Wellen der Sehnsucht - . Victory - E-Book

Wellen der Sehnsucht E-Book

. Victory

0,0
2,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Rebecca ist auf der Flucht - wegen eines Diebstahls, den sie begangen hat, um ihre Mutter vor dem sicheren Tod zu retten. In Italien schleicht sie sich als blinde Passagierin auf den Luxus-Liner "Victory". Ein nervenaufreibendes Abenteuer beginnt. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen. Wohin wird sie die Reise ihres Lebens führen?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 54

Veröffentlichungsjahr: 2018

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Victory

Wellen der Sehnsucht

© 2018 Victory

Coverbild: © colourbox.de

Verlag & Druck: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

 

Paperback

978-3-7469-6751-6

Hardcover

978-3-7469-6752-3

e-Book

978-3-7469-6753-0

https://tredition.de/autoren/victory-24352/

https://www.facebook.com/Victory-Autorin-187231345185208/

https://twitter.com/VictorySonderb1

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Das Telefon läutet. Es ist Rebecca.

„Ich habe es getan!“, sagt sie zu ihrer Mutter. „Du kannst dich jetzt in Amerika operieren lassen.“

Ihre Stimme hört sich leise und zitternd an. Rebecca ist erleichtert, dass sie das Geld jetzt versteckt hat, das ihre Mutter so dringend benötigt. Mit wenigen Worten erklärt sie ihrer Mutter wo und an welcher Stelle die Banknoten verborgen sind und dass ihre Schwester Gloria diese nach einer Woche gefahrlos dort abholen kann. Erleichtert legt sie, ohne sich zu verabschieden auf, um sich Diskussionen oder gar Vorwürfe zu ersparen.

Rebecca weiß, dass sie Deutschland verlassen muss. Da sie selbst nur noch über wenig Bargeld verfügt, setzt sie sich in den Zug in Richtung Italien.

Gedankenverloren starrt sie auf die vorbeifliegenden Lichter und den sternenlosen Nachthimmel und versucht, sich selbst Mut zu machen. Von nun an wird es Mutter besser gehen. Damit tröstet Rebecca sich, da sie sich schweren Herzens von Zuhause trennt.

Mit ihren langen blonden Haaren und den olivgrünen Augen kann sie es nicht verhindern, ständig die Aufmerksamkeit der Menschen um sie herum zu erregen. Der Schaffer öffnet das Abteil.

„Guten Abend, Ihre Fahrkarte bitte, junge Frau!“

Verlegen gibt Rebecca ihm ihre Karte, die der Schaffner entwertet. Er versucht noch etwas zu flirten, indem er erwähnt, dass solch junge Damen nachts selten alleine in diesem Zug sitzen. Lächelnd erwidert sie: „So?“ und ist geschmeichelt, dass man ihr ihre 37 Jahre nicht ansieht.

Mit einem gutgelaunten „Ich wünsche Ihnen eine gute Fahrt!“ verlässt er das Abteil. Das Geräusch der ratternden Eisenbahnschienen wiegt sie schon bald darauf in einen traumlosen Schlaf.

Es ist Punkt 7:45 Uhr. Rebecca schreckt auf. Das Handy spielt eine Melodie von Beethoven, die sie als Weckruf am Vorabend auf diese Uhrzeit eingestellt hatte.

Eine tiefe männliche Stimme verkündet über den Lautsprecher, dass der Zug in zehn Minuten sein Ziel erreichen wird. Ein quietschendes Geräusch. Der Zug wird langsamer und kommt schließlich zum Stehen. Sie nimmt ihre kleine Sporttasche, ihr einziges Gepäckstück, und geht in Rchtung Ausgangstür. Die Tür ist nur schwer zu öffnen. Doch nun, endlich: Italien ist erreicht. Das Abenteuer kann beginnen.

Vor dem Bahnhof stehen dutzende weißer Taxis mit einem offiziell wirkenden Aufkleber der Taxiunion. Die braungebrannten jungen Männer werben lauthals um Fahrgäste. Rebecca entscheidet sich für den attraktivsten Fahrer, der sich gekonnt vor ihr aufgebaut hat und mit seinem durch das T-Shirt durchscheinenden ‚Six Pack‘ aussieht, als käme er gerade aus dem Fitness-Center. Sie weist Giovanni – so hatte er sich vorgestellt – mit holprigem Italienisch an, in Richtung Hafen zu fahren. Geleitet von ihrem Instinkt findet sie die richtige Stelle auf dem riesigen Areal, nachdem der Fahrer den Wächter am Tor wortreich davon überzeugt hat, dass es sich bei der Passagierin auf seinem Rücksitz um eine verspätet anreisende Touristin handelt. Giovanni ist deshalb mit Recht wenig begeistert von dem bescheidenen Trinkgeld und macht sich davon, um seinen notwendigen Tagesumsatz doch noch zu erreichen.

Geblendet von der trotz der frühen Stunde schon sehr aktiven Sonne richtet Rebecca ihre Aufmerksamkeit auf das Ziel ihrer abenteuerlichen Fahrt durch die holprigen Straßen der Stadt.

Da liegt sie nun vor ihr, groß und mächtig prunkvoll und schön – die ‚Victory‘. Ein Traumschiff, wie sie es bisher nur aus Filmen kannte. Überwältigt von dem Anblick vergisst sie einen Moment lang, in welcher schwierigen Situation sie sich befindet.

Rebecca hat nichts mehr zu verlieren. Sie hat nichts mehr. Kein Geld, keinen Mann, vor allem aber kein Ticket für dieses Schiff.

Wie von einer höheren Macht angezogen, läuft sie einfach auf das Schiff zu. Filmszenenreif nähert sie sich dem Ozeanriesen. Als ob es nur auf sie gewartet hätte. Niemand hält sie auf oder fragt sie, wer sie sei. Keiner verwehrt den Zugang oder verlangt das Ticket.

Die „Victory“ wirkt vor dem strahlend blauen Himmel wie ein Geisterschiff. Nur Transportkisten werden hin- und hergetragen. Niemand beachtet Rebecca, die an den schwitzenden Arbeitern vorbei läuft. Ihre Schritte werden immer selbstsicherer, aber ihre Gedanken kreisen immer nur um das eine ‚Wohin, wohin? Bitte Gott, zeig mir wohin ich laufen soll!‘

Plötzlich ist rechts von ihr eine Tür offen. Rebecca sieht ängstlich und gleichzeitig neugierig hinein. Ihre Tasche fest an sich gepresst, so als ob sie diese beschützen wollte, geht sie die Stahltreppen hinunter.

‚Niemand zu sehen. Ja, das ist der richtige Weg’, sagt ihre innere Stimme. Jetzt ist es sowieso zu spät. Es gibt kein Zurück mehr, ohne gesehen zu werden. Die Gefahr ist zu groß, dass sie jemand nach dem Ticket fragen wird … und dies ist die Chance: Sie muss weg!

Mit „ein Wink des Himmels“, versucht sie sich ihre Entscheidung zu bestätigen und damit gut zu heißen. Da, ein kleiner Raum! Sie gleitet hinein und zieht die Tür hastig hinter sich zu. Ein tiefer Seufzer der Erleichterung. Ihre schwitzenden Hände lösen sich von der Tasche, die sie krampfhaft an sich gepresst hatte, und sie sieht sich um. Neben ihr ein leeres Lagerregal aus Holz. Es ist nichts Essbares zu sehen in diesem Raum. Rebecca ist sehr hungrig und ausgelaugt. Doch nun kommt wieder der Gedanke an ihre Mutter. Es gibt keinen anderen Weg, sagt sie sich immer wieder. Erschöpft setzt sie sich auf den Boden und greift zu einer Schlaftablette. „Damit vergesse ich den Hunger“, sagt sie leise zu sich selbst.

Sie möchte nur noch schlafen und lehnt sich an die Trennwand und fällt in einen leichten Schlaf.

Ein schwermütiger Blues, auf einer Trompete gespielt. Sie realisiert, dass das kein Traum, sondern Realität ist. Irgendwo an Bord, vermutlich an Deck.

Es ist dunkel. Sie bemerkt, dass das Schiff in Bewegung ist. Hier irgendwo muss Licht sein. Rebecca steht von ihrem unbequemen Schlafplatz auf. Erst jetzt wird ihr klar, dass sie auf See sein muss, auf dieser „Victory“, einem Clubschiff. Ein kleines Bullauge verschafft ihr Gewissheit. Es ist Nacht geworden, sie muss lange geschlafen haben. Sie sieht hunderte von Lichtern an der Küste in weiter Ferne. Angst überfällt sie, fast schon Panik.

Sie öffnet die Tür und läuft die Treppen hoch. Tut sie jetzt gerade das Richtige oder nicht? Aber … dann hat Mutter kein Geld … und damit keine Operation.