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Zur Verabschiedung des langjährigen Leiters des Bildungszentrums Heimvolkshochschule Hustedt e.V. reflektieren die Autoren aus ihrem jeweiligen beruflichen Kontext heraus über den Sinn von Bildung im Rahmen politischer Erwachsenenbildung.
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Seitenzahl: 39
Veröffentlichungsjahr: 2016
Vorwort
Dirk Ulrich Mende
Grußwort zum Hustedter Winter
Hartmut Meine
Gewerkschaftliche Bildungsarbeit im Jahre 2016
Vanessa-Isabelle Reinwand- Weiss
Eine kurze Rede über das, was der Froschkönig mit Bildung zu tun hat
Harald Kolbe
Vom Scheitern – unter Erfolgen
Dietrich Burggraf
Danke
Die Autorin und Autoren
Die „Hustedter Beiträge zur politischen Bildung“ knüpfen an eine lange Tradition des Bildungszentrums HVHS Hustedt an, die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts mit den legendären „Hustedt-Briefen“ begann, sich in einer Vielzahl von Publikationen fortsetzte und heute das Format einer allgemein zugänglichen, langfristig angelegten Schriftenreihe zur politischen Bildung hat. Damals wie heute geht es darum, besondere Bildungsereignisse zu dokumentieren und die kritische Reflexion arbeitnehmerorientierter politischer Bildung sowohl für die Weiterentwicklung vor Ort als auch für den wissenschaftlichen Diskurs nutzbar zu machen.
Im vorliegenden Band 5 veröffentlichen wir nun vier Reden über den Sinn von Bildung anlässlich der Verabschiedung von Dietrich Burggraf als Leiter und Geschäftsführer sowie der Übergabe der Leitung an Harald Kolbe und Maximilian Schmidt. Dieser Wechsel erfolgte mit dem „6. Hustedter Winter“, dem politischen Jahresauftakt des Bildungszentrums im Februar 2016.
Ein solcher Personalwechsel ist mehr als eine personelle Veränderung, zumal wenn – wie in den zurückliegenden Jahren – das Bildungszentrum neu aufgestellt wurde. Dietrich Burggraf hat dabei als kreativer politischer Kopf, als Impulsgeber und Motor die Entwicklung des Bildungszentrums zum Zentrum für soziale Demokratie und Mitbestimmung in besonderer Weise vorangetrieben. Gemeinsam mit Harald Kolbe und dem gesamten Hustedt-Team wurde das Bildungszentrum 2009 bis 2016 grundlegend modernisiert.
Im Mittelpunkt steht die politische Bildung. Die Zusammenarbeit mit unseren gewerkschaftlichen Bildungspartnern und insbesondere der IG Metall wurde deutlich intensiviert und erhielt durch die Kooperation mit der in Hustedt ansässigen Betriebsräte-Akademie gGmbH neue Impulse. Das Landhaus, bisher der Verwaltungssitz des Bildungszentrums, wurde darüber hinaus zu einem unverwechselbaren Lernort mit Kamingesprächen zum gesellschaftspolitischen Diskurs und einer sozialwissenschaftlicher Handbibliothek umgestaltet. Des Weiteren wurde ein Archiv für politische Erwachsenenbildung im Bildungszentrum eingerichtet. Und nicht zuletzt wurde der sechswöchige Grundkurs zur politischen Bildung (Akademiekurs) aktualisiert und konsequent zweimal im Jahr weitergeführt – in dieser Form nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal des Bildungszentrums. Zukunftsweisend sind die Sanierung aller Häuser des Bildungszentrums und der großzügige Umbau des Bauernhauses für multifunktionale Nutzungen – eine neue Dimension eröffnet der 2016 beginnende Neubau eines Zentrums zur Qualifizierung von europäischen Betriebsräten. „Hustedt“ hat unter Leitung von Dietrich Burggraf und Harald Kolbe eine neue Wirkung entfaltet, sich zur Region hin geöffnet und sich in der Bildungslandschaft als Zentrum für politische Bildung an führender Stelle positioniert.
Vor diesem Hintergrund geben die vier Reden über den Sinn von Bildung Zeitzeichen, Bestandaufnahmen und konzeptionell Perspektiven – biographisch angelehnt an einen persönlichen Kompass von Dietrich Burggraf mit gewerkschaftlicher Orientierung (Meine), kulturellem Horizont (Reinwand-Weiss), politischem Handeln (Mende) und kritischer Erwachsenenbildung (Kolbe).
Die Reden sind in besonderer Weise kollegial wertschätzend im Blick auf die handelnden Personen und in der Sache politisch wegweisend, ohne die Suchbewegung und das Riskante von Bildungsprozessen zu verschweigen. Anregend sind diese vier Reden, weil sie wohltuend unsystematisch, weitgehend induktiv und teilweise narrativ ihre Sache entfalten. Es wird erkennbar, wie der bekannte Widerspruch zwischen vollmundigen Sonntagsreden zur Bedeutung von Bildung und der tatsächlichen Bildungspraxis aufgehoben werden kann – originell, anschaulich und ermutigend für eine arbeitnehmerorientierte, kritische Bildungspraxis.
Nicht von ungefähr gehen alle vier Beiträge über den aktuellen Anlass hinaus und beschreiben aus Sicht der Autorin und Autoren Dimensionen und Aufgaben kritischer politischer Erwachsenenbildung – angemessen für einen politischen Jahresauftakt, den Hustedter Winter des Bildungszentrums. Dieses Format hat sich etabliert, zu Beginn eines Jahres über die gesellschaftliche und bildungspolitische Situation jenseits der Tagespolitik nachzudenken. Hustedt ist ein idealer Ort für neue Ideen, Impulse und Anregungen.
Mein Dank gilt dem gesamten Hustedt-Team für den gelungenen 6. Hustedter Winter. Unserem Kollegen Dr. Peter Straßer danke ich für die Betreuung, sowohl dieses Bandes der „Hustedter Beiträge“ als auch der gesamten Schriftenreihe sowie unseren Kolleginnen Inge Brauer und Petra Georgi für die Texterfassung und Gestaltung.
Besonders gefreut haben wir uns über ein Grußwort von Jörg Köther für den Konzernbetriebsrat der Volkswagen AG.
Mit persönlicher Verbundenheit und freundschaftlichem Dank an Dietrich Burggraf für die geleistete Arbeit verbinde ich alle guten Wünsche an Harald Kolbe als erfahrendem gewerkschaftlichen Bildungsmanager und bisherigen stellv. Leiter sowie an Maximilian Schmidt als Politologen und Historiker für ihre neue Aufgabe in der Leitung des Bildungszentrums.
Mein besonderer Dank aber gilt der Autorin und den Autoren Professorin Dr. Vanessa Reinwand-Weiss, Direktorin der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Hartmut Meine, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Dirk Ulrich Mende, Oberbürgermeister der Stadt Celle sowie Harald Kolbe, Geschäftsführer des Bildungszentrums. Sie haben diese hier vorliegenden Hustedter Beiträge zur politischen Bildung möglich gemacht.
Heinz H. Witte
Vorsitzender des Trägervereins
