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Diese Serie von der Erfolgsschriftstellerin Viola Maybach knüpft an die bereits erschienenen Dr. Laurin-Romane von Patricia Vandenberg an. Die Familiengeschichte des Klinikchefs Dr. Leon Laurin tritt in eine neue Phase, die in die heutige moderne Lebenswelt passt. Da die vier Kinder der Familie Laurin langsam heranwachsen, möchte Dr. Laurins Frau, Dr. Antonia Laurin, endlich wieder als Kinderärztin arbeiten. Somit wird Antonia in der Privatklinik ihres Mannes eine Praxis als Kinderärztin aufmachen. Damit ist der Boden bereitet für eine große, faszinierende Arztserie, die das Spektrum um den charismatischen Dr. Laurin entscheidend erweitert. Sehr langsam kamen die Stimmen näher. Die beiden Menschen, ein Patient und seine Besucherin, lauschten mit angehaltenem Atem. Sie befanden sich in einem Behandlungsraum, der zur Notaufnahme der Kayser-Klinik im Münchener Südwesten gehörte. Es konnte eigentlich nur die Polizei sein, die jetzt kam, um den Patienten zu vernehmen. Hatte er etwas zu befürchten oder nicht? Die Frau, Salome Rhein, nahm die Hand des Mannes und drückte sie, um ihm Mut zu machen. Er war sehr blass. Es ging ihm nicht gut, er war bei einem Angriff verletzt worden, ziemlich schwer verletzt, aber zum Glück hatte er schnell medizinische Hilfe bekommen. Nur hatte ihn der Angreifer einer schlimmen Tat beschuldigt. Würde sich die Sache aufklären lassen, würde die Wahrheit ans Licht kommen? Zwei Personen erschienen an der offenen Tür des Behandlungszimmers, und im selben Moment löste sich alle Anspannung auf. "Sie sind das! " Salome Rheins Stimme klang überrascht und erleichtert zugleich. "Ja, wir sind das", erwiderte Antonia Laurin und trat mit ihrem Mann Leon, den Salome bislang noch nicht kannte, näher. Antonia und ihr Mann wussten, was passiert war. Antonia kannte den Patienten, freilich auch erst seit wenigen Tagen: Es handelte sich um 'Mac' – mit vollem Namen Dr. Valentin McGregor. Er war der junge Kinderarzt, den Antonia und ihre Praxispartnerin Maxi Böhler möglichst bald einstellen wollten, da sie die Arbeit zu zweit nicht mehr bewältigen konnten. Mac hatte sich bei ihnen im Schottenrock vorgestellt und außerdem noch einen Dudelsack und eine Flasche schottischen Whiskys bei sich gehabt – es war seine spezielle Art von Humor, die bei den beiden Kinderärztinnen nicht sofort gut angekommen war. Im anschließenden Gespräch hatten sie sich dann aber doch davon überzeugen können, dass er eine ausgezeichnete Verstärkung ihres Teams wäre.
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Sehr langsam kamen die Stimmen näher. Die beiden Menschen, ein Patient und seine Besucherin, lauschten mit angehaltenem Atem. Sie befanden sich in einem Behandlungsraum, der zur Notaufnahme der Kayser-Klinik im Münchener Südwesten gehörte. Es konnte eigentlich nur die Polizei sein, die jetzt kam, um den Patienten zu vernehmen. Hatte er etwas zu befürchten oder nicht? Es hing so vieles davon ab, ob ihm Glauben geschenkt würde …
Die Frau, Salome Rhein, nahm die Hand des Mannes und drückte sie, um ihm Mut zu machen. Er war sehr blass. Es ging ihm nicht gut, er war bei einem Angriff verletzt worden, ziemlich schwer verletzt, aber zum Glück hatte er schnell medizinische Hilfe bekommen. Nur hatte ihn der Angreifer einer schlimmen Tat beschuldigt. Würde sich die Sache aufklären lassen, würde die Wahrheit ans Licht kommen?
Zwei Personen erschienen an der offenen Tür des Behandlungszimmers, und im selben Moment löste sich alle Anspannung auf. „Sie sind das!“ Salome Rheins Stimme klang überrascht und erleichtert zugleich.
„Ja, wir sind das“, erwiderte Antonia Laurin und trat mit ihrem Mann Leon, den Salome bislang noch nicht kannte, näher.
Antonia und ihr Mann wussten, was passiert war. Antonia kannte den Patienten, freilich auch erst seit wenigen Tagen: Es handelte sich um ‚Mac‘ – mit vollem Namen Dr. Valentin McGregor. Er war der junge Kinderarzt, den Antonia und ihre Praxispartnerin Maxi Böhler möglichst bald einstellen wollten, da sie die Arbeit zu zweit nicht mehr bewältigen konnten. Mac hatte sich bei ihnen im Schottenrock vorgestellt und außerdem noch einen Dudelsack und eine Flasche schottischen Whiskys bei sich gehabt – es war seine spezielle Art von Humor, die bei den beiden Kinderärztinnen nicht sofort gut angekommen war. Im anschließenden Gespräch hatten sie sich dann aber doch davon überzeugen können, dass er eine ausgezeichnete Verstärkung ihres Teams wäre. Diese Entscheidung hatte sie ihm erst wenige Stunden zuvor mitgeteilt.
Und nun lag er in der Notaufnahme der Kayser-Klinik, die von Leon Laurin geleitet wurde und an die die Kinderarztpraxis angeschlossen war. Er war von einem Siebenjährigen, der ihn zugleich übel beschimpft hatte, mit Steinen beworfen und unglücklich an einer Schläfe getroffen worden, als er sich umgedreht hatte, um zu sehen, wer ihn angriff und warum. Er hatte den Jungen verfolgen wollen, aber das war ihm nicht mehr möglich gewesen. Er hatte viel Blut verloren und sich so schwindelig gefühlt, dass ihm kurzzeitig sogar schwarz vor Augen geworden war.
Antonia, die Salome Rhein, eine junge und sehr engagierte Kitaleiterin, recht gut kannte, machte das junge Paar und ihren Mann miteinander bekannte.
Der Patient grinste schief. „Da bekommen Sie ja gleich einen richtig guten Eindruck von mir. Ich hoffe nur, Ihre Frau überlegt es sich nach dieser Geschichte nicht noch einmal, ob sie wirklich mit mir zusammenarbeiten möchte.“ Er schielte zu Antonia hinüber, die Mühe gehabt hatte, sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr sein Anblick sie erschreckte. Der Junge, der die Steine geworfen hatte, war ein zartes Kind, dennoch hatte er es offenbar geschafft, die Steine mit großer Wucht zu werfen.
Bevor Leon oder Antonia etwas erwidern konnten, tauchte Schwester Marie auf, die ihren Chef und seine Frau freundlich begrüßte, sich danach aber sofort dem Patienten zuwandte. „Geht es Ihnen wieder besser, Herr Doktor?“
„Geht schon, Schwester Marie, danke.“
„Wenn Sie etwas brauchen, melden Sie sich bitte.“ Sie nickte allen zu und ging wieder hinaus.
„Wieder besser?“, fragte Antonia. „Ging es Ihnen zwischendurch schlechter?“
Macs nicht zugeschwollenes Auge richtete sich bittend auf Salome, die es daraufhin übernahm, die Frage zu beantworten: „Wir haben erfahren, dass der Junge behauptet, Mac hätte ihm etwas tun wollen, und nur deshalb hätte er ihn beschimpft und mit Steinen beworfen, damit er so etwas nicht noch einmal macht.“ Sie stockte kurz, bevor sie weitersprach. „Als ich Mac das erzählt habe, hat er sich richtig aufgeregt und zu schnell aufgesetzt. Deshalb ist ihm noch einmal kurz schwarz vor Augen geworden.“
Antonia und Leon erwähnten nicht, dass sie von den Anschuldigungen des Jungen bereits gewusst hatten, sie waren von Timo Felsenstein, dem Leiter der Notaufnahme, angerufen worden.
„Dr. Felsenstein hat mich ja nur ganz knapp am Telefon informiert“, erwiderte Leon, „wir haben uns danach sofort auf den Weg gemacht, meine Frau und ich. Könnten Sie uns bitte das, was sich ereignet hat, noch einmal etwas ausführlicher erzählen, so dass wir es vielleicht besser verstehen?“
Nach dieser Bitte ergriff Mac selbst das Wort. „Ich verstehe es ja selbst nicht“, sagte er. „Viel zu erzählen gibt es auch gar nicht. Ich war mit Salome verabredet und gerade ziemlich glücklich: Erstens, weil ich mich auf Salome gefreut habe und zweitens, weil Sie, Frau Laurin, mich ja vorher angerufen hatten, um mir zu sagen, dass ich bei Ihnen arbeiten kann. Glücklich ist sogar untertrieben, ich ging wie auf Wolken und war mit meinen Gedanken jedenfalls weit weg. Im Park hörte ich dann ein Kind auf ziemlich unflätige Weise schimpfen. Ich habe das nicht auf mich bezogen, bis ich den ersten Stein in den Rücken bekommen habe. Als ich mich umdrehte, sah ich einen ausgesprochen hübschen, gut angezogenen, ziemlich kleinen Jungen, der eindeutig mich meinte mit seinen Beschimpfungen. Im nächsten Moment bekam ich auch schon den Stein an die Schläfe, sehr dicht am Auge. Es hat sofort stark geblutet, ich konnte nichts mehr sehen und … na ja …“ Er brach ab.
„Ihm sind zwei Leute zu Hilfe gekommen“, fuhr Salome fort. „Die Frau hat einen Krankenwagen gerufen, der Mann ist dem Jungen gefolgt und hat ihn auch erwischt und hier in die Klinik gebracht. Die beiden warten noch draußen auf dem Flur, damit sie ihre Aussagen bei der Polizei zu Protokoll geben können. Jedenfalls: Reden wollte der Junge nicht, er hat keinen Ton von sich gegeben, auch seinen Namen nicht gesagt. Mac hatte gebeten, mich zu benachrichtigen, weil ich ja auf ihn gewartet habe – und als ich herkam und den Jungen sah, wusste ich, wer er war. Ich leite ja eine Kita, in diese geht der Junge seit ein paar Tagen, und er hat uns dort bisher schon viel Ärger gemacht. Mit den Eltern konnte ich bislang nicht reden, sie scheinen sehr beschäftigt zu sein. Die Polizei ist eingeschaltet worden, weil Mac ja verletzt ist – und es geht wohl auch darum, ob die Eltern ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind.“
Sie sprach atemlos und gehetzt, man merkte ihr die überstandene Aufregung immer noch an. Erst nach einigen Sekunden Pausen setzte sie ihren Bericht fort.
„Jedenfalls, als der Junge mich sah, hat er dann doch etwas gesagt: dass nämlich Mac ihn mit sich locken wollte und er ihn deshalb beschimpft und mit Steinen beworfen hat. Der Junge ist dann hier aus der Klinik entwischt, aber da wir seinen Namen kennen, haben wir ihn laufen lassen, jetzt sind Polizei und Jugendamt am Zug.“
„Ich hatte ihn vorher noch nie gesehen“, erklärte Mac, „dass ich ihn zu mir locken wollte, ist eine glatte Lüge. Irgendwie scheint ihm mein Schottenrock nicht gefallen zu haben, das schließe ich aus dem, was er mir nachgerufen hat. Übrigens sieht er aus wie ein kleiner dunkelhaariger Engel. Man käme bei seinem Anblick nicht auf die Idee, dass er die Wörter, die er benutzt hat, um mich zu beschimpfen, überhaupt kennt.“ Er sah Antonia an. „Oder kennen Sie ihn?“
„Nein, ich habe nur von ihm gehört, von einer kleinen Patientin und deren Mutter. Und von Frau Rhein.“ Antonia fiel auf, dass noch niemand den Namen des Jungen ausgesprochen hätte, als gäbe es eine geheime Verabredung. Er hieß Friedrich von Langenhain.
Timo Felsenstein erschien an der Tür. „Oha, großer Bahnhof“, sagte er zu Antonia und Leon.
Leon war formal Timos Chef. Dennoch war zwischen ihnen eine freundschaftliche Beziehung entstanden. Timo war es gewesen, der Antonia und Maxi ‚einen sehr engagierten jungen Kollegen‘ als Verstärkung für ihre Praxis empfohlen hatte – freilich war er mit Informationen über Mac mehr als sparsam gewesen, er hatte gewollt, dass sie sich ihr eigenes Bild von ihm machten.
Timo war, als er von Macs Bewerbungsauftritt in der Praxis gehört hatte, richtig sauer gewesen. „Du bist ein Kindskopf, Mac, und irgendwann wirst du zu weit gehen und auf die Nase fallen mit deinen kleinen Theaterstücken. Das war eine Bewerbung, und du spielst eine Komödie im Schottenrock, mit Dudelsack und Whiskyflasche! Da könnten Leute schon auf die Idee kommen, dass es dir an der nötigen Ernsthaftigkeit für deinen Beruf fehlt. Nicht alle kennen dich so gut wie ich und wissen dein Auftreten richtig einzuschätzen.“ Ja, er hatte seinem jüngeren Freund ziemlich heftig zugesetzt.
Mac war nach diesen Vorhaltungen selbst ins Grübeln gekommen, ob er sich nicht besser auf andere Art und Weise präsentiert hätte. Aber zum Glück war ja alles gut gegangen: Antonia Laurin und Maxi Böhler wollten ihn trotzdem einstellen.
„Was sagt ihr zu der Geschichte?“, fragte Timo.
„Ich verstehe sie nicht, wenn ich ehrlich sein soll“, antwortete Antonia. „Warum greift ein Siebenjähriger aus heiterem Himmel einen ihm unbekannten Mann an?
„Ich verstehe es auch nicht“, sagte Leon.
„Ich ahne, was dahintersteckt, es hat nichts mit Mac zu tun“, sagte Salome Rhein, „aber darüber kann ich nicht sprechen. Jedenfalls fürchte ich, dass das noch sehr hässlich werden kann.“
„Was meinen Sie damit?“, wollte Leon wissen.
„Die Eltern werden dem Jungen glauben, und sie werden alles tun, damit andere es auch tun.“
„Aber wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es doch mehrere Zeugen für den Angriff, oder?“
„Das schon, den Angriff leugnet er ja auch nicht. Aber es gibt vermutlich keine Zeugen dafür, dass Mac und der Junge sich vorher nicht begegnet sind, und dann steht Aussage gegen Aussage. Ich nehme an, dass die Eltern ihn mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen werden. Die Mutter ist übrigens Anwältin. Und, wie schon erwähnt: Er sieht aus wie ein Engel, und er weiß das zu nutzen.“
Macs nicht zugeschwollenes Auge schloss sich. Es wirkte, als wollte er sich aus der Welt zurückziehen, was Antonia gut verstehen konnte. Er war gerade erst nach München zurückgekehrt, in seine Heimatstadt, und nun steckte er schon mitten in einem ziemlich großen Schlamassel.
Sie hätte gern gewusst, wieso Salome Rhein bei ihm war. Waren die beiden ein Paar? Kannten sie sich schon länger oder hatten sie sich gerade erst kennengelernt? Sie hatte früher am Tag mit Mac telefoniert, um ihm mitzuteilen, dass Maxi und sie ihn einstellen wollten. Sie hatte ihn, obwohl es schon Mittag gewesen war, aus dem Bett geholt – er war auf einer Party gewesen. Möglicherweise hatte er die aparte Salome Rhein dort kennengelernt? Aber wieso war dann sie die Person, die hier in der Klinik aufgetaucht war und nicht jemand von seiner Familie? Sie beschloss, demnächst unauffällig ein bisschen nachzufragen, denn neugierig war sie schon.
Und, stellte sie fest, sie glaubte nicht eine Sekunde daran, dass Friedrich von Langenhain die Wahrheit über Mac sagte, denn auch sie hatte ja schon mit ihm zu tun gehabt, wenn auch indirekt: eins seiner Opfer in der Kita, ein kleines Mädchen, war bei ihr in der Sprechstunde gewesen und hatte bitterlich geweint, weil er ihr Angst eingejagt hatte. Die Kleine hatte sich sogar weigern wollen, weiterhin in die Kita zu gehen, solange Friedrich, dessen Eltern noch nach einer geeigneten Privatschule suchten, seine Vormittage ebenfalls dort verbrachte.
So viel stand fest: Dieses war eine durch und durch unerfreuliche Geschichte, vor allem, wie es jetzt aussah, für Mac, ihren leicht schrägen, aber liebenswerten zukünftigen Praxiskollegen. Sie würde Maxi nachher anrufen und ihr von den heutigen Ereignissen berichten, aber sie war sicher, dass Maxi zu einer ähnlichen Einschätzung wie sie selbst kommen würde.
Stimmen erklangen auf dem Stationsflur, wenig später erschienen zwei Polizeibeamte an der Tür, eine Frau und ein Mann. Beide sahen überrascht auf Macs Gesicht. Mit einem solchen Anblick hatten sie offenbar nicht gerechnet.
„Sie haben uns angerufen“, sagte die Beamtin.
„Unser Patient ist angegriffen worden, mit Steinen“, erwiderte Timo. „Von einem siebenjährigen Jungen.“
Salome setzte hinzu: „Wir möchten Anzeige erstatten, wegen tätlichen Angriffs und übler Nachrede.“
„Dann dürfen wir alle anderen bitten, den Raum zu verlassen“, sagte der Beamte. „Aber halten Sie sich bitte zur Verfügung, falls wir noch Fragen haben.“
„Was für eine Geschichte“, sagte Timo auf dem Stationsflur zu Antonia und Leon. Seine Stimme klang sorgenvoll. „Wie soll er da unbeschadet rauskommen?“ Er nickte zwei jungen Leuten zu, die auf dem Flur saßen, Kaffee tranken und Kuchen aßen. „Bitte, warten Sie noch, die Polizei ist jetzt da.“
Beide nickten, der junge Mann sagte: „Schwester Marie hat uns gut versorgt.“ Er wies auf das Tablett, das zwischen ihnen auf einem Stuhl stand. „Und wir haben Zeit.“
Da Marie ihnen gerade entgegenkam, sagte Timo: „Sie sind ein Engel, Marie.“
Sie lächelte und sagte im Weitergehen: „Ich weiß.“
„Wir gehen im Restaurant einen Kaffee trinken, Timo“, sagte Leon. „Falls die Polizei auch von uns noch etwas wissen will, ruf uns an, ja?“
„Mach ich.“
Sie erreichten das Restaurant in gedrückter Stimmung.
„Ich muss Maxi anrufen“, sagte Antonia.
„Erst der Kaffee, dann Maxi“, bat Leon. „Ich muss das Ganze mit dir noch einmal durchgehen, damit ich das klar im Kopf habe. Und vielleicht sollte ich mich auch mit Andy beraten. Dieser Fall betrifft ja auch uns als Klinik, wir haben die Pflicht, so etwas zu melden. Und wenn Frau Rhein Recht hat, dass die Eltern ihren Sohn mit allen Mitteln verteidigen werden …“
Andreas Brink war sein Schwager, der Mann seiner Schwester Sandra, und seines Zeichens Kriminaloberkommissar.
„Das ist eine gute Idee, er kann uns sicher einiges dazu sagen. Also gut, zuerst der Kaffee – und ein Stück Kuchen, dann Anrufe.“
Leon sah, dass sie sich wohl noch größere Sorgen machte als er – und als Timo, der die richtige Frage gestellt hatte: Wie sollte der junge Kollege Dr. Valentin McGregor, genannt Mac, aus dieser Sache unbeschadet wieder herauskommen?
Bislang, musste Leon sich eingestehen, fiel ihm dazu nichts ein.
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