Weißbuch Alterstraumatologie und Orthogeriatrie -  - E-Book

Weißbuch Alterstraumatologie und Orthogeriatrie E-Book

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Beschreibung

Alterstraumatologische Verletzungen und orthopädische Eingriffe bei betagten Patienten nehmen in Deutschland durch den demografischen Wandel dramatisch zu. Um dieser Herausforderung zu begegnen und die Versorgung zu verbessern, entstehen zunehmend Zentren, in denen ältere Patienten durch Orthopäden und Unfallchirurgen gemeinsam mit Geriatern behandelt werden. Das Weißbuch zeigt die wichtigsten Schritte einer guten Versorgung von älteren unfallchirurgischen und orthopädischen Patienten auf und enthält konsentierte nationale Behandlungsempfehlungen der DGOU und DGG.

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Seitenzahl: 321

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Die Herausgeber

Prof. Dr. med. Ulrich C. Liener, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie und spez. Unfallchirurgie. Seit 2009 Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Marienhospital Stuttgart sowie Leiter des Alterstraumazentrums am Marienhospital Stuttgart. Seit 2014 Leiter der Arbeitsgemeinschaft Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Prof. Dr. med. Clemens Becker, Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Geriatrie. Seit 2003 bis 2021 Chefarzt der Abteilung für Geriatrie und Klinik für Geriatrische Rehabilitation des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart. Leiter der Unit Digitale Geriatrie, Geriatrisches Zentrum, Medizinische Klinik des Universitätsklinikum Heidelberg sowie Klinischer Leiter Mobilise-D, Robert Bosch Gesellschaft für Medizinische Forschung, Stuttgart.

Prof. Dr. med. Kilian Rapp, Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzbezeichnung Geriatrie. Seit 2010 Oberarzt und seit 2021 Ärztlicher Leiter und Forschungsleiter der Abteilung für Geriatrie des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart.

Prof. Dr. med. Michael J. Raschke, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Schwerpunkt Spezielle Unfallchirurgie, Handchirurgie. Seit 2003 Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Münster. Ab 2020 Präsident der DKOU 2020 »Vereinte Vielfalt« (Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie) und DGU Präsident (Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie)/Vize-Präsident der DGOU (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie).

Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Facharzt Orthopädie und Orthopädie und Unfallchirurgie. Seit 1996 Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Fachklinik Herzogenaurach. Seit 2015 Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), stv. Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Prof. Dr. med. Dieter C. Wirtz, Facharzt für Orthopädie, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Seit 2006 Ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) 2020 und 2021.

Ulrich C. LienerClemens BeckerKilian RappMichael J. RaschkeBernd KladnyDieter C. Wirtz(Hrsg.)

Weißbuch Alterstraumatologie und Orthogeriatrie

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Pharmakologische Daten, d. h. u. a. Angaben von Medikamenten, ihren Dosierungen und Applikationen, verändern sich fortlaufend durch klinische Erfahrung, pharmakologische Forschung und Änderung von Produktionsverfahren. Verlag und Autoren haben große Sorgfalt darauf gelegt, dass alle in diesem Buch gemachten Angaben dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Da jedoch die Medizin als Wissenschaft ständig im Fluss ist, da menschliche Irrtümer und Druckfehler nie völlig auszuschließen sind, können Verlag und Autoren hierfür jedoch keine Gewähr und Haftung übernehmen. Jeder Benutzer ist daher dringend angehalten, die gemachten Angaben, insbesondere in Hinsicht auf Arzneimittelnamen, enthaltene Wirkstoffe, spezifische Anwendungsbereiche und Dosierungen anhand des Medikamentenbeipackzettels und der entsprechenden Fachinformationen zu überprüfen und in eigener Verantwortung im Bereich der Patientenversorgung zu handeln. Aufgrund der Auswahl häufig angewendeter Arzneimittel besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

Es konnten nicht alle Rechtsinhaber von Abbildungen ermittelt werden. Sollte dem Verlag gegenüber der Nachweis der Rechtsinhaberschaft geführt werden, wird das branchenübliche Honorar nachträglich gezahlt.

Dieses Werk enthält Hinweise/Links zu externen Websites Dritter, auf deren Inhalt der Verlag keinen Einfluss hat und die der Haftung der jeweiligen Seitenanbieter oder -betreiber unterliegen. Zum Zeitpunkt der Verlinkung wurden die externen Websites auf mögliche Rechtsverstöße überprüft und dabei keine Rechtsverletzung festgestellt. Ohne konkrete Hinweise auf eine solche Rechtsverletzung ist eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten nicht zumutbar. Sollten jedoch Rechtsverletzungen bekannt werden, werden die betroffenen externen Links soweit möglich unverzüglich entfernt.

1. Auflage 2022

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-041174-6

E-Book-Formate:

pdf:        ISBN 978-3-17-041175-3

epub:     ISBN 978-3-17-041176-0

 

Herausgeber- und Autorenverzeichnis

 

 

 

Die Herausgeber

Prof. Dr. med. Ulrich Christoph Liener

Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie

Marienhospital Stuttgart

Böheimstr. 37, D-70199 Stuttgart

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Clemens Becker

Unit Digitale Geriatrie, Geriatrisches Zentrum

Universitätsklinikum Heidelberg

Bergheimer Str. 20, D-70499 Heidelberg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Kilian Rapp

Abteilung für Geriatrie

Robert-Bosch-Krankenhaus

Auerbachstraße 110, D-70376 Stuttgart

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Michael J. Raschke

Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Universitätsklinikum Münster

Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude W1

Waldeyerstr. 1, D-48149 Münster

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Bernd Kladny

Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie

m&i-Fachklinik Herzogenaurach

In der Reuth 1, D-91074 Herzogenaurach

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Dieter Christian Wirtz

Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Universitätsklinikum Bonn

Venusberg-Campus 1, D-53127 Bonn

E-Mail: [email protected]

 

 

 

Die Autorinnen und Autoren

Priv.-Doz. Dr. med. Rene Aigner

Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie

Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg

Baldingerstr., D-35043 Marburg

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Philip Anderson

Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg

Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus

Brettreichstr. 11, D-97074 Würzburg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Christine von Arnim

Abteilung für Geriatrie 

Universitätsmedizin Göttingen 

Robert-Koch-Str. 40, D-37077 Göttingen

E-Mail: [email protected]

Gabriele Bales

Pflegeexpertin als Advanced Practice Nurse (MScN)

Universitäre Altersmedizin Felix Platter

Burgfelderstrasse 101, CH-4055 Basel

E-Mail: [email protected]

Priv.-Doz. Dr. med. Christoph Bartl

Osteoporosezentrum am Dom München

Kaufingerstr. 15, D-80331 München

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Christopher Bliemel

Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie

Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg

Baldingerstr., D-35043 Marburg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Wolfgang Böcker

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Muskuloskelettales Universitätszentrum München (MUM)

LMU Klinikum München – Campus Großhadern

Marchioninistr. 15, D-81377 München

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. L. Cornelius Bollheimer

Medizinische Klinik VI (Altersmedizin)

Uniklinik RWTH Aachen

Pauwelsstr. 30, D-52074 Aachen

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Hartmut Bork

Reha-Zentrum am St. Josef-Stift gGmbH

Westtor 7, D-48324 Sendenhorst

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Benjamin Bücking

Klinik für Unfallchirurgie

Klinikum Hochsauerland GmbH

Nordring 39-44, D-59821 Arnsberg

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Kerstin Bühl

Abteilung für Geriatrie

Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart

Auerbachstraße 110, D-70376 Stuttgart

E-Mail: [email protected]

PD Dr. med. Heinrich Burkhardt

Geriatrisches Zentrum, IV. Medizinische Klinik – Geriatrie

Universitätsmedizin Mannheim

Theodor-Kutzer-Ufer 1–3, D-68167 Mannheim

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Mark Coburn

Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin

Universitätsklinikum Bonn

Venusberg-Campus 1, Gebäude 22, D-53127 Bonn

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Michael Denkinger

Institut für Geriatrische Forschung der Universität Ulm

Geriatrisches Zentrum Ulm/Alb-Donau

AGAPLESION Bethesda Klinik, Akademisches Krankenhaus der Universität Ulm

Zollernring 26, D-89073 Ulm

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Karsten E. Dreinhöfer

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Medical Park Berlin Humboldtmühle

und

Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC)

Charité – Universitätsmedizin Berlin

An der Mühle 2–9, D-13507 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Friedemann Ernst

Kompetenz-Centrum Geriatrie der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste

beim Medizinischen Dienst Nord

Hammerbrookstr. 5, D-20097 Hamburg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Daphne Eschbach

Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie

Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg

Baldingerstr. 1, D-35043 Marburg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Gerhard Eschweiler

Geriatrisches Zentrum am Universitätsklinikum Tübingen

Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Calwerstraße 14, D-72076 Tübingen

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Thomas Friess

Projektkoordination AltersTraumaZentrum und AltersTraumaRegister-DGU

AUC – Akademie der Unfallchirurgie

Emil-Riedel-Str. 5, D-80538 München

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Cornelia Gleisberg

Abteilung Medizin

GKV-Spitzenverband

Reinhardtstr. 28, D-10117 Berlin

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. univ. Markus Gosch

Medizinische Klinik 2 – Schwerpunkt Geriatrie, Klinikum Nürnberg

Universitätsklinik für Geriatrie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg

Prof. Ernst Nathan Str. 1, D-90419 Nürnberg

E-Mail: [email protected]

Michaela Groß, M.Sc.

Abteilung für Geriatrie

Robert-Bosch-Krankenhaus

Auerbachstraße 110, D-70376 Stuttgart

E-Mail: [email protected]

Priv.-Doz. Dr. Martin Grünewald

Medizinische Klinik I

Kliniken Landkreis Heidenheim gGmbH

Schloßhaustr. 100, D-89522 Heidenheim

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Klaus-Peter Günther

UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- und Plastische Chirurgie

am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Fetscherstr. 74, D-01307 Dresden

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Carl Haasper

AMEOS Klinikum Seepark

Langener Str. 66, D-27607 Geestland

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. rer. nat. Julia Haberstroh

Psychologische Alternsforschung, Institut für Psychologie

Universität Siegen

Adolf-Reichwein-Str. 2a, D-57068 Siegen

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. phil. med. habil. Klaus Hauer

Agaplesion Bethanien-Krankenhaus

Geriatrisches Zentrum am Klinikum der Universität Heidelberg

Rohrbacherstrs.149, D-69126 Heidelberg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller

Orthopädische Klinik Braunschweig

Stiftung Herzogin Elisabeth Hospital

Leipziger Str. 24, D-38124 Braunschweig

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. Dr. med. Eric Hesse

Institut für Molekulare Muskuloskelettale Forschung (IMMF)

LMU Klinikum München – Campus Großhadern

Fraunhoferstr. 20, D-82152 Planegg-Martinsried

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Christoph-E. Heyde

Universitätsklinikum Leipzig AöR

Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie

Liebigstr. 20, D-04103 Leipzig

E-Mail: [email protected]

Priv.-Doz. Dr. med Gunnar Hischebeth

Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie

Universitätsklinikum Bonn AöR

Venusberg Campus 1, Gebäude 63, D-53127 Bonn

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Nicolas H. von der Höh

Universitätsklinikum Leipzig AöR

Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie

Liebigstr. 20, D-04103 Leipzig

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson

Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation

LMU Klinikum München – Campus Großhadern

Marchioninistr. 15, D-81377 München

E-Mail: [email protected]

Prim. Prof. Dr. med. Christian Kammerlander

Unfallkrankenhaus Steiermark, Graz & Kalwang

Standort Graz: Göstingerstr. 24, A-8020 Graz

Standort Kalwang: Rudolf-von-Gutmann-Str. 1, A-8775 Kalwang

E-Mail: [email protected]

und

apl. Professor an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Muskuloskelettales Universitätszentrum München (MUM)

LMU Klinikum München – Campus Großhadern

Marchioninistr. 15, 81377 D-München

Dr. med. Tobias Kappenschneider

Klinik und Poliklinik für Orthopädie der Universität Regensburg

Sektion Orthopädische Geriatrie

Asklepios Klinikum Bad Abbach

Kaiser-Karl V.-Allee 3, D-93077 Bad Abbach

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. phil. Wolfgang Kemmler

Institute of Medical Physics

Friedrich-Alexander University of Erlangen-Nürnberg

Henkestraße 91, D-91052 Erlangen

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Rainer Kiefmann

Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie

Schwerpunktbereich Gerontoanästhesiologie

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistr. 52, D-20246 Hamburg

E-Mail: [email protected]

und

Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Rotkreuzklinikum München

Nymphenburger Str. 163, D-80634 München

E-Mail: [email protected]

Priv.-Doz. Dr. med Stephan Kirschner, MBA

Orthopädische Klinik

ViDia Christliche Kliniken Karlsruhe

Steinhäuserstraße 18, D-76135 Karlsruhe

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Sven Klaschik

Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin

Universitätsklinikum Bonn

Venusberg-Campus 1, Gebäude 22, D-53127 Bonn

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Tom Knauf

Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie

Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg

Baldingerstr., D-35043 Marburg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Matthias Knobe, MME, MHBA

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Luzerner Kantonsspital

Spitalstrasse, CH-6000 Luzern 16

E-Mail: [email protected]

Priv.-Doz. Dr. med. Hendrik Kohlhof, MHBA

Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Rheinische Friedrich Wilhelms-Universität Bonn

Venusberg-Campus 1, D-53127 Bonn

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Hans-Helmut König, MPH

Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistr. 52, D-20246 Hamburg

E-Mail: [email protected]

Priv.-Doz. Dr. med. Albert Lukas

Zentrum für Altersmedizin

HELIOS Klinikum Bonn/Rhein-Sieg

Von-Hompesch-Str. 1, D-53123 Bonn

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Ursula Marschall, Dipl. oec.

Institut für Gesundheitssystemforschung

Forschungsbereich Medizin/Versorgungsforschung

BARMER Hauptverwaltung

Lichtscheider Str. 89, D-42285 Wuppertal

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Uwe Maus, MHBA

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Universitätsklinikum Düsseldorf

Moorenstr. 5, D-40225 Düsseldorf

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. Dr. h. c. Edgar Mayr

Zentralklinikum Augsburg

Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie, Plastische und Handchirurgie

Steglinstr. 2, D-86156 Augsburg

E-Mail: [email protected]

Dr. P.H. Matthias Meinck

Kompetenz-Centrum Geriatrie der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste

beim Medizinischen Dienst Nord

Hammerbrookstr. 5, D-20097 Hamburg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Patrick Meybohm

Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie

Universitätsklinikum Würzburg

Oberdürrbacher Str. 6, D-97080 Würzburg

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Matthias Meyer

Orthopädische Klinik für die Universität Regensburg

Asklepios Klinikum Bad Abbach

Kaiser-Karl V.-Allee 3, D-93077 Bad Abbach

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Wolfram Mittelmeier

Orthopädische Klinik   

Universitätsmedizin Rostock

Doberaner Str. 142, D-18057 Rostock 

E-Mail: [email protected] 

Norbert H. Müller, RA

Rechtsanwälte Klostermann Schmidt Monstadt Eisbrecher

Kortumstr. 100, 44787 Bochum

Postfach 10 13 04, 44713 Bochum

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med Ursula Müller-Werdan

Klinik für Geriatrie und Altersmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin

und Evangelisches Geriatriezentrum Berlin

Reinickendorfer Str. 61, D-13347 Berlin

E-Mail: [email protected]

Ass.-Prof.in Dr.in rer. medic. Nadja Nestler

Institut für Pflegewissenschaft und -praxis

Paracelsus Medizinische Privatuniversität

Strubergasse 21, A-5020 Salzburg

E-Mail: [email protected]

PD Dr. med. Carl Neuerburg

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Muskuloskelettales Universitätszentrum München (MUM)

LMU Klinikum München – Campus Großhadern

Marchioninistr. 15, D-81377 München

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. rer. medic. Kristina Norman

Klinik für Geriatrie und Altersmedizin

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Reinickendorfer Str. 61 | D-13347 Berlin

E-Mail: [email protected]

und

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Abteilung für Ernährung und Gerontologie

Arthur-Scheunert-Allee 114–116, D-14558 Nuthetal

Dr. med. Cynthia Olotu

Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistraße 52, D-20246 Hamburg

E-Mail: [email protected]

Ass.-Prof. Dr. Martin Pallauf, Dipl.-Pflegewirt (FH)

Institut für Pflegewissenschaft und -praxis

Paracelsus Medizinische Privatuniversität

Strubergasse 21, A-5020 Salzburg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Johannes Pantel

Arbeitsbereich Altersmedizin mit Schwerpunkt Psychogeriatrie und klinische Gerontologie

Institut für Allgemeinmedizin

Johann Wolfgang Goethe-Universität

Theodor-Stern-Kai 7, D-60590 Frankfurt am Main

E-Mail: [email protected]

Dr. rer. nat. Klaus Pfeiffer

Abteilung für Geriatrie

Robert-Bosch-Krankenhaus

Auerbachstraße 110, D-70376 Stuttgart

E-Mail: [email protected]

Priv.-Doz. Dr. med. Matthias Pumberger

Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC)

Charité – Universitätsmedizin Berlin 

Charitéplatz 1, D-10117 Berlin

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Maximillian Rudert

Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Würzburg

Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus

Brettreichstr. 11, D-97074 Würzburg

E-Mail: [email protected]

Dr. biol. hum. Patrick Roigk, M.A. Pflegewissenschaft

Abteilung für Geriatrie

Robert-Bosch-Krankenhaus

Auerbachstr. 110, D-70376 Stuttgart

E-Mail: [email protected]

Prof. em. Dr. med. Dr. h.c. Pol M. Rommens

Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Langenbeckstr. 1, D-55131 Mainz

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Dietrich Rothenbacher, MPH

Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie

Universität Ulm

Helmholtztsr. 22, D-89081 Ulm

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Steffen Ruchholtz

Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie

Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg

Baldingerstr., D-35043 Marburg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Oliver W. Sakowitz

Neurochirurgisches Zentrum Ludwigsburg-Heilbronn

RKH Gesundheit – Klinikum Ludwigsburg

Posilipostr. 4, D-71640 Ludwigsburg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Markus Scheibel

Schulthess Klinik

Lengghalde 2, CH-8008 Zürich

E-Mail: [email protected]

und

Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC)

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Augustenburgerplatz 1, D-13353 Berlin

E-Mail: [email protected]

Dr. med. Klaus John Schnake

Interdisziplinäres Zentrum für Wirbelsäulen- und Skoliosetherapie

Malteser Waldkrankenhaus St. Marien

Rathsberger Str. 57, D-91054 Erlangen

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Tobias L. Schulte

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Orthopädische Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum

Katholisches Klinikum Bochum, St. Josef-Hospital

Gudrunstr. 56, D-44791 Bochum

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Rüdiger Smektala

Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie

In der Schornau 23–25, D-44892 Bochum

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Arnd Steinbrück

OCKA orthopädisch chirurgisches Kompetenzzentrum Augsburg

Vinzenz-von-Paul-Platz 1, D-86152 Augsburg

E-Mail: [email protected]

Dr. rer. med. Dipl.-Psych. Valentina A. Tesky

Arbeitsbereich Altersmedizin

Institut für Allgemeinmedizin

Johann Wolfgang Goethe-Universität

Theodor-Stern-Kai 7, D-60590 Frankfurt am Main

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Ulrich Thiem

Zentrum für Geriatrie und Gerontologie, Albertinen-Haus

Sellhopsweg 18-22, D-22459 Hamburg

E-Mail: [email protected]

und

Lehrstuhl für Geriatrie und Gerontologie

Universitätsklinikum Eppendorf, Hamburg

Priv.-Doz. Dr. med. Christine Thomas

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere

Klinikum Stuttgart

Prießnitzweg 24, D-70374 Stuttgart

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. rer. nat. Dorothee Volkert

Professur für Klinische Ernährung im Alter

Institut für Biomedizin des Alterns

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Kobergerstr. 60, D-90408 Nürnberg

E-Mail: [email protected]

Prof. Dr. med. Rainer Wirth

Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation

Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Hölkeskampring 40, D-44625 Herne

E-Mail: [email protected]

 

Geleitwort

 

 

 

Der demografische Wandel stellt unser Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen, die wir bereits heute in einer noch nie dagewesenen Dynamik erleben. Es ist eine überaus erfreuliche Tatsache, dass immer mehr Menschen immer älter werden und dass das sog. vierte Alter heute für viele mit einer hohen Lebensqualität verbunden ist. Allerdings erleben wir vor dem Hintergrund eines körperlichen und geistigen Abbaus auch zahlreiche altersassoziierte Probleme, die in der medizinischen Versorgung von Menschen in Orthopädie und Unfallchirurgie Berücksichtigung finden müssen. Gebrechlichkeit, kognitive Störungen, Multimorbidität und Multimedikation seien hier nur als Stichworte genannt, um die zunehmende Komplexität der individuellen Situation unserer Patienten zu skizzieren.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) haben diese Herausforderung mit der Erstellung des Weißbuchs Alterstraumatologie im Jahr 2018 angenommen. Das Weißbuch hat Einfluss auf die Versorgungsrealität genommen und Orientierung für die Weiterentwicklung der Patientenversorgung gegeben. Es konnten interdisziplinäre Abläufe etabliert werden, die die Versorgungsqualität signifikant verbessern und sogar zu einer nachhaltigen Verbesserung der Überlebenszeit alterstraumatologischer Patienten beitragen. Ihre praktische Umsetzung erfuhren die Inhalte des Weißbuchs in der Etablierung von zertifizierten Alterstraumazentren.

In der elektiven Behandlung orthopädischer Erkrankungen älterer Patienten müssen die altersassoziierten Besonderheiten ebenso Berücksichtigung finden, um diesen Patienten medizinisch gerecht zu werden. Wir sehen es daher als einen weiteren wichtigen Fortschritt für das gemeinsame Fach Orthopädie und Unfallchirurgie an, dass sich die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) der Herausforderung gestellt hat, Orthopädie und Unfallchirurgie bei älteren Patienten in einem gemeinsamen Weißbuch abzubilden.

Die Besonderheiten in der Betreuung älterer Patienten beginnen nicht erst mit der Operation. Im Hinblick auf die Besonderheiten der prä- und perioperativen Phase finden sich durchaus Gemeinsamkeiten in der Versorgung traumatologisch und elektiv zu behandelnder Patienten. Die Inhalte des Weißbuchs im Hinblick auf die Frakturversorgung werden aus dem orthopädischen Spektrum mit Ausführungen zur operativen Versorgung mit Endoprothetik, der Wirbelsäulenchirurgie, periprothetischer Frakturen und Infektionen ergänzt. Die Notwendigkeit und die Inhalte des Geriatrischen Co-Managements werden dargestellt und Hinweise zur postoperativen Versorgung gegeben. Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung sind auch im Bereich der Versorgung älterer Patienten in Orthopädie und Unfallchirurgie unverzichtbar.

Wir sind der Überzeugung, dass mit dem gemeinsamen Weißbuch Alterstraumatologie und Orthogeriatrie ein Buch gelungen ist, das sehr gut an den Erfolg des Weißbuchs Alterstraumatologie anschließt und diesen fortsetzen kann. Es stellt eine sehr gute Basis für die interprofessionelle Versorgung älterer Patienten und die darin involvierten ärztlichen und nicht-ärztlichen Berufsgruppen in unserem sehr breiten Fach und darüber hinaus dar. Darüber hinaus soll es auch den Vertretern der Politik und den Kostenträgern wichtige Hinweise für Entscheidungen geben, die im Sinne von Qualität und Sicherheit für die Behandlung dieser auch zahlenmäßig bedeutsamen Patientengruppe zu treffen sind.

Prof. Dr. med. Bernd Kladny

Stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC)

Prof. Dr. med. Dietmar Pennig

Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)

Prof. Dr. med. Rainer Wirth

President-elect der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG)

 

Inhalt

 

 

 

Herausgeber- und Autorenverzeichnis

Geleitwort

Einführung zur Vorgängerausgabe

Weißbuch Alterstraumatologie

Einführung zum

Weißbuch Alterstraumatologie und Orthogeriatrie

I          Einführung in die Alterstraumatologie

1         Epidemiologie und Kosten osteoporotischer Frakturen in Deutschland

Kilian Rapp, Dietrich Rothenbacher und Hans-Helmut König

2         Evidenz für orthogeriatrisches Co-Management nach proximalen Femurfrakturen

Kilian Rapp und Benjamin Bücking

II        Einführung in die Orthogeriatrie

1         Definition der Orthogeriatrie

Dieter C. Wirtz und Bernd Kladny

2         Epidemiologie und Kosten orthogeriatrischer Eingriffe

Ursula Marschall

3         Herausforderungen in der Betreuung orthogeriatrischer Patienten

Karsten E. Dreinhöfer und Clemens Becker

III       Prä- und perioperative Phase

1         Präoperative Diagnostik und geriatrisches Assessment

Albert Lukas und Ulrich Thiem

2         Besondere Situationen der Einwilligungsfähigkeit – Einwilligung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen in medizinische Maßnahmen

Valentina A. Tesky, Julia Haberstroh, Ulrich C. Liener, Daphne Eschbach, Norbert H. Müller und Johannes Pantel

3         Perioperative Planung, Zeitpunkt der Operation von proximalen Femurfrakturen

Rüdiger Smektala

4         Umgang mit gerinnungshemmender Medikation

Benjamin Bücking, Michael Denkinger und Martin Grünewald

5         Anästhesiologische Verfahren und Schmerzmanagement

Sven Klaschik und Mark Coburn

6         Patientenorientiertes Blutmanagement

Patrick Meybohm und Daphne Eschbach

7         Delir und Demenz

Christine von Arnim, Kerstin Bühl und Christine Thomas

8         Perioperative kardiologische Betreuung

Ursula Müller-Werdan

9         Medikamentenmanagement und Polypharmazie

Heinrich Burkhardt

10      Prärehabilitation in der Orthogeriatrie

Stephan Kirschner, Cynthia Olotu und Rainer Kiefmann

IV       Frakturversorgung

1         Implantatfixierung und Endoprothetik im osteoporotischen Knochen

Eric Hesse und Carl Haasper

2         Proximale Femurfrakturen

Benjamin Bücking, Christopher Bliemel und Matthias Knobe

3         Distale Radiusfrakturen

Christoph Bartl

4         Proximale Humerusfrakturen

Edgar Mayr

5         Fragilitätsfrakturen des Beckens

Pol M. Rommens

6         Schädel-Hirn-Trauma

Oliver W. Sakowitz

7         Geriatrisches Polytrauma

Tom Knauf, Steffen Ruchholtz und Rene Aigner

V         Primär- und Wechselendoprothetik

1         Hüftgelenksarthrose

Karl-Dieter Heller

2         Kniegelenksarthrose

Maximilian Rudert und Philip Anderson

3         Schultergelenksarthrose

Markus Scheibel

4         Aseptische Prothesenlockerung

Klaus-Peter Günther

5         Septische Prothesenrevision

Gunnar Hischebeth und Hendrik Kohlhof

VI       Planbare Wirbelsäulenchirurgie

1         Spinalkanalstenose

Matthias Pumberger

2         Degenerative Skoliosen

Tobias L. Schulte

3         Spondylodiszitis

Christoph-E. Heyde und Nicolas H. von der Höh

VII      Periprothetische Frakturen und osteoporotische Wirbelkörperfrakturen

1         Periprothetische Frakturen

Michael J. Raschke und Dieter C. Wirtz

2         Osteoporotische Wirbelkörperfrakturen

Klaus John Schnake und Christian Kammerlander

VIII    Geriatrisches Co-Management

1         Orthogeriatrische Zusammenarbeit in der Traumatologie

Thomas Friess, Daphne Eschbach und Markus Gosch

2         Modelle der orthogeriatrischen Versorgung

Hendrik Kohlhof, Matthias Meyer, Albert Lukas und Tobias Kappenschneider

IX       Postoperative Phase

1         Pflege

Martin Pallauf, Nadja Nestler, Gabriele Bales und Patrick Roigk

2         Diagnostik und Therapie der Osteoporose nach Fraktur

L. Cornelius Bollheimer, Kilian Rapp und Uwe Maus

3         Koordiniertes Osteoporose-Management mittels Fracture Liaison Service (FLS)

Carl Neuerburg, Christian Kammerlander und Wolfgang Böcker

4         Rehabilitation und Training in der Alterstraumatologie

Klaus Hauer, Clemens Becker, Wolfgang Kemmler, Daphne Eschbach, Patrick Roigk und Michaela Groß

5         Rehabilitation und Training in der Orthogeriatrie

Hartmut Bork und Bernd Kladny

6         Diagnostik und Therapie der Malnutrition

Kristina Norman, Dorothee Volkert und Rainer Wirth

7         Sturzangst und Depression

Klaus Pfeiffer und Gerhard Eschweiler

8         Sturzprävention

Clemens Becker, Patrick Roigk und Michaela Groß

X         Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

1         Qualitätskontrollen von Struktur- und Prozessanforderungen in der Versorgung hüftgelenknaher Femurfrakturen durch die Medizinischen Dienste

Matthias Meinck und Friedemann Ernst Kompetenz-Centrum Geriatrie der Gemeinschaft der Medizinischen Dienste

2         Die Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur – QSFFx-RL

Cornelia Gleisberg

3         Endoprothetikzentren-Zertifizierung: EndoCert

Wolfram Mittelmeier

4         Endoprothesenregister Deutschland (EPRD)

Volkmar Jansson und Arnd Steinbrück

Übersicht über SOPs

 

Einführung zur Vorgängerausgabe Weißbuch Alterstraumatologie

 

 

 

Die Zahl der typischen alterstraumatologischen Verletzungen wie Hüft- oder Oberarmfrakturen nimmt in Deutschland weiter zu. Damit wird die Sicherstellung einer guten akutmedizinischen Versorgung älterer Patienten nach sturz- oder osteoporosebedingten Frakturen immer wichtiger. In einer 2014 vom Robert Koch-Institut vorgelegten Untersuchung zeigte sich, dass sturzbedingte Verletzungen neben Herzerkrankungen, Krebs, Demenz und Schlaganfall zu den fünf wichtigsten Ursachen für einen Verlust an qualitätsadjustierten Lebensjahren gehören (Plass et al. 2014). Daten aus benachbarten europäischen Ländern zeigen, dass bei Patienten, die durch Unfallchirurgen und Geriater in alterstraumatologischen Abteilungen gemeinsam behandelt werden, die 30-Tage- und Ein-Jahres-Mortalität um mehr als 25 % gesenkt werden konnte (Hawley et al. 2016). Zudem konnte eindrucksvoll gezeigt werden, dass die frühe Einbeziehung geriatrischer Behandlungsprinzipien zu besseren funktionellen Ergebnissen führte (Prestmo et al. 2015). Hunderte Heimeinweisungen wären vermeidbar und häusliche Pflegebedürftigkeit reduzierbar, wenn eine hochwertige, evidenzbasierte Akutbehandlung und Rehabilitation von älteren Patienten nach altersassoziierten Frakturen in erfahrenen, qualifizierten Abteilungen durchgeführt würde. Die hierfür nötigen Strukturen und Prozesse sind in Deutschland bisher nur teilweise vorhanden und sollten in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden.

Alterstraumatologische Frakturen haben schon jetzt eine sehr hohe ökonomische Relevanz; die Kosten betragen mehrere Milliarden Euro. Es ist davon auszugehen, dass die Kosten, die durch Frakturen verursacht werden, in den nächsten Jahren stark ansteigen werden. Die Prognosemodelle für alle Fallgruppen weisen darauf hin, dass systematische und systemische Präventionsmaßnahmen erforderlich sein werden, damit die Mengenentwicklung beherrschbar und steuerbar bleibt.

Die gegenwärtige Situation erinnert an die Diskussion bei der Einführung der Stroke Units vor mehr als zehn Jahren. Es ist unstrittig, dass im Bereich der Schlaganfallbehandlung eine gut koordinierte interdisziplinäre Behandlung, eingebettet in ein dichtes Versorgungsnetz, die Prävention, Therapie und Rehabilitation verbessert hat. Dieser Weg muss auch im Bereich der Alterstraumatologie beschritten werden. Dabei sollte auf die Stärken des deutschen Gesundheitswesens, wie deren Innovationsfähigkeit, aufgebaut werden. Die Erfahrungen anderer europäischer Länder in der Alterstraumatologie im Bereich der Auditierung und Prozessevaluation sollten auf deutsche Verhältnisse angepasst und konsequent implementiert werden.

In Deutschland werden derzeit mehr als 400.000 alterstraumatologische Frakturen pro Jahr stationär behandelt. Prototyp ist hierbei die Fraktur des coxalen Femurs (umgangssprachlich oft, aber nicht korrekt, »Oberschenkelhalsbruch« genannt). Das Durchschnittsalter dieser Patienten liegt mittlerweile bei über 82 Jahren.

Die strukturelle Organisation und die hiermit verbundenen Prozesse vieler deutscher Krankenhäuser sind derzeit noch nicht optimal auf die alterstraumatologischen Herausforderungen vorbereitet. Die Gesundheitspolitik und die Leistungsträger legen zu Recht großen Wert auf die Qualität der Versorgung. Die präoperative, intraoperative und postoperative Versorgung der überwiegend hochaltrigen Patienten setzt eine koordinierte Behandlung von Unfallchirurgie, Anästhesie, Geriatrie und Nachbardisziplinen wie der Pflege und der Therapieberufe voraus. Derzeit erfüllen weniger als 100 Zentren in Deutschland die Voraussetzungen einer zertifizierten Alterstraumatologie. In den kommenden fünf Jahren ist davon auszugehen, dass sich viele Abteilungen auf den Weg machen werden, diese Voraussetzungen zu erfüllen. Das Weißbuch setzt sich zum Ziel, die Strukturen und Prozesse zu beschreiben, die hierfür nötig sind. Der Bewertungsmaßstab hierfür sind klinische Studien mit hoher Qualität. Die dazu nötigen Formen der Zusammenarbeit sind in Deutschland noch nicht gelebte Praxis.

Es geht darum, bis 2020 interdisziplinäre und interprofessionelle Einheiten zu schaffen, die die Stärken aller Teammitglieder gegenseitig anerkennen und fördern. Dies betrifft ärztliche und nichtärztliche Gesundheitsfachberufe. Neben den Pflegeberufen sind hier die therapeutischen Berufsgruppen an erster Stelle zu nennen. Bei der Diskussion ist zu bedenken, dass die gegenwärtige Bewertung durch die DRG-Systematik diese Prozesse nur teilweise im Rahmen der frührehabilitativen Komplexbehandlung abbildet. So werden weniger als 50 % der Patienten eines alterstraumatologischen Zentrums über das Merkmal einer frührehabilitativen Komplexbehandlung korrekt erfasst. Dabei reicht das alterstraumatologische Spektrum vom ambulant behandelten Patienten mit Radiusfraktur bis hin zum multimorbiden, in einem Pflegeheim lebenden Patienten mit Hüftfraktur.

Vor diesem Hintergrund enthält das Weißbuch eine kurze Zusammenfassung der unfallchirurgischen Therapie häufiger Frakturtypen. Der Stand der Wissenschaft wird in einer auch für Nichtmediziner verständlichen Sprache zusammengefasst. Im Bereich der unfallchirurgischen Therapie zeigt sich die Stärke einer innovativen Medizintechnik. Durch neue operative Verfahren und Implantate können relevante Fortschritte erreicht werden.

Ergänzend hierzu wird das perioperative Management durch die Anästhesie und Geriatrie vor dem Hintergrund des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses zusammengefasst. Internationale Studien zeigen, dass die perioperative Mortalität gesenkt werden kann, wenn eine optimal koordinierte Therapie stattfindet. Viele, aber nicht alle, Komplikationen wie Pneumonie, tiefe Beinvenenthrombose, Blutungskomplikationen, Delir, Dekubitus und Infekte der Harnwege sind vermeidbar.

Die postoperative Trainingstherapie und Rehabilitation ist von herausragender Bedeutung, wenn das gesellschaftlich akzeptierte Ziel der Vermeidung und Minimierung von Pflegebedürftigkeit erreicht werden soll. Die meisten Frakturen führen über eine Phase der relativen oder absoluten Immobilität zu muskulären, koordinativen und kognitiven Defiziten. Die auch in Deutschland durchgeführten Meilensteinstudien zeigen, dass das rehabilitative Potential der meisten Patienten nicht ausreichend genutzt wird.

Bei praktisch allen alterstraumatologischen Patienten wird die Behandlung nicht mit der Entlassung aus dem Akutbereich oder der stationären Rehabilitation abgeschlossen sein. Die ambulante Behandlung weist unverändert erhebliche Defizite auf. Dies betrifft die konsequente Behandlung der Osteoporose zur Sekundärprävention ebenso wie eine konsequente ambulante Sturzprävention. Bei der Verbesserung der Schnittstellen steht Deutschland noch am Anfang.

Stuttgart, im Frühjahr 2018

Ulrich Christoph Liener, Clemens Becker und Kilian Rapp

Literatur

Hawley S, Javaid MK, Prieto-Alhambra D, Lippett J, Sheard S, Arden NK, Cooper C, Judge A; REFReSH study group. Clinical effectiveness of orthogeriatric and fracture liaison service models of care for hip fracture patients: population-based longitudinal study. Age Ageing. 2016 Mar;45(2):236-42.

Plass D, Vos T, Hornberg C, Scheidt-Nave C, Zeeb H, Krämer A: Trends in disease burden in Germany – results, implications and limitations of the Global Burden of Disease Study. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 629–38.

Prestmo A, Hagen G, Sletvold O, Helbostad JL, Thingstad P, Taraldsen K, Lydersen S, Halsteinli V, Saltnes T, Lamb SE, Johnsen LG, Saltvedt I. Comprehensive geriatric care for patients with hip fractures: a prospective, randomised, controlled trial. Lancet. 2015 Apr 25;385(9978):1623-33.

 

Einführung zum Weißbuch Alterstraumatologie und Orthogeriatrie

 

 

 

Seit der ersten Ausgabe des Weißbuchs Alterstraumatologie im Jahr 2018 wurden mittlerweile auch in Deutschland belastbare Zahlen der Versorgungsforschung vorgelegt. Diese zeigen, dass es für Patienten1 und Kliniken von Vorteil ist, wenn die Empfehlungen des Weißbuchs umgesetzt werden. Die Ergebnisse des PROFinD2-Konsortiums, das Daten von mehr als 50.000 Patienten untersucht hat, zeigen, dass sich die 30-Tage-Mortalität um 20 % reduziert, wenn Patienten von interdisziplinären Teams alterstraumatologisch betreut werden.

Die Zahl der alterstraumatologischen Verletzungen hat in Deutschland in den letzten Jahren weiter zugenommen. Dem Ziel der verbesserten akutmedizinischen Versorgung älterer Patienten nach sturz- oder osteoporosebedingten Frakturen wurde mit dem G-BA-Beschluss 2019 Rechnung getragen. Dieser legt mit einer Übergangsfrist fest, dass zukünftig die Regelbehandlung alterstraumatologischer Patienten durch interdisziplinäre Teams erfolgen soll. Neben der frühzeitigen operativen Therapie wurden zahlreiche Struktur- und Prozessmerkmale festgelegt. Das Indexkrankheitsbild ist dabei die Hüftfraktur. Es ist aber davon auszugehen, dass eine ähnliche Vorgehensweise auch bei den anderen Frakturen älterer Menschen zu einer Verbesserung führen wird.

Fragilitätsfrakturen haben eine hohe ökonomische Relevanz. Die Kosten einer vermeidbaren Heimeinweisung sind sowohl für die einzelne Familie als auch für die sozialen Sicherungssysteme enorm. Die hier vorgelegten Prognosemodelle weisen darauf hin, dass diese in den nächsten Jahren weiter stark ansteigen werden. Damit diese Mengenentwicklung beherrsch- und steuerbar bleibt, ist eine grundlegende systematische und systemische Weiterentwicklung von Behandlung, Rehabilitation und Prävention unerlässlich.

Die Situation des neuen Weißbuchs Alterstraumatologie und Orthogeriatrie beschreibt somit den Aufbruch in eine neu strukturierte Versorgung, die zusammen mit der Reorganisation der Notaufnahmen zu einer nachhaltigen Veränderung des deutschen Krankenhaussystems führen wird. Es gibt noch viele offene Fragen. Die hohen Strukturvoraussetzungen des G-BA müssen refinanziert werden. Die Umstellung von einem 5-Tage-Angebot auf ein 7-Tage-Angebot der interdisziplinären Behandlung sind mit weiteren erheblichen Kosten verbunden. Eine große Herausforderung für die Krankenhausträger ist die Umsetzung dieser Vorgaben.

In Deutschland werden derzeit mehr als 450.000 Patienten mit Fragilitätsfrakturen stationär behandelt. Eine vergleichbar große Anzahl an Patienten wird darüber hinaus mit orthopädischen Erkrankungen im Alter von mindestens 80 Jahren oder älter als 70 Jahren mit einem geriatrischen Multimorbiditätsprofil stationär betreut. Wesentlicher Unterschied zu alterstraumatologischen Patienten ist bei orthogeriatrischen Patienten in der Regel das Fehlen einer notfallmäßigen Behandlungsnotwendigkeit, so dass insbesondere bei planbaren Eingriffen ein präinterventioneller Zeitraum besteht. Gerade dieser sollte und muss multiprofessionell genutzt werden, um die perioperative Komplikationsrate zu senken und das Outcome zu verbessern.

Bis dato sind jedoch die strukturelle Organisation und die hiermit verbundenen Prozesse für planbare orthopädische Eingriffe noch nicht optimal auf die orthogeriatrischen Herausforderungen vorbereitet. Die Gesundheitspolitik und die Leistungsträger legen – zu Recht – großen Wert auf die Qualität der Versorgung. Die prä-, intra- und postoperative Versorgung der hochaltrigen Patienten setzt eine koordinierte und verzahnte Behandlung von Orthopädie und Unfallchirurgie, Anästhesie, Geriatrie und Bereichen wie Pflege- und Therapieberufe voraus.

Das neuaufgelegte Weißbuch setzt sich zum Ziel, die Strukturen und Prozesse in der Alterstraumatologie fortzuschreiben und für die orthogeriatrischen Patienten erstmalig zu definieren.

Es geht darum, bis 2025 überall interdisziplinäre und interprofessionelle Einheiten zu schaffen, die die Stärken sämtlicher Teammitglieder gegenseitig anerkennen und fördern. Bei der Diskussion ist zu bedenken, dass die gegenwärtige Bewertung durch die DRG-Systematik diese Prozesse nur teilweise im Rahmen der frührehabilitativen Komplexbehandlung abbildet. So werden derzeit nur knapp 50 % der Patienten über das Merkmal einer frührehabilitativen Komplexbehandlung korrekt erfasst.

Bei praktisch allen älteren Patienten wird die Behandlung nicht mit der Entlassung aus dem Akutbereich oder der stationären Rehabilitation abgeschlossen sein. Die ambulante Weiterbehandlung weist erhebliche Defizite und Lücken auf. Dies betrifft die konsequente Erfassung und die Behandlung der Osteoporose zur Sekundärprävention ebenso wie eine konsequente Sturzprävention. Bei der Verbesserung der Schnittstellen steht Deutschland immer noch am Anfang.

Vor diesem Hintergrund enthält das neuaufgelegte Weißbuch eine Zusammenfassung der prä- peri- und postoperativen Phase. Der Stand der Wissenschaft wird in einer auch für Nichtmediziner verständlichen Sprache zusammengefasst.

Stuttgart, Münster, Bonn und Herzogenaurach, im Herbst 2021

Ulrich Christoph Liener, Clemens Becker, Kilian Rapp,

Michael J. Raschke, Bernd Kladny, Dieter Christian Wirtz

1     Zugunsten einer lesefreundlichen Darstellung wird in diesem Herausgeberwerk bei personenbezogenen Bezeichnungen in der Regel die männliche Form verwendet. Diese schließt alle Geschlechtsformen ein (weiblich, männlich, divers).

 

 

 

I           Einführung in die Alterstraumatologie

 

 

1   Epidemiologie und Kosten osteoporotischer Frakturen in Deutschland

2   Evidenz für orthogeriatrisches Co-Management nach proximalen Femurfrakturen

 

1          Epidemiologie und Kosten osteoporotischer Frakturen in Deutschland

Kilian Rapp, Dietrich Rothenbacher und Hans-Helmut König

 

 

Die bedeutsamsten osteoporotischen Frakturen treten am Oberarm, Unterarm, den Wirbelkörpern, dem Becken und der Hüfte auf. Sie sind ganz überwiegend ein Problem des höheren und sehr hohen Alters. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Frakturtypen bezüglich ihrer Alters- und Geschlechtsverteilung. So werden z. B. handgelenksnahe Frakturen sehr häufig bei noch relativ jungen Frauen zwischen 50 und 70 Jahren beobachtet, während Frakturen der Hüfte oder des Beckens bei beiden Geschlechtern typische Frakturen des hohen und sehr hohen Alters sind. Dies spiegelt sich auch in den typischen »Frakturbiografien« wider, in denen auf zunächst weniger dramatische Frakturen mit zunehmendem Alter funktionell immer folgenreichere Frakturen auftreten. So hatte z. B. mindestens die Hälfte der Personen mit einer Hüftfraktur zuvor eine andere osteoporotische Fraktur erlitten.

Im Jahr 2019 wurden nach der offiziellen Statistik des Bundes etwa 431.000 Personen über 65 Jahre aufgrund einer Fraktur am Oberarm, Unterarm, den Wirbelkörpern, dem Becken und der Hüfte behandelt. Hüftfrakturen führten mit 39 % am häufigsten zu einer stationären Behandlung. Allerdings werden Frakturen des Unterarms oder der Wirbelkörper häufig nicht stationär, sondern ambulant behandelt, und deshalb – zieht man nur die Krankenhausstatistik zu Rate – deutlich unterschätzt. Valide Daten für die Krankheitslast aller osteoporotischer Frakturen liegen für Deutschland nicht vor. Für Europa wird geschätzt, dass etwa 30 % der Frakturen auf die Hüfte, 28 % auf den Unterarm, 24 % auf die Wirbelkörper und 12 % auf den Oberarm entfallen (Johnell und Kanis 2006).

Merke:

Die Hüftfraktur ist die am häufigsten im Krankenhaus behandelte Fraktur.

In Deutschland finden sich 3 von 4 der osteoporotischen Frakturen bei Frauen. Dies liegt zum einen an einem generell erhöhten Frakturrisiko, zum anderen aber auch an einer höheren Lebenserwartung. Bei Frauen beträgt das Lebenszeitrisiko in Deutschland für eine der hauptsächlichen osteoporotischen Frakturen (Hüfte, Unterarm, Wirbelkörper, proximaler Humerus) im Alter von 50 Jahren circa 35 %, bei Männern 20 %. Die rohe Inzidenz bei Männern und Frauen im Alter von 50 Jahren oder darüber in Deutschland betrug im Jahr 2017 23 pro 1.000 Personen und war damit nach Schweden die zweithöchste in Europa (Borgström et al. 2020).

Merke:

Etwa jede dritte 50-jährige Frau und jeder fünfte 50-jährige Mann wird im Laufe des Lebens eine osteoporotische Fraktur erleiden.

Da das Frakturrisiko mit dem Alter zunimmt, ist aufgrund der demografischen Alterung unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren auch mit einer Zunahme osteoporotischer Frakturen zu rechnen. Wenn man davon ausgeht, dass sich das alters- und geschlechtsspezifische Risiko, eine Fraktur zu erleiden, in den nächsten Jahrzehnten nicht ändert, so ist bis 2030 bzw. 2050 mit einer Zunahme der Frakturen um 21 % bzw. 57 % zu rechnen (eigene Hochrechnung). Bei Hüftfrakturen muss bis 2050 sogar mit einer Zunahme von circa 70 % ausgegangen werden, sollte es nicht gelingen, das Frakturrisiko deutlich zu senken. Das wiegt deshalb besonders schwer, da die Hüfte die Frakturlokalisation ist, die sowohl funktionell als auch finanziell die weitreichendsten Folgen hat. Deshalb soll hier auf diesen Frakturtyp etwas ausführlicher eingegangen werden.

Für Deutschland liegen gute Daten für die Inzidenz von Hüftfrakturen vor (Icks et al. 2008). Während es in mehreren anderen Industrieländern in den letzten 10 Jahren zu einem Rückgang der altersspezifischen Frakturrate kam (Cooper et al. 2011), ist dies für Deutschland bisher noch nicht zu verzeichnen (Icks et al. 2013). Ein besonders hohes Risiko für Hüftfrakturen haben Personen, die bereits pflegebedürftig sind, unabhängig davon, ob sie zuhause oder im Pflegeheim leben. So verursachen 12 % der Personen über 65 Jahre, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, etwa die Hälfte aller in Deutschland auftretenden Hüftfrakturen (Rapp et al. 2012). Für Pflegeheimbewohner verfügt Deutschland über die derzeit weltweit besten Inzidenzdaten (Rapp et al. 2008; Rapp et al. 2012). So sind z. B. jährlich 3 bis 4 Hüftfrakturen pro 100 Bewohnerplätze zu erwarten. Werden Bewohner zeitlich ab ihrer Aufnahme ins Pflegeheim beobachtet, so ist die Anzahl noch höher. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass das Risiko einer Fraktur in den ersten Monaten in der neuen Umgebung erheblich erhöht ist (Rapp et al. 2008).

Merke:

Personen mit Pflegebedarf haben ein besonders hohes Frakturrisiko.

Die Folgen einer Hüftfraktur sind noch immer erheblich. Die modernen Osteosyntheseverfahren und die damit einhergehende frühe Mobilisierbarkeit der Patienten führten zwar in der Vergangenheit zu einem deutlichen Rückgang der Mortalität. Allerdings versterben noch immer bis zu 36 % der Patienten innerhalb der ersten 12 Monate nach einer Hüftfraktur (Abrahamsen et al. 2009). Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass es sich bei diesen Patienten um häufig sehr gebrechliche Personen mit einem ohnehin erhöhten Mortalitätsrisiko handelt. Die funktionellen Folgen einer Hüftfraktur wie z. B. eine eingeschränkte Geh- oder Selbstpflegefähigkeit sind für die weitere Lebensplanung der Patienten ganz erheblich. So werden z. B. in Deutschland 30 % der Frauen und 27 % der Männer, die das Krankenhaus nach einer Hüftfraktur lebend verlassen, im Rahmen der Pflegeversicherung innerhalb von 6 Monaten erstmalig als pflegebedürftig eingestuft (eigene Daten). Eine Aufnahme ins Pflegeheim erfolgt innerhalb desselben Zeitraums bei immerhin 15 % aller weiblichen und 12 % aller männlichen Hüftfrakturpatienten (Rapp et al. 2015).

Neben der hohen Krankheitslast von osteoporotischen Frakturen haben diese auch eine erhebliche ökonomische Relevanz. Der größte Anteil der medizinischen Versorgungskosten wird dabei im akutstationären Bereich und durch frakturindizierte Pflegeheimaufenthalte verursacht (Konnopka et al. 2009; Bleibler et al. 2013). In Deutschland lagen im Jahr 2009 die Kosten für stationäre Frakturbehandlung von Patienten über 50 Jahren bei ca. 2,4 Mrd. Euro. Circa 73 % dieser Versorgungskosten fielen bei weiblichen Patienten an, wobei 42 % der Kosten durch proximale Femurfrakturen entstanden. Dabei sind 36 % der stationären Versorgungskosten auf den Risikofaktor Osteoporose (Knochendichte T ≤ –2,5) zurückzuführen (Bleibler et al. 2014). Aufgrund des demografischen Wandels ist davon auszugehen, dass die Frakturkosten, vor allem die durch Osteoporose bedingten, überproportional stark ansteigen werden. Dieser starke Kostenanstieg ist vor allem durch zu erwartende frakturbedingte Kosten im Bereich der stationären Pflege zu erklären (Bleibler et al. 2013). Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die gesamten jährlichen Versorgungskosten (einschließlich stationärer Pflege) für osteoporotische Frakturen in Deutschland von ca. 11,3 Mrd. Euro im Jahr 2017 auf ca. 13,9 Mrd. Euro im Jahr 2030 ansteigen werden (Borgström et al. 2020).

Merke:

Frakturen haben schon jetzt eine hohe ökonomische Relevanz. Es ist aber davon auszugehen, dass die Kosten, die durch Frakturen verursacht werden, in den nächsten Jahren noch einmal ansteigen werden.

Literatur

Abrahamsen B, van Staa T, Ariely R, Olson M, Cooper C. Excess mortality following hip fracture: a systematic epidemiological review. Osteoporos. Int. J. Establ. Result Coop. Eur. Found. Osteoporos. Natl. Osteoporos. Found. USA. 2009 Oct;20(10):1633–50.

Bleibler F, Konnopka A, Benzinger P, Rapp K, König HH. The health burden and costs of incident fractures attributable to osteoporosis from 2010 to 2050 in Germany – a demographic simulation model. Osteoporos Int. 2013 Mar;24(3):835–47.

Bleibler F, Benzinger P, Lehnert T, Becker C, König HH. Frakturkosten im deutschen Krankenhaussektor – Welche Rolle spielt die Osteoporose? Gesundheitswesen. 2014 Mar;76:163–8.

Borgström F, Karlsson L, Ortsäter G, Norton N, Halbout P, Cooper C, Lorentzon M, McCloskey EV, Harvey NC, Javaid MK, Kanis JA; International Osteoporosis Foundation. Fragility fractures in Europe: burden, management and opportunities. Arch Osteoporos. 2020 Apr 19;15:59.

Cooper C, Cole ZA, Holroyd CR, Earl SC, Harvey NC, Dennison EM, Melton LJ, Cummings SR, Kanis JA, IOF CSA Working Group on Fracture Epidemiology. Secular trends in the incidence of hip and other osteoporotic fractures. Osteoporos. Int. J. Establ. Result Coop. Eur. Found. Osteoporos. Natl. Osteoporos. Found. USA. 2011 May;22(5):1277–88.