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Grit Poppe

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Beschreibung

Niemals aufgeben! Flucht aus dem Erziehungsheim. DDR 1988: Anjas Mutter stellt einen Ausreiseantrag aus der DDR und wird von der Stasi verhaftet. Die 14-jährige kommt in einen Jugendwerkhof, eine Einrichtung der Jugendhilfe. Geschockt von der Willkür der Erzieher, der Gewalt und dem Drill, will Anja bald nur noch fliehen. Doch es kommt noch schlimmer. Ein fesselnder Roman über Willkür und Gewalt im Jugendwerkhof in der DDR. Sorgfältig recherchiert von der Autorin, die selbst in der Bürgerbewegung "Demokratie Jetzt!" engagiert war. Mit Glossar und Wende-Chronik im Anhang.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 389




Für Stefan Lauter und für Kerstin Kuzia

Erster Teil

Sonst wohin

1 Anja wandte den Kopf ganz leicht nach hinten und erhaschte aus den Augenwinkeln einen Blick auf einen ihrer Verfolger. Es war der kleine Dicke mit der karierten Jacke und dem merkwürdigen Täschchen, das an seinem Handgelenk hin und her baumelte. Sein Gesicht war rot angelaufen und schweißnass, das konnte sie noch erkennen. Dann hörte sie, wie ihre Mutter, die neben ihr lief, nervös Luft holte. »Dreh dich nicht um«, sagte sie schroff.

»Wieso nicht?«, fragte Anja leicht gereizt zurück.

Ihre Mutter hatte vor dem Schulgebäude auf sie gewartet, das war ungewöhnlich. Wer holte schon seine vierzehnjährige Tochter von der Schule ab? Oder ahnte sie etwa, dass Anja in den letzten Wochen hin und wieder schwänzte? Wollte sie prüfen, ob ihre Tochter den Unterricht überhaupt noch besuchte? Wohl kaum. Ihre Mutter interessierte sich nur wenig für die Schule. Im Vergleich zu anderen Müttern verhielt sie sich oft ungewöhnlich. Ungewöhnlich, verrückt, wagemutig, widerspenstig, leichtsinnig … Anja flogen die Worte zu wie kleine Vögel. Wie kleine schwarze Vögel mit scharfen spitzen Schnäbeln und scharfen spitzen Krallen.

Ein schlammfarbener Wartburg fuhr langsam an ihnen vorbei.

Anja versuchte nicht hinzusehen. Sie starrte geradeaus. Menschen kamen ihnen entgegen. Anja blickte durch sie hindurch, als wären sie Geister.

»Die spinnen doch«, sagte die Mutter so leise, als würde sie mit sich selbst sprechen.

Anja spürte eine merkwürdige Kälte in ihrem Mund. Konnte es sein, dass ihre Zunge eiskalt war? Sie schob den Zeigefinger zwischen die Lippen. Nein, die Zunge war warm und feucht. Alles normal also.

»Solange wir beide zusammen sind, werden sie es nicht wagen«, hörte sie die Mutter murmeln. »Mach dir also keine Sorgen.«

Anja schluckte. Das Kalte rutschte ihr die Kehle hinunter. »Was wagen?«, fragte sie. »Was werden sie nicht wagen?«

»Wenn sie uns anfassen, schreien wir um Hilfe«, sagte ihre Mutter bestimmt. »Schrei einfach, so laut du kannst.«

Anja schwieg. Thea, eine Freundin ihrer Mutter, war erst vor ein paar Tagen von der Staatssicherheit abgeholt worden. Hatte Thea geschrien? Sich irgendwie gewehrt? Anja hatte jedenfalls nichts davon gehört.

Der braune Wartburg parkte am Straßenrand. Anja tat so, als würde sie die Blicke aus dem Wagen nicht bemerken.

Ihre Mutter wurde also beschattet. Wieder einmal. Hoffentlich bemerkte niemand aus ihrer Klasse das seltsame Geschehen.

»Warum gehen wir nicht einfach nach Hause?«, fragte Anja. Sie hörte sich an wie ein quengeliges Kleinkind.

Die Mutter seufzte. »Vielleicht ist es ja das, was sie wollen«, murmelte sie.

Anja hielt den Blick gesenkt. Das, was sie wollen, das, was sie wollen, echote es in ihrem Kopf. Aber was wollen sie? Warum rannten die Männer hinter ihnen her? Sie hatten doch nichts verbrochen! Am liebsten hätte sie sich umgedreht und den Männern ihre Frage ins Gesicht geschrien: Was zum Teufel wollt ihr von uns?! »Ist es wegen dem Trommeln?«, fragte sie.

Ihre Mutter zuckte mit den Achseln. »Möglich«, antwortete sie knapp.

Anja warf ihr einen forschenden Blick zu. Die Mutter sah blass aus. Die Falte lag tief zwischen ihren Augenbrauen, wie eine Narbe oder Wunde.

»Oder wegen den Zetteln?«, fragte Anja.

Ihre Mutter hatte getrommelt. Und Zettel verteilt. Aus Protest. Für Thea. Sie nannte den Aufruhr, den sie veranstaltete, eine Mahnwache.

Anja war nicht ganz klar, was ein getrommelter Protest auf dem Marktplatz nützen sollte. Vielleicht wusste das ihre Mutter ja auch nicht so genau. Vielleicht wollte sie nur irgendetwas tun. Und nun bekamen sie die Quittung. Die Herren von der Staatssicherheit mochten es ganz und gar nicht, wenn man aus Protest trommelte und Zettelchen verteilte.

Das Kalte steckte jetzt in Anjas Hals. Sie konnte es nicht he­runterschlucken.

»Wie war es in der Schule?«, wechselte ihre Mutter das Thema.

Anja zuckte mit den Schultern. »Wie immer«, brachte sie heraus.

In Staatsbürgerkunde hatten sie über Ausreiseanträge gesprochen. Es war eine merkwürdige Stunde gewesen. Eigentlich gar nicht wie immer. Ihre Stabilehrerin wirkte nervös, als Ronny das Thema plötzlich ansprach; sie lief auf und ab, redete hastig und einmal schlug sie sogar mit der Faust gegen die Tafel. Sie zuckte zusammen, als wäre sie selbst erschrocken, und betrachtete einen Moment verwundert ihre Hand. Dann huschte ihr Blick durch die Klasse und blieb an Anja hängen. »Wo kommen wir da hin, wenn alle einfach davonlaufen? ­Unsere Heimat muss doch … verteidigt werden. Das versteht ihr doch, oder?« Natürlich antwortete niemand. Nur ein leises verächtliches Prusten war zu hören. »Oder?« Die Stimme der Lehrerin klang dünn und atemlos, als hätte sie vergessen Luft zu holen. Anja dachte daran, den Kopf zu schütteln. Aber sie überlegte zu lange. Eigentlich mochte sie Frau Falkner. Die Lehrerin drückte sich nicht vor schwierigen Themen, ließ Diskussionen zu, auch kritische Fragen, und wenn jemand seine eigene Meinung vertrat, bekam er deshalb keine schlechte Zensur wie bei manch anderem Lehrer. Sogar als Ronny, der Klassenclown, einmal mitten im Unterricht seine Strümpfe auszog und damit quer durch den Raum zum Papierkorb lief, blieb Frau Falkner erstaunlich gelassen. »Was machst du da, wenn ich fragen darf?«

»Das sehen Sie doch«, meinte Ronny. »Ich schmeiße meine roten Socken weg. Sie sind dreckig und haben Löcher. Die roten Socken sind ganz einfach im Arsch.«

Die ganze Klasse hatte gelacht. Nur Anja nicht. Sie starrte gespannt ihre Lehrerin an. Bei anderen Lehrern hätte Ronny dafür mindestens einen Tadel bekommen. Und es wäre nicht sein erster. Wenn er so weitermachte, würde er bald von der Schule fliegen. Frau Falkner wedelte mit der Hand vor ihrer Nase herum. »Vielleicht würdest du die Güte besitzen und den duftenden Eimer in der Pause zur Mülltonne bringen?« Ronny grinste und deutete eine Verbeugung an. »Es ist mir eine Ehre«, behauptete er.

Weil Anja Frau Falkner mochte, schüttelte sie nicht den Kopf. Aber natürlich nickte sie auch nicht. Sie verstand nicht, warum Leute ihre Arbeit verloren oder verhaftet wurden, nur weil sie nicht in diesem Land leben wollten, und warum das für den Sozialismus nötig sein sollte. Nicken wäre eine Lüge gewesen.

Als das Schweigen im Klassenzimmer zu lange dauerte, sagte Frau Falkner: »Zettel raus. Leistungskontrolle. Zehn Vorzüge des Sozialismus. In Stichworten. Ihr habt fünf Minuten.«

In der Klasse wurde gestöhnt und geseufzt. Blätter raschelten, Stifte fielen zu Boden und wurden wieder aufgehoben. Anja hatte kein Problem mit der Aufgabe. Keine Arbeitslosigkeit, geringe Mieten, keine Obdachlosen, keine Rauschgifttoten, schrieb sie, und als sie nach zwei oder drei Minuten fertig war, meldete sie sich. »Bekommt man Zusatzpunkte, wenn man auch die Nachteile aufschreibt?« Sie lauschte dem Gekicher der anderen und tauschte einen schnellen Blick mit Ronny, der das Gesicht zu einem anerkennenden Grinsen verzog. Seit einiger Zeit lieferten sie sich eine Art Wettstreit: Wem eine Provokation gelang, rückte ein Feld vor. Auch wenn das Spielfeld unsichtbar und das Ziel unbekannt war. Natürlich versuchten sie sich gegenseitig zu übertrumpfen. Das Schwänzen gehörte seit einiger Zeit dazu: Statt sich mit Russisch zu quälen, schlenderte Anja die Einkaufsstraße entlang, kaufte billigen Modeschmuck oder Süßigkeiten, eine Bambina-Tafel oder, wenn sie knapp bei Kasse war, wenigstens ein paar Pfeffis. Einmal verabredete sie sich mit Ronny. Statt im Sportunterricht Runden zu rennen, saßen sie gemütlich in der Milchbar und leisteten sich zur Feier des Tages zwei Schwedeneisbecher.

Ein angedrohtes Elterngespräch umging Anja, indem sie ihrem Klassenlehrer einen falschen Termin mitteilte – ihre Mutter war nicht zu Hause und natürlich öffnete Anja nicht. Während ihr Lehrer klingelte, klopfte und rief, lauerte sie hinter der Tür und presste sich die Hand auf den Mund, um nicht laut zu lachen. Sie besaßen kein Telefon und den Beschwerdebrief aus dem Büro des Schuldirektors fischte sie aus dem klapprigen Briefkasten und zerriss ihn. Die Schnipsel warf sie in den Ofen und sah zu, wie sie verbrannten.

Frau Falkner ignorierte ihre Frage und Anja zuckte unschuldig lächelnd mit den Schultern. »Keine Meinungsfreiheit, keine Sarotti-Schokolade, keine Reisen nach Paris, London oder San Francisco …«, diktierte sie sich selbst und tat so, als würde sie schreiben. Tote an der Mauer, dachte sie. Thea im Gefängnis. Als Anja von ihrem Blatt aufsah, stand die Lehrerin an ihrem Tisch. Frau Falkner nahm den Zettel in die Hand und betrachtete ihn stumm. Wie in Zeitlupe legte sie das Papier zurück. Sie beugte sich über ihre Schülerin und flüsterte ein Wort, ein einziges, es war mehr ein Zischen als ein Sprechen: »Vorsicht!«

Hatte Anja sich verhört? Frau Falkner schob ein Buch, das über die Tischkante ragte, ein Stück zurück, als sorgte sie sich nur darum, dass es hinunterfallen könnte.

»Wohin gehen wir eigentlich?«, fragte Anja.

Ihre Mutter zuckte mit den Schultern. »Hast du Hunger?«, fragte sie zurück.

Die Eckkneipe, die sie betraten, roch nach Zigarettenqualm und gebratenen Zwiebeln. Es war eine von den Gaststätten, in denen die Blumen und Tischdecken aus Plastik waren und die Gardinen so aussahen, als wären sie vor zwanzig Jahren einmal weiß gewesen. Aber hier schmeckten die Schnitzel am besten. Sie waren groß und schön braun und nicht zu zäh. Anja hatte heute auf das Mittagessen verzichtet und ihre Marke verschenkt. Sie mochte nun mal keine Milchnudeln. Glibberige Nudeln, die in warmer süßer Milch schwammen – schon von dem Geruch wurde ihr speiübel. Der Gestank in der Kneipe kam ihr dagegen paradiesisch vor.

Zwei ihrer Verfolger setzten sich an einen freien Tisch neben der Tür. Sie musterten die Leute, die hereinkamen und hi­nausgingen.

Anja beschloss, die Männer zu ignorieren. Aber dann hob sie doch den Kopf. Der kleine Dicke zog gerade seine karierte Jacke aus und hängte sie an einen Kleiderhaken. Anja spürte etwas in ihrem Magen, als würde sie Milchnudeln riechen. Sie sah ihre Mutter an, die immer noch auf die Karte starrte, obwohl es nur fünf Gerichte zur Auswahl gab.

Es dauerte fast eine Stunde, ehe das Essen gebracht wurde. Anja räumte ihren Mathehefter in die Mappe zurück. Immerhin hatte sie jetzt schon die Hausaufgaben für morgen erledigt. Trotz der geschwänzten Stunden kam sie in Mathe noch ganz gut mit. Vielleicht konnte sie sogar ihre Zwei auf dem Zeugnis halten. Die Blechzinken ihrer Gabel waren etwas verbogen, aber Anja störte sich nicht daran. Sie pikte sie in das Spiegelei und ein gelber Fluss strömte über das Schnitzel und die Bratkartoffeln. Was für ein herrlicher Anblick! Sie schob sich ein Stück Fleisch in den Mund und kaute gierig. Auch die Bratkartoffeln mit den gerösteten Zwiebeln waren so lecker, dass sie die Kerle von der Staatssicherheit einen Moment vergaß. Ihre Mutter rührte mit dem Löffel in ihrer Soljanka herum. Sie schien keinen Appetit zu haben.

Doch nach dem Essen mussten sie bezahlen und nach dem Bezahlen gab es keinen Grund mehr zu bleiben. Sie zogen ihre Jacken an und ihre Mutter schien ihren Ärmel nicht gleich zu finden.

»Musst du noch aufs Klo?«

Anja schüttelte den Kopf. Ihre Mutter warf ihr einen merkwürdigen Blick zu. »Gehen wir mal lieber noch.« Ihre Stimme klang, als müsste sie ganz dringend. Aber da war noch etwas anderes. In dem hölzernen Ton, in dem sie redete, schwang eine Anspannung mit, die Anja nicht an ihr kannte.

Der Flur war schmal, lang und dunkel. Die einzige Glühbirne flackerte lustlos vor sich hin. Die Tür zur Toilette stand einen Spaltbreit offen und die Spülung plätscherte, aber zu Anjas Verwunderung lief ihre Mutter an ihr vorbei und steuerte auf eine Tür am Ende des Gangs zu.

»Wohin willst du?«, fragte Anja überrascht.

»Abhauen«, antwortete ihre Mutter. »Durch den Hinterausgang.«

Anja spürte wieder die Kälte auf ihrer Zunge. Ihre Mutter brauchte nur ein paar Sekunden, um das Schloss zu öffnen. Sie trug immer einen Dietrich in ihrer Tasche mit sich herum – für den Dachboden, auf dem sie die Wäsche zum Trocknen aufhängte und für den sie den einzigen Schlüssel verloren hatte.

Plötzlich standen sie an einer Straße und Anja sog die nach Abgasen stinkende Luft in sich ein, als würde sie den Duft von Blumen riechen. Wie durch ein Wunder hielt ein Bus wie ein Walross schnaufend direkt vor ihnen und stieß dabei eine schwarze Wolke aus. Mit einem Ächzen klappten die Türen auf. Die Menschen standen dicht gedrängt aneinander, wie die Heringe, dachte Anja, vielleicht war der Bus davor ja ausgefallen. Die Mutter griff nach der Hand ihrer Tochter, als wäre Anja ein kleines Kind, und zog sie mit sich, mitten hi­nein in den schützenden Wall aus Leibern. Das ideale Versteck, für ein Weilchen jedenfalls. Mutter und Tochter lächelten sich zu. Anja stand so eng an ihre Mutter gepresst, dass sie ihr Parfüm wahrnahm und den blumigen Duft ihres Haarshampoos, der sich mit dem Dunst des Zigarettenqualms aus der Kneipe mischte, und außerdem roch sie noch etwas anderes, eine Spur von einem säuerlich salzigen Duft. Schweiß? War das Angstschweiß? Na, egal, sie waren ihnen entkommen.

Anja kicherte, als sie sich vorstellte, was die Männer in dem Lokal für Gesichter machen würden, wenn sie merkten, dass sie vergeblich warteten. Auch ihre Mutter lachte leise, als könnte sie ihre Gedanken lesen.

An diesen kurzen trügerischen Moment der Erleichterung würde Anja noch denken – später. Später, als sie allein war, mutterseelenallein. Dort.

2 Sie schalteten kein Licht an, als sie die Wohnung betraten. Sie hatten den Hintereingang benutzt, der durch den Keller führte. Anja lief zum Fenster und schob die Lamellen der Jalousie ein Stück auseinander. Sie spähte auf die Straße hinab und kam sich vor wie in einem Gangsterfilm. Es dämmerte bereits. Eine Laterne glimmte auf und warf ein ockergelbes Licht auf das Kopfsteinpflaster. Eine Katze mit einem dicken Hängebauch trippelte den Gehweg entlang. Sonst war nichts zu sehen. Nichts Auffälliges jedenfalls. Kein Wartburg. Keine Bewacher. Anja überlegte kurz, ob die Katze vielleicht trächtig war, drehte sich um und wollte etwas sagen, aber ihre Mutter legte den Finger auf den Mund und schüttelte den Kopf.

Anja runzelte verständnislos die Stirn, sagte aber nichts. Die Sorge ihrer Mutter kam ihr übertrieben vor. Sie durfte kein Licht anschalten und nicht sprechen, weil ihre Mutter Angst vor einer Hausdurchsuchung hatte. Doch auch die Stasi musste ja mal Feierabend machen.

Anja hätte sich jetzt gern auf das Sofa geworfen und den Fernseher eingeschaltet. Aber ein Blick in das Gesicht ihrer Mutter genügte, um zu wissen, dass sie das vergessen konnte. Ihre Wangen sahen immer noch so weiß aus, als wären sie aus Papier. Aus einem dünnen Papier, das leicht reißen konnte.

Anja verstand nicht ganz, wovor ihre Mutter so viel Angst hatte. Vielleicht wurde sie ja verrückt? Oder … Wie hieß das Wort noch gleich? Para… Para… Paranormal? Nein, so ähnlich. Paranoid?

Bei einem Spaziergang im Park hatte ihre Mutter ihr einmal erklärt, dass es in ihrem Wohnzimmer möglicherweise Wanzen gab. Anja hatte erst an die Krabbeltiere gedacht und »Igitt!« gerufen, aber dann hörte sie erstaunt, dass ihre Mutter glaubte, sie würden vielleicht abgehört.

»Was? Wieso das denn? Das ist doch vollkommen idiotisch!« Anja erinnerte sich an ihr ungläubiges Lachen, an ihr Kopfschütteln. Wieso sollte sich jemand die Mühe machen?

Idiotisch, idiotisch, pochte es auch jetzt in ihrem Kopf. Diese ganze Situation ist einfach ein idiotischer Witz! Einer von den blöden Witzen, über die man nicht lachen kann und die deshalb auch traurig sind, irgendwie.

Anja zog sich in ihr Zimmer zurück und warf sich aufs Bett. Sie schloss die Augen und dachte an die schwangere Katze. Vielleicht konnte sie ja bald ein kleines verwahrlostes Straßenkätzchen zu sich nehmen? Würde ihre Mutter das erlauben? Sie mochte keine Haustiere. Aber wenn Anja den richtigen Moment abwartete … Ein Kätzchen, das man streicheln konnte, wäre jetzt genau das Richtige.

Es klopfte leise an der Tür. Ihre Mutter trat ein, in der Hand einen Teller mit Schmalzstullen. »Abendbrot«, flüsterte sie und lächelte. Das Lächeln sah komisch aus, seltsam verrutscht.

Ihre Mutter holte noch eine Kanne Tee und zwei Tassen aus der Küche. Sie stellte das Tablett auf den Fußboden und setzte sich auf den Rand des Betts. »Ich habe vielleicht einen Fehler gemacht«, sagte sie leise.

»Was für einen Fehler?« Anja sprach ebenfalls mit gedämpfter Stimme. Sie griff nach einem Brot.

Ihre Mutter seufzte. Sie strich Anja das Haar aus dem Gesicht. »Hör zu, falls ich mal … falls ich mal für längere Zeit nicht da bin … Es gibt eine Verfügung … Also ich meine, du kannst dann zu Onkel Olaf und Tante Simone gehen. Vorübergehend. Das ist alles abgesprochen … vorsichtshalber.«

Olaf und Simone lebten in einem Dorf im Thüringer Wald und hatten einen Sohn in Anjas Alter und eine kleine Tochter. Was sollte sie da?

Sie knabberte an der Brotrinde herum. »Kapier ich nicht«, sagte sie gereizt. »Von welchem Fehler redest du?«

»Eigentlich ist es … kein Fehler. Also, ich habe etwas geschrieben«, stammelte ihre Mutter.

»Wieder so einen Beschwerdebrief?«, fragte Anja. »Eine Eingabe?« Alle paar Wochen schrieb ihre Mutter eine Eingabe und beschwerte sich. Meist nützten ihre Beschwerden überhaupt nichts. Aber das hielt sie nicht davon ab, sich weiterhin zu beklagen: darüber, dass die bestellten Kohlen nicht kamen oder dass es auf dem Dachboden seit Jahren durchregnete oder darüber, dass ihr nicht erlaubt wurde, ihre Eltern im Westen zu besuchen.

»Ja, nein, so etwas Ähnliches«, antwortete ihre Mutter. »Aber ich war wütend, als ich ihn schrieb. Gleich nach der Verhaftung von Thea. Extrem wütend.« Sie holte tief Luft. »Ich hab einen Antrag gestellt.«

»Antrag?« Anja verstand nur Bahnhof.

»Einen Ausreiseantrag.« Ihre Mutter stieß ein Lachen aus, das auch ein Schluchzen hätte sein können. »Ich will hier nur noch weg«, flüsterte sie. »Weg aus diesem Land.«

Anja legte das Brot auf den Teller zurück. Ihr war der Appetit vergangen. Ihre Mutter hatte also Scheiße gebaut, so viel verstand sie. Ausreiseantrag? Sie fühlte ihre Hände eiskalt werden und legte sie auf die heiße Teekanne. Die Hitze schoss ihr durch die Arme, jagte ihr den Hals hinauf ins Gesicht. Es fühlte sich an, als hätte sie plötzlich Fieber bekommen. Fieber mit Schüttelfrost.

»Das ist nicht dein Ernst, oder?«, fragte Anja. Sie ließ die Kanne nicht los. Trotzdem zitterte sie einen Moment.

»Hör mal, es würde uns dort besser gehen. Es würde dir dort besser gehen. Du bist noch jung, du kannst … sozusagen neu anfangen. Meine Eltern … Oma und Opa werden uns helfen. Sicher könnten wir sogar fürs Erste bei ihnen in Hamburg wohnen.«

Anja schüttelte ungläubig den Kopf. Ihre Mutter hatte ihr nichts gesagt und sie nicht um ihre Meinung gebeten. Sie hatte einfach über ihren Kopf hinweg entschieden! »Warum?«

»Warum?« Ihre Mutter lachte. »Du siehst doch, was hier los ist. Was meinst du, weshalb diese Kerle hinter uns her sind?« Ihre Stimme klang eine Spur zu schrill.

Anja zuckte mit den Achseln.

»Damit wir wissen, dass sie die Macht haben und wir nichts«, sagte ihre Mutter.

3 Anja erwachte davon, dass sie Stimmen hörte. Schlaftrunken richtete sie sich in ihrem Bett auf und blickte sich um. Es war stockfinster. Im Ofen prasselte noch kein Feuer. Ihre Mutter kam jeden Morgen um sechs Uhr früh in ihr Zimmer und heizte. Das Erste, was Anja sonst sah, wenn sie aufwachte, waren Funken. Manchmal roch es nach Qualm, besonders dann, wenn irgendetwas den Schornstein verstopfte oder der Wind ungünstig stand. Vielleicht redete ihre Mutter ja mit dem Schornsteinfeger? Der Schornsteinfeger kam manchmal zu den unmöglichsten Zeiten. Vielleicht gab es ja einen Notfall. Einmal hatte der Blitz in den Schornstein eingeschlagen und war aus dem Ofen in der Küche wieder he­rausgekommen. Der Raum sah schwarz aus, höllisch verkohlt; auf der hübschen blau gemusterten Tapete klebte eine dicke Schicht Ruß. Sie brauchten einen neuen Ofen und mussten die Küche renovieren.

Anja lauschte und fühlte, dass ihr Herz heftig pochte. Die Stimme da draußen klang schneidend und befehlend, fast wie lautes Gebell. Dann nahm sie noch eine zweite Männerstimme wahr, die dunkel knarrte. Ihre Mutter konnte Anja nicht hören. Einbrecher!, dachte sie. Es sind Einbrecher! Was sollte sie tun?

Anja schob sich aus dem Bett und lief barfuß über die Dielen, bis sie den kalten Ofen berührte. Sie tastete nach dem Schürhaken, und als sie ihn auf dem Schutzblech, das vor dem Ofen lag, fand, umschloss sie ihn fest.

Die Tür öffnete sich und Anja hob ihre Waffe über den Kopf – bereit zum Schlag.

»Anja?« Die Stimme ihrer Mutter klang kläglich, zittrig, als hätte sie geweint.

Das Mädchen ließ den Schürhaken fallen. Hinter ihrer Mutter standen vier Männer in hässlichen Anzügen. Anja fragte sich, ob das vielleicht bloß ein schlechter Traum war.

»Mach dir … mach dir keine Sorgen«, stammelte ihre Mutter. »Das geht vorüber. Sie wollen mich mitnehmen. Aber es wird nicht lange dauern. Nicht länger als vierundzwanzig Stunden.«

»Anja Sander?«, hörte Anja eine fremde Stimme fragen.

Sie nickte.

»Wir müssen auch Ihre Tochter bitten mitzukommen«, sagte der Mann mit der knarrenden Stimme. Er drängte sich in das Zimmer und schaltete Licht an.

Anja erkannte ihn wieder. Es war einer ihrer Verfolger; der kleine Dicke, dem sie gestern entkommen waren.

»Wieso?«, fragte sie.

»Zur Klärung eines Sachverhalts«, sagte ein anderer. Er war groß und kräftig und der Ton, in dem er sprach, zerschnitt die Luft.

Anjas Mutter schüttelte den Kopf. »Lassen Sie meine Tochter. Sie muss zur Schule. Sie hat nichts mit der Sache zu tun. Nicht das Geringste. Sie ist unschuldig.«

»Machen Sie hier kein Theater!«, stieß der mit der schneidenden Stimme hervor.

»Ich komme mit«, sagte Anja schnell. Keinesfalls wollte sie ihre Mutter allein mit diesen Männern gehen lassen. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie im Schlafanzug vor den Fremden stand, und sie wurde rot. »Ich muss mich nur … umziehen.«

»Beeilen Sie sich!«, befahl der Große. Er ließ die Tür einen Spalt offen. Anja sammelte rasch ihre Sachen ein, die auf dem Boden verstreut lagen, und verzog sich hinter den Kachelofen, der ihr einigermaßen Sichtschutz bot. Die kalte Stimme sprach mit ihrer Mutter und Anja nahm wahr, dass er etwas forderte. Sie glaubte die Worte »Ausweis, auch den von Ihrer Tochter!« zu verstehen, aber vor allem beunruhigte sie der Ton, der he­rablassend und barsch zugleich klang. Nie zuvor hatte jemand so zu ihnen gesprochen. Sie fühlte eine Gänsehaut auf ihrem Rücken. Und noch etwas fiel ihr auf: Das erste Mal hatte jemand Sie zu ihr gesagt. Hieß das, dass sie jetzt erwachsen war? Würde man sie behandeln wie eine Erwachsene?

In ihrem Kopf hämmerte es: Klärung eines Sachverhalts. Was sollte das bedeuten? Es klang harmlos. Vielleicht wollten sie ja nur ein paar Fragen stellen?

4 Anja saß auf einem unbequemen Stuhl in einem hässlichen Raum. Eingerahmt und hinter Glas lächelte der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker sein nichtssagendes Lächeln. Es kam ihr vor, als würde er sie beobachten, als würden diese kalten Fischaugen sie unablässig anstarren.

Die Männer hatten ihre Mutter und sie getrennt voneinander in zwei Wagen hierher gebracht. Beim Aussteigen erhaschte sie noch einen Blick von ihrer Mutter, die sich nach ihr umsah. Anja wollte nach ihr rufen, aber als sie ihr Gesicht sah, blieb ihr einen Moment die Luft weg. Ihre Wimperntusche war verschmiert; es sah aus, als weinte sie schwarze Tränen.

Das Gebäude, das sie betraten, war ein grauer Klotz. Ihre Mutter wurde in die eine Richtung geführt und sie in die andere.

Wo befand sie sich hier? Was passierte jetzt mit ihr? Und vor allem: wieso?

Anja zog die Ärmel ihres Pullovers über ihre eiskalten Hände. Hinter ihrem Rücken war die Tür, eine dicke gepolsterte Tür, durch die war sie gekommen und durch die würde sie wieder gehen.

»Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie hier nichts sagen«, meinte der größere der beiden Männer. Er war kräftig und breitschultrig und stützte sich über Anja gebeugt auf dem Tisch ab. Sein Gesicht war so nah, dass sie seinen nach Zigaretten stinkenden Atem riechen konnte. »Wir wissen ohnehin, dass Sie von den Hetzflugblättern und der staatsfeindlichen Aktion Ihrer Mutter Kenntnis hatten.«

Anja schwieg. Sie hielt den Blick gesenkt.

»Ihre Mutter hat sowohl in den Hetzflugblättern als auch in ihrem Ausreiseantrag Formulierungen verwendet, die den Straftatbestand der Öffentlichen Herabwürdigung, Paragraf 220 des Strafgesetzbuches der Deutschen Demokratischen Republik, erfüllen. Wenn Sie sich nicht selbst belasten wollen, sind Sie verpflichtet, mit uns zu kooperieren. Was wissen Sie über das feindlich-negative Verhalten Ihrer Mutter? Hat Ihre Mutter die Hetzschrift allein verfasst? Wissen Sie von den Kontakten Ihrer Mutter? Äußern Sie sich dazu! Nennen Sie uns die Namen, damit zeigen Sie uns Ihren guten Willen. Oder wollen Sie, dass wir glauben, hier säße eine Staatsfeindin? Wollen Sie das?!«

Den letzten Satz brüllte der Mann.

Anja hob trotzig den Kopf. »Meine Mutter hat nichts Schlimmes getan«, sagte sie leise, aber bestimmt. Ihre Stimme hörte sich fremd an, rau und heiser, als hätte sie tagelang nichts getrunken.

»Wir entscheiden, ob sie eine Straftat begangen hat«, entgegnete der Mann.

Anja sah ihm in die Augen. Sie waren klein und grau, beinahe ohne Wimpern. Das Gesicht erschien ihr irgendwie aufgedunsen. Auf den geröteten Wangen zeigten sich winzige Äderchen.

Der andere Mann, es war der Dicke in der karierten Jacke, seufzte tief. »Mädel, sei doch nicht so stur. Deine Mutti wird uns schon sagen, was sie getan hat. Wir wissen ja sowieso alles. Einfach wegrennen und uns verschaukeln – habt ihr gedacht, ihr kommt damit durch? Du hältst dich wohl für besonders schlau, wenn du hier die stumme Ahnungslose spielst, was?«

Anja reagierte nicht. Der Mann trommelte mit dem Kugelschreiber auf dem Tisch herum.

»Mädel, dir gibt niemand die Schuld. Du kannst ja schließlich nichts für deine Mutter. Aber sie übt einen negativen Einfluss auf dich aus, das wirst du doch wohl einsehen. Deine Mutter ist einfach unfähig, dich zu erziehen. Sie verhält sich gesetzeswidrig und schadet damit deiner Entwicklung zu einer allseitig entwickelten sozialistischen Persönlichkeit.«

Anja versuchte nicht mehr hinzuhören. Sie dachte an Ronny. Wenn sie ihm das morgen in der Schule erzählte, würde er sich wohl totlachen. Allseitig entwickelte sozialistische Persönlichkeit – sollte das ein Witz sein? So ein Schwachsinn! Morgen … Spätestens morgen musste dieser Albtraum vorbei sein. Vierundzwanzig Stunden, hatte ihre Mutter gesagt. Nicht länger als vierundzwanzig Stunden.

Plötzlich knallte der Größere etwas auf den Tisch. Anja zuckte zusammen. »Gehört das Ihnen?«, wurde sie gefragt.

Zu ihrer Überraschung sah sie ihren ESP-Hefter vor sich liegen. Anja Sander, Klasse 9 b, Einführung in die sozialistische Produktion. Darunter hatte sie ein Foto aus einer Filmzeitschrift geklebt, eine Szene aus einem Stummfilm. Buster Keaton, der auf den Trümmern eines auseinandergebrochenen Autos saß. Mit unbewegter Miene hielt er noch das Lenkrad in der Hand.

Ein harmloser Scherz, fand Anja. Aber Herr Busse, ihr ESP-Lehrer, den alle nur Bussi-Bär nannten, hatte ihr den Hefter wutschnaubend abgenommen. Sie bekam ihn nach dem Unterricht nicht zurück. Darüber wunderte sie sich nur flüchtig. Meist wurden die Eltern zum Schuljahresende aufgefordert, konfiszierte Dinge aus dem Sekretariat des Schuldirektors abzuholen. Aber wie kam die Mappe hierher ?

»Findest du, dass die Arbeiter unserer Volkseigenen Betriebe Schrott produzieren?«, fragte der Dicke. Wie Anja feststellte, trug er immer noch seine karierte Jacke, als lohnte es sich nicht, sie auszuziehen. Anja hoffte, dass dieses »Gespräch« bald vorbei sein würde.

Sie schüttelte den Kopf. »Es sollte nur ein Spaß sein«, murmelte sie.

»Offensichtlich ist Ihnen nicht bewusst, wie sehr Sie von den Errungenschaften des Sozialismus profitieren«, sagte der mit der schneidenden Stimme.

Anja hätte ihm gern eine patzige Antwort gegeben. Aber sie hielt sich zurück. Sie wollte nichts wie weg von hier. Wenn sie nach Hause kam, würde sie einen Apfelkuchen backen und auf ihre Mutter warten. Sie stellte sich die Äpfel vor, die im Gelb des Teiges versanken. Sie stellte sich den Duft vor, wenn sie den Backofen öffnete. Und sie stellte sich die Freude ihrer Mutter vor, wenn sie nach Hause kam und mit einer Überraschung empfangen wurde.

So lange konnte das Kaspertheater hier doch nicht mehr dauern. Oder?

Der größere der Männer quasselte jetzt von Erziehung. Erst redete er von Anjas Schulbummelei und sie fragte sich, was das diesen Fremden überhaupt anging. Schließlich war er kein Lehrer und überhaupt – er kannte sie doch gar nicht. Dann wurden die Ausführungen und Vorhaltungen immer allgemeiner und Anja hörte nicht mehr zu. Erst als das Wort »Heim« fiel, horchte sie auf. Aber sie glaubte immer noch nicht, dass die Männer es ernst meinten. Schließlich hatte sie ja nichts Schlimmes getan. Sie drohten ihr, sie schüchterten sie ein – aber am Ende würden sie Anja doch gehen lassen, nicht wahr?

Irgendwann griff der Kleinere zum Telefonhörer, wählte und sagte: »Kann abgeholt werden.«

Anja atmete auf. Vielleicht ließen sie jetzt ja auch ihre Mutter gehen und sie fuhren zusammen nach Hause. Sie konnten den Apfelkuchen ja auch gemeinsam backen.

5 Der Fahrer sprach kein Wort mit ihr.

Anja saß auf der Rückbank des Wagens und starrte aus dem Fenster hinaus.

Sie nagte an ihrem Daumennagel. Es ging nicht nach Hause, so viel stand fest.

Sie fuhren den falschen Weg, die falschen Straßen entlang, an den falschen Häusern vorbei. Sie verließen die Stadt, in der Anja wohnte.

»Wohin bringen Sie mich?«

Der Fahrer antwortete nicht. Vielleicht war er schwerhörig?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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