Weißbuch Geriatrie -  - E-Book

Weißbuch Geriatrie E-Book

0,0
22,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Die Versorgung geriatrischer Patienten durch spezielle altersmedizinische Versorgungsangebote ist eine zentrale gesundheits- wie auch gesellschaftspolitische Herausforderung. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung gewinnt die fachspezifische Versorgung dieser Patientengruppe zunehmend an Bedeutung. Neben der bedarfsgerechten Versorgung des einzelnen Patienten rücken so auch Fragen zur Zukunftsfähigkeit und zur Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens in den Vordergrund. Das im Jahr 2010 vom Bundesverband Geriatrie in Erstauflage herausgegebene Weißbuch Geriatrie hat sich dieser Thematik auf Basis umfangreicher Datenerhebungen und -analysen zugewendet und gilt heute als Standardwerk für versorgungsstrukturelle und -politische Fragestellungen der Altersmedizin. Die 3. Auflage des Weißbuchs Geriatrie erscheint in zwei Bänden und baut auf den methodischen Grundlagen und Ergebnissen der Vorauflage auf. Der vorliegende Band I setzt die Darstellung der aktuellen Versorgungsstrukturen in den einzelnen Bundesländern sowie die Analyse und Quantifizierung der zukünftigen Versorgungsbedarfe und der sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Fragen fort.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 261

Veröffentlichungsjahr: 2016

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Die Versorgung geriatrischer Patienten durch spezielle altersmedizinische Versorgungsangebote ist eine zentrale gesundheits- wie auch gesellschaftspolitische Herausforderung. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung gewinnt die fachspezifische Versorgung dieser Patientengruppe zunehmend an Bedeutung. Neben der bedarfsgerechten Versorgung des einzelnen Patienten rücken so auch Fragen zur Zukunftsfähigkeit und zur Finanzierung des deutschen Gesundheitswesens in den Vordergrund. Das im Jahr 2010 vom Bundesverband Geriatrie in Erstauflage herausgegebene Weißbuch Geriatrie hat sich dieser Thematik auf Basis umfangreicher Datenerhebungen und -analysen zugewendet und gilt heute als Standardwerk für versorgungsstrukturelle und -politische Fragestellungen der Altersmedizin. Die 3. Auflage des Weißbuchs Geriatrie erscheint in zwei Bänden und baut auf den methodischen Grundlagen und Ergebnissen der Vorauflage auf. Der vorliegende Band I setzt die Darstellung der aktuellen Versorgungsstrukturen in den einzelnen Bundesländern sowie die Analyse und Quantifizierung der zukünftigen Versorgungsbedarfe und der sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Fragen fort.

Der Bundesverband Geriatrie vertritt als Spitzenverband die Träger der Einrichtungen, die sich unter fachärztlicher Leitung der medizinischen Versorgung geriatrischer Patienten widmen. Dazu gehören u.a. geriatrische Fach- und Rehabilitationskliniken, Krankenhausabteilungen sowie Einrichtungen der Ambulanten und der Mobilen Geriatrischen Rehabilitation.

Diese Auflage des Weißbuchs Geriatrie wurde unter Leitung des Vorstandes erarbeitet von

Dipl. Ges. Oec. Clemens Platzköster, Leiter Geschäftsbereich Medizinmanagement Universitätsklinikum Bonn AöR RA Dirk van den Heuvel, Geschäftsführer Bundesverband Geriatrie e. V. Dipl. Med.-Inf. Anke Wittrich, stellvertretende Geschäftsführerin Bundesverband Geriatrie e. V. Sebastian Holtmann, M.A., Referent Versorgungsfragen Bundesverband Geriatrie e. V.

Die Darstellung der Versorgungsstrukturen und -konzepte in den Bundesländern erfolgte unter Mitarbeit und in Abstimmung mit den jeweiligen Landesverbänden Geriatrie. Die Datenerhebungen und -analysen wurde in Zusammenarbeit mit der aktiva – Beratung im Gesundheitswesen GmbH erstellt.

Bundesverband Geriatrie e. V.

Weißbuch Geriatrie

Band I: Die Versorgung geriatrischer Patienten - Strukturen und Bedarf

3. Auflage

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen oder sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

Es konnten nicht alle Rechtsinhaber von Abbildungen ermittelt werden. Sollte dem Verlag gegenüber der Nachweis der Rechtsinhaberschaft geführt werden, wird das branchenübliche Honorar nachträglich gezahlt.

3. Auflage 2016 Alle Rechte vorbehalten © W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart

Print: 978-3-17-031042-1

E-Book-Formate

pdf:

978-3-17-031043-8

epub:

978-3-17-031044-5

mobi:

978-3-17-031045-2

Für den Inhalt abgedruckter oder verlinkter Websites ist ausschließlich der jeweilige Betreiber verantwortlich. Die W. Kohlhammer GmbH hat keinen Einfluss auf die verknüpften Seiten und übernimmt hierfür keinerlei Haftung.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur 3. Auflage

Vorwort des Herausgebers zur 1. Auflage

1 Einleitung

2 Der geriatrische Patient im Mittelpunkt

3 Strukturen, Inanspruchnahme und Versorgungsbedarf in der Geriatrie

3.1 Vorbemerkungen zur Datengrundlage

3.2 Versorgungsstrukturen der Geriatrie und deren Inanspruchnahme

Geriatrie im Krankenhaus

Geriatrie in Rehabilitationseinrichtungen

Demografie und Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Patienten in anderen Fachdisziplinen

Demografische Entwicklung

3.3 Prognose des geriatrischen Versorgungsbedarfs

Definition Versorgungsbedarf im Krankenhaus

Definition des Versorgungsbedarfs in Rehabilitationseinrichtungen

Effekte der demografischen Entwicklung

Einbeziehung der Patienten anderer Fachgebiete mit geriatrischem Versorgungsbedarf

3.4 Fazit zukünftiger Versorgungsbedarf

3.5 Sondereffekt durch neue Vorgaben im Rahmen der Pflegebegutachtung zur Überprüfung des Rehabilitationsbedarfs

Abschließende Bewertung

3.6 Überprüfung der Prognose des geriatrischen Versorgungsbedarfs laut Weißbuch 2010

4 Vergütung und Finanzierung geriatrischer Einrichtungen

4.1 Vergütungsrelevante Anforderungen an die geriatrischen Leistungserbringer

4.2 Vergütungssituation in der Geriatrie im Krankenhaus

4.3 Vergütungssituation der Geriatrie in Rehabilitationseinrichtungen

Aktuelle Vergütungssatzhöhen in geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen

Ermittlung einer Sollvergütung für die geriatrische Rehabilitation

5 Ökonomische Effekte der Geriatrie

6 Zusammenfassung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen

7 Versorgungsstrukturen und -konzepte in den Bundesländern

7.1 Baden-Württemberg

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.2 Bayern

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.3 Berlin

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.4 Brandenburg

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.5 Bremen

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.6 Hamburg

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.7 Hessen

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in Rehabilitationseinrichtungen

7.8 Mecklenburg-Vorpommern

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.9 Niedersachsen

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.10 Nordrhein-Westfalen

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.11 Rheinland-Pfalz

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.12 Saarland

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.13 Sachsen

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.14 Sachsen-Anhalt

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.15 Schleswig-Holstein

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Geriatrische Versorgung in der Rehabilitation

7.16 Thüringen

Konzept/Krankenhausplan

Bevölkerung

Erreichbarkeit geriatrischer Versorgungsstrukturen

Geriatrische Versorgung im Krankenhaus

Anhang

A Der Bundesverband Geriatrie e. V.

Interessenvertreter der Träger geriatrischer Versorgung

Breites Aufgabenspektrum

Mehrstufiges Aufnahmeverfahren sichert hohe Qualitätsstandards

Beschlüsse der Mitgliederversammlung als Arbeitsgrundlage

B Verzeichnis der Mitgliedseinrichtungen des Bundesverbandes Geriatrie e. V.

C Abkürzungsverzeichnis

D Abbildungsverzeichnis

E Sachverzeichnis

Vorwort zur 3. Auflage

»Unter einem White Paper (dt. Weißbuch) wird eine Sammlung von Ratschlägen und Empfehlungen zu einem bestimmten Vorgehen verstanden. Sachverhalte werden objektiv formuliert, dem Leser kann ein White Paper somit als Entscheidungshilfe dienen oder eine Lösung oder Erklärung liefern« (Gabler Wirtschaftslexikon).

Mit der Publikation des ersten Weißbuchs Geriatrie im Jahr 2010 wurde diese Aufgabenstellung in besonderer Weise erfüllt. Durch das Weißbuch Geriatrie wurde eine umfassende Darstellung und darauf aufbauend eine versorgungspolitische Diskussion über die Situation der medizinisch-rehabilitativen Versorgung betagter und hochbetagter Patienten in Deutschland angestoßen bzw. erreicht.

Politische Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene sowie die Krankenkassen und ihre Verbände haben umfassend die im Weißbuch dargestellten Anregungen aufgegriffen bzw. entsprechende Projekte initiiert. Insbesondere das Modell des Geriatrischen Versorgungsverbundes, bei dem durch Kombination eines geriatriespezifischen Versorgungszentrums mit einem sektorenübergreifenden Versorgungsnetzwerk die bedarfsgerechte Versorgung geriatrischer Patienten organisiert und gesichert wird, ist zwischenzeitlich ein fester Bestandteil der Versorgungspraxis geworden. Zielsetzung des Geriatrischen Versorgungsverbundes ist die Bildung eines fachspezifischen, strukturierten flächendeckenden Verbundes von qualifizierten Einrichtungen zur sektorenübergreifenden Versorgung geriatrischer Patienten nach einheitlichen Versorgungs- und Qualitätsstandards – auf Grundlage des individuellen Versorgungsbedarfs.

Der Geriatrische Versorgungsverbund berücksichtigt dabei, dass die Versorgungsbedarfe des geriatrischen Patienten konträr zum Aufbau des deutschen Gesundheitssystems und dessen Finanzierung sind. Sie passen weder zu der sektoralen Trennung von Krankenhaus und Rehabilitation noch zu der strikten sozialversicherungsrechtlichen Aufteilung in stationäre und ambulante Versorgung bzw. der strukturellen Trennung der Behandlung durch niedergelassene Ärzte. Darüber hinaus steht der geriatrische Patient noch zusätzlich im Spannungsverhältnis zwischen den beiden eigenständigen Sozialversicherungssystemen gesetzliche Krankenversicherung und gesetzliche Pflegeversicherung. Zu dieser besonderen sozialrechtlichen Konstellation tritt medizinisch-inhaltlich – man möchte fast sagen erschwerend – hinzu, dass die Geriatrie ein klassisches Querschnittsfach ist. Daraus ergibt sich, dass die Gestaltung der fachspezifischen Versorgung geriatrischer Patienten in Deutschland eine kaum mit anderen medizinischen Bereichen vergleichbare besondere Herausforderung darstellt, zumal sie die Schnittstellenprobleme des sektoral geprägten Gesundheits- und Pflegesystems überwinden muss.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung ist die fachspezifische und damit sachgerechte Versorgung geriatrischer Patienten eines der zentralen gesundheitspolitischen Themen und Herausforderungen der kommenden Jahre. Für die oben aufgeführte Aufgabenstellung eines Weißbuchs ist eine sachgerechte Datenbasis unabdingbare Voraussetzung und zugleich notwendige Basis für die weitere Entwicklungsarbeit. Insofern ist es erschreckend, dass auch heute, sechs Jahre nach Veröffentlichung des ersten Weißbuchs, die amtliche Datenlage noch immer unzureichend ist.

Um diesem Informationsdefizit zukünftig entgegenzuwirken, hat der Bundesverband Geriatrie entschieden, das bisherige Weißbuch Geriatrie in einen »Datenband« und einen »Analyse- und Konzeptband« aufzuteilen. Der jetzt vorliegende Datenband soll zukünftig in regelmäßigem Abstand einen Überblick über den Stand der Versorgung im gesamten Bundesgebiet sowie den einzelnen Bundesländern geben. Die darüber hinausgehende Erörterung der versorgungspolitischen Fragen soll in loser Folge als eigenständiger Band die datenbasierte Darstellung ergänzen und zur politischen Diskussion mit dem Ziel einer bedarfsgerechten Versorgung geriatrischer Patienten anregen. Angesichts der derzeitigen dynamischen Entwicklungen im Bereich der Geriatrie ist eine erstmalige Veröffentlichung im Jahre 2017 angedacht.

In der kurzen Zeit seit der ersten Veröffentlichung hat sich das Weißbuch Geriatrie zu dem zentralen Standardwerk für versorgungspolitische Fragestellungen betagter und hochbetagter Patienten in Deutschland entwickelt. Den damit eingeschlagenen Weg einer möglichst objektiven Sichtweise auf die sich ergebenden Fragestellungen setzt der vorliegende Band weiter fort.

Insofern möchten wir uns für die vielen Rückmeldungen von der Leserschaft und den daraus entstandenen fachlichen Austausch ganz herzlich bedanken und freuen uns auf die Fortführung des konstruktiven Dialogs mit allen gesellschaftlichen Gruppen, Personen und Institutionen, die an der Versorgung geriatrischer Patienten direkt oder indirekt beteiligt sind – mit dem Ziel, diese weiterhin stark anwachsende Patientengruppe sachgerecht und individuell angemessen zu versorgen.

Ansgar Veer

Vorstandsvorsitzender

Dirk van den Heuvel

Geschäftsführer

Vorwort des Herausgebers zur 1. Auflage

Das Schlagwort »demografische Entwicklung« ist sowohl gesellschaftspolitisch wie auch gesundheitspolitisch in aller Munde. Keine öffentliche Diskussionsveranstaltung und keine fachpolitische Planung, ohne dass auf dieses Schlagwort verwiesen wird.

Für den Bereich der Versorgung geriatrischer Patienten trifft dieser Umstand im besonderen Maße zu. Und ohne Zweifel gehört die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft zu einem ganz entscheidenden Faktor, wenn es um die Versorgung dieser Patientengruppe geht.

Leider ist jedoch festzustellen, dass es viel zu oft bei einer schlagwortartigen Erörterung der Thematik bleibt. Hierfür sind neben der Komplexität der Thematik und fehlender Sachkenntnis der Materie auch Eigeninteressen der verschiedenen an der Versorgung beteiligten Gruppen verantwortlich. Begünstigt wird diese Entwicklung durch eine äußerst unzureichende Datenlage im Bereich der geriatrischen Versorgung. Nicht zuletzt hierdurch hat die Ausarbeitung des Weißbuchs deutlich mehr Zeit beansprucht als ursprünglich geplant. Daneben war die Vielfalt der zu behandelnden Aspekte ein prägender Faktor.

Mit dem Weißbuch Geriatrie wird erstmalig eine umfassende Aufbereitung der Thematik zur Verfügung gestellt. Der Bundesverband Geriatrie möchte mit diesem Gutachten informieren und Zusammenhänge verdeutlichen – kurz: einen Beitrag zur Transparenz leisten. Gleichzeitig ist es das Ziel, ein Bewusstsein für die fachspezifische medizinische Versorgung geriatrischer Patienten zu schaffen, Anregungen zu formulieren und Denkanstöße zu geben.

Transparenz bedeutet Offenheit. In einem Gesundheitssystem, welches mit Mitbewerbern, Vergütungsverhandlungen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für die einzelne Einrichtung den »Marktrahmen« definiert, bietet Offenheit nicht ausschließlich nur Vorteile für die eigene Positionierung im System bzw. im Wettbewerb des Gesundheitswesens.

So war es sicherlich eine mutige Entscheidung der im Bundesverband organisierten Einrichtungen, das Projekt Weißbuch zu beschließen und einen entsprechenden Auftrag auszuschreiben. Dies erfolgte mit dem Ziel, offen für eine fachlich sinnvolle, sachorientierte und nicht zuletzt faktenorientierte Diskussion zu sein. Hierfür soll das Weißbuch Geriatrie die Grundlage bieten.

Damit diese Grundlage neutral, mit dem Blick von Außen erstellt wird, hat der Verband die Bearbeitung des Themas extern vergeben. Zudem waren Fragestellungen aufzubereiten, für die entsprechendes Expertenwissen notwendig ist, exemplarisch seien hier neben der Kenntnis der systemischen Zusammenhänge im Gesundheitssystem nur wirtschaftswissenschaftliche sowie statistische Kompetenzen genannt. Die GEBERA als im Gesundheitssystem etabliertes Institut ist hier ein unabhängiger und kompetenter Partner.

In diesem Zusammenhang möchten wir die Politik, die Kostenträger sowie die gesundheitspolitische Forschung einladen, sich der Versorgung geriatrischer Patienten stärker als bisher durch eigene Studien oder Forschungsprojekte zu widmen. Auch hierzu möchten wir mit dem Weißbuch Geriatrie anregen.

Hon.-Prof. Dr. med. Dieter Lüttje

Vorstandsvorsitzender

RA Dirk van den Heuvel

Geschäftsführer

1 Einleitung

2010 erschien das Weißbuch Geriatrie erstmalig als umfassendes Kompendium zur Situation der Geriatrie in Deutschland. Ziel war es, den speziellen Versorgungsbedarf des geriatrischen Patienten darzustellen und gleichzeitig einen objektiven Überblick über die geriatrischen Strukturen in Deutschland und die zu erwartenden bzw. notwendigen Entwicklungen in der Geriatrie zu geben.

Seit 2010 hat sich die Diskussion über den geriatrischen Patienten und adäquate Versorgungsstrukturen deutlich weiterentwickelt. Hierzu hat das Weißbuch Geriatrie wichtige, richtungsweisende Impulse gegeben:

Die gesellschaftlichen Herausforderungen, die mit einer immer älteren Bevölkerung, sich verändernden familiären Bindungen bzw. familiären Versorgungsstrukturen und sich wandelnden Ansprüchen an die Lebensphase »Alter« einhergehen, wachsen und werden ein zentrales Zukunftsthema für Deutschland. Dies fokussiert sich sowohl auf den Aspekt der persönlichen Lebensqualität im Sinne der persönlichen Teilhabe als auch auf die gesundheitsökonomischen Effekte einer möglichst hohen und lang anhaltenden Selbstständigkeit sowie die Verhinderung oder Verringerung von Pflegebedürftigkeit. Eben dies ist deckungsgleich mit den ganzheitlichen Behandlungszielen der Geriatrie.

Die Geriatrie als die »medizinische Spezialdisziplin, die sich mit physischen, psychischen, funktionellen und sozialen Aspekten bei der medizinischen Betreuung älterer Menschen befasst«1, wird daher als solche in der politischen Ausgestaltung der Versorgungslandschaft akzeptiert und gefördert. Die Notwendigkeit sektorenübergreifender geriatriespezifischer Therapieplanung und -durchführung wird allgemein anerkannt und in entsprechende Versorgungskonzepte übertragen.

Gleichzeitig aber ist insbesondere durch Anreize der Vergütungssysteme, vor allem im fallpauschalierenden Entgeltsystem der Krankenhäuser, ein Wettbewerb um den geriatrischen Patienten entstanden. Hier gilt es, für die Zukunft sicherzustellen, dass die Patienten mit geriatrischem Behandlungsbedarf auch tatsächlich in einer leistungsfähigen Infrastruktur und mit Therapieangeboten versorgt werden, die ihren speziellen Erfordernissen vollumfänglich entsprechen.

Der geriatrische Patient braucht die Geriatrie. Diese logische Formel setzt eine vertiefende Diskussion und Klärung zur Ausgestaltung von Kooperationen mit anderen medizinischen Fachdisziplinen sowie zu einer Abgrenzung von den fachmedizinischen Aspekten der Behandlung alter Menschen voraus.

Die Neuauflage des Weißbuchs will diese Diskussion versachlichen und vorantreiben. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich der geriatrische Patient. Dessen Bedürfnisse müssen die Richtschnur für die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen sein. Die Praxis zeigt, dass die spezifische Zielsetzung der Geriatrie und des daraus folgenden Behandlungsansatzes sowie die entwickelten Strukturen eine eigenständige, spezialisierte Leistungsfähigkeit darstellen. Dieser Perspektive und der zukünftigen Weiterentwicklung der Leistungsfähigkeit der Geriatrie wird im Hinblick auf den skizzierten Klärungsbedarf in der Neuauflage des Weißbuchs Geriatrie ein besonderes Gewicht verliehen.

Die aktuell anstehenden Reformen im Gesundheitswesen werden die Versorgungslandschaft deutlich prägen und verändern, insbesondere im Hinblick auf den Stellenwert von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Da zum Redaktionsschluss Herbst 2015 das Gesetzgebungsverfahren zum Krankenhausstrukturgesetz und zur Pflegereform noch nicht abgeschlossen war, hat sich der Bundesverband Geriatrie entschlossen, die Neuauflage des Weißbuchs Geriatrie in zwei Bänden herauszugeben.

Band I stellt in umfassenden Datenanalysen auf Basis der aktuell verfügbaren Daten (Destatis Stand 2013, eigene Erhebung mit Stand 2015) die Entwicklung der Versorgungsstrukturen und des zukünftigen Versorgungsbedarfs in Deutschland sowie zentrale ökonomische Effekte der Geriatrie vor. Bei der in der Gesetzgebung vorgesehenen Ausgestaltung durch die Selbstverwaltungspartner soll dieser Band eine fundierte Datenbasis für die notwendigen, sachgerechten Entscheidungsfindungen bieten.

Band II mit dem Titel »Demografie und Geriatrie – Versorgungspolitisches Konzept und Finanzierung« soll im Jahr 2017 erscheinen. Schwerpunkte werden die Herausforderungen der demografischen Entwicklung in Deutschland und die Antworten der Geriatrie auf die notwendigen inhaltlichen Weiterentwicklungen der geriatrischen Versorgungsstrukturen sein. Letztere umfassen insbesondere den Geriatrischen Versorgungsverbund, die sektorenübergreifende Ausgestaltung der geriatrischen Behandlungskonzepte sowie Kooperationen und Abgrenzungen zu anderen Fragestellungen der medizinischen Behandlungen betagter Menschen.

1 Definition der Europäischen Union der medizinischen Spezialisten (UEMS), Kopenhagen, verabschiedet am 6. September 2008.

2 Der geriatrische Patient im Mittelpunkt

Ein Optimum an Lebensqualität, Selbstbestimmtheit der Lebensführung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben: Der ältere Mensch ist aufgrund seiner altersbedingten Lebenssituation, die oftmals geprägt ist durch eine eingeschränkte körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit und latente oder bereits manifeste Funktionseinschränkungen, gefährdet, diese gesellschaftlichen Grundrechte im Hinblick auf seine individuellen Potenziale nicht mehr wahren zu können. Diese Gefahr steigt in dem Maße, wie zu altersbedingten Veränderungen und ggf. vorhandenen chronischen Erkrankungen akute Krankheitsereignisse hinzukommen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!