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Frisches Obst, knackiges Gemüse und würzige Kräuter direkt aus dem eigenen Beet - deine Selbstversorgung aus dem Garten: Verwandle mit diesem Speisekammer Buch deinen Gemüsegarten in einen erntereichen Selbstversorgergarten. Ökologisches Düngen, richtiges Kompostieren, natürliches Konservieren, Permakultur und vieles mehr – dieser Ratgeber gibt dir umfangreiches Wissen an die Hand, mit dem du dir einen nachhaltigen Vorrat für das ganze Jahr anlegen kannst. Und das Beste: Du brauchst keine Vorkenntnisse! Dieses Selbstversorger Buch liefert dir auf eine einfache Art und Weise eine individuelle Schritt-für-Schritt Anleitung für deinen Selbstversorgergarten – von der Planung über das Anbauen bis hin zum Konservieren und Lagern. Als zukünftiger Selbstversorger erhältst du mit dem Gartenbuch für Anfänger "Vom Garten in die Vorratskammer": - Ideen und Anregungen für die optimale Planung deines Gartens oder Balkons - Eine Übersicht über die individuellen Anforderungen der einzelnen Obst-, Gemüse- und Kräuterarten - Anleitungen zur richtigen Pflege deines Selbstversorgergartens für eine ertragreiche Ernte - Erklärungen zu sieben verschiedenen Methoden der Kompostierung - Tipps zu den unterschiedlichen Möglichkeiten der natürlichen KonservierungStarte jetzt deine Selbstversorgung!
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Seitenzahl: 159
Veröffentlichungsjahr: 2023
Haftungsausschluss:
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Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
1. Auflage
© 2022 by Remote Verlag, ein Imprint der Remote Life LLC, Powerline Rd, Suite 301-C, 33309 Fort Lauderdale, Fl., USA
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.
Redaktion: Marie Mika
Lektorat und Korrektorat: Katrin Gönnewig, Annika Hülshoff
Umschlaggestaltung: PURPURORANGE Grafikdesign, Nina Maaß
Satz und Layout: PURPURORANGE Grafikdesign, Nina Maaß
Illustrationen und Grafiken: PURPURORANGE Grafikdesign, Nina Maaß
ISBN Print: 978-1-955655-76-7
ISBN E-Book: 978-1-955655-77-4
www.remote-verlag.de
Selbstversorgung einfach erklärt
VORWORT
NUTZGARTEN PLANEN UND ANLEGEN
Garten, Hochbeet, Balkongarten oder Gewächshaus
Der eigene Garten
Ein Hoch auf das Hochbeet
Der Balkongarten
Das Glashaus
Den Garten planen
Bodenbeschaffenheit
Kompostierung
Allgemeines zur Kompostierung
7 Methoden der Kompostierung: Der Weg ist das Ziel
Beete anlegen: Jetzt geht’s los!
OBST, GEMÜSE UND KRÄUTER ANBAUEN
Obstbäume
Strauchobst
Gemüse
Blattgemüse
Kohlgemüse
Kräuter
Nüsse aus dem eigenen Garten
Eigenes Saatgut abnehmen
Die richtige Pflege während des Wachstums
Nach der Ernte ist vor der Ernte
DIE ERNTE NATÜRLICH HALTBAR MACHEN
Einkochen
Marmeladen und Konfitüren
Einmachen
Fermentieren
Einlegen in Essig
Einlegen in Alkohol
Trocknen und Dörren
Obst »einblitzen«
Kandieren
Einfrieren
Wein, Säfte und Sirup
LAGERUNG VON OBST UND GEMÜSE
Vorratsraum
Erdkeller
Erdmiete
SCHLUSSWORT
Willst du für eine Stunde glücklich sein, so betrinke dich.Willst du für drei Tage glücklich sein, so heirate.Willst du aber ein Leben lang glücklich sein, so schaffe dir einen Garten an.
Den Wahrheitsgehalt dieses chinesischen Sprichwortskannjeder Gärtner bestätigen. Kaum eine Tätigkeit ist erfüllender und bietet mehr Herausforderungen, aber auch Erfolgserlebnisse als das Anlegen eines eigenen Gartens. Dabei braucht es kein weitläufiges, stattliches Anwesen auf dem Land, um sich den Traum vom eigenen Garten zu erfüllen. Platz ist auf der kleinsten Fensterbank. Dank modernen Trends wie dem »Urban Gardening« und genialen Erfindungen wie dem Hochbeet und faltbaren Pflanztaschen lebt auch ein Garten nach dem Prinzip: Wer will, findet einen Weg (und Platz dafür), wer nicht will, findet eine Ausrede. Von der XXL-Streuobstwiese bis zum Blumentopf auf der Fensterbank ist alles möglich.
Zum Schluss des Vorwortes noch ein Hinweis: Wegen der besseren Lesbarkeit in diesem Buch wird in der Regel nur die weibliche oder männliche Form benutzt. Selbstverständlich sind damit aber immer alle Geschlechter eingeschlossen.
Wer ein Stück Grün rund ums Haus sein Eigen nennen darf, wird über kurz oder lang darüber nachdenken, wie der Platz am besten zu nutzen ist. Einige Überlegungen vorab zu tätigen, schützt später vor Enttäuschungen:
Wie viel Fläche steht tatsächlich für die Kultivierung von Pflanzen zur Verfügung?
Wie viel soll rund ums Haus für Auto, Besucherparkplatz, Kinderspielplatz, Terrasse usw. frei bleiben?
Wofür ist die reservierte Grünfläche am ehesten geeignet (Bodenbeschaffenheit, Lichtverhältnisse)?
Was soll am Ende des Gartenjahres der Lohn der Mühen sein?
Wie viel Zeit kann ich täglich für die Pflege meines Gartens investieren (Bewässerung, Beikraut jäten, Schnitt etc.)?
Welche Art von Garten soll es letztendlich werden (Ziergarten, Wohlfühlgarten, Nutzgarten, Wildwuchs)?
Eine der wirklich cleveren Errungenschaften, die der Trend des Urban Gardening uns beschert hat, ist das Hochbeet. Es ist sowohl in seiner Anschaffung als auch in seiner Verwendung extrem vielseitig und kann das ganze Jahr hindurch genutzt werden.
Gärtnern, ohne Knie und Rücken einer Dauerbelastung auszusetzen, ist mit einem Hochbeet bequem und einfach möglich. Selbst für Menschen, die langes Stehen nicht (mehr) gut vertragen, kann ein Hochbeet im Sitzen vom Gartenstuhl aus immer noch bepflanzt, gegossen, gejätet und abgeerntet werden. Wer Tag für Tag seines Lebens mit dem Garten und für den Garten gelebt hat, muss also auch im fortgeschrittenen Alter nicht auf ihn verzichten.
In einem Beet oder auf einem Acker kann man bei üppigem Pflanzenwuchs schon mal den Überblick verlieren. Das Hochbeet bietet hier die deutlich bessere Perspektive. Unliebsames Beikraut (echte Gärtner wissen es: Unkraut gibt es nicht!) kann schnell und problemlos gezupft werden, damit der Blick wieder für das Wesentliche frei wird. Auch reife Früchte lassen sich schneller als solche erkennen und können ihre Pracht nicht ganz so lange vor unseren Augen verstecken wie in Bodennähe.
Da Hochbeete idealerweise mit einer Mischung aus Kompost und hochwertiger Gartenerde oder einem speziellen Pflanzsubstrat (z. B. für Tomaten oder Kräuter) befüllt werden, kann von vornherein mit höheren Erträgen gerechnet werden. Nährstoffreiches Erdreich ermöglicht je nach Pflanze mehrere Ernten pro Gartensaison (z. B. bei Möhren oder Radieschen).
Das Hochbeet erwärmt sich durch Sonneneinstrahlung um einiges schneller als der Boden. Die Sonne wärmt das Beet und seine Bewohner hier nämlich nicht nur von oben, sondern auch von allen Seiten. Diese geben die Wärme konstant nach innen ab. Besonders im Frühjahr macht sich dieser Effekt bemerkbar, wo es je nach Lage einige Wochen länger dauern kann, bis der Boden völlig frostfrei ist. Auch wenn die Differenz oft nur zwei oder drei Grad Celsius beträgt, kann dies beim Keimen von Samen oder der Anzucht von Jungpflanzen bereits der kleine, aber alles entscheidende Unterschied sein.
Einige Fressfeinde müssen die Pflanzen im Hochbeet nicht fürchten. Schnecken schaffen den Weg nach ganz oben nur selten. Meist werden sie und ihre unlauteren Absichten lange vor dem Gipfelsieg ertappt. Wer nicht regelmäßig kontrollieren möchte, beugt zusätzlich mit einem Kupferband oder einem speziellen Schneckenzaun vor. Gegen Mäuse hilft ein feinmaschiges Gitter am Boden des Beets. Die Kohlfliege schafft nur eine Flughöhe von maximal 50 Zentimetern, was das Hochbeet für sie ebenfalls zum Sperrgebiet erklärt. Und sogar die feinen Sporen mancher Pilze, die es liebend gern auf Tomaten und Kartoffeln abgesehen haben, scheitern an der stabilen Behausung in luftiger Höhe.
Auch wenn es für passionierte Gärtner nichts Schöneres gibt, als die Erde unter den Fingern und mit ihr gleichsam die Verbundenheit zur Natur zu spüren: Kleider, Schuhe und Gärtner bleiben mit einem Hochbeet länger frisch und sauber. Der Maulwurf-Look ist nicht jedermanns Sache.
Hochbeete können nicht nur praktisch sein. Je nachdem, wie viel Geld man investiert und für welches Material man sich entscheidet, bieten sie ein optisches Highlight auf Terrasse und Balkon. Sie dienen als Sichtschutz vor neugierigen Zaungästen ebenso wie als natürliche Begrenzungen und Raumteiler, der etwa den Essbereich vom Nutzgarten trennt.
Hochbeete können fertig gekauft, aber auch in liebevoller Handarbeit selbst gestaltet, angelegt und beliebig erweitert werden. Dem persönlichen Geschmack sind hier keine Grenzen gesetzt. Wer es gern harmonisch und schlicht mag, sollte sich für ein Material entscheiden. Wer hingegen dem wilden Charme des »Guerilla Gardening« verfallen ist, darf auch hier nach dem Motto »Erlaubt ist, was gefällt« seiner Kreativität freien Lauf lassen.
Ist der Standort das ganze Jahr über für ein Hochbeet reserviert, kann ein »Dauerhochbeet« aus Ziegeln oder Naturstein angelegt oder sogar aus Beton gegossen werden. Vorab sollte jedoch geklärt werden, ob die Lage sich für die geplante Bepflanzung wirklich gut eignet. Auch die Kostenfrage sollte in diesem Zusammenhang geklärt werden. Naturstein etwa ist sicher optisch am ansprechendsten, aber leider auch teuer. Entscheidet man sich für Beton, ist ein frostsicheres Fundament unabdingbar, da die Freude daran sonst nur von kurzer Dauer ist. Ziegel und ausrangierte Wegplatten hingegen sind günstig, vielseitig verwendbar und geben sich mit einem simplen Kiesbett als Untergrund zufrieden.
Langlebig, robust und witterungsbeständig sind Anlagen aus Metall. Der Gestaltung sind hier keine Grenzen gesetzt. Der Industrie-Look mit bewusst verrosteter Oberfläche hat in den letzten Jahren vermehrt Einzug in die heimischen Gärten gehalten. Wer es gern formschön und beständig mag, lässt die Oberfläche verzinken oder entscheidet sich von vornherein für eine bestimmte Beschichtung. Wichtig beim Einsatz von Metall: Die Innenwände müssen unbedingt isoliert werden. Eine Styroporplatte von ca. drei bis fünf Zentimetern Stärke reicht schon aus. Metall kann bei direkter Sonneneinstrahlung stark erhitzen und würde ohne Isolationsschicht die Wurzeln verbrennen.
Wer die Natur mag, wird Holz im Garten lieben. Leider benötigt Holz auch regelmäßige Pflege. Es kann den Kräften der Natur durch die Jahreszeiten hindurch auch nur bedingt standhalten. Eine umweltfreundliche Lasur schützt die Außenseite vor Verwitterung und trägt somit langfristig zum Erhalt der Stabilität bei. Die Innenwände sollten mit Teich- oder Noppenfolie vor der Feuchtigkeit des Erdreichs geschützt werden.
Wichtig: Den Boden keinesfalls mit Folie auslegen. Das Wasser muss unbedingt abfließen können, um Staunässe zu vermeiden. Für welches Holz man sich letztendlich entscheidet, ist Geschmackssache und eine Frage des Geldes. Heimische Hölzer wie Fichte, Kiefer oder Tanne sind günstig, aber anspruchsvoll und tendenziell eher kurzlebig. Länger profitiert man von einem Hochbeet aus Eichenholz oder Lärche. Wer die Natur im Garten liebt, dem liegt diese auch weltweit am Herzen. Tropische Hölzer fragwürdiger Herkunft sind daher nicht unbedingt die erste Wahl. Auch wenn Zertifikate auf Nachhaltigkeit und Wiederaufforstungsprojekte am Herkunftsort verweisen, lenken diese leider oft nur davon ab, dass diese gerodeten Flächen unwiederbringlich verloren sind. Wer hingegen dem Trend des Upcyclings etwas abgewinnen kann und handwerklich nicht gänzlich talentfrei ist, nimmt Holzpaletten als Grundlage für sein Hochbeet. Ihre Zwischenräume ermöglichen sogar noch eine vertikale Bepflanzung nach außen hin. Eine moderne Interpretation der »Hängenden Gärten der Semiramis« ist damit kostengünstig möglich. Und wer träumt schließlich nicht davon, eines der sieben Weltwunder im eigenen Garten zu beherbergen?
Plastik im Garten scheidet die Geister und löst unter Gärtnern immer wieder Diskussionen aus. Grundsätzlich gilt: Recycling ist immer eine großartige Sache. Und wenn Ausgangsmaterial vorhanden ist, das sich für den Bau eines Hochbeetes eignen würde, spricht absolut nichts dagegen. Eine echte Augenweide werden diese Konstrukte aber eher selten sein. Wer erste Gehversuche mit einem Hochbeet machen möchte, ohne viel Geld investieren zu müssen, ist mit einfachen Kunststoffvorrichtungen aber fürs Erste sicher gut bedient.
Ein Hochbeet ist multifunktional. Mit ein paar einfachen Handgriffen und Extras kann es zum Frühbeet und sogar zum Mini-Gewächshaus befördert werden. Folie, Vlies oder einfache Abdeckungen aus Plexiglas schützen die jungen Pflanzen in der kühleren Jahreszeit vor Frost. Wärme und Feuchtigkeit werden besser gespeichert und kommen so dem Wachstum zugute. Die Gartensaison kann früher beginnen, aber auch im Herbst noch verlängert werden. Die günstigste Variante sind Rundbögen aus Metall oder stabilem Gartendraht, die einfach in die Erde gesteckt werden. Folie und Vlies werden darüber gespannt und mit Heringen oder Steinen am Boden befestigt. Wer es gern etwas stabiler mag, kann Plexiglas-Scheiben ähnlich wie Fensterläden am Rand befestigen. Je nach Witterung können sie geöffnet werden oder zum Schutz der Pflanzen geschlossen bleiben. Alte Fenster sind für dieses Unterfangen übrigens nicht zu empfehlen. Zum einen lässt Fensterglas keine UV-Strahlen durch, zum anderen ist es den Naturgewalten wie Hagel oder Föhnstürmen, aber auch diversen fehlgeleiteten Fußbällen und Frisbeescheiben hilflos ausgeliefert. Die Profi-Variante stellen Gewächshaus-Aufsätze dar. Es gibt sie inzwischen auch mit beweglichen Fenstern, was sie bis zum Sommer zum verlässlichen Verbündeten im Kampf gegen die Elemente macht.
Das schönste Hochbeet wird den gewünschten Ertrag nicht liefern, wenn den Pflanzen keine perfekte Basis für ihr Wachstum geboten wird. Auch beim Erfolgsrezept für ertragreiches Gärtnern sind aller guten Dinge drei:
Die unterste Schicht: Die Drainage bildet die Basis und den perfekten Start. Ihr sollten ca. 30 bis 50 Zentimeter an Platz zugesprochen werden. Geeignet sind Hackschnitzel, gehäckselter Strauchschnitt sowie kleinere Äste und Zweige. Die Drainage soll das Wasser zuverlässig und konstant abfließen lassen. Staunässe ist auch im Hochbeet zu vermeiden.
Die Mittelschicht: Sie besteht idealerweise aus nährstoffreichem Kompost. Wenn beim Anlegen des Beetes Rasensoden ausgestochen wurden, können diese vorab mit dem Grün nach unten ins Beet. Schließlich ist auch bei der Gartenarbeit »verwenden statt verschwenden« oberstes Gebot.
Die oberste Schicht: Die eigentliche Pflanzschicht misst lediglich 15 bis 20 Zentimeter. Sie besteht aus erstklassiger Gartenerde, vermengt mit Kompost. Ein Mischverhältnis von 1:1 ist ideal. Wer auf fertige Substrate aus dem Gartencenter setzt, sollte Produkte ohne Torf bevorzugen. Auch für seine Gewinnung muss die Natur einen hohen Preis bezahlen. Apropos Preis: Gerade Anfänger in Sachen Gärtnern tun gut daran, sich bei Nachbarn und Freunden nicht nur mit Tipps, sondern auch mit Kompost und Humus einzudecken. Größere Gärten werfen mit den Jahren genug ab, um all jenen etwas abzutreten, die gerade erst in den Startlöchern buddeln. Das spart nicht nur Geld, sondern schont auch Ressourcen und dient eindeutig dem Gedanken der Nachhaltigkeit. Wenn der Tauschhandel unter Gärtnern blüht, wird der Garten alsbald folgen.
Nur weil das offizielle Gartenjahr vorbei ist, macht das Hochbeet nicht notwendigerweise Pause. Wenn im Spätherbst alles erfolgreich abgeerntet wurde, kann es bis zum Frühling als Kompostmiete dienen. Der so gewonnene Dünger kann dann gleich wieder an Ort und Stelle zum Einsatz kommen.
Wer bei Hochbeet nur an Salat und Küchenkräuter denkt, irrt. Ein Hochbeet wird mit der richtigen Füllung und am richtigen Standort kaum einen Wunsch unerfüllt lassen. Kartoffeln etwa gedeihen prächtig, benötigen aber eine einfachere Mischung aus Gartenerde und Kompost. Grundsätzlich richtet sich die Bepflanzung im Hochbeet ganz so wie im »richtigen« Garten nach der Jahreszeit:
Wenn die Forsythien zu blühen beginnen, kann das Hochbeet mit Radieschen, Kresse und Kopfsalat bestückt werden. Auch Kohlrabi und Zwiebeln sind gern unter den Ersten im Garten. Ob die Jungpflanzen gekauft oder selbst den Winter über an der Fensterbank vorgezogen werden, ist jedem selbst überlassen.
Salat, Spinatpflanzen und Küchenkräuter können jetzt ebenfalls angepflanzt werden. Geeignet sind Schnittlauch, Petersilie und Frühlingszwiebeln. Möhren, Knoblauch und Lauch können nun auch gesetzt und bis zum Herbst Dauergäste im Hochbeet werden. Empfindsame Gemüter wie Dill sollten erst nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt werden. Auch die mediterranen Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika und Zucchini und die dazu passenden Kräuter wie Oregano und Thymian sollten nicht zu früh Kontakt mit der Außenwelt bekommen. Gut geschützt sind starke Jungpflanzen dennoch zäher, als man denkt.
Fenchel-, Auberginen- und Kürbispflanzen dürfen nun mit ins Beet. Sie mögen es tendenziell lieber warm, entschädigen uns dafür aber mit reicher Ernte. Wer Erdbeeren liebt, tut jetzt gut daran, diese in sein Hochbeet zu setzen. Verschiedene Sorten im selben Beet befruchten sich gegenseitig und erzielen somit mehr Ertrag.
Die Zeit der Gemüse-Ernte, aber vor allem des Gießens und der Pflanzenpflege ist erreicht. Welke Blätter und tote Triebe gehören regelmäßig entfernt, damit die Pflanze ihre Energie in frische Triebe lenken kann.
Wurde einmal erfolgreich abgeerntet, kann das Hochbeet im Herbst noch einmal mit Feldsalat, Spinat oder Radieschen bestückt werden. Fruchtgemüse wächst jetzt keines mehr.
Platz ist bekanntlich in der kleinsten Ecke. Dies gilt auch für das Gärtnern. Wer »nur« einen Balkon zur Verfügung hat, kann trotzdem Gartenträume wahr werden lassen. Alles wird auf kleinster Fläche sicher nicht möglich sein. Deshalb sind Kreativität, Fantasie und klare Prioritäten gefordert. Auch die Lage des Balkons (Himmelsrichtung) ist ein Faktor, den es zu berücksichtigen gilt.
Ein Frühbeet, Hochbeet und Mini-Gewächshaus in der All-in-one-Variante wie oben beschrieben ist auch für den Balkon eine gute Idee. Die kleinen Pflanzen können den Winter über auf der warmen Fensterbank vorgezogen werden und dann in das geschützte Frühbeet übersiedeln. Auf dem Balkon profitiert man hier zusätzlich von der Wärme, die von der Hauswand reflektiert wird.
Bei Südlage kann auch auf dem Balkon an Spalierobst (in Form von Säulenobst) gedacht werden. Die Klassiker Apfel, Birne und Kirsche bieten sich natürlich an, aber auch Pfirsiche oder Aprikosen gibt es in robusten Züchtungen speziell für ein Leben im Topf. Sie können in der kühlen Jahreszeit mit Vlies bedeckt werden, profitieren ebenso von der Lage an der Hauswand und können den Eigenbedarf an Sommerobst abdecken. Auch diese Bäume sollten, selbst wenn sie »nur« im Topf stehen, regelmäßig professionell beschnitten werden. In speziellen Kursen für Hobbygärtner kann man auch diese Kunst selbst erlernen und benötigt keine Hilfe von außen.
Töpfe sind sehr vielseitig für den Balkon einsetzbar. Sie können immer wieder von A nach B geräumt und im Herbst platzsparend zwischengelagert werden. Grundsätzlich kann in einem Topf mit ausreichend guter Erde und regelmäßiger Bewässerung alles wachsen, was auch direkt im Boden Wurzeln schlagen würde. Gurken, Zucchini und Spinat z. B. sind da ganz unkompliziert. Eine sichere Bank unter den Topfpflanzen für den Balkon sind auf jeden Fall:
Salat: Ein wenig unorthodox mag es erscheinen, aber Salatköpfe gedeihen auf dem Balkon am besten in Blumenkästen. Verschiedene Sorten – farblich abwechselnd gesetzt – sind ein schmackhafter und vitaminreicher Hingucker. Gleichzeitig wird garantiert kein Platz verschwendet.
Tomaten: Sie können auf der Fensterbank vorgezogen und nach den Eisheiligen umgetopft und ins Freie übersiedelt werden. Achtung: Sie mögen keine Nässe von oben, eine Überdachung sollte ihnen daher gegönnt werden. Diese schützt sie auch vor allzu intensiver Sonne. Tomaten benötigen speziell in einem Topf sehr viel Wasser. Beim Einpflanzen sollte ein entsprechend hoher Rand dafür angedacht werden. Ist mit Windböen oder Sturm zu rechnen, sollte eher auf Buschtomaten gesetzt werden. Sie werden maximal 60 Zentimeter hoch und trotzen so den Naturgewalten. Geschmacklich punkten Kirschtomaten. Auch hängende Sorten gibt es bereits, die gern den Sommer über in einer Blumenampel verbringen.
Paprika und Chilis: Auch sie sind zuverlässige Mitbewohner auf dem Balkon. Besonders Paprikapflanzen liefern im Topf reiche Ernte und sehen darüber hinaus auch sehr dekorativ aus. Wer gern alles aus einer Hand mag, nimmt im Spätsommer Samen ab und trocknet diese bei Raumtemperatur. Der Anzucht aus eigener Vermehrung steht im nächsten Frühjahr dann nichts mehr im Wege.
Beeren: Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren usw. sind wunderbar für die Anzucht auf dem Balkon geeignet. Der eigene, ganz persönliche Naschgarten ist mit ihnen garantiert. Erdbeeren sollten keinen direkten Kontakt mit dem Erdreich haben, da die reifen Früchte sonst schnell zu schimmeln beginnen. Eine Lage Stroh dazwischen kann das verhindern. Auch sie gibt es als platzsparendes Säulenobst oder als hängende Varianten für Blumenampeln.
Kräuter: Sie können in kleineren Töpfen, Körben oder Ampeln platzsparend zwischen den »Großen« wachsen und gedeihen. Die meisten Küchenkräuter schätzen allzu viel direkte Sonne ohnehin nicht und freuen sich über ein Schattendasein. Robust sind Rosmarin und Salbei, die an der Hauswand ganzjährig im Freien stehen können. Basilikum übersiedelt lieber erst im Vollfrühling nach draußen. Wer gern Cocktails mixt, wird sich über Minze aus eigenem Anbau besonders freuen. Die Sortenvielfalt ist hier mittlerweile international.
