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Wolfgang Tribukait, geboren 1932 in Ostpreußen, unterrichtete jahrzehntelang Englisch, Französisch, Deutsch und Geschichte am Wirtschaftsgymnasium Villingen. Reisen führten ihn in viele europäische Länder und nach USA. Für den Schwarzwälder Boten schrieb er zahlreiche Berichte über Gastspiele am Villingen Theater, Ortsbeschreibungen für den Almanach des Kreises Schwarzwald-Baar. Freude am Umgang mit Sprache und Gedanken ließ ihn Texte und Gedichte über Begebenheiten seines Alltags verfassen, selbstkritisch und kritisch auch gegenüber seiner Umgebung.
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Seitenzahl: 126
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Für Anregungen zur Verbesserung der Texte danke ich meiner Frau und der Redaktion der Seniorenzeitschrift „Eule“ an der PH Freiburg i. Br.; für Satz und Umbruch meinem Schwiegersohn Hanno Schreiber.
Copyright by Wolfgang Tribukait
Wolfgang Tribukait, geboren 1932 in Ostpreußen, unterrichtete jahrzehntelang Englisch, Französisch, Deutsch und Geschichte am Wirtschaftsgymnasium Villingen. Reisen führten ihn in viele europäische Länder und nach USA. Für den Schwarzwälder Boten schrieb er zahlreiche Berichte über Gastspiele am Villingen Theater, Ortsbeschreibungen für den Almanach des Kreises Schwarzwald-Baar. Freude am Umgang mit Sprache und Gedanken ließ ihn Texte und Gedichte über Begebenheiten seines Alltags verfassen, selbstkritisch und kritisch auch gegenüber seiner Umgebung.
Weitere Veröffentlichungen von Wolfgang Tribukait:
Aus der Mitte gerückt
Geschichten unserer Zeit (2004)
BoD: ISBN 3-8334-1065-5
Gedankenspiele und Holzphantasien
Gedichte und Holzfiguren (2006)
BoD: ISBN 9-783741-23805-5
Im Lauf der Jahre
Berichte und Geschichten (2008)
BoD: ISBN-13: 978-3-8370-7016-3
Gedichte und Texte
Eigenverlag (2013)
Brüche
(Autobiographie)
Eigenverlag (2011)
Altersstufen
Weite Reise
Einsam
Aufstieg
Goldene Taler
Karriere
Tüchtig tüchtig
Promotion
Der Stuhl
Das Amt
Ein beliebter Mitarbeiter
Der Kritiker
Scrabble
Bescheidung
Selbstwertgefühl
Frühling 2016
Liebe
Der Eichelhäher und die Rose
Nach fünfzig Jahren
Passion
Speck
Duell
Die Baumfee
Aus einem Stamm
Überraschungen
Mahlzeit
Ein neues Labor
Beim Hundebaum
Die Pistole
Bußgeldbescheid
Der Badeanzug
Des Kaisers neue Kleider
Das Wappen
Reisen
Aufbruch
Wales 1961
Abgefahren
Zu spät!
Frühlingsreise
Verirrt
Königsberg – Kaliningrad
Reise im Alter
Im Nebel
Märchen
Eulenblick
Der Elch mit den goldenen Hufen
Die Elster und der Ring
Ein Flügelfuchs
Zauberer und Hexe
Der Zauberspiegel
Verzaubert
Drachen
Im Museum
Wirtshaus „zum Engel“
Die Truhe
Die Halsgeige
Des Magiers Fluch
Eine Hexe?
Ein Stein
Ein Kindlein in der Wiege lag
ward gut umsorgt von Tag zu Tag.
Doch mit der Pflege hieß es auch,
zu denken hat‘s nach altem Brauch.
Es ward geprägt von alten Lehren
auch wenn das Denken die erschweren.
Der Pfarrer sagt: „S‘gehört dem Herrn!“
Doch forscht das Kind auch selber gern.
Als junger Mensch braucht man viel Zeit
sucht Klarheit man im Widerstreit
von Religionen, Dichtern, Denkern
und selbsternannten Meinungslenkern.
Vielleicht wird einst, nach langen Mühen,
man deren Drängen sich entziehen
und eigene Gedanken finden,
sich frei an solche Werte binden
die sich geprüft als echt erweisen,
beständig auch auf weiten Reisen
des Geists zu Menschen, Orten, Zeiten -
Werte, die einen Menschen leiten.
Törichten Moden nicht zu trauen,
ihre Versprechen zu durchschauen,
das Echte von dem Falschen trennen
und mutig es beim Namen nennen -
das kostet mühevolle Jahre
und kämpfend kriegt man graue Haare.
Nach langem Streiten steht man dann
im Sturm geprüft frei seinen Mann.
Man kennt die Grenzen seiner Kraft,
weiß, was mit Umsicht man geschafft
und was zu schaffen uns versagt.
Ein Mann steht dennoch unverzagt;
nachdenklich spricht er vor sich hin:
„Weiß ich nun wirklich, wer ich bin?“
Für das Vollbringen mancher Tat
wird man gerühmt in diesem Staat.
Da gibt es Orden, Ehrenzeichen;
den Großen darf die Hand man reichen;
wird selbst vielleicht ein großes Tier
und man bedankt sich hübsch dafür.
Und die, denen das nicht beschieden,
die müssen machen ihren Frieden
mit ihrem recht bescheid‘nen Los -
denn wären sie auch gerne groß,
sie sind nun mal und bleiben klein
und leider kann‘s nicht anders sein.
Und aller Aufwand höh‘ren Strebens
bleibt für den kleinen Mann vergebens.
Er muss sich trösten mit‘nem Bier -
er ist nun mal kein großes Tier.
Frei von Hunger, Durst und Liebe
spielen Gedanken
göttergleich
in erhabenen Höhen
mit Formeln der Reinheit
mathematischen Geistes.
Gebunden sind sie
an Gesetze der Logik
in eisiger Klarheit
ohne Gefühle.
Irdische Menschen
streben verblendet
Maschinen zu schaffen
die, göttergleich,
mehr sind als Menschen.
Spiel mit dem Feuer!
Statt zu verbrennen
lebe ich lieber mit Schwächen
unvollkommen und sterblich.
Es lebt ein kleiner Mann im Land
war allen Leuten unbekannt,
nährt mühsam sich und seine Frau
erbost über den Chef sich blau.
Doch eines Tags beschließt der Mann:
„Jetzt stell‘ ich was Besondres an -
denn wer mit was Besondrem strahlt
wird bald mit Ruhm und Geld bezahlt!“
Nur: Was kann das Besondre sein,
das ihm verhilft zu schönem Schein?
Kann er mit ein paar Farbenkleksen
die Kritiker der Kunst behexen?
Oder durch Songs mit schönen Tönen
die Jugend mit der Welt versöhnen?
Er merkt: bei allen solchen Mühen
kann schwerlich er sich selbst entfliehen.
Vielleicht wär‘s leichter, mit den Beinen
der Welt als Fußballstar zu scheinen.
Wer oft genug geschickt trainiert
wird eines Tages aufgespürt -
dann jubeln ihm die Leute zu,
er wird reich und berühmt im Nu.
Tatsächlich! Unser Mann steigt auf,
verändert seinen Lebenslauf,
verdient viel Geld und fühlt sich groß
und Liebe fällt ihm in den Schoß.
Doch ach! Nach wen‘ gen guten Jahren
muss er es an sich selbst erfahren:
Bei manchem großen äuß‘ren Schritt
kommt nicht so recht das Inn‘re mit.
Mal fehlt es ihm an den Manieren;
auch kann er schlecht Gespräche führen.
Er fühlt, wie andre ihn mißachten
und heimlich über ihn gar lachten.
Was tun? Der kleine Mann sieht ein:
der äuß‘re Glanz tut‘s nicht allein.
Noch lange muss er sich bemühen
um in Gesellschaft gleich zu ziehen.
Es muss im Sommer 1938 gewesen sein. Wir wohnten damals in dem kleinen ostpreußischen Städtchen Stallupönen, nahe der litauischen Grenze. Der riesige Marktplatz döste in der Mittagshitze – wie heiß waren dort die Sommer! Auch meine Mutter hielt ihren Mittagsschlaf. Als Fünfjähriger wusste ich: An der einen Ecke des Platzes stand der Karren des Eisverkäufers – so ein kühles süßes Eis wollte ich unbedingt haben. Allein machte ich mich auf den Weg – aber das Eis hätte etwas gekostet. Wie konnte ich das bezahlen? Meine Eltern hatten davon gesprochen, dass mein Vater ein Konto bei der Sparkasse besaß. Dort marschierte ich hin, reckte meine Nase hoch zum Bankschalter und sagte, ich brauchte zwanzig Pfennig, mein Vater, der Apotheker, hätte hier doch Geld.
Die Bankangestellten lachten, sie fragten nach meinem Namen, ließen mich meine Anfangsbuchstaben auf ein Blatt Papier malen und händigten mir zwei Schokoladentaler aus – wie schön glänzte das goldene Stanniolpapier!
Stolz über meinen Erfolg und zuversichtlich ging ich mit diesem Geld in der heißen Kinderfaust los, ein gutes Stück Weg war es zum Eisverkäufer. Heiß brannte die Sonne auf den schattenlosen Platz. Bis ich beim Eiskarren ankam, war die Schokolade zu einer zähflüssigen braunen Masse geschmolzen, die mir die Finger verklebte. Ich reichte dem Mann meine Taler, verlangte ein Eis dafür. Aber der Eisverkäufer schüttelte den Kopf: „Neee, Jungchen, für so‘n Matsch kannste nuscht kriejen, lutsch die Schokolade man selber!“
Mit Tränen der Enttäuschung und Wut stolperte ich heim zu meiner Mutter, berichtete schluchzend von meinem Erlebnis. Meine Mutter nahm mich in den Arm, sie erklärte, aber das tröstete mich nicht. Am Abend erzählte sie meinem Vater die Geschichte, und der lachte.
Es lebt ein armer Knabe
in einem reichen Land;
er schaut auf seine Habe
und prüfte was er fand.
Zu wenig war‘s, er wollte
doch auch geachtet sein.
Es drängte ihn zum Golde,
er trat ins Bankhaus ein.
Die Karriereleiter
die stieg er steil hinauf,
und weiter, immer weiter
trug ihn der Aktienkauf.
Nach wenig Jahren war er
vielfacher Millionär -
in andern Menschen sah er
nur noch ein Lumpenheer.
Mochten sie doch verrecken -
er war jetzt in der Höh‘.
Er braucht sich nicht verstecken,
die Armut war passé.
Doch solche schlimmen Leute
sind Gott sei Dank recht knapp;
macht einer reiche Beute
gibt er doch gern was ab!
Wer lang sich müht mit tücht‘gem Streben
zu ringen um den Stoff zum Leben
der freut sich, wenn er dann und wann
sich bei‘nem Spiel entspannen kann.
Darf er dabei sich gehen lassen?
Braucht er nicht ständig aufzupassen?
Oh doch! Denn auch im leichten Spiel
geht‘s ihm nur um ein andres Ziel.
Zwar sollt‘ das Spiel von Zweck sein frei
doch bleibt‘s nicht immer nur dabei:
Gewinnen will man Geld und Ehren
das Ansehn seiner selbst vermehren.
Für ihn zählt nur der schöne Schein;
den bringt der Sieg von sein‘m Verein.
Und um im Spiel zu triumphieren –
man möchte ja nicht gern verlieren
Strengt er dabei sich mächtig an.
Erholung gibt‘s nicht für den Mann.
Zwar ist auch oft der Zufall wichtig,
macht er was draus, dann ist er tüchtig.
Im Spiel sich‘s zeigt, nimmt man‘s genau
ob er nun dumm ist oder schlau.
Wer endlich mit fast vierzig Jahren
die Doktorehrung hat erfahren,
der darf sich sonnen in dem Glanze
von frisch errungnem Lorbeerkranze.
Doch bald wird aus der neuen Würde
im Alltag eine schwere Bürde:
denn von ihm hofft sich nun ein jeder
ein Schreiben mit gewandter Feder.
Strebt weiter er nach hohem Ziel
braucht er vor allem einen Stil -
nicht den von einem krausen Besen,
sondern von elegantem Wesen.
Ganz ohne Schnörkel, klar und schlicht -
dann wird die Prosa zum Gedicht.
Wie oft hatten wir als Studenten über Philosophie und Wissenschaft diskutiert, mein einstiger Schulfreund und ich! Jetzt, in den sechziger Jahren, verdiente ich als junger Lehrer meinen Lebensunterhalt; er studierte noch immer, nachdem er zwei mal die Fakultät gewechselt hatte. Nach einer praktischen Verwertbarkeit seiner Studien fragte er nicht. Anfangs hatten ihn seine Eltern finanziert, norddeutsche Bauern; jetzt arbeitete er halbtags für Geld. Eine Stelle als Schulfunkredakteur, die ihm angeboten wurde, lehnte er ab – er hatte sich kurz davor einem Büro verpflichtet, es war für ihn ein Ehrenprinzip, sein dort gegebenes Wort zu halten. Er lebte als Privatgelehrter, an soziale Bindungen dachte er nicht.
Er kam zu Besuch nach Villingen. Ich zeigte ihm die Stadt. Man war stolz auf schöne alte Gebäude und Traditionen. Aber in ihr waren damals auch Gedanken über „Rassisch Wertvolles“ und „Entartete Kunst“ noch sehr lebendig. Mein Oberstudiendirektor forderte per Lautsprecherdurchsage die Schüler auf: „Liebe Jungen und Mädchen, besucht fleißig die Gottesdienste; das ist dringend nötig, da wir heute im Abwehrkampf stehen gegen Atheismus, Bolschewismus und ähnliches Untermenschentum“. Frisch von der Universität gekommen, versuchte ich, mit Bemerkungen und in Diskussionen den Schülern Anregungen zu modernerem Denken zu geben; damit stand ich im Kollegium allein, fühlte mich einsam, ein Außenseiter.
Mein Freund interessierte sich kaum für meinen Alltag. Er erzählte über die Gedanken Spinozas, und wie wichtig die für alles weitere neuzeitliche Denken waren. Mein Leben in der Kleinstadt – ja doch, er wünschte mir viel Erfolg dabei. Aber was für ihn zählte, war allein die reine Erkenntnis. Unwiderlegbar seine messerscharfe Logik. Als wir in meiner Wohnung bei Tisch saßen und meine Frau ein gutes Essen auftrug, lobte er das mit wohlgesetzten Worten. Er sprach im knarzigen Tonfall der Leute von der Unterelbe, seine Arme unterstrichen alles mit lebhaften Bewegungen. Meine Kinder saßen dabei, versuchten, von dem Gast beachtet zu werden – der aber dozierte weiter. Meine Frau fragte, ob er denn damit ein Examen ablegen und zu welchem beruflichen Ziel das führen könnte – er wich aus, das würde sich zu gegebener Zeit schon finden. Und gleich war er wieder bei Kants Philosophie. Der große hagere Mann mit dem schütteren Blondhaar sprach voller Eifer, schaukelte mit dem Oberkörper, lehnte sich zurück, rutschte auf dem Stuhl von hinten nach vorne und wieder nach hinten.
Der Stuhl ächzte und knackte bedrohlich – der Philosoph beachtete es nicht. Da plötzlich ein gewaltiger Krach – und der Mann saß zwischen zerbrochenem Holz auf dem Boden. Die Kinder konnten sich nicht halten vor unbändigem Gelächter, meine Frau und ich auch nicht.
Wir nahmen den Kaffee nebenan im Wohnzimmer. Aber danach hatte mein Freund es ziemlich eilig, wieder nach Freiburg zu kommen. Er wollte noch weiter in der Kritik der reinen Vernunft lesen.
„Bi uns singt wi de ollen Lieder, Wi glövt wat in de Bibel stot un wat Martin Luther seggt het – niemodischen Professorenkram, dat is nix für hier!“ Mit diesen Worten fertigten die Kirchenältesten eines ostfriesischen Dorfes den jungen Pfarrer ab, der neu in ihre Gemeinde gekommen war. Der saß da wie versteinert – wofür hatte er jahrelang studiert? Wie hatte er mit sich selbst gerungen, um die alten Glaubenstraditionen, in denen er aufgewachsen war, in Einklang zu bringen mit einem modernen, so ganz anderen Weltbild! Er hatte an den alten Bindungen festhalten wollen, auch wenn ihm das schwer fiel; er hatte seine theologischen Examina gemacht und sich in den Dienst seiner Landeskirche gestellt – und die hatte ihn nach Ostfriesland geschickt, auf das flache Land, wo die Häuser sich unter den Wind ducken, die Menschen viele Kilometer weit zur Arbeit nach Emden fahren und der Schützenverein das geistige Leben bestimmt.
Der junge Pfarrer taufte, traute und beerdigte, wie das von ihm erwartet wurde, er gratulierte Jubilaren zum Geburtstag und trank den guten Ostfriesen-Tee mit einem Wölkchen Sahne – aber er fühlte sich dadurch nicht ausgelastet. Wenn er über das sprach, was ihn bewegte, hörten die Leute ihn schweigend an, konnten und wollten aber keine eigene Meinung dazu haben. Wenn es drauf ankam, galt nach wie vor das Wort der mächtigen Alten.
Sollte er sich damit begnügen, die Bedürfnisse seiner Gemeinde nach Geborgenheit in Tradition und Ritus zu erfüllen? Oder durfte er die Leute mit Fragen belasten, die sie überforderten und auf die er selbst Antworten immer nur suchte? Aber wenn er das nicht tat – verriet er dann nicht den eigentlichen Auftrag seines Amtes? Musste er im inneren Zwiespalt seine täglichen Kompromisse finden, oder wäre es nicht ehrlicher, das Pfarramt mit der Tätigkeit eines Psychotherapeuten zu vertauschen?
Zwei Jahre lang kämpfte der Pfarrer. An seiner Frau hatte er keine Hilfe – die machte den Kindergottesdienst und kam mit dem Dorfleben zurecht, aber für seine Probleme interessierte sie sich nicht. Er bat darum, an einen anderen Ort versetzt zu werden – der Superintendent meinte, der Pfarrer müsse die Wünsche seiner Gemeinde achten und sich anpassen; Traditionalisten seien das Rückgrat der Kirche, auf die könne und wolle man nicht verzichten. Verbittert über seine Obrigkeit, suchte der Pfarrer noch ein weiteres Jahr nach Kompromissen – es befriedigte weder ihn noch seine Gemeinde.
Von einem Studienfreund hörte er, die Bundeswehr suche Heeresgeistliche. War es Flucht, wenn er versuchte, dem Alltag des friesischen Dorfes zu entkommen? War der nicht nur eine Art langsamen geistigen Sterbens? Wie konnte er leben? Er bewarb sich bei der Bundeswehr, durfte sich vorstellen. Ja, sie nahmen ihn. Mit Mühe konnte er sich von der Landeskirche beurlauben lassen, zunächst auf drei Jahre – vielleicht wäre eine Verlängerung möglich.
