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Die Wolkenkinder Pitsch und Patsch sind sehr neugierig. Sie haben zahlreiche Ideen und wollen spannende Abenteuer erleben. Dabei lernen sie den jungen Vogel Fips und als engen Freund „Kleinen Sturm“ kennen. Sie treffen auf einen sprechenden Felsen und haben auf ihren Reisen viele spannende Begegnungen und Erlebnisse. Nach und nach erleben sie so manche Freude und haben Spaß. Aber sie lernen auch die Probleme von Fips kennen, der auf der Suche nach einem Nestplatz einige spannende Erlebnisse hat. Dabei geht es um Neid, Groß und Klein, Dick und Dünn und andere Auseinan-dersetzungen. Für alle, die neugierig auf ungewöhnliche Abenteuer sind.
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Seitenzahl: 72
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Die Wolkenkinder Pitsch und Patsch sind sehr neugierig. Sie haben zahlreiche Ideen und wollen spannende Abenteuer erleben. Dabei lernen sie den jungen Vogel Fips und als engen Freund „Kleinen Sturm“ kennen.
Sie treffen auf einen sprechenden Felsen und haben auf ihren Reisen viele spannende Begegnungen und Erlebnisse. Nach und nach erleben sie so manche Freude und haben Spaß. Aber sie lernen auch die Probleme von Fips kennen, der auf der Suche nach einem Nestplatz einige spannende Erlebnisse hat. Dabei geht es um Neid, Groß und Klein, Dick und Dünn und andere Auseinandersetzungen.
Für alle, die neugierig auf ungewöhnliche Abenteuer sind.
Für Karin, die mich begleitet
Ihr erster Regen
Bunter Strahler
Dicker Baum
Kürbisstreit
Gänseblümchen in Not
Streit im Rübenfeld
Unwetter
Ungeheuer
Rettung der Hasen
Sonnenwolke
Nestbau
Wiedersehen
Über den Autor
Weitere Werke
Wolkenkinder müssen nicht in die Schule gehen. Sie reisen mit ihren Eltern und Verwandten über die Länder. Unterwegs lernen sie. Erlebnisse und Abenteuer sind ihre Schule. Sie hat keinen festen Platz unter dem Himmel. Wolkenkinder sind die kleinen Zigeuner des Himmels.
Dem Wolkenkind Patsch ist es langweilig.
Sie ist ein wenig traurig. Sie möchte so gerne Abenteuer erleben. Und es passiert gerade nichts.
Hoch über den leichten hellen Wolken schwebt Papa Wolke. Er ist ein kräftiger, dicker, grauer Wolkenberg. Sein wohlgeformter Bauch zeigt auf die Erde herunter. Er ist etwas dicker und dunkler als der von Mama Wolke. Er hat einen guten Überblick über die Landschaften.
Dort oben ist die Luft kälter als auf der Erde. Papa Wolke verträgt sie gut. Er bereitet sich auf die kalte Jahreszeit vor.
Bis dahin soll es noch lange dauern. Mama Wolke schwebt etwas tiefer und schaut auf f Patsch. Sie ruft Pitsch:
„Hör mal, Du kannst jetzt mit Patsch zusammen das Regnen lernen. Ihr seid jetzt groß genug. Es gibt einen Ort, an dem ihr zum ersten Mal üben könnt.“
„Das ist prima. Wann geht es los?“
„Wo werden wir regnen?“
Sie lehnen sich ganz dicht an ihre Mama.
„Ihr kommt nicht alleine dorthin. Ihr braucht Wind.“
„Was macht Wind?“
„Hier bin ich! Mein Name ist Kleiner Sturm.
Ich sorge für eure Bewegung und bringe euch zum Ziel.“
„Dann müssen wir uns ja gut stellen mit Dir!“
„Das ist eine gute Idee.“
„Können wir sofort losfliegen?“
„Dann werde ich mal pusten.“
Wolkenmama fliegt mit:
„Seht ihr dort unten den Berg mit dem großen Felsen, den Wiesen, Büschen und Bäumen? Dort könnt ihr jetzt anfangen zu regnen.“
„Au ja!“ rufen beide wie aus einem Munde.
Sie regnen zuerst ganz sanft und leicht: auf die Wiese, Büsche und Bäume. Dann wenden sie sich dem großen dicken Felsen zu. Der hat zwei Stufen.
„Schau Dir den fetten dicken Felsen an! Der ist auf der unteren Seite ganz nackt. Da werden unsere Tropfen ganz schön drauf klatschen, pitschen und patschen. Das wird eine schöne Regenmusik. Sollen wir jetzt da drauf regnen?“
„Ja, das machen wir!“
Kleiner Sturm schiebt sie über den Felsen:
„Jetzt macht mal und regnet schön!“
Sie gießen ihren ersten kräftigen Regen herunter und lauschen auf ihre auftreffenden Regentropfen. Der dicke Felsen dankt:
„Oh, das tut gut, das tut so gut. Wascht meine nackten Stellen schön sauber! Dann glänze ich schön in der Sonne. Und jeder mag mich gerne anschauen.“
Auf der unteren nackten Stufe trägt der Felsen keine Pflanzen. Da zeigt sich nur nacktes Gestein.
Die obere Stufe ist mit einer dicken Schicht Erde bedeckt. In dieser Erde wachsen viele Gräser, Büsche und Blumen. Pitsch und Patsch nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Sie regnen eifrig auf den großen Felsen.
„Jetzt zeigen wir dem dicken Felsen, was wir können!“
Nun schütten sie kräftig ihren Regen hinunter. Er rauscht stark und laut, es pitscht und patscht kräftig. Bald rufen die Büsche ihnen zu:
„Macht unsere Erde bitte nicht gar zu nass, sonst rutschen wir alle mit ihr vom Felsen herunter. Wir können uns bald hier nicht mehr halten.“
Der Felsen denkt an seine untere glatte Stufe und widerspricht:
„Oh, ihr macht meine nackten Stellen so schön sauber. Das gefällt mir sehr gut.“
Die Gräser auf dem oberen Felsen sehen das anders:
„Bitte hört doch auf! Es reicht jetzt, was ihr geregnet habt. Die Blumen und wir haben genug Wasser. Wir sind alle gut satt. Wenn ihr noch lange so weiter macht, wird die Erde, in der wir wurzeln, weich wie Pudding. Dann rutschen wir alle von hier oben in den tiefen Abgrund.“
Pitsch und Patsch sehen sich ihr Werk an. Die Blätter der Büsche, die Blumen und die Gräser nicken unter ihren Tropfen und federn immer wieder zurück. Alle glänzen. Ab und zu lässt die Sonne die Tropfen auf den Pflanzen blinken und blitzen.
Der dicke Felsen ist auf beiden Stufen und rundherum in Regenfäden eingehüllt. Er sieht aus, als wenn er ein durchsichtiges Kleid tragen würde.
Nahe bei dem dicken Felsen erhebt sich ein großer, mächtiger Baum. Auch er ist in dem Regennebel kaum noch zu erkennen.
„Jetzt sieht er ganz anders aus, der dicke Felsen.“
„Ja, er kommt einem gar nicht mehr so mächtig vor.“
„Ob wir ihm weh getan haben?“
„Das glaube ich nicht. Wir haben doch nur ein wenig geregnet.“
„Vielleicht war das doch zu viel. Du hast doch gehört, wie die Pflanzen auf dem Fels geklagt haben.“
„Wir fragen Mama.“
„Hat Dir unser erster Regen gefallen?“
„Ihr habt es gut gemacht. Jetzt müsst ihr eine kleine Pause machen. Ihr seid ein wenig schlank geworden. Immer, wenn man geregnet hat, muss man sich wieder auftanken. Ihr bekommt dann etwas Wasserdampf aus der Windbar. Danach könnt ihr mit Kleiner Sturm weiter fliegen.“
Pitsch neugierig:
„Was ist eine Windbar?“
„In der Windbar wird Wasserdampf geboren. Wolken und Wolkenkinder bekommen ihn. Er wird vom Wind über dem Meer, den Seen und den Flüssen aufgenommen und bringt ihn uns und allen Wolken.“
„Und dann?“
„Dann bekommt ihr neue Kleider!“
„Das ist fein!“
Patsch schaut sich an:
„Ich möchte ein neues Kleid, ich bin zu dünn geworden.“
Ihre Schwester mahnt sie zur Geduld. Kleiner Sturm ist aufmerksam und sorgt sogleich für ihre neuen Kleider. Er pustet ihnen aufsteigenden Wasserdampf zu.
Mit Kleiner Sturm lassen sie sich in der Luft schaukeln. Pitsch und Patsch schweben angenehm in seinen Armen und sind vergnügt. Sie albern herum und versuchen sich gegenseitig zu necken.
Kleiner Sturm spürt das und bläst ab und zu eine Bö.
„Stottert Kleiner Sturm oder hat er sich verschluckt?“
„Nein, der ist auch lustig, wie wir.“
Sie fliegen weiter über eine Dorfwiese. Die grenzt an ein größeres Waldstück. Dort regnen sie eifrig weiter. Schließlich gelangen sie an den nah gelegenen Waldrand. Den überqueren sie und entdecken einen kleinen See. Den umrandet ein Kranz aus Büschen und Bäumen.
„Von da unten holt Kleiner Sturm unsere neuen Kleider!“
„Das finde ich spannend!“
„Der See sieht von hier oben aus wie ein großes Nest.“
„Toll, lass uns doch in das Nest regnen!“
Sie haben viel Spaß mit dem Rauschen ihrer Tropfen auf dem See. Sie freuen sich, wie sich ihre Tropfenscharen anhören: Plop-patsch-pitsch-plop-patsch-pitsch.
Auf der feuchten Erde klingen die Tropfen anders: Pitsch, patsch, pitsch patsch, pitsch-pitsch, patsch. Mal ist der Ton ganz langsam und tief: Patsch – patsch, und dann wieder ganz schnell und hoch: Pitschpitschpatschpitsch, Pitsch – patsch.
„Wir hören immer wieder unsere Namen, findest Du nicht auch?“
Patsch hört nicht zu und spielt mit ihren Regentropfen.
„Ich kann Musik machen mit meinen Tropfenscharen. Über dem nackten unteren Felsen klingen sie tief und dumpf. Auf den Pflanzen singen sie hell und leise und auf dem See werden sie sogar ein wenig schrill.“
„Du hast Recht, es ist lustig. Schau mal, der See sieht jetzt ganz anders aus. Man kann ihn viel schlechter erkennen. Schau nur!“
„Ja, das ist jetzt ein Nebelsee.“
„Die Bäume und Sträucher um den See herum haben einen großen Schleier angezogen.“
Hoch über dem See wölbt sich langsam ein bunter Bogen.
Er besteht aus vielen Farben. Pitsch staunt:
„Schau mal, Patsch, da ist eine Farbenkurve.“
„So etwas habe ich noch nie gesehen. Was ist das?“
„Wir müssen Mama fragen. Sie weiß es bestimmt.“
„Quatsch, da müsst ihr gar nicht erst die Mama fragen, ich weiß das auch.“
Kleiner Sturm pustet einmal kräftig:
„Die Sonne schaut eurem Spiel zu und freut sich. Sie schickt euch ihre Strahlen. So entsteht mit euren Regentropfen der Regenbogen über dem See.“
„Man nennt es Regenbogen? Er ist ziemlich schmal. Können wir ihn dicker und größer machen?“
„Das geht nur, wenn die Sonne euch unterstützt.“
„Kann man sie fragen und anhalten?“
„Das glaube ich nicht. Die hat doch ihre feste Bahn und kann nicht einfach anhalten.“
