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Festschrift für Elisabeth Lukas. Zum 80. Geburtstag von Univ. Prof. h.c. Dr. phil. habil. Elisabeth Lukas im November 2022 ehren 17 Schülerinnen und Schüler mit dieser Festschrift die Jubilarin als Psychotherapeutin und Lehrerin. Die sehr persönlichen Beiträge zeichnen ein lebendiges Bild vom Wirken dieser herausragenden Persönlichkeit. Elisabeth Lukas - Meisterschülerin von Prof. Viktor E. Frankl - hat durch ihre zahlreichen Publikationen, Vorträge und langjährige Tätigkeit als Leiterin des Süddeutschen Instituts für Logotherapie, Fürstenfeldbruck, entscheidend zur Verbreitung, Systematisierung und Entwicklung der originären Logotherapie beigetragen. Autorinnen und Autoren: Alexander Batthyány Claudia E. Enkelmann Kayao Katsuta Gabriele Kieser Maria Marshall Ingeborg Mayr Paul M. Ostberg Klaus Rieß Johanna Schechner Elisabeth Schmitt Heidi Schönfeld Christoph Seidl Svetlana Shtukareva Alexander Vesely Frank Walz Heidemarie Zürner
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Seitenzahl: 133
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Vorwort
„Gott sei Dank haben wir ein gutes Vorbild!“
Von der Besten lernen
Wie ich zur Logotherapie fand – und mich in ihr wiederfand
Ein Vierteljahrhundert mit meiner Meisterin
Wir bilden durch das, was wir sind
A snapshot of meaningful moments with Prof. Dr. Elisabeth Lukas
Die Ausbildung – ein einschneidendes Erlebnis
30 Jahre Begegnungen und eine freundschaftliche Verbindung
Bei-sich-sein als Beim-anderen-sein
„Werte können wir nicht lehren, sie müssen gelebt werden“
Engel-Stunden
„Es geht doch überhaupt nicht um Sie!“
Rendezvous mit dem Leben
Mit grosser Dankbarkeit
Gelebte Logotherapie
Angesprochen und verantwortet – Erinnerung schafft Zukunft!
Nachwort
Dieses erstaunliche Buch zum Jubiläum von Frau Prof. Dr. Elisabeth Lukas ist ein Gewebe aus Erinnerungen, Dankbarkeiten, Gedanken der Menschen, die zu verschiedenen Zeiten Freude und Ehre hatten, Studierende dieser – nach Meinung von Viktor Frankl – bedeutendsten Praktikerin der Logotherapie zu sein. In verschiedenen Jahren und Ländern haben diese Menschen ein großes Geschenk bekommen – das Treffen mit einer hervorragenden Persönlichkeit, echter Humanistin, hochintelligenter Frau, deren persönliche und professionelle Eigenschaften lebendige Logotherapie in der Praxis des menschlichen Seins präsentieren. Jede Geschichte professioneller Ausbildung eines Spezialisten beginnt und endet nicht mit dem Treffen des Studenten mit dem Lehrer, sondern sie entwickelt sich in Studenten der ehemaligen Studenten, in Patienten, Hörern und Lesern weiter. Das, was Elisabeth Lukas ausstrahlt, geht mehrmals in denen auf, die keine Möglichkeit hatten, sich mit ihr persönlich zu treffen, aber sie aus den Büchern, Erzählungen ihrer Studenten kennenzulernen. Manche von diesen Menschen sind selbst anerkannte Professoren und Spezialisten geworden.
Alle haben ein Stück von Elisabeth Lukas in sich, in jedem Treffen ihrer Studenten mit dessen Patienten ist auch sie präsent. Einige von ihren Studenten sind im Bildungs- oder Forschungsbereich tätig, da klingt ihre von Kraft erfüllte Stimme in ihren Reden und Vorlesungen, und in dessen Forschungswerken ist auch ein Teil ihres Werkes da.
In diesem Buch teilen die internationalen Studenten von Frau Prof. Dr. Lukas ihre Erinnerungen mit und erzählen, welchen Einfluss der Unterricht bei ihr und Kommunikation mit ihr auf sie ausgeübt haben, was besonders bedeutend und denkwürdig war. Beim Lesen dieser Geschichten werden Sie die Stimme von Elisabeth Lukas selbst hören, Sie werden sie durch sehr persönliche Erinnerungen anderer Menschen kennenlernen, die das Glück hatten, sie persönlich zu kennen und bei ihr zu lernen.
Und sie werden erfahren, was Logotherapie ist.
Wien, Moskau und Erfurt zum 12. November 2022
Svetlana Shtukareva Alexander Vesely Alexander Batthyány LogotherapieKolleg e.V.
Alexander Batthyány (Wien und Budapest)
Es gibt so viel zu sagen über die Verdienste Elisabeth Lukas’ – über ihre unermüdlichen Bemühungen darum, die Weitergabe und -entwicklung der Logotherapie zu sichern; über die zahllosen Patientinnen und Patienten, denen sie in oft bitterer Not geholfen hat; über die Publikationen und Vorträge; über die Gabe, allgemeinpsychologische Befunde logotherapeutisch zu deuten bzw. in logotherapeutische Zusammenhänge zu stellen. Oder über ihre Fähigkeit, Logotherapie glaubwürdig und verständlich so zu vermitteln, dass der Einzelne ihre Impulse in sein eigenes Leben integrieren kann. Und über ihre Gabe, viele Menschen zu erreichen: Würde man alle jene Menschen, die von Elisabeth Lukas’ Werk und Wirken positiv berührt wurden, versammeln, würden vermutlich sämtliche Wohnstätten einer Großstadt noch nicht ausreichen, um sie alle unterzubringen.
Nur wenige Menschen können auf ein so segensreiches Lebenswerk zurückblicken; und noch weniger sind dabei so bescheiden und menschlich geblieben. Als Schüler von Elisabeth Lukas, ist man daher beinahe verlegen um Worte. Welchen größeren Lohn kann es denn geben für ein solches Lebenswerk als das Geschenk, eben auf ein so wertvolles Lebenswerk zurückblicken zu dürfen? Was ist dem noch hinzuzufügen? Vielleicht nur dies: Ein Wort des Dankes. Und ein Versprechen.
Zunächst zum Dank: Wie viele andere habe ich das Glück gehabt, bei Elisabeth Lukas Logotherapie lernen zu dürfen. Mehr noch hat mich Elisabeth Lukas begleitet auf dem langen Weg vom Lernenden zum Lehrenden der Logotherapie. Das hat eine Vorgeschichte – bereits in der großen schriftlichen Prüfung des dritten Semesters notierte Elisabeth Lukas unter meine Arbeit die Worte: „Sie sollten Logotherapie unterrichten!“ („unterrichten“ zweimal unterstrichen). Ich hatte damals allerdings ernste Zweifel daran, je in der Lage zu sein, Logotherapie zu unterrichten; schließlich hatte ich bis dahin nur wenige Lehrer der Logotherapie erlebt: Viktor Frankl in seinen letzten beiden Vorlesungen an der Universitätsklinik für Psychiatrie in Wien – und eben Elisabeth Lukas. Die Idee, mich selbst als Lehrender jemals in diese Reihe einzugliedern – sie wäre mir selbst in meinen kühnsten Träumen nicht gekommen (sie erscheint mir auch heute noch ziemlich kühn). Ich hoffte viel eher, in der Forschung tätig zu werden und Bücher und wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben und auf diese Weise meinen Beitrag zur Verbreitung der Logotherapie leisten zu können.
Und doch ergab es sich, dass ich nur wenige Jahre darauf die großen Einführungsvorlesungen für die Ideengeschichte der Psychotherapie (mit besonderem Schwerpunkt Logotherapie) an der Universität Wien abhielt – wie gesagt weniger, weil ich danach strebte, als schlicht deswegen, weil ich von der Universität Wien – vom seinerzeitigen Vorstand des Psychologischen Instituts der Universität Wien und dem Doktorvater von Elisabeth Lukas, Giselher Guttmann – bald nach meinem Doktorat gebeten wurde, selbst Vorlesungen zu halten. Ich weiß allerdings bis heute nicht, ob ich diesem Angebot je so bereitwillig zugestimmt hätte, hätte mich meine Lehrerin nicht ein knappes Jahr zuvor dazu ermutigt, selbst Logotherapie zu unterrichten. Dafür, und für alles das, was aus dieser Ermutigung heraus wachsen konnte, bleibt mir nur Dankbarkeit – auch im Namen der vielen Menschen, die seither direkt oder indirekt von den Früchten dieser Arbeit profitieren konnten – gerade da, wo die Not im höchsten ist, zur Zeit vor allem in Russland und der Ukraine bzw. der Kaukasusregion.
Zweitens ein Dank für die Art und Weise, wie Elisabeth Lukas ihre Aufgabe als Lehrerin verstanden und vorgelebt hat. Von denjenigen, die seinerzeit in meinem Logotherapiekurs bei Elisabeth Lukas gesessen sind, haben später selbst einige zu unterrichten begonnen, darunter auch die kürzlich verstorbene Cvijeta Pahljina. Wir beide haben die Stufen vom lernenden zum ausgebildeten und schließlich zum lehrenden Logotherapeuten nahezu parallel erklommen – und wir beide haben einander auf diesem Weg sehr unterstützt und ermutigt.
Vor einigen Jahren besuchte ich Cvijeta in ihrem Dorf in Slowenien. Es war unser letztes Zusammentreffen. Wir saßen bei einem Café am Marktplatz und dachten über den gemeinsamen Weg nach, den wir bis dahin zurückgelegt hatten. Über die Ausbildungswochenenden in Fürstenfeldbruck; über die Freundschaften, die sich während dieser Wochenenden gebildet und bis zum heutigen Tage gehalten haben; über ehemalige Weg-gefährten, die sich später für einen ganz anderen Weg entschieden haben; über Herrn Lukas, der über all die Jahre ein treuer und freundlicher Begleiter war. Und über die Chancen und auch die Fallstricke, die einem auf dem Weg zum Lehrenden begegnen – der gefährlichste unter ihnen wohl ein Mangel an Bescheidenheit. Cvijeta sagte damals einen Satz, über den ich seither oft nachdenken musste: „Gott sei Dank haben wir ein gutes Vorbild!“ Das haben wir in der Tat, und das ist keineswegs selbstverständlich. Als Leiter des Viktor Frankl Instituts ist es meine Aufgabe, regelmäßig Logotherapie-Institute rund um die Welt zu besuchen – und wie oft sehe ich dabei, dass die Rolle des Lehrenden bei weitem nicht immer so bescheiden, freundlich, zurückhaltend und authentisch gelebt wird, wie wir es am Vorbild unserer Lehrerin erlebt haben und erleben.
Mit David Guttmann, unserem meines Wissens nach ältesten aktiven Kollegen aus Haifa, saß ich einmal nach dem zweiten Weltkongress in Wien zusammen. Wir hatten uns an einen ruhigen Platz im Campus der Universität Wien zurückgezogen und ließen den Tag Revue passieren. Irgendwann sagte ich zu David: „Wäre unser Leben in der Logotherapie nicht um ein Vielfaches einfacher, wenn auch die Lehrer in der Logotherapie sich selbst nicht immer ganz so ernst nehmen und sich damit begnügen würden, auch einfach nur Menschen zu sein?“. David antwortete mir, dass es „nur Mensch sein“ gar nicht gäbe; vielmehr gelte es im Judentum als eines der größten Anerkennungsworte, wenn man von jemandem sagen könne, er sei ein Mensch GEWORDEN. Uns Schülerinnen und Schülern von Elisabeth Lukas ist diese Einsicht vorgelebt worden; sie ist neben all der fachlichen Expertise, die wir während unserer Ausbildung erworben haben, wohl eine der wichtigsten Lektionen für unsere persönliche Charakterbildung.
Ich werde etwa nie vergessen, wie wir Elisabeth Lukas beim dritten Weltkongress in Wien eine Ehrenprofessur des Moskauer Universitätsinstituts für Psychoanalyse verliehen haben. Herrn Lukas ging es damals gesundheitlich bereits nicht gut, und es blieb bis zuletzt die Frage offen, ob er an dieser Ehrung würde teilnehmen können. Als mir wenige Tage vor der Ehrung Elisabeth Lukas mitteilte, dass seine Teilnahme immer unwahrscheinlicher würde, entschloss ich mich kurzerhand, ihm eine eigene Ehrenplakette anfertigen zu lassen – als Dank im Namen der Kursteilnehmenden in Fürstenfeldbruck für die stets freundliche Begleitung und Unterstützung: Herr Lukas war ja tatsächlich immer für uns da. Und mit ihm konnte man wirklich alles besprechen – welche Bücher oder Vortragskassetten zum jeweiligen Kurswochenende passten, oder auch, wie man am besten seine Heimreise plante. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er mir anhand der Landkarte – er war ja eigentlich Pilot und damit ganz in seinem Element – ein für alle Mal die oft diskutierte Frage klärte, warum der kürzeste Weg von Fürstenfeldbruck nach Wien eben nicht über Passau, sondern über Salzburg führte. Die Ehrenplakette wurde am Morgen der Verleihung der Ehrenprofessur fertig – der Graveur war sogar extra für uns eine halbe Stunde vor der eigentlichen Öffnungszeit in sein Geschäft gekommen, damit ich sie rechtzeitig abholen konnte. Und so konnte ich, nachdem die feierliche Verleihung des Ehrendoktorats abgeschlossen war, noch einmal zum Mikrofon gehen und mich im Namen der Kongress-, vor allem aber im Namen der Kursteilnehmenden bei Gerhard Lukas bedanken und Elisabeth Lukas an seiner statt die Ehrenplakette überreichen. Elisabeth Lukas kam sichtlich gerührt zurück zum Podium und sagte mir leise (unter dem Applaus des Publikums): „Damit machen Sie mir eine größere Freude als mit der Ehrenprofessur. Danke!“. Tatsächlich – David Guttmann hatte Recht: „Nur Mensch“ gibt es nicht. Für Ihr Vorbildsein danke ich Ihnen.
So viele Gründe zur Dankbarkeit. Aber ich schrieb auch von einem Versprechen: Sie haben uns Schülerinnen und Schülern einen Großteil Ihrer Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt; Sie haben wesentlich dazu beigetragen, dass es heute eine Generation gut ausgebildeter Logotherapeutinnen und Logotherapeuten gibt, die nicht nur fachliche Expertise, sondern auch menschliche Größe von Ihnen gelernt haben. Unausgesprochen ist damit die Verpflichtung zur Weitergabe dessen, wofür Sie sich so eingesetzt haben und das Versprechen, diesem Auftrag glaubwürdig treu zu bleiben.
Danke.
Erinnerungen an die Mutter der Logotherapie
Claudia E. Enkelmann (Königstein/Taunus)
Im Dezember 1990 flog ich mit meinem Vater Nikolaus B. Enkelmann nach Los Angeles, um an der Konferenz Evolution of Psychotherapy teilzunehmen. Über 3.000 Psychologen und Psychotherapeuten aus aller Welt wollten von den bedeutendsten Therapeuten lernen. Die Reihe der Vortragenden umfasste große Namen wie Paul Watzlawick, Aaron Beck, Albert Ellis und natürlich Viktor E. Frankl.
Ich war damals gerade 22 Jahre alt und im ersten Semester meines Psychologiestudiums. Einen Rat hatte mir mein Vater schon früh mit auf den Weg geben: „Lerne nur von den Besten.“ Aufgeregt lauschte ich den Worten dieser berühmten Männer, und wir waren sehr glücklich, als uns Viktor Frankl zu einem Gespräch in sein Hotelzimmer einlud. Es war eine unvergessliche Stunde mit diesem großen Mann; ich war überwältigt, dass er nicht nur mit meinem Vater sprach, sondern sich auch für mich interessierte. Als wir uns verabschiedeten, sagte er zu mir: „Wenn Sie nach Ihrem Studium die Logotherapie erlernen wollen, dann gibt es niemand Besseren als Elisabeth Lukas. Sie ist meine beste Schülerin.“
Und genau so geschah es: 1997 meldete ich mich direkt nach dem Studium zur Logotherapie-Ausbildung in Fürstenfeldbruck an. Herzlich wurden wir neuen Studentinnen und Studenten in den Räumlichkeiten des Instituts von Elisabeth Lukas und ihrem Mann Gerhard willkommen geheißen. Elisabeth Lukas hat mich vom ersten Augenblick an fasziniert. Diese kleine, zarte Frau wirkte so klar, so aufgeräumt, und das zeigte sich sowohl in ihrem Lehrplan wie auch in ihrem Aussehen. Sanft und doch wortgewaltig verstand sie es, Licht ins Dunkel zu bringen.
Mit Erschrecken musste ich feststellen, wie wenig ich doch in sieben Jahren Psychologiestudium an der Universität gelernt hatte. Da stand eine Frau, die mir eine ganz neue Welt eröffnete. Geduldig erklärte sie uns die Natur des Menschen und die Grundlagen von Neurosen und sie schilderte in lebhaften Bildern, wie das Erleben von Sinnhaftigkeit den Patienten ganz neue Wege eröffnete. Besonders beeindruckend fand ich diese Mischung aus Empathie und Ermutigung. Nie stellte sie sich selbst in den Mittelpunkt. Ihre Ausführungen wirkten so leicht und beschwingt. Da war nichts von Anstrengung, sondern jedes Wort brachte die Lehre auf den Punkt und erhellte unsere Sicht. Die Stunden mit ihr vergingen wie im Flug.
In den folgenden Jahren habe ich aus der Ferne verfolgt, wie Elisabeth Lukas ihr neues Leben in Österreich aufbaute und ihrer Leidenschaft für das Klavierspielen nachging. Jedes ihrer Bücher habe ich immer sofort bestellt und ihre unglaubliche Schaffenskraft inspiriert mich bis heute immer wieder aufs Neue.
Als es darum ging, wer 2018 mit dem Inspirational Life Award ausgezeichnet werden sollte, habe ich mit großer Überzeugung Elisabeth Lukas nominiert. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich ihr diese Auszeichnung persönlich überreichen durfte. Die Rede, die sie anschließend an die rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung richtete, war atemberaubend. Ein Gänsehautmoment, den man niemals vergisst. Einer zierlichen Dame mit Mitte 70 gelang es, innerhalb von Minuten ein Publikum von gestandenen Geschäftsleuten zu verzaubern. Menschen, die bisher nicht mit dem Gedankengut Frankls und der Logotherapie vertraut waren. In diesen 53 Minuten verschenkte sie ihre große Lebensweite und weckte in uns Zuhörern die Hoffnung auf Sinn und den Mut, die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Als sie die Bühne verließ, standen vielen die Tränen in den Augen.
Elisabeth Lukas versteht es, mit leisen Tönen große Wahrheiten begreifbar zu machen. Ihr Lebenswerk ist einzigartig und als „Mutter der Logotherapie“ hat sie Unglaubliches geleistet. Inzwischen wird weltweit die Positive Psychologie gefeiert. Doch man sollte nicht versäumen, klarzustellen, dass die Positive Psychologie und ihre Vertreter ihre Wurzeln in der Logotherapie haben. Elisabeth Lukas hat den Weg zu dieser Entwicklung geebnet.
Menschen brauchen Hoffnung und ein positives Bild von ihrer Zukunft. Menschen brauchen Sinn und Menschen, die ihnen Mut zu machen, diesen Weg zu gehen. Elisabeth Lukas hat dies mit Bravour umgesetzt. Sie ist ein wundervolles Vorbild. Es war mir eine große Ehre, von dieser so außergewöhnlichen Persönlichkeit lernen zu dürfen.
Postskriptum: Es war richtig, auf den Rat meines Vaters zu hören und nur von den Besten zu lernen. Elisabeth Lukas ist die Beste!
Schülerin von Frau Dr. Lukas (2000 bis 2003)
Eigentlich…
Eigentlich wollte ich nur die Elternpause füllen…
Eigentlich wollte ich lieber wieder als Lehrerin arbeiten…
Eigentlich war ich unzufrieden…
…doch dann kam alles anders!
Nachdem mein Mann – anders als gemeinsam geplant – beruflich nicht kürzertreten konnte, entschloss ich mich, eine Berufspause einzulegen. Das war zu dieser Zeit für Eltern mit schulpflichtigen Kindern noch leicht möglich – auch wenn ich es nicht unbedingt wollte. Doch die äußeren Bedingungen erforderten es: Verantwortung im Beruf und in der Familie ist eine doppelte Aufgabe, die viel Energie und Zurückstecken erfordert – auch wenn man beides sehr gerne macht, doch es auch schnell zuviel wird.
Frei nach dem Homöostaseprinzip meinte ich, in der Berufspause ein Gleichgewicht herstellen zu müssen, etwas tun zu müssen, damit meine Zeit wieder gefüllt ist. Ich war auf der Suche danach, mein stabiles inneres Milieu zu erhalten und einem möglichen zu erwartendem Ungleichgewicht zuvorzukommen. Denn die Kinder waren inzwischen schulisch eingebunden, mein Mann war sehr beschäftigt, und nur zu Hause zu sein war für mich damals nicht vorstellbar, d. h. ich stellte es mir nicht zufriedenstellend vor.
Mein Leben war nun entspannter, aber nicht mehr spannend genug.
