Weiblicher Narzissmus - Bärbel Wardetzki - E-Book

Weiblicher Narzissmus E-Book

Bärbel Wardetzki

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Beschreibung

Leben in Extremen - zwischen Grandiosität und Minderwertigkeit

Narzissmus ist nicht nur das egozentrische Kreisen um das eigene Ich, sondern die verzweifelte Suche nach sich selbst und nach Grenzen. Wie Frauen darunter leiden, zeigt die erfahrene Psychotherapeutin Bärbel Wardetzki eindrucksvoll in ihrem psychologischen Standardwerk. Sie beschreibt aber auch, was Frauen mit starken Selbstzweifeln wissen sollten, um ihr Leiden zu beenden.

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Bärbel Wardetzki

WeiblicherNarzissmus

Der Hunger nach Anerkennung

Kösel

24. Auflage 2012, 113. – 117. Tausend

Copyright © 1991 Kösel-Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlag: Elisabeth Petersen, München

eISBN 978-3-641-08461-5

www.koesel.de

Inhalt

Vorwort

Gedanken zur Neuauflage

Danksagung

I. Weiblicher Narzissmus

Was ist Weiblicher Narzissmus?

Der Hunger nach Anerkennung

Sie wurde wütend, obwohl sie traurig war

Wenn das Kind einem besonderen Bild entsprechen soll

Wenn das wahre Selbsterleben verloren geht

Männlicher und Weiblicher Narzissmus

II. Was wir früh lernen, kann später zum Problem werden

Die Auswirkungen früher Trennungen

»Sei nicht!«

»Iss, was ich dir gebe!«

»Schlucke, was ich dir sage!«

Wenn der Körper nicht zum Selbst gehört

Bindung und Trennung

Wenn Trennungen Verlassenheit bedeuten

Der Kampf zwischen Abhängigkeit und Autonomie

Das Erleben von Kompetenz

Bin ich ein Mädchen oder ein Junge?

Die Mutter als weibliches Vorbild?

Familienmuster: Mir geht es nur gut, wenn es dir gut geht

Die Delegation von Leistung, Prestige und Erfolg

Wenn Vater, Mutter und Tochter eine »Ehe zu dritt« führen

Das Gebot der Lustfeindlichkeit und Tugendhaftigkeit

Der Heilige-Hure-Konflikt und das Märchen »Marienkind«

Die Bedeutung von Geschwistern

Eine kleine Familiengeschichte

Das Schönheitsideal

III. Ein Leben in Extremen

Im Spannungsfeld zwischen Minderwertigkeitsgefühl und Grandiosität

Im Glanz der Grandiosität

Ich will alles, und zwar sofort

Ich bin nichts wert

Wer bin ich wirklich?

Gutes und böses Essen

Verbotene Lust und Gier

Das Beziehungsdilemma

Wir können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander

Immer suche ich mir den Falschen

Co-Abhängigkeit, Beziehungssucht und Sexsucht

IV. Therapie, Selbsthilfe und Heilung des Selbst

Sieben Schritte des Wandels

Die Kapitulation vor dem falschen Selbst

Die Konfrontation mit Angst und Unsicherheit

Der heilende Ort und die inneren Helfer

Die Verführungen

Die neue Lebendigkeit

Beziehungsfähig werden

Die Grandiosität tanzt sich tot

Aschenputtel und die Überwindung der Minderwertigkeit

Wenn ein Mensch ganz wird

Lernen durch Frustration

Therapie der Trennungsängste

Die therapeutische Beziehung

Missbrauchsdynamik in der therapeutischen Beziehung

Ein Therapiebericht

Die Rolle des männlichen Therapeuten

Autonomie

Frieden mit dem Körper schließen

Selbstachtung und Selbstwirksamkeit

Anhang

Literatur

Glossar

Hier finden Sie Hilfe und Unterstützung

Stimmen zum Buch

„Vorwort“

Seelische Krankheiten sind nicht nur individuelles Schicksal, sondern auch Ausdruck eines kollektiven Leidens. Mit Recht hat man unsere Zeit eine Zeit der Egozentrik, der Selbstbezogenheit, kurz des Narzissmus genannt. Aber Narzissmus ist nicht nur das egozentrische Kreisen um sich selbst, sondern, tiefer gefasst, die verzweifelte Suche nach sich selber und nach Grenzen.

Die Sehnsucht nach Normalität und sicherer Begrenzung ist der andere Pol zur Entgrenzung, Maßlosigkeit und Uferlosigkeit, die unser postmodernes Lebensgefühl kennzeichnen. Nicht nur die Begrenztheit unserer ökologischen Reserven zwingt uns zum Maßhalten, auch die Begrenztheit unserer seelischen, körperlichen und spirituellen Quellen.

Kennzeichnend für den narzisstischen Charakter ist das Maßlose und die ausbeuterische Haltung sich selbst, seiner sozialen und ökologischen Umwelt gegenüber. Wie viele moderne »Menschenopfer« in Form von emotionaler Zerstörung bringen wir auf dem Altar der Anerkennung, Leistung und Karriere dar? Zwanghafter Perfektionismus, fassadenhafte körperliche Vollkommenheit und luxuriöse Lebensgewohnheiten sind die neuen »goldenen Kälber«, um die wir bis zur Erschöpfung tanzen.

Durch unsere Überheblichkeit »über-heben« wir uns buchstäblich bis zum krisenhaften Zusammenbruch, der uns zwingt, innezuhalten und in der Genesung unsere Grenzen zu finden und uns mit unserer Begrenztheit auszusöhnen. Der Slogan: »First class or no class« ist die Metapher für das Leben in Extremen. Je mehr wir uns selbst verloren haben, umso mehr müssen wir in Extremen leben, um uns überhaupt noch zu spüren. Es scheint so zu sein: Je reicher und großartiger wir außen sind, umso emotional verarmter sind wir innen. Der Preis der Innenweltzerstörung ist katastrophal. Unsere PatientenInnen berichten, dass sie das Gefühl haben, nur eine Lebens- und Existenzberechtigung zu besitzen, wenn sie perfekt sind. Der zwanghafte Perfektionismus ist die Kompensation dieser ontologischen Unsicherheit. Kurz gesagt: Wir sind an den Wurzeln unseres Seins erkrankt.

Das Buch von Bärbel Wardetzki ist aus einer annähernd zehnjährigen klinischen Erfahrung in der Behandlung von narzisstischen Persönlichkeitsstörungen entstanden. Als die Anzahl unserer an Bulimie erkrankten Patientinnen sprunghaft gestiegen war, merkten wir bald, dass eine Behandlung, die nur das Symptom (also die Essstörung) im Blick hat, zu kurz greift. Wir bemühten uns, die Welt, in der diese Patientinnen lebten, zu verstehen. Aus diesem Bemühen um Verständnis ist das Konzept des Weiblichen Narzissmus entstanden.

Viele Patientinnen fanden sich in diesem Konzept wieder und konnten sich in ihrer Krankheit besser verstehen und annehmen. Sie fassten den Entschluss, sich auf die Suche nach ihrem inneren »verlorenen Kind« zu begeben. In der Regel verbirgt sich hinter der prächtigen äußeren Fassade ein emotional verwahrlostes, verzweifeltes Kind, das nach Anerkennung und Spiegelung seiner wahren Identität hungert. Der Heißhunger der Bulimikerinnen ist der symbolische Ausdruck dieses Hungers, der nie durch Essen gestillt werden kann. Dieses Kind, oder auch »wahres« Selbst genannt, leidet an der »unerträglichen Seichtigkeit des Scheins« und will sowohl von der Betroffenen als auch von der Umwelt entdeckt, wahrgenommen und angenommen werden. Diese Entdeckung des »wahren« Selbst ist der Ausgangspunkt der Genesung und erfordert eine geduldige, behutsame und langwierige Pflege des »inneren Kindes«.

Dieses Buch ist geschrieben von einer Frau für Frauen. Mein Wunsch ist, dass das, was uns die leidenden Frauen in der Klinik offenbart haben und von Bärbel Wardetzki als Weiblicher Narzissmus konzeptualisiert wurde, anderen Frauen hilft.

Klinik für Psychosomatische Medizin Grönenbach

Dr. Konrad Stauss

So, wie ich bin

Es gibt Momente in mir

da habe ich mich lieb

so, wie ich bin

da sehe ich alle Fehler an mir

und mag mich

so, wie ich bin

da frag ich nicht

wie muss ich sein

um anderen zu gefallen

da bin ich einfach

so, wie ich bin

Klaus Hoffmann

Gedanken zur Neuauflage

Was trifft auf Sie zu?

• Zeigen Sie sich selbstsicher, obwohl Sie sich unsicher fühlen?

• Haben Sie oft den Eindruck, nicht zu wissen, wer Sie wirklich sind?

• Schwankt Ihre Selbsteinschätzung zwischen Minderwertigkeitsgefühlen und Größenphantasien hin und her?

• Glauben Sie, besonders sein zu müssen, um gesehen und gemocht zu werden?

• Sind Sie sich nie gut genug?

• Lösen Sie sich schnell in Ihrem Gegenüber auf und wissen dann nicht mehr, was Sie fühlen und wollen?

• Sehnen Sie sich nach Beziehungen, laufen aber weg, wenn es jemand wirklich ernst mit Ihnen meint?

• Lieben Sie Ihren Partner immer noch, auch wenn er schwach ist und Fehler zeigt?

Wenn Sie die meisten Fragen mit nein beantworten können, dann brauchen Sie dieses Buch nicht weiterzulesen. Denn dann werden Sie weder von tiefen Selbstzweifeln geplagt noch unter dem permanenten Druck stehen, perfekt sein und alles richtig machen zu müssen. Und Sie werden womöglich erfüllende Beziehungen und Partnerschaften leben, statt unter der Angst vor Nähe und der Furcht vor Verlassenheit zu leiden. Um diese Themen geht es nämlich in diesem Buch. Das Konstrukt des Weiblichen Narzissmus soll dabei helfen, diese Probleme besser zu verstehen und Wege ihrer Überwindung aufzuzeigen.

Das Buch Weiblicher Narzissmus wurde 1991 erstmals herausgegeben. In der vorliegenden Neuausgabe wurden die Weiterentwicklungen in Theorie und Forschung berücksichtigt, außerdem wurde das Therapiekapitel mit Erfahrungen aus 15 Jahren praktischer psychotherapeutischer Arbeit erweitert. Selbstverständlich gibt es nicht einen vorgeschriebenen Ablauf einer Psychotherapie, da jeder individuell und verschieden ist. Ich werde daher die meiner Meinung nach wichtigsten Bereiche skizzieren, die in der therapeutischen Arbeit mit narzisstischen Frauen von Bedeutung sind, und sie anhand von Erfahrungen und Aussagen der Betroffenen demonstrieren.

Frauen mit einer weiblich-narzisstischen Persönlichkeit leiden unter einem schwachen Selbstwertgefühl, tiefen Selbstzweifeln und Minderwertigkeitsgefühlen, die über Attraktivität, Schlanksein, Leistung, Perfektionismus und etwas Besonderes Sein ausgeglichen werden sollen.1 Sie zeigen nach außen ein selbstbewusstes Verhalten, das ihre Unsicherheiten nicht vermuten lässt. Ihre Selbstunsicherheit drückt sich jedoch in nahen und intimen Beziehungen aus: sie haben Angst, nicht geliebt zu werden, und klammern sich an den Partner, schrecken jedoch vor dieser Nähe zugleich ängstlich zurück.

Sie können sich schwer abgrenzen und haben wenig Kontakt zu ihren Bedürfnissen und Gefühlen, weshalb sie eigene Wünsche abwerten und die Bedürfnisse der anderen vor die eigenen stellen. Auch gelingt es ihnen kaum, es sich über einen längeren Zeitraum gut gehen zu lassen. Typisch weibliche Verhaltensweisen? Ganz sicher nicht. Sie sind keine Naturgegebenheiten, sondern unterliegen einer gesellschaftlichen Prägung, die es gilt, bewusst zu machen und zu hinterfragen. Wenn Frauen darüber still werden, werden sie zwangsläufig unglücklich und flüchten sich in Süchte oder psychosomatische Krankheiten.

Narzisstische Störungen treten nicht nur als individuelle Erscheinungen auf, sondern haben ihr Abbild in unserer Gesellschaft. Wir leben in einer narzisstisch geprägten Welt, in der Werte des Alles-Machbaren und des Besser-Seins vorherrschen. Unsere Gesellschaft ist gekennzeichnet durch die Widersprüchlichkeit von Sein und Schein. Hinter einer prächtigen Fassade materiellen Wachstums und Wohlstands verlieren wir vermehrt den Bezug zur Innerlichkeit und Spiritualität. Es entsteht eine Entleerung, die mit immer mehr Gütern ausgefüllt wird, aber nicht zu einer anhaltenden Befriedigung führt. Denselben Konflikt finden wir bei narzisstischen Persönlichkeiten und Bulimikerinnen wieder, die ihn scheinbar wortlos durch ihre Symptomatik ausdrücken. In meiner Arbeit habe ich erkannt, dass Sinnlosigkeit, geistige Abspaltung und Entleerung ein Teil der Erkrankung sind. Die Rückbesinnung auf unsere Existenz und Rückbindung auf ein umfassendes geistiges Verständnis von der Welt halte ich daher für eine ganzheitliche Genesung des Menschen für unerlässlich.

Die Idee, dieses Buch zu schreiben, geht zurück auf meine psychotherapeutische Arbeit in der Psychosomatischen Klinik in Bad Grönenbach, in der ich zwischen 1983 und 1992 tätig war. Das waren jene Jahre, in denen Essstörungen immer mehr in den Vordergrund rückten, was uns Therapeuten dazu veranlasste, Richtlinien für die Behandlung dieser Patientinnen zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit Dr. Konrad Stauss, dem damaligen Leiter der Klinik, entstand das Konzept des Weiblichen Narzissmus, das ich 1990 in meiner Dissertation über Bulimie-Patientinnen theoretisch ausgearbeitet hatte. Bei der dafür durchgeführten Befragung von Klientinnen an der Klinik stellte sich heraus, dass die Mehrzahl der Frauen mit einer Essstörung, speziell Bulimikerinnen, eine weiblich-narzisstische Persönlichkeitsstruktur besitzen.

Noch ein Hinweis: Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, das alle Fachausdrücke und Fremdwörter beinhaltet und erklärt. Es soll dem Leser und der Leserin eine schnelle Orientierung ermöglichen. Außerdem habe ich noch eine Liste von Einrichtungen zusammengestellt, bei denen betroffene Frauen Hilfe und Rat erhalten.

1 Unter Narzissmus versteht man »in Anlehnung an die Sage von Narcissus: die Liebe, die man dem Bild von sich selbst entgegenbringt« (Laplanche, Pontalis, S. 317). Menschen, die als Narzissten bezeichnet werden, sind jene, die in ihrer Selbstliebe und ihrer Selbsteinschätzung gestört sind.

Danksagung

Ich möchte mich bei all jenen bedanken, die direkt oder indirekt an der Entstehung dieses Buches beteiligt waren. Dazu gehören in erster Linie die Patienten und Patientinnen, von denen ich im Lauf der Jahre viel lernen durfte.

Ich danke denen, die mir ihre Lebensberichte zur Veröffentlichung überlassen haben und zu diesem Zweck bereit waren, noch einmal ihre Geschichte, ihren Leidensweg und ihre Genesungsschritte aufzuschreiben. Ich kann nachempfinden, welche Mühe und Anstrengung es kostet, einen bereits hinter sich liegenden Lebensabschnitt erneut hervorzuholen. Umso mehr freute ich mich zu hören, dass es für die meisten nicht nur eine schwierige Aufgabe war, sondern dass es ihnen auch einigen Gewinn brachte. Trotzdem weiß ich ihr Bemühen sehr zu schätzen. Ich halte die persönlichen Beiträge, die ich teilweise wörtlich übernommen habe, für einen wesentlichen Bestandteil des Buches und für eine gute Möglichkeit, eigene Erfahrungen an die Leserinnen weiterzugeben.

Die gute und intensive Zusammenarbeit mit dem Leiter der Psychosomatischen Klinik Grönenbach Dr. Konrad Stauss und dem dortigen Team hat zum Gelingen dieses Buches und zur Erarbeitung der Grundgedanken in hohem Maße beigetragen. In Zeiten von Zweifeln gaben mir die unterstützenden Rückmeldungen Mut, weiterzuschreiben. Besonders danke ich auch Dr. Bernd Sprenger, Nora Maasberg und Verena Conze für die kritischen Auseinandersetzungen, die immer wieder zu neuen Denkanstößen führten. Bedanken möchte ich mich auch für die finanzielle Unterstützung von Seiten der Firmenleitung. In der langen und kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Dr. Sylvester Walch habe ich persönlich und fachlich sehr viel gelernt. Diese Erfahrungen fließen mit in das Buch ein. Ich danke ihm für die unterstützende Begleitung. Ich danke Manfred Burggraf, einem geschätzten Kollegen, für seine Gedanken. Auch bei meiner Familie und meinen Freunden bedanke ich mich, da sie mit Verständnis, Interesse und Liebe für mich da waren. Ihre Anteilnahme hat mich gefreut und ermutigt. Die tatkräftige Hilfe und Mitarbeit meiner Mutter war mir sehr wertvoll.

Ich danke auch meiner Freundin und Lektorin Dagmar Olzog für die gute Zusammenarbeit.

I. Weiblicher Narzissmus

Was ist Weiblicher Narzissmus?

Narzissmus und narzisstisch sind zwei Begriffe, die in den letzten Jahrzehnten sowohl in der Psychologie und Psychotherapie als auch im umgangssprachlichen Gebrauch immer mehr in den Fokus des Interesses gerückt sind. Sie bedeuten ganz allgemein: die Selbstliebe betreffend.2 Häufig werden sie in der Bedeutung von Selbstwertstörungen verwendet im Sinne von »Überheblichkeit, Geltungsbedürfnis und einem Übermaß an Selbstbezogenheit«.3 Narzisstisch und Narzissmus umschreiben einen grundlegenden Mangel, der das Leben einschränkt und liebevolle, tragende Beziehungen zum großen Teil unmöglich macht. Der Begriff Störung vermittelt die Vorstellung, es gäbe einen ungestörten Zustand. Den gibt es meiner Meinung nach nur als größere oder geringere Störbarkeit der Selbstliebe und des Selbsterlebens. Narzisstische Kränkungen sind Bestandteil des Lebens und bringen das Selbstwertgefühl eines jeden Menschen zumindest für kurze Zeit ins Schwanken. Der Unterschied der Störbarkeit liegt in der Stärke und Qualität der Schwankung. Ein Mensch mit einem stabilen Selbstwertsystem, der demnach nicht als narzisstisch gestört gelten würde, wird vielleicht über eine Zurückweisung oder Kritik traurig oder zornig reagieren, aber nicht seine Selbstliebe und seine Existenzberechtigung verlieren. Ein Mensch mit einer narzisstischen Störung wird Kritik mit großer Verunsicherung beantworten und nicht in der Lage sein, sein Selbstwertgefühl aufrechtzuerhalten. Möglicherweise wird er durch eine Kränkung dermaßen beeinträchtigt, dass er sogar seine Daseinsberechtigung anzweifelt. »Was hat ein Mensch, der eine solche Kritik einstecken muss wie ich, überhaupt noch für ein Recht zu leben?«

Stephen Johnson unterscheidet daher den narzisstischen Persönlichkeitsstil von der narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Er siedelt sie auf einem Kontinuum an, wobei der narzisstische Persönlichkeitsstil eher den »alltäglichen Narzissmus« umschreibt, wogegen die narzisstische Persönlichkeitsstörung gravierender ist, weil die Ich-Funktionen und die Abwehr fragiler, brüchiger sind. In Anlehnung an Kathrin Asper verstehe ich die narzisstische Störung als »eine Beeinträchtigung der Selbstliebe…, bedingt durch emotionale Verlassenheit des Kindes«.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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