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Wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, wie man sich als Sektflasche fühlt oder wie es mit der Entwicklung der Menschheit weitergeht, warum man vor dem Weltuntergang gar nicht so viel Angst zu haben braucht und wie man sich darauf vorbereitet, dann ist dieses Buch genau die richtige Lektüre.
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Seitenzahl: 91
Veröffentlichungsjahr: 2018
Vom Gefühl eine Sektflasche zu sein und andere Kurzgeschichten
Ein Selbstversuch Sinnfreiheiten oder Sinn frei auf Papier zu bringen.
von
Hartmut Felber
Impressum
© 2018 Hartmut Felber
1. Auflage
Illustration: Anette Felber
Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
978-3-7469-9280-8 (Paperback)
978-3-7469-9281-5 (Hardcover)
978-3-7469-9282-2 (e-Book)
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Vorwort
Die in diesem Buch enthaltenen Kurzgeschichten sollen eine Lebenshilfe sein. Ich hoffe, sie animieren zum Schmunzeln, Lächeln oder gar zum Lachen. Warum Lebenshilfe? Solange Sie lesen und lachen, leben sie.
Danksagung
Ich danke meiner Tochter Freya für die Motivation und Unterstützung, welche sie mir zur Entstehung dieses Buches zuteilwerden ließ.
Inhalt
Kann denn Tango tanzen Sünde sein?
The show must go on
Kurz vor Ostern
Vom schlanker Werden
Die Wohnung - das gefährliche Wesen
Der Fernseher
Mein Körper
Vom Gefühl eine Sektflasche zu sein
Gibt es intelligentes Leben auf der Erde?
Mücke, Mücken und noch mehr Mücken
Italienische Sonntagsbegegnung
Geburtstag
Willkommen in der Welt der Erwachsenen
Die Entwicklung der Menschheit
Die Rolle der Musik in meinem Leben mit näheren Betrachtungen auf meine Jahrtausendwende übergreifenden Erfahrungen in dem nun folgenden zweistündigen Vortrag
Weihnachten
Das Leben
Weltuntergang
Kann denn Tango tanzen Sünde sein?
Schreib doch mal eine Geschichte über das Thema Tango. Nichts einfacher als das, dachte ich in dem Moment nicht.
Falls mich jemand fragt, ob ich schon mal Tango getanzt habe, kann ich nur sagen: „Nicht dass ich wüsste.“ Also wenn irgendwann mal eine Frau mit mir Bewegungen vollführt hat, welche für einen qualifizierten Betrachter nach Tango aussahen, dann ist dies ohne mein Bewusstsein geschehen. Und falls mich jemand fragt, ob ich Wissen in meinem Kopf über den Tangotanz angesammelt habe, dann lautet meine Antwort: „Nein bis gar nicht.“
Es kann jedoch nicht so schwer sein, über ein Thema zu referieren, von dem man nichts weiß und noch nicht mal annähernd eine Ahnung hat. Verfolgt man politische Ergüsse und die Kommentare darauf, wird einem dieses Phänomen öfter begegnen. Na ja, so ganz stimmt das ja nun auch wieder nicht, dass ich gar keine Erfahrungswerte über das Tangotanzen mein eigen nennen kann. Ich habe schon mal zugesehen, wie ein Paar Tango getanzt hat. Der Ansager hat jedenfalls behauptet, dass man diese Art der rhythmischen Körperbewegung Tango nennt. Ich verlasse mich darauf, dass der Moderator recht hatte. Um dem Thema Substanz zu verleihen, muss ich nur die richtigen Buchstaben in die richtige Reihenfolge setzen und die falschen einfach weglassen.
Das Modalverb „kann“ impliziert die Möglichkeit, dass es auf die Frage „Kann denn Tangotanzen Sünde sein?“ mehrere Antworten gibt. Es wäre möglich, dass die Antwort auf die Frage „Ja“ lautet. Allerdings sollte der Leser oder Zuhörer sich auch auf ein „Nein“ gefasst machen. Eine dritte und sehr spannende Antwort wäre „Vielleicht.“
Juristisch betrachtet steht „kann“ für Ermessensausübung. Es gibt Entschließungsermessen und Auswahlermessen. Der Ermessensausübende sollte sich darüber im Klaren sein, ob sein Handeln gerechtfertigt und geeignet ist, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
Das Wort „Tango“ setzt sich zusammen aus den Wörtern „Tan“ und „go“. „Go“ ist für Menschen die der englischen Sprache mächtig sind, in Begleitung mit dem Wörtchen „to“ der Begriff für Gehen. Go ist aber auch eine Programmiersprache und Go ist ein Brettspiel. Ich weiß noch nicht, ob mir diese unterschiedlichen Bedeutungen für ein und dasselbe Wort bei der Fragestellung weiterhelfen.
Mit TAN wird ein bestimmter Code bezeichnet, welchen man beim Onlinebanking benötigt. Diese Schlauheit stammt nicht von mir, sondern von meiner Bank und die weiß es sicher auch irgendwoher. Als Abkürzung steht „tan“ auch für eine trigonometrische Funktion in der Mathematik. Davon habe ich in der Tat vor einigen Jahrzehnten schon mal etwas gehört. Die funktionellen Einzelheiten sind mir jedoch irgendwie abhandengekommen.
Tango steht zum Beispiel auch als Abkürzung für „Tactical Air Naval Ground Operations Center“ oder auf gut deutsch „Taktisches Luft-, See- und Bodenkriegseinsatzzentrum.“ Ich weiß nicht, ob in diesem Zentrum auch getanzt wird. Vielleicht lässt sich das über unsere Geheimdienste herausfinden. Das wäre schließlich für die Wahrung des Weltfriedens eine erheblich wichtige Information. Solange die taktischen Luft-, See- und Bodenleute tanzen, haben sie keine Zeit für irgendwelche Kriegsplanungen.
Die überschriftliche Fragestellung beinhaltet weiterhin den Begriff „Sünde“. Ein Freund von mir beschäftigt sich täglich mit dem theologischen Begriff der Sünde. Er hat sicher schon mehrere Messen zu diesem Thema abgehalten. Nach den von mir angelesenen und angehörten Informationen handelt es sich im christlichen Sinne bei einem sündigen Menschen um einen solchen, der gegen die Gebote Gottes verstößt, welche letzterer höchstpersönlich vermutlich mit einem Laserstrahl in Steinplatten in einen Berg gebrannt hatte. Viele Leute laufen zum Berg Sinai um den zehn Geboten näher zu sein. Der Wissenschaftler Dr. Lennart Möller meint, sie laufen irrigerweise dorthin. Der Berg Jabal al Lawz in Arabien wäre angebrachter für einen zielführenden Besuch.
Bei der Ursprungssünde hat sich laut alter testamentarischer Überlieferung ein Mann von einer Frau einen Apfel schenken lassen. Meistens muss ich mir meine Äpfel kaufen. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Person schon mit Äpfeln beschenkt wurde – von Frauen und von Männern unter anderem von Weihnachtsmännern. Meist wurden die Äpfel sogar von mir gegessen. Ja, auch ich habe gesündigt. Jedenfalls aus der christlichen Betrachtungsweise gesehen.
Im Alltagsgeschehen begegnen selbst ungläubige Menschen dem Sündenfall.
Wer ist frei von Jugendsünden? Der werfe den ersten Joint.
Wer ist frei von Diätsünden? Der werfe das erste Schweinesteak.
Wer ist frei von Modesünden? Die werfe die erste lila Bluse mit leuchtend grünen Punkten in Streifenoptik. Wer ist frei von Parksünden? Der werfe seinen ersten Maserati.
Ergebnis der Fragestellung:
Zum Tangotanz gehen ist Programm, für das man sich vorher entschließen muss. Um an die passende Partnerin heranzukommen, benötigt man die passende Rechtfertigung, den passenden Code und die passende Auswahl. Ob sich die Bewegungen dieses Tanzes mit einer Tanges Funktion berechnen lassen, das sollte ein Mathematiker beantworten. Sollte es beim Tangotanzen zu Ganzkörperbodenberührungen kommen, wäre es möglich, dass zwischen den Tanzpartnern kriegsähnliche Streitigkeiten über die Schuldfrage ausbrechen.
Ob Tangotanzen Sünde sein kann, kann ich weder mit „ja“ noch mit „nein“ beantworten. Es kommt wohl darauf an, was man glaubt gerade zu tun, was man dabei für Kleidung trägt und ob man seine körperliche Schwungmasse noch unter Kontrolle hat, welche Absicht man damit verbindet und ob Tangotanzen dafür die geeignete Tätigkeit ist. Aber was sich danach ergibt, das könnte sehr wohl eine Sünde sein, wenn man falsch eingeparkt hat.
The show must go on
Zum Frauentag eine Geschichte über kleine und andere Unzulänglichkeiten und Missgeschicke von Frauen zu schreiben ist nicht so klug. Das könnte zu Missfallsbekundungen seitens der Frauen gegenüber dem Schreiber führen.
Also besser über Unzulänglichkeiten und Missgeschicke von Männern schreiben. Darüber können sich Frauen bestimmt amüsieren.
Aber andere Männer madig zu machen kann auch kräftig nach hinten losgehen. Wie schon Hannes Hegen seinen Ritter Runkel in Heft 102 des Mosaik auf Seite 9 sagen ließ: „Ein Held mit guter Kinderstube gräbt niemals anderen eine Grube, weil das ist halt der Lauf der Welt, er meistens selbst in diese fällt.“
Darum gibt es nun eines meiner Erlebnisse. Sozusagen eine Vorbereitung auf meine Memoiren. Jeder berühmte Mensch schreibt schließlich irgendwann seine Lebensgeschichte für die Weltöffentlichkeit. Na ja, dass mit der Berühmtheit wird sicher noch etwas dauern. Aber wenn ich dann in etwa hundert Jahren irgendwann mal berühmt bin, habe ich schon mal vorgearbeitet.
Es geschah zu einer Zeit, die nannte sich 1991. Es geschah an einem Ort, der nannte sich Leipzig – Markkleeberg. Ich glaube, dieser Ort heißt heute noch so, die Zeit nicht mehr.
Ich hatte mit mehreren Gruppen einen Tanzauftritt. Wir wollten indianische Tänze zeigen. Am Vorabend saßen wir alle in einem Tipi an einem schönen warmen Feuer zusammen und erzählten uns bemerkenswerte Erlebnisse von früheren Shows. Ich hatte noch keine spektakulären Anekdoten zu berichten. Ich erzählte eine Geschichte von einem Freund, die selbiger erlebt hat. Er hatte ein Lakotaoutfit an. Das heißt, Leggings, Mokassins, Lendentuch und etwas Schmuck. Ein Messer hatte er auch dabei – nur hatte er leider die Messerscheide vergessen. Während des Tanzes steckte er das Messer zwischen Rücken und Gürtel. Es war scharf. Es war sehr scharf. Dem Schneidwerkzeug fiel es daher nicht schwer den Gürtel durchzutrennen. Für diejenigen, die sich immer die Frage stellten, was ein Indianer unter dem Lendentuch hat, wurde die Antwort anschaulich dargestellt. Nichts. Also ja eigentlich nicht Nichts, denn natürlich gab's da alles zu sehen, was ein Mann so zu zeigen hat, wenn er nichts anhat.
Alle Anwesenden lachten auf Kosten des nichtanwesenden Freundes. Ich hatte erfolgreich eine amüsante Geschichte zum Besten gegeben und damit meinen Teil zu diesem Showerlebnisberichteabend beigetragen.
Am nächsten Tag, als sich einige hundert Zuschauer eingefunden hatten, begannen wir vormittags mit den Tänzen.
Einer der Tänze sollte den Zuschauern zeigen, was mit einem faulen Jäger passiert, der sich auf die Bisonjagd begibt und sich dabei sehr ungeschickt anstellt. Die daheimbleibende Frau und die Kinder hungerten und zeigten dies mit ihren leeren Holzschalen. Den faulen Jäger stellte ich dar. Ich brauchte mich dazu auch gar nicht zu verstellen. Die Rolle war mir sozusagen auf den Leib geschneidert. Apropos Leib, an meinem Leib hatte ich Leggings, Mokassins und Lendentuch, welches mit einem ledernen Gürtel gehalten wurde.
Die Frau warf dem Jägersmann Pfeil und Bogen vor die Füße und bedeutete ihm in die Welt hinauszugehen und Essen mit nach Hause zu bringen.
Es gehörte schon eine Menge Ungeschicklichkeit dazu den Bogen nicht spannen zu können. Aber darin war ich gut. Schließlich erfüllte mich eine Idee. Eine Idee von der Anwendung des Hebelgesetzes. Ich weiß zwar nicht, ob die Indianer das Hebelgesetz schon kannten - ich kannte es schon. Mein Physiklehrer hat nicht ganz umsonst uns versucht etwas beizubringen.
Schließlich konnte ich mit Hilfe der Umsetzung meiner Idee und einer Sehne das Stück Holz in Spannung versetzen und die Zuschauer vielleicht auch.
Nach dem der faule Jäger sich mitten in der Prärie von Markkleeberg zu einem kleinen Schläfchen niedergelegt hatte, trat der Bison auf den Plan und neugierig mit seinem Huf gegen den schlafenden Fleischhaufen. Jener erschrak und versuchte umständlich seinen Bogen in Schussposition zu bringen und einen Pfeil auf das Tier abzuschießen. Der Pfeil traf zielgenau und zwar die Wiese. Auch der zweite Pfeil macht es dem ersten nach. Mehr Pfeile hatte der unbedachte Jägersmann, also ich, nicht mitgenommen.
Nun machte ich mich, als der faule Jägersmann, auf um den Bison mit bloßen Händen zu fangen. Nichts einfacher als das. Ich brauchte den Bison ja nur beim Schwanz zu packen, festzuhalten und dann irgendwie - ich wusste aber gar nicht wie - zur Strecke zu bringen.
