Was wir zu sagen haben -  - E-Book

Was wir zu sagen haben E-Book

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Beschreibung

Diese Arbeitsanthologie zweisprachig Deutsch-Spanisch ist im Vorfeld zur XX. Cita de la Poesia - der Dichterbegegnung Lateinamerika – Spanien - Deutschland erarbeitet worden und soll eine Fortsetzung erfahren mit den Ergebnissen der Werkstätten dieser Dichterbegegnung.

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Seitenzahl: 75

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Danke

allen Förderern und Unterstützerndieser Anthologie,

insbesondere dem Stadtbezirksamt Treptow-Köpenick

Dipl.-Phil. Gotthardt Schön (Institut für Romanistik der Humboldt-Universität)

Prof. Dr. Carsten Sinner (Institut für angewandte Linguistik und

Translatologie der Universität Leipzig)

den KollegInnen des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums und des

CMS der Humboldt-Universität zu Berlin

Michael Manzek für das Layout

Stefan Klausewitz für die Einbandgestaltung

und meiner lieben Marina für ihre Geduld und Korrekturen

sowie allen fleißigen studentischen Übersetzerinnen

Jürgen Polinske

Was wir zu sagen haben

Lo que tenemos que decir

Band 1 - eine Arbeitsanthologie –

auf Deutsch und Spanisch

für die XX. Cita de la Poesia

der Dichterbegegnung

Spanien – Lateinamerika – Deutschland

vom 25. Mai bis zum 29. Mai 2016 in Berlin

Band 2 – Änderungen nach den Werkstattterminen der

XX. Cita de la Poesia

Zusammengestellt und herausgegeben: Jürgen Polinske

aus Arbeiten der Lyrikgemeinschaften:

Köpenicker Lyrikseminar/Lesebühne der Kulturen

unter der Leitung von Ulrich Grasnick

Friedrichshainer Autorenkreis

(ehemals Zirkel des „Neuen Deutschland“

unter der Leitung von Klaus-Dieter Schönewerk,

verstorben)

und Gästen

Übersetzer/ Dolmetscher:

Alba Vinhas

Antonia Belz

Barbara und José Pablo Quevedo

Christiane Quandt

Sophie Buss

Susanne Detering

und

Verena Ines Schulz

Inhaltsverzeichnis

Mottogedicht der XX. Cita de la poesia

Jürgen Polinske

Stefanie Golisch

Du

Anette Kaufhold

Kein Sieger der Tiger

Make love not war

Der Gott des Gemetzels

Was Amor von der Schnecke lernte

Ashraf Golpoigani

Heimat

Gewinn und Verlust

astrid Salzmann

Para la guerra nada

Andoni K. Ros

Sedimentos de “Mare Nostrum”

Antonio Arroyo Silva

No sé qué pasa en el paisaje

El Infinito

Antonio Nieto Rodriguez

Poemica

Antonio Ruiz Pascual

A Susanna Chavez

El hombre se levanta del suelo

Llego con tres Heridas

Brigitte Lange

Dem Sänger Atahualpa Yupanqui

Nada mas, Amigo

Brunhild Hauschild

Aktsitzen

Auf dem Kriegspfad wieder und wieder

Fadenkreuz

Frühling in Istanbul

Dorothee Arndt

zeltgefühl

wärme

grün

meer

windiger nachmittag

nachtsegel

wurzeln

luftwurzeln

ich bin im nebel

nachtfischer

Elsye Suquilanda

Bi-Polar (un dia en Berlin)

Berlin Bolita de cristal

Poeta Desnuda (version de zapateo)

Nadie me pregunta que tengo en la billetera

Frank Wegner-Büttner

Bötzssee bei Strausberg 3.10.2010

Schwarzer Schwan

Alexa in Berlin

Herbert Laschet-Toussaint - HEL

Aus einem Dorf in Nicaragua

Jürgen Polinske

Galeano

Indios Fluchen ist Flehen

Die Fähre nach Gran Canaria

El Teide

Gutes Wetter

Puris Haus

Icod

Was bis Du, Teneriffa

Maria Gutierez (Puri)

Diez Haiku

Reinhard Kranz

Geschehen verstehen

Abflüge

Slov ant Gali

Hütchenspiel

York Freitag

sa coma saisonende

Weitere zur XX. Cita de la Poesia eingereichte Texte

Frank Wegner- Büttner

Die Dampfschiffe

Herbert Laschet-Toussaint – HEL

Läufer des Quipu

Trostlied für Nada

Als Du…

Querida

Wir lagen…

Werd ich…

Carmelita verblutet

Lied der arbeiter in…

FÜNF HOFHAIKU

Reinhard Kranz

Als die Saale noch schwarz war

Aussichtsplattform

Auszug

Das Kind schaukeln

Mummenschanz

Unübersehbar

Slov ant Gali

Exil im eigenen Land

York Freitag

all inclusive

Teilnehmer

Programm der XX. Cita de la poesia

Was wir zu sagen haben

liegt offen auf der Hand

die ausgestreckt für jeden

der sie ergreifen möchte

Was wir zu sagen haben

muss ungeschminkt ans Licht

mit allen Schrammen und den Narben

selbst den Brandmalen der Liebe

Was wir zu sagen haben

wir haben´s aufgeschrieben

und kommen Dir entgegen

mit offener Hand – nur Mensch

J.P.

„handoffriendship“ v. Lida Sherafatmand (Iran)

Nuestro lema poético:

Lo que tenemos que decir

nos lo traemos entre manos

expandido para aquel

que lo quiere tomar

y se llama a si mismo persona

Lo que tenemos que decir

no necesita ambigüedades

las heridas hablan por si mismas

las quemaduras del amor –

¡hombre! – las tienes en la mano

Lo que tenemos que decir

es tal vez desmesurado, arrogante.

Los poetas son así por momentos, pero

se aproximan a ti con la mano tendida

sin armas, sin defensa – sólo personas.

DU

Gesicht aus Wind, aus Stein, aus Eisen, aus Nachtblume und Feuer, Gesicht des Gerechten und Ungerechten, dein Name ist Mensch. Die Erde ist das Haus aller, sagt man, allen gehören ihre Früchte, ihr Geschmack, ihre Geheimnisse, Liebe, und die Traurigkeit unseres unfassbaren Seins. Dein Gesicht aus weicher Wolle aus Holz, dein Diebesgesicht, dein Mondgesicht, dein Gesicht uralten Schreckens. Dein Traum aus Sand, deine Augen aus Sonne, aus Mitternacht, deine Hände von lebendigem Grün, deine raue Zunge, dein wirres Wort, dein Mund aus Wasser, der deinen Namen nun schweigt.

Stefanie Golisch

Cara de viento, de piedra, de hierro,

de flor nocturna, de fuego,

cara del justo e injusto,

tu nombre es hombre.

La tierra es

la casa de todos, se dice,

de todos son sus frutos

amor, su sabor, sus secretos

y la tristeza de nuestro ser inconcebible.

Tu cara

de lana suave, de madera,

tu cara de ladrón, de luna,

de horror antiguo,

tu sueño

de arena,

tus ojos de sol, de medianoche,

tus manos de verde vivo,

tu lengua áspera, tu palabra confusa,

tu boca de agua

que calla……………..tu nombre

Rostro de viento, de piedra, de hierro, de flor nocturna y fuego, rostro de lo justo y lo injusto, tu nombre es ser humano. La Tierra es la casa de todos, se dice, de todos son sus frutos, su sabor, sus secretos, el amor y la tristeza de nuestro ser inaprensible. Tu rostro de suave lana de madera, tu rostro de ladrón, tu rostro de luna, tu cara de horror primitivo. Tu sueño de arena, tus ojos de sol, de medianoche, tus manos de verde vivo, tu lengua áspera, tu palabra confusa, tu boca de agua, que ahora calla tu nombre.

Stefanie Golisch

Annette Kaufhold

Kein Sieger, der Tiger

Der Bali-Tiger

war ein Krieger

doch war er auch Freiwild,

für den, der perfekt killt

Der letzte starb vor 80 Jahren

weil man sich mit seinen Haaren

als starker Mann

brüsten kann

Weil man glaubt geheime Kräfte

aus seinen Knochen sind das Beste

für Männer mit Potenzproblemen

man denkt, man kann sich alles nehmen

Genauso ging´s dem Java-Tiger

der Kaspische blieb auch nicht Sieger

nun gibt es noch fünf Unterarten

doch lange kann man nicht mehr warten

Die Tigerlebensräume sind

zerstört, bis auf nur fünf Prozent

No gana, el tigre

El tigre de Bali

era un guerrero

pero también era pieza de caza

para aquel que mata a la perfección

El último murió hace 80 años

porque uno puede, con su pelo,

vanagloriarse

de ser hombre fuerte

Porque se cree que las fuerzas secretas

de sus huesos son lo mejor

para hombres con problemas de impotencia

se cree que uno puede hacerse con todo

Así le pasó al tigre de Java

el del Caspio tampoco permaneció ganador

ahora quedan cinco subespecies

pero ya no se puede esperar mucho

Los hábitats de los tigres están

destruidos, queda tan sólo un cinco por ciento

Make love not war

Metallisch kalt schimmern Libellen

im Flug sind sie die superschnellen

mörderischen Abfangjäger

und blutrünstigen Lüftefeger

mit raffinierter Jagdtechnik

fliegen sie pfeilgrad, dann mit Knick

sekundenschnell die Wendung

wechseln sie die Richtung

chancenlos die Beute

gestern, morgen, heute

Doch wenn sich zwei mal finden

und sie sich dann verbinden

in Sehnsucht und Verlangen

biegen sie ihren langen

Hinterleib so schön bunt

zum Paarungsrad fast kreisrund

und schweben ganz verträumt jetzt

im Äther ohne Jagdhetz

sie aneinander haften

als Ring, dem Symbolhaften

Man sieht mal wieder Kriege

Hör´n erst auf durch die Liebe

Aus der Reihe: Animal Erotica 2014

Make love not war

Frías como el metal resplandecen las libélulas

volando son rapidísimos

cazas asesinos

sangrientos pilotos

de refinada técnica

vuelan rectas como flechas, después una vuelta

giran en segundos

cambian de dirección

sin escapatoria la presa

ayer, mañana, hoy

Pero si dos se encuentran

y entonces se unen

en ansiedad y deseo

doblan sus largos

abdómenes, tan bellos y coloridos

formando una rueda de cópula casi redonda

y flotan como en sueños ahora

en el éter, sin prisa por cazar

pegadas una a la otra

cual anillo, el simbólico

Y volvemos a ver que las guerras

solo terminan a través del amor

De la colección: Animal Erotica 2014

Der Gott des Gemetzels

Du denkst bei Artensterben zwar

vielleicht an Dinosaurier

aber dieses Phänomen

ist heute noch ein Hauptproblem

Doch wo schon sehe ich Empörung

über Lebensraumzerstörung

die schneller schreitet jetzt voran

als noch vor ein- zweihundert Jahren

Und so hat es der Mensch geschafft

indem er alles an sich rafft

viele Tier und Pflanzenarten

konnten nicht auf Schonung warten

Ausgestorben, genetisch tot

und weiter geht´s trotz Jagdverbot