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Wie sähe die Welt aus, wenn wir auf Wissenschaft hören? Franca Parianen macht sich auf die Reise quer durch die Republik und fragt zwölf Wissenschaftler:innen, was ihre Disziplin uns für die Zukunft rät. Woraus bauen Plastikforscher die Welt? Wie landet ihr Baustoff auf unserem Teller? Haben Klimatologinnen eigentlich noch Hoffnung, und weiß der Historiker da mehr? Kann künstliche Intelligenz rassistisch sein? Oder Medizin zu männlich? Wie weit tragen uns erneuerbare Energien? Und macht Gentechnikern ihre eigene Forschung manchmal Angst? Wer tief genug gräbt, findet Zukunftsmusik. Wissenschaft, die nicht nur mahnt, sondern Auswege bietet und völlig neue Ideen – mit Glück sogar solche, die funktionieren. Die die Welt artenreicher machen, das Wasser trinkbarer und die Menschheit (viren-)freier. Wir müssen nur zuhören! Denn dort, wo wir es tun, verschwindet Blei aus den Wänden, FCKW aus der Atmosphäre, Cholera aus dem Wasser und Polio aus der Welt.
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Seitenzahl: 411
Veröffentlichungsjahr: 2023
Franca Parianen (Hg.)
Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit
Wie sähe die Welt aus, wenn wir auf Wissenschaft hören? Franca Parianen macht sich auf die Reise quer durch die Republik und fragt elf Forschende, was ihre Disziplin uns für die Zukunft rät. Woraus bauen Plastikforscher die Welt? Wie landet ihr Baustoff auf unserem Teller? Haben Klimatologinnen eigentlich noch Hoffnung, und weiß der Historiker da mehr? Kann künstliche Intelligenz rassistisch sein? Oder Medizin zu männlich? Wie weit tragen uns erneuerbare Energien? Und macht Gentechnikern ihre eigene Forschung manchmal Angst?
Wer tief genug gräbt, findet Zukunftsmusik. Wissenschaft, die nicht nur mahnt, sondern Auswege bietet und völlig neue Ideen – mit Glück sogar solche, die funktionieren. Die die Welt artenreicher machen, das Wasser trinkbarer und die Menschheit (viren-)freier. Wir müssen nur zuhören! Denn dort, wo wir es tun, verschwindet Blei aus den Wänden, FCKW aus der Atmosphäre, Cholera aus dem Wasser und Polio aus der Welt.
Dr. Franca Parianen, Jahrgang 1989, arbeitete am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig in der Arbeitsgruppe soziale Neurowissenschaften. Die letzten Jahre erforschte sie am Helmholtz Institut der Utrecht University den Ursprung und Aufbau des menschlichen Zusammenlebens auf der Ebene der Neuronen und Hormone. Seit 2014 ist die Wahlberlinerin als Science-Slammerin aktiv und slamt u.a. auf medizinischen Kongressen, in Theatern und auf Messen. Als Finalistin trat sie bei den deutschen Meisterschaften und der IdeenExpo an und gewann 2017 den Neuro-Slam der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Bei Polaris erschienen bisher «Hormongesteuert ist immerhin selbstbestimmt» (2020) und «Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?» (2017).
Veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Hamburg, März 2023
Copyright © 2023 by Rowohlt Verlag GmbH, Hamburg
Covergestaltung und -abbildung Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich
ISBN 978-3-644-01440-4
Schrift Droid Serif Copyright © 2007 by Google Corporation
Schrift Open Sans Copyright © by Steve Matteson, Ascender Corp
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Motto
Aufbruchstimmung
Auf geht die Reise
Maria-Elena Vorrath Weniger ist alles
Weiterreise
Daniel Meza Arredondo Sonne für alle! Energiebildung als Motor für Energiewende und Klimaschutz
Weiterreise
Jonas Betzendahl Maschinelles Lernen und Algorithmen: Die Geister, die ich rief
Weiterreise
Sebastian Lotzkat Nieder mit der Ordnung! Macht Platz für die Vielfalt
Weiterreise
Lydia Möcklinghoff Just another day in Paradise: Was Ameisenbären mit dem Überleben von Homo sapiens zu tun haben
Weiterreise
Ann-Kathrin Vlacil Life in plastic – it’s fantastic: Von Mikroplastikpartikeln, die sich nicht (nur) in Luft auflösen
Weiterreise
Simon McGowan Kein (Bio-)Plastik ist auch keine Lösung
Weiterreise
Janina Isabell Otto The Sweet Escape: Über Zucker, Seitensprünge und Diabetes
Weiterreise
David Spencer Let it grow: Warum Gentechnik und Ökolandwirtschaft ein echtes Traumpaar wären
Weiterreise
Christian Krumm Weltrettung durch Nichtwissen oder: Können wir wirklich aus der Geschichte lernen?
Weiterreise
Sarah Hiltner Die bittere Pille: Wie Sexismus in der Medizin tötet
Weiterreise
Franca Parianen Der Verstand wird allgemein überschätzt: Wie wir eine Welt bauen, in der sich Hirn und Hormon wohlfühlen
Wie’s weitergeht
Danksagung
Die Beiträger*innen
Hinweis zu den Anmerkungen
Ich vermisse die Zukunft.
Also bin ich sie suchen gegangen.
Was, wenn wir einfach auf die Wissenschaft hören? Immerhin beginnt jeder Katastrophenfilm damit, dass man sie ignoriert – kurz bevor sich die Erde auftut, das Virus ausbreitet, der Komet einschlägt, die Flut flutet und der Weiße Hai alle Badenden auffrisst. Würden wir auf die Wissenschaft hören, wären Katastrophenfilme durchschnittlich zehn Minuten lang, und es gäbe weitaus weniger Rollen für Dwayne «The Rock» Johnson. Dort, wo wir’s im echten Leben tun, verschwindet Blei aus den Wänden, Cholera aus dem Wasser und Polio aus der Welt.
Es ist vor allem dem wissenschaftlichen Fortschritt zu verdanken, dass unsere Lebenserwartung heutzutage Zeit für eine Midlife-Crisis lässt. Dass dieses Leben kürzlich ziemlich aus den Fugen geraten ist, verdanken wir dagegen u.a. einer Politik, die Wissenschaft viel zu oft ignoriert – konnte ja auch keiner ahnen, dass sie mal so wichtig werden würde. Jahrzehntelang sind wir schließlich ganz gut damit gefahren, wesentliche wissenschaftliche Erkenntnisse auch mal zu missachten, z.B. dass Schule zu früh beginnt, Diesel sich schlecht in der Lunge macht und Düngemittel besser weniger Nitrat hätte. Die Wissenschaft warnt. Vor Waldsterben und Nuklearkatastrophen. Vor rohem Plätzchenteig und strukturellem Rassismus. Und wir reagieren darauf, indem wir alle einmal sehr, sehr ernst mit dem Kopf nicken.
Trotzdem schien uns die moderne Welt im Großen und Ganzen auf Rationalität gebaut. Wenigstens darum bemüht. Auf jeden Fall liefen überall Experten rum! Solche, die uns sogar ziemlich oft erklären konnten, warum es sehr vernünftig ist, wenn die Politik gerade eben nicht überall auf die Wissenschaft hört. Das passte sehr gut zu der Einstellung in unserem Privatleben, wo die meisten auch von Wissenschaft im Allgemeinen überzeugt sind – wie von der Existenz von Schwerkraft und Bakterien, aber nicht unbedingt im Speziellen. Also da, wo sie uns betrifft. Da leben wir die Kompromisslösung, in der wir zwar an die Wirkung von Desinfektion glauben, aber auch an die Drei-Sekunden-Regel, nach der die Bakterien uns nichts anhaben können, wenn wir runtergefallene Sachen schnell aufheben (was eigentlich schon eine gute Vorbereitung ist auf «Klar muss man bei einer OP Masken tragen, aber wenn ich die beim Einkaufen anziehen muss, fall ich tot um»).
Ansonsten lösen auch wir unsere Probleme, indem wir einfach sehr geschickt nicht so genau darüber nachdenken. Z.B. darüber, dass man vor dem Einschlafen besser nicht stundenlang aufs Handy starrt oder dass Essen aus angekratzten Teflonpfannen wahrscheinlich nicht ideal für uns ist.
Bis jetzt sind wir daran nicht gestorben, nicht mal an dem rohen Keksteig. Gab es etwas wirklich Wichtiges, wie das Ozonloch, dann hat uns schon irgendwer informiert. Auch die Politik hat in solchen Momenten meist noch die Kurve gekriegt, bevor irgendeine wissenschaftsferne Entscheidung zum Super-GAU geführt hat. So konnten sich auch die Forschenden bequem darauf ausruhen, dass Wissenschaftskommunikation im Unialltag nun wirklich nicht vorgesehen ist und sich komplexe Themen dem Laienpublikum ohnehin sehr schlecht erklären lassen. Um ehrlich zu sein, war man ja schon froh, wenn zwischen den ganzen Forschungsgeldanträgen überhaupt Zeit für Forschung blieb – da war es sehr viel verlangt, diese Forschung jetzt auch noch zu kommunizieren. Immerhin in den Fachartikeln standen ihre Ergebnisse ja drin.
So oder so ähnlich hat das Zusammenleben im Großen und Ganzen ziemlich lange ziemlich gut funktioniert (für die reichen Länder, versteht sich). Oder jedenfalls schien es so, bis die Erde plötzlich angefangen hat, abwechselnd zu brennen oder zu überfluten, Preise steigen, Fehlinformation wütet, Demokratien wackeln und wir uns fragen, ob uns zuerst die Virusvarianten oder die griechischen Buchstaben ausgehen. Auf einmal starren uns die Folgen von Wissenschaftsleugnung und Ignoranz ziemlich offensichtlich ins Gesicht.
Wie selten wir tatsächlich auf Wissenschaft hören, merkt man spätestens daran, dass fast jede Zeitung davon berichtet, wenn wir es tun: «Werden wir jetzt von Virologen regiert?» So und ähnlich lauteten die Schlagzeilen am Anfang der Pandemie, und das ist ja mal eine Befürchtung, die sich so überhaupt nicht bewahrheitet hat. Man merkt es auch daran, dass wir dabei offensichtlich in völlig neuem Fahrwasser navigieren. Mit der doppelten Herausforderung, gleichzeitig auszuhandeln, wie das geht. Wo liegen die fließenden Grenzen, wo die scharfkantigen Fakten? Sind wir sicher, dass der Kompromiss nicht dazwischen ist? Am Ende segeln wir wild umher, halten uns an einiges, ignorieren vieles und umschiffen den Rest weiträumig. Zwischendurch bricht das Ruder, und während wir noch dabei sind, die Überreste zusammenzuschrauben, taucht am Horizont schon drohend die Frage auf: Wie wird das erst mit dem Klima?! Und warum ist das auch schon wieder so wenig kompromissbereit? Offensichtlich kann man jahrelang eine Krise durchleben, ohne danach annähernd Meister im Krisenmanagement zu sein. Oder wenigstens die Gravität von Krisen zu verstehen.
Dabei sind Corona und Klima ja längst nicht die einzigen Themen, zu denen uns die Wissenschaft etwas sagen (oder wahlweise «an den Kopf werfen») kann: Medizinerinnen warnen vor Plastikstoffen, Programmierer vor Algorithmen, und Hirnforscherinnen machen sich schon aus Prinzip Sorgen um uns alle. Wieder andere haben uns vor jeder aktuellen Plage bereits Jahrzehnte im Vorhinein gewarnt. Wer weiß, was in deren Artikeln noch alles drinsteht?
Es gibt mehrere Gründe, warum die Krise immer mehr zu unserem natürlichen Lebensraum wird und unsere Strategie des besorgten Kopfnickens hart an ihre Grenzen gerät, z.B. angesichts der Globalisierung, die uns nicht nur mit den anderen Menschen auf diesem Planeten verbindet, sondern auch mit ihren Lieferschwierigkeiten, Datenkraken und Viren. Oder auch infolge unseres Versuches «Turbokapitalismus und unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten», der langsam einen Punkt erreicht, an dem wir alle Fässer zum Überlaufen bringen. Neun solcher möglichen Grenzüberschreitungen hat die Forschung identifiziert. Die Integrität von biochemischen Kreisläufen und Biodiversität haben wir längst überschritten, die Zahl an menschengemachten chemischen Substanzen kürzlich, genauso wie die des Frischwassers für Pflanzen – eine von zwei Arten der Frischwassernutzung. Abholzung und Erhitzung sind im gelben Bereich, und an der vollständigen Übersäuerung der Ozeane kratzen wir gefährlich. Immerhin, der Ozonschicht geht es einigermaßen. Die Partikelverschmutzung der Atmosphäre hat bis jetzt niemand so genau gemessen. Aber als Forschende zum bisher tiefsten Tauchgang in den Marianengraben antreten, ist eine Plastiktüte schon da.
Und neben all dem stehen wir und versuchen irgendwie unser Leben zu planen, als ob nicht sämtliche Gewissheiten längst weggebrochen wären. Die Antwort auf die Frage, wo wir uns in fünf Jahren sehen, löst genauso ein Schulterzucken aus wie die nach dem nächsten Herbst. Die Zukunft ist bis auf Weiteres so eine Art Wolke. Immerhin darin, dass es sich um eine Gewitterwolke handelt, sind wir uns einig. Laut Umfragen des Instituts für Demoskopie in Allensbach sehen selbst das nächste Jahr nur noch 19 Prozent der Deutschen positiv und unterbieten damit den bisherigen Tiefstwert vom Koreakrieg noch mal um acht Punkte.[1] Von den unter 25-Jährigen glauben nur noch 8 Prozent, dass es der nächsten Generation mal besser gehen wird.[2] Und wo 2013 noch 70 Prozent der jungen Leute lieber in der Zukunft leben wollten, wünscht sich 2022 die Mehrheit in die Vergangenheit zurück![3]
Von wegen, die Jugend interessiert sich nur für ihr Smartphone: Für ein paar mehr Jahre auf einem bewohnbaren Planeten wäre sie anscheinend ohne zu zögern bereit zu lernen, was eine Wählscheibe ist. Wobei «jung» hier eigentlich «alle bis Mitte 30» heißt, und nein, ich akzeptiere dazu keine konstruktive Kritik. Der Punkt ist: Wenn diejenigen, die einen Weg am längsten gehen sollen, überzeugt sind, dass sie am Ende schlechter dastehen oder am liebsten gleich auf der Stelle umkehren wollen, dann muss es schon ein ziemlicher Holzweg sein.
Aber, muss ja. Also setzen wir zögerlich und widerwillig einen Fuß vor den anderen, halten uns an die Gegenwart, ans Hier und Jetzt und versuchen nicht so genau daran zu denken, was da vor uns liegt. Sehr ungewöhnlich für eine Spezies, die sonst gern ihre Zeit damit verbringt, das Morgen zu planen und zusammenzuzucken über das, was sie vor zehn Jahren mal gesagt hat. Oder die sich sehr viel auf die Fähigkeit einbildet, heute auf einen Marshmallow verzichten zu können, wenn es morgen zwei gibt. Als könnte heute noch irgendjemand die morgige Marshmallow-Situation vorhersagen. Ich vermisse die Zukunft. Pläne, Perspektiven, irgendwas, auf das man absichtsvoll zugeht! Weil man sich zumindest erhofft, dass es da besser ist. Natürlich auch auf die Gefahr hin, dass man nie ankommt oder dass die Erwartungen enttäuscht werden und es ist einfach wie Duisburg. Die Zukunft ist immer ein unbekanntes Land. Aber können wir nicht wenigstens versuchen, eins anzusteuern, für das es sich lohnt zu kämpfen?
Also, wie kommen wir dahin?
Das meiste Übel dieser Welt ist wie Zahnpasta – leichter aus der Tube zu bekommen als wieder hinein. Das heißt, es reicht nicht, nur auf die Bremse zu treten, wir müssen auch die Kurve kriegen. Aufräumen, ausräumen. Die Dinge besser machen. Wir brauchen Gestaltung und neue Ideen. Und wir brauchen Forschung, um uns da durchzulavieren. Um zu wissen, was kommt. Um neue Wege zu finden und zu testen, ob sie in die richtige Richtung führen. Vor allem, um sehr viel schneller daraus lernen zu können als jetzt. Auch das ist eine Art, mit Krisen umzugehen. Persönlich ist es meine liebste. Wenn mir die Doktorandenzeit in der mehr oder weniger praktisch relevanten Hirn- und Hormonforschung eins gebracht hat in den aktuellen Krisen, dann das Wissen, wie und wo man auf komplizierte Fragen Antworten findet. Oder zumindest Anhaltspunkte. Und die Überzeugung, dass wir besser dran sind, wenn wir danach suchen. Allein schon weil das, was wir dabei aufspüren, so oft ganz anders aussieht als erwartet.
Wissenschaft kann eben nicht nur mahnen, sondern auch völlig neue Ansätze bieten. Manchmal sogar Lösungen, und mit Glück sogar welche, die funktionieren. Die die Welt um uns artenreicher machen, das Wasser trinkbarer, Verteilung gerechter und die Menschheit (viren-)freier. Sie kann auch Sicherheit schaffen. Oder uns aus den immer gleichen, lähmenden Debatten befreien.
Die gute Nachricht ist: Selbst wenn unsere Probleme größer geworden sind – unsere Möglichkeiten zur Lösungssuche sind es auch! Mit dem Fortschritt sind die Hindernisse auf dem Weg zum Wissen in bemerkenswerter Anzahl ebenfalls umgekippt. Das Internet hat die globalen Distanzen zusammengeschmolzen, sodass wir in Sekundenschnelle etwas lernen können, wofür man früher das eurasische Grenzgebirge hätte überklettern müssen. Oft muss man dafür sogar mit niemandem reden, was z.B. Newton sehr gefallen hätte. Analysen kommen zu uns nach Hause, sogar auf Tausende Computer gleichzeitig, sodass wir dafür nicht in die Büros besser bezahlter Professoren einbrechen oder uns um die Erstausgaben in Bibliotheken streiten müssen (die haben eh wieder irgendwelche Jurastudenten versteckt). Die gleichen Computer helfen uns auch bei der Berechnung von Statistiken und Fallzahlen, die früher unmöglich gewesen wären. Die Rechenleistung, die uns zum Mond gebracht hat, passt heute in einen Bauchbeutel. Die Mondlandung selbst folgte nur 56 Jahre nach dem ersten Flugzeugflug, der weniger als 100 Jahre nach der ersten Eisenbahnfahrt folgte, und das, nachdem Kutschen für mehrere Tausend Jahre die absoluten Vorreiter waren. Unser Wissensberg wächst immer schneller, und große Teile davon stehen uns allen zur freien Verfügung. Wir profitieren vom Wissen sämtlicher Forschenden der Welt, den neuesten Erkenntnissen von heute, genauso wie von der Vorarbeit derer, die längst in Berufe mit unbefristeten Verträgen gewechselt sind. Selbst auf eine Art gemeinsame Sprache haben wir uns beim Wissensaustausch geeinigt: gewurschteltes Englisch. Ein weitaus besseres System, als bei der Recherche noch mal unser französisches Grammatikheft rauszukramen und uns zu fragen, ob man diese Vene jetzt an- oder durchschneiden muss. Nur die AfD wünscht sich, dass Forschung wieder in deutscher Sprache stattfindet, aber die wollen ja eh immer zurück ins falsche Jahrhundert.
Für den Rest von uns ist allein das Internet ein so großer Fortschritt, dass es unseren Umgang mit Wissen eigentlich für immer verändern muss. Ein Erkenntnisberg mit Suchfunktion, drei Klicks entfernt in unserer Hosentasche (na ja, für Männer, jeder weiß, dass Frauenhosen keine Taschen haben). Es war noch nie leichter, Antworten zu finden, als heute. Aber aus irgendeinem Grund hat das einen wenig bemerkbaren Einfluss auf unser Schulsystem und unsere Politik.
Dabei könnten wir so viel von dem klären, was uns jeden Tag im Kopf rumschwirrt. Können wir CO2 aus der Atmosphäre saugen? Plastik schaffen, das sich in seine Bestandteile zerlegt? Dank Gentechnik auf Pestizide verzichten? Und haben Klimaforschende eigentlich noch Hoffnung? Oder weiß der Historiker da vielleicht mehr? So viel Wissen, Zahlen und hilfreiche Diagramme, mit denen wir Vergangenheit und Zukunft besser verstehen, genauso wie die Konsequenzen unserer politischen Entscheidung. Nebenbei bietet unser Datenberg auch einen Schutzwall. Gegen unsere eigenen Biases, also Verzerrungen, Denkfallen und Fehlannahmen, mit denen uns unser Gehirn so durch den Tag bringt, bevor wir vor Überforderung eingehen. Obendrein schützt er uns gegen die Welle von Desinformation, die gerade über uns hinwegschwappt und unsere Gesellschaft aus den Angeln hebt. Vor Leuten, die Fakten leugnen, dafür aber an Chemtrails glauben und an ihr Recht auf Masern. Und die in ihren absurden Ansichten nur noch übertroffen werden vom letzten US-Präsidenten. Gemeinsam haben sie alle, dass sie mit den fünf apokalyptischen Reitern der Desinformation durch die Gegend ziehen, denen wir noch häufiger begegnen werden: Pseudoexpert*innen, Logikfehler, unerreichbare Ansprüche, Rosinenpickerei und Verschwörungsideologien. Kurz: PLURV. Diese Auflistung hat sich einst ein Klimakommunikationsprofessor namens John Cook ausgedacht, und inzwischen passt das Framework auch ganz wunderbar für unseren Umgang mit Corona. Wenn immer mehr Leute darauf setzen, dass sich zwischen Fakt und Fake nicht mehr unterscheiden lässt, brauchen wir mehr denn je eine Datengrundlage zum Festhalten.
Wer tief genug ins Labyrinth vorstößt, stößt sogar auf Zukunftsmusik. Baumaterialien für eine nachhaltige Welt, Medizin für alle. Gute Ernährung, Landwirtschaft voller Vielfalt und Städte, in denen sich Füchse rumtreiben. Unser Wissensberg bietet Input zu fast allem. Oder eben Hinweise. Begründete Vermutungen! Am besten schickt man jemanden vor, der den Unterschied sieht. Zum Glück kennen Wissenschaftler*innen ihren Abschnitt des Berges wie die Westentasche. Sie sind dort ja quasi zu Hause – allein schon, weil das Doktorandendasein keine Miete bezahlt. Schon gar nicht in einem Elfenbeinturm. Und wenn man sie fragt, was passieren würde, wenn die Welt ihnen zuhört, haben die meisten schon mal was vorbereitet. Im Fall der Wissenschaftler*innen, die auf meiner Reiseroute stehen, ist das, was sie vorbereitet haben, mit ziemlicher Sicherheit auch verständlich. Denn ich kenne sie alle von Science Slams, jenen Wettbewerben, bei denen Wissenschaftler*innen ihre Forschungsthemen in kurzer Zeit auf der Bühne präsentieren – möglichst verständlich, möglichst unterhaltsam, möglichst so, dass das Publikum danach in einer kleineren Applausorgie von den Stühlen gerissen wird. Manche sind heute noch vielbeschäftigte Slammer*innen, andere stecken vielbeschäftigt tief in ihren Laboren oder mitten im brasilianischen Feuchtgebiet, und wieder andere treiben sich im Fernsehen rum oder schreiben Bücher (wie praktisch, da wissen sie ja schon, worum es geht). Die meisten machen alles gleichzeitig. Gemeinsam haben sie alle, dass sie ganz wunderbar erzählen und erklären können und es ihnen ein Anliegen ist, genau das zu tun. Angefangen damit, Forschung nicht nur auf Kongresse zu bringen, sondern auch in Theater, Kneipen und Clubs, wo das Licht schummerig, der Vorhang schwer und der Boden leicht klebrig ist. Aber dann sitzen selbst darauf dicht gedrängt Leute (na ja, wenn nicht gerade Pandemiewelle ist) und lauschen mit der Bierflasche in der Hand den Grundsätzen der Thermodynamik. Wenn es das ist, wie Tausende freiwillig ihren Samstagabend verbringen wollen, dann muss das, was dabei passiert, schon ziemlich magisch sein. Und das ist es ja auch, wenn jemand, der für sein Thema brennt und erklären kann, warum die Welt wirklich besser wäre, wenn wir alle mehr darüber wüssten! Und wenn der Mensch diesen Punkt dann auch noch leidenschaftlich mit einem wackelnden Jenga-Turm, zerschmetternden Plastikplatten und dem liegestützenartigen Paarungstanz einer Eidechse unterstreicht (alles bei den Autor*innen dieses Buches schon vorgekommen).
Die Leute, zu denen ich mich auf den Weg mache, wissen also, wie man Menschen in fremde Welten entführt, sie lassen uns die Luft anhalten, bis wir verstehen, was es heißt, wenn sich medizinische Behandlung verzögert, oder zeigen uns, wie man künstliche Intelligenz dazu bringt, in allem eine Schildkröte zu sehen. Mindestens eine von ihnen hat schon mal vor Angela Merkel etwas über Schweiß erzählt. Kurzum, sie erreichen mit ihrer Arbeit jede Menge unterschiedliche Leute, und das auf eine Art, die hängen bleibt. Dabei hilft es wahrscheinlich, dass sie alle junge Wissenschaftler*innen sind (in der Forschung gilt die Bezeichnung «jung» übrigens mindestens bis Anfang vierzig – und das kann man durchaus kritisieren). Witziges Erzählen galt lange als verpönt in der Wissenschaft. Als würden sich Seriosität und Humor ausschließen. Das ist natürlich Unsinn. Wenn Archimedes nackt aus der Badewanne springt und «Heureka» rufend durchs Dorf rennt, sagt das nichts über seine Beobachtungen zur Dichte, macht sie aber weitaus unterhaltsamer. Außerdem erinnern wir uns noch über zweitausend Jahre später daran. Versuchen Sie das mal angezogen.
Der andere Punkt, der in der Wissenschaft eher neu ist, ist, zu politischen Fragen Stellung zu beziehen. Das, was in der Pandemie plötzlich nötig wurde und bei Virolog*innen zu mehreren sehr gequälten Gesichtsausdrücken geführt hat. Auch die Politik war teilweise etwas pikiert darüber, jetzt Ratschläge von Leuten in Laborkitteln zu bekommen – was ein bisschen überraschend war, denn die Politiker, denen das am meisten ausmachte, hören sonst auch auf drei Lobbyisten in einem Trenchcoat. Allein das ist schon ein Grund für Forschende, sich mit Politik zu beschäftigen, denn wenn sie ihre Expertise nicht einbringen, dann tun es die selbst ernannten Experten bestimmt – und müssen dafür nicht mal Zeit mit dem passenden Studium verschwenden. «Wirtschafts»experte Friedrich Merz z.B. ist Jurist.
Es ist für niemanden einfach in diesem Spannungsfeld, in dem Wissenschaft letztlich immer nur eine Beraterrolle zusteht. Fragt sich nur, wie man diese Beraterrolle ausfüllt und inwiefern Trillerpfeifen dazugehören sollten. Oder Leuchtraketen. Wie sehr das auch in der Wissenschaft debattiert wird, sieht man z.B. schon daran, dass sich die unterschiedlichen Strömungen der Klimabewegung genauso unter Forschenden widerspiegeln: Scientists Rebellion versus Scientists for Future versus eine ganze Menge Leute, die finden, man müsste eigentlich wirklich dringend mal mehr machen (von Ersteren sagte Bundeskanzler Scholz gerade erst im Oktober 2022, dass man ihre Demonstration zwecks «Klima und solche Sachen» am besten ignoriere). Ab welcher Corona-Variante sich Epidemiolog*innen ans Gesundheitsministerium ketten, bleibt abzuwarten. Anderswo müssen sich Biolog*innen und Soziolog*innen dagegenstemmen, dass man sie für Attacken auf trans* Leute und ihre Rechte instrumentalisiert. Zum Glück müssen uns Astronom*innen bisher noch vor keinem Meteoriten warnen, aber spätestens seit «Don’t Look Up!» bereiten sie sich emotional darauf vor, dass ihnen dann keiner zuhört.
Alles in allem sind Forschende eben Teil des blauen Planeten, und spätestens seit immer mehr von ihnen für ihre Arbeit bedroht und angegriffen werden, können sie sich vor seinen Konflikten auch immer schwerer wegducken. In Deutschland brauchen einige Polizeischutz oder Medienrechtsanwälte, und nachdem Trump in den USA gewählt wurde, brachte die Umweltbehörde erst mal ihre Datensätze in Sicherheit. Später verbot man den Behörden aus dem White House heraus Interviews, Social-Media-Posts und Wörter wie «Diversität», «globale Erwärmung» und «evidenzbasiert». Woran man auch sieht, welche Macht diese Wörter haben. Zeit also, sie zu nutzen, wie es immer mehr Wissenschaftler*innen machen. Der Anwendungsteil der Forschung. Streng wissenschaftlich natürlich. Andersrum auch Zeit, unsere Fragen loszuwerden, an alle, die da vor sich hinarbeiten. Rauszufinden, was wir schon immer mal wissen wollten, von Leuten, die es kaum abwarten können, uns etwas darüber zu erzählen.
Also dann: Wie sähe die Welt aus, wenn jemand auf dein Fachgebiet hört?
Mit dieser Frage mache ich mich auf die Reise zu elf Forschenden, auf der Suche nach der Zukunft.
Die Reise beginnt am Bahnhof in Berlin. Das ist praktisch, denn da wohne ich. Also in Berlin, nicht am Bahnhof. Niemand wohnt in Mitte. Dafür sind wir hier nur ein paar Schritte entfernt von den hochragenden Backsteingebäuden der Charité, dem Universitätsklinikum. Sie ist die Arbeitgeberin der halben deutschen Nobelpreisträger*innenriege, und außerdem die Institution, zu der sich nicht nur in der aktuellen Krise alle umdrehen, sondern auch beim letzten Mal, als die Wissenschaft einen ziemlichen Lauf hatte: in den aufregenden Jahren um die Jahrhundertwende, als die Menschheit Bakterien und Blutgruppen entdeckte und Heilmittel für mehrere der wichtigsten Todesursachen ihrer Zeit. Syphilis, Tetanus, Diphtherie – alle heute behandelbar. In Deutschland stieg die Lebenserwartung mit der Jahrhundertwende, von Mitte/Ende 30 auf 50 Jahre, dann auf 60. Die Kindersterblichkeit wurde halbiert! Noch wenige Jahre zuvor konnte man einem Mann, dem eine Münze im Hals steckte, keinen besseren Rat geben als «von der Decke hängen». (Na ja, es hat funktioniert. Irgendwann.[1]) Dann plötzlich wurde alles besser. Für einen sehr kurzen Moment muss die Zukunft wirklich sehr verheißungsvoll ausgesehen haben. Um sich von der Tragweite zu überzeugen, fragen Sie sich einfach selbst, wie lang Sie und Ihre Lieben ohne die Fortschritte der Zeit überlebt hätten. Ich persönlich hätte wahrscheinlich nicht mal das Licht der Welt erblickt. Oder nur sehr kurz. Denn so was wie einen Kaiserschnitt hätte es nicht gegeben.
An die Wissenschaftsbegeisterung von damals erinnern heute noch die großen steinernen Statuen auf dem Charité-Gelände, an denen die Klimastreiks immer vorbeiziehen. Ein überlebensgroßer Robert Koch und außerdem ein nackter Mann, der mit einem Ungeheuer ringt, sinnbildlich für das Ringen mit Krankheit. Rudolf Virchow, der Mann, dem sie gewidmet ist, hat keinen großen Erreger entdeckt und war gegenüber der neumodischen Idee von den Bakterien grundsätzlich eher skeptisch, aber er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir die Ursache von Krankheiten heute in Zellen suchen statt in fünf fragwürdigen Säften. Außerdem haben wir u.a. ihm die Berliner Kanalisation zu verdanken und überhaupt einen ziemlich vehementen Kampf gegen alles, was Armut und Krankheit verbindet. Einmal hätte er sich beinahe mit Bismarck duelliert.
Das ist ein Punkt, der oft untergeht – nicht nur der mit Bismarck, sondern auch der mit den Säften: Das goldene Zeitalter der Medizin hat nur zum Teil mit neuen Erfindungen zu tun. Ein Großteil des Fortschritts lag in der Erkenntnis, völlig belämmerte Sachen zu unterlassen: mit ungewaschenen Händen von der Leichenobduktion zur Geburtshilfe zu eilen z.B., oder Fäkalien und Trinkwasser zu mischen. Armenquartiere ohne Toiletten und fließend Wasser zu bauen. Mit Nutztieren dichtgedrängt zusammen zu wohnen. Krank durch die Gegend zu laufen. Patienten mit giftigen Stoffen und Aderlassen zu malträtieren – ein ganz neuer Standpunkt gegenüber der bisherigen Herangehensweise, bei der sich eine standesgemäße Behandlung von einem Exorzismus nur minimal unterschied.
Damals wie heute war das Loch, aus dem wir uns buddeln mussten, eins, in das wir uns ziemlich geschickt selbst reingebuddelt hatten. Damals wie heute setzte das ein – für Menschen sehr unübliches – Maß an Einsicht voraus. Allein beim Versuch, uns das mit dem Händewaschen beizubringen, gab es mehrere Tote. Und wenn uns der Kampf gegen Fehlinformation heute manchmal aussichtslos vorkommt, sollten wir uns daran erinnern, dass damals nur ein Viertel der Bevölkerung lesen konnte und selbst Ärzte dachten, Menschen hätten das Doppelte ihres tatsächlichen Blutvolumens und sie könnten auf 80 Prozent davon verzichten. Als George Washington nach einem Ausritt im Regen mal Halskratzen hatte, starb er nur wenige Arztbesuche später. Denkbar schlechte Bedingungen für alles. Aber trotzdem haben wir uns irgendwann aufgerafft und den mörderischen Berg an Mythen und Fehlinformationen methodisch abgetragen. Stück für Stück mit jeder abstrusen Idee, jeder Erkenntnis, was wir nicht mehr machen sollten. Bis irgendwann zwischen 1900 und 1912 zum ersten Mal ein Patient zum Arzt ging und dabei eine mehr als fünfzigprozentige Chance hatte, danach nicht schlechter dran zu sein als vorher.[2]
In der folgenden Zeit haben wir unsere Methoden der Falsifizierung immer weiter verfeinert und unseren Stapel «Dinge, die wir halt so machen» immer weiter umgewandelt in einen Stapel «Dinge, die sich als einigermaßen hilfreich erwiesen haben (für den Moment)». Warten Sie ab, was passiert, wenn wir jetzt auch noch anfangen, Frauen und andere Minderheiten systematisch in unsere Studien einzubeziehen! Man lernt nie aus, was man alles falsch macht. Auch heute nicht – zum Glück.
In unserer Vorstellung sind Mahnungen aus der Wissenschaft immer etwas Anstrengendes, Nörgeliges, auf das niemand gerne hört. Aber Millionen von uns verdanken ihr Leben der Erkenntnis, dass FCKW nicht in Haarspray gehört, Blei nicht in Benzin und Alkohol und Zigaretten nicht in die Nähe von Babys. Sagen Sie das irgendwem in den 50ern, und der guckt Sie schief an. Von den sozialen Missständen wie Segregation oder Sexismus ganz zu schweigen. Und auch hier musste erst jemand vorbeikommen und die wichtige Frage aufwerfen: «Ham’ wir sie noch alle?» Na ja, manchmal benötigt man dafür auch eine Menge Leute. Immer wieder. Die Menschheit hat es nicht so mit dem Zuhören.
Aber am Anfang steht immer die Erkenntnis, dass etwas falsch läuft. Der Kern allen Fortschritts. Und damit können wir jetzt endlich Berlin verlassen und in den Zug nach Hamburg steigen, um von Maria-Elena Vorrath etwas über das Klima zu lernen. Nicht, um in deprimierte Resignation zu verfallen, sondern um uns eine Chance zu erobern, es besser zu machen.
