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Gesellschaften sind heute von funktionaler Ausdifferenzierung, Individualisierung und Pluralisierung gekennzeichnet. Dies lässt die Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt virulent werden. Die Politik sucht nach Wegen, mit dieser Vielfalt umzugehen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Davon zeugen Debatten über Bildungspolitik, Sprachkurse und Leitkultur, Runde Tische oder Islamkonferenzen. Die Politische Philosophie hat in den vergangenen Jahrzehnten darauf aufmerksam gemacht, dass der Umgang mit Pluralität einer differenzierten und multiperspektivischen Diskussion im Lichte der vielfältigen Parameter von gesellschaftlicher Vielfalt bedarf. Was also hält Gesellschaften überhaupt (noch) zusammen? Und wie gelingt der Umgang mit legitimer Pluralität? Der Band versammelt Beiträge aus der Philosophie und aus den Sozial- und Kulturwissenschaften, die aus ihren jeweiligen Perspektiven Antwortvorschläge formulieren.
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Seitenzahl: 232
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Gesellschaften sind heute von funktionaler Ausdifferenzierung, Individualisierung und Pluralisierung gekennzeichnet. Dies lässt die Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt virulent werden. Die Politik sucht nach Wegen, mit dieser Vielfalt umzugehen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Davon zeugen Debatten über Bildungspolitik, Sprachkurse und Leitkultur, Runde Tische oder Islamkonferenzen. Die Politische Philosophie hat in den vergangenen Jahrzehnten darauf aufmerksam gemacht, dass der Umgang mit Pluralität einer differenzierten und multiperspektivischen Diskussion im Lichte der vielfältigen Parameter von gesellschaftlicher Vielfalt bedarf. Was also hält Gesellschaften überhaupt (noch) zusammen? Und wie gelingt der Umgang mit legitimer Pluralität? Der Band versammelt Beiträge aus der Philosophie und aus den Sozial- und Kulturwissenschaften, die aus ihren jeweiligen Perspektiven Antwortvorschläge formulieren.
Prof. Dr. Michael Reder und Mara-Daria Cojocaru M.A. lehren an der Hochschule für Philosophie München. Hanna Pfeifer M.A. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Magdeburg.
Michael Reder Hanna Pfeifer Mara-Daria Cojocaru (Hrsg.)
Was hält Gesellschaften zusammen?
Der gefährdete Umgang mit Pluralität
Mit Beiträgen von Aleida Assmann, Michael Bordt, Armin Nassehi, Hanna Pfeifer, Christoph Schumann, Andreas Trampota, Hans van Ess und Christoph Weller
Verlag W. Kohlhammer
Alle Rechte vorbehalten © 2013 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany
Print: 978-3-17-022964-8
E-Book-Formate
pdf:
978-3-17-026418-2
epub:
978-3-17-027168-5
mobi:
978-3-17-027169-2
Michael Reder/Hanna Pfeifer/Mara-Daria CojocaruWas hält Gesellschaften zusammen? Eine Einführung
Armin NassehiInklusion, Exklusion, Zusammenhalt. Soziologische Perspektiven auf eine allzu erwartbare Diagnose
Christoph WellerKonflikte in der pluralisierten Gesellschaft. Oder: Integration durch Konfliktbearbeitung
Hans van EssKonfuzianismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt?
Christoph SchumannDie politische Artikulation der Gesellschaft. Politische Ordnung und Revolte in der Arabischen Welt
Aleida AssmannDie trennende und verbindende Kraft von Erinnerungen in Europa
Michael Bordt SJDie Priorität des Wollens vor dem Sollen
Andreas TrampotaDas Verhältnis von Werten und Normen im interkulturellen ethischen Diskurs
Hanna PfeiferGefährdete Pluralität und Kandidaten für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Autor/-innen und Herausgeber/-innen
Michael Reder, Hanna Pfeifer, Mara-Daria Cojocaru
Die Frage nach gesellschaftlichem Zusammenhalt ist eine zentrale Frage moderner Gesellschaften – gerade und vor allem, weil diese zunehmend heterogener werden. Moderne Gesellschaften sind heute durch eine enorme Pluralität gekennzeichnet: Es existieren eine Vielzahl von Meinungen, Wertvorstellungen, kulturellen Traditionen und Weltanschauungen, die das Zusammenleben prägen. Es gibt Mozart- und Lady Gaga-Fans, Veganer und Fleischesser, Neokonservative und Ökobewegte, Progressive und Fortschrittsskeptiker, und es gibt Muslime, Katholiken und Esoteriker. Alle sind gleichermaßen Teil der Gesellschaft, wobei die Vielfalt entsprechend dem Land beziehungsweise dem kulturellem Kontext unterschiedlich ausfällt. Diese Pluralität ist dabei gesellschaftstheoretisch auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt, sie kennzeichnet sowohl die privaten Lebenswelten als auch den öffentlichen, kulturellen oder politischen Raum.
Angesicht dieser großen Vielfalt wird seit einigen Jahren wieder intensiv die Frage nach dem gesellschaftlichen Zusammenhalt gestellt (Heitmeyer 1997; Bedford-Strohm 1999). Es geht darum, wie mit der komplexen Pluralität umgegangen werden soll und was Aspekte eines gesellschaftlichen Zusammenhaltes heute sein können. Diese Debatten führen in den Kern der Frage nach der Demokratie, denn letztlich versuchen westliche Gesellschaften mit der Demokratie als politischer Form einen angemessenen Umgang mit Pluralität herzustellen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist deshalb nicht ein Wert per se, kein normatives Leitbild, sondern er kann erst vor dem Hintergrund seiner Einbettung in demokratischen Institutionen angemessen analysiert und bewertet werden.
„Gesellschaftlicher Zusammenhalt alleine ist kein Wert an sich. Auch eine Diktatur kann geprägt sein durch gesellschaftlichen Zusammenhalt. Erst wenn es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der freiheitlichen Demokratie geht, werden Werte angesprochen, zu denen wir uns bekennen: Freiheit, Menschenrechte, Toleranz.“ (Krüger 2009: 329)
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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