Vademecum -  - E-Book

Vademecum E-Book

0,0

Beschreibung

Heisst es Comeback oder Come-back? Zürich-Oerlikon oder Zürich Oerlikon? Müsli oder Müesli? Scheinbar oder anscheinend? Anfangs Juni oder Anfang Juni? Antworten auf diese und weitere Fragen finden sich im 'Vademecum'. Das 'Vademecum' ist der sprachlich-technische Leitfaden der 'Neuen Zürcher Zeitung'. 1971 erstmals für interne Zwecke erstellt, fasst diese laufend aktualisierte Schrift die für die NZZ geltenden Regeln und Anweisungen bei der Handhabung von sprachlichen Zweifelsfällen zusammen. Aus Anlass des 225-Jahr-Jubiläums der NZZ gelangte das 'Vademecum' 2005 als fünfte Auflage erstmals in den Handel. Die vorliegende dreizehnte Auflage wurde inhaltlich ergänzt und der täglichen Arbeit angepasst. Das 'Vademecum' erklärt unter anderem bei den Stichwörtern 'Dunant, Henry' und 'Üetliberg' erstmals, warum die 'Neue Zürcher Zeitung' den Vornamen des Gründers des Roten Kreuzes Henry und nicht Henri oder warum sie Üetliberg und nicht Uetliberg oder Ütliberg schreibt. Das Stichwort Fremdwörter ist um zwei weitere Kapitel ergänzt worden, das Länderverzeichnis wurde auf den neusten Stand gebracht usw. Einbezogen sind auch die Beschlüsse der deutschen Kultusminister und der schweizerischen Erziehungsdirektoren zur Rechtschreibreform 2006 und deren Umsetzung. Eindeutigere Regeln wurden durch die NZZ dort gesetzt, wo Vorschriften zu unbestimmt oder sogar mehrdeutig gehalten sind.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 268

Veröffentlichungsjahr: 2014

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Vademecum

Der sprachlich-technische Leitfaden der «Neuen Zürcher Zeitung»

14. Auflage

Verlag Neue Zürcher Zeitung

14., überarbeitete und ergänzte Auflage

© 2014 Neue Zürcher Zeitung, Zürich

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks, des Vortrags, der Entnahme von Abbildungen und Tabellen, der Funksendung, der Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten. Eine Vervielfältigung dieses Werks oder von Teilen dieses Werks ist auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig. Sie ist grundsätzlich vergütungspflichtig. Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts.

ISBN Print 978-3-03823-903-1

ISBN E-Book 978-3-03823-904-8

Datenkonvertierung: CPI books GmbH, Leck

www.nzz-libro.ch NZZ-Libro ist ein Imprint der Neuen Zürcher Zeitung

Sprache ist nie Selbstzweck

In einer Zeit, in der die geschriebene Sprache immer stärker an die gesprochene angelehnt wird, Fremdsprachen wie das Englische mit aller Macht Einzug in den deutschen Sprachschatz halten und neue Medien wie das Internet oder mobile Nachrichtendienste freiere Kommunikationsformen ermöglichen, verwischen sich die Grenzen zwischen dem sprachlich-grammatikalisch Erlaubten und dessen freier Interpretation. Bewährtes wird verdrängt, Neuschöpfungen werden durch die schlichte Macht ihrer faktischen Benutzerzahl zum neuen Standard definiert.

Sprache entwickelt sich, bildet gesellschaftliche Veränderungen und Realitäten ab. Das schafft Unsicherheiten und – wie die Kontroverse um die Reform der deutschen Rechtschreibung belegt hatte – auch einen wachsenden Bedarf an Orientierung.

Wer immer mit der deutschen Sprache intensiv zu tun hat, ist daher darauf angewiesen, sich bei Unsicherheiten und Zweifelsfällen Klarheit verschaffen zu können. Diesem Ziel und Zweck dient seit seiner ersten Auflage von 1971 das sogenannte «Vademecum» der «Neuen Zürcher Zeitung». Der Leitfaden, der vor 42Jahren vom damaligen Chefkorrektor der NZZ, Walter Heuer, zusammengestellt wurde, fasst die im Unternehmen NZZ geltenden Regeln für die Handhabung all jener sprachlichen Zweifelsfälle zusammen, die entweder vom Duden nicht erfasst sind oder aber als Sonderfälle helvetischer Prägung von der NZZ und ihren Redaktionen bewusst anders behandelt werden. Das NZZ-«Vademecum» setzt ebenfalls über die Landesgrenzen hinweg Standards, fanden doch viele der von der NZZ seit Jahren gepflegten Schreibweisen Aufnahme in die überarbeitete Version der deutschen Sprachreform.

Die Sprache eines Medienprodukts, sei es eine Zeitung, das Internet oder das Fernsehen, ist nie Selbstzweck, sie dient der Analyse, der Kommentierung und der Vermittlung von Informationen an die Leserschaft. Entsprechend hat die NZZ immer eine pragmatische Haltung eingenommen, wenn es darum ging, sich sprachlichen Veränderungen anzupassen. Begriffliche und grammatikalische Neuerungen wurden und werden behutsam in den eigenen Gebrauch dann aufgenommen, wenn sie der Verständlichkeit dienen und einem breiten Nutzerkreis geläufig sind. Sinngemäss Logisches aber wird die NZZ auch weiterhin vor einer zu starren Normierung nach technisch-grammatikalischen Kriterien schützen, vor allem dann, wenn diese dem Sprachempfinden und dem Sprachverständnis – und damit der Qualität der Informationsleistung – abträglich sind.

Das «Vademecum» richtet sich in erster Linie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen NZZ, die mit Schreiben, der Textgestaltung und der Textbearbeitung intensiv zu tun haben. Es soll darüber hinaus aber auch all jenen Menschen dienen, denen die sprachliche Genauigkeit beim Schreiben, Lesen und Sprechen nicht egal ist, weil sie um die Bedeutung einer präzisen Sprache für kluges Denken und sorgsames Handeln wissen.

Markus Spillmann

Chefredaktor «Neue Zürcher Zeitung»

Leiter Publizistik

Aus dem Vorwort zur ersten Ausgabe

Das vorliegende «Vademecum» hat ein Vorbild: das «Style Book for Writers and Editors»* [* Dieses 124-seitige Werk wurde später von der «New York Times» herausgegeben unter dem Titel «Manual of Style and Usage».] der «New York Times». So wie es sich bei der grossen amerikanischen Zeitung als notwendig erwiesen hat, all die orthographischen, grammatischen und typografischen Zweifelsfälle zu klären und zu regeln, denen Autoren und Redaktoren täglich begegnen, ebenso müssen bei einem Blatt wie der «Neuen Zürcher Zeitung», an dessen Herstellung so viele Köpfe und Hände beteiligt sind, einheitliche Richtlinien bestehen. Solche Richtlinien und Einzelvorschriften, die fortlaufend den Bedürfnissen des Tages angepasst und ergänzt werden, kennen wir zwar seit Jahren; doch sind sie verzettelt in einer Sammlung von Merkblättern, in einer Kartei der Einzelentscheide und in den Protokollen unserer sporadisch stattfindenden Sprachkolloquien. Sie haben zudem den weiteren Nachteil, nur dem kleinen Kreis der internen Mitarbeiter zugänglich zu sein.

Das «Vademecum» soll diese Nachteile beheben. Es vereinigt alle zurzeit gültigen hauseigenen Regeln und Weisungen und kann einem weiteren Kreis unserer Mitarbeiter abgegeben werden.

Massgebend für Rechtschreibung und Grammatik in unserem Blatt ist grundsätzlich der Duden. Doch gestatten wir uns, von den dort festgelegten Normen abzuweichen oder sie zu ergänzen, wo unser Empfinden, wo schweizerischer Sprach- und Schreibgebrauch dies nahelegen. Solche Abweichungen sind im «Alphabetischen Verzeichnis der Schwierigkeiten, Zweifelsfälle und Sonderregelungen» festgehalten.

Tausend Kleinigkeiten geben der Zeitung ihr Gesicht. Jede dieser Einzelheiten mag, für sich allein genommen, unbedeutend erscheinen, «but a publication that capitalizes the word on one page and lower-cases it on another may lead the careful reader to believe that such untidiness extends to larger matters». So begründet das erwähnte «Style Book» seine Existenz. Und eben darum geht es auch hier: Sauberkeit und Genauigkeit in sprachlichen und typografischen Dingen stärken das Vertrauen des Lesers in den Inhalt des Blattes.

Walter Heuer, Chefkorrektor NZZ †

Zur vierzehnten Ausgabe

«Nicht alle in zeitungsinternen Diskussionen aufgestellten Regelungen werden von eherner Gültigkeit sein. Wir werden sie von Zeit zu Zeit, dem sich wandelnden Sprachgefühl folgend, revidieren müssen», schrieb 1971 der damalige NZZ-Chefredaktor Fred Luchsinger in seinem Geleittext zur ersten Ausgabe des «Vademecums». Diese Feststellung hat nichts an Gültigkeit verloren. Auch nach dem Druck der Erstausgabe wurde innerhalb des Hauses immer wieder über diese Regelungen diskutiert. Sie wurden, wenn nötig, revidiert, ergänzt oder gestrichen. Diese Veränderungen, die in Briefen, auf Notizzetteln, mündlich oder seit einigen Jahren per E-Mail Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Redaktion und Verlag zur Kenntnis gebracht wurden, sind in der vorliegenden Neuausgabe vereint wiederzufinden.

Die Technik der Druckvorstufe ist seit Jahrzehnten einem enormen Wandel unterworfen und damit auch die Art und Weise, wie Zeitung gemacht wird. Während früher die sorgfältig redigierten Manuskripte vom typografisch geschulten Maschinensetzer Zeile um Zeile und später über lochbandgesteuerte Setzmaschinen gesetzt worden waren, konnten diese Texte im Verlaufe der siebziger Jahre auf elektronischem Wege erfasst und anschliessend auf Film belichtet werden. Heute ist es selbstverständlich, dass die Autorinnen und Autoren ihre Artikel am Computer schreiben und diese – wie die Fotografen das Bildmaterial – digital der Redaktion und dem Verlag übermitteln. Von den redigierenden sowie von weiteren an der Satzproduktion beteiligten Personen werden nebst ausgezeichneten Sprachkenntnissen daher auch Grundkenntnisse der Typografie erwartet, beispielsweise wann, wo und warum ein Festabstand zu erfassen ist und dergleichen mehr. Dieser Leitfaden soll auch da als Hilfe dienen.

Die Rechtschreibreform wurde nach dem Inkrafttreten am 1.August 1998 von den meisten Druckhäusern übernommen. Die NZZ beobachtete die Einführung der Reform kritisch und beschloss erst nach einiger Zeit, die neuen Regeln ab dem 15.Mai 2000 in einer als sinnvoll erachteten Form anzuwenden. Die anhaltende Kritik an der Reform veranlasste die für das Regelwerk verantwortlichen politischen Gremien, einen Rat für deutsche Rechtschreibung zu schaffen, der sich ab Dezember 2004 zunächst mit den strittigsten Fällen des Regelwerks befasste und der dann im Februar 2006 einen angepassten Regeltext vorlegte. Die so erneuerten und seit 1.August 2006 in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz für Schulen und Verwaltungen verbindlichen Regeln lassen jetzt Schreibmöglichkeiten zu, die mit der von der NZZ seit Mai 2000 angewendeten Praxis beinahe vollständig übereinstimmen. Der Anpassung dieser Regeln an den internen Gebrauch ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Stephan Dové, Leiter Korrektorat

Alphabetisches Verzeichnis der Schwierigkeiten, Zweifelsfälle und Sonderregelungen

Im alphabetischen Verzeichnis und in anderen Teilen des «Vademecums» wird mit der Abkürzung He (Kurzform für «Heuer») auf Stellen hingewiesen, die im «Richtigen Deutsch» von Walter Heuer, Max Flückiger und Peter Gallmann nachgelesen werden können. Weitere verschiedene Sachgebiete sind zum Teil tabellarisch zusammengefasst, beispielsweise Ländernamen mit Hauptstädten und Währungen. Und im Kapitel Die Umsetzung der Rechtschreibreform in der NZZ sind die Regeln zu lesen, nach denen die Rechtschreibreform Stand 2006 in der NZZ angewendet wird.

A

Aatal (Tal)

Aathal (Gemeinde)

AbdallahII.: König von Jordanien; nicht AbdullahII.

Abdeljalil, Mustafa: libyscher Politiker (nicht Abdul Jalil oder Abd al-Dschalil). Wir schreiben auch alle andern «Abdels» in einem Wort, also: Abdelaziz, Abdelfatah usw.

abgelehnt/angenommen: Bei Abstimmungsresultaten müssen die Nein-Stimmen voranstehen, wenn die Vorlage abgelehnt wurde: mit 3428 Nein gegen 2138 Ja abgelehnt; mit 28681 gegen 19394Stimmen verworfen. Falsch: mit 2138 Ja gegen 3428 Nein abgelehnt (denn man kann nicht mit Ja ablehnen). Umgekehrt müssen die Ja-Stimmen voranstehen bei Annahme der Vorlage: mit 412Ja gegen 121Nein angenommen. Faustregel: Die höhere Zahl geht voraus. (Eine Ausnahme hievon bilden Formulierungen wie: mit 61 gegen 118Stimmen unterlegen.) (Siehe auch Ja und Nein bei Abstimmungen.)

1Abkürzungen: Von der Leserschaft kann nicht erwartet werden, dass ihr jede Abkürzung geläufig ist. «Die Gewerkschaftsdelegation, so der Leiter auf der Seite von GBI, CMV, LFSA und SMUV, habe ‹dem Diktat des VBChI›, der einen neuen GAV nur mit dem Dreistufenmodell unterzeichnen wolle, zustimmen müssen …» Mit diesem Satz dürfte wohl kaum jemand zufrieden sein, wenn nicht vorher in ausgeschriebener Form mit anschliessender Abkürzung auf die Bedeutung derselben aufmerksam gemacht worden ist.

Abkürzungen dürfen dem ausgeschriebenen Namen auch dann in Klammern nachgestellt werden, wenn die Abkürzung später im Text nicht mehr erscheint. Im Übrigen gelten die «Richtlinien für Abkürzungen». Für die Abkürzungen der Währungseinheiten siehe das Kapitel «Ländernamen und ihre Ableitungen, Hauptstädte und Währungen».

Die Abkürzung v. für «von» (als Adelsprädikat) ist am Satzanfang wegzulassen: Weizsäcker sah sich genötigt… Aber: Richard v. (oder Richard von) Weizsäcker sah sich genötigt …

Andere einfache Abkürzungen erhalten am Satzanfang einen grossen Anfangsbuchstaben: Vgl., Cf., Ebd. Bei Verweisen in Klammern am Schluss eines Satzes ist zu unterscheiden: Grossschreibung bei der einfachen Abkürzung dann, wenn der Satzschlusspunkt vor, Kleinschreibung aber, wenn er nach dem Klammervermerk steht.

Mehrteilige Abkürzungen, wie d.h., d.i., m.a.W., m.E., u.W., z.B., sind am Anfang des Satzes nicht gestattet und deshalb auszusetzen: Das heisst… Das ist… Mit anderen Worten… Meines Erachtens… Unseres Wissens… Zum Beispiel …

Allgemein gilt, dass unnötige Abkürzungen zu vermeiden sind. (Siehe auch Deklination von Abkürzungen.)

2Abkürzungen: Abkürzung AG in Firmennamen – Schreibung des dazugehörenden Verbs: Gewöhnlich sind Abkürzungen in Firmenbezeichnungen wie AG, GmbH, KG usw. Appositionen. Zahl und Geschlecht der Firmenbezeichnung richten sich nicht nach AG, sondern nach dem Grundwort des Firmennamens. Also «ein Brief an das Euro-Kreditinstitut AG». Ebenso «die Centralschweizerischen Kraftwerke AG». Entsprechend sind die Verben anzupassen. Also «die CKW setzen mehr Strom ab». – In unserer Zeitung hat vor allem im Wirtschaftsbereich die Gesellschaftsform in Firmenbezeichnungen eine nachdrücklich grössere Bedeutung. Sie bildet das Grundwort des Firmennamens, und dessen Kasus und Numerus sind bestimmend auch für das folgende Verb. Deshalb ist korrekt: «Ein Schreiben an die Euro-Kreditinstitut AG.» «Die Centralschweizerische Kraftwerke AG erhöhte ihr Aktienkapital.»

Steht aber beim Firmennamen keine Gesellschaftsform, dann richten sich Zahl und Geschlecht nach dem Grundwort der Firmenbezeichnung. «Ein Brief an das Euro-Kreditinstitut.» «Die Centralschweizerischen Kraftwerke erhöhten kürzlich ihr Aktienkapital.»

Wir verzichten bei den Abkürzungen S.A. und S.p.A. auf das Spatium und den Punkt. Also: SA und SpA. In Ausnahmefällen sowie in Inseraten wird die Abkürzung mit Punkten toleriert. – Weitere Abkürzungen: Corp., Ges.mbH, GmbH, Inc., Ltd., Plc, S.àr.l. (französisch für GmbH), S.ar.l. (italienisch für GmbH).

Ableitungen von Ortsnamen: Siehe Murten, Olten, Zürcher Ortsnamen.

absegnen: Dieses Wort hat umgangssprachlichen Charakter, ist in unserem Blatt unerwünscht und zu ersetzen durch «befürworten», «genehmigen», «gutheissen» o.ä.

Abstimmungen: Siehe abgelehnt/angenommen.

Abu Ghraib: Stadt im Irak.

Académie française

Accessoire, das; -s, -s

achtgeben

achthaben

ausser acht lassen

sich in acht nehmen

achtziger Jahre / Achtzigerjahre: Für die Zeitangaben achtziger Jahre (das Jahrzehnt von 80 bis 89 betreffend), Achtzigerjahre (die Lebensjahre von 80 bis 89) usw. verwenden wir im Textteil keine Ziffern mehr. Von dieser Regelung nicht betroffen sind Wendungen wie 68er Generation (aber: die geburtenstarken sechziger Jahrgänge), die 2007er Modelle, ein 5-jähriges Kind, ein 5-Jähriger und dergleichen mehr.

à contrecœur, nicht contre cœur. Besser wäre «widerwillig».

Act ist mit dem weiblichen Artikel zu setzen: die Mutual Security Act, die Sarbanes-Oxley Act.

Action directe: In den achtziger Jahren aktive französische Terrororganisation.

Ad-Dauha, nicht Doha: Hauptstadt Katars. Das Hocharabische kennt keinen Vokal «o», und der in «Dauha» steckende (mittlere) arabische Buchstabe ist ein Konsonant, ein «waw» – transkribiert mit «au». Der Kürze wegen (z.B. in Titeln) ist es zulässig, wenn man einfach «Dauha» schreibt.

Affäre, die; -, -n

à fonds perdu: A-fonds-perdu-Beiträge.

Afrikaaner: in Südafrika geborene Weisse niederländischer Abstammung (Buren). Sprache: Afrikaans. Die in den Lexika noch zu findenden Nebenformen Afrikaander und Afrikander sind zu vermeiden.

Afrolook, der; -s, -s

Aftershave, das; -, -s

Ag in Tuareg-Namen: Das in Tuareg-Namen häufig vorkommende Ag (Sohn des …) mit einem Versal schreiben, z.B. Iyad Ag Ghali, nicht Iyad ag Ghali.

Agenturen, Pressedienste: Die in Klammern den Meldungen vorangesetzten oder folgenden Initialen von Agenturen und Pressediensten werden in Kleinbuchstaben, ohne Punkt und kursiv gesetzt: (sda), (upi), (afp), (dpa), (epd) usw. Kommen solche Abkürzungen ausnahmsweise im laufenden Text vor, so sind sie normal in Grossbuchstaben zu setzen: Nach einer Meldung der AFP aus Rouen …

agrimonetär, nicht agromonetär. Der Ausdruck ist in der EU-Terminologie gebräuchlich.

Aide-Mémoire, das; -, - (ohne Plural-s).

Aids: Acquired immune deficiency syndrome = erworbene Fehlfunktion des Immunsystems; Komposita kuppeln: Aids-Fälle, Aids-verseucht. – Ausnahmen: die Aidskranken, aidskrank.

Airbus, der; -, -se

Airbus A320: Der Hersteller verwendet die Schreibweise «Airbus A400 M»; dieselbe Schreibweise – also ohne Divis zwischen A und der numerischen Typenbezeichnung – wird zur Mehrheit auch für die zivilen Maschinen verwendet. Um unterschiedliche Schreibweisen in der NZZ zu verhindern, sind alle Typenbezeichnungen nach dem Muster des Airbus-Transportflugzeugs zu schreiben – also: Airbus A320, Airbus A340, Airbus A400 M usw.; der A320.

Akali Dal, der: Partei der gemässigten Sikhs im Punjab.

Akkusativ: Es gibt einige Verben, die fälschlicherweise oft mit dem Nominativ statt mit dem Akkusativ verbunden werden; dazu gehören bilden, bedeuten, darstellen, geben. Richtig ist: Dieses Dokument bildet einen integrierenden Bestandteil einer Aktenreihe… Die Lenkwaffe bedeutet einen Fortschritt gegenüber der Kanone. Die im Park errichtete Statue stellt einen Sämann dar. Einen besseren Vorschlag gab es nicht. – Besonders wenn das Akkusativobjekt vorausgeht, steht oft fälschlicherweise der Nominativ: «Der angerichtete Schaden bezeichnete der Sprecher als gering» (statt: Den angerichteten Schaden …). «Der dazu nötige Strom liefert eine Photovoltaikanlage, die genügend Leistung besitzt, um die Häuser mit Energie zu speisen» (statt: Den dazu nötigen Strom …).

aktuell: Das Wort wird oft fälschlich im Sinn des englischen actual/actually (= tatsächlich, wirklich, gegenwärtig) oder des französischen actuel (gegenwärtig) gebraucht: die aktuelle Stärke der englischen Flotte (statt richtig: die derzeitige Stärke); der aktuelle Überschuss (statt: der tatsächliche Überschuss); was aktuell vereinbart wurde, war nicht zu erfahren (statt: was in Wirklichkeit vereinbart wurde); der aktuelle Präsident (statt: der gegenwärtige Präsident). Aktuell ist richtig im Sinne von zeitnah, zeitgemäss, gegenwartsnah, gegenwartsbezogen, bedeutsam für die unmittelbare Gegenwart («Überlegungen zu aktuellen politischen Problemen») und im Bereich Mode und Wirtschaft von ganz neu, modisch, up to date («Leggins sind heute aktuell»).

aktueller Rand: In der Konjunkturbeobachtung ist der Ausdruck «am aktuellen Rand» ein Fachausdruck für die jüngsten, noch sehr unsicheren Schätzungen. Die zum Stichwort aktuell gemachten Angaben treffen hier also nicht zu.

AKW statt KKW: Die Abkürzung KKW verwenden wir nicht mehr. Wir beschränken uns auf AKW. Kernkraftwerk ausgeschrieben bleibt aber willkommen.

1Akzente: Bei französischen, italienischen und spanischen Eigennamen wird die Schreibweise mit den üblichen Akzenten übernommen. Auf die Verwendung der Akzente in anderen Sprachen wird verzichtet, bzw. sie liegt in der Verantwortung des einzelnen Redaktionsmitglieds.

2Akzente: Im Französischen wird beim grossgeschriebenen Anfangsbuchstaben kein Akzent gesetzt: Emile, Etat, Evénement, Ilot. – Hingegen behalten in Grossbuchstaben geschriebene Wörter alle Akzente: ÉMILE, ÉTAT, ÉVÉNEMENT, ÎLOT, THÉÂTRE.

3Akzente: Zu den Schreibweisen von spanischen Namen mit Akzenten einige Beispiele:

Alarcón, Alemán, Andrés, Aragón, Arzú, Asunción

Benítez, Bogotá, Bolívar

Calderón, Cárdenas, Castañeda, Castaño, César, Chávez, (aber: Chaves), Colón, Córtez, Cristóbal, Cuauhtémoc

De la Rúa, Díaz

Echeverría

Fabián, Fermín, Fernández, (aber: Fernandes), Frías

García, Garzón, Gómez, González, (aber: Gonzales), Gutiérrez, Guzmán

Héctor, Hernández, Hipólito

Joaquín, (San) José, Juárez

Lavín, Lázaro, León, López

Málaga, María, Márquez, Martí, Martín, Martínez, Medellín, Mejía, Menéndez, Moisés, Montalbán, Muñoz

Nicolás

Pérez, Perón, Popocatépetl

Quintín

Ramírez, Rincón, Rodríguez, Rubén

Saá, Sánchez, Santafé, (San) Sebastián

Vázquez, Velásquez, Velázquez

à la [manière] française: Das Adjektiv immer in der weiblichen Form.

Åland, Ålandinseln (eine finnische Insel bzw. Inselgruppe) schreiben wir mit Akzent (aber Aland, wenn der Karpfenfisch gemeint ist), ebenso Ålborg und Århus (dänische Städte). (Siehe aber 1Akzente und skandinavische Sonderzeichen.)

«Al-Ahram»: ägyptische Zeitung.

Alb: Wir schreiben Alb, Albdruck, Albdrücken, Albtraum.

Albisgütli (aber: Üetliberg)

al-Jazira, nicht El-Dschasira: arabischer Fernsehsender. (Siehe auch Transkription arabischer Namen und Ausdrücke.)

Alleanza Nazionale (AN), die: italienische Partei.

Alpine Kombination, Alpine Skimeisterschaften, Internationale Alpine Skirennen. In Gelegenheitsbildungen wird das Adjektiv jedoch klein geschrieben (z.B.: in den alpinen Disziplinen).

Alptransit: Siehe neue Eisenbahn-Alpentransversale.

Alptraum: Siehe Alb.

Altbundeskanzler; auch mit Bindestrich: [der] Alt-Bundeskanzler, [der] Alt-Bundesrat oder Altbundesrat, [der] Alt-Bundespräsident, [der] Alt-Vizepräsident.

alt Bundesrat: Diese (schweizerische) Schreibweise von alt im Sinne von «gewesener» darf nur zusammen mit dem Namen, im Singular und ohne Pronomen bzw. Artikel verwendet werden, also nicht der alt Bundesrat, sondern alt Bundesrat Joseph Deiss. Ebenso: alt Nationalrat Walter Frey. (Aber: Der Altbundesrat erwähnte in seiner Rede …) (Siehe auch Altbundeskanzler.)

Alternative: Die strenge Auffassung, wonach «Alternative» nur für «Wahl zwischen zwei Möglichkeiten» stehen kann, lässt sich nicht mehr aufrechterhalten. Es ist anzuerkennen, dass «Alternative» auch für «Alternativvorschlag», also für einen zweiten Vorschlag, eine zweite Möglichkeit, stehen kann: «Zu diesem Entwurf gibt es keine Alternative»; «Die Alternative zum britischen Vorschlag wäre …» Die Bedeutung von «alter» (= der andere von zweien) verbietet indessen den Gebrauch des Ausdrucks «Alternative» überall dort, wo von mehr als zwei Möglichkeiten die Rede ist. Auch wenn die Redaktion des Rechtschreib-Duden dies toleriert, ist falsch: «In der nun folgenden Vernehmlassung werden vier recht unterschiedliche Alternativen zu prüfen sein.»

Alte Welt / Neue Welt: Alte Welt = Europa, Neue Welt = Amerika (aber: alter Kontinent, neuer Kontinent).

Aluminum: amerikanische Nebenform zum englischen Aluminium (z.B. Kaiser Aluminum).

Américaine, die; -, -s: Bahnradrennen für Zweiermannschaften mit beliebiger Ablösung.

amerikanische Sechste Flotte: Siehe 3Titel.

an den Folgen einer Operation gestorben: Ärzte nehmen berechtigt Anstoss an dieser Formulierung, die (in den meisten Fällen völlig zu Unrecht) den Chirurgen die Schuld am Tode des Patienten zuschiebt. Mit «nach einer Operation gestorben» wird man dem Tatbestand gerecht.

Andere, der/die/das: In der Bedeutung «Mitmensch», «Gegenüber», «Gegenspieler» oder «der/die/das Andersartige» akzeptieren wir (vor allem in psychologischen und philosophischen Texten) die Grossschreibung in Analogie zu «der Einzelne» oder auch «der Nächste», «der Erste», «der Letzte». Dies gilt ebenfalls für «das (ganz) Andere» im Sinn von «das Aussermenschliche, Übersinnliche, Göttliche».

Anderes Russland: russisches Oppositionsbündnis.

Andrea: weiblicher und männlicher Vorname.

Anfang/anfangs: «anfangs» verwenden wir nur als Adverb (= anfänglich, zuerst: «…anfangs hatte er einige Mühe» – «Anfangs verloren sich nur gut hundert Zuschauer im Zelt.»). Vor einer Zeitangabe jedoch immer Anfang: Anfang Juni (nicht anfangs Juni), Anfang der Woche (nicht anfangs der Woche), Anfang 2013 (nicht anfangs 2013).

Anführungszeichen: Die Anführungszeichen sind wie die Auszeichnungen in Artikeln sparsam zu verwenden. Neue Begriffe können während einer kurzen Einführungszeit mit Anführungszeichen verdeutlicht werden. Namen von Gebäuden, Vereinen u.Ä. können auch angeführt werden, wenn eine nähere Bezeichnung wie Hotel, Café, Zunfthaus, Verein, Klub, Zunft usw. dabeisteht: im renovierten Hotel «Eden», im renovierten Hotel Eden, der Musikverein «Harmonie», der Musikverein Harmonie. Fehlt dagegen die nähere Bezeichnung, so muss der Name in Anführungszeichen gesetzt werden: der Wirt zu den «Drei Linden», der Jahresausflug der «Harmonie».

Bei Zitaten in indirekter Rede sind Anführungszeichen überflüssig. Bei einem Zitat in einem Titel hingegen stehen sie zu Recht.

Ortsnamen werden nicht in Anführungszeichen gesetzt, wenn diese unmissverständlich synonym für Regierung gebraucht werden: Auf den ersten Blick erscheint dieser Plan Berlins plausibel.

Schiffsnamen werden immer angeführt: das Kreuzfahrtschiff «Achille Lauro». Kategorienbezeichnungen wie MS oder SS gelten nicht als Bestandteil des Namens und stehen ausserhalb der Anführung. (Siehe auch Schiffsnamen.)

Zeitungs-, Werk- und Veranstaltungstitel sind im laufenden Text anzuführen: die «Schaffhauser Nachrichten» schreiben …, Gotthelfs «Käserei in der Vehfreude», ein Vortrag über «Das Atom und unsere Zukunft», die Ausstellung «Neue Briefmarken». – Ist der Werktitel kursiv gesetzt, können die Anführungszeichen wegfallen. Nicht angeführt werden Werktitel in Fussnoten und Literaturangaben, und ebenfalls nicht angeführt werden die Namen von Kinos, Radio- und Fernsehsendern. (Siehe auch Kupplungen, mehrfache.)

Speziell betonte Ausdrücke, auch im Sinne von «sogenannt», können ebenfalls in Anführungszeichen gesetzt werden, unabhängig davon, ob der Ausdruck mit sogenannt verstärkt wird oder nicht: Mit dem «Gautschen» wurden die jungen Berufsleute von den während ihrer Lehrzeit begangenen Sünden reingewaschen. Oder: Mit dem sogenannten «Gautschen» wurden die jungen Berufsleute von den während ihrer Lehrzeit begangenen Sünden reingewaschen.

angefangen bei: nicht angefangen von.

Anglizismen

Beim Schreiben von Anglizismen ist wie beim Verwenden von Fremdwörtern (siehe 1Fremdwörter) darauf zu achten, dass, wo ein ebenso guter, ebenso treffender deutscher Ausdruck zur Verfügung steht, auf amerikanische oder englische Lehnwörter verzichtet werden sollte. Teilweise wurden diese gar falsch eingesetzt, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Der ultimative GTI für diskret Unbescheidene. Das englische ultimate hat mit einem Ultimatum nichts zu tun. Kann auch nicht übersetzt werden! Ultimativ hingegen kann nur im Zusammenhang mit einem Ultimatum gebraucht werden.

… genau wie bei den Alinghi-Designs. Die Schweizer liegen zwischen den beiden Extremen, sind aber eher runder geformt. Das englische design wird verwendet für Zeichnung, Entwurf, Modell bzw. für einen Gegenstand, der daraus entstanden ist. Bei den Alinghi-Booten wurde die Konstruktion beurteilt.

… bei der Konstruktion des Dreischluchten-Damms sei den Auswirkungen … zu wenig Rechnung getragen worden. Das englische Wort construction lautet zu Deutsch Bau. Und das englische dam bezeichnet sowohl den deutschen Staudamm als auch die Staumauer. Der Dreischluchtendamm ist eindeutig eine Staumauer (gemauert, betoniert) und nicht ein Damm (aufgeworfene Erde).

Der ehemalige Erste Minister von Schottland Jack McConnell ist am Dienstag als Leiter der Labour-Partei Schottlands zurückgetreten. Die Resignation folgt auf die Niederlage von Labour bei den Regionalwahlen … Das englische Wort resignation bedeutet auf Deutsch Rücktritt. McConnell mag resigniert gewesen sein, sein Rücktritt ist aber keine Resignation.

Diese Partnerschaft geht auf eine von kanadischen Wirtschaftskreisen inspirierte und von Ottawa schliesslich adoptierte Initiative zurück …To inspire kann deutsch nicht transitiv gebraucht werden. Zudem kann eine Sache kaum inspiriert sein. Und adopted wird auf Deutsch übersetzt mit übernommen, angenommen. Die Initiative hat mit einer Adoption nichts zu tun.

Iran hat angekündigt, es habe eine neue Bombe entwickelt, die ihr Ziel …Announced bedeutet auf Englisch sowohl ankündigen als auch einfach erklären, verlautbaren lassen usw. Eine Ankündigung kann sich im Deutschen aber nicht auf etwas beziehen, was schon geschehen ist. Auf Englisch geht beides.

Auf verschiedenen Ebenen werden zurzeit Steuermodelle mit Einheitssätzen diskutiert. – Bei einem Treffen in Teheran sollten ausserdem ungeklärte Fragen wie frühere Plutoniums-Experimente Irans diskutiert werden. – Diskutiert wird auch die Gefahr, dass solche Rettungsaktionen die Leichtfertigkeit von Banken fördern könnte. To discuss something. Dieser transitive Gebrauch geht auf Deutsch nicht. Wir können nur über etwas diskutieren.

Nachdem die Neuordnung der Finanzen in aller Länge debattiert worden war, schritt man zur Abstimmung. To debate something ist deutsch transitiv gebraucht wie bei to discuss something falsch. Man kann nur über etwas debattieren.

Dass die Regierung auf die Petition antwortet, ist angesichts des sensiblen Themas unwahrscheinlich. Sensitive heisst auf Englisch, was auf Deutsch sensibel heisst, also empfindlich, gefühlsbetont usw. Eine Sache kann nicht sensibel sein. Gemeint ist heikel.

Eine weitere Erörterung der Frage macht keinen Sinn. To make sense heisst auf Deutsch immer noch ergibt keinen Sinn.

Ein Abbruch der Gespräche wäre definitiv die beste Lösung, denn eine Annäherung der Positionen ist höchst unwahrscheinlich. Definitely bedeutet nicht definitiv, sondern eindeutig. Ist also eindeutig falsch und nicht definitiv falsch.

Laut dem Ministerium darf zudem künftig als Beweis für den legalen Status eines Stellenbewerbers nur noch eine kleine Zahl von Dokumenten akzeptiert werden. Beim englischen legal status hat «legal» nichts mit legal zu tun, sondern bedeutet auf Deutsch rechtlich, allenfalls juristisch.

Wer letztmals vor fünfzehn Jahren in China war, wird die heutige urbane Gesellschaft kaum mehr wiedererkennen. Das englische Wort urban hat mit dem deutschen urban wenig zu tun. Urban heisst gebildet, kultiviert. Der englische Sinn von urban ist städtisch, im Gegensatz zu ländlich. Also: städtische Gesellschaft.

… mussten zahlreiche Palästinenser fliehen, weil sie … als Parteigänger Saddam Husseins denunziert und angegriffen wurden. To denounce heisst nicht denunzieren, sondern schlechtmachen, anschwärzen, als schlecht hinstellen.

Pablo Herrera versucht den Russen Dimitri Barsuik an den EM in Valencia zu blocken. – Wohnblock, Wohnblocks, Strassenblock, Strassenblocks. To block heisst blockieren wie to park parkieren. Der Plural -blocks wie in Wohnblocks, Strassenblocks usw. sollte daher -blöcke heissen.

Angloamerikaner, der; -s, -: ein aus England stammender Amerikaner.

Anglo-Amerikaner (entgegen Duden und Wahrig mit Bindestrich): Einwohner eines der angelsächsischen Länder; Sammelname für Engländer und Amerikaner.

angloamerikanisch, anglo-amerikanisch: Entgegen Duden und Wahrig halten wir an der unterschiedlichen Schreibweise fest. Ein angloamerikanisches Treffen ist eine Zusammenkunft der Angloamerikaner, während sich bei einem anglo-amerikanischen Treffen Engländer und Amerikaner sehen.

Anleihe, die: Im wirtschaftlichen Sinne verwenden wir die weibliche Form (nicht das Anleihen). Entsprechend die Zusammensetzungen: Anleihegläubiger, Anleihekonditionen, Anleihebegebung (nicht Anleihensgläubiger u.a.).

anno (= im Jahre) ist einheitlich klein zu schreiben: anno 1928.

anscheinend/scheinbar: Immer wieder wird «scheinbar» geschrieben, wo es korrekt «anscheinend» heissen müsste: «Für Kunden ist scheinbar die lange Ladenöffnungszeit von zentraler Bedeutung.» Anscheinend heisst: allem Anschein nach, wahrscheinlich, offenbar. Scheinbar dagegen heisst: dem nicht der Wirklichkeit entsprechenden Scheine nach. Man weiss, dass es nur so scheint, tatsächlich aber nicht so ist. – Als Eselsbrücke sei dienlich: Wo man offenbar einsetzen kann, ist scheinbar falsch.

ansonst/ansonsten: Dieses Adverb bzw. diese Konjunktion hat umgangssprachlichen Charakter. Wir verwenden dafür im Übrigen, im andern Falle, anderenfalls, sonst.

anstatt: Die Partikel anstatt kann eine Präposition sein, die mit dem Genitiv verbunden wird, sie kann aber auch eine Konjunktion sein, so dass der folgende Fall nicht von anstatt abhängig ist, sondern vom Verb. (Siehe auch statt und He 420.2.)

anstelle / an die Stelle: Die Zusammenschreibung ist nur bei der Präposition möglich, also wenn anstelle für anstatt oder statt steht. Dies ist in der Regel nicht der Fall in der häufigen Verbindung mit dem Verb treten; hier behält das Substantiv seine ursprüngliche Bedeutung, und der Artikel ist unerlässlich. Also nicht …das anstelle der gesetzlichen Regelung treten soll …, sondern: an die Stelle.

Anti-Terror-Einheit

Anti-Terror-Gipfel

Anzug: Im Grossen Rat von Basel-Stadt ist ein Anzug das, was in andern Parlamenten Motion genannt wird.

Ä, Ö, Ü: Deutschsprachige Personennamen werden nach Manuskript gesetzt. – Schweizerische Ortsbezeichnungen werden entsprechend den postalischen Reglementen mit Ae, Oe, Ue geschrieben (einzige Ausnahme: Üetliberg).

Apéritif der; -s, -s

App die; -, -s: Kurzform von Applikation (Anwendungsprogramm).

Appenzell: Es gibt einen Kanton Appenzell Ausserrhoden und einen Kanton Appenzell Innerrhoden. Ein Gebiet Appenzell existiert nicht. Es gibt aber das Appenzellische oder das Appenzellerland (das Land der Appenzeller), das das gesamte Hoheitsgebiet der beiden Kantone betrifft. Die Schreibweise «Schwellbrunn im Appenzell» ist nur schon darum falsch, weil es keinen Kanton Appenzell gibt und weil «im Appenzell» so wenig korrekt ist wie im Basel, im Schaffhausen oder im Zürich. Korrekt hingegen im Aargau, im Thurgau oder im Wallis und ebenso in Appenzell, wenn damit der Hauptort von Appenzell Innerrhoden gemeint ist. Wir verwenden bei Appenzellerland wie ebenfalls bei Schweizervolk die Zusammenschreibung (nicht das Appenzeller Land [= das Land von Appenzell]).

Appenzell Ausserrhoden, abgekürzt: AR (bei Ortsnamen), A.-Rh.; appenzell-ausserrhodisch.

Appenzell Innerrhoden, abgekürzt: AI (bei Ortsnamen), I.-Rh.; appenzell-innerrhodisch.

Apposition nach «von»: Wenn dem Namen ein «von» vorausgeht, steht die Apposition oft fälschlich im Genitiv statt im Dativ: ein naher Verwandter von Generaloberst Dietl, des ehemaligen Oberbefehlshabers (statt richtig: dem ehemaligen Oberbefehlshaber); in den Händen von Dr.Kurt Weigelt, des letzten Aufsichtsratsvorsitzenden der Lufthansa (richtig: dem letzten Aufsichtsratsvorsitzenden).

Après-Ski, das; -. Die frühere Unterscheidung von das Après-Ski (Freizeitaktivitäten nach dem Skilaufen) und der Après-Ski (sportlich-elegante Bekleidung) wird fallengelassen.

arabische Namen: Siehe Transkription arabischer Namen und Ausdrücke.

Transkription arabischer Namen und Ausdrücke

Gross- und Kleinschreibung: Bei Namen sind – ausser dem Artikel al- – alle Bestandteile gross zu schreiben: Hafez al-Asad, Wadi Halfa, Jihad al-Islami.

Artikel al- (el- gibt es in der NZZ nicht [Ausnahme: Khaled El Masri ist deutscher Bürger und schreibt sich auch im deutschen Pass so.]): Der Artikel al- wird grundsätzlich klein geschrieben, ausser am Satzanfang oder in zwischen Anführungszeichen gesetzten Namen von Zeitungen: «Al-Ahram» usw. – Bei Nachnamen sollte der Artikel dann stehen, wenn auch der Vorname geschrieben wird. Der Nachname allein kann auch ohne Artikel geschrieben werden: Bashar al-Asad/Asad.

Angleichung: Das l- des Artikels wird dem Anfangskonsonanten des darauf folgenden Wortes angeglichen, wenn bei der Bildung dieses Konsonanten die Zungenspitze im Spiel ist. Nach dem Vorbild der Sonne, wo dies der Fall ist (as-sonne), heissen diese Buchstaben auf Arabisch Sonnenbuchstaben: huruf ash-shams, und weiter sind dies, wie mit der Zunge nachprüfbar: -d, -dh, -n, -r, -s, -sh, -t, -th, -z. (th und dh stehen für stimmloses und stimmhaftes englisches th; s und z stehen für stimmloses und stimmhaftes s, sh steht für deutsches sch.)

Achtung: Unter den vielen arabischen Wörtern gibt es auch das Wort Al, das für sich steht und nicht mit Bindestrich mit einem anderen Wort verbunden ist. Es befindet sich zum Beispiel in Namen wie Scheich Mohammed bin Mubarak Al Khalifa oder Scheich Hassan bin Jassim Al Thani, hat mit dem Artikel al- gar nichts zu tun, bedeutet Familie (Thani) und braucht nicht mit Bindestrich oder Minuskel versehen zu werden.

Unterschiede zwischen englischer und französischer Transkription: Gemäss den Gepflogenheiten der Geografie und Kartografie transkribiert die NZZ Namen in vormals unter britischer Souveränität stehenden Ländern englisch, Namen in vormals unter französischer Souveränität stehenden Ländern dagegen französisch. Die Letzteren sind, was die arabische Welt angeht, Algerien, Libanon, Marokko, Mauretanien und Tunesien.

Bei Syrien verwenden wir nicht weiter die aus historischen Gründen bedingte Anlehnung an die französische Transkription der Eigennamen, sondern die englische: Also nicht mehr Faruk Charea, sondern Faruk ash-Sharaa, und nicht mehr Bachar, sondern Bashar al-Asad.

Bei den Vokalen gibt es den einzigen Unterschied, dass der arabische Vokal für «u» englisch mit «u», französisch aber mit «ou» transkribiert wird.

Bei den Konsonanten gibt es den einzigen Unterschied, dass der arabische Konsonant, der dem deutschen «sch» entspricht, englisch mit «sh», französisch dagegen mit «ch» transkribiert wird (z.B. der syrische Aussenminister Charea bzw. Farouk ach-Charea oder Chebaa-Höfe). Das deutsche «sch» gibt es in Transkriptionen der NZZ nicht.

Merke: Ob englisch oder französisch transkribiert – das deutsche «j» ist immer «y», das deutsche «dsch» ist immer «j», und deutsches «ch» ist immer «kh».

«Arbeiderbladet»: Vor diesem norwegischen Zeitungsnamen darf nie der Artikel stehen, da dieser in der Endung enthalten ist. Also nicht «wie das ‹Arbeiderbladet› am vorletzten Wochenende meldete …», genau gleich bei der Zeitung «Svenska Dagbladet».

ArcelorMittal: zurzeit weltweit grösster Stahlkonzern.

armeeeigen

Armee-Einheit

ARS: Siehe Auction Rate Securities.

Art déco, die oder das

Aschkenasim, aschkenasisch: Bezeichnung der Juden aus Mittel- und Osteuropa. Nicht Ashkenasim oder Askenasim.

Asien-Krise: Zusammensetzungen mit geografischen Namen werden oft mit Bindestrich geschrieben.

Asylant bzw. Asylanten als allgemeiner Begriff für Asylbewerber und Asylberechtigte wird heute als Schimpfwort missbraucht, wird abwertend empfunden und ist zudem ungenau. Wir ersetzen dieses Wort durch präzisere und bessere Ausdrücke wie Asylsuchende, Asylbewerber bzw. (anerkannte) Flüchtlinge; Asylzentrum, -unterkunft usw.

atlantische Allianz, atlantische Gemeinschaft, atlantisches Bündnis: andere Bezeichnungen für Nato (Nordatlantikpakt-Organisation).

Attribute zweiten Grades in Eigennamen: Attributive Adjektive und Partizipien, die nicht vor dem ersten Substantiv des Eigennamens stehen, können klein oder gross geschrieben werden: Gesellschaft für deutsche Sprache, Kommission für auswärtige Angelegenheiten usw. Hingegen: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Institut für Deutsche Sprache, Kap der Guten Hoffnung usw. (Siehe auch He 1170.)

Auction Rate Securities (ARS): In der Regel langlaufende Obligationen mit variablem Zinssatz, wobei Letzterer in einem periodischen Auktionsverfahren festgelegt wird.

Aufarbeitung, Aufarbeitungsanlage, Wiederaufarbeitung: Wenn von der chemischen Behandlung von bestrahlten Brennelementen (englisch «reprocessing») die Rede ist, dann wird in Fachkreisen heute das Wort Aufarbeitung verwendet und nicht mehr Aufbereitung. Als Aufbereitung gilt eine «Behandlung von Rohstoffen zur Abscheidung unerwünschter Bestandteile», zum Beispiel bei Erzen oder bei Wasser.

Aufbereitung: Siehe Aufarbeitung, Aufarbeitungsanlage, Wiederaufarbeitung.

aufgrund

aufwendig

aus aller Herren Ländern: Bitte das Dativ-n nicht vergessen; ausaller Herren Ländern. Ebenso in Wendungen mit poetisch versetzter Wortfolge: aus der Zeiten Hintergründen, mit unseres Nachbarn Kindern. (Siehe auch He 1774.)

«Auschwitz-Lüge»

Ausfuhrverbot nach Venezuela: Ein Attribut (sei dies eine Präposition oder ein Adjektiv) bezieht sich bei einer Zusammensetzung formal auf das Grundwort des Kompositums oder auf den Gesamtbegriff, nicht aber auf das Bestimmungswort allein (siehe auch Nukleare Planungsgruppe und