Wenn der Wind das Wort ergreift - Monika Witsch - E-Book

Wenn der Wind das Wort ergreift E-Book

Monika Witsch

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Beschreibung

Der Gedichtband ist eine künstlerische Symbiose von Wort und Bild, eine poetische Wanderung durch die Landschaften von Gedanken und Stille. Ein Kaleidoskop aus Eindrücken, das sich den stetigen Veränderungen des Moments hingibt, zwischen den Ritzen des Gewohnten und dem Unausgesprochenen pendelt, stets auf der Suche nach der Tiefe, die in den flüchtigen Sekunden des Lebens verborgen liegt. Die Gedichte fangen das Fließen zwischen den Stürmen von Zorn und Wut sowie den ruhigen Momenten des Innehaltens ein. Der Band folgt keiner klassischen Ordnung, sondern lebt von der Anarchie seiner Struktur - ein Verzeichnis von Ungeordnetem, in dem Worte und Bilder gleichwertig miteinander in Dialog treten. In verspielten, manchmal nachdenklichen und auch kritischen Versen befragt der Gedichtband unterschiedliche Facetten der menschlichen Existenz, die Widersprüche der Gesellschaft und die besonderen Momente des Lebens. Es ist eine Einladung, sich auf die Unordnung der Welt einzulassen.

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EPUB
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Seitenzahl: 25

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Verzeichnis von Ungeordnetem

Stille

Frau am Fenster

Parteisoldaten

Gedankenfetzen

Heilunkundige

Traumgespräche

Die Mutter im Weibe

Das Café um die Ecke

Mensch der Stille

Studium Moralis

Kriegstrommler

Der digitale Denunziant

Offenbarungen

Das Leben selbst bestimmen

Der Schlingel

Das Verstummen der Philosophen

Gipfelstürmer

So das Suppenhuhn

Weltenbeschauer

Mensch der Strasse

Der Dödel

Augenschein

Schöner Wohnen

Lügen haben auch lange Beine

Klatscher

Flohsingen am Abend

Die Keiltreiber

Weisheiten der Abuelos

Freiheit ist nicht jedermanns Verlangen

Jugendlenkung

Erinnerungen, die gehen

Dem Meer gehörte sein Leben

Spuren im Staub

Unbändige Wut

Der Zorn bleibt

Es fehlt

Was bleibt

Beim Schreiben leiden

Schlusswort – Ein wiederholtes Letztes

Stille

Das Wort erstickt im Laut,

weiß nicht, ob es sich traut.

Hilflos sucht es eine Stimme:

Was, wenn ihm keiner zustimme?

Frau am Fenster

Es brennt die Seele lichterloh,

all die Geschichten, die nicht erzählten,

all die Erinnerungen, die ungezählten.

Am Fenster zur Straße im Nirgendwo.

Das Kissen durchtränkt vom Hoffen,

auf ein Wort, auf ein Zeichen,

auf Menschen, die nicht ausweichen.

Das Fenster zur Straße so weit offen.

Die Augen, heute suchen sie die Weite,

noch einmal schweifen in die Ferne,

ein Lächeln zum Flug der Vogelschwärme.

Das Fenster zur Straße – es befreite:

Vom Treiben in den Gassen, das nicht sah –

da war ein Mensch so nah.

Vom stummen Ruf, der nie gehört.

Er hat aufgehört.

Parteisoldaten

An den Trögen der Macht herrscht reges Treiben,

jeder will so viel er kann sich einverleiben.

Die Fleischtöpfe randvoll gefüllt,

prätentiös mit Grünblatt umhüllt.

Die Maske muss wahren das Gesicht,

nicht, dass der Inhalt kommt ans Licht.

Die Schlacht am Buffet – sie kann beginnen,

los geht’s das Stechen und Ringen.

Die Schnellsten sind schon am Grunzen und Schmatzen,

erfreut über die Gaben beim Schwatzen.

Erkoren sind schnell die Besten,

belohnt für ergebenes Sich-Mästen.

Wenn sich in gehorsamer Erfüllung die Fleischeslast biegt

und es an der Schwerkraft allein nicht liegt,

weiß man, es ist nun vollbracht:

Die Partei hat ihre Soldaten gemacht.

Landauf, landab marschieren sie nun umher,

verkünden Worte in Hülsen so leer.

Ihr Lächeln so glänzend, die Blicke so kalt,

frag mich, warum das keiner schnallt.

All die Beteuerungen und Eide,

unzählige Meineide.

Die Hände, die schütteln für die eigenen Taschen,

bleiben am Ende doch reingewaschen.

Wer es wagt, dem Loblied zu widersprechen,

an denen werden sie sich rächen.

Mit Verboten und Strafanzeigen,

bis endlich herrscht ein Stillschweigen.

Auf den Straßen tanzt derweil der Chor der Laudatoren,

ganz im Sinne der Initiatoren.

Gedankenfetzen

Es will nicht raus, kein Satz, kein Text,

heute ist es wie verhext.

Gedanken nur wie auf der Flucht,

mit unendlicher Wucht.

Kann sie nicht fassen, nicht halten,

strömen wie Urgewalten.

Möge doch einer nur bleiben,

würde so gerne was schreiben.

Wohin sie wohl rauschen?

Wie gerne würde ich tauschen.

Heilunkundige

Nein, ganz ehrlich, das will ich nicht verzeihen,

nicht mehr meine Beachtung euch leihen.

Ihr habt verwirkt das Vertrauen, das man euch gab,

mit eurem Verrat Tag für Tag.

Habt geschworen einen Eid,