Verdauung und Entschlackung - Arnold Achmüller - E-Book

Verdauung und Entschlackung E-Book

Arnold Achmüller

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Beschreibung

Gesund mit Kraut und Wurzel Tipps von Apotheker Arnold Achmüller Warum hilft Schafgarbe bei Völlegefühl? Was ist eine Rollkur? Und wirkt ein Massageöl wirklich gegen Magenkrämpfe? Der Apotheker Arnold Achmüller fasst die wirksamsten Rezepte und Gesundheitstipps für eine bessere Verdauung und zur Entschlackung zusammen. Er gibt einen kompakten, leicht verständlichen Überblick über die Grundlagen, die wichtigsten Heilpflanzen und ihre Wirkstoffe. " Alte Hausmittel, wissenschaftlich geprüft " Einfache Rezepte mit Angaben zu Arbeitsaufwand, Haltbarkeit und Wirkstoffen

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1. Auflage

© Edition Raetia, Bozen 2018

Projektleitung: Magdalena Grüner

Korrektur: Helene Dorner, Katharina Preindl

Grafik und Umschlaggestaltung: Philipp Putzer, www.farbfabrik.it

Grafik Logo „Kraut und Wurzel“: Astrid Felderer

Titelfoto: Rote Schafgarbe (Astrid Felderer)

Druckvorstufe: Typoplus, Frangart

Druck: Printer Trento, Trient

ISBN 978-88-7283-629-3

eISBN 978-88-7283-663-7

Band 1 der Reihe „Kraut und Wurzel“

Mehr Rezepte und Tipps finden Sie auf dem Blog „Kraut und Wurzel“: www.krautundwurzel.com

Unseren Gesamtkatalog finden Sie unter www.raetia.com.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an [email protected].

Alle Fotos stammen von Astrid Felderer, außer S. 8 (aus Brunschwig Hieronymus: Grosses Destillierbuch, Straßburg 1512), S. 85 (Naturbildagentur Ruckszio), S. 89 (Shutterstock/Drozdowski).

Die Angaben zu den Kräutern in diesem Buch wurden sorgfältig geprüft. Autor und Verlag lehnen jedoch jegliche Haftung für allfällige Schäden, die sich aus dem Gebrauch oder Missbrauch der hier vorgestellten Informationen ergeben, ab. Die in diesem Buch enthaltenen Ratschläge ersetzen nicht eine ärztliche Therapie.

ARNOLD ACHMÜLLER

Verdauung und Entschlackung

Die Paradedisziplin der Pflanzenheilkunde

Kräuterweine: vom Mithridat zum Schwedenbitter

„Bitter durch den Mund und du bleibst gesund“

Gesund durch Entschlackung?

Mit Tee und Tinktur zu einer besseren Verdauung

Grenzen der Selbstmedikation und Zutaten der Heilmittel

Rezepte

Appetitlosigkeit

Enziansirup

Appetitanregende Teemischung

Sodbrennen, Magenschleimhautentzündung und Reizmagen

Teemischung bei Sodbrennen

Kamillentinktur (Rollkur)

Teemischung bei Reizmagen

Übelkeit und Erbrechen

Teemischung gegen Erbrechen

Wermutwein

Ingwertee

Völlegefühl und Verdauungsschwäche

Schafgarbenlikör

Enzianschnaps

Nussschnaps

Magenbitter

Magen-Darm-Krämpfe, Blähungen und Reizdarm

Blähungstreibender Tee

Krampflösendes Massageöl

Melissengeist

Teemischung bei Reizdarm

Durchfall

Teemischung gegen Durchfall

Karottensuppe nach Moro

Verstopfung

Quellende Leinsamen

Rhabarbersirup

Eingeweichte Trockenfrüchte

Leber und Galle

Leberwickel

Leber- und Gallentee

Entschlackung und Frühlingskur

Teemischung zur Blutreinigung bei erhöhten Harnsäurewerten

Entschlackende und entzündungshemmende Teemischung

Neunkräutersuppe

Verzeichnisse

Verzeichnis der Krankheitsbilder

Verzeichnis der Heilpflanzen

Literatur

Die Paradedisziplin der Pflanzenheilkunde

Der Magen-Darm-Trakt ist bis heute einer der wichtigsten Einsatzbereiche der Pflanzenheilkunde und in keinem anderen Bereich wird eine derartige Vielzahl von Heilpflanzen genutzt. Die große Bedeutung und die Vielfalt der eingesetzten Pflanzen bezeugen eine jahrtausendealte Tradition. Der Verdauungstrakt ist auch einer der Bereiche, in dem pflanzliche Heilmittel – im Rahmen der Möglichkeiten der Selbstmedikation – eine echte Alternative zu chemisch-synthetischen Medikamenten darstellen können. Zahlreiche Pflanzen wie Enzian, Tausendgüldenkraut oder Kümmel beeinflussen im Gegensatz zu chemisch-synthetischen Wirkstoffen nämlich häufig gleich mehrere Organe. Ihre Wirkung lässt sich nicht auf einen Stoff reduzieren, sondern beruht meist auf zahlreichen Substanzen, die diverse Zielstrukturen im gesamten Verdauungsapparat beeinflussen. Dadurch entsprechen sie häufig dem Krankheitsgeschehen eher als chemisch-synthetische Mittel, die meist nur punktuell wirken. Denn Beschwerden wie Reizmagen, Verdauungsschwierigkeiten oder Reizdarm beschränken sich oft nicht nur auf ein Organ.

Zu den sinnvollsten Maßnahmen für den Magen-Darm-Trakt zählen neben alkoholischen Auszügen die Teezubereitungen, denn manche Stoffe (z. B. Bitterstoffe) wirken bereits beim Kontakt mit der Mundschleimhaut und den Geschmacksknospen an der Zunge. Da die Verdauung maßgeblich von der Psyche beeinflusst wird, wirken sich aber auch psychische Beschwerden häufig darauf aus. Nicht umsonst spricht man auch von einem „Bauchhirn“: Der Darm ist von einem regelrechten Netz aus Nervenzellen durchdrungen. Das Nervensystem im Verdauungstrakt enthält sogar mehr Nervenzellen als das gesamte Rückenmark. Deshalb es ist nicht verwunderlich, dass Reizmagen, Reizdarm und andere Verdauungsprobleme häufig durch Traumata und Stress ausgelöst werden. So tragen bei vielen Erkrankungen neben Heilmitteln und einer Ernährungsumstellung beschwerdeabhängig auch Ruhephasen und Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training maßgeblich zu einer Besserung bei.

In der traditionellen Heilkunde Europas entstand über die Jahrhunderte auch eine Vielzahl an Rezepturen, die besonders im beginnenden Frühling eine Reinigung und Neuordnung des Körpers bewirken sollten. Sogenannten entschlackenden Heilpflanzen, die die Ausscheidungsorgane Galle und Niere anregen, werden stark reinigende Effekte nachgesagt.

Kräuterweine: vom Mithridat zum Schwedenbitter

Glühwein, Schwedenbitter und Wermutweine wie Martini oder Cinzano gehen auf die im Mittelalter äußerst populären Kräuterweine zurück. Wein ist nämlich ein sehr guter Träger für Arzneistoffe und war deshalb im Mittelalter nicht nur als Genussmittel und Durstlöscher weit verbreitet, sondern wurde auch zu diversen Heilmitteln weiterverarbeitet.

Über Jahrhunderte galten besonders der sogenannte Mithridat und der Theriak als wichtige lebensverlängernde Mittel und waren äußerst populär. Bis heute gibt es zahlreiche Rezepte und Legenden zu diesen weit über das Mittelalter hinaus bekannten Zubereitungen.

Der Mithridat geht auf Mithridates VI. (ca. 134–63 v. Chr.), den König von Pontus an der Schwarzmeerküste, zurück. Dieser führte aus Angst, vergiftet zu werden, zahlreiche Versuche mit Giften und Gegengiften durch und entwickelte auf diese Weise eine Rezeptur, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert und ergänzt wurde und bis ins 19. Jahrhundert sehr beliebt war.

Die Zubereitung des Theriaks auf einem Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert

Nach einer Legende wurde Mithridates mit Hilfe dieser Anwendung und seiner Selbstversuche regelrecht immun gegen Gifte und konnte sich nach der Niederlage gegen die Römer nicht mehr selbst mit Gift umbringen – einer seiner Soldaten musste den König letztlich auf seinen eigenen Wunsch hin töten.

Später erweiterte der Leibarzt des umstrittenen römischen Kaisers Nero (37–68 n. Chr.), ein sogenannter Andromachus, den ursprünglichen Mithridat. Angeblich soll sein Rezept Theriaca Andromachi 65 verschiedene Zutaten enthalten haben, unter anderem das Fleisch italienischer Vipern. So entstand im Laufe der Jahrhunderte eine Reihe vermeintlich lebensrettender und lebensverlängernder Elixiere, die bis ins 19. Jahrhundert in ganz Europa auch in Apotheken erhältlich waren. Heutzutage sind Mithridat und Theriak vergessen, ein Überbleibsel aus der großen Zeit der Gegengifte ist aber eine stark reduzierte Variante davon, das Electuarium aromaticum (Gewürzlatwerge), das bis heute oft Teil der berühmten Schwedenbitterzubereitungen ist.

„Bitter durch den Mund und du bleibst gesund“

Es sind allen voran die in zahlreichen Heilpflanzen enthaltenen Bitterstoffe, die im Magen-Darm-Trakt auf verschiedene Weise wirken: Sie regen über den bitteren Geschmack reflektorisch die Produktion von Verdauungssäften an, einerseits an der Zunge über den sogenannten Vagusnerv und andererseits direkt über die Schleimhaut an Gaumen und Magen. Dadurch bessern sich Verdauungsschwierigkeiten, Übelkeit wird gemildert, der Appetit gesteigert und der Organismus insgesamt gestärkt. Da also bereits ein Teil der Wirkung über den bitteren Geschmack auf der Zunge ausgelöst wird, sollte man Tee, Sirup oder Tinktur etwas länger im Mund behalten, um die Wirkung zu verstärken.