für solche Unternehmen. Das klassische Beispiel einer an diesem Dilemma gescheiterten Firma ist der ehemalige Weltkonzern Kodak. Obwohl die Digitalkamera sogar in den eigenen Reihen erfunden wurde, ist es nicht gelungen, den Übergang vom Fotopapier in die digitale Welt zu schaffen. Eine dramatische Insolvenz war die Folge. Daher werden neue Technologien in der Regel von neuen Unternehmen auf den Markt gebracht, die keine Legacy zu verlieren haben.
Am 19. August 2004 ging Google mit seiner Suchmaschine an die Börse und das Internet-Unternehmen erzielte mit 27 Mrd. US-Dollar auf Anhieb eine Bewertung auf dem Niveau des etablierten Automobilkonzerns General Motors. Am 4. Dezember 2009 kündigte Google die personalisierte Suche an, ein Meilenstein in der Individualisierung des Internet-[43]Zugangs. Heute sind wir ohne KI nicht mehr in der Lage, die angebotenen mehreren Hundert Fernsehkanäle zu nutzen und diskutieren den Einsatz von Quanten-Computing. In den letzten 20 Jahren waren wir Zeugen einer rasanten Entwicklung im Bereich Hard- und Software.
In China wird Technologie als nationaler Fortschritt betrachtet und verbunden mit einer Technikaffinität der Bevölkerung sind so ideale Rahmenbedingungen für die Digitalisierung entstanden. Der Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) am 11. Dezember 2001 war Ausgangspunkt für eine beispiellose Entwicklung des kommunistischen Staates zu einer aufblühenden wirtschaftlichen Weltmacht. Vor 20 Jahren wurde in keiner der Prognosen ein derartiges Szenario für möglich gehalten. China war damals ein weißer Elefant im Raum.
Interview 1 – 2: Andy von Bechtolsheim, Gründer und Investor, Silicon Valley
…
A.v.B.: China is 100 % focussed on dominating high tech, the most important area of value creation going forward. The intensity and speed at which China is investing in high tech is largely misunderstood in the West.
Das Tempo der Digitalisierung wird von den USA und zunehmend von China vorgegeben. Shenzhen ist als erste Stadt komplett mit 5 G vernetzt. Es fahren dort 16.000 Elektrobusse, 21.000 Elektrotaxis bei 60.000 Ladestationen. Der Feinstaub-Index ist von 100 auf 26 heruntergegangen. Die Kriminalitätsrate wurde durch stadtweite Gesichtserkennung per Kameratechnik auf ein Minimum gedrückt. Shenzhen ist mit dem Unternehmen DJI das weltweite Zentrum der Drohnenherstellung für den privaten Gebrauch. Der Batteriehersteller BYD stellt auch Fahrzeuge her. Die Börsenkapitalisierung ist mittlerweile höher als bei Daimler oder BMW. Mit seinen Elektrobussen hat BYD einen Marktanteil von 20 % in Europa. Die Entschlüsselung von menschlichen Genomen geht bei der in Shenzhen ansässigen Life Science Firma BGI heute mittels Künstlicher Intelligenz innerhalb eines Tages und kostet unter 1.000,- Dollar.1
In einer Studie der Harvard Kennedy School »The Great Tech Rivalry: China vs the U.S.«2 werden die USA und China in 6 grundlegenden Technologiebereichen des 21. Jahrhunderts gegenübergestellt. Gemäß der Untersuchung ist China in 3 (AI, 5 G, Green Technology) von 6 Bereichen gleichauf oder bereits vorne. Aber auch in den anderen 3 Bereichen (Quantum Information Science QIS, Semiconductors und Life Science) holt China stark auf. Eric Schmidt, ehemaliger CEO von Google, ist der Überzeugung, dass die USA in den 2030er-Jahren – sollte sich der Trend nicht umkehren – mit einem Land konkurrieren wird, [44]das über eine größere Wirtschaft, eine bessere Forschung mit höheren Investitionen, einen breiteren Einsatz von neuen Technologien und eine stärkere Computerinfrastruktur verfügt.
In einem Interview, das ich mit Dr. Zhu Xiaoxun, Leiter von Siemens größtem Forschungs- und Innovationszentrum außerhalb von Deutschland in Suzhou, führen konnte, haben wir die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Spannungen auf die Entwicklung und den Einsatz von neuen Technologien aus seiner Sicht diskutiert.
Interview 1 – 3: Dr. Zhu Xiaoxun, Executive Vice President, Siemens Ltd., China
Dr. Zhu Xiaoxun has been leading Siemens Corporate Technology China since 2014. In 2019, he took on an additional responsibility, leading the newly established Siemens IoT Services China business unit. As the Head of Corporate Technology China, he leads Siemens’ largest research center outside of Germany, focusing on solving unique technology challenges in the China market, with a strong emphasis on collaborative research with local partners within the China innovation eco-system. At the same time, he leads the IoT Services unit, which builds upon the strong consulting and technology competences at Siemens China, to provide end-to-end IoT integration services as well as consulting for digital transformation. Before joining Siemens, Dr. Zhu spent 16 years with Honeywell and Metrologic Instruments. Dr. Zhu Xiaoxun earned his PhD and MS/BS of Electrical Engineering from Drexel University, Philadelphia, U.S. in 1997 and 1994.
H.T.: Dear BJ, what phenomena do you see in the digital transformation in an international context?
Z.X.: Digitalization is going tobe a geological phenomenon going forward. Looking from China, data is segregated by country, as well as technology. There are certain technology components some part of China could not use. So, China would intentionally steer away from it. As much as so much of the digital technology is common, Chinas dedication to create a self-developed and controllable technology environment is going to create a type of technology dialect that is different from Europe or the US.
In addition, architectures will evolve in a more resilient way. In the next ten years we will see more and more geopolitical tension. Technology will be hit by geopolitical dispute. Therefore, we must ensure that modules in the system are interchangeable as part of the architectural design, should sanctions be imposed on any of the countries.
Als Konsequenz aus dieser Entwicklung sieht er unterschiedliche Standards zur Digitalisierung in den verschiedenen Märkten entstehen. Seine eindeutige Empfehlung an internationale Unternehmen ist es, sich in China bei der Definition dieser Standards aktiv einzubringen und sie mitzugestalten.
[45]Interview 1 – 4: Dr. Zhu Xiaoxun, Executive Vice President, Siemens Ltd., China
H.T.: BJ, what is your opinion of international standards in digitalization? Z.X.: Standards are missing right now in digitalization. Looking forward the regions like China will develop their own standards. Now is the time for global companies like Siemens to contribute to the development of standards in China, as China is an important market and has its own standardisation body.
Die Herausforderungen unserer Zeit lassen sich mit drei D beschreiben: Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografie. Aktuell wird zunehmend auch ein viertes D: Deglobalisierung diskutiert – im Sinne einer Neubetrachtung von internationaler Zusammenarbeit und von globalen Lieferketten.
Zur Definition und Bedeutung der Digitalisierung bzw. der Digitalen Transformation gibt es viele unterschiedliche Ansätze und Meinungen. Bei der Digitalisierung geht es im engeren Sinne um die Umwandlung von analogen Daten (Text, Bild, Ton) in digitale Daten. Das Internet ermöglicht den weltweiten Zugriff auf diese Daten ohne örtliche Beschränkungen und schafft damit einen globalen interaktiven Informationsraum (web 2.0). In Verbindung mit der exponentiell gestiegenen Leistungsfähigkeit von Rechenkapazität (Moore’s law) ergeben sich technologische Möglichkeiten, die zu einer kompletten Veränderung aller gesellschaftlichen Bereiche führen. Für die Wirtschaft bedeutet dies, dass klassische Branchen und Industrien mit IT verschmelzen. Diesen grundlegenden Wandel in eine neue Welt adressieren wir in diesem Buch mit dem Begriff der Digitalen Transformation.
Im Jahr 2011 entstand der Begriff Industrie 4.0 im Rahmen eines Zukunftsprojektes der Hightech-Strategie der Bundesregierung in Deutschland. »Industrie 4.0: Mit dem Internet der Dinge auf dem Weg zur 4. industriellen Revolution« lautete die griffige Formel der verantwortlichen Professoren Wolfgang Wahlster, DFKI, Henning Kagermann, acatech, und Wolf-Dieter Lukas, BMBF. Dezentrale Intelligenzen (Cyberphysische Systeme) sollten eine weitgehend autonome Selbstorganisation der Produktionsprozesse ermöglichen. In den folgenden Jahren wurde laut Google Suche der Begriff der Digitalisierung zunehmend mit dem umfassenden Verständnis der Digitalen Transformation als neuer Megatrend verwendet. Es war das Jahr 2015, als das Weltwirtschaftsforum (WEF) die »Digital Transformation Initiative DTI« ausgerufen hatte. Sie ging einher mit der Erwartung, dass dieser digitale Wandel »100 Billionen Dollar für Wirtschaft und Gesellschaft freisetzen« könnte. Eine starke Motivation für etablierte Unternehmen, sich mit diesem Trend auseinanderzusetzen. Sieben Technologien wurden als zentrale Enabler identifiziert:
[46]
Künstliche Intelligenz,
Big Data Analytics und Cloud,
individuelle Fertigung und 3D-Druck,
Internet der Dinge (IoT) und vernetzte Geräte,
Roboter und Drohnen,
autonome Fahrzeuge und
soziale Medien und Plattformen.
Wobei im Schumpeterschen Sinne insbesondere die Kombination der verschiedenen Technologien disruptive Innovationen hervorbringt, die ganze Industrien verändern oder hervorbringen können.
Die zu beantwortende Fragestellung lautet, wie uns die praktische Umsetzung dieser enormen Herausforderungen gelingen kann.
Unter der Überschrift Landshut Leadership hat der Autor in den letzten Jahren Beobachtungen und wissenschaftliche Forschungen zu Führung in der Digitalisierung angestellt und durchgeführt. Ein zentrales Ergebnis hieraus ist die Entwicklung des Landshuter Nutzenmodells, das den Geschäftsnutzen in verschiedenen Kategorien den Nutzenempfängern (Stakeholder) in einer Matrix zuordnet.3 Es ist geeignet, Geschäftsmodelle hinsichtlich ihres Nutzwertes zu analysieren und zu optimieren. Damit dient es als Grundlage für Investitionsentscheidungen. Das Besondere an dem Modell besteht darin, dass es nicht nur den Kundennutzen beschreibt, sondern auch die Auswirkung auf Gesellschaft und Umwelt. Das ermöglicht einen umfassenden Blick auf das Geschäftsmodell und integriert und motiviert damit die Berücksichtigung der Aspekte der Nachhaltigkeit – siehe Kapitel 1.3.
