Wahre Liebe lässt frei! - Robert Betz - E-Book

Wahre Liebe lässt frei! E-Book

Robert Betz

4,5
9,99 €

oder
  • Herausgeber: Integral
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2013
Beschreibung

Das Geheimnis wahrer Liebe – und wie wir sie finden

Von ihrer Partnerschaft erwarten die Menschen heute alles: Liebe und Freundschaft, Geborgenheit und ekstatische Sexualität, Bindung und Toleranz. „Das kann ja gar nicht klappen!“, meint Robert Betz und empfiehlt: „Der Schlüssel zur wahrhaft erfüllenden Liebe ist die Freiheit“. Wie wir unser Herz für die wahre Liebe öffnen können, zeigt dieser Beziehungsratgeber für Singles und Paare. Ein Buch, das befähigt, die Liebe vollkommen neu zu entdecken.

• Ich muss mich nicht anstrengen, um den Richtigen zu finden
• Die ideale Partnerschaft kann auch von kurzer Dauer sein
• Partnerschaft und Sexualität gehören nicht unbedingt zusammen
• Man muss nicht viel über die Beziehung reden, sondern Liebe leben
• Wer wirklich liebt – sich selbst und den anderen – der leidet nicht!

Überraschend und inspirierend: ein Buch, um die Liebe vollkommen neu zu entdecken.

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Seitenzahl: 431

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Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz.

Persisches Sprichwort

Für Conny

Inhaltsverzeichnis

WidmungVorwortKapitel 1 - Von der Ware Liebe zur wahren Liebe
Die erste Lektion der Liebe
Kapitel 2 - Die Vertreibung aus dem Paradies
Das Nein zum Fühlen und zum LebenZwei hungrige Kinder kommen zusammenDas Kind in uns hasst sich selbst
Kapitel 3 - Du bist der allerwichtigste Mensch in deinem Leben!
Wir denken uns »abwärts«Sich selbst lieben lernenEntscheidung für Selbstliebe und Selbstvergebung
Kapitel 4 - Die Irrtümer über Beziehung und Partnerschaft
Die Überbetonung und Überlastung der PaarbeziehungFrauen und Männer missbrauchen sich gegenseitigDie Irrtümer über die Beziehung zwischen Frau und MannBeziehungsirrtum: Ich brauche einen Partner.»Ich will nicht allein bleiben.«Beziehungsirrtum: Mein Partner soll mich glücklich machen.Beziehungsirrtum: Eine Beziehung sollte möglichst harmonisch sein.Beziehungsirrtum: Partner sollten viel miteinander reden.Beziehungsirrtum: Ich muss den anderen bedingungslos lieben können.Beziehungsirrtum: Partnerschaft und Sex gehören unbedingt zusammen.Beziehungsirrtum: Je mehr Nähe und Gemeinsamkeit, desto größer ist die Leidenschaft.Beziehungsirrtum: Die ideale Beziehung sollte ein Leben lang halten.Beziehungsirrtum: Ich habe den richtigen Partner noch nicht gefunden.
Kapitel 5 - Frauen gegen Männer, Männer gegen Frauen
Was werfen viele Frauen den Männern vor?Was werfen viele Männer den Frauen vor?Viele Männer empfinden Frauen gegenüber …Viele Frauen empfinden Männern gegenüber …Lasst Raum zwischen euch …
Kapitel 6 - Männliches und Weibliches in Mann und Frau
Das männliche und das weibliche PrinzipUnterdrückte Wut bei Frauen, unterdrückte Angst bei MännernDie Vermännlichung der FrauenMänner und die abwesenden VäterAuf der Suche nach dem »richtigen Mann« und der »richtigen Frau«Die Liebe des Herzens
Kapitel 7 - Befreiung von Vater und Mutter der Kindheit
Der abwesende Vater und die FolgenDie Bedeutung des abwesenden Vaters für den JungenDer dominante, autoritäre VaterPapas PrinzessinDie Mütter und der schlechte Ruf der MännerSchwache und leidende Mütter und VäterDie Mutter – die größte Tür in die Freiheit
VORWÜRFE, DIE TÖCHTER UND SÖHNE DER MUTTER MACHEN:
Die Mutter, das Frausein und die WeiblichkeitMädchen, die eigentlich Jungen werden solltenMamas kleiner PrinzEure Kinder sind nicht eure Kinder
Kapitel 8 - Frauen und Männer als Ausdruck Gottes
Der Sinn der Frau-Mann-BeziehungDie Einzigartigkeit von Frauen und MännernDie Erde in der Frau und die Sonne im MannZwischen Frau und Mann ist Abstand nötigNah und FernGraumäusige Frauen, schlampige MännerFrauen und ihre Männlichkeit, Männer und ihre WeiblichkeitDie Frau darf nicht wild sein, der Mann darf keine Gefühle zeigenDu kannst Liebe nicht machen
Kapitel 9 - Wer liebt, leidet nicht
Ich selbst bin der Schöpfer all meiner BeziehungserfahrungenAll meine Beziehungen waren sinnvollDurch Liebe entsteht niemals Leid
WIR LEIDEN IN UNSEREN BEZIEHUNGEN VOR ALLEM UNTERWELCHE DER FOLGENDEN ÄNGSTE KENNEN SIE VON SICH SELBST?
Wodurch erschaffen wir Schmerz und Leid?Mein Partner ist dazu da, meine Knöpfe zu drückenDu kannst dich nur selbst verletzenMein Partner als »Arschengel«Wenn der Partner uns verlässt – der TrennungsschmerzIn Wirklichkeit gibt es keine TrennungWarum machen sich Beziehungspartner das Leben oft so schwer?
BEZIEHUNGSPARTNER MACHEN SICH DAS LEBEN OFT SCHWER,
Liebe ist keine Tugend
Kapitel 10 - Was spiegelt mir mein Partner?
Mein Partner ist gebunden und/oder wohnt weit weg.Mein Partner beachtet mich kaum. Mein Partner ist nicht lieb zu mir.Mein Partner ist aggressiv und destruktiv.Meine Frau ist zu hart. Mein Mann ist zu weich.Mein Partner sollte nicht so viel trinken.Die richtigen Fragen stellenErkennen Sie Ihre Schattenfiguren
Kapitel 11 - Sich selbst lieben
Verbringen Sie Zeit mit sich alleinGehen Sie regelmäßig nach innenSchenken Sie sich FreudeVergeben Sie sich alle SelbstverurteilungenSchließen Sie alle Baustellen des UnfriedensVerwandeln Sie Angst, Trauer, Wut, Scham, Schuld & Co. in FreudeSteigen Sie aus den »alten Schuhen« ausMachen Sie Ihr Leben zum GenusslebenGeben Sie mit Freude und gehen Sie in EmpfangsbereitschaftMachen Sie aus Ihrem Leben ein Kunstwerk
Kapitel 12 - Den Partner lieben
Ich kenne dich (noch) nichtDu darfst so sein, wie du bistIch danke dir für alle Erfahrungen mit dirIch traue dir zu, dass du deine Probleme selbst löstIch bestehe nicht darauf, recht zu habenIch stehe zu meiner Wahrheit und gehe meinen WegDas Nein in der LiebeIch kümmere mich um das Wesentliche – um mich selbstWie würde die Welt aussehen …
Kapitel 13 - Das große Geschenk der Sexualität
Warum macht es Sinn, über Sexualität zu sprechen?Was ist Sexualität? Wo beginnt sie?Mein Körper – das ungeliebte WesenSelbstbefriedigung und SelbstliebeSchuld – und SchamgefühleWas denken und fühlen Sie wirklich über Sex?»Hat eigentlich mit Sex alles seine Richtigkeit?«Weitverbreitete Urteile und Meinungen über SexErlaubt ist, was Spaß macht!»Ja, wenn Sie meinen Partner kennen würden …«Sexualität und NäheSex ist eine Gelegenheit, sich zu entscheidenHäufige Klagen über SexWarum erleben viele Frauen keinen Orgasmus?Die Angst, die Kontrolle zu verlierenDer Verrat am eigenen HerzenWarum haben so viele Männer Erektionsprobleme?Die Wiederentdeckung der Langsamkeit
DAHER LAUTET MEINE EMPFEHLUNG:
Sex mit Herz – ohne KompromisseDeinem eigenen Selbst sei treu
Kapitel 14 - Eifersucht – Treue – Fremdgehen
Wir können keinen anderen Menschen besitzenWarum gehen Menschen mit Dritten ins Bett?Die Kaugummi-BeziehungDas Doppelbett als LiebestöterSex als VerpflichtungEiner hat Lust, der andere nichtFremdgehen bedeutet nicht das Ende der BeziehungDer andere kann nicht andersWarum gehen Millionen Männer zu einer Prostituierten?
Kapitel 15 - Die Liebe lässt immer frei
Kämpfen führt nicht zur Freiheit – nur das LiebenLiebe ist die einzige WirklichkeitDie Zukunft von Frau und Mann
NachwortÜber den AutorLiteraturhinweiseVorträge und Meditationen von Robert Betz auf CD
LIVE-VORTRÄGE:GEFÜHRTE MEDITATIONEN:
Copyright

Vorwort

Ich freue mich sehr, dieses Buch schreiben zu dürfen. Ich schreibe es für alle Frauen und Männer, die sich danach sehnen, Liebe zu leben und sie in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen und nicht an den Rand. Liebe zu leben heißt für mich, die Liebe zu sein und nicht, die Liebe zu machen. Mein Herz sagt, dass wir alle von Haus aus Liebe sind, dass wir aus Liebe bestehen und dass es jeden von uns tief innen danach drängt, sich wieder zu erinnern, wer und was wir in Wirklichkeit sind. Darum drängt es den Mann zur Frau und die Frau zum Mann – damit sie gemeinsam finden, was sie allein weit schwerer finden können.

In diesem Buch geht es vordergründig um die Beziehung zwischen Frau und Mann, in der die meisten von uns mehr Probleme entdecken als Positives. Hintergründig geht es in diesem Buch um die Frage, wer wir sind, wozu dieses Leben da ist und wie wir glücklich leben können. Ich bin zutiefst der Überzeugung, dass dieses Leben hier in diesem Körper dazu da ist, Freude zu empfinden, Freude auszudrücken, Freude zu teilen und Freude zu sein. Und Freude kommt immer von Liebe.

Über die Liebe – ebenso wie über Beziehung und Partnerschaft  – kursieren so viele verrückte Ideen und unwahre Überzeugungen, dass ich manchmal nicht weiß, ob ich darüber lachen oder weinen soll. Ich habe mich für das Lachen entschieden. Mit ein wenig Abstand kann man unser Beziehungsleben als großes Theaterstück betrachten, das von zeitweilig Wahnsinnigen gespielt wird, die anscheinend nichts anderes zu tun zu haben, als sich ständig selbst und gegenseitig zu verletzen. Wir leben in einem Wahnsinn, denn wir leiden ausgerechnet dort, wo wir auf Freude, Liebe und Lust hoffen.

Ich habe die Hoffnung, dass mehr und mehr Menschen bald Schluss machen mit diesem Wahnsinn, dass sie die Täuschungen und Irrungen durchschauen und durch Sinnhaftes ersetzen – durch die Wahrheit und die Liebe.

Meine Vision ist, dass sich Männer und Frauen in Zukunft als sich selbst liebende und wertschätzende Wesen begegnen, anstatt sich wie Süchtige aufeinanderzustürzen; dass sie miteinander eine Wegstrecke gehen, um im anderen die Herrlichkeit Gottes zu erkennen: ein göttliches, ein heiliges, ein unschuldiges Wesen, das sich nach Liebe sehnt und das in seinem Wesenskern Liebe ist; dass sie das Leben miteinander feiern, ohne sich vom anderen abhängig zu machen und ohne sich für den anderen aufzuopfern. Dies wird kommen, da habe ich keinen Zweifel. Einige haben bereits begonnen, so zu leben. Wie auch Sie dort hinkommen, davon handelt dieses Buch.

Mit Sicherheit werden Sie sich an vielen Stellen selbst erkennen  – in Ihrem Denken, Fühlen und Verhalten. Bitte achten Sie während des Lesens auf Ihre Gedanken und besonders auf Ihre Gefühle und Körperempfindungen. Nehmen Sie sie beobachtend wahr, und erlauben Sie ihnen, da zu sein. Sie zeigen Ihnen den Weg zu all den Verletzungen und Irrtümern, die auf Heilung bzw. Korrektur warten.

Mir ist klar, dass ich mit meinen Ansichten nicht bei allen Menschen offene Türen einrenne. Es ist nur natürlich, dass sich unser Verstand – der sich an bestimmte Gedanken, Einstellungen und Überzeugung gewöhnt hat, die oft seit Generationen weitergereicht und übernommen wurden – heftig wehrt, bis er sich für neue Sichtweisen öffnet. Diese Öffnung ist bei vielen Menschen erst möglich, nachdem sie häufig schmerzhafte Erfahrungen in ihren Beziehungen gemacht haben.

Mein Wunsch ist, dass wir Beziehungen mit Freude, Mut und Neugier, mit Achtsamkeit und Liebe eingehen und dass wir intensive Erfahrungen darin machen. Unsere Beziehungen  – egal wie sie verlaufen – tragen auf jeden Fall zu unserem seelischen Wachstum bei. Oft sind sie sogar der größte Antrieb zum inneren Wachsen hin zu Selbsterkenntnis, Selbstachtung und Selbstwürde. Darum begrüße und wertschätze ich jede Art von Beziehung zwischen Menschen, selbstverständlich auch die zwischen Frau und Frau oder Mann und Mann.

Kaum etwas erlaubt uns die Erfahrung und das Fühlen von Emotionen so sehr und so intensiv wie die Beziehungen zwischen Mann und Frau oder auch gleichgeschlechtliche Paarbeziehungen. Und intensive emotionale Erfahrungen gehören zum Wesentlichen, was unsere Seelen hier auf der Erde erleben wollen – unabhängig davon ob wir diese Erfahrungen als angenehm oder unangenehm empfinden, ob wir sie begrüßen und wertschätzen oder ablehnen und vor ihnen davonlaufen wollen.

Mögen der äonenlange Krieg und die Missverständnisse zwischen Frauen und Männern, die so viel Schmerz und Leid bereitet haben, bald enden. Mögen Frauen den Gott im Mann und Männer die Göttin in der Frau wiedererkennen und damit das Göttliche in sich selbst. Mögen Frauen und Männer wieder den großen Tanz tanzen, den Gott/Göttin in ihnen tanzen will.

Kapitel 1

Von der Ware Liebe zur wahren Liebe

Jeder Mensch trägt tief in sich ein Wissen um die Liebe. Wir spüren, wenn ein Mensch voller Liebe ist, wenn er liebevoll spricht oder handelt. Unser Herz kennt die Sprache der Liebe, aber unser Verstand kennt sie nicht. Wir sehnen uns nach der Liebe und nach Menschen, die uns zeigen und sagen: »So wie du bist, liebe ich dich.« Aber nicht viele Menschen haben Menschen um sich, die dies tun, ohne Bedingungen an ihre Liebe zu stellen. Jeder einzelne Mensch und auch die Menschheit als Ganzes sind durch eine lange Erfahrung der Unliebe gegangen. Aber die Sehnsucht nach der Liebe und einer heilen Welt ist ungebrochen. Das kommt nicht nur in Romanen, Filmen und Liedern zum Ausdruck.

Wir sehnen uns nach dem Lächeln des anderen, nach Freundlichkeit und Zärtlichkeit und danach, in unserem Sosein verstanden und angenommen zu werden. Wenn Sie freundlich lächelnd durch eine Fußgängerzone gehen und den Menschen in die Augen schauen, erkennen Sie diese Sehnsucht sehr schnell. Die meisten reagieren spontan und lächeln zurück.

Wir haben vergessen, dass die Liebe immer da ist und immer um uns war. Sie ist in jedem Menschen, ob er es weiß oder nicht. Sie ist in allem, was uns umgibt – vor allem in Mutter Erde und in allem, was auf ihr wächst und lebt. Jeder Baum, jede Blume, jedes Tier ist lebendige Liebe, auch wenn wir es nicht wahrnehmen, weil wir verschlossen oder ohne Achtsamkeit sind. Aber wenn wir es wahrnehmen, berührt es unser Herz, das nichts als lieben will. Mutter Erde ist eine unendlich und bedingungslos liebende Wesenheit. Sie verschenkt sich in all ihrer Schönheit, ihrer Lebendigkeit, ihrer Fruchtbarkeit, in ihrem Nähren und ständigen Gebären.

Die Menschheit ist einen langen Weg gegangen, tief hinein in die Erfahrung der Unliebe, der scheinbaren Abwesenheit von Liebe. Über viele Menschengenerationen hinweg haben wir das Verurteilen, das Ausgrenzen und das Hassen gelernt. Viele Millionen Menschen sind in den letzten Jahrtausenden keines natürlichen Todes gestorben. Sie wurden in zahllosen Kriegen von anderen Menschen abgeschlachtet, auf Scheiterhaufen verbrannt, in Gaskammern vernichtet. Den Höhepunkt dieser Geschichte der Unliebe haben wir in den beiden Weltkriegen erlebt. Und daraufhin sahen sich viele veranlasst, den Menschen als böses Tier zu betrachten, das man domestizieren, kontrollieren und beherrschen muss und das lernen muss, sich zusammenzureißen, die Zähne zusammenzubeißen, sich kleinzumachen und der Meinung der Masse anzupassen.

Diese Geschichte der Unliebe geht jetzt zu Ende, und zwar schneller, als Sie sich vorstellen können. Es hat zweitausend Jahre gebraucht, bis die radikale Botschaft Jesu wie ein Samen nach einem langen Winter aufgeht: »Liebe dich selbst, liebe deinen Nächsten und liebe deine Feinde.« Also: »Liebe alle und alles, denn du bist ein Kind der All-Liebe, ein Kind Gottes.« Jesus hat nicht das Kreuz und die Unterwerfung gelehrt, sondern die Liebe des Herzens. Bisher waren die meisten Menschen jedoch nicht reif, um diese Botschaft zu begreifen und zu leben. Die Kirchen, die sich auf Jesus berufen, sind Institutionen der Unliebe und des trennenden Denkens, die den Menschen bis heute Angst, Schuld und Scham einjagen und von Verurteilung sprechen. Sie begreifen selbst noch nicht, dass sie auf dem Scheiterhaufen der Zeit liegen.

Und weil sich das Leben im Außen so lieblos, schwer und hart zeigte, hoffte der Mensch stets, in der Liebe zu zweit seine Insel der Glückseligkeit zu finden und damit die Liebe, nach der er sich wirklich sehnte.

Doch was Männer und Frauen der letzten Jahrhunderte in ihren Beziehungen und Ehen veranstaltet haben, war von der Liebe so weit entfernt wie die Erde vom Mars. Sie haben die Liebe zur Ware gemacht, zum Gegenstand von Verträgen, zum Objekt eines Tauschhandels. Und noch immer lernen die meisten Kinder in ihren Familien, dass man für Liebe bezahlen muss. Liebe einfach zu verschenken, ohne Bedingungen zu lieben, jemanden zu lieben, der vielleicht gerade keinen Zugang zur Liebe hat – all das ist den meisten immer noch ein fremder Gedanke. Für das, was wir Liebe nennen, wollen wir etwas haben. Wir knüpfen die Liebe und das Lieben an Bedingungen.

Wir haben die Liebe zur Ware gemacht, für die man bezahlen muss, im Puff mit Geld, in der Ehe mit Anpassung, Aufopferung, Selbstverleugnung und Verrat am eigenen Herzen. Von diesem Theater der Unliebe haben vor allem die Frauen langsam genug. Seit Jahrzehnten sind immer mehr von ihnen im Aufbruch, im Aufbegehren, in der Verweigerung und auf der Suche nach einem anderen Leben. Inzwischen beginnen aber auch mehr und mehr Männer, ihnen zu folgen. Viele Frauen glauben, die Männer müssten sich ändern, damit sie sie lieben können, doch mit diesem Glauben machen sie sich weiterhin zum Opfer jener liebesunfähigen Männer.

Es geht in der Liebe weniger um die Veränderung des eigenen Verhaltens, sondern eher darum, zu erkennen, wer wir sind und wozu das Leben da ist. Es geht darum, uns über unser Herz wieder daran zu erinnern, dass die Liebe immer da war, mitten in uns und um uns herum. Die wahre Natur des Menschen ist Liebe. Dieses Wissen ist im Herzen eines jeden Menschen gespeichert, und in diesen Jahren erinnern sich immer mehr Menschen – Frauen und Männer – an diese Wahrheit, an ihre göttliche Liebesnatur. Die Erinnerung an das Wissen, dass wir alle Liebe sind und dass die Liebe die größte Macht im Himmel und auf Erden ist, wird diese Welt radikal verändern. Und diese Veränderungen sind bereits im Gange. Was nicht mit der Liebe in Harmonie ist, hat auf dem Planeten Erde das Zeitliche bereits gesegnet. Die Krise, die wir zurzeit in der Wirtschaft wahrnehmen, ist keine Krise des Kapitalismus, sondern eine Krise der ganzen Menschheit, die etwas Neues gebären wird. Sie zeigt an, dass alte Strukturen, die nicht von der Liebe getragen wurden – ob in Ländern, Firmen, Organisationen oder Familien – von der Bildfläche verschwinden werden. Und für Paare gilt: Sie können ihre Hochzeit noch so pompös in Szene setzen, mit weißer Kutsche und Party auf den Balearen – ohne die wahre Liebe liegt diese Ehe in Scherben, bevor sie überhaupt begonnen hat.

Wir Menschen haben über lange Zeit vergessen, woher wir kommen und wozu wir auf Mutter Erde sind. Wir haben vergessen, dass wir mächtige Wesen sind, ausgestattet mit unendlicher Schöpferkraft und einem Herzen, das nichts will, als zu lieben. Diese Schöpferkraft setzen wir jeden Tag ein, allerdings ohne das wache Bewusstsein eines Schöpfers und ohne die bewusste Liebe zur Erde, zu Gott und der Menschheit. Auf diese Weise sorgen wir immer wieder dafür, dass wir die Erfahrungen eines Opfers machen. Über den meisten Lebensläufen müsste stehen: Sie wissen nicht, was sie tun. Auf unbewusste Weise erschaffen wir eine Lebenswirklichkeit in materiellem Wohlstand, aber mit nur wenig Freude und Begeisterung am Leben. Wir erzeugen Leiden – in unseren Körpern wie in unserer Psyche, in unseren Firmen wie in unseren Beziehungen. Warum? Weil wir all dies ohne die Liebe tun und weil wir aus der Verbindung zu Gott und zur Erde gefallen sind. Wir haben vergessen, dass wir von Gott kommen, um die Liebe auf die Erde zu bringen. Dies war und ist der Auftrag des Menschen.

Mann und Frau sind Ausdruck von Gott/Göttin, dem männlichen und dem weiblichen Aspekt Gottes. Obwohl Gott eins ist und nicht trennbar, drückt er sich in seinen Schöpfungen auf vielfältige Weise aus und erfährt sich zugleich durch sie. Dies war früheren Generationen der Menschheit bewusster als uns. Mann und Frau sind gekommen, um die Liebe auf die Erde zu bringen, um die Liebe zu verkörpern, die sie von Natur aus sind. Dies ist ihr göttlicher Auftrag, den sie lange vergessen haben. Nun ist die Zeit gekommen, sich wieder daran zu erinnern.

Wir haben das Leben auf Mutter Erde in einem herrlichen Körper geschenkt bekommen, um mit ihm, mit unserem Geist und mit unserem Herzen zu lieben. Aber die Lust am Leben ist vielen ebenso abhandengekommen wie die Lust am Lieben. Wir haben das Leben zu einer anstrengenden und leidvollen Angelegenheit gemacht. Die wenigsten Menschen wachen morgens auf mit einer unbändigen Lust zu leben. Ihr Denken ist geprägt von »müssen, sollen, nicht dürfen, brauchen« usw. Wir verurteilen das Leben als ungerecht, hart, schwer und leidvoll, weil wir und Generationen vor uns es so erfahren haben. Und uns selbst haben wir entwürdigt und in Kleinheit und Minderwertigkeit hinuntergedacht. Für diese Schöpfung übernehmen bisher erst wenige Menschen ihre Verantwortung als Schöpfer. Jetzt ist die Zeit gekommen, um aus diesen »alten Schuhen« auszusteigen und die leiderzeugenden Lebensformen so vieler Menschheitsgenerationen hinter uns zu lassen.

Die Menschheit steht – zusammen mit Mutter Erde – vor einem großen Sprung aus einer langen dunklen Nacht in das Licht, aus Äonen der Unliebe in die Liebe, aus dem Vergessen in das Erinnern, woher sie kommt, wer sie ist und was sie hier will. Und wir alle sind dabei.

Ich möchte Sie – ganz gleich wie alt Sie heute sind – ermutigen, Ihr Leben mit Liebe und Lust zu füllen, indem Sie begreifen, dass Sie das Herrlichste und Wunderschönste sind, was Gott je erschaffen hat und dass er sich durch Sie in Lust und Liebe erfahren will. In Mann und Frau begegnet Gott sich selbst als Gott und Göttin scheinbar getrennt, um mit sich selbst zu tanzen und sich selbst und das Leben zu feiern. In den Ohren mancher mag dies wie ein spirituelles Märchen klingen. Aber sie werden sich die Augen reiben, wenn sie sehen, wie schnell Menschen aufwachen und ein neues Leben beginnen, weil sie plötzlich etwas Wesentliches verstanden haben. Ich habe dies bereits hundertfach erlebt und bin voller Freude und Zuversicht. Wenn Hunderte dies können, können es auch Hunderttausende und Millionen.

Die erste Lektion der Liebe1

»Die erste Lektion der Liebe besteht darin, nicht um Liebe zu bitten, sondern nur zu geben. Werdet zu einem Gebenden. Die Menschen machen aber genau das Gegenteil. Selbst wenn sie geben, tun sie es mit dem Hintergedanken, Liebe zurückzubekommen. Es ist ein Tauschhandel. Sie verströmen sich nicht, sie verschenken sich nicht freigiebig. Sie teilen aus, aber nicht vorbehaltlos. Aus dem Augenwinkel beobachten sie, ob es erwidert wird oder nicht. Arme Leute … sie haben keine Ahnung von dem Naturgesetz der Liebe. Wer Liebe verströmt, zu dem wird sie zurückkommen.

Und wenn sie nicht kommt, macht euch keine Sorgen. Ein Liebender weiß, dass Lieben glücklich macht. Wenn es erwidert wird – gut, dann vervielfacht sich das Glück. Doch selbst wenn es nicht erwidert wird, macht der Akt des Liebens euch so glücklich und ekstatisch – wen kümmert es da, ob die Liebe erwidert wird?

Die Liebe hat ihre eigene, ihr innewohnende Glückseligkeit. Sie stellt sich ein, wenn man liebt. Man braucht nicht auf das Ergebnis zu warten. Fangt einfach an zu lieben, und allmählich werdet ihr sehen, wie viel Liebe zu euch zurückkommt. Man kann nur erleben und erfahren, was Liebe ist, indem man liebt. Genau wie man schwimmen lernt, indem man schwimmt, so lernt man lieben, indem man liebt.

Aber die Menschen sind sehr knausrig. Sie warten auf die große Liebe – dann, ja dann werden sie lieben! Sie bleiben verschlossen und in sich gekehrt. Und sie warten. Irgendwann, irgendwo wird ihre Kleopatra auftauchen, und dann werden sie ihr Herz öffnen. Aber bis es so weit ist, haben sie völlig verlernt, ihr Herz zu öffnen.

Lasst keine Gelegenheit vorbeigehen, um zu lieben! Selbst auf der Straße, im Vorbeigehen, kann man liebevoll sein. Selbst zu einem Bettler kann man liebevoll sein. Es ist nicht nötig, ihm etwas zu geben, aber lächeln kann man. Es kostet nichts. Doch euer Lächeln öffnet euer Herz; es bringt Leben in euer Herz. Nehmt jemanden bei der Hand – einen Freund, einen Fremden. Wartet nicht, bis erst der Richtige kommt, den ihr lieben könnt. So wird der Richtige nie kommen. Liebt einfach. Und je mehr ihr liebt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Richtige zu euch findet, weil euer Herz anfängt zu blühen. Ein Herz in voller Blüte lockt viele Bienen an, viele Liebende.«

Osho2

Kapitel 2

Die Vertreibung aus dem Paradies

Alle Menschen sehnen sich danach, geliebt zu werden. Wir sehnen uns nach Wärme, Geborgenheit, Anerkennung, Bestätigung, Schutz, materieller Sicherheit, nach einem guten Lebensgefühl und nach befriedigenden oder gar beglückenden sexuellen Erfahrungen. Kurz: Wir sehnen uns danach, glücklich zu sein. Und all das soll uns vor allem unsere Beziehung, unsere Partnerschaft oder Ehe bringen – die Beziehung als Lieferant für Glück.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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