Welcher Heilstein ist das? - Bernhard Bruder - E-Book

Welcher Heilstein ist das? E-Book

Bernhard Bruder

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Beschreibung

Der praktische und kompetente Naturführer für unterwegs. Ausführlich: sicheres Erkennen der 137 bekanntesten Heilsteine. Überzeugend: ähnliche Mineralien auf einen Blick. Eindeutig: mit allen wichtigen Farbvarietäten.

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Seitenzahl: 75

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Welcher Heilstein ist das?

Der Kosmos-Farbcode teilt die Heilsteine anhand ihrer Eigenfarbe in folgende Gruppen ein:

Farblos

Weiß

Rosa

Rot

Orange

Braun

Gelb

Hellgrün

Dunkelgrün

Hellblau

Dunkelblau

Violett

Schwarz

Mehrfarbig

Die Anwendung von Heilsteinen

Abkürzungen

H: Härte

Was sind Heilsteine?

Heilsteine sind Edelsteine, Minerale oder Gesteine, die sich aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften, bedingt durch ihre Entstehung, Struktur, Mineralstoffgehalt oder Farbe, dazu eignen, für medizinische oder therapeutische Zwecke Verwendung zu finden. Obwohl diese Definition auf die meisten der bekannten Minerale zutrifft, so kann ein Stein letztendlich erst dann zu den Heilsteinen gerechnet werden, wenn seine Wirkung bekannt und mehrfach bestätigt ist. Dies bringt jedoch die Verpflichtung mit sich, ausschließlich natürliche und (vom Schliff einmal abgesehen) weitestgehend unveränderte Mineralien und Edelsteine zu verwenden. Ob Rohstein, Kristall oder in verarbeiteter Form, ohne künstliche Veränderung ihrer natürlichen Eigenschaften wirken sie am besten. Daher gehören gefärbte, bestrahlte, rekonstruierte, imitierte oder synthetische Steine nicht in ein Heilsteine-Sortiment.

Die Bestimmungsmethoden

Mithilfe einiger einfacher Bestimmungsmethoden können Sie Minerale und Edelsteine identifizieren. Aber nur wenn die beschriebenen Merkmale wirklich eindeutig bestimmt wurden, können Sie verlässliche Schlussfolgerungen ziehen. Durch die möglichst einfach gehaltene Auswahl an Untersuchungsmethoden stoßen die Erkenntnisse, die Sie gewinnen können, möglicherweise an gewisse Grenzen. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen. Oftmals genügt es schon, den ein oder anderen einfachen Test zu machen, um einen Heilstein eindeutig zu bestimmen.

FARBE, GLANZ, ERSCHEINUNGSBILD

Wer Steine gut kennt, kann durch genaues Betrachten eines Steines in vielen Fällen ermessen, ob sein Aussehen typisch oder untypisch ist, ob es im Rahmen des Möglichen liegt oder nicht. Diese subjektiven Kriterien sind jedoch wirklich nur bei guten Kenntnissen brauchbar. Deshalb sollte eine Aussage über einen Stein in jedem Fall durch die folgenden objektiven Kriterien gestützt werden:

RITZHÄRTE (MOHS‘SCHE HÄRTE)

Die Ritzhärte oder Mohshärte beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Minerals oder Edelsteins gegen das Ritzen mit harten Gegenständen. Der Wiener Mineraloge Friedrich Mohs stellte hierfür zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Härteskala von 1 bis 10 auf, die auch heute noch verwendet wird.

Zur Bestimmung der Ritzhärte wird versucht, die unpolierte Oberfläche oder die frische Bruchstelle eines der Referenzminerale aus der Mohs‘schen Härteskala mit dem zu untersuchenden Stein zu ritzen. Die Regel besagt, dass das härtere Mineral das Weichere ritzt, während das Härtere vom Weicheren nicht geritzt wird. Gleich harte Mineralien ritzen sich entweder gegenseitig oder gegenseitig nicht! Geritzt ist das Referenzmineral allerdings nur dann, wenn nach dem Abwischen des Abriebs unter Zuhilfenahme einer Lupe ein deutlicher Kratzer beobachtet werden kann. Fehlt dieser, dann stammte der Abrieb vom untersuchten Stein.

Bei Gesteinen, die in der Regel aus einem Gemenge verschieden harter Minerale bestehen, funktioniert diese Methode nur sehr eingeschränkt.

Mineralstücke zur Bestimmung der relativen Härte nach Mohs.

Unglasierte Keramikplatte zur Feststellung der Strichfarbe.

STRICHFARBE

Beim Reiben über eine unglasierte, weiße Porzellanplatte (Strichtafel) wird ein Mineralpulver erzeugt, das einen farbigen Strich hinterlässt. Diese sogenannte Strichfarbe ist für bestimmte Minerale charakteristisch. Bedenken Sie, dass ein Abrieb nur bei Mineralen entstehen kann, die weicher als die Keramikplatte sind. Dies ist bei einer Ritzhärte unter 7 der Fall.

DICHTE (SPEZIFISCHES GEWICHT)

Das spezifische Gewicht gibt das Gewicht im Verhältnis zum Volumen an. Das spezifische Gewicht eines unbekannten Minerals lässt sich mit folgenden einfachen Methoden bestimmen:

Methode 1: FederwaageDer zu testende Stein wird an einen dünnen Faden gebunden und an einer möglichst genauen Federwaage (mind. 0,1 g Ablesegenauigkeit) zunächst in der Luft gewogen. Dann wird er in Wasser getaucht, bis er vollständig bedeckt ist, und erneut gewogen.

Tipp: Durch einige Tropfen Spülmittel im Wasser wird die Messgenauigkeit erhöht.

Da das spezifische Gewicht des Wassers ziemlich genau 1 ist, verliert der Stein durch den Auftrieb des Wassers genau so viel an Gewicht, wie das verdrängte Wasservolumen wiegt. Das spezifische Gewicht lässt sich nun durch folgende Formel errechnen:

Das Gewicht in der Luft geteilt durch die Gewichtsabnahme im Wasser ergibt das spezifische Gewicht.

Mit einer Federwaage können Sie brauchbare Ergebnisse mit einer Genauigkeit von einer Stelle hinter dem Komma erhalten. Sicherheitshalber sollten Sie aber, bevor Sie urteilen, eine Toleranz von ca. ± 10% mit einbeziehen.

Methode 2: hydrostatische WaageMit hydrostatischen Waagen kann das spezifische Gewicht auch auf die zweite Nachkommastelle genau bestimmt werden. Hierzu kann eine normale Tischwaage mit einer Ablesegenauigkeit von mindestens 0,1 g benutzt werden, die durch einen speziellen Umbau als hydrostatische Waage funktioniert.

Hydrostatische Waage zur Bestimmung des spezifischen Gewichts (Dichte).

Ein Tropfen 10%ige Salzsäure ruft bei Calcit eine starke Reaktion hervor.

EINSCHRÄNKUNGEN

Bei porösen Steinen lässt sich das spezifische Gewicht nur ungenau ermitteln. Die luftgefüllten Poren können die Bestimmung des spezifischen Gewichts stark verfälschen. Bei Gesteinen, die sich aus verschiedenen Mineralien zusammensetzen, erhält man nur das mittlere spezifische Gewicht aller vorhandenen Mineralien, was einen sehr beschränkten Aussagewert hat.

SÄURETEST

Einige Minerale, in denen Kohlendioxid gebunden ist (sogenannte Carbonatminerale), zeigen charakteristische Reaktionen, wenn sie mit Säuren in Kontakt gebracht werden. Beim Betupfen mit kalter, 10%iger Salzsäure zersetzen sich Calcit, Aragonit, Malachit und viele weitere Carbonatminerale unter CO2-Entwicklung (»Sprudeleffekt«). Dolomit und Magnesit reagieren nur im pulverisierten Zustand.

Auch Lapislazuli zersetzt sich mit Salzsäure und entwickelt einen charakteristischen Geruch nach faulen Eiern.

Um das ursprüngliche Erscheinungsbild der geprüften Steine nicht zu zerstören, sollte dieser Test nur mit winzigen Flüssigkeitsmengen an unauffälligen Stellen erfolgen.

MAGNETISMUS

Mit einem Kompass oder starken Magneten lässt sich leicht prüfen, ob ein Mineral magnetisch ist oder nicht. Die Regel besagt, dass Mineralien, die magnetisch sein sollen, es im vorliegenden Fall aber nicht sind, imitiert sind! Erhöhte Vorsicht ist auch angebracht, wenn bei Mineralien, die von Natur aus nicht magnetisch sind, Magnetismus festzustellen ist.

Farblos

Marienglas (Plattengips)

CaSO4 · 2 H2O

Ähnliche Minerale:

› Calcit (größere H.)

› Halit (salziger Geschmack)

H: 1½–2; D: 2,20–2,40; Farbe: farblos; Transparenz: undurchsichtig; Glanz: Glasglanz bis matt; Spaltbarkeit: ausgezeichnet (sehr vollkommen); Bruch: glatt, plattig; Strichfarbe: weiß. BESCHREIBUNG Kristalle prismatisch, tafelig, oft mehrschichtig; auffällig weich (mit dem Fingernagel ritzbar). VORKOMMEN Deutschland, Italien, Mexiko, Polen. STEINHEILKUNDE Gips hilft bei Stress und sorgt für eine seelische Stabilisierung. WEITERE FARBVARIETÄTEN des Minerals Gips: Selenit (Fasergips), Alabaster (Gips).

Farblos

Halit

NaCl

Ähnliche Minerale:

› von anderen farblosen Mineralen am salzigen Geschmack unterscheidbar

H: 2; D: 2,10–2,20; Farbe: farblos; Transparenz: durchsichtig; Glanz: Glasglanz; Spaltbarkeit: ausgezeichnet (sehr vollkommen); Bruch: spröde; Strichfarbe: weiß. BESCHREIBUNG Kristalle würfelig, Aggregate spätig, körnig (auch als Steinsalz S. 34). Wasserlöslich mit typisch salzigem Geschmack. VORKOMMEN Weltweit, u. a. in Deutschland, Österreich, Pakistan, Polen, Russland, Schweiz, Nordafrika, USA. STEINHEILKUNDE Halit unterstützt die feinstoffliche Reinigung und löst unbewusste Denk- und Verhaltensmuster auf. WEITERE FARBVARIETÄTEN des Minerals Halit: Steinsalz.

Farblos

Calcit

CaCO3

Ähnliche Minerale:

› Marienglas/Gips (mit dem Fingernagel ritzbar)

› Bergkristall (größere H.)

H: 3; D: 2,70–2,72; Farbe: farblos (auch gelb, orange, grün, blau); Transparenz: durchsichtig; Glanz: Glasglanz, matt; Spaltbarkeit: sehr gut (vollkommen); Bruch: gerade; Strichfarbe: weiß. BESCHREIBUNG Kristalle mit glattem Bruch, oft deutliche Spaltebenen erkennbar. Relativ weich (mit Kupfermünze ritzbar). Reagiert schon mit schwachen Säuren unter Gasentwicklung. VORKOMMEN Weltweit, u. a. in Brasilien, China, USA. STEINHEILKUNDE Calcit fördert die geistige und körperliche Entwicklung und verbessert den Kalzium-Stoffwechsel. WEITERE VARIETÄTEN des Minerals Calcit: Calcit-Marmor, Mangano-Calcit, Orangencalcit, Landschaftsmarmor (Kalkstein), Schlangenstein (Fossilienkalk), Zitronencalcit (Honigcalcit), Calcit, Chrysanthemenstein (Kalkstein).

Farblos

Bergkristall (Kristallquarz)

SiO2

Ähnliche Minerale und Imitationen:

› Topas (größere H.)

› Calcit (geringere H.)

› Kunstprodukte (Glas, synthetischer Quarz)

H: 7; D: 2,63–2,65; Farbe: farblos (häufig mit farbigen Einschlüssen, Abb. A); Transparenz: durchsichtig bis durchscheinend; Glanz: Glas- bis Fettglanz; Spaltbarkeit: keine; Bruch: muschelig; Strichfarbe: weiß. BESCHREIBUNG Kristalle sechsseitig, mit verschieden stark ausgeprägten Kopf- und Seitenflächen. Bergkristalle mit Spitzen an beiden Kristallenden werden »Doppelender« genannt. Solche aus dem Landkreis Herkimer im US-Bundesstaat New York heißen »Herkimer-Quarze« (Abb. B). »Phantomquarze« (Abb. C) zeigen in ihrem Inneren frühere Wachstumsabschnitte, die wie ein Phantom erkennbar blieben. »Skelettquarze« (Elestiale) haben durch schnelles Kantenwachstum hervorstehende Kanten und vertiefte Flächen (Abb. D). VORKOMMEN Große Kristalle sind aus Brasilien, Madagaskar und mancherorts in Afrika bekannt. Skelettquarze kommen vor allem aus Marokko und Mexiko, Doppelender aus China und USA (»Herkimer-Kristalle«). Besonders klare Bergkristalle stammen aus USA (Arkansas), den Alpen und dem Himalaya. STEINHEILKUNDE Die besonderen Formen und Bildungsweisen des Bergkristalls spielen in der STEINHEILKUNDE eine große Rolle und erlauben eine schier endlose Differenzierung. Allen gemeinsam ist die Verbesserung der Wahrnehmung und eine Steigerung der Klarheit im Denken. Dies hilft, den eigenen Standpunkt besser zu vertreten. WEITERE FARBVARIETÄTEN des Minerals Quarz: Rosenquarz (Kristallquarz), Citrin (Kristallquarz), Amethyst (Kristallquarz), Falkenauge (Faserquarz), Lavendelchalcedon, Onyx (Chalcedon), Rauchquarz (Kristallquarz).

Farblos

Topas

Al2[(F,OH)2/SiO4]

Ähnliche Minerale:

› Bergkristall (geringere H. und D.)

› Zirkon (höhere D.)

H: 8; D 3,53–3,54; Farbe: farblos (auch rosa, braun, gelb, hellblau); Transparenz: durchsichtig; Glanz: Glasglanz; Spaltbarkeit: sehr gut (vollkommen); Bruch: uneben; Strichfarbe: keine. BESCHREIBUNG Kristalle mit typisch rautenförmigem Grundriss und längsgestreiften Seitenflächen, die in flächenreiche Enden, keilförmige Spitzen oder achtseitige Endflächen auslaufen. Aggregate meist säulig, stängelig oder massig derb. Meist helle Farben von farblos (Silbertopas), zartem Braun oder Rauchgrau (Rauchtopas) bis hin zu hellem Gelb und Goldgelb (Goldtopas