Vatersprache - Gertrud Seehaus - E-Book

Vatersprache E-Book

Gertrud Seehaus

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Beschreibung

Die deutschen Nazi-Täter Kurt Lischka, Herbert Hagen und Ernst Heinrichsohn organisierten in Frankreich zwischen 1942 und 1943 die gewaltsame Verschleppung jüdischer Frauen, Männer und Kinder in die deutschen Vernichtungslager. Nach dem Krieg entzogen sich die drei SS-Leute ihrer Verantwortung, bauten sich in Deutschland bürgerliche Existenzen als Prokurist, Firmenleiter und Bürgermeister auf und lebten unbehelligt, bis die Bemühungen des Ehepaars Klarsfeld letztendlich zu ihrer Verhaftung und einem Gerichtsprozess führten. Gertrud Seehaus Gedichtband "Vatersprache" ist der Versuch, die Eindrücke, die während des Kölner Gerichtsprozesses, den sie selbst in den Jahren 1979 und 1980 als Prozessbeobachterin begleitete, und ihre eigene Auseinandersetzung mit den Schicksalen der rund 40.000 Deportierten in Worte zu fassen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 17

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhaltsverzeichnis

Ein paar Worte vorab

Vatersprache

Damals noch

Todesarten

Wandel der Dinge

Trugschluss

Was ich mir wünsche

Zeuge der Verteidigung

Kellerszene

Formaljuristisch gedeckt

Verteidigeraussage "Er war ein ehrenhafter soldatischer Charakter"

Was ist Simon Fainchtein

In der Küche gefragt

Rechtsfindung

Epilog gewissermaßen Über die Macht der Bilder

Rechtsfindung II

Die Abblocker

Anna Toczynski

Die vier Kindergedichte

Späte Verwandtschaft

Metamorphose

Später Vorschlag

Brief an Anna

Ein paar Worte vorab

Diese Gedichte – wenn man sie denn so nennen will – sind 1979/80 entstanden und nie zusammen zur Veröffentlichung eingereicht worden. Sie entstanden entlang des Lischka-/Hagen-/Heinrichsohn-Prozesses in Köln, den ich fast an jedem Verhandlungstag besucht habe.

Es ging um die Schuld der drei Hauptverantwortlichen für den Tod von 40.000 französischen Juden, die von Paris/Drancy aus nach Auschwitz deportiert und dort getötet wurden.

Der Prozess wurde – offenbar entgegen vieler Befürchtungen – fair geführt und umschiffte einige Schwierigkeiten. Junge Franzosen, Abkömmlinge, Sympathisanten und überlebende Verwandte der Opfer kamen, besonders zu Prozessbeginn, von Frankreich nach Köln und machten sich vor dem Gerichtsgebäude durch Gesänge und Sprechchöre bemerkbar. Erst nach Tagen wich die Spannung.

Ich besuchte den Prozess mehrfach und geriet, je nachdem, was gerade verhandelt wurde, in ein Wechselbad außerordentlich starker Empfindungen, über die ich mich nicht austauschen konnte.

Die Gedichte sind meine unmittelbaren Reaktionen auf das Geschehen im Verhandlungsraum, auf die Gespräche auf den Fluren und draußen vor dem Gerichtsgebäude. Sie sind ohne besondere formale oder ästhetische Überlegungen geschrieben. Zorn, Trauer, Verwirrung ließen sich auf diese Weise einfach besser aushalten. Ich schrieb und legte das Geschriebene zur Seite. Da lagen nun die Texte fünfunddreißig Jahre lang, gelegentlich von mir angeschaut, und gelegentlich wurde einer, wenn er einen zusätzlichen zeitlichen Bezug bekam, veröffentlicht.

Als ich vor kurzem meinen Vorlass ordnete, habe ich die Texte noch einmal alle gelesen und beschlossen, sie im Eigenverlag zusammen zu veröffentlichen.

Köln, im Juli 2017

Vatersprache