"Weil wir es so sagen" - Noam Chomsky - E-Book

"Weil wir es so sagen" E-Book

Noam Chomsky

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Beschreibung

Was immer die Welt denken mag, die Handlungen der USA sind gerechtfertigt. Weil wir es so sagen", schreibt Noam Chomsky und demaskiert damit die imperiale Attitüde der Großmacht. Es ist diese US-amerikanische Herrschaftsmentalität, die den weltweit prominenten Kritiker immer noch dazu antreibt, mit messerscharfen und teilweise ironisierenden Kommentaren gegen die Zustände auf dieser Welt anzuschreiben. Der Band "Weil wir es so sagen" versammelt die wichtigsten Schriften Chomskys, die er seit 2011 verfasst hat. Er beschäftigt sich darin u.a. mit dem Kampf um Libyen, der Sanktionspolitik gegen den Iran, der israelischen Bombardierung Gazas, dem Krieg in der Ukraine oder auch dem Zusammenbruch des öffentlichen Bildungssystems in den USA und der Verfolgung des Aufdeckers Edward Snowden.

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Seitenzahl: 212

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Noam Chomsky "Weil wir es so sagen"

© 2015 Promedia Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., Wien

Übersetzung und Satz: Gregor Kneussel

ISBN: 978-3-85371-831-5

(ISBN der gedruckten Ausgabe: 978-3-85371-393-8)

Fordern Sie unsere Kataloge an: Promedia Verlag Wickenburggasse 5/12 A-1080 Wien

E-Mail: [email protected]

Der Autor:

Noam Chomsky, geboren 1928 in Philadelphia, ist emeritierter Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Seine sprachwissenschaftlichen Theorien machten ihn zu einem der einflussreichsten Wissenschaftler auf diesem Gebiet. Als Kritiker der US-amerikanischen Politik erlangte er weltweite Berühmtheit und wurde wiederholt von den amerikanischen Behörden in Haft genommen, erstmals 1967 bei einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg. Chomskys Eintreten gegen Kapitalismus, Globalisierung und die Manipulation der Medien schlug sich auch in mehr als hundert Büchern nieder, die er im Laufe seines Lebens verfasste. Bei Promedia erschien zuletzt von ihm Die Herren der Welt. Essays und Reden aus fünf Jahrzehnten (2014; 5. Auflage 2015).

Der Übersetzer:

Gregor Kneussel, geboren 1973 in Wien, studierte an der Universität Wien Sinologie und Sprachwissenschaft sowie an der Universität Beijing chinesische Geschichte. Er arbeitet als Lektor und Übersetzer in Beijing und Wien.
Inhalt
Vorwärts in den Abgrund
Menschen und Unpersonen
Jahrestage aus der Ungeschichte
Was will der Iran?
Bildungsabbau
Cartagena: Nicht nur ein Geheimdienstskandal
Die Verbrechen anderer
Die Magna Carta: ihr Schicksal, unser Schicksal
Nach Hiroshima
Farce und Tragödie
Worüber Obama und Romney schweigen
Gaza: das größte Freiluftgefängnis der Welt
Angriff auf Gaza
Die größte Bedrohung für den Weltfrieden
Wem gehört die Welt? (1)
Würde und Gewalt in Palästina
Nach dem Anschlag von Boston
Schuldspruch in Guatemala
Wem gehört die Welt? (2)
Ist Edward J. Snowden an Bord dieser Maschine?
Vermittler oder Betrüger?
Die Obama-Doktrin
Die Entamerikanisierung der Welt
Rückschau auf die Achse des Bösen
Was ist das Gemeinwohl?
Das Recht des Stärkeren
Sicherheit und Politik
Überlebenschancen
Rote Linien in der Ukraine und anderswo
Edward J. Snowden, der meistgesuchte Verbrecher der Welt
Holzhammermethoden
Horror in Gaza
Epilog: Die Eule der Minerva – ISIS und die Realität der Gegenwart

Vorwärts in den Abgrund

5. Dezember 2011

In Durban finden gerade Verhandlungen zur Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen statt. Bereits beschlossene politische Maßnahmen, die begrenzt waren und auch nur teilweise umgesetzt wurden, sollen ausgeweitet werden.

Diese Maßnahmen gehen auf die Konvention aus dem Jahr 1992 und auf das Kyoto-Protokoll von 1997 zurück, dem die USA nicht beigetreten waren. Der erste Verpflichtungszeitraum des Kyoto-Protokolls läuft 2012 aus. Eine Schlagzeile der New York Times trifft die Stimmung vor den Verhandlungen in Durban: »Dringende Probleme, aber geringe Erwartungen«.

Während die Delegierten in Durban tagen, gaben der Council of Foreign Relations und das Program on International Policy Attitudes (PIPA) eine Zusammenfassung von neueren Umfragen heraus, die ergeben, dass »die öffentliche Meinung auf der ganzen Welt und in den Vereinigten Staaten von der Regierung verlangt, dass sie der Klima­erwär­mung einen höheren Stellenwert einräumt und multilaterale Maßnahmen gegen die Klima­erwär­mung mit Nachdruck unterstützt.« Die meisten US-Amerikaner stimmen dem zu, obwohl das PIPA einräumt, dass »diese Zustimmung in den letzten Jahren gesunken ist, und dass die Amerikaner sich mit 70 Prozent Zustimmung deutlich weniger Sorgen über die Klima­erwär­mung machen als die Weltbevölkerung mit 84 Prozent Zustimmung. Die amerikanische Bevölkerung hat nicht erkannt, dass unter Wissenschaftlern ein Konsens darüber besteht, dass sofortige Maßnahmen gegen den Klimawandel dringend nötig sind … Eine große Mehrheit ist der Ansicht, dass der Klimawandel sie schließlich persönlich beeinträchtigen wird, doch nur eine Minderheit glaubt, dass sie jetzt schon betroffen ist – im Gegensatz zur öffentlichen Meinung in den meisten anderen Ländern. Amerikaner neigen dazu, die Sorgen ihrer Mitbürger zu unterschätzen.«

Diese Meinungen sind kein Zufall. Im Jahr 2009 begann die Energiebranche mit Unterstützung verschiedener Wirtschafts­lobby­organisationen mehrere große Kampagnen gegen den nahezu einhelligen Konsens in der Wissenschaft, dass die von Menschen verursachte Klima­erwär­mung eine ernste Bedrohung darstellt.

Dieser Konsens ist nur deshalb »nahezu einhellig«, weil er von zahlreichen Experten nicht geteilt wird, die die Ansicht vertreten, dass die Warnungen über den Klimawandel unzureichend sind. Außerdem gibt es eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, die bestreiten, dass es überhaupt eine Bedrohung gibt.

Die Medien halten sich in der Frage an ihre übliche »Ausgewogenheit« und bringen »Argumente beider Seiten«: Die eine Seite ist die überragende Mehrheit der Wissenschaftler, die andere Seite sind die Leugner. Wissenschaftler, die noch viel drastischere Warnungen aussprechen werden weitgehend ignoriert.

Eine Folge davon ist, dass im Gegensatz zur weltweiten öffentlichen Meinung und im krassen Widerspruch zu den Tatsachen nur ein Drittel der US-amerikanischen Bevölkerung glaubt, dass in der Wissenschaft ein Konsens über die Gefahren der Klima­erwär­mung besteht.

Es ist allgemein bekannt, dass die US-amerikanische Regierung in Bezug auf das Klima­problem im Rückstand ist. PIPA schreibt: »Die öffentliche Meinung auf der ganzen Welt missbilligt die Klima­poli­tik der Vereinigten Staaten weitgehend … Die USA gelten weithin als das Land mit den schlimmsten Auswirkungen auf die globale Umwelt; an zweiter Stelle steht China. Am positivsten wird Deutschland gesehen.«

Um weltweiten Ereignissen eine Perspektive zu geben, hilft es beizeiten, sich in intelligente außerirdische Beobachter hineinzuversetzen, welche die seltsamen Vorgänge auf der Erde beobachten. Die würden sich wundern, warum das reichste und mächtigste Land in der Geschichte der Menschen diese jetzt wie Lemminge fröhlich in den Abgrund führt.

Letzten Monat gab die Internationale Energieagentur (IEA), die 1974 auf Initiative des US-Außenministers Henry Kissinger gegründet worden war, einen aktuellen Bericht über den raschen Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen aufgrund des Verbrauches von fossilen Brennstoffen heraus.

Die IEA schätzt, dass das »Kohlendioxid-Budget« der Welt im Jahr 2017 aufgebraucht sein wird, wenn es so weiter geht wie bisher. Dieses »Budget« ist die Emissionsmenge, bei der die Klima­erwär­mung höchstens zwei Grad Celsius betragen würde, was als sicherer Grenzwert gilt.

Fatih Birol, der leitende Wirtschaftsexperte der IEA, sagte: »Unsere Zeit läuft ab … Wenn wir unseren Energieverbrauch nicht jetzt neu ausrichten, werden wir die maximalen Grenzwerte überschreiten, die laut den Wissenschaftlern als sicher gelten. Und dann gibt es kein Zurück.«

Das Energieministerium der USA brachte ebenfalls letzten Monat Emissionswerte für das Jahr 2010 heraus. Die Associated Press (AP) berichtete, dass die Treib­haus­gas-Emissionswerte »einen Rekord­anstieg verzeichneten«; das bedeute, dass »die Treib­haus­gaswerte den schlimmsten Fall überschreiten«, den der Weltklimarat (IPCC) 2007 angenommen hatte.

John Reilly, Leiter des Klimawandel-Programms des Massachusetts Institute of Technology (MIT), sagte laut AP, dass die Wissenschaftler die Voraussagen des IPCC durchgängig für zu vorsichtig halten – im Gegensatz zu den Leugnern und Extremisten, die im Rampenlicht stehen. Reilly erklärte, dass das Worst-Case-Szenario des IPCC ungefähr den Mittelwert dessen darstellt, was die Wissenschaftler des MIT für wahrscheinlich halten.

Als diese bedrohlichen Szenarien an die Wand gemalt wurden, brachte die Financial Times einen ganzseitigen Artikel, der die optimistische Hoffnung zum Ausdruck bringt, dass die USA sich für ein ganzes Jahrhundert von Treibstoffimporten unabhängig machen könnten – mittels neuer Techniken zur Förderung fossiler Energieträger in Nordamerika selbst.

Diese Prognosen seien zwar ungewiss, berichtet die Financial Times, doch die USA könnten »Saudi-Arabien und Russland überspringen und zum weltgrößten Hersteller flüssiger Kohlenwasserstoffe – sowohl Rohöl als auch leichtere Flüssiggase – werden.«

Angenommen, dieser Glücksfall tritt ein, könnten die USA auch ihre weltweite Vormachtstellung erhalten. Die Financial Times verlor – außer einigen Bemerkungen über lokale Auswirkungen für die Umwelt – kein Wort darüber, was die Welt bei diesen großartigen Aussichten zu erwarten hätte. Brennstoffe sind zum Verbrennen da. Was schert uns das Weltklima?

Fast jede Regierung unternimmt wenigstens vorsichtige Schritte gegen die Katastrophe, die uns wahrscheinlich bevorsteht. Die USA haben die Führung übernommen – aber in die entgegengesetzte Richtung. Das Repräsentantenhaus, in dem die Republikaner dominieren, ist gerade dabei, die Umweltmaßnahmen abzubauen, die Richard Nixon eingeführt hatte, der in gewisser Weise der letzte »liberale« Präsident war.

Diese reaktionären Maßnahmen sind nur eines von vielen Anzeichen der Demokratiekrise, in der sich die USA seit einer Generation befinden. Die Kluft zwischen der öffentlichen Meinung und der staatlichen Politik hat sich in zentralen Fragen der politischen Debatte – darunter das Budgetdefizit und Arbeitsplätze – zu einem breiten Abgrund ausgeweitet. Dank einer Propagandaoffensive ist diese Kluft jedoch in der Frage, die derzeit das größte Problem der ganzen Welt und wohl das größte Problem in der Geschichte der Menschheit ist, nicht so breit.

Man müsste es den hypothetischen außerirdischen Beobachtern schon nachsehen, wenn sie zu dem Schluss kämen, dass wir irgendeinem tödlichen Wahn anheimgefallen sind.

Menschen und Unpersonen

5. Januar 2012

Am 15. Juni 2011, drei Monate nachdem die NATO begann, Libyen zu bombardieren, unterbreitete die Afrikanische Union (AU) dem UNO-Sicherheitsrat die afrikanische Position zu dem Angriff, der in Wirklichkeit ein Bombenangriff der traditionellen imperialistischen Aggressoren war – Frankreich und Großbritannien, unterstützt von den USA, die ursprünglich den Überfall koordinierten, sowie am Rande einige weitere Länder.

Es ist daran zu erinnern, dass es zwei Interventionen gab: Die erste war die Forderung nach einer sogenannten Flugverbotszone, einem Waffenstillstand und Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung – das war die Resolution 1973 des UNO-Sicherheitsrates vom 17. März 2011. Nach einem kurzen Augenblick wurde diese Intervention beiseite geschoben und das imperialistische Trio schloss sich den Aufständischen an, denen es als Luftwaffe diente.

Zu Beginn der Bombenangriffe rief die Afrikanische Union zu Diplomatie und Verhandlungen auf, um eine humanitäre Katastrophe in Libyen abzuwenden. Innerhalb eines Monats schlossen sich die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) und andere Länder diesem Aufruf an, darunter die Türkei, Regionalmacht und NATO-Mitglied.

Das imperialistische Trio war bei seinen Angriffen in Wirklichkeit ziemlich isoliert. Sie bombardierten nun einen launischen Tyrannen, den sie eben noch unterstützt hatten, als es ihnen zum Vorteil gereicht hatte. Sie hofften auf ein Regime, das westlichen Forderungen nach Kontrolle über die reichen Bodenschätze Libyens zugänglicher wäre, und das dem Afrikanischen Kommando der USA (AFRICOM) einen Stützpunkt in Afrika anbieten würde; derzeit muss sich AFRICOM nämlich mit Stuttgart begnügen.

Ob die relativ friedlichen Maßnahmen entsprechend der UNO-Resolution 1973, die von fast allen Ländern der Welt unterstützt wurde, die schrecklichen Verluste an Menschenleben und die Zerstörung von Libyen verhindert hätten, kann man nicht wissen.

Am 15. Juni teilte die AU dem Sicherheitsrat mit, dass es »selbstherrlich, arrogant und provokant war, die AU drei Monate lang zu ignorieren und das heilige Land Afrika weiterhin zu bombardieren«. Die AU legte außerdem einen Plan für Verhandlungen und für die Stationierung von AU-Überwachungstruppen in Libyen vor, flankiert von Maßnahmen zur Versöhnung, doch alles umsonst.

Der Appell der AU an den Sicherheitsrat legte auch den Hintergrund ihrer Anliegen dar: »Souveränität war und ist ein Werkzeug für die Befreiung der Völker Afrikas, die sich in den meisten afrikanischen Ländern nach Jahrhunderten der Ausplünderung durch Sklavenhandel, Kolonialismus und Neokolonialismus Wege der Veränderung bahnen. Fahrlässige Angriffe gegen die Souveränität afrikanischer Länder kommen also neuen Wunden im Schicksal der afrikanischen Völker gleich.«

Den afrikanischen Appell kann man in der indischen Zeitschrift Frontline nachlesen, doch im Westen hörte man praktisch nichts von ihm. Das ist nicht verwunderlich, denn Afrikaner sind »Unpersonen«, wenn man den Begriff von George Orwell heranzieht, der so Menschen bezeichnete, denen es nicht zustehe, in die Geschichte einzugehen.

Am 12. März erlangte die Arabische Liga den Status einer »Person«, da sie die UNO-Resolution 1973 unterstützte, doch dieser Status geriet bald darauf wieder in Zweifel, als sie die Bombenangriffe des Westens, die darauf folgten, nicht unterstützte.

Und am 10. April wurde die Arabische Liga wieder zur Unperson heruntergestuft, da sie die UNO aufforderte, auch für den Gaza­strei­fen eine Flugverbotszone einzurichten und die israelische Belagerung aufzuheben – diese Forderungen wurden praktisch ignoriert.

Auch das ist völlig logisch. Palästinenser sind geradezu beispielhafte Unpersonen. Ein Beispiel lieferte die November-Nummer der Zeitschrift Foreign Affairs 2011, deren Aufmacher aus zwei Artikeln über den Konflikt zwischen Israel und Palästina bestand.

Der eine stammte aus der Feder von Yosef Kuperwasser und Shalom Lipner, zweier Vertreter des Staates Israel. Sie machen die Palästinenser dafür verantwortlich, dass der Konflikt weiterhin andauert, da diese sich weigerten, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen (was diplomatischen Gepflogenheiten entspricht: Man anerkennt Staaten, aber nicht die Privilegien einzelner Bevölkerungsgruppen, die in ihnen leben).

Den anderen schrieb der amerikanische Politikwissenschaftler Ronald R. Krebs, der das Problem in der israelischen Besatzung sieht. Sein Artikel trägt den Untertitel: »Wie die Besatzung die Nation zerstört.« Welche Nation? Natürlich Israel, das daran leidet, auf Unpersonen herumzutrampeln.

Ein weiteres Beispiel: Im Oktober 2011 verkündeten die Schlagzeilen die Freilassung von Gilad Schalit, des israelischen Soldaten, der von der Hamas gefangengenommen worden war. Das New York TimesMagazine brachte einen Artikel darüber, was seine Familie durchgemacht hatte. Schalit wurde im Austausch gegen hunderte Unpersonen freigelassen, über die man nichts erfuhr, abgesehen von einer nüchternen Erörterung, ob deren Freilassung Israel schaden könnte.

Über Hunderte weitere Palästinenser, die zum Teil schon seit langer Zeit sowie ohne Anklage oder Prozess in israelischen Gefängnissen sitzen, erfuhr man nichts.

Unter den Gefangenen, die nicht erwähnt wurden, sind die Brüder Osama und Mustafa Abu Muamar, Zivilisten, die vom israelischen Militär während des Angriffes auf Gaza am 24. Juni 2006 entführt worden waren – einen Tag, bevor Schalit gefangen genommen wurde. Die beiden Brüder »verschwanden« dann in israelischen Gefängnissen.

Von der Gefangennahme eines Soldaten einer angreifenden Armee mag man halten, was man will, doch die Entführung von Zivilisten ist eindeutig ein weitaus schwerwiegenderes Verbrechen – außer es handelt sich nur um Unpersonen. Das versteht sich von selbst.

Diese Verbrechen sind natürlich nicht mit vielen anderen zu vergleichen, darunter die verschärften Angriffe gegen die Beduinen, die israelische Staatsbürger sind und in der Wüste Negev im Süden Israels leben.

Israel hatte sie schon einmal vertrieben, und nun sollen nach einem neuen Programm dutzende Beduinendörfer zerstört und die Bewohner ein zweites Mal vertrieben werden. Das geschieht natürlich in lobenswerter Absicht.

Das israelische Kabinett erklärte, dass an ihrer Stelle zehn jüdische Siedlungen errichtet würden, »um eine neue Bevölkerung im Negev anzuziehen«, d. h. Unpersonen sollten durch richtige Menschen ersetzt werden. Da kann wohl niemand etwas dagegen haben.

Diese eigenartigen Unpersonen findet man überall, auch in den USA: in den Gefängnissen (die ein weltweiter Skandal sind), in den Suppenküchen, in den Slums …

Beispiele sind jedoch irreführend. Die Bevölkerung dieser Welt steht als Ganzes am Rand eines tiefschwarzen Abgrundes.

Daran wird man täglich gemahnt, und oft nur von kleinen Begebenheiten, zum Beispiel als letzten Monat die Republikaner im US-Repräsentantenhaus eine praktisch kostenfreie Umstrukturierung verhinderten, mit der die extremen Wetterereignisse des Jahres 2011 untersucht und bessere Vorhersagen ermöglicht worden wären.

Die Republikaner fürchteten, dass dies ein Einfallstor für »Propaganda« über die Klima­erwär­mung gewesen wäre. Und Klima­erwär­mung ist nach den Glaubenssätzen, welche die Kandidaten der Republikaner (die einst eine richtige politische Partei waren) herunterbeten, ein »Unproblem«.

Arme, traurige Menschheit.

Jahrestage aus der Ungeschichte

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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