Von der Schule in die Arbeitswelt -  - E-Book

Von der Schule in die Arbeitswelt E-Book

0,0

Beschreibung

Der Übergang von der Schule in Ausbildung oder Beruf ist nicht nur in Deutschland ein wichtiges Thema geworden, sondern spielt auch in der internationalen Diskussion eine zentrale Rolle. Der vorliegende Band bietet eine Darstellung der Bildungspfade und Übergangsmöglichkeiten in den Beruf in ausgewählten Ländern Europas. Darüber hinaus werden Trends und Perspektiven der Wege in die Arbeitswelt in vergleichender Darstellung identifiziert. Dem Leser wird damit nicht nur ein umfassendes Kompendium des Übergangs von der Schule in den Beruf an die Hand gegeben, sondern darüber hinaus gezeigt, welchen Herausforderungen sich die Länder Europas im Hinblick auf die Integration junger Menschen in das Erwerbsleben künftig stellen müssen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 206

Veröffentlichungsjahr: 2010

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



© 2010 E-Book-Ausgabe (EPUB)
© 2005 Verlag Bertelsmann Stiftung, GüterslohVerantwortlich: Dr. Jens U. Prager, Clemens WielandLektorat: Heike HerrbergHerstellung: Christiane RaffelUmschlaggestaltung: Nadine HumannUmschlagabbildung: PhotoDiscSatz: digitron GmbH, BielefeldDruck: Hans Kock Buch- und Offsetdruck GmbH, Bielefeld
ISBN : 978-3-86793-178-6
www.bertelsmann-stiftung.de/verlag
Inhaltsverzeichnis
Titel
Impressum
Vorwort
Einleitung
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit - Beschäftigungsfähigkeit und berufliche ...
Zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt
Jugend zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Blick nach vorn: Alle sind gefordert!
Literatur
Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik in ...
Jugendarbeitslosigkeit im europäischen Vergleich
Theoretischer Hintergrund: Institutionen, zeitspezifische Faktoren und Kultur
Daten und Fakten: (Langzeit-)Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen
Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen
Aus der Arbeitslosigkeit in Beschäftigung
Literatur
Herausforderungen beim Übergang von der Schule zum Beruf - der Kompetenzbegriff ...
Definition: das Kompetenzkonzept nach Weinert
Internationale Verankerung: der »DeSeCo«-Ansatz
Operationalisierung: der Kompetenzbegriff bei PISA
Kompetenzförderung beim Übergang von der Schule in den Beruf
Literatur
Berufsorientierung in der Schule im europäischen Vergleich
Zur Einleitung
Orientierung für eine Berufswelt im Wandel
Modelle schulischer Berufsorientierung in Europa
Schulische Berufsorientierung im Kontext
Qualitätsaspekte der Berufsorientierung
Schlussfolgerungen und Perspektiven
Literatur
Institutionelle Perspektiven der Berufsbildungspraxis
Zur Gegensätzlichkeit von Bildung und Ausbildung
Überwindung des Gegensatzes
Institutionelle Folgen des Reformdiskurses: »parity of esteem«
Ursachen von Bildungsreformen: Arbeitsmarktrelevanz
Berufslehre (»apprenticeship«) als Modell in Europa
Reformbedarf bei den dualen Berufsbildungssystemen
Fazit: Internationale Konvergenz und institutionelle Pluralisierung
Literatur
Berufsausbildung in Europa - auf dem Weg zu einer gemeinsamen Strategie
Einleitung
Herausforderungen
Berufliche Bildung als Schlüssel zur Zukunft: Kooperationsschwerpunkte
Literatur
Beschäftigungsfähigkeit und Hochschulpolitik - Trends und Perspektiven im Bologna-Prozess
Veränderte Rahmenbedingungen
Reform der Studienstruktur
Mehr Akademiker durch kürzere Studienzeiten
Module und Leistungspunkte
Neue Lehr- und Lernformen
Konfliktlinien
Fazit
Literatur
Die Autorinnen und Autoren
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Vorwort
»Die Grundlage eines jeden Staates ist die Ausbildung seiner Jugend.«
Diogenes von Sinope (um 412 bis 323 v. Chr.)
Der Übergang von der Schule in Beruf und Arbeitswelt ist für junge Menschen eine der großen Weichenstellungen für ihr weiteres Leben. In diesem Zeitraum fallen Entscheidungen, die von zentraler Bedeutung für die berufliche Zukunft sind. Umso Besorgnis erregender ist es, dass eine wachsende Zahl von jungen Menschen erhebliche Schwierigkeiten hat, diesen Übergang, die so genannte erste Schwelle erfolgreich zu meistern. Diese Entwicklung stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen, denen nur mit innovativen Lösungswegen begegnet werden kann.
Der vorliegende Band soll dazu dienen, die Übergangsproblematik aus europäischer Perspektive zu betrachten: Wie wird in anderen Ländern Berufsorientierung in den Schulunterricht integriert? Welche Entwicklungen gibt es im Berufsbildungswesen einzelner Länder? Welche arbeitsmarktpolitischen Strategien bewähren sich im europäischen Vergleich, um jungen Menschen den Weg in das Berufsleben zu erleichtern?
Die Vielzahl der möglichen Fragestellungen zeigt: Der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt wird von einem komplexen Gefüge individueller und gesellschaftlicher Einflussgrößen geprägt. Erziehung und Schulunterricht, konjunkturelle Lage und institutionelle Rahmenbedingungen müssen ebenso berücksichtigt werden wie Gestaltung und Qualität der Ausbildungswege, unternehmerische Entscheidungen, Engagement und Verantwortungsbewusstsein der beteiligten Akteure sowie eine Vielzahl weiterer privater und öffentlicher Maßnahmen, Projekte und Initiativen. All diese Faktoren beeinflussen Erfolg und Misserfolg der Einzelnen auf ihrem Weg in das Berufsleben.
Mit dieser Veröffentlichung werden die verschiedenen Einflussgrößen und Stationen näher beleuchtet. Darüber hinaus ermöglicht die grenzüberschreitende Betrachtung - ganz in der Tradition der Arbeit der Bertelsmann Stiftung - ein »Lernen von den Besten«. Wir freuen uns, dass sich internationale Expertinnen und Experten bereit erklärt haben, aus Sicht ihrer jeweiligen Fachdisziplin Beiträge zu dieser bedeutsamen Thematik zu liefern. Unser besonderer Dank gilt allen an dieser Publikation Beteiligten. Unser Wunsch ist es, durch den Blick über die Grenzen hinweg der Diskussion um innovative Lösungsansätze neue Impulse zu geben.
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Heribert MeffertVorsitzender des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung
Dr. Stefan EmpterLeiter des ThemenfeldesWirtschaft und Soziales
Einleitung
Mehr als 500 000 Jugendliche in Deutschland sind arbeitslos, beinahe jeder Zweite von ihnen hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. Weit mehr als ein Drittel der Jugendlichen in Deutschland macht sich große Sorgen darüber, überhaupt einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden. Dies sind alarmierende Zahlen - weitaus alarmierender sind jedoch die individuellen Schicksale, die sich hinter der Statistik verbergen.
Ein Blick über die deutschen Grenzen zeigt, dass auch in vielen anderen Ländern der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt kontrovers und zunehmend öffentlich diskutiert wird. Diese Beobachtung war Ausgangspunkt bei der Konzeption der vorliegenden Publikation: Sie soll einen Überblick geben, mit welchen Problemlagen Deutschland im europäischen Vergleich konfrontiert ist, und aufzeigen, mit welchen Strategien in anderen Ländern versucht wird, Lösungen für diese Probleme zu finden. Aus der länder- bzw. maßnahmenspezifischen Betrachtungsweise allein wird sich sicherlich nicht der Königsweg für den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt ableiten lassen, doch zeigen sich hierbei bestimmte Trends und Entwicklungslinien, die wegweisend für den künftigen Umgang mit der Thematik sein können.
Der methodische Ansatz dieses Sammelbandes ist deskriptiv und folgt im Aufbau der Chronologie des Weges, auf dem sich ein junger Mensch von der Schule in die Arbeitswelt bewegt. Diesem Gedanken folgend, wird zunächst die Problemlage analysiert. Darauf aufbauend werden in Einzelbeiträgen die Stationen von Schule, Berufs- und Hochschulausbildung näher beleuchtet.
In ihrem einleitenden Aufsatz nehmen die Herausgeber eine Bestandsaufnahme der Ausbildungssituation in Deutschland vor. Zunächst wird die aktuelle Situation von Jugendlichen an der Schwelle zu Ausbildung und Beruf mittels empirischer Erhebungen sowie Einschätzungen aus Sicht der Wirtschaft skizziert. Im Zentrum des Beitrags steht eine von der Bertelsmann Stiftung in Auftrag gegebene Befragung junger Menschen, die in eindrucksvoller Weise deren Erwartungen und Ängste in Bezug auf ihre berufliche Zukunft beleuchtet.
Die Ergebnisse geben Aufschluss über die Selbstwahrnehmung der Jugendlichen sowie ihre Vorstellungen und Wünsche. Zudem wird sichtbar, welche beruflichen Zukunftsperspektiven die jungen Menschen für sich selbst sehen, welche Grundhaltungen, Sorgen und Hoffnungen sie damit verbinden und von welchen Akteuren sie sich Unterstützung beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt wünschen. Vor dem Hintergrund dieser Gegenüberstellung der Einschätzungen von Wirtschaft und Jugend werden schließlich Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen entwickelt.
Das Problem der Jugendarbeitslosigkeit greift Hans Dietrich (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nürnberg) in seinem Beitrag auf und stellt es in einen europäischen Kontext. Er untersucht die Maßnahmen, die europaweit jungen Menschen die Integration in den ersten Arbeitsmarkt erleichtern sollen. Im Zentrum seiner Analyse steht die Phase des Übergangs, also die Zeit zwischen Schule und Eintritt in das Erwerbsleben, die für viele Jugendliche zu einer oft unüberwindbaren Schwelle wird.
Wenngleich die europäischen Mitgliedstaaten gerade bei der Ausgestaltung dieses Übergangs sehr unterschiedliche Strategien verfolgen, haben sie mit den »Beschäftigungspolitischen Leitlinien« aus dem Luxemburger Prozess gemeinsame Ziele definiert, die zur Grundlage nationaler Aktionspläne wurden. In diesem Rahmen gab es spezifische Maßnahmenangebote, die zu einer verstärkten Institutionalisierung des Übergangs von der Schule in das Erwerbssystem führten.
Dietrich unterzieht diese Phase einer differenzierten Analyse und leitet daraus Übergangsbedingungen ab, die in unterschiedlichem Umfang mit dem Risiko der Arbeitslosigkeit verbunden sind. Mit Blick auf den europäischen Kontext weist der Autor darauf hin, dass die Maßnahmen zur Bewältigung der Jugendarbeitslosigkeit national sehr verschieden sind. Noch lässt sich kein klarer Zielkatalog der Staaten, etwa mit Blick auf finanzielle oder psychosoziale Stabilisierung, ausmachen. Da wesentliche Bereiche des Übergangs zunehmend stärker durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen erfasst werden, spricht Dietrich von der wachsenden Ausprägung eines »System of Schemes«: Ein zunächst zahlenmäßig begrenztes und relativ lose verknüpftes Angebot von Unterstützungsmaßnahmen wurde in einzelnen Ländern schrittweise zu einem umfangreichen Ergänzungssystem ausgeweitet.
An den Beitrag von Dietrich anknüpfend, wendet sich Margit Stein (Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften, Kiel) einer der Hauptursachen für Jugendarbeitslosigkeit zu: der fehlenden Allgemeinbildung. Nach den Erfahrungen mit den verschiedenen PISA-Studien, die der bisher umfassendste Versuch waren, die Kompetenzen von 15-jährigen Jugendlichen einem internationalen Vergleich zu unterziehen, wirft die Autorin die Frage auf, warum es dem deutschen Schulsystem relativ gesehen schlechter als anderen gelingt, die Schüler1 mit Kernkompetenzen auszustatten, die für eine erfolgreiche Lebensführung notwendig sind. Im Zentrum der schulischen Ausbildung sollte weniger die bloße Wissensvermittlung stehen; vielmehr sind den jungen Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie in die Lage versetzen, die Herausforderungen der sich immer schneller wandelnden Wissensgesellschaft zu bewältigen.
Der Beitrag von Stein gibt einen umfassenden Überblick über den Kompetenzbegriff im Allgemeinen und die drängende Frage, welche Kompetenzen ein Mensch besitzen muss, um sich in der heutigen Arbeitswelt behaupten zu können, und welche Rolle der Schule zukommt, um die Jugendlichen mit diesen Kompetenzen auszustatten. Das deutsche Schulsystem wird sich künftig verschiedenen Herausforderungen stellen müssen: Eine zentrale Aufgabe wird sein, insbesondere leistungsschwache Schülergruppen stärker als bislang zu fördern. Eine Heterogenität, wie sie derzeit in Berufsschulklassen mit leistungsstarken Schülern von Gymnasien und eher schwächeren Schülern anderer Schultypen besteht, würde den Kompetenzrückstand der Letzteren nur noch verstärken. Es gilt, die Schüler mit fundierter Beratung zu begleiten und systematisch zu fördern.
Der Aspekt einer gezielten Berufsorientierung wird von Peter Härtel (Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft, Graz) im europäischen Kontext beleuchtet, insbesondere mit Blick auf die Anstrengungen der EU. Berufsorientierung bzw. Berufsberatung sind nach Ansicht Härtels Schlüsselelemente der Strategie des lebenslangen Lernens und müssen im Zentrum der Bildungs- und Gesellschaftspolitiken stehen. Dabei stärkt eine gelungene Berufsorientierung die Fähigkeit junger Menschen, eigenständige und selbst verantwortete Bildungs- und Berufswege zu beschreiten. Werden dabei erst einmal Fähigkeiten und Motivationen geweckt, die Jugendlichen in einem sich rasch verändernden Arbeitsumfeld Perspektiven auf persönlichen und beruflichen Erfolg geben, so wird dies auch positive Effekte für die Wirtschaft und Gesellschaft eines Landes haben.
Härtel stellt die Worte von Comenius »Alle alles zu lehren und zwar so gründlich wie möglich« zur Diskussion. Alles, was gelehrt wird, sollte jedoch Bezug zum Leben haben. Dann kann Bildung und Wissen auch für weitere Berufs- und Lebenswege Nutzen stiften.
Philipp Gonon (Universität Zürich) schließt in seinem Beitrag an die von Härtel aufgeworfene Frage nach dem Inhalt von Wissensvermittlung an, indem er die Begriffe Bildung und Ausbildung einer genaueren Analyse unterzieht. Er geht der Frage nach, ob die Aufrechterhaltung einer strikten Trennung noch zeitgemäß ist, und legt Tendenzen dar, die auf eine Entwicklung hin zu einer gleichen Wertschätzung der Begriffe schließen lassen. Die Reformbedürftigkeit des Berufsbildungssystems resultiert seiner Ansicht nach nicht nur aus einem internationalen, sondern auch aus einem internen, nationalen Druck. Ausbildung darf nicht praxisfern erfolgen.
Gonon stellt die Herausforderung dar, mehr junge Leute in das Bildungssystem einzubeziehen. Obwohl Deutschland mit seinem Modell der dualen Ausbildung für diese Herausforderung gewappnet ist, gibt es auch hier Reform- und Modernisierungsbedarf. So gilt es, Industrie und Unternehmen noch stärker in die Ausbildung einzubinden, die Allgemeinbildung zu stärken und eine Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Institutionen einzufordern.
Aus institutioneller Perspektive betrachten Colin McCullough, Eleonora Schmid, Manfred Tessaring und Johan van Rens (European Centre for the Development of Vocational Training, Thessaloniki) die europäischen Strategien zur Modernisierung der Berufsbildung. Sie berichten über die unterschiedlichen Anstrengungen auf europäischer Ebene und über Tendenzen und Entwicklungen im Berufsbildungswesen der einzelnen Mitgliedstaaten. Auch sie fordern Innovationsstrategien vor dem Hintergrund der Herausforderungen, denen sich der (Aus-)Bildungssektor zu stellen hat: demographischer Wandel, eine hohe Zahl gering Qualifizierter und unterschiedlich leistungsfähige Bildungssysteme.
Eine Chance, diesen Herausforderungen zu begegnen, sehen die Autoren in einer engeren europäischen Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Bildung und Ausbildung sind die Grundlage für ein verstärktes wirtschaftliches Wachstum, für Wettbewerbsfähigkeit und sozialen Zusammenhalt. Um diese Ziele zu erreichen, ist eine kohärente Vorgehensweise der Mitgliedstaaten in Zusammenarbeit mit allen Akteuren - insbesondere den Sozialpartnern - notwendig.
Bereits heute kann auf Erfolge einer solchen Zusammenarbeit verwiesen werden, wie etwa die Einführung des »Europasses« und des »Europäischen Lebenslaufes«. Schließlich wird ein Ausblick auf die Bereiche gegeben, in denen zukünftig Schwerpunkte in der Zusammenarbeit gesetzt werden müssen. So soll das Hauptaugenmerk auf die Entwicklung eines europäischen Qualifikationsrahmens gelegt werden, der die auf nationaler Ebene existierenden Qualifikationsrahmen miteinander verknüpfen und die Abstimmung zwischen Bildungs-, Ausbildungs- und Hochschulbereich fördern soll.
Die engere Zusammenarbeit im Hochschulsektor ist eines der Ziele des Bologna-Prozesses. Vor dem Hintergrund europäischer Zielsetzungen unterziehen Lars Hüning und Florian Buch (Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh) die akademische Ausbildung einer differenzierten Analyse. Sie zeigen die steigende Bedeutung universitärer Ausbildung im Vergleich zum dualen Bildungsweg auf sowie die Rahmenbedingungen, die zu dieser Entwicklung geführt haben. So ist die Bedeutung von Wissenschaftssystemen in der globalen Wissenschaftsgesellschaft für wettbewerbsfähige Volkswirtschaften wesentlich. Der rasante technologische Fortschritt führt zu einer immer kürzeren Halbwertszeit von Wissen. Der Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften steigt ständig.
Diese Entwicklung macht es notwendig, dass Hochschulen neben Wissen auch die Fähigkeit lehren, sich selbst weiterzubilden. Schüler und Studierende müssen lernen zu lernen, um den Prozess des lebenslangen Lernens erfolgreich zu bewältigen. Dies gilt umso mehr mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung. Der demographische Wandel erhöht die Bedeutung einer adäquaten Hochschulausbildung für den zukünftigen Arbeitsmarkt. Diese Entwicklungen machen eine Reform des deutschen Hochschulsystems unumgänglich.
Hüning und Buch diskutieren in ihrem Beitrag verschiedene Strategien, die zu einer Akademisierung der Gesellschaft führen können: Erhöhung des Akademikeranteils, Förderung des Fachkräftezuzugs und eine vermehrte Durchlässigkeit des tertiären Bildungssystems. Mit dem Bologna-Prozess verändern sich Studienstrukturen und Inhalte hin zu einer stärkeren Orientierung am Kompetenzerwerb. Die Universitäten müssen diese Entwicklung im Blick behalten und zeitgemäße akademische Bildungskonzepte anwenden.
Wir danken den beteiligten Autorinnen und Autoren für ihr großes Engagement und die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Unser besonderer Dank geht darüber hinaus an Barbara Pöggeler, die sich unermüdlich und erfolgreich der aufwändigen redaktionellen Arbeit für diesen Band gewidmet hat.
Dr. Jens U. Prager Clemens Wieland
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit - Beschäftigungsfähigkeit und berufliche Orientierung Jugendlicher im Spiegel empirischer Untersuchungen

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!