Unforgettable Love - Becka & Lennon - Willow Hart - E-Book

Unforgettable Love - Becka & Lennon E-Book

Willow Hart

4,0

Beschreibung

Feelings. Kisses. Love. Sich nie wieder verlieben - das hatte sich Becka Gibb geschworen. Daher ist sie ganz zufrieden mit dem Arrangement zwischen ihr und ihrem Boss. Greg Thornton ist 30 Jahre älter als sie und verheiratet, doch der verbotene Sex mit ihm ist heiß und ohne jegliche Verpflichtung. Also hat sie alles, was sie will. Ihr Vorsatz gerät jedoch ins Wanken, als ihre Jugendliebe Lennon Tash plötzlich vor ihr steht. Er ist zurück in Eden und arbeitet nun für die Eden Gazette. Die Mauer, die sie um ihr Herz errichtet hat, droht einzustürzen. Sie wird überrollt von all den verdrängten Gefühlen und allmählich wird ihr klar, dass sie über Lennon nie wirklich hinweg gekommen ist und sich nach mehr sehnt, als einer Affäre. Jedoch, als ihre alte Liebe an einer Story arbeitet, die ihren Boss in Schwierigkeiten bringt, muss Becka erkennen, dass sie in einem Netz aus Lügen gefangen ist. Sie entscheidet sich dafür zu kämpfen… für sich selbst und die Liebe. Unforgettable Love ist der zweite Band der Feelings.Kisses.Love.-Reihe. Jede Novelle ist in sich abgeschlossen.

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Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
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Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Coming soon
Bücher von Willow Hart/H.J. White/Henny Lou
Impressum

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Coming soon

Bücher von Willow Hart/H.J. White/Henny Lou

Impressum

Unforgettable Love - Becka & Lennon

von Willow Hart

Feelings.Kisses.Love. Band 2

Das Buch

Feelings. Kisses. Love.

Sich nie wieder verlieben - das hatte sich Becka Gibb geschworen. Daher ist sie ganz zufrieden mit dem Arrangement zwischen ihr und ihrem Boss. Greg Thornton ist 30 Jahre älter als sie und verheiratet, doch der verbotene Sex mit ihm ist heiß und ohne jegliche Verpflichtung. Also hat sie alles, was sie will.

Ihr Vorsatz gerät jedoch ins Wanken, als ihre Jugendliebe Lennon Tash plötzlich vor ihr steht. Er ist zurück in Eden und arbeitet nun für die Eden Gazette. Die Mauer, die sie um ihr Herz errichtet hat, droht einzustürzen. Sie wird überrollt von all den verdrängten Gefühlen und allmählich wird ihr klar, dass sie über Lennon nie wirklich hinweg gekommen ist und sich nach mehr sehnt, als einer Affäre.

Jedoch, als ihre alte Liebe an einer Story arbeitet, die ihren Boss in Schwierigkeiten bringt, muss Becka erkennen, dass sie in einem Netz aus Lügen gefangen ist.

Sie entscheidet sich dafür zu kämpfen… für sich selbst und die Liebe.

Unforgettable Love ist der zweite Band der Feelings. Kisses. Love.-Reihe von Willow Hart. Jede Novelle ist in sich abgeschlossen.

Die Autorin

Willow Hart wurde im November 1980 geboren und lebt mit ihrer Familie im schönen Niederbayern. Sie hat bereits unter den Pseudonymen H. J. White und Henny Lou Bücher veröffentlicht und wagt sich nun als Willow Hart in den Bereich Romance und Dark Romance.

Es wird romantisch, prickelnd und etwas unrealistisch. Einfach gute Unterhaltung!

Mehr Interessantes zu ihren Büchern und aktuellen Projekten finden Sie unter www.hjwhite.de.

Alle Rechte vorbehalten, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form.

Dies ist eine fiktive Geschichte, alle Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Kapitel 1

Alte Erinnerungen

* * * * *

Die laue Brise durchwühlte meine krausen Locken und die letzten Sonnenstrahlen küssten meine Haut. Seufzend schmiegte ich mich an seine Brust und das kräftige Pochen seines Herzens klang für mich wie Musik.

„Ich liebe dich“, flüsterte er mir ins Ohr und ich versank in seinen dunkelbraunen Augen.

Automatisch beschleunigte sich meine Atmung, mein Puls raste und die Knie schienen sich in Pudding verwandelt zu haben.

Verflucht.

Weshalb hat er nach all der Zeit noch immer diese Wirkung auf mich?

Unsere Lippen trafen gierig aufeinander, als wäre dies ihre Bestimmung und ich wünschte mir, dieser Moment würde niemals enden.

* * * * *

Freitag

Das nervtötende Schrillen des Weckers ließ meine Schläfen schmerzhaft pochen. „Nein“, stöhnte ich gequält. „Bitte nur noch ein paar Minuten.“ Krampfhaft versuchte ich mich an dem Traum festzuhalten – vergeblich.

Vom Schlaf und dem bittersüßen Gefühl der Vergangenheit noch trunken, schlug ich gegen den Wecker, bis er endlich wieder Ruhe gab. Allmählich begannen sich Wirklichkeit und Traum voneinander zu trennen. Stück für Stück. Die Erinnerung an ihn verschwand in die dunkelsten Tiefen meines Bewusstseins und damit wurde aus dem intensiven Moment, der sich im Schlaf entwickelt hatte, nur ein bedeutungsloser Traum.

Zurück im hier und jetzt fiel mir schlagartig wieder ein, dass heute mein freier Tag war und ich vergessen hatte, den Wecker abzustellen.

Blöder Fehler.

Ich war erst gegen zwei nach Hause gekommen.

Greg war nicht aufgetaucht.

Seufzend strich ich mir über das Gesicht und kämpfte gegen die aufsteigende Sorge in mir an. „Er ist nur dein Boss“, erinnerte ich mich. „Was immer los ist, es geht dich nichts an.“

Das war der Deal, den ich mit dem verheirateten Greg Thornton, vor Jahren eingegangen war.

Er könnte mein Vater sein!

Das zwischen uns war nur Sex ohne Verpflichtung und dass er sich seit Tagen nicht bei mir gemeldet hatte, sollte mich nicht interessieren. Doch in den letzten vier Jahren herrschte nie länger als zwei Tage Funkstille zwischen uns.

Nun ist es fast eine Woche.

Neben dem MaxDunk, dem Diner, in dem ich kellnerte, besaß Greg noch eine Immobilienfirma. Im Laufe dieser Woche hatte er das schicke Büro in Fresno gegen die kleine Kammer im Diner eingetauscht, was ungewöhnlich für ihn war. Doch ich fragte nicht nach. Rein zufällig hatte ich mehrere Telefonate mitbekommen, daher wusste ich, dass er Schwierigkeiten mit einem Geschäftsabschluss hatte. Er kam und ging, ohne mit mir zu reden, und wenn ihm doch ein Satz entkam, war es kein freundlicher.

Gestern nach der Schicht hielt ich es nicht mehr aus. Ich schrieb ihm eine Nachricht und fuhr zu unserem Treffpunkt. Dort hatte ich Stunden auf ihn gewartet, ohne dass er aufgetaucht war.

Ich hätte das nicht tun sollen!

Verfluchte Idiotin!

Stöhnend sah ich auf die Uhr, es war erst sechs. Daher versteckte ich mich unter dem Kopfkissen. Jedoch vor dem in Gang gesetzten Gedankenkarussell kann man sich nirgends verstecken. Also gab ich auf und kam müde auf die Beine. Gähnend streckte ich mich.

Durch die Decke dröhnte nun leise Musik aus der Küche herauf und ich hörte Lilli dazu singen. Seit die neue Freundin meines Bruders bei uns eingezogen war, herrschte wieder Leben im Haus. Sie war ein Glücksfall für Alex. Lächelnd schüttelte ich den Kopf und ging nach unten.

Überrascht sah ich Alex und Lilli dabei zu, wie sie verliebt durch die Küche tanzten. Im ersten Moment bemerkten mich die beiden gar nicht. Sie waren so ausgelassen miteinander, fast wie Kinder, und das zu sehen, füllte mein Herz unweigerlich mit Freude. Seit dem Tod unseres Vaters war Alex zum ersten Mal glücklich und mit sich und der Welt im Reinen.

Welch ein Glück, dass Lilli vor einigen Monaten im MaxDunk aufgetaucht ist.

Mittlerweile ist sie meine beste Freundin.

Ich sah ihnen eine Weile zu und vermied dabei, an meinen Traum oder Greg zu denken. Räuspernd unterbrach ich schließlich ihre traute Zweisamkeit, gleichzeitig zuckten sie zusammen und grinsten mich verlegen an.

„Guten Morgen, Becka“, begann Lilli, bevor sie von Alex herumgedreht und in einen innigen Kuss gezogen wurde. Ein Kuss, so leidenschaftlich und heiß, dass er mir die Röte ins Gesicht trieb.

Schweigend ging ich zur Küchentheke, griff in den Schrank, holte mir eine große weiße Tasse heraus, befüllte diese mit Kaffee und setzte mich an den Esstisch.

Nachdem Alex Lilli endlich aus seiner Zuneigungsbekundung entließ, setzte sie sich neben mich. „Du bist gestern spät heimgekommen.“

Mist, sie hat es mitbekommen.

„Ja.“ Damit ich Zeit schinden konnte, nahm ich einen großen Schluck von meinem Kaffee. „Ich fuhr noch etwas herum, um den Kopf freizubekommen. Im Diner war es gestern sehr stressig.“

„Aha“, brummte Alex und musterte mich finster.

Lilli hingegen nickte verständnisvoll und ließ das Thema fallen. „Hast du schon gehört, dass Nicole Tash vor zwei Tagen gestorben ist?“

„Nein“, stieß ich entsetzt aus. Ich kannte Nicole mein ganzes Leben und mochte sie sehr. Sie unterrichtete an der örtlichen Schule. Doch mein Herz begann aus einem anderen Grund in der nächsten Sekunde aus dem Takt zu geraten. Ein heißkalter Schauer jagte über meinen Körper hinweg. „Oh mein Gott.“

Der Traum!

Nicole war seine Tante und er ihr Lieblingsneffe.

Er kommt zurück!

In meinen Ohren begann es zu rauschen und meine Handflächen wurden feucht.

Alex ließ sich neben Lilli nieder und legte einen Arm um ihre Schultern. „Für Nicole ist es eine Erlösung. Die letzten beiden Jahre mussten die Hölle für sie gewesen sein. Sie konnte sich nicht mehr bewegen und brauchte Rund um die Uhr Hilfe.“ Nachdenklich schüttelte er den Kopf und fixierte mich mit seinem Blick. „Ob Lennon zur Beerdigung kommt?“

„Wer ist Lennon?“, fragte Lilli und sah zwischen mir und Alex hin und her.

Der Blick meines Bruders ruhte nach wie vor herausfordernd auf mir. Doch ich blieb stumm.

„Lennon war Nicoles Neffe. Ihr Lieblingsneffe. Er lebte einige Straßen weiter. Dann ging er aufs College, ohne sich zu verabschieden. Soweit ich weiß, ist er jetzt Reporter an der Ostküste. Becka, sollte er nicht nach Nicoles Tod das Haus erben?“ Der anklagende Ton in Alex Stimme entging mir nicht.

Unruhig zappelte ich unter dem Tisch mit den Füßen und wich seinem Blick aus. „Keine Ahnung. Lilli, wir wollten doch heute einen Putztag einlegen, steht das noch?“

„Ja sicher.“

„Dann sollte ich mal ins Bad gehen.“ Ich warf beiden ein entschuldigendes Lächeln zu, erhob mich und ging nach oben.

Sowie die Tür hinter mir ins Schloss fiel, holte ich mir Kleidung aus dem Schrank und zufällig fiel mir das Bild von Lennon und mir in die Hände, welches ich dort zwischen den alten Shirts versteckt hatte. Er hatte seine Arme um mich geschlungen, wie er es in meinem Traum getan hatte, und lachte mich an. Seine braunen Augen gingen über vor Liebe und Glück.

Ein Kloß bildete sich in meinem Hals. Der Tag, an dem das Bild entstand, lag Jahre zurück.

Dad lebte noch.

„Schnee von gestern“, grollte ich und schob das Foto zurück in die hinterste Ecke des Schrankes.

* * * * *

Einige Stunden später...

Wie jeden Freitag, wenn ich nicht arbeiten musste, trafen wir uns am Abend alle auf der Farm meiner Großeltern zum gemeinschaftlichen Abendessen.

Eine Tradition der Familie Gibb.

Ich liebte diese Abende, doch heute hatte ich das Gefühl, dass es nicht nur ein gewöhnliches Familienessen war.

Nicole Tashs Tod hatte die Community schwer getroffen und ein tiefes Loch in die Mitte der schwarzen Gemeinschaft gerissen. Meine Großeltern fühlten sich tief mit den Tashs verbunden.

Ihr Tod hat Folgen für alle, auch für mich.

Ich betrat das Haus meiner Grans und fühlte mich zum ersten Mal in diesen Mauern unwohl. Auch wenn ich es nicht zugeben wollte, hegte ich die verzweifelte Hoffnung, dass sich Greg wider Erwarten melden würde und mich von diesem Abend rettete. Nervös warf ich einen Blick aufs Handy.

Nichts.

„Da bist du ja“, hörte ich Lilli plötzlich hinter mir.

Ich zuckte kaum merklich zusammen. „Ja. Hallo. Entschuldige die Verspätung.“

„Wir warten auf dich.“ Ihr besorgter Blick wanderte über mein Gesicht. „Becka, was ist los? Seit Tagen bist du irgendwie komisch?“

Lilli entgeht aber wirklich gar nichts.

Als ich nicht gleich auf ihre Frage antwortete, hakte sie sich bei mir ein und zog mich zurück hinaus auf die Veranda. „Es hat mit deinem heimlichen Lover zu tun. Habe ich recht?“

Auch das hat sie mitbekommen.

„Ach Lilli…“ Begann ich, ohne zu wissen, was ich ihr antworten sollte. „Mir geht es gut. Komm lass uns reingehen.“ Zu meiner Überraschung ließ Lilli das Thema tatsächlich fallen und nickte.

Als wir das Esszimmer betraten, spürte ich die Blicke meiner Großeltern auf mir ruhen. Grandpa und Alex tauschten vielsagende und besorgte Blicke aus. Angespannte Stille hatte sich über den Raum gelegt.

Auf dem Tisch wartete ein köstlicher Schmorbraten mit Buttergemüse, Kartoffeln und Soße auf uns. Der Duft ließ meinen Magen leise knurren, hart schluckte ich dagegen an. „Entschuldigt meine Verspätung“, murmelte ich beklommen und setzte mich eilig.

„Schon gut, jetzt bist du ja da“, antwortete Grandpa und reichte mir die übervolle Schüssel mit Kartoffel.

* * * * *

Wir aßen und natürlich endeten die Gespräche zwangsläufig bei Nicole Tash. Mehrfach fiel Lennons Name.

„Wisst ihr, ob Lennon schon zurück ist?“, fragte Grandpa nach einer Weile. Der Ton in seiner Stimme stellte klar, dass er die Rückkehr meines Ex nicht infrage stellte.

Er kommt definitiv zurück.

Die Frage lautete, wann und wie lange er bleiben würde.

„Nein“, antworteten Alex und Grandma gleichzeitig.

„Und du Becka, hast du etwas von Lennon gehört?“, fragend sah mich Bishop an.

„Warum sollte ich etwas von ihm gehört haben, Grandpa? Ich bin vermutlich die Letzte, die er hier sehen will.“

Nun flog Lillis überraschter Blick zu mir, offenbar hatte ihr niemand unsere Geschichte erzählt. Mein Mund wurde staubtrocken und ich trank gierig das Glas Wasser vor mir leer. Bevor ich jedoch eine weitere Erklärung abgeben konnte, vibrierte mein Handy in der Tasche. Hektisch fischte ich es heraus. Auf dem Display prangte eine SMS.

Greg

Hast du Zeit? Ich brauche dich.

Stumm schickte ich ein Dankesgebet gen Himmel, während ich schnell eine Antwort tippte.

Ich

Bin auf der Farm. Abendessen.

Flüchtig ließ ich meinen Blick über die Anwesenden im Raum schweifen und legte mir in Gedanken eine passende Ausrede zurecht, damit ich vorzeitig von hier verschwinden konnte.

Ich

Sehen wir uns in 30 Minuten?

Greg

Ich warte.

Mein Herz überschlug sich, als ich wieder aufsah und das Handy zurück in meine Tasche gleiten ließ.

„Wer war das?“, fragte Alex, deutlich hörte ich das Misstrauen aus seiner Stimme heraus.

„Eine Kollegin aus dem Diner, nichts Wichtiges“, log ich und rieb mir den Nacken. „Grandma, Grandpa, seid mir bitte nicht böse, aber ich kriege Kopfschmerzen.“ Ungelenk stand ich auf. „Es ist wohl besser, wenn ich nach Hause fahre und mich hinlege.“

„Natürlich, Becka“, der sorgenvolle Klang in Grandmas Stimme, ließ tatsächlich meine Schläfen pochen.

Ich hasse es sie anzulügen.

„Ich helfe Alice“, versicherte Lilli. „Erhol dich.“

Grandpa sagte nichts und der Blick meines Bruders hatte sich verdunkelt. Er wusste, dass ich Lüge, sie wussten es alle, bis auf Lilli.

* * * * *

Greg und ich trafen uns immer in seiner Hütte im Wald außerhalb von Eden, einige Meilen hinter der Disko. Jedoch um zu dieser versteckten Hütte zu gelangen, musste ich durch die ganze Stadt und notgedrungen führte mich der Weg am Gemeindecenter der Community vorbei.

Gerade als ich das Gebäude passierte, sah ich am Eingang einen großen sportlich gebauten Mann mit etwas längeren Haaren stehen. Er lehnte lässig am Türrahmen und starrte auf sein Handy.

Mir blieb die Luft weg.

Lennon.

Er ist wieder da!

Ich blinzelte und sah erneut in den Rückspiegel, doch der Mann war verschwunden. „Ich habe mich getäuscht. Nur eine Halluzination! Kein Wunder nach diesem Tag.“ Zerstreuung in Form von heißem Sex war nun das, was ich brauchte.

Erleichtert atmete ich auf, als ich die Hütte erreicht hatte. Gregs Sportwagen, ein Dodge Challenger SRT Hellcat, glänzte düster im Mondlicht. Mein Puls beschleunigte und zwischen meinen Schenkeln begann es erwartungsvoll zu pochen.

* * * * *

Kapitel 2

Wieder zurück in Eden

* * * * *

Samstag

Da war ich nun. Schnaufend stellte ich die Kiste mit meinen Büchern auf den Boden und sah mich im Wohnzimmer um. Der Geist von Tante Nicole war deutlich spürbar, alles roch nach ihr. Kein Wunder seit ihrem Tod waren erst drei Tage vergangen.

Mit einem Kloß im Hals ging ich auf die Kommode zu, auf der sie ein Foto von uns beiden nach einem Footballspiel stehen hatte. „Ich hätte eher zurückkommen sollen“, murmelte ich und spürte die niederdrückende Trauer.

So viel Zeit war verloren. Ich hatte viele Gelegenheiten meine an ALS erkrankte Tante und Patin zu besuchen. Alle hatte ich einfach sausen lassen. Der Gedanke schürte das schlechte Gewissen und schnürte mir zusätzlich die Kehle zu.

Ich bin ein egoistischer Mistkerl.

Denn die Wahrheit war, es gab nur einen einzigen Grund, weshalb ich Eden die letzten Jahre gemieden hatte: Becka Gibb.

Sie war meine Ex-Freundin und lebte immer noch in ihrem Elternhaus am Ende dieser Straße. Da ich nun dieses Haus geerbt hatte, waren Begegnungen mit ihr abzusehen und unausweichlich.

Mein Blick wanderte über das Foto und ich wusste, Tante Nicole hätte dieser Gedanke gefallen. Angestrengt stieß ich die Luft aus und glaubte ihre Stimme durch meine Gedanken hallen zu hören.

* * * * *

Tante Nicole lächelte mich traurig an. „Lennon, denke an dich, an deine Zukunft, an deinen Traum.“ Tröstend legte sie mir die Hand auf die Schulter. „Nur aus Liebe alles aufzugeben ist in deinem Alter unvernünftig. Geh aufs College, werde Journalist und kehre als Mann zurück. Wenn Becka die Richtige ist, wird das Schicksal euch zusammenführen. Wenn nicht, wirst du die Richtige auf deinem Weg finden, wohin auch immer dieser dich führen wird.“

Eifersucht brandete durch meine Venen und der Schmerz der verlorenen Liebe gemischt mit Scham nahm mir den Atem. „Aber Thornton, er darf nicht damit davon kommen.“

„Ach Junge“, sie stand auf, ging zur Minibar und kam mit einem Glas Whisky zurück. „Hier.“

Mit zitternden Fingern nahm ich das Glas an. Ihr Blick ruhte auffordernd auf mir. „Alkohol hilft zwar nicht, aber er betäubt den Schmerz für eine Weile.“ Sie machte eine kurze Pause und hing ihren Gedanken nach. „Was Thornton angeht, Lennon“, begann sie schließlich, „Gott wird sich schon um ihn kümmern. Er wird auch Becka beschützen, davon bin ich überzeugt. Die Wahrheit wird eines Tages ans Licht kommen.“

„Gott“, fauchte ich und der Zorn ließ das Wort bitter auf meiner Zunge schmecken.

„Ja, hab vertrauen.“

* * * * *

Gott hatte mit allem, was geschehen war, nichts zu tun und ich hatte in den letzten Jahren nicht das Gefühl, dass er an meiner Seite gestanden hatte.

Mit dem Zeigefinger strich ich über das Foto und plötzlich fiel mir der Briefumschlag dahinter mit meinem Namen darauf auf. Ich nahm ihn in die Hand und erkannte die Schrift von Tante Nicole. Nachdem sie sich die letzten zwei Jahre nicht mehr bewegen konnte, musste sie ihn lange vorher geschrieben haben. Ich öffnete den Brief und als Erstes rutschte mir ein silberner Ring mit einem kleinen Diamanten entgegen.

Ihr Verlobungsring.

Meine Tante hatte diesen von ihrer großen Liebe, Onkel Devon bekommen, da war sie gerade erst siebzehn. Die beiden waren seit der Highschool zusammen, heirateten früh. Doch leider war ihr Glück nur von kurzer Dauer. Devon ging zur Army und starb bei einem Einsatz im Mittleren Osten. Sie hatte sich nie von dem Verlust erholt und blieb allein, bis sie ihm vor drei Tagen folgte.

„Ich hoffe, du bist nun bei ihm“, murmelte ich und drehte den Ring zwischen meinen Fingern.

Becka gefiel dieses Schmuckstück sehr und die Geschichte dahinter hatte sie sehr berührt.

Ich brauchte einen Augenblick, bis ich bereit war, die Zeilen zu lesen, die sie an mich gerichtet hatte.

Lieber Lennon,

meine Liebe wird immer bei dir sein und

ich wünsche dir alles Gute dieser Welt.

Gib den Ring deiner großen Liebe, werde glücklich.

Nicole.

* * * * *

Es war bereits später Nachmittag, die Sonne brannte gnadenlos auf mich herunter, als ich die letzten Kisten aus meinem Kombi hob. „Verdammt, was habe ich da eingepackt“, stöhnte ich. Just in diesem Moment sah ich aus den Augenwinkeln, dass ein großgewachsener Mann die Straße hochgelaufen kam.

Alex Gibb.

Wie gebannt starrte ich meinen früheren Freund an. Seine stechend hellblauen Augen, fingen mich sofort ein. Er war Beckas Bruder. Nach dem Desaster auf der Party und unserer Trennung, war natürlich auch unsere Freundschaft Geschichte. Allzu deutlich erinnerte ich mich an den Schlag seiner linken Faust, mit dem er mir fast die Nase gebrochen hatte. Mir war klar, dass er lediglich seine kleine Schwester beschützen wollte. Das nahm ich ihm nicht übel. Was ich ihm jedoch bis heute nicht verziehen hatte, war die Tatsache, dass er sich nicht meine Sicht der Dinge angehört hatte. Es interessierte ihn schlicht nicht – ich war das Arschloch, das seine Schwester verletzt hatte.

Alex blieb vor mir stehen, die Anspannung zwischen uns in der heißen Luft förmlich greifbar und er musterte mich mit nicht zu deutendem Blick. Fast rechnete ich mit einem weiteren Schlag.

„Dann bleibst du in Eden?“ Seine Stimme hatte einen ungewöhnlich kalten Ton.

„Ja, das habe ich vor“, entgegnete ich.

* * * * *

Montag