Diese Publikation verwendet vorwiegend die männliche Sprachform.
Bei allen männlichen Funktionsbezeichnungen sind stets auch Frauen gemeint.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.d-nb.de abrufbar.
© 2010 E-Book-Ausgabe (EPUB)© 2009 Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
Verantwortlich: Dr. Björn Hekman
Lektorat: Dr. Arno Kappler, Soest
Herstellung: Christiane Raffel
Umschlaggestaltung: Nadine Humann
Umschlagabbildung: Martin Barraud/OJO Images
Satz und Druck: Hans Kock Buch- und Offsetdruck GmbH, Bielefeld
ISBN : 978-3-86793-144-1
www.bertelsmann-stiftung.de/verlag
Vorwort
2008 hat die Bertelsmann Stiftung mit den beiden Publikationen »Heute Schüler, morgen Unternehmer« sowie »Generation Unternehmer« bereits zwei Bände einer Trilogie vorgelegt, die nun durch den vorliegenden Band »Unternehmergeist fördern!« komplettiert wird. Mit dem Ziel, über eine neue Kultur der Selbstständigkeit Wirtschaft und Beschäftigung zu fördern, haben verschiedene Experten und Autoren umfassende Untersuchungen durchgeführt und das Thema Youth Entrepreneurship wissenschaftlich beleuchtet.
Was jedoch keiner von ihnen während der Entstehung der ersten beiden Bände ahnen konnte, war, auf welche dramatisch veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihre Studien bei Erscheinen treffen würden: die einer tief greifenden globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Es braucht keine Experten, um zu erkennen, dass vor diesem Hintergrund die Forderung nach einer neuen Gründungskultur - und damit verbunden auch die Forderung nach mehr Risikobereitschaft oder größerer unternehmerischer Kreativität - ein zweischneidiges Schwert darstellt.
Während der Begriff Risikobereitschaft schon allein durch das Fehlverhalten einzelner Banken und Banker negativ belegt ist, erhält auch Kreativität mit Blick auf den kreativen Umgang mancher Konzernchefs mit ihren Mitarbeitern eine kritische Konnotierung, obwohl ja gerade die unternehmerische Kreativität zugleich der Motor wirtschaftlicher Prosperität ist.
So formt sich heute in der Gesellschaft ein eher negatives Unternehmens- bzw. Unternehmerbild. Es schwindet das Vertrauen der Bürger in Wirtschaft, und zwar nicht nur in Wirtschaft als Ganzes, sondern vor allem in diejenigen, die Wirtschaft lenken und gestalten.
Sind es also jetzt keine günstigen Umstände, um ein Thema wie Youth Entrepreneurship befördern und mehr unternehmerisches Denken und Handeln fordern zu wollen? Ist es nicht sogar zynisch, in Zeiten, in denen Menschen um die Sicherung ihrer abhängigen Beschäftigungsverhältnisse bzw. den Fortbestand ihrer persönlichen wirtschaftlichen Grundlage bangen, die Entwicklung von mehr Unternehmergeist zu einem gesamtgesellschaftlichen Ziel machen zu wollen?
Genau das Gegenteil ist der Fall! Tatsächlich muss es heißen: Gerade jetzt! Gerade jetzt sind bei jedem Einzelnen unternehmerische Eigenschaften im Sinne eines »Selbstunternehmertums« wie Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und auch Mut gefragt, um für die neuen Herausforderungen gewappnet zu sein. Denn mittels eines so verstandenen Selbstunternehmertums können Menschen auch in wirtschaftlich schweren Zeiten besser dazu befähigt werden, Chancen zu erkennen, Perspektiven zu entwickeln, in sich selbst zu investieren und zukunftsorientierte Wege zu gehen.
Die Forderung nach einer ganzheitlichen und umfassenden Youth Entrepreneurship Policy kann somit aktueller und notwendiger gar nicht sein. »Unternehmergeist fördern!« zeigt, dass wir schon in den frühen Jahren, also bereits im Bildungssystem, eine Verankerung von mehr Entrepreneurship brauchen, dass wir für eine breite soziale und kulturelle Akzeptanz sorgen und natürlich auch die erforderlichen wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen schaffen müssen.
Wie das konkret aussehen und gelingen kann, illustrieren die Autoren der vorliegenden Publikation anhand eines internationalen Ländervergleichs. Gute Beispiele aus vier europäischen Ländern sowie den USA illustrieren dabei zahlreiche Möglichkeiten, wie - angepasst an die jeweiligen sozioökonomischen und politischen Rahmenbedingungen - Unternehmertum und Entrepreneurship gefördert und entwickelt werden können.
»Unternehmergeist fördern!« beschränkt sich dabei aber nicht auf die Darstellung globaler Ansätze sowie länderspezifischer Situationen, sondern benennt direkte Handlungsfelder, adressiert relevante Akteure und bietet konkrete Handlungsempfehlungen für den Aufbau einer ganzheitlichen Youth Entrepreneurship Policy in Deutschland. Denn eines zeigt sich ganz deutlich: Den »Königsweg« zu einer Entrepreneurship-Kultur gibt es nicht - vielmehr ist nach einer ausgewogenen Kombination von Maßnahmen und Regelungen zu suchen, die auf die gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Besonderheiten eines Landes Rücksicht nimmt.
Die Bertelsmann Stiftung hofft, dass mithilfe der identifizierten Ansätze auch Anregungen und Impulse für die weitere Entwicklung und Diskussion einer Youth Entrepreneurship Policy in Deutschland gegeben werden können.
Dr. Jörg Dräger
Mitglied des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung
Dr. Jens U. Prager
Director
Zukunft der Beschäftigung
Bertelsmann Stiftung
Inhaltsverzeichnis
Titel
Impressum
Vorwort
Youth Entrepreneurship Policies - Lernen aus dem Ausland?
Hintergrund und Definition von Youth Entrepreneurship Policy
Zielsetzung der Studie
Vorgehen
Literatur
Internationaler Überblick zu Youth Entrepreneurship Policy
Rahmenbedingungen für Unternehmertum und Entrepreneurship
Soziale und kulturelle Akzeptanz von Entrepreneurship
Verankerung von Entrepreneurship im Bildungssystem
Zwischenfazit des internationalen Überblicks zu Youth Entrepreneurship Policies
Youth Entrepreneurship Policies - Ansätze und Beispiele in fünf Ländern
Vereinigtes Königreich - Stärke in Vielfalt
Finnland - auf dem Weg hin zu einer ganzheitlichen Youth Entrepreneurship Policy
Niederlande - »Bottom-up«-Ansatz einer Youth Entrepreneurship Policy
Spanien - Youth Entrepreneurship Policy als Teil umfassender ökonomischer und ...
Fazit
USA -
Schlüssel zu einer Youth Entrepreneurship Policy
Ein viertes Handlungsfeld: Koordinierung
Rahmenbedingungen für Youth Entrepreneurship
Außerschulische Wertevermittlung von Youth Entrepreneurship
Verankerung von Youth ntrepreneurship im Bildungssystem
Koordinierung der Ressourcen und Aktivitäten zur Förderung von Youth Entrepreneurship
Voraussetzungen für eine Youth Entrepreneurship Policy in Deutschland
Status quo
Bewertung
Handlungsempfehlungen für Deutschland - Aufbau einer Youth Entrepreneurship Policy
Übergeordnetes Ziel von Youth Entrepreneurship Policy in Deutschland
Spezifisches Ziel von Youth Entrepreneurship Policy in Deutschland
Akteure einer Youth Entrepreneurship Policy
Handlungsfelder einer Youth Entrepreneurship Policy in Deutschland
Anhang
Literatur
Abbildungsübersicht
Youth Entrepreneurship Policies - Lernen aus dem Ausland?
Björn Hekman, Clemens Wieland
Hintergrund und Definition von Youth Entrepreneurship Policy
Angesichts einer sich ausdifferenzierenden Wissensgesellschaft werden individueller Bildungsweg und die Teilhabe am Erwerbsleben zu einer immer komplexeren und dauerhaften Herausforderung. Besonders die jungen Menschen benötigen verschiedene Kernkompetenzen, um ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden und auf Veränderungen kurzfristig reagieren zu können. Gefordert sind Flexibilität und Eigenständigkeit, besonders aber die Fähigkeit, »die Gelegenheit, einen Wert zu schaffen, zu erkennen und diese im richtigen Moment zu nutzen« (Australian Government, Department of Family and Community Services 2003).
Dieses unternehmerische Denken und Handeln, das nicht unbedingt die Gründung einer Firma bedeuten muss, sondern wesentlich weiter gefasst ist, hat eine herausragende gesellschaftspolitische Bedeutung. Es verbessert die Beschäftigungsfähigkeit und gibt jungen Menschen das Rüstzeug, die mehrfachen Übergänge auf dem Bildungsweg und im beruflichen Werdegang zu bewältigen. Resultiert unternehmerisches Denken in Unternehmensneugründungen, so bringt dies ein Mehr an Beschäftigung, Wachstum und hilft bei der Erschließung des persönlichen Potenzials sowie der Förderung gesellschaftlicher Interessen (Hekman 2007b).
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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