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Das perfekte Geschenk für die Vorweihnachtszeit! 24 romantische Kurzgeschichten für die Vorweihnachtszeit verkürzen das Warten auf das Weihnachtsfest! Ob kuscheliges Schlittenfahren, gemeinsames Plätzchenbacken oder Glühweintrinken vor dem Kamin: Diese 24 Weihnachtsgeschichten erzählen von der großen Liebe und versetzen selbst den Grinch in Weihnachtsstimmung! Hinter jedem Türchen versteckt sich neben einer prickelnd-gefühlvollen Kurzgeschichte ein weihnachtliches Rezept oder ein emotionales Gedicht, exklusiv von den Autoren und Autorinnen. Ein Adventskalender mit Geschichten von Jennifer Adams, Mareike Allnoch, Anika Beer, Sophia Como, Ayla Dade, Anna Dietrich, Andreas Dutter, Kathinka Engel, Anna Rosina Fischer, Christian Handel, Nicole Knoblauch, Laura Labas, Kim Leopold, Kira Licht, Liane Mars, D.C. Odesza, Justine Pust, Stefanie Santer, Nina Schilling, Carina Schnell, Andreas Suchanek, Nena Tramountani, Leni Wambach, Ana Woods
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Veröffentlichungsjahr: 2023
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Cover & Impressum
1
Carina Schnell
When we meet again
Vita: Carina Schnell
Marly
Jack
S’More-Weihnachtsplätzchen
Zutaten für 12 Plätzchen:
Zubereitung:
2
Ana Woods
Finding Cookies
Vita: Ana Woods
Wie jeden Morgen …
Schoko-Erdnussbutter-Kekse (nicht nach Aidan-Art)
Zutaten für ca. 50 Kekse:
Für die Füllung benötigst du außerdem:
Zubereitung:
3
Laura Labas
Was ist Liebe?
Vita: Laura Labas
Was ist Liebe?
Vanillekipferl
Zutaten:
Zubereitung:
4
Jennifer Adams
Barbara
Vita: Jennifer Adams
Schloss Freyberg im Südschwarzwald 1831
Winterspaziergang
5
Andreas Dutter
Bratsüßapfelpunsch & Weihnachtselfen
Vita: Andreas Dutter
Woran ich erkannte, …
Vegan Christmas
Zutaten:
Zubereitung:
Zutaten für vegane Bratensoße:
Zubereitung:
6
Stefanie Santer
The very last Christmas …
Vita: Stefanie Santer
Hey! Hör mir zu!
Vegan Christmas Pancakes
Zutaten für 6 fluffige Pancakes:
Zubereitung:
7
Kim Leopold
Perfekt unperfekt
Vita: Kim Leopold
Der Van sieht aus …
Weihnachtsbaumanhänger aus Ton
Material:
Anleitung:
8
D. C. Odesza
Weihnachtsstille
Vita: D. C. Odesza
Entschuldigung, geht es dir gut?
Schlüssel meiner Weihnachtsstille
9
Anika Beer
Lost and Found
Vita: Anika Beer
Paris war unerwartet …
Gemüseragout mit Tofu-Gulasch (und Wein. Viel.)
Zutaten:
Zubereitung:
10
Ayla Dade
A Merry everything and a happy always
Vita: Ayla Dade
Das Geräusch von …
Zwischen Winterlicht und Weihnachtsglocke
11
Anna Rosina Fischer
Pub der einsamen Herzen
Vita: Anna Rosina Fischer
Das ist reine …
Georgies Goldene Nugat-Marzipan-Äpfel
Zutaten für ca. 30 Stück:
Zubereitung:
12
Leni Wambach
Die Weihnachtskatze
Vita: Leni Wambach
Ori starrte …
Spritzgebäck nach dem Rezept von Oris Tante
Zutaten:
Zubereitung:
13
Kira Licht
Der Winterball der Fae
Vita: Kira Licht
Ich hätte nie …
Magische Gewürz-Igelchen – ein Rezept meiner Großmutter
Zutaten:
Zum Verzieren:
Zubereitung:
14
Andreas Suchanek
Berlin Kisses
Vita: Andreas Suchanek
Jannis
Kai
Marzipanplätzchen nach Jannis’ Art
Zutaten für 25–30 Stück:
Zubereitung:
15
Sophia Como
Winter honey love
Vita: Sophia Como
Amelia
Nick
Amelia
Honig-Lippenbalsam
Zutaten:
Wie es hergestellt wird:
16
Liane Mars
Selbst ist die Magd
Vita: Liane Mars
Als ich den …
Feenstreusel
Für die Vorbereitung der Äpfel:
Für die krümeligen Feenstreusel:
Für die Garnierung:
Zubereitung:
Variante:
17
Nena Tramountani
Stille Nacht, hoffnungsvolle Nacht
Vita: Nena Tramountani
24.12., 18:20 Uhr
24.12., 21:45 Uhr
25.12., 2:06 Uhr
25.12., 3:38 Uhr
Schokosoufflé mit Zimtsahne und Pflaumenkompott
Zutaten für 6 Förmchen:
Zimtsahne:
Pflaumenkompott:
Zubereitung:
18
Nicole Knoblauch
Ein Astronaut zu Weihnachten
Vita: Nicole Knoblauch
»Hallo?«, sprach Anna …
Anisstangen
Zutaten:
Zubereitung:
19
Anna Dietrich
Weihnachtsüberraschungen
Vita: Anna Dietrich
Großherzogliches Schloss
Weihnachtlicher Winzerglühwein
Zutaten für ungefähr sechs Portionen:
Zubereitung:
20
Christian Handel
Der Turm im Feenreich
Vita: Christian Handel
Gib acht …
Zauberhafte Lebkuchen
Zutaten:
Zubereitung:
21
Mareike Allnoch
Kipferl für Cookie
Vita: Mareike Allnoch
Ja, das sieht gut aus …
(Schoko-)Vanillekipferl
Zutaten:
Zubereitung:
22
Nina Schilling
Schneeflockengestöber
Vita: Nina Schilling
»Nein.« Das Wort …
Linzerplätzchen
Zutaten:
Zubereitung:
23
Justine Pust
Puderzuckerträume von dir
Vita: Justine Pust
Die winzigen Flocken
Weihnachtliche vegane Muffins
Zutaten:
Zubereitung:
24
Kathinka Engel
Swiping right for Christmas
Vita: Kathinka Engel
Ich habe mit …
Janyas Christmas-Stuffing-Samosas
Zutaten:
Zubereitung:
Inhaltsübersicht
Cover
Textanfang
Impressum
Ein Wiedersehen in St. Andrews
Carina Schnell ist gelernte Übersetzerin, spricht mehrere Sprachen und hat in verschiedenen Ländern gelebt. Ihr Herz hat sie allerdings an Kanada verloren. Nach dem Abitur lebte und arbeitete sie einige Zeit in Toronto und hat Familie in einem gewissen kleinen Küstenstädtchen namens St. Andrews-by-the-sea. Die unendliche Weite des Landes, die raue Schönheit der Natur und die Freundlichkeit der Einwohner inspirieren sie bei jedem Besuch aufs Neue. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie mit einem Kanadier verheiratet ist. Aktuell lebt sie mit ihm und ihrer Katze in Deutschland in einem Häuschen am Waldrand und träumt von einer Blockhütte in der kanadischen Wildnis.
Als Marly am frühen Morgen erwachte und im Bett nach Jack tastete, war er nicht da. Nicht nur war seine Seite leer, sondern auch kalt. Er war anscheinend nie schlafen gegangen. Das war in letzter Zeit öfter passiert.
Normalerweise war Jack hervorragend darin, seine vielen Jobs zu jonglieren. Er arbeitete auf Ministers Island als Tourguide und Verwalter des auf der Insel ansässigen Anwesens und leitete außerdem Kurse für Jugendliche mit schwieriger Vergangenheit. Aktuell stand nicht nur die Jahresplanung der Jugendkurse an, sondern Jack half auch noch seinen guten Freunden Debbie und Ed dabei, ihren Coffeeshop auszubauen.
Wäre das alles, wäre Marly nicht weiter beunruhigt gewesen. Sie hätte Jack unterstützt, so gut sie konnte, und geduldig gewartet, bis die stressige Zeit vorbei war. Doch da war auch noch die psychische Belastung durch seine Arbeit mit den Kids, die Jack mehr und mehr zu schaffen machte, auch wenn er das nie zugeben würde. In den letzten Wochen hatte er besonders viel Zeit mit einem siebzehnjährigen Ex-Drogendealer verbracht, der gerade aus dem Jugendknast entlassen worden war. Tag und Nacht war Jack für ihn erreichbar. Er half ihm bei der Suche nach einem Job und einer Wohnung, musste ganz oft auch seinen Alltag organisieren. Neben den vielen anderen Verpflichtungen blieb Jack dadurch kaum mehr Zeit für Pausen. Selbst banale Dinge wie Essen oder Schlafen kamen zu kurz.
Sosehr Jack seine Arbeit auch liebte, dies war eine Entwicklung, die Marly Sorge bereitete. In letzter Zeit hatte sie ihn zu oft erschöpft erlebt. Jack war schon immer so aufopferungsvoll gewesen, dass er sich und seine Bedürfnisse hintanstellte. Eigentlich bewunderte Marly seine Selbstlosigkeit, doch als sie nun allein im Bett lag und an die dunkle Decke starrte, wurde ihr bewusst, dass Jack diesmal jemanden brauchte, der ihn vor sich selbst rettete.
Es war einfach zu viel. Besonders jetzt, kurz vor den Feiertagen. Sonst freute Jack sich immer besonders auf Weihnachten. Jedes Jahr veranstaltete er eine Feier für seine Freunde, fieberte schon Wochen vorher darauf hin, doch dieses Jahr hatte er Marly gegenüber nichts dergleichen erwähnt – und Christmas Eve war bereits in zwei Tagen!
Gähnend strich sich Marly ein paar vorwitzige schwarze Locken aus dem Gesicht, bevor sie die Beine aus dem Bett schwang. Sie schlüpfte in ihren Morgenmantel und tapste barfuß aus dem Schlafzimmer.
Seit fast einem Jahr wohnten sie gemeinsam in einer Zweizimmerwohnung im Herzen von St. Andrews, doch Marly hatte schon seit Längerem das Gefühl, dass Jack die Abgeschiedenheit der Hütte im Wald fehlte, in der er früher gelebt hatte. Zwar übernachteten sie regelmäßig dort, aber es war nun einmal nicht dasselbe. Jack brauchte die Stille der Natur, konnte daraus neue Kraft schöpfen. In turbulenten Zeiten wie diesen musste ihm der Ausgleich besonders fehlen.
Draußen war es noch dunkel, als Marly durch den Flur schlich. Sie schaltete kein Licht ein, da die Weihnachtsbeleuchtung am Haus gegenüber durchs Fenster hereinstrahlte und ihre beachtliche Sneaker-Sammlung erhellte, die an der Wand aufgereiht stand. Schnee funkelte auf allen Hausdächern des kanadischen Küstenstädtchens. Wenn Marly sich auf die Zehenspitzen stellte, sah sie von hier aus den Pier, der sich auf die teils gefrorene Passamaquoddy-Bucht hinauszog. Zu dieser Jahreszeit lagen keine Boote im Hafen vor Anker, und es verirrten sich nur noch wenige Touristen her. Marly verstand nicht, warum. Denn im Winter verwandelte sich St. Andrews by-the-Sea in einen Ort, der einem Märchen entsprungen zu sein schien, mitsamt festlicher Beleuchtung und Weihnachtsschmuck an jeder Straßenlaterne. Das malerische Städtchen war ihrer Meinung nach zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert, nicht nur im Sommer, wenn die meisten Touristen anreisten.
In der Küche brannte Licht. Als Marly eintrat, hob Jacks Golden Retriever Reggie den Kopf. Er hatte sich unter dem Esstisch zusammengerollt, direkt zu Jacks Füßen.
Beim Anblick der beiden schwoll Marlys Herz beinahe schmerzhaft an. Jack saß gebeugt auf einem der beiden Stühle. Er hatte die Arme auf der Tischplatte verschränkt und den Kopf darauf gebettet. Sein zerzaustes blondes Haar war ihm in die Stirn gefallen, und er murmelte vor sich hin, als fände er selbst im Schlaf keine Ruhe. Überall um ihn herum breiteten sich Mappen, Dokumente und lose Notizzettel aus.
Marly bückte sich, um Reggie hinter dem rechten Ohr zu kraulen. Der Hund wedelte so heftig mit dem Schwanz, dass er damit gegen das Tischbein klopfte, und sie fürchtete, das Geräusch könnte Jack aufwecken. »Ist ja gut, mein Süßer. Du hast auf dein Herrchen aufgepasst, was? Das hast du fein gemacht.«
Auf keinen Fall wollte sie Jack stören, wenn er endlich einmal ein wenig Schlaf bekam. Auf leisen Sohlen schlich Marly ins Wohnzimmer. Vom Sofa nahm sie die grobmaschige Decke, die ihre Oma für sie gestrickt und ihr bei ihrem letzten Besuch in Toronto geschenkt hatte. Als sie zurück in die Küche kam, gähnte Reggie und legte seinen Kopf auf Jacks Füße, als wollte er ihn wärmen.
Zärtlich strich Marly Jack das Haar aus dem Gesicht. Selbst nach eineinhalb Jahren Beziehung kribbelte ihr gesamter Körper immer noch jedes Mal, wenn sie ihn berührte. Doch nun wurde das Hochgefühl von Sorge überschattet. Seufzend legte sie ihm die Decke um die Schultern. »Schlaft gut, ihr beiden.«
Als sie sich zum Gehen wenden wollte, fiel Marlys Blick auf die Fotos, die mit Magneten am Kühlschrank befestigt waren.Fotos von ihr und Jack mit ihren besten Freunden. Mit lachenden Gesichtern um ein Lagerfeuer am Strand versammelt, beim Billardspielen im ortsansässigen Pub, auf dem Segelboot von Jacks bestem Freund Will, in ihren schicksten Outfits auf der Hochzeit von Will und Liv, und Arm in Arm vor dem Empire State Building in New York, wo sie Rachel und Blake im Sommer besucht hatten.
Die Erinnerungen zauberten Marly ein Lächeln aufs Gesicht, und in dem Moment kam ihr eine Idee. Jack hatte es verdient, Weihnachten so zu feiern, wie er es am liebsten tat. Mit einem geschmückten Baum, funkelnden Lichtern, selbst gemachten Leckereien und all seinen Lieblingsmenschen. Und wenn er sich selbst nicht darum kümmern konnte, dann würde Marly das eben für ihn übernehmen.
Sie löschte das Licht in der Küche, eilte zurück ins Schlafzimmer und nahm ihr Handy vom Nachttisch. Dann erstellte sie eine neue WhatsApp-Gruppe mit dem Namen Operation Rettet Weihnachten, lud Jacks beste Freunde ein und begann zu tippen.
Als Jack seinen Pick-up-Truck an schneebedeckten Bäumen vorbei über den Waldweg lenkte, war er tief in Gedanken versunken. Er hatte es verkackt. Es war Christmas Eve, und er hatte vollkommen vergessen, ein Geschenk für Marly zu kaufen. Sie erwartete ihn in seiner Blockhütte und hatte sicher etwas für ihn besorgt. Er konnte es nicht ertragen, sie zu enttäuschen.
Reggie, der auf dem Beifahrersitz saß, stieß ihn mit der Schnauze an, als spürte er, was in Jack vorging. »Ich weiß, Buddy. In letzter Zeit war ich ein grottiger Freund. Und ein miserables Herrchen. Ich mache es wieder gut, versprochen.«
Schneeflocken rieselten von den Baumwipfeln auf die Windschutzscheibe. Hier gab es keine Straßenlaternen. Nur die Scheinwerfer des Trucks erhellten Jacks Weg. Doch plötzlich konnte er in der Ferne ein merkwürdiges Funkeln ausmachen. Er kniff die Augen zusammen. »Was ist das denn? Licht mitten im Wald?« Verwirrt schaltete Jack die Scheinwerfer aus. Ja, da waren tatsächlich Lichter zwischen den Baumstämmen, die die Schneewehen ringsum zum Glitzern brachten.
»Was zum …?« Als er schließlich um die letzte Kurve bog, riss er verdutzt die Augen auf. Auf der Lichtung vor seiner Hütte stand eine riesige Tanne, geschmückt mit Dutzenden Lichterketten, roten Kugeln und anderen Ornamenten. Auch das Dach der Hütte wurde von Lichterketten erleuchtet, und Papiersterne zierten die Fenster.
Alle seine Freunde hatten sich vor dem Weihnachtsbaum versammelt. Will und Liv, Blake und Rachel, Fiona und Ellie, Debbie und Ed. Und natürlich Marly. Als Jack aus dem Truck stieg, begrüßten sie ihn mit einem lautstarken »Frohe Weihnachten, Jack«.
Im selben Moment spürte er, wie das Gewicht, das er seit Wochen mit sich herumschleppte, von seinen Schultern fiel. Der Stress, die Verantwortung, das schlechte Gewissen – das alles zählte plötzlich nicht mehr. Auf einmal konnte er wieder frei atmen. Die eisige Luft brannte ihm in der Kehle, doch seit Langem hatte sich nichts so gut angefühlt.
Tränen schossen ihm in die Augen. Für einen kurzen Moment sah er nur noch Regenbögen, dann stand Marly vor ihm. »Überraschung gelungen?«, fragte sie strahlend.
»Aber so was von!« Jack blinzelte die Tränen fort und drückte sie an sich, um ihr einen Kuss auf den Scheitel zu geben. »Das ist einfach … Ich weiß nicht, was ich sagen soll.«
»Sag einfach nichts und genieß es.« Marly nahm seine Hand und zog ihn mit sich zu den anderen. Freudig bellend raste Reggie so schnell vor ihnen her, dass Schnee aufstob. Gegen die beißende Kälte hatten sich alle in dicke Mäntel, Mützen und Schals gekleidet. Nur Blake trug einen Ugly Christmas Sweater mit Rentieren. Jack zog ihn und seine Freundin Rachel in eine feste Umarmung. »So schön, dass ihr für die Feiertage aus New York hergeflogen seid. Wann seid ihr angekommen?«
»Vorgestern.« Rachel trug ein paillettenbesetztes Rentiergeweih, das im Licht der Baumbeleuchtung funkelte.
»Verbringt ihr heute Abend nicht Zeit mit deiner Familie, Blake? Ich dachte, dieses Jahr feiert ihr zum ersten Mal seit Jahren wieder alle zusammen?«
Blake winkte grinsend ab. »Ja, mein Dad ist aus Vancouver gekommen. Aber für die Familie ist morgen noch genug Zeit. Der heutige Abend gehört wie üblich ganz dir, Bro.«
»Hier, probier den Eggnog!« Fiona, Jacks älteste Freundin, schob sich dazwischen und reichte ihm eine dampfende Tasse. »Ist selbst gemacht. Du weißt, was das heißt.« Sie zwinkerte ihm zu und legte einen Arm um ihre Frau Ellie, die ebenfalls eine Tasse in der Hand hielt. Ellie schüttelte jedoch heftig den Kopf und warf Jack einen warnenden Blick zu.
Jack lachte. »Es bedeutet, dass mein Kater drei Tage andauern wird.« Trotzdem nahm er einen Schluck und musste sofort husten. Fiona sah daraufhin sehr zufrieden mit sich aus.
Nachdem Jack auch die anderen begrüßt hatte, hakte sich Marly bei ihm unter und führte ihn zum Lagerfeuer neben der Hütte. Die anderen folgten ihnen und gruppierten sich um das Feuer herum. Will und Liv verteilten Marshmallows, um sie über den Flammen zu rösten. Wills Wangen waren von der Kälte gerötet, und seine braunen Locken lugten unter einer Dockermütze hervor.
»Ihr habt euch selbst übertroffen, Mann«, presste Jack gerührt hervor.
»Ach.« Will winkte ab. »Wir dachten, wenn du dieses Jahr den Kopf nicht frei hast, bringen wir Weihnachten eben zu dir. Als kleines Dankeschön für all die Jahre, in denen du uns eine Party geschmissen hast.«
Fiona stieß Marly mit der Schulter an. »Um genau zu sein, hast du das alles Marly zu verdanken. Wir waren bloß die helfenden Weihnachtselfen.«
»Sehr fleißige Elfen«, entgegnete Marly. »Liv hat mit ihrer Granny Kekse gebacken, Will hat Holz gehackt und sich um das Feuer gekümmert, Ed hat den Baum organisiert, Rachel, Debbie und ich haben dekoriert, Fiona und Ellie haben für die Getränke gesorgt, und Blake … na ja, Blake hatte schon die Hälfte der Plätzchen vernichtet, bevor es losging.«
Alle brachen in schallendes Gelächter aus.
»Hey«, empörte sich Blake. »Das kannst du mir echt nicht vorwerfen. Sie waren einfach zu lecker.«
Rachel beugte sich dicht zu ihm und flüsterte ihm semi-unauffällig zu: »Diskretion ist das A und O. Ich hab gleich am Anfang welche für später in meiner Handtasche verschwinden lassen.«
Blake seufzte verzückt. »Weißt du eigentlich, wie sehr ich dich liebe?« Er zog sie an sich, und alle wandten sich stöhnend ab, als sich die beiden innig küssten.
Wills Frau Liv reichte Jack ein fertiges S’More – geröstetes Marshmallow und Schokolade, eingebettet in zwei Plätzchen. »Eine neue Kreation«, erklärte sie geheimnisvoll.
Jack biss hinein und seufzte genüsslich. »Schmeckt nach Weihnachten.« Er gab Marly einen klebrigen Marshmallow-Kuss und wandte sich dann seinen versammelten Freunden zu. Der warme Schein tanzte über ihre lächelnden Gesichter mit den roten Wangen und Nasen. Jacks Herz schwoll an. Womit hatte er nur so tolle Freunde verdient? »Danke, Leute. Wirklich. Das ist das beste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten. Genau, was ich gebraucht habe.«
Alle stießen mit Eggnog und Glühwein an. Dann drehte Fiona die Weihnachtsmusik auf, die bis dahin im Hintergrund gelaufen war. Bald grölte die ganze Gruppe All I Want for Christmas is You mit. Als Blake und Fiona schließlich eine Schneeballschlacht begannen, zog Marly Jack am Arm hinter sich her in seine Blockhütte.
Wärme umfing sie, ein starker Kontrast zu der klirrend kalten Nachtluft. Im Kamin brannte ein Feuer, darüber hingen fein säuberlich aufgereihte Weihnachtssocken vom Kaminsims, die mit Geschenken gefüllt waren. Das gemütliche Knistern der Flammen untermalte das Lachen ihrer Freunde, das gedämpft zu ihnen hereindrang.
Jack zog Jacke und Schal aus und drehte sich zu Marly um. »Heute Abend wird als beste Weihnachtsparty in die Geschichte eingehen. Du hast meine alljährlichen Feiern bei Weitem übertroffen.«
»Es ging bloß darum, dir ein paar unbeschwerte Stunden zu schenken.« Marly warf ihm einen zärtlichen Blick zu. »Die hattet du bitter nötig.«
»Das ist dir gelungen.« Jack zog sie an sich und gab ihr einen langen Kuss. »Ich bin so entspannt wie seit Wochen nicht mehr. Danke.«
»Das ist aber noch nicht alles. Ich hätte da noch eine andere … Art Geschenk für dich.«
»Eine Art Geschenk?« Jack sah sie fragend an. »Das hier ist doch schon mehr als genug.«
Sie zog die Brauen zusammen und wedelte mit einem Finger vor seinem Gesicht herum. »Du verwöhnst mich das ganze Jahr über, jetzt bin verdammt noch mal ich dran.«
»Okay.« Jack grinste. »Was ist das also für ein mysteriöses Geschenk, von dem du sprichst?«
»Ich finde, wir sollten die Hütte vergrößern.« Marly schmiegte sich an ihn und blickte gespannt zu ihm auf. »Sobald du wieder mehr Zeit hast, gehen wir Projekt Eigenheim an.«
Jack musterte sie überrascht. »Meinst du das ernst? Du willst hier auf der Insel leben? So weit ab von allem?«
»Ein typisches Lumberjack-Dasein eben.« Marly lächelte. »Solange du bei mir bist, habe ich alles, was ich brauche.«
Jack glaubte, sein Herz würde jeden Moment vor Freude bersten. Er nahm ihr Gesicht in beide Hände und gab ihr einen Kuss, in den er all seine Dankbarkeit und Liebe legte. »Frohe Weihnachten, Marly«, raunte er dann dicht an ihren Lippen.
»Frohe Weihnachten, Lumberjack«, antwortete sie.
200 g Vollmilch-Schokolade zum Backen
60 g Vollkornkekse plus ein paar mehr zum Verzieren
170 g weiche Butter plus ein bisschen zum Einfetten
100 g Zucker
140 g brauner Zucker
250 g Mehl
1 Ei
¼ TL Salz
1 TL Backpulver
½ TL Natron
1 ½ TL Vanillezucker
Mini-Marshmallows zum Verzieren
Schokoladenstücke zum Verzieren
Den Backofen auf 180 °C vorheizen und zwei Muffinbleche einfetten.
Die Schokolade so klein wie möglich hacken und die Vollkornkekse zerbröseln, ein wenig für später zur Seite legen.
Zucker, Butter und braunen Zucker in eine Schüssel geben und verrühren.
Im nächsten Schritt Ei, Mehl, Salz, Backpulver, Vanillezucker und Natron ebenfalls hinzugeben und unterrühren.
Die zerkleinerte Schokolade und die zerbröselten Vollkornkekse hinzugeben und gut verrühren.
Einen gehäuften Esslöffel Teig in je eine der Vertiefungen der eingefetteten Muffinbleche geben, dann die Plätzchen 10–12 Min. backen.
Die fertigen Plätzchen nach Belieben mit Keksstücken, Mini-Marshmallows und Schokoladenstücken verzieren.
Für die besondere Note noch einmal unter Aufsicht im Backofen mit der Grillfunktion anrösten.
Die Plätzchen abkühlen und dann schmecken lassen.
Weil ich dir Weihnachtsplätzchen backe
Ana Woods hat bereits in jungen Jahren ihr Talent für das Schreiben entdeckt und mit ihren fantasievollen Kurzgeschichten ihre Klassenkameraden verzaubert. Sie lässt ihre Geschichten gerne in den USA spielen, da sie selbst amerikanische Wurzeln hat. Was beim Schreiben nie fehlen darf: eine große Tasse Kaffee und die leisen Klänge ihrer Lieblings-Disneylieder. Gemeinsam mit ihrem Freund lebt sie am grünen Stadtrand von Berlin, wo sie von Inspiration für ihre Geschichten umgeben ist. Als begeisterte Vollzeitautorin teilt sie auf Instagram unter @ana.woods.autorin regelmäßig Einblicke in ihren Schreiballtag.
Wie jeden Morgen weckte Kim mich, indem sie sich an mich herankuschelte und meinen Hals mit Küssen bedeckte. Mit geschlossenen Augen zog ich sie an mich und strich ihr sacht über Schulter und Rücken. »Guten Morgen, mi amor.«
»Morgen«, nuschelte sie und küsste mich weiter. Davon würde ich nie genug kriegen.
Ich öffnete die Augen und schaute sie an. Ihre blonden Haare waren zerzaust, und sie sah verschlafen aus, trotzdem war sie für mich die schönste Frau, die ich je gesehen hatte. Und daran würde sich auch nie etwas ändern.
»Wie spät ist es?«, fragte sie weiterhin schlaftrunken.
Mein Blick fiel auf den kleinen Wecker auf dem Nachttisch. »Halb zehn.«
»Was?« Sofort war Kim hellwach und setzte sich kerzengerade auf. »Holly und Scott wollten um neun Uhr anfangen!« Sie sprang aus dem Bett, blieb dabei in der Decke hängen, die sich um ihre Beine gewickelt hatte, und fiel beinahe hin. Gerade im letzten Moment konnte sie sich an der Wand abstützen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.
Es hatte sich nichts verändert, seit wir uns kennengelernt hatten. Sie war noch immer genauso tollpatschig wie damals, aber das war nur eine von vielen Eigenschaften, die ich so an ihr liebte.
»Alles okay?« Hoffentlich hörte sie die Belustigung in meiner Stimme nicht.
»Jaja, alles gut. Bleibst du im Bett? Ich weiß, du wolltest helfen, aber das musst du wirklich nicht. Wir wissen ja beide, wie gut deine Fähigkeiten in der Küche sind.« Sie biss sich auf die Unterlippe, um nicht in Gelächter auszubrechen.
Schnaubend warf ich die Decke von mir. »Nein, ich bin dabei. Versprochen ist versprochen!«
Am liebsten hätte ich mich wirklich noch einmal umgedreht, weil Scott und ich erst spät in der Nacht zurückgekommen waren. Im Cockeyed Sheep war die Hölle los gewesen, und irgendwann hatten wir die Zeit völlig aus den Augen verloren. Eines musste man den Texanern lassen: Sie wussten, wie man feierte!
Kim hatte mich dazu überredet, ein paar Tage Urlaub in Bibury zu machen, bevor es für uns weiter nach Aspen zum Skifahren ging. Nun, viel Überredungskünste brauchte es nicht. Ein Blick aus ihren wunderschönen blauen Augen genügte, und ich würde ihr jeden Wunsch erfüllen.
Eigentlich hätten ihre beste Freundin Holly und deren Freund Scott uns nach Aspen begleiten sollen, aber da die Wildtierauffangstation, die die beiden ins Leben gerufen hatten, allmählich größer wurde, wollten sie lieber bleiben, um ein Auge auf alles zu haben. Es war bewundernswert, was sie seit dem letzten Jahr erreicht hatten.
Statt Urlaub zu machen, wollten sie ihren Angestellten etwas Gutes tun und ihnen selbst gemachte Kekse schenken. Kim fand das eine großartige Idee, weshalb sie uns zum Helfen eingeteilt hatte. An einem Samstag … um neun Uhr morgens …
Wichtiger als mein Schlaf war es allerdings, Kim zu beweisen, dass ich durchaus in der Lage war, ein paar Weihnachtsplätzchen zu backen. Sie zog mich gern damit auf, dass ich nie selbst in der Küche stand. Früher hatte mi madre immer für die Familie gekocht, und seit ich in Dads Firma arbeitete, aß ich oft auswärts oder ließ mir etwas kommen. Versnobt nannte Kim das gern. Ich wusste, dass sie es scherzhaft meinte, doch es nagte trotzdem an meinem Ego.
Was sie nicht wusste, war, dass meine Mutter mir per Videochat einige Rezepte beigebracht hatte. Ich wollte Kim unbedingt mit den besten Keksen überraschen, die sie jemals gegessen hatte.
Ich stand auf und streckte mich ausgiebig. Dabei fiel mein Blick aus dem kleinen Fenster. Eine hauchdünne Schneeschicht hatte sich über die weitläufige Ranch gelegt. Die Sonne ließ ihn glitzern und funkeln, sodass ich lächeln musste.
Bevor wir das Zimmer verließen, warfen Kim und ich uns zügig die Weihnachtspullis über, die sie uns besorgt hatte. Sie hatte auf einem passenden Set bestanden, damit jeder wusste, dass wir zusammengehörten. Dass ich das Hinterteil des Rentiers sein musste, passte mir zwar nicht unbedingt in den Kram, aber solange Kim glücklich war, war auch ich es.
Holly und Scott hatten das Haus weihnachtlich geschmückt: Am Treppengeländer war neben einer Tannengirlande auch eine Lichterkette befestigt, deren bunte Lichter grell um die Wette blinkten. Über der Küchentür hing ein Mistelzweig, den Kim bis jetzt noch nicht bemerkt hatte. Ich griff nach ihrem Handgelenk und drehte sie zu mir um.
Sie schaute irritiert, doch ich zog sie an mich und gab ihr einen Kuss. Als ich mich von ihr löste, deutete ich über uns. »Wolltest du mich meines Kusses berauben?«
»Könnt ihr euch euer Geschnulze vielleicht für später aufheben? Wir müssen ein paar Hundert Kekse backen!«, sagte Holly belustigt und kippte etwas Milch in den Messbecher vor sich. Als sie unsere Pullis sah, rümpfte sie die Nase, sparte sich aber einen weiteren Kommentar.
»Das nennt sich Romantik. Solltest du mal versuchen.«
»Triefender Kitsch trifft es eher.« Sie streckte mir die Zunge heraus.
Scott schüttelte lachend den Kopf. »Gib dir keine Mühe, Aidan. Holly und Romantik sind zwei Dinge, die sich nicht kombinieren lassen. Ich hab’s versucht.«
Kim seufzte und stellte sich neben ihre Freundin. »Und ich dachte, irgendwann entdeckst auch du deine romantische Ader.«
»Tut mir leid, Blossom. Dafür habt ihr beide genug für mindestens zehn.«
Ich rollte mir die Ärmel hoch und trat ebenfalls an den Küchentisch, auf dem zahlreiche Zutaten bereitstanden. Schnell scannte ich die Sachen, um sicherzugehen, dass wir alles für die köstlichen Schoko-Erdnussbutter-Kekse hatten, die ich zubereiten wollte.
»Schatz, du könntest ja den Mixer bedienen, wenn du möchtest«, sagte Kim mit zuckersüßer Stimme, während sie ein Ei am Rand der Rührschüssel aufschlug.
Ich verschränkte die Arme vor der Brust und hob eine Braue. »Du denkst wirklich, ich kriege das nicht hin, oder?«
Ihre Wangen röteten sich ein wenig, dann zuckte sie mit den Schultern. »Ich weiß ja, dass du nicht gern in der Küche stehst …«
»Ach, papperlapapp, das Rich Kid wird es doch wohl hinkriegen, ein paar Kekse zu backen!«, unterbrach Holly sie. Sie hatte mir diesen Spitznamen aufgedrückt, als wir uns vor eineinhalb Jahren kennengelernt hatten, und seitdem musste ich damit leben. Dann schaute sie mich aber verunsichert an. »Oder? Du kriegst das doch hin?«
»Natürlich! Wieso glaubt ihr, ich wäre so unfähig?« Ich schnappte mir eine große, leere Schüssel und widmete mich dann den Zutaten auf dem Tisch. Ich spürte die skeptischen Blicke der anderen auf mir ruhen, aber davon ließ ich mich nicht beirren. »So, wie viele Mitarbeiter habt ihr aktuell?«
»Es sind so ungefähr fünfundzwanzig, die hier herumwuseln«, entgegnete Scott.
»Okay, dann lasst uns losbacken, wenn wir heute noch fertig werden wollen!«, entschied ich. Ich konnte es kaum erwarten, ihnen zu zeigen, was alles in mir steckte. Scott drehte sich um und stellte das Radio etwas lauter, aus dem Weihnachtslieder ertönten.
Gemeinsam standen wir an dem kleinen Tisch, lachten und mischten Zutaten zusammen. Der Küchenboden sah nach wenigen Minuten aus, als wäre eine Packung Mehl explodiert, und auch die Streusel für die Butterplätzchen, an denen Holly und Kim arbeiteten, verteilten sich auf dem kompletten Tisch.
Lachend stachen sie den Teig aus und schoben die nächste Ladung in den Ofen. Es dauerte nicht lange, ehe der himmlische Duft frisch gebackener Plätzchen in der Luft lag.
Ich liebte Weihnachten. Es war die einzige Zeit im Jahr, in der ich mir zwei bis drei Wochen Urlaub nahm und die Akkus wieder auflud. Gemeinsames Essen, Lachen und sich an den schönen Dingen des Lebens erfreuen. Manchmal nervte es mich selbst, dass ich so ein Workaholic war und mir lediglich diese kurze Auszeit gönnte. Kim hatte es aber geschafft, mich dazu zu bringen, öfter mal ein Wochenende Pause zu machen. Damit ich nicht mit dreißig schon komplett ausgebrannt sei, sagte sie.
Kim und Holly waren gerade dabei, die Plätzchen auf der Anrichte zu dekorieren, und Scott holte die nächste Ladung aus dem Ofen. Flott griff ich die Dosen mit braunem und weißem Zucker und kippte beides in den Messbecher vor mir. Danach schüttete ich die Mischung in die Schüssel, zusammen mit Erdnussbutter und weicher Butter, und vermengte es zu einer cremigen Masse.
»Das sieht gut aus, was wird das?«, fragte Kim und beugte sich über meine Schulter, um einen Blick in die Schüssel zu erhaschen.
»Die köstlichsten Kekse, die du je gegessen haben wirst!« Sie streckte die Hand aus und wollte sich etwas Teig aus der Schüssel klauen, aber ich schob sie zur Seite. »Hier wird nicht genascht. Erst, wenn sie fertig sind.«
Danach probierte sie es bei der zweiten Schüssel, aber wieder hatte sie keine Chance. Schmollend schob sie die Unterlippe vor. Normalerweise war das ein Gesichtsausdruck, dem ich keinen Wunsch abschlagen konnte, aber heute zog er ausnahmsweise nicht.
Seufzend ging Kim zurück zu ihren eigenen Plätzchen und ließ mich mit meinem Teig allein. Ich formte eine Kugel nach der anderen, bis auch der Rest der cremigen Masse aufgebraucht war. Schon jetzt rochen die Kekse fantastisch. Ich konnte es kaum erwarten, sie zu kosten, sobald sie aus dem Ofen waren.
»Wahnsinn, sind das viele«, sagte Holly und nickte anerkennend. Sie hatte recht. Aus dem Teig hatte ich etwa einhundert Kekse machen können.
»Wenn die so schmecken, wie die aussehen, musst du uns unbedingt das Rezept dalassen«, fügte Scott nickend hinzu.
Ein von Stolz erfülltes Lächeln legte sich auf meine Lippen. »Dann wollen wir die Teile mal backen!« Ich balancierte die ersten beiden der vier Bleche zum Ofen und schob sie hinein. Nun würde es nur noch wenige Minuten dauern, ehe wir wussten, wie sie schmeckten. Aber ich hatte das Rezept genauestens befolgt. Es war schlicht unmöglich, dass sie nicht schmeckten.
Mein Blick glitt zur Uhr über der Tür. Die Zeit war schnell verflogen, mittlerweile war es früher Nachmittag, und schon zahlreiche Kekse türmten sich auf Tisch und Anrichte. Es war eine nette Geste, dass Holly und Scott sich für die Mitarbeiter so viel Mühe gaben, wo sie auch einfach welche im Supermarkt hätten kaufen können. Aber hier auf dem Land war es wohl üblich, dass man hin und wieder etwas Gutes für seine Mitmenschen tat.
»Hier, probier mal.« Kim schob mir eines ihrer frisch dekorierten Butterplätzchen in den Mund.
Die Schokolade war noch heiß und flüssig, sodass mir die Hälfte von den Lippen tropfte. »Lecker«, schmatzte ich und wischte mir mit dem Handrücken über den Mund.
Kim lächelte. »Du hast da noch was.« Sie stellte sich auf Zehenspitzen und leckte mir den Rest Schokolade von den Lippen.
»Ekelhaft seid ihr«, nuschelte Holly kopfschüttelnd.
Die Eieruhr surrte, weshalb ich eher widerwillig von Kim wegtrat, um den Ofen zu öffnen. Heißer Dampf pustete mir entgegen. Es roch … anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Aber zumindest auf den ersten Blick sahen die Kekse so aus wie auf den Bildern aus dem Rezept.
Ich stellte die Bleche auf die Anrichte und wartete, bis sie zumindest oberflächlich abgekühlt waren. Dann nahm ich einen in die Hand und drückte ihn. Fluffig waren sie schon mal. Als ich ihn in zwei Hälften brach, stieg mir der Duft heißer Erdnussbutter in die Nase. Augenblicklich lief mir das Wasser im Mund zusammen.
»Das riecht ja lecker.« Holly drängelte sich an Kim und Scott vorbei und stellte sich neben mich.
»Nur zu, nehmt euch einen«, sagte ich stolz. Jeder griff sich einen der Schoko-Erdnussbutter-Kekse und hielt ihn fest.
»Okay, bei drei«, entschied Holly und zählte. »Eins. Zwei. Drei!«
Zeitgleich bissen wir von unseren Keksen ab. Lediglich Scott schob sich einen gleich ganz in den Mund. Während er kaute, verzog er angewidert das Gesicht. Und auch mir wurde ganz anders. Ich griff nach den Küchentüchern, riss mir ein Stück ab und spuckte den Keks hinein. Die anderen taten es mir gleich.
»Schatz, was hast du da bitte reingetan?«, fragte Kim mit angewiderter Stimme und wischte sich mit dem Papiertuch mehrfach über die Zunge.
»Sorry, Mann«, sagte Scott, nachdem er sich den Mund ausgewaschen hatte. »Kim hatte wohl recht damit, was dich und die Küche betrifft.«
»Ich habe das Rezept genau befolgt«, entgegnete ich entrüstet. Ich drehte mich um und ging zurück zum Tisch. Dann nahm ich die einzelnen Dosen in die Hand. »Hiervon je vierhundert Gramm, davon …«
»Warte«, unterbrach Holly mich. »Du hast vierhundert Gramm Salz in die Kekse gekippt? Warum?«
Verwirrt schaute ich zwischen den Dosen und ihr hin und her. »Das sind brauner Zucker und weißer Zucker.«
Sie schlug sich die Hand vor den Mund und prustete.
Kim kam auf mich zu und schlang die Arme um meine Hüfte. »Das sind brauner Zucker und Salz.« Dann drehte sie die Dose in meiner Hand so, dass das Etikett nach vorn zeigte. Und da stand es schwarz auf weiß. Salz. Nicht Zucker.
»Mierda!«, fluchte ich. Wie hatte das passieren können?
»Ist doch nicht schlimm. Du hast es wenigstens versucht«, sagte Kim und schmiegte den Kopf an meine Schulter.
Ich presste die Lippen aufeinander und atmete tief durch. Dann schaute ich zu Holly und Scott. »Sorry, jetzt habe ich so viele eurer Zutaten verschwendet.«
»Ach, ist nicht schlimm. Wir holen einfach mehr«, sagte Scott und winkte ab. Holly nickte zustimmend.
»Natürlich werde ich zum Supermarkt fahren. Sagt mir einfach, was ich mitbringen soll.«
»Das wird nicht nötig sein.« Langsam löste sich Kim von mir und schaute mich breit grinsend an.
Verwirrt zog ich die Brauen zusammen. »Wie meinst du das?«
»Nun ja …«, sagte sie lang gezogen. »Sagen wir mal, ich habe damit gerechnet, dass die eine oder andere Ladung versaut wird.«
»Was hast du gemacht, mi amor?«
Ein Blick zu Scott und Holly verriet, dass auch sie keine Ahnung hatten, was vor sich ging.
»Moment«, war alles, was Kim sagte, ehe sie sich umdrehte und verschwand. Wenige Minuten später kam sie zurück in die Küche, zahlreiche Keksdosen mit bunten Weihnachtsmotiven auf dem Arm balancierend.
Schnell nahm ich ihr einen Stapel ab und stellte ihn auf den Tisch. Als ich den ersten Deckel öffnete, lachte ich. Dutzende Weihnachtsplätzchen befanden sich in den Dosen.
»Wann hast du die denn alle gemacht?«, fragte Holly ungläubig.
»Gestern Abend, als du schon ins Bett gegangen bist und Aidan und Scott noch in der Kneipe waren. Ich wollte vorbereitet sein«, sagte sie und zwinkerte.
Mein Lachen wurde lauter, und nun stimmten auch die anderen mit ein. Es war so typisch für Kim. Durch und durch organisiert und immer für den Fall der Fälle gewappnet.
Ich legte meinen Arm um ihre Schulter und zog sie an mich. Dann gab ich ihr einen Kuss auf den Scheitel. »Ich weiß nicht, wie ich es finden soll, dass du von Anfang an davon ausgegangen bist, dass ich es vermassle.« Ich schüttelte den Kopf. »Aber du hast das Weihnachtsfest gerettet, und dafür liebe ich dich.«
»Und ich liebe dich. Dafür, dass du es versucht hast, gleich um einiges mehr.«
In den nächsten Stunden dekorierten wir vier zusammen die übrigen Plätzchen, lachten, tranken und sangen die Lieder aus dem Radio mit. Und trotz meines blöden Fehlers hatten wir eine wunderschöne Zeit.
Denn das war es, worum es an Weihnachten wirklich ging: die Zeit mit seinen Liebsten zu genießen und dankbar für die kostbaren gemeinsamen Augenblicke zu sein, die das Leben uns schenkte.
360 g Weizenmehl
100 g Backkakao
Je 200 g weißen und braunen Zucker
2 große Eier
10 g Vanilleextrakt
1 TL Natron
250 g weiche Butter
150 g Erdnussbutter
400 g Erdnussbutter
200 g Puderzucker
Du möchtest diese köstlichen Cookies backen? Das Rezept ist ganz einfach! Befolge diese Schritte, und du erhältst diese fabelhaften Schoko-Erdnussbutter-Kekse! Heize zunächst deinen Backofen auf 180 °C Umluft vor und stelle dir zwei Rührschüsseln bereit.
Mische in der ersten Schüssel Mehl, Natron und Backkakao. In der zweiten Schüssel 150 g Erdnussbutter, Butter und Zucker zu einer cremigen Masse vermengen, dann Eier und Vanilleextrakt dazugeben. Sobald du damit fertig bist, wird die Mehlmischung vorsichtig untergerührt.
Für die Füllung musst du nun die Erdnussbutter und den Puderzucker zusammen cremig rühren. Anschließend formst du die Masse zu ca. 2–3 cm großen Kugeln.
Diese werden mit je einem EL des Schokoladenteigs umschlossen. Drücke die Kugeln nun etwas platt und lege sie auf das Backpapier auf deinem Backblech.
Anschließend im vorgeheizten Backofen 7–9 Min. backen. Die Cookies sind fertiggebacken, wenn sie etwas fest sind und kleine Risse aufweisen.
Nun bleibt nur noch eines zu sagen: Lass es dir schmecken!
Laura Labas wurde 1991 in der Kaiserstadt Aachen geboren. Schon früh verlor sie sich im geschriebenen Wort und entwickelte eigene Geschichten, die sie mit ihren Freunden teilte. Mit vierzehn Jahren beendete sie ihren ersten Roman. Spätestens da wusste sie genau, was sie für den Rest ihres Lebens machen wollte: neue Welten kreieren. Heute schreibt sie nach ihrem Master of Arts in Englisch und Deutscher Literaturwissenschaft immer noch mit der größten Begeisterung und Liebe und vertieft sich in Fantasy, Drama und Romance. Ihr neuer Roman »Bronwick Hall« vereint die Trendthemen Dark Academia und Hexen-Fantasy. Wenn Du mehr über die Hintergründe ihrer Bücher erfahren und immer auf dem neuesten Stand sein willst, folge Laura Labas auf Instagram (@laura_labas_) oder schaue auf ihrer Website vorbei (https://www.laura-labas.com).
Vielleicht war ich bereits eine Stalkerin.
Hatte ich die Grenze von der normalen und süßen Schwärmerei zum full-on Stalken vielleicht schon unbewusst überschritten?
Mein bester Freund Matt würde mir das sicher sagen können, doch ich fürchtete mich vor der Antwort.
Ich saß wie an jedem zweiten Tag im hintersten Booth des Star Diner. Dem einzigen Diner in meiner Nähe, in dem der Kaffee nicht säuerlich war und die Donuts nicht in sich zusammenfielen. Beides waren Pluspunkte, doch nicht der eigentliche Grund meines regelmäßigen Besuchs. Nein. Dieser war einen Meter neunzig groß, hatte definierte Muskeln und so strahlend blaue Augen, dass ein Blick in diese meinen Kreislauf fast zum Kollabieren brachte.
Whyatt Nemson.
»Kann ich dir noch was bringen?«, fragte er, als er plötzlich vor mir auftauchte. Blinzelnd sah ich zu ihm auf. Allein seine Stimme besaß die Macht, mich wie Butter in der Pfanne schmelzen zu lassen.
»Einen Kaffee«, krächzte ich. »Bitte.«
Wie immer lächelte er so breit, dass er zwei Reihen weißer Zähne offenbarte und sich Grübchen in seine Wangen gruben. »Kommt sofort.«
Verträumt sah ich ihm hinterher. Ich fühlte mich jedes Mal mehr von seiner Lebenslust angezogen.
Er besuchte wie ich die Chicago State und arbeitete nebenbei im Star Diner. Leider hatten wir keine gemeinsamen Kurse. Während ich mich auf artsy Fächer konzentrierte, hing er am wissenschaftlichen Zweig des College-Baums. Das Diner war der einzige Ort, an dem sich unsere Wege kreuzten. Mit vollkommener Absicht meinerseits.
Und hier kam die Stalker-Sache ins Spiel. Würde man im Wörterbuch Stalker nachschlagen, würde man Folgendes finden: Ein Beispiel ist Juria Watanabe, die ihre Augen nicht von Whyatt Nemson lassen kann.
Klar, ich hätte auch zu einem anderen Diner gehen können, doch dann würde ich vier Stunden von Whyatts Leben verpassen. Es war ja nicht so, als würde ich ihm nach Hause folgen oder so. Ich blieb einfach brav hier sitzen, bestellte im Stundentakt meinen schwarzen Kaffee, und das war’s. Vollkommen harmlos, oder?
Das Diner war gut besucht. Je mehr sich Weihnachten näherte, desto größer wurde der Drang, es sich mit einem heißen Getränk in den geschmückten Räumlichkeiten gemütlich zu machen. Ganz genauso ging es mir auch. Ich liebte die kitschigen Weihnachtssongs, die 24/7 aus den Boxen dröhnten, die bunt blinkenden Lichterketten in den Schaufenstern und die alte Weihnachtsmann-Figur auf dem gelben Tresen, der ein Auge fehlte. Dass die Kellnerinnen und Kellner seit ein paar Tagen allesamt Elfenohren trugen, war bloß ein Pluspunkt.
Zu Hause hatte ich nichts davon. Weder einen Baum noch Familie oder viele Freunde, mit denen ich meine Vorfreude teilen konnte. Seit mein Dad vor zwei Jahren an einer kurzen, schweren Krankheit gestorben war, gab es fast nur noch mich. Oft war das traurig, doch ich hatte mich daran gewöhnt. Nur zu Weihnachten spürte ich die Einsamkeit stärker als sonst.
»Du starrst ihn wieder an, als wäre er ein Stück Fleisch«, merkte Matt an, der sich mir gegenüber ins Booth setzte. Die Kaffeekanne stellte er vor sich ab, ehe er die Arme verschränkte. So wie Whyatt trug er eine dunkelgrüne Schürze und ein Namensschild, das ihn als Mitarbeiter des Diners auswies.
»Stimmt ja gar nicht«, murmelte ich und senkte den Blick auf den Block vor mir. Sinnloses Gekritzel, das definitiv keine Ähnlichkeit mit einem Essay in Kunstgeschichte hatte.
»Stimmt ja wohl.« Matt grinste breit. Im Gegensatz zu Whyatt sah ich ihn andauernd. Im Diner und in fast jedem Collegekurs, den ich belegt hatte. Wir hatten uns direkt zu Beginn des Studiums angefreundet. Tatsächlich war ich anfangs ziemlich in ihn verschossen gewesen, doch er hatte eine Freundin gehabt. Mittlerweile war er zwar wieder Single, aber ich war längst über ihn hinweg. Nicht aber über Whyatt.
Wo Whyatt sportlich, charmant und abenteuerlustig war, war Matt gemütlich, spitzzüngig und … witzig. Ich glaubte nicht, dass es etwas gab, das ihn aus der Ruhe brachte, was ihn mir als Freund unentbehrlich machte. Aber in einer Liebesbeziehung musste es aufregend sein. Ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Zumindest war es das, was einem ständig in Buch und Film vorgegaukelt wurde. Und genau das würde ich mit Whyatt bekommen.
»Ich überlege, ihn endlich zu fragen«, murmelte ich.
»Ob er gerne Ananas auf Pizza isst?«
»Matt!«
»Oder ob zuerst das Huhn oder erst das Ei da war?«
»Matt!«, zischte ich so laut, dass sich sogar Whyatt an der Theke zu uns umsah. Eilig senkte ich den Kopf.
»Du nimmst die Sache viel zu ernst, Juria.« Er lächelte schief. Ein Lächeln, dessen Anblick mir fast vertrauter war als mein eigenes Spiegelbild. »Geh einfach zu ihm hin, zeig ihm deine süßen Wangengrübchen, und frag, ob er mit dir ins Kino möchte.«
»So einfach ist das nicht …«
Er umfasste meine Hand mit seiner.
»Die Welt wird schon nicht untergehen, wenn er Nein sagt.«
Wie sollte ich Matt klarmachen, dass das Diner für mich zu einem sicheren Hafen geworden war? Wenn Whyatt mir eine Abfuhr erteilte, würde ich hier nicht mehr mein Gesicht zeigen können.
Seufzend entzog ich ihm meine Hand und lehnte mich zurück. Ich wollte Abenteuer, und ich wollte Aufregung. Beides müsste ich mir holen. Bei Whyatt.
»Heute vor seinem Schichtende«, verkündete ich leise, damit Whyatt mich nicht im Vorbeigehen hören konnte. »Dann tu ich’s.«
»Sorry, Julia, falls ich dir falsche Hoffnungen gemacht habe oder so.« Whyatt massierte unangenehm berührt sein Ohrläppchen. Ich hätte im Boden versinken können. »Das war nicht meine Absicht.«
»Juria«, murmelte ich. »Mein Name ist Juria.«
»Sorry«, wiederholte er noch mal.
Wir standen vor dem Diner in der Kälte, und im Gegensatz zu mir hatte er keine Jacke an. Er rieb sich übertrieben die Arme und klapperte mit den Zähnen.
»Ich will dich nicht länger aufhalten. Danke für’s … Anhören«, würgte ich hervor. Hitze in meinen Wangen. Ich deutete mit den Händen Richtung Tür. »Schönen Feierabend noch.«
Anders als erwartet, zischte er nicht sofort ab.
»Hör mal, es ist wahrscheinlich nicht meine Sache und so, aber … Matt ist krass in dich verschossen. Denk mal drüber nach.« Er tippte mir leicht gegen die Schulter. »Bis dann.«
Ich stand wie angewurzelt da, während er längst wieder reingegangen war. Mein Verstand konnte nicht begreifen, was gerade geschehen war.
Während sich kleine weiße Wölkchen beim Ausatmen bildeten, wurden mir zwei Dinge klar.
Erstens, ich hatte gerade einen Korb bekommen.
Zweitens, Matt war in mich verschossen.
»Was zur Hölle …?«
Ende der Leseprobe
