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Eine ganz normale Familie begibt sich auf eine "gaaaanz normale" Reise nach Kanada – und stolpert dabei von einem Abenteuer ins nächste. Schon der Flug sorgt für Aufregung: eine anstrengende Sitznachbarin, eine Stewardess, die mit der Rettungsweste ringt, und Mama beim Airplanejogging. Am Chesterman Beach verpasst Lili beim Chillen fast eine Haiattacke, während der Guide auf der Walbeobachtungstour sein Toupet ins Meer katapultiert. In den Höhlen zwängt sich Mike durch den "Birth Canal", auf der Fähre wird die erste "Hip Hop Schuhplattler Dance Group" gegründet. Warum die Ehefrau ihrem Mann am Fluss einen Kinnhaken verpasst – und was es mit dem irrwitzigen Rafting der "River Rascalls" auf sich hat – erfährst du im Buch. Und das ist längst nicht alles …
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Seitenzahl: 195
Veröffentlichungsjahr: 2026
Impressum
EPISODE 1
EPISODE 2
EPISODE 3
EPISODE 4
EPISODE 5
EPISODE 6
EPISODE 7
EPISODE 8
EPISODE 9
EPISODE 10
EPISODE 11
EPISODE 12
EPISODE 13
EPISODE 14
EPISODE 15
EPISODE 16
EPISODE 17
EPISODE 18
EPISODE 19
EPISODE 20
EPISODE 21
Episode 22
EPISODE23
EPISODE24
Episode 25
Episode 26
Episode 27
Episode 28
Episode 29
Episode 30
Episode 31
EPISODE 32
Episode 33
Episode 34
Episode 35
EPISODE 36
Episode 37
Episode 38
Episode 39
Episode 40
Episode 41
Episode 42
Episode 43
Episode 44
EPISODE 45
Episode 46
Episode 47
Episode 48
EPISODE 49
EPISODE 50
Episode 51
Episode 52
EPISODE 53
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Cover
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
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© 2026 novum publishing gmbh
Rathausgasse 73, A-7311 Neckenmarkt
ISBN Printausgabe: 978-3-7116-1217-5
ISBN e-book: 978-3-7116-1218-2
Lektorat: novum Verlag
Umschlag- & Innenabbildungen: Jörg Weber, mit KI generiert
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
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Abenteuer Kanada – Die große Tischdebatte
Mama, Lili, Mike, Jovi und Paul saßen um den großen Esstisch, auf dem eine riesige Karte von Kanada ausgebreitet lag. Zwischen leeren Gläsern, einer halb aufgegessenen Schüssel mit Chips, Erdnussflips und Schokoriegeln hatten sich die fünf versammelt, um ihren nächsten Sommerurlaub zu planen.
„Also, Kanada“, begann Mama und schob demonstrativ ihre Brille auf die Nase. „Wir müssen die Flüge buchen, Unterkünfte klären, Auto und Route aussuchen und schauen, was wir alles machen wollen. Vorschläge?“
„Ich will unbedingt Bären sehen!“, rief Jovi begeistert und stach mit dem Finger mitten in die Karte. „Am besten welche, die Lachse fangen! Wie in diesen coolen Naturdokus.“
„Aber nicht zu nah! Ich hab keine Lust, als Bären-Snack zu enden“, kicherte Lili. „Wir können ja ein Fernglas mitnehmen.“
Paul verschränkte die Arme. „Ich will auf einen Berg klettern! So richtig hoch, mit Schnee und Bighornschafen oben!“
„Paul, da fängst du an zu japsen und wirst von ’ner Lawine mitgerissen und landest unten als Schneemann“, witzelte Jovi und grinste. Paul warf ihm ein Kissen an den Kopf, das von Mikes Stuhl abrutschte und auf den Boden plumpste.
„Hey, nicht streiten“, schaltete sich Mike ein, während er sich die Karte genauer ansah. „Wie wär’s, wenn wir mit dem Wohnmobil reisen? So sehen wir richtig viel. Bären, Berge, tolle Gebirgsflüsse und Gletscher und vielleicht noch jede Menge andere Viecher.“
„Wohnmobil?“ Mama zog die Augenbrauen hoch. „Mit fünf Personen? Da brauchen wir ja einen Sattelschlepper. Wie machen wir’s dann mit der Kocherei, oder wollt ihr die ganze Zeit nur Toastbrot mit Bärenschinken essen?“
„Wohnmobil klingt trotzdem cool“, warf Lili ein. „Aber können wir dann auch Kanu fahren? Ich will so einen richtigen kanadischen Gebirgsfluss runterpaddeln.“
„Kanu fahren?“ Jovi lachte laut. „Du kannst ja nicht mal geradeaus mit deinem Einrad fahren, ohne einen Busch mitzunehmen.“
„Und du kannst nicht mal einen Baum umlegen und Holz fürs Lagerfeuer hacken“, konterte Lili.
„Leute, Leute“, Mike hob die Hände. „Egal, was wir machen, Hauptsache, es wird ein Abenteuer. Was sagt ihr zu einer Kombination aus allem? Erst eine Woche mit dem Auto, dann eine Hütte in den Rockies – zum Wandern und Bären-Gucken – und danach ein paar Tage in einer Stadt. Vancouver vielleicht?“
„Vancouver klingt gut“, sagte Mama. „Da könnte ich wenigstens mal in ein richtig schönes Café gehen, ohne dass Paul mit dem Löffel auf den Tisch trommelt.“
„Ich trommle nicht! Ich mache Musik“, protestierte Paul.
„Wisst ihr, was ich noch will?“, fragte Jovi. „Ein bisschen Freiheit. Also keine zehn Regeln pro Tag.“
„Oh, Freiheit“, murmelte Mama gespielt nachdenklich. „Wie wär’s: Freiheit für Jovi, aber dann darf er auch den Abwasch machen?“
„Vergiss es.“
Alle lachten.
„Okay, also“, fasste Mike zusammen. „Wir fliegen nach Vancouver, reisen dann mit dem Auto weiter, machen Abenteuer in den Nationalparks und paddeln auf einem Fluss. Klingt nach einem Plan?“
„Klingt nach einem Abenteuer!“, rief Lili.
„Und nach Chaos“, fügte Mama schmunzelnd hinzu.
Paul rieb sich die Hände. „Hauptsache, ich kann coole Fotos machen – und ich kriege immer einen Fensterplatz im Auto!“
„Okay“, sagte Jovi. „Ich sitze immer vorne und mach’ den Beifahrer.“
„Das klären wir später“, brummte Mike und faltete die Karte zusammen. „Aber eins ist sicher: Kanada wird uns so schnell nicht vergessen.“
„Und wir Kanada auch nicht, also ran an die Vorbereitungen“, meinte Mama, als sie das Kissen vom Boden aufhob.
Reisevorbereitungen
Nach unzähligen Stunden der Urlaubsberatung war es entschieden: Die Familie würde sich auf eine tolle Reise nach Kanada begeben! Doch bevor es losgehen konnte, begann die eigentliche Herausforderung, die Vorbereitung. Wochenlang wurde geplant, diskutiert, gebucht und überprüft. Jeder hatte seine eigenen Vorstellungen, und besonders Jovi, Paul und Lili entwickelten in tagelangen Verhandlungen eine blühende Fantasie darüber, was alles erlebt werden musste.
Reisebuchungen wurden getätigt, ein SUV reserviert, schließlich brauchte man genügend Platz für Gepäck und ein Auto für wilde Abenteuer. Sämtliche Papiere wurden akribisch durchforstet, Reisepässe kontrolliert, Führerscheine und Auslandskrankenversicherungen überprüft und die eTA-Genehmigungen beantragt. Auch die Discovery-Pässe für die Nationalparks waren ein Muss, ohne die würde man auf diese verzichten müssen!
Doch das Schwierigste war nicht die Bürokratie, es war die Festlegung der Gesamttour! Hitzige Diskussionen entbrannten. Wie lange sollte man in Vancouver bleiben? Welche Stadt auf Vancouver Island war die spannendste? Und war es wirklich nötig, sich in die tosenden Fluten eines reißenden Flusses zu stürzen?
Nach langen Debatten stand der Plan:
Flug nach Vancouver – Der Beginn des Abenteuers!3 Nächte in Vancouver – Eine Stadt voller Kontraste, von Wolkenkratzern bis zu endlosen ParksMit der Fähre nach Vancouver Island – Ein Hauch von Wildnis mitten im Pazifik.Victoria (2 Nächte) – Die Hauptstadt der Insel, britisch charmant und voller Überraschungen.Ucluelet (2 Nächte) – Hier roch es schon nach Salzwasser und Abenteuer.Campbell River (2 Nächte) – Das Tor zu wilden Tieren und unberührter Natur.Nanaimo und zurück nach Vancouver – per Fähre, bevor es wieder aufs Festland ging.Whistler – Adrenalin und Bergpanoramen pur.Clearwater (2 Nächte) – Die Ruhe vor dem Sturm.Valemount – Der Einstieg in die Rocky Mountains.Banff & Canmore (2 Nächte) – Spektakuläre Berglandschaften wie aus dem Bilderbuch.Calgary – Ein würdiger Abschluss der Reise.Rückflug nach Deutschland – Hoffentlich ohne den berüchtigten Jetlag!Natürlich wäre es kein richtiger Familienurlaub, wenn nicht jeder seine persönlichen Wünsche hätte durchsetzen wollen. Besonders Jovi, Paul und Lili lieferten sich hitzige Diskussionen.
Fahrradtour durch Vancouver – Lili war sofort begeistert, schließlich konnte man so die Stadt hautnah erleben.Walbeobachtung – Paul war überzeugt, dass ein Treffen mit einem Buckelwal das ultimative Highlight wäre.Rafting auf dem Clearwater River – Jovi sah sich schon als Held, der durch reißende Stromschnellen navigierte.Geführte Grizzlybärentour – „Klar, wir gehen einfach in den Wald und winken einem Bären zu“, meinte Mama trocken. Doch mit einem erfahrenen Guide klang es schon sicherer.Fahrt durch die Spiral-Tunnels. Eine Eisenbahnstrecke, die sich durch die Berge windet? Das klang selbst für Mike spannend. Aber, Fahrt durch die Spiral-Tunnels, was soll’n das sein?Mama googelte sofort und konnte es dann der versammelten Familie erklären. „Diese historische Eisenbahnstrecke wurde gebaut, um die gefährliche Steigung durch die Rocky Mountains zu entschärfen. Früher hatten Züge hier enorme Schwierigkeiten, da sie auf einer extrem steilen Strecke kaum abbremsen konnten. Die Lösung: Zwei gigantische Tunnel in Form einer Spirale! Heute ist es ein faszinierendes Spektakel: Ein langer Zug fährt vorne in den Tunnel hinein, während seine letzten Waggons draußen noch zu sehen sind. Dann taucht die Spitze des Zuges plötzlich oberhalb der hinteren Wagen aus dem Berg heraus – eine optische Täuschung, die fast unmöglich erscheint!“ Mike war sofort begeistert von der Technik, während die Kinder sich vorstellten, wie es wäre, mitten in der Spirale stecken zu bleiben und die Familie in der Mitte vom Zug keine Möglichkeit hätte auszusteigen.
Meine Güte, „wie gruselig“, so Lili.
Besuch des Takakkaw-Wasserfalls – Mit einer Fallhöhe von über 380 Metern ein echtes Naturwunder.Mittagessen im höchsten Restaurant Kanadas – Endlich eine Entscheidung, bei der sich alle einig waren. Hoch über den Bergen speisen? Wer konnte da Nein sagen?Der Plan stand. Jetzt gab es kein Zurück mehr – Kanada, wir kommen!
Das große Packen
In sämtlichen Zimmern der Wohnung herrschte ein Durcheinander, das seinesgleichen suchte. Überall lagen Kleidungsstücke, Schuhe, Ladekabel und seltsame Dinge herum, die man wirklich nicht für eine Reise nach Kanada brauchte, oder doch?
Mike stand im Wohnzimmer, inmitten des Chaos, die Arme verschränkt, und musterte kritisch die Ansammlung von Gepäckstücken. „Okay, Leute“, begann er brummig und verzog das Gesicht, „wir müssen uns an ein Limit halten. Keine Fluggesellschaft der Welt lässt uns mit diesem ganzen Kram an Bord!“
Lili schnaubte empört und hielt ihre Häkelnadel wie ein Schwert hoch. „Aber ich muss meine Wolle mitnehmen! Ich wollte doch Mützen häkeln, für jeden von uns eine! Das wäre doch total cool!“ Sie deutete auf den riesigen Beutel mit Wolle, der beinahe so groß war wie sie selbst.
„Ja, klar“, kommentierte Jovi, der auf dem Riesensessel saß und demonstrativ auf sein Tablet starrte. „Weil Mützen in Kanada ja total selten sind. Ich brauche mein Tablet, damit ich nicht sterbe vor Langeweile.“
Paul, sonst immer ein wenig zurückhaltend, sprang auf und ab. „Und ich brauche mein Katapult! Vielleicht sehe ich einen Elch, und dann … PENG! Eine Hartgummikugel auf die Nase!“ Er fuchtelte begeistert mit dem Katapult herum, bis Mike ihm einen strengen Blick zuwarf.
Mama kam mit einer riesigen Tasche ins Zimmer, in der man vermutlich einen halben Hausstand hätte unterbringen können. „Ich nehme zur Sicherheit noch ein paar Jacken mit, falls es kalt wird. Und Decken. Und Kissen. Ach, und vielleicht noch den Föhn, das könnte praktisch sein!“
Mike hob die Hände, er wollte die aufgebrachte Truppe beruhigen. „Leute, bleibt mal ruhig! Wir sind nicht auf einem Umzug, sondern auf einer Reise! Jovi, das Tablet kommt mit, aber nicht die riesige Powerbank, die aussieht wie ein Backstein. Lili, du darfst eine kleine Tüte Wolle nehmen – aber keine zehn Farben! Paul … KEIN Katapult.“
„Was?!“, rief Paul entsetzt. „Aber ohne Katapult bin ich doch kein richtiger Abenteurer und kann auch nicht die angreifenden Grizzlybären abwehren.“
Nach einer Stunde Diskussion, Gefluche und Gekicher waren die Koffer schließlich gepackt. Jeder hatte ein bisschen was von seinem Übergepäck geopfert – mehr oder weniger freiwillig.
„Na, das wird ja ein Abenteuer“, murmelte Mike, als er die Koffer alle zusammenstellte. Lili legte ihm die Hand auf den Arm und grinste. „Keine Sorge, Mike, du wirst bestimmt deine eigene Mütze bekommen.“
Paul, der seine Katapultgeschosse in die Jackentasche geschmuggelt hatte, kicherte geheimnisvoll. Und Jovi? Der war bereits mit dem Tablet eingeschlafen – vermutlich träumte er von endlosem WLAN.
Die Reise konnte beginnen.
Das chaotische Abenteuer auf dem Weg zum Bahnhof
Es war früh am Morgen, und die ganze Familie war bereit, na ja, fast. Das Taxi sollte längst da sein, doch es war nirgends zu sehen. Mama trommelte ungeduldig mit den Fingern auf den Tisch. „Wo bleibt dieses blöde Taxi? Wir verpassen noch den Zug nach Frankfurt!“
Paul lief hektisch durchs Wohnzimmer. „Wo ist meine Nintendo?! Ich hab sie vorhin noch hier hingelegt, ganz sicher!“ Er wühlte in den Sofakissen, während Lili plötzlich mit einem klotzigen Reisekäfig auftauchte. „Mama, ich nehm die Kaninchen mit!“, verkündete sie stolz.
Mama warf ihr einen entsetzten Blick zu. „Auf gar keinen Fall, Lili! Kaninchen fliegen nicht! Und überhaupt, wir haben schon genug Gepäck!“
In dem Moment kam Mike ins Zimmer, hüpfte auf einem Bein, während er sich den Schuh anzog. „Ich muss noch mal auf die Toilette! Das dauert auch nur zwei Minuten!“
„Zwei Minuten, die wir nicht haben!“, rief Mama und deutete bestimmend zum Fenster, wo endlich das Taxi vorfuhr. „Alle Mann rein, aber zackig!“
Sie war kaum mit ihrer Ansage fertig, da rannte Paul triumphierend zur Tür. „Ich hab sie gefunden!“, rief er und hielt die Nintendo in die Luft. Dabei fiel ihm prompt die Tasche aus der Hand, und alles flog quer durch den Flur.
Nach einer hektischen Räumaktion quetschten sich alle samt Gepäck ins Taxi. Jovi seufzte theatralisch: „Das ist jetzt schon die chaotischste Reise meines Lebens. Und wir sind noch nicht mal in der Bahn zum Frankfurter Flughafen.“
Kaum eine Minute vor dem Hauptbahnhof passierte es: Das Taxi ruckelte und kam mit einem hässlichen Knall zum Stehen. „Reifenplatzer!“ stöhnte der Fahrer.
„Das kann doch nicht wahr sein!“ schimpfte Mike und sprang aus dem Auto. Mama zog sich ihre Jacke zurecht. „Nichts wie raus! Schnappt euch die Koffer und die Rucksäcke, wir rennen!“
Also stürmte die Familie mit Sack und Pack los, doch mitten auf der Straße passierte das nächste Unglück. Lilis Koffer sprang auf, und lauter bunte Klamotten, Wolle und eine Häkelnadel flogen in alle Richtungen. „Meine Sachen!“ kreischte sie und bremste abrupt ab.
„Los, schnappt alle das Zeug und verstaut es sonstwo, wir haben keine Zeit!“, rief Mama, während Mike hektisch versuchte, ein paar Socken einzusammeln, die der Wind davonwehte. Paul packte schnell einen Pulli, der mitten auf der Straße lag, und rief begeistert: „Wir haben wenigstens Level 10 an Chaos erreicht!“
Schließlich schafften sie es, verschwitzt, mit halb offenen Koffern und wild zerzaust, bis zum Bahnhof. Jovi schnaufte und schob sich die Haare aus dem Gesicht. „Wenn wir das geschafft haben, können wir in Kanada auch Bären jagen.“
„Oder mit dem Katapult auf Elche schießen!“ ergänzte Paul begeistert.
Mama seufzte und klatschte in die Hände. „Na gut, Leute. Wir sind da. Jetzt bloß nicht den ICE verpassen, aber wir haben noch einen kleinen Zeitpuffer!“
Und so begann ihre Reise, mit einem Abenteuer, bevor sie überhaupt abgehoben hatten.
Das kleine Pizza-Desaster
Am Hauptbahnhof angekommen, war die Familie hungrig und freute sich auf eine ordentliche Stärkung. „Drei Pizzen für 17,99 – das ist doch ein super Angebot!“, meinte Mike optimistisch, während er mit knurrendem Magen an der Theke bestellte. Paul, Lili und Jovi saßen schon in der Pizzeria am Tisch und spekulierten darüber, welche Pizzen wohl am besten schmecken würden.
Doch als das Essen dann kam, waren alle entsetzt. Die Pizzen waren nicht größer als ein Handteller, 5 Zentimeter Durchmesser, wenn überhaupt.
„Ist das ein Witz?“, rief Mike empört und starrte auf die winzigen Pizzascheiben. „Das ist keine Pizza, das ist ein belegter Keks!“
„Was für eine Frechheit!“ schimpfte Mama und schob ihre Mini-Pizza angewidert weg. Paul stupste mit der Gabel auf seiner und murmelte: „Ich könnte sie mit einem Happs essen … aber ich hab Angst, dass ich danach noch hungriger bin.“
Lili verzog das Gesicht. „Das ist Geld in den Müll geschmissen. Wir hätten lieber Schokoriegel aus dem Automaten holen sollen.“
Nachdem die Pizzen irgendwie verschwunden waren – obwohl niemand wirklich satt wurde – beschlossen Mama und Mike, sich die Laune mit einem Mojito zu retten. „Doppelt Eis, bitte!“, sagte Mama fröhlich, und bald hatten sie ihre Gläser in der Hand.
Nach dem ersten Schluck war die Enttäuschung über die Pizza vergessen. Mike kicherte plötzlich: „Guck mal, der Pilot da vorne. Der hat ja einen Anzug an wie aus einem Film und will bestimmt auch nach Frankfurt.“
Mama stimmte ein. „Wirklich! Guck mal, wie er läuft, total stolz.“
Der Mojito schien seine Wirkung zu zeigen, denn als der Pilot gerade vorbeiging, klatschte Mama ihm, ohne nachzudenken, auf den Po. Klatsch!
Der Pilot drehte sich abrupt um, mit einem Blick, der Blitze schleudern konnte. „Was soll das denn?!“, fragte er streng.
Mama und Mike lachten so sehr, dass sie kaum noch atmen konnten. „Das war nicht geplant, ehrlich!“ japste Mama zwischen ihren Lachanfällen.
Paul, Lili und Jovi wünschten sich in diesem Moment, sie könnten im Boden versinken. „Müssen die immer so peinlich sein?“, murmelte Jovi und zog sich die Kapuze über den Kopf.
„Wir kennen euch nicht“, erklärte Paul und schaute demonstrativ in eine andere Richtung.
Doch Mama und Mike hatten ihren Spaß – und das kleine Pizza-Desaster war für den Moment vergessen. Ob der Pilot das jemals verzeihen würde? Na ja, Hauptsache, nicht er flog später den Flieger!
Mit dem ICE zum Frankfurter Flughafen
Die Familie – Mama, Jovi, Mike, Lili und Paul – stand am Bahnsteig und wartete auf den ICE, der mal wieder 30 Minuten Verspätung hatte. „Typisch deutsch“, dachte Mike grübelnd. Doch die Stimmung war entspannt: Schließlich war die Nacht im Flughafenhotel in Frankfurt bereits gebucht, und sie hatten keinen Druck.
Als der Zug endlich einrollte, stiegen sie ein, suchten sich ihre Plätze und machten es sich bequem. Der ICE beschleunigte auf 320 km/h, um die verlorene Zeit aufzuholen, während draußen die Landschaft nur so vorbeiflog.
Die Kids packten sofort ihre Spiele aus. Sie alberten rum, während sie abwechselnd Karten spielten, Monopoly probierten und auch mal zockten. Mama und Mike dagegen lehnten sich entspannt zurück und machten ein Nickerchen. Mike schnarchte so laut, dass es klang, als würde er alle Bäume der Rocky Mountains umsägen, eine Tatsache, die Mama mit einem leichten Schmunzeln zwischen ihren Träumen hinnahm.
Mitten im Spiel wollte Paul auf die Toilette, doch der Weg dorthin war schwieriger als gedacht. Eine Gruppe Halbstarker, laut und respektlos, blockierte absichtlich den Gang. Paul versuchte, sich durchzuschlängeln, wurde aber immer wieder weggedrängt. Das Gelächter der Jugendlichen weckte schließlich Mike.
Schlaftrunken erhob er sich, doch seine bloße Erscheinung, groß, breit und mit einem ernsten Blick, ließ die Jugendlichen sofort verstummen. Die Gruppe machte Platz, und Paul konnte endlich die Toilette benutzen. Zufrieden setzte Mike sich wieder hin und war in Sekunden zurück im Land der Kettensägen.
Kurze Zeit später kam der Zugbegleiter zur Fahrkartenkontrolle. Bei einem flippigen Pärchen, das mit bunten Haaren und schrillen Outfits auffiel, stellte sich heraus, dass sie keine Tickets hatten. Der Kontrolleur, sichtlich genervt, kündigte an, dass sie an der nächsten Station aussteigen müssten. Das Pärchen protestierte lautstark, fügte sich aber schließlich.
Dann, aus dem Nichts, rannte plötzlich eine kleine Maus quer durch das Abteil. Lili kreischte, aber nicht vor Angst, sondern vor Begeisterung. „Ich will sie mitnehmen!“, rief sie aufgeregt und versuchte, die Maus zu fangen. Doch das flinke Tier entkam zwischen den Sitzen und war verschwunden, bevor sie auch nur eine Chance hatte.
Der Rest der Fahrt verlief ruhiger, und als sie schließlich Frankfurt erreichten, waren alle gut gelaunt und munter. „Wenn das nur der Anfang unserer Reise nach Kanada war“, lachte Mama, „dann wird es sicher nicht langweilig!“
Im Flughafenhotel
Nach der chaotischen Zugfahrt kam die Familie endlich im Flughafenhotel an. Aber da gab’s direkt das nächste Problem: Das Restaurant hatte schon dichtgemacht. Keine warme Mahlzeit? Kein Ding für Mama und Mike, die vorsorglich so viele Snacks mitgenommen hatten, dass sie locker ein Buffet hätten eröffnen können. Chips, Sandwiches, Äpfel– alles wurde ausgepackt und weggeputzt. Nur bei den Getränken mussten sie sich zurückhalten: Die Preise am Automaten waren so hoch, dass sie gefühlt eine Familienpackung Limo für eine Woche beim Supermarkt um die Ecke hätten kaufen können.
Die Zimmeraufteilung war auch witzig: Mike und Paul mussten sich ein Zweibettzimmer teilen – was bedeutete, dass Paul Mikes legendäres Schnarchkonzert noch einmal genießen durfte. Im Dreierzimmer von Mama, Lili und Jovi herrschte dafür typisches Chaos. Es dauerte keine fünf Minuten, bis überall Klamotten herumlagen und Lili mit ihren Sprüchen die anderen zum Lachen brachte.
Am nächsten Morgen stand das Highlight an: Frühstück mit „All you can eat“. Und Mama hatte eine klare Mission: „Es wird gegessen, bis nix mehr reingeht!“
