Unerwartetes Vergnügen - Alex Carreras - E-Book

Unerwartetes Vergnügen E-Book

Alex Carreras

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Beschreibung

Nachdem er seinen Partner mit einem anderen Mann erwischt hat, verlässt Marcus Cahn sein Zuhause in Florida und macht sich auf den Weg nach Virginia, um bei seiner Schwester Eve Trost und eine Zuflucht zu suchen. Während er versucht, sich ein neues Leben aufzubauen, nimmt Marcus die Einladung zu einem Date mit dem dunkelhaarigen, sexy Rob Rodriguez an … der, wie Marcus bald herausfindet, mit dem blonden, gutaussehenden Paul Keller bereits einen festen Freund hat. Ist Rob nur auf Spielchen aus? Ist er ein Fremdgänger? Und weiß Paul, was sein Partner so treibt? Doch dann macht Marcus eine unerwartete Entdeckung: die beiden Männer suchen nach einem Dritten in ihrer festen Beziehung. Marcus setzt sich mit dem Gedanken auseinander und fragt sich, ob er imstande ist, sich überhaupt auf eine Beziehung mit einem Mann einzulassen, ganz zu schweigen von zweien, da er kaum über seine letzte Beziehung hinweg ist. In dieser Geschichte über Liebe, Akzeptanz, Familie und Heilung begeben sich drei Männer auf einen Weg der Entdeckungen, der ihr Leben für immer verändern wird. Ein homoerotischer Liebesroman mit einer MMM-Dreierbeziehung. Länge: rund 31.400 Wörter

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Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Epilog

ÜBER DEN AUTOR

LESEPROBE:

Unerwartetes Vergnügen

Nachdem er seinen Partner mit einem anderen Mann erwischt hat, verlässt Marcus Cahn sein Zuhause in Florida und macht sich auf den Weg nach Virginia, um bei seiner Schwester Eve Trost und eine Zuflucht zu suchen. Während er versucht, sich ein neues Leben aufzubauen, nimmt Marcus die Einladung zu einem Date mit dem dunkelhaarigen, sexy Rob Rodriguez an … der, wie Marcus bald herausfindet, mit dem blonden, gutaussehenden Paul Keller bereits einen festen Freund hat. Ist Rob nur auf Spielchen aus? Ist er ein Fremdgänger? Und weiß Paul, was sein Partner so treibt?

Doch dann macht Marcus eine unerwartete Entdeckung: die beiden Männer suchen nach einem Dritten in ihrer festen Beziehung. Marcus setzt sich mit dem Gedanken auseinander und fragt sich, ob er imstande ist, sich überhaupt auf eine Beziehung mit einem Mann einzulassen, ganz zu schweigen von zweien, da er kaum über seine letzte Beziehung hinweg ist.

In dieser Geschichte über Liebe, Akzeptanz, Familie und Heilung begeben sich drei Männer auf einen Weg der Entdeckungen, der ihr Leben für immer verändern wird.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt und einer MMM-Dreierbeziehung.

Länge: rund 31.400 Wörter

ALEX CARRERAS

Unerwartetes Vergnügen

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Die Originalausgabe erschien unter dem Titel

„Unexpected Pleasures“

Copyright © der Originalausgabe: Alex Carreras, 2017

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2017

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Haftungsausschluss:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Haftung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Prolog

Er hatte ein schlechtes Gewissen.

In letzter Zeit hatten sie sich nicht vertragen und ihr inzwischen täglicher Morgenstreit war diesmal schlimmer gewesen als üblich. Marcus wollte nicht zugeben, dass es für ihn normal geworden war, den Tag mit scharfen Worten und bösen Blicken zu beginnen. Früher hatten sie einander geliebt, aber in letzter Zeit ...

An diesem Morgen hatte Alan sich nicht gut gefühlt. „Ich bekomme eine Erkältung, das ist alles“, hatte er gesagt.

Marcus war alles andere als verständnisvoll gewesen. Ihr Streit war noch zu frisch gewesen, daher hatte er sich freundliche Worte oder Mitgefühl verbissen, bevor er sich auf den Weg zur Arbeit machte.

Nach zwei Stunden auf der Arbeit beschloss er, früher in die Mittagspause zu gehen, und besorgte im Supermarkt an der Ecke Hustensaft, ein billiges Heftchen voller aufreizender Artikel und verwelkende Nelken, die ein wenig Liebe bitter nötig hatten, um Alan zuhause damit zu überraschen. Es war sein Versuch eines dringend nötigen Ölzweigs. Marcus wusste nicht, was er sonst tun sollte. Er befürchtete, dass ihre Beziehung zu viele Streitereien erlebt hatte, um sich wieder zu erholen. Aber er musste es versuchen. Außerdem konnte er sich nicht mehr erinnern, worüber sie am Morgen gestritten hatten. Bestimmt nur etwas Unwichtiges und Verzeihliches, redete er sich ein.

Als er sich selbst durch die Vordertür hereinließ und dabei sicherstellte, dass die Schlüssel nicht klimperten und seine Überraschung ruinierten, hörte Marcus ein Stöhnen aus dem Schlafzimmer. Eine Sekunde lang machte er sich Sorgen, dass Alans Erkältung schlimmer war als gedacht und er Hilfe brauchte ... aber das darauffolgende Stöhnen war von Lust, nicht Schmerz erfüllt. Langsam und leise schlich Marcus zum Schlafzimmer und folgte dabei den Stimmen, die ihm nur teilweise vertraut waren. Er wusste, was er dort vorfinden würde, aber er musste nachsehen, ob seine Befürchtungen berechtigt waren.

Er spähte durch die halboffene Tür. Alan lag in den Armen eines Mannes, den Marcus vom Fitnessstudio kannte. Hände flogen über entblößte Haut und Lippen lagen in wilder Leidenschaft aufeinander – ein Gefühl, das Marcus länger nicht erlebt hatte, als er zugeben wollte. Er wusste, dass es in seiner Beziehung Probleme gab, aber jetzt waren sie nicht mehr zu beheben. Er konnte nicht mit jemandem zusammen sein, der untreu war. Marcus zwang seine Beine zurückzutreten. So konnte er Alan nicht zur Rede stellen. Ein Anruf, selbst eine Nachricht würde genügen. Seine Schlüssel waren noch in seiner Tasche. Marcus legte den Blumenstrauß, den er mit einer verschwitzten Hand umklammerte, auf die Küchentheke und ging zum letzten Mal zur Vordertür hinaus.

Er wusste nicht, wohin er gehen sollte, aber er wäre überall lieber als dort. Marcus konnte keinen einzigen Tag mehr in dieser freud- und leidenschaftslosen Beziehung leben. Und das hatte er auch nicht vor.

Kapitel 1

Marcus Cahn beobachtete von seinem Auto aus, wie schlanke junge Mütter in das Sportzentrum der Gemeinde strömten und Kleinkinder mit zerzausten goldenen Locken hinter ihnen her watschelten wie Entchen auf dem Weg zum Teich oder, in diesem Fall, zum Hallenbad. Sowohl Mütter als auch Kinder plauderten mit Freunden während sie sich Segeltuchtaschen zurück auf die Schulter schoben, faltbare Schwimmflügel in Primärfarben und große gestreifte Handtücher zusammengerollt unter den Armen trugen.

Es war das absolut vollkommene Bild vorstädtischer Perfektion, das jede Familie erreichen wollte. Marcus verstand, warum seine Schwester ihre finanziellen Möglichkeiten überstrapaziert hatte, um ein Haus in der Gegend zu erstehen. Es bot ihrem dreijährigen Sohn Ryan Möglichkeiten. Sie tauschte ihre eleganten Lack-High-Heels und wöchentlichen Termine beim Haarstylisten gegen samstägliche Geburtstagsfeiern in den Gärten von Einfamilienhäusern ein. Die nachmittägliche Märchenstunde in der hochmodernen Bibliothek war es wert, kleine, wenn auch teure Opfer für ein gesundes, glückliches Kind zu bringen.

Aber was tat er hier? Marcus nahm seine Sporttasche vom Beifahrersitz und stieg aus dem Auto. „Ach ja“, sagte er laut und lachte spöttisch. „Mein Partner war untreu.“

Damit zog er die Aufmerksamkeit einer Frau auf sich, die gerade vorbeiging und bei seinen Worten kurz innehielt. Ihr angespanntes Lächeln und abgewandter Blick gaben ihm das Gefühl, erneut seine geistige Gesundheit zu verlieren – ein Zustand, in dem er schon zu viele Monate verbracht hatte. Er erwiderte ihr Lächeln und schüttelte das schrecklich bange Gefühl ab, bevor er das Auto absperrte und auf den Eingang des Sportzentrums zuging. Er hatte sich versprochen, dass er das nicht noch einmal tun würde. Dass er nicht dieser Mensch sein würde. Und er hatte vor, dieses Versprechen zu halten.

* * * *

Nach einer Stunde im Kraftraum ging Marcus zur Umkleide, um sich zum Schwimmen umzuziehen. Nach einem mörderischen Workout kraulte er gerne ein paar langsame Runden in dem riesigen Schwimmbecken. Er hatte seine Muskeln bis zur Erschöpfung beansprucht, sein Körper brauchte die beruhigende und erholsame Wirkung des warmen Wassers und sein Geist sehnte sich nach den monotonen Bewegungen, um die eifersüchtigen und zweifelnden Stimmen in seinem Kopf verstummen zu lassen. An diesem Morgen war er mit düsteren Gedanken aufgewacht, aber er war entschlossen, die hartnäckige Stimmung abzuschütteln. Beim Frühstück hatte Eve ihn daran erinnert, dass es ganz normal war, nach dem Ende einer zehnjährigen Beziehung eine Achterbahn der Gefühle durchzumachen. Er durfte nicht so hart zu sich selbst sein, hatte sie gesagt, aber sie war immer besser darin gewesen, mit Gefühlen umzugehen.

Nachdem er zwei Männern ausgewichen war, die tropfnass und in fest um die ausladende Mitte gewickelten Handtüchern von den Duschen kamen, wählte Marcus einen Spind, zog seine verschwitzten Kleider aus und stieg in seine Badehose, die einzige, die hässlich genug für einen Tag im Vorstadt-Sportzentrum war. Er starrte auf das schwarze, locker sitzende Nylon hinab – in Florida hätte er so etwas niemals angezogen, aber jetzt fühlte es sich angenehm an. Nach der Trennung hatte er zugenommen, aber er sah trotzdem noch besser aus als die meisten Männer hier. Er wollte niemanden verurteilen, aber dass Männer, die zu jung für überhängende Fettwülste waren, schon Bierbäuche hatten, beunruhigte ihn. Allerdings war Marcus nicht hier, um flachgelegt zu werden. Er war hier, um zu vergessen und weiterzuziehen.

„Ich wünschte, mein Bauch wäre so flach“, sagte einer der Männer von der Dusche, der jetzt eine Armlänge von ihm entfernt stand. „Aber neben drei Kindern hat man wenig Zeit für irgendwas anderes.“

Marcus murmelte eine undeutliche Antwort, bevor er ein Handtuch aus seiner Sporttasche holte.

Während er die Tasche in den Spind warf, redete der Mann weiter. „Wie viele hast du? Ich würde sagen, eins, aber wenn erst das zweite da ist, werden die Muskeln da ganz anders aussehen. Ich war auch mal so in Form wie du.“ Er tätschelte seinen weißen Bauch, der sich bereits rundete. „Meine Frau ist wieder schwanger. Das wären dann die nächsten paar Zentimeter.“

Marcus dachte, er sollte irgendetwas antworten, aber er wusste nicht was. Es passierte nicht jeden Tag, dass er in einer Umkleide voller Vorstadtväter über Kinder redete. Die Gespräche, die er normalerweise in der Umkleide führte, drehten sich meistens um Schwanzlänge, Testosteron oder die neue Bar in der schwulen Nachbarschaft. Er zog am Gummi seiner Badehose und überlegte, ob er sich ein fiktives Kind ausdenken sollte, nur damit der Mann in dem schmuddeligen weißen Handtuch sich mit seiner Figur besser fühlte. Allerdings musste er das nicht, denn der Mann begann wieder zu reden.

„Vielleicht bist du ja gerade erst hergezogen. Das würde erklären, warum du so braun bist. Ich weiß nicht, wie lange ich diese Hautfarbe schon habe.“ Seine Hand rieb über die Rundung seines Bauches. Er seufzte. „Naja, ich würde meine Kinder aber nicht gegen Bräune oder einen niedrigen BMI eintauschen.“

Marcus nickte und dann passierte es. Vorstadt-Daddy zupfte an dem Knoten an seiner Hüfte und der dünne Frottierstoff fiel herab. Marcus unterdrückte das Verlangen zu würgen. Das letzte Mal, dass er so üppiges Schamhaar gesehen hatte, war ... nie gewesen. Die lockige dunkle Masse, die den weichen, geaderten Penis umgab, sah aus wie ein kleines Nest. Marcus wandte den Blick ab, bevor der andere etwas merkte. Er stolperte ein wenig zurück und stieß gegen die hinter ihm stehende Holzbank, bevor er sein Gleichgewicht und seine Fassung wiedererlangte. „War ein nettes Gespräch“, sagte Marcus und winkte noch steif.

„Bis dann. Viel Spaß im Pool.“ Der Mann rieb mit dem Handtuch über seinen Schritt. „Schwimm ein paar Runden für mich.“

Das Bild des nackten Mannes verfolgte Marcus den ganzen Weg zum Beckenrand. Bei seiner fünften Runde verblasste es. Als seine Schultermuskeln langsam brannten und seine Lungen sich anfühlten als würden sie platzen, schwamm Marcus zum Rand, um sich auszuruhen. Er verschränkte die Arme über der Kante und kickte träge mit den Füßen, während das Wasser gegen seinen Körper plätscherte. Das Geräusch der in dem hohen Raum hallenden Stimmen wirkte seltsam tröstlich. Er schloss die Augen, während sein Atem und sein Herzschlag sich normalisierten. Als er sie wieder aufschlug, musste er ein paar Mal blinzeln, um sich zu vergewissern, dass seine Sicht ihm keinen Streich spielte. Sexuelles Erwachen durchzuckte ihn und fuhr geradewegs in seinen schwellenden Schwanz. Marcus sah zu, wie der geschmeidige Fremde in der Speedo ein paar Dehnübungen machte und dann lautlos in den Pool glitt. Marcus konnte nicht anders als hinzusehen und abzuwarten, bis der Mann wieder auftauchte. Seine Anmut und Schönheit faszinierten ihn – er musste mehr über ihn wissen. Wer war er? War er verheiratet?

Marcus schüttelte den Kopf und zwang sich zurück in die Realität. Natürlich ist er verheiratet. Und hetero. Waren das nicht alle Männer in diesem Land der Einkaufsstraßen, SUVs und Megastores mit Discountpreisen? Er stieß sich von der Wand ab, um sich wieder in seinen Runden zu verlieren. Aber es war unmöglich. Er konnte unmöglich vergessen, dass er so nahe war. Seit seiner Trennung hatte sich Marcus nicht mehr so von jemandem angezogen gefühlt, er hatte sogar befürchtet, dass sein Schwanz sich dauerhaft in den Urlaub verabschiedet hatte. Nun ja, der Urlaub hatte gerade geendet und Marcus wusste nicht, wie er würdevoll aus dem Pool entkommen sollte. Das Wasser war nicht kalt genug, um seinem Problem entgegenzuwirken, und er war nicht in der Lage, mentale Bilder heraufzubeschwören, die sein Blut woandershin lenken würden. Das Letzte, was er jetzt oder überhaupt brauchte, war, als Perverser abgestempelt zu werden, der mit unangebrachtem Ständer im Schwimmbecken lauerte.

Als der gutaussehende Fremde gerade in die andere Richtung schwamm und keine Kinder in dem seichten Becken auf der anderen Seite waren, sah Marcus seine Gelegenheit zur Flucht. Mit einer Geschwindigkeit und Kraft, von der er nicht gewusst hatte, dass er sie besaß, stemmte er sich aus dem Wasser, wickelte ein Handtuch um seine Hüften und rannte fast in die Umkleide. Er zog sich in Rekordzeit an, weil er fürchtete, dass sein Ständer gerade jetzt zurückkehren würde. Glücklicherweise waren keine nackten Männer in Sicht. Nachdem er seine nasse Badehose in seine Sporttasche gestopft hatte, hielt Marcus den Blick fest auf den Boden gerichtet, bis er bei seinem Auto war – weit, weit weg von irgendwelchen Männern, egal ob nackt oder nicht.

Kapitel 2

„Wie war es im Schwimmbad?“

Marcus setzte sich an die Küchentheke, während Eve Gläser und Behälter aus dem Kühlschrank holte und auf der Granitarbeitsfläche daneben abstellte. Es erstaunte ihn immer wieder, wie schnell sie ein Mittagessen zusammenstellen konnte, aber sie hatte schon als Kind immer Köchin gespielt. Marcus hatte es vorgezogen, ihren Collie in Eves Sonntagsstaat zu stecken. Das hatte den Collie mehr gestört als Eve – dank der Spitze, die ihre Mutter immer an Ärmel und Saum angenäht hatte, war ihr Kleid ohnehin kratzig und ungemütlich gewesen. Der Hund hatte diese Meinung geteilt.

„Gut. Die Einrichtungen sind schön.“

Eve warf ihm einen schnellen Blick zu, bevor sie zum Kühlschrank zurückkehrte. „Da höre ich ein Aber heraus.“

Marcus rutschte auf seinem Stuhl herum. „Ich habe das Gefühl, dass ich der einzige schwule Mann im Umkreis von hunderten Kilometern bin.“

Eve lachte leise. „Nicht hunderten.“

„Du weißt, was ich meine.“

„Es gibt ein paar, aber ihr Leben ist genau wie meins. Sie haben Kinder, sind bei der Elternvertretung und melden sich freiwillig für die Märchenstunde. Verstehst du, worauf ich damit hinauswill?“ Sie schloss die Tür des Kühlschranks und beschäftigte sich klirrend mit Geschirr und Besteck.

„Na ja, ich bin nicht gerade derselbe, der ich früher war. Ich gehe nicht oft in Bars. Trinke nicht mehr bis zum Morgen. Ich lasse mir nicht mal mehr Highlights machen.“

„Solltest du aber.“ Eves Antwort kam schnell. „Ich will nicht noch einen draufsetzen, aber du hast ungefähr dieselbe Farbe wie Ryans Haferbrei. Ich kann dir jemanden in der Gegend empfehlen, sie ist wirklich gut.“

Marcus fuhr sich mit den Fingern durch die immer noch feuchten Haare. „Wie kann ich da noch Nein sagen?“

Eve drehte sich um und lachte. „Das war nicht als Beleidigung gemeint. Nimm es als konstruktive Kritik. Highlights haben mir an dir schon immer gefallen.“

„Ich kann mich noch erinnern, als ich natürliche hatte.“

„Und ich kann mich noch erinnern, als ich einen Bikini tragen konnte, aber ich befürchte, von jetzt an muss ich bei einem Badeanzug bleiben.“

Marcus konnte nicht anders, als über die Selbsteinschätzung seiner Schwester zu lächeln. Sie war immer sehr streng mit sich selbst gewesen.

„Du siehst toll aus und das weißt du. Für mich hört sich das an, als wolltest du nur ein Kompliment.“

„Und du auch“, sagte Eve. „Du machst nur eine schlechte Zeit durch. Das steht dir ins Gesicht geschrieben.“

„In mein haferbreifarbenes Gesicht?“

„Erinnerst du dich an Brian Connolly?“

„Wer tut das nicht? In der Highschool hatte er die schönsten Schultern.“

„Und den schönsten Hintern“, fügte Eve hinzu.

„Immerhin war er Tight End für die Panthers“, sagte er und meinte damit die Football-Mannschaft der Schule. „Warum sprichst du ihn an? Wohnt er in der Nähe?“

„Nein, aber seine Schwester. Sie sagt, er ist dreimal geschieden und heiratet jetzt wieder. Ich war so verrückt nach ihm, für eine sehr kurze Zeit bin ich sogar mit ihm ausgegangen.“

Marcus richtete sich in seinem Stuhl auf, als die Erzählung seiner Schwester plötzlich interessant wurde. „Das wusste ich gar nicht.“

„Niemand wusste es. Ich hab es verheimlicht.“

„Warum?“

„Weil er ein Idiot war und mich fallen gelassen hat, als ich nicht mit ihm schlafen wollte.“

„Er konnte sich selbst immer am besten leiden.“

„Ich war monatelang am Boden zerstört. Ich verlor Gewicht, meine Noten wurden schlechter. Ich fühlte mich durchgehend elend.“

„War das in der elften Klasse? In der Zeit war es richtig schlimm mit dir, anders als sonst.“

Eve nickte. „Im Wintersemester. Kurz nach Weihnachten.“

„Er hat dich kurz nach Weihnachten fallen gelassen?“

„Jep.“ Sie warf sich eine Karottenscheibe in den Mund und kaute. „Was für ein Arsch, oder?“

„Ein ziemlicher Arsch.“

„Wenn ich daran zurückdenke, war es eindeutig ein Teil des Erwachsenwerdens, aber es war diese Unterbrechung in meinem Leben nicht wert. Er war es nicht wert. Ich habe alle um mich herum von mir gestoßen und mir selbst das Leben so viel schwerer gemacht, weil ich danach Monate brauchte, um meinen Notendurchschnitt wieder auf das vorherige Niveau zu heben, und das war nicht einfach. Ich habe zugelassen, dass alles bergab geht, nur wegen einem Kerl.“ Eve drehte sich um und konzentrierte sich ganz auf Marcus. „Mach das nicht. Dafür bist du zu gut. Ich war immer der Meinung, dass du zu gut für diesen Mann warst und viel zu lange bei ihm geblieben bist.“

Marcus lachte spöttisch. „Ich nehme an, du meinst Alan?“

Sie streckte ihm die Zunge heraus. „Genau den. Tu dir selbst einen großen Gefallen und vergiss ihn. Er ist ein narzisstischer Kotzbrocken, der dich nicht verdient hatte. Dass du jetzt hier bist, ist das einzig Gute, das bei alldem herausgekommen ist.

---ENDE DER LESEPROBE---