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Beschreibung

Der Papst ist Deutscher – das weiß jeder, aber wussten Sie schon, dass auch Thomas Gottschalk katholisch ist? Genauso wie Markus Lanz und Alfred Biolek? Wer sind denn die bekanntesten Katholiken in Deutschland, und wie heißen die wichtigsten Deutschen in Rom? Wer hat das Sagen in der Weltkirche und wer in den deutschen Bistümern? Das "Who is Who" der Katholiken benennt Kardinäle und Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien in kirchlichen Verbänden, Hilfswerken und Gremien sowie prominente Katholiken in Staat und Gesellschaft, in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, Sport und Medien. Es versammelt Namen und Biographien und definiert Einfluss und Verantwortlichkeiten.

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Seitenzahl: 194

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Who is Who der Katholiken

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Inhaltsübersicht

Deutschland: Eine bunte katholische WeltVorwortWeltkircheBistümerKlösterKirchliche OrganisationenMedienWissenschaftWirtschaftPolitikGesellschaftBildnachweis
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Deutschland: Eine bunte katholische Welt

Vorwort

Die katholische Kirche ist die größte und älteste Religionsgemeinschaft in Deutschland. Sie umfasst 24,5 Millionen Katholiken und ist so vielfältig wie keine andere Gruppierung im Land. Neben den 113 Bischöfen und 15000 Priestern, neben den 3000 Pastoralreferenten und 4500 Gemeindereferenten beschäftigt die Kirche etwa 100000 Menschen hauptamtlich – bei der Caritas und in Kindergärten, in der Kirchenmusik und in Krankenhäusern, in Altenheimen und in Schulen. Und selbst in den 57 verschiedenen Ordensgemeinschaften haben sich 25000 Klosterkatholiken vereint. Die Zahl der Ehrenamtlichen in der Jugend-, Sozial- und Altenarbeit, in Beratungs- und Leitungsgremien, als Ministranten oder Mitglieder in Chören geht in die Millionen. Die meisten von ihnen wollen unerkannt und bescheiden ihren Dienst am Nächsten und im Weinberg des Herrn tun. Einige aber müssen sichtbar werden, um ihre Verantwortung zu tragen.

Der Bekannteste unter ihnen ist Papst Benedikt XVI. Eine Handvoll Bischöfe kennt das breite Publikum ebenfalls – doch danach bleibt der katholische Raum weitgehend anonym. Wer aber sind die anderen »Gesichter« unter den deutschen Katholiken? Fußballnationaltrainer Jogi Löw ist ebenso Katholik wie die TV-Moderatoren Günther Jauch, Markus Lanz, Thomas Gottschalk und Harald Schmidt. Vom Entertainer Stefan Raab und der Musikerin Lena über den Konzernlenker Gerhard Cromme und den Unternehmer Claus Hipp bis zu Politikern wie Kurt Beck und Andrea Nahles (SPD), Philipp Rösler und Christian Lindner (FDP), Norbert Lammert und Horst Seehofer (CDU/CSU) oder Joschka Fischer und Winfried Kretschmann (Grüne). Dieses Buch gibt viele – durchaus auch überraschende – Einblicke in das katholische Deutschland. Es versammelt aus den verschiedenen Lebensbereichen die bekanntesten Vertreter ihrer Konfession. Von der Amtskirche bis zum Showbusiness, von der Wissenschaft bis zur Wirtschaft werden sie vorgestellt – die 800 wichtigsten Vertreter des modernen Katholizismus in Deutschland.

Kriterium für die Auswahl ist der gesellschaftliche Einfluss. Dabei dürfte in dieser ersten Auflage die Auswahl für Diskussionsstoff sorgen. Die Redaktion hat Kriterien, Informationen und Auswahl sorgfältig abgewogen. Aber jeder hat einen anderen Blick auf die Bedeutsamkeit, und die Lebenswelt der Katholiken verändert sich schnell. Darum bitten wir Sie – liebe Leser – um Mitwirkung. Schreiben Sie uns Ihre Hinweise, Anregungen und Kritik. Wer sollte in die nächsten Auflagen aufgenommen werden und warum? Wo haben sich Fehler eingeschlichen? Was haben wir nicht bedacht? Mailen Sie uns unter

 

[email protected]

 

Ihre Vorschläge! Wir werden dann in den kommenden Auflagen die Hinweise gerne berücksichtigen.

 

Die Redaktion

München, im Sommer 2012

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I.Weltkirche:

Deutsche Katholiken in Rom und im Vatikan

S. H. Papst Benedikt XVI., Joseph Aloisius Ratzinger

*16. April 1927 in Marktl am Inn

Bild 1: S. H. Papst Benedikt XVI.

Nach dem Studium der Philosophie und katholischen Theologie 1951 zum Priester geweiht, schlug er eine akademische Laufbahn ein: Stationen als Professor waren Freising, Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg, bevor er 1977 zum Erzbischof von München und Freising ernannt und 1978 in den Kardinalsstand erhoben wurde. 1981 berief ihn Papst Johannes Paul II. zum Präfekten der römischen Glaubenskongregation. Am 19. April 2005 wurde Joseph Kardinal Ratzinger zum 264. Nachfolger des heiligen Petrus ernannt und nahm den Namen Benedikt XVI. an.

Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI., ist einer der bedeutendsten Vordenker unserer Zeit, weltweit beachtet und geachtet. Er ist Ehrendoktor an sieben Universitäten, Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien, unter anderem der Académie des Sciences Morales et Politiques in Paris als Nachfolger Andrej D. Sacharows. Sein literarisch-theologisches Werk, in bisher 28 Sprachen übersetzt, ist nahezu unüberschaubar.

 

SEINE BEDEUTENDSTEN WERKE SIND:

Die Dissertation von 1951:

Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche;

die Habilitation:

Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura;

seine Antrittsvorlesung in Bonn vom 24. Juni 1959:

Der Gott des Glaubens und der Gott der Philosophen;

seine Erlebnisberichte vom Zweiten Vatikanischen Konzil:

Die erste Sitzungsperiode, 1963;

Das Konzil auf dem Weg, 1964;

Ergebnisse und Probleme der dritten Konzilsperiode, 1965;

Die letzte Sitzungsperiode des Konzils, 1966;

die Monographien und Interviewbände:

Vom Sinn des Christseins, 4. Aufl. 2005;

Einführung in das Christentum,1968;

Das neue Volk Gottes. Entwürfe zur Ekklesiologie, 1969;

Glaube und Zukunft, 1970;

Dogma und Verkündigung,1973;

Theologische Prinzipienlehre, 2005;

Politik und Erlösung, 1986;

Salz der Erde, 1996;

Aus meinem Leben, 1998;

Vom Wiederauffinden der Mitte,1997;

Der Geist der Liturgie, 2000;

Gott und die Welt, 2000;

Glaube – Wahrheit – Toleranz, 2003;

Dialektik der Säkularisation, 2004;

Werte in Zeiten des Umbruchs, 2005;

und das mehrbändig angelegte Jesuswerk:

Jesus von Nazareth: Erster Teil. Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung, 2007,

Jesus von Nazareth: Band II: Vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung, 2011.

Außerdem stand Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation dem redaktionellen Team vor, das im Auftrag von Papst Johannes Paul II. den Katechismus der Katholischen Kirche neu herausbrachte (1992). Dieser enthält die unverkürzte Glaubenslehre der Kirche und ihre Antworten auf die religiösen, ethischen und sozialen Fragen unserer Zeit und ist das anerkannte Nachschlagewerk des katholischen Glaubens. Zusammengefasst wurde dieser Katechismus im Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche,2005, das ebenfalls unter Ratzinger entstand.

Bild 2: S. H. Papst Benedikt XVI.

Becker, Karl-Josef Kardinal

*18. April 1928 in Köln

Bild 3: Kardinal Karl-Josef Becker

Becker, seit 1948 Mitglied des Jesuitenordens, ist emeritierter Professor für Dogmatik. Becker studierte nach dem Abitur auf dem Dreikönigsgymnasium in Köln von 1946 bis 1948 zunächst Altphilologie an der Universität Köln, trat 1948 in den Jesuitenorden ein und studierte nach dem Noviziat von 1950–1953 Philosophie an der Jesuitenhochschule Pullach und von 1955–1959 Katholische Theologie an der Jesuitenhochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. Am 31. Juli 1958 empfing Becker die Priesterweihe. 1964 wurde er zum Dr. theol. promoviert und lehrte dann bis 1969 Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen. Ab 1969 lehrte er an der Päpstlichen Universität Gregoriana und wurde 1971 zum außerordentlichen Professor und 1975 zum ordentlichen Professor für Dogmatik ernannt. 2003 wurde er emeritiert. Im feierlichen Konsistorium vom 18. Februar 2012 nahm ihn Papst Benedikt XVI. als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Giuliano Martire in das Kardinalskollegium auf. Aufgrund seines zu diesem Zeitpunkt schon hohen Alters von 83 Jahren dispensierte ihn Benedikt XVI. von der Verpflichtung zu einer Bischofsweihe. Als Dogmatiker lagen seine Hauptlehr- und Forschungsgebiete in der Sakramenten- und Gnadenlehre. Becker gilt als Experte für das Zweite Vatikanische Konzil, insbesondere für dessen Aussagen zu Religionsfreiheit und Ökumene, und engagierte sich in der Diskussion um Lumen Gentium. Papst Paul VI. berief Becker am 15. September 1977 zum Konsultor der Kongregation für die Glaubenslehre, in der er seit 1982 mit deren damaligem Präfekten Joseph Ratzinger zusammenarbeitete. Becker war an der Vorbereitung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre der Katholischen Kirche und des Lutherischen Weltbundes beteiligt und nahm ab 2009 an den Gesprächen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Pius-Bruderschaft teil.

Brandmüller, Walter Kardinal

*5. Januar 1929 in Ansbach

Bild 4: Kardinal Walter Brandmüller

Der Priester der Erzdiözese Bamberg, zudem Domkapitular an der Patriarchalbasilika St. Peter im Vatikan ist Theologe und Kirchenhistoriker. Er war von 1998 bis 2009 Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaft und somit »Chefhistoriker der Kurie«. Brandmüller, Sohn eines Offiziers, empfing am 26. Juli 1953 in Bamberg die Priesterweihe. Er wurde 1963 an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert und 1967 mit einer Abhandlung über das Konzil von Pavia-Siena habilitiert. Am 30. Oktober 1969 wurde er als Professor an die damalige Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen berufen. Nach deren Auflösung kam der Hochschullehrer am 7. Oktober 1970 nach Augsburg, wo er bis zu seiner Emeritierung 1997 als Ordinarius für Neuere und Mittelalterliche Kirchengeschichte an der Universität Augsburg lehrte. Seit der Habilitation liegt der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auf der Geschichte der Konzilien. Er war ab 1981 Mitglied der Päpstlichen Kommission der historischen Wissenschaften, ab 1998 Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaft in Rom und von 1998 bis 2006 Präsident der Internationalen Kommission für vergleichende Kirchengeschichte. In diesen Stellungen koordinierte er die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Historiker- und Wissenschaftsakademien, die sich mit kirchengeschichtlichen Themen beschäftigen. Schwerpunkte waren der Fall Galileo Galilei sowie das Konzil von Konstanz und das Erste Vatikanische Konzil. Am 17. Juli 1983 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Titel Ehrenprälat Seiner Heiligkeit und 1997 den Titel Apostolischer Protonotar.Im Jahr 2010 wurde Brandmüller zum Kardinal berufen. Aufgrund seines Alters – er war bei seiner Ernennung schon älter als 80 Jahre – ist er allerdings bei einer Papstwahl nicht mehr wahlberechtigt. Am 13. November 2010 empfing Walter Brandmüller in der deutschen Nationalkirche Santa Maria dell’Anima durch Raffaele Kardinal Farina SDB die Bischofsweihe. Am 20. November 2010 nahm ihn Papst Benedikt XVI. als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Giuliano dei Fiamminghi in das Kardinalskollegium auf.

Breitbach, Udo, Dr.

*1960 Plaidt bei Neuwied

Papst Benedikt XVI. hat den aus dem Bistum Trier stammenden Priester Prälat Dr. Udo Breitbach zum Untersekretär der Kongregation für die Bischöfe ernannt. Damit ist Prälat Breitbach nach dem Präfekten und dem Sekretär der Kongregation einer der führenden deutschen Mitarbeiter dieses Dikasteriums. Bereits seit 1992 arbeitet Prälat Breitbach in der Kongregation für die Bischöfe. Der in Plaidt bei Neuwied geborene Breitbach wurde 1986 in Trier zum Priester geweiht, nachdem er zuvor dort und in München Theologie und Philosophie studiert hatte. 1989 folgte der Wechsel zum Promotionsstudium nach Rom.

Cordes, Paul Josef Kardinal

*5. September 1934 in Kirchhundem

Bild 5: Kardinal Paul Josef Cordes

Emeritierter Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Cordes studierte nach dem Abitur 1955 am Rivius-Gymnasium Attendorn zunächst Humanmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, wechselte dann aber zur Philosophisch-Theologischen Fakultät in Paderborn und empfing 1961 dort das Sakrament der Priesterweihe. Er nahm das Theologiestudium wieder auf und wurde 1971 bei Karl Lehmann in Mainz an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz promoviert. Im darauffolgenden Jahr 1972 übernahm Cordes die Aufgaben eines Referenten für pastorale Fragen und eines Sekretärs der Pastoralkommission im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. 1975 wurde Cordes von Papst Paul VI. zum Weihbischof in Paderborn ernannt. Cordes ist seit 1980 Ehrendomherr des Paderborner Metropolitankapitels. Papst Johannes Paul II. ernannte Paul Josef Cordes am 11. März 1980 zum Vizepräsidenten des Päpstlichen Rates für die Laien. Sein erstes Kurienamt hatte er bis zum 2. Dezember 1995 inne, als er zum Titularerzbischof von Naissus pro hac vice und zum Präsidenten des Päpstlichen Rates »Cor Unum« ernannt wurde. Nach dem Tode Papst Johannes Pauls II. wurde Cordes von Benedikt XVI. am 21. April 2005 im Amt bestätigt. Am 24. November 2007 nahm ihn Benedikt XVI. in das Kardinalskollegium auf. Sein aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch nahm Benedikt XVI. am 7. Oktober 2010 an.

Ender, Erwin Josef, Dr.

*7. September 1937 in Steingrund, Landkreis Glatz in Schlesien, heute: Polen.

Bild 6: Dr. Erwin Josef Ender

Der Priester der Diözese Münster ist Diplomat des Heiligen Stuhls, emeritierter Apostolischer Nuntius von Deutschland und seit 9. Mai 2009 Mitglied der Kongregation für die Evangelisierung der Völker. Er war apostolischer Delegat in der Region Rotes Meer und Apostolischer Pronuntius im Sudan. 1993 wurde Ender Apostolischer Delegat in Somalia, 1997 Apostolischer Nuntius für die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland und 2001 Apostolischer Nuntius in der Tschechischen Republik. Von 2003 bis 2007 war er Apostolischer Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland.

Fischer, Hans Peter, Dr.

*1961 in Freiburg i.Br.

Der Priester des Erzbistums Freiburg hat seit 1. April 2012 die Leitung des Deutschen Pilgerzentrums in Rom inne. Seit 8. Dezember 2010 ist Fischer Rektor des Päpstlichen Kollegs und der Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Muttergottes am Campo Santo im Vatikan. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Freiburg und Rom wurde er 1995 mit einer kirchenhistorischen Arbeit an der Universität Freiburg zum Doktor der Theologie promoviert. 2001 erwarb er am Kirchenrechtlichen Institut in München das Lizenziat des Kanonischen Rechts.

Gänswein, Georg, Dr.

*30. Juli 1956 in Riedern am Wald, Landkreis Waldshut

Bild 7: Dr. Georg Gänswein

ist neben Alfred Xuereb einer von zwei Privatsekretären Papst Benedikts XVI. Der Sohn eines Schwarzwälder Schmiedes studierte nach dem Abitur in Freiburg und Rom Katholische Theologie und empfing 1984 für das Erzbistum Freiburg die Priesterweihe. Nach zwei Kaplansjahren im badischen Oberkirch studierte er in München Kanonisches Recht und wurde dort 1991 mit einer Arbeit über Kirchenmitgliedschaft gemäß dem Zweiten Vatikanischen Konzil promoviert. 1994 ernannte ihn der Erzbischof von Freiburg, Oskar Saier, zum Dompräbendar (Domvikar) am Freiburger Münster und zu seinem persönlichen Referenten. Gänswein wollte eigentlich dem Schweigeorden der Kartäuser beitreten. Bereits 1995 berief ihn der damalige Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Antonio María Javierre Ortas, als Mitarbeiter in die Kongregation. 1996 wechselte er auf Wunsch des damaligen Leiters der Kongregation für die Glaubenslehre, Joseph Ratzinger, in diese über. Gänswein nahm außerdem einen Lehrauftrag für kanonisches Recht an der dem Opus Dei zugehörigen Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz in Rom wahr. Im Jahr 2000 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Ehrentitel Päpstlicher Ehrenkaplan bzw. Kaplan Seiner Heiligkeit. Ab 2003 war er persönlicher Assistent von Kardinal Ratzinger. Nach der Wahl Ratzingers zum Papst am 19. April 2005 wurde Gänswein im neuen Amt sein Privatsekretär. Am 28. Januar 2006 wurde ihm von Papst Benedikt XVI. der Titel Päpstlicher Ehrenprälat bzw. Ehrenprälat Seiner Heiligkeit verliehen.

Graulich, Markus, Prof. Dr.

*13. August 1964 in Hadamar

Der Geistliche ist Pater der Don Bosco Salesianer (OSB) und Kirchenrechtler. Er trat am 15. August 1984 in Jünkerath dem Orden der Salesianer Don Boscos bei, studierte Sozialpädagogik und Katholische Theologie an der Theologischen Fakultät Benediktbeuern, empfing am 15. Juni 1994 die Priesterweihe und war zunächst in Essen in der Seelsorge tätig. Nach einem Promotionsstudium wurde er 1999 an der Päpstlichen Universität der Salesianer zum Doktor des kanonischen Rechts promoviert. 2004 habilitierte er sich mit einer Schrift über Gottlieb Söhngen an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Markus Graulich ist Professor für Grundfragen und Geschichte des Kirchenrechts an der Päpstlichen Universität der Salesianer in Rom sowie stellvertretender Dekan der Fakultät für Kirchenrecht. Er war Teilnehmer an der XI. und der XII. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode und dort für die Synodenberichterstattung in deutscher Sprache verantwortlich. Am 19. Juni 2009 wurde er durch Papst Benedikt XVI. als Kirchenanwalt (Promotor Iustitiae) an den Obersten Gerichtshof, die Apostolische Signatur, und am 22. Dezember 2009 zudem zum Konsultor für das Ständige Generalsekretariat der Bischofssynode berufen. Im April 2011 wurde Graulich zum Konsultor des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte ernannt. Prof. Dr. Markus Graulich SDB wurde am 30. Dezember 2011 von Papst Benedikt XVI. zum Richter (»Prelato Uditore«) am Gericht der Rota Romana ernannt, der vor allem für Ehesachen zuständigen höchsten Instanz der Kirchengerichtsbarkeit. Prälat Graulich vertritt im Richterkollegium (20 Richter) an der Rota Romana als einziger Deutscher auch den deutschen Sprachraum.

Hagenkord, Bernd

*1968 in Ahlen

Der Jesuit ist Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan. Bernd Hagenkord absolvierte nach seinem Abitur 1988 am Städtischen Gymnasium in Ahlen seinen Wehrdienst. Anschließend studierte er Geschichte und Journalismus an der Justus-Liebig-Universität Gießen, später in Hamburg. 1992 gab er sein Studium auf und trat der Ordensgemeinschaft der Jesuiten in Münster bei. Er studierte Philosophie an der jesuitischen Hochschule für Philosophie München und Geschichte an der LMU München. 1997 war er im Canisius-Kolleg in Berlin tätig. 1999 begann er sein Theologiestudium am Heythrop College in London. 2002 erhielt er die Diakonweihe, kurz darauf empfing er die Priesterweihe in Köln. Von 2002 bis 2008 war er Jugendseelsorger in Hamburg und als Geistlicher Leiter des Schülerinnen- und Schülerverbandes Katholische Studierende Jugend (KSJ) tätig. Seit 2007 ist er ebenfalls Bundeskaplan der KSJ. Zudem war er für das Kölner Domradio tätig. Ab 2008 absolvierte er den letzten Abschnitt seiner Ordensausbildung in Chile. Bernd Hagenkord übernahm zum 1. Oktober 2009 die Leitung der deutschsprachigen Sektion von Radio Vatikan in Nachfolge von seinem Ordensbruder Pater Eberhard von Gemmingen.

Hallersleben, Barbara, Prof. Dr.

*6. Januar 1957 in Braunschweig

Sie lehrt seit 1994 an der Universität Freiburg (Fribourg, Schweiz) als Professorin der Dogmatik und Theologie der Ökumene. Schwerpunkte ihrer Forschung sind die Ekklesiologie, die Sakramentenlehre und die orthodoxe Theologie. Sie gehört dem Direktorium des Fribourger Universitätsinstituts für Ökumenische Studien an. 2004 wurde sie als Laientheologin in die Internationale Theologenkommission des Vatikans berufen. Außerdem ist sie Mitglied der Internationalen Orthodox-Katholischen Dialogkommission, Mitglied der Kommission »Glaube und Kirchenverfassung« des Weltkirchenrats und Konsultorin des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.

Heidenreich, Ralf

* Zeitlarn bei Regensburg

Der Priester der Diözese Regensburg ist Kurat am Päpstlichen Institut S. Maria dell’Anima der Deutschen Gemeinde in Rom. Die »Anima« nimmt drei Aufgabenbereiche wahr: die deutschsprachige Pfarrseelsorge, die Pilgerseelsorge deutschsprachiger Rompilger und die Führung eines Priesterkollegs, in dem Priester aus allen deutschsprachigen Diözesen für die Dauer ihrer Studien in Rom wohnen können.

Hofmann, Norbert, Dr.

Der aus Ebermannstadt stammende Salesianerpater Hofmann ist seit 1. Dezember 2002 im Vatikan Sekretär der Kommission für die religiösen Beziehungen zu den Juden. In dieser Aufgabe hat er sich insbesondere wegen verschiedener humanitärer Hilfsprojekte international hohes Ansehen erworben. Für seine Verdienste um die Verständigung der katholischen Kirche mit dem Judentum verlieh ihm Bundespräsident Köhler 2009 das Bundesverdienstkreuz.

Horn, Stephan, Prof. Dr.

*7. September 1934 in Isny im Allgäu

ist ein Salvatorianerpater. In den letzten Jahren pendelte er zwischen dem Kloster Gartlberg und dem Generalat der Salvatorianer in Rom. Dort arbeitet er als sogenannter Vizepostulator an der Seligsprechung des Ordensgründers Franziskus Jordan. Er ist Doktor der Theologie und ehemaliger Professor für Fundamentaltheologie. 1960 empfing Stephan Horn die Priesterweihe, 1962 promovierte er in München und wirkte dann als Lehrer in Bad Wurzach. 1970 folgte er Professor Joseph Ratzinger als sein Assistent nach Regensburg. Ab 1980 lehrte er an der Theologischen Fakultät in Passau, 1981 wurde er an den Lehrstuhl für Dogmatik nach Augsburg berufen. Von 1986 bis 1999 wurde ihm anschließend in Passau der Lehrstuhl für Fundamentaltheologie übertragen. Pater Prof. Dr. Horn fühlt sich eng mit Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., verbunden. Seit seiner Zusammenarbeit mit Ratzinger betreut er den Schülerkreis der ehemaligen Doktoranden. Das jährliche Treffen mit ihrem Mentor Ende August findet seit der Papstwahl in Castel Gandolfo statt. Zwischenzeitlich wurde ein neuer Schülerkreis gegründet, der die Theologie Ratzingers weitertragen soll.

Kasper, Walter Kardinal

*5. März 1933 in Heidenheim an der Brenz

Bild 8: Kardinal Walter Kasper

Emeritierter Kurienkardinal und ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. 1952 machte Kasper am Gymnasium Ehingen an der Donau das Abitur. Anschließend studierte er Katholische Theologie und Philosophie an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, im Wilhelmsstift Tübingen und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1956 schloss er sein Studium ab, am 6. April 1957 wurde er in Rottenburg zum Priester geweiht. 1961 wurde er an der Universität Tübingen zum Dr. theol. promoviert; 1964 habilitierte er sich nach einer Assistentenzeit bei Hans Küng.

Im selben Jahr erhielt Kasper einen Ruf als Professor für Dogmatik an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster und war dort im Sommersemester 1970 Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. Ab 1970 lehrte er Dogmatik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und war 1979/80 an dem kirchlichen Streit um Hans Küngs Lehrerlaubnis beteiligt, wobei er sich am Ende für dessen Ausschluss aus der Fakultät aussprach. 1983 war er Gastprofessor an der Catholic University of America (CUA) in Washington, k.O. Er war Spezialsekretär der außerordentlichen Bischofssynode 1985, außerdem Mitglied der Kommission »Glaube und Kirchenverfassung« des ÖRK und der Internationalen Theologenkommission in Rom. In den Jahren von 1993 bis 2001 gab er die dritte Auflage des Lexikons für Theologie und Kirche heraus.

Am 17. April wurde er durch Papst Johannes Paul II. zum Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart ernannt und am 17. Juni 1989 in Rottenburg zum Bischof geweiht. Sein Wahlspruch lautet Veritatem in caritate (»Wahrheit in Nächstenliebe«). Bischof Kasper war Vorsitzender der Kommission »Weltkirche« und stellvertretender Vorsitzender der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Am 16. März 1999 ernannte Papst Johannes Paul II. Bischof Kasper zum Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Kasper trat daher mit Wirkung vom 31. Mai 1999 als Bischof von Rottenburg-Stuttgart zurück. Am 21. Februar 2001 wurde Kasper von Johannes Paul II. als Kardinaldiakon in das Kardinalskollegium aufgenommen. Im gleichen Jahr, am 3. März, ernannte Johannes Paul II. ihn zum Präsidenten des für die Ökumene-Fragen und für die religiösen Beziehungen zum Judentum zuständigen Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Am 21. April 2005 wurde er von Papst Benedikt XVI. in seinem Amt bestätigt und am 21. Februar 2011 unter Beibehaltung seiner pro hac vice zur Titelkirche erklärten Titeldiakonie in den Rang eines Kardinalspriesters erhoben. Kardinal Kasper ist Mitglied der Glaubenskongregation, der Kongregation für die orientalischen Kirchen, der Apostolischen Signatur, des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte und des Päpstlichen Rates für die Kultur. Am 1. Juli 2010 nahm Papst Benedikt XVI. sein aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch vom Amt des Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen – nach zweimaliger Ablehnung 2008 und 2009 – an.

Kleindienst, Eugen, Dr.

*1952 in Reisenburg

Studium der Theologie in Augsburg. 1978 zum Priester geweiht. Danach wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Karl Forster. Anschließend langjähriger Sekretär und späterer Generalvikar des Bischofs von Augsburg. Ab 1993 Finanzdirektor und Bischofsvikar. Seit 2003Geistlicher Botschaftsrat an der Botschaft der Bundesrepublik beim Heiligen Stuhl. Dort ist Kleindienst Ansprechpartner in allen kirchlichen und theologischen Angelegenheiten.

Kolfhaus, Florian, Dr.

*1974 in Regensburg

Der Priester der Diözese Regensburg ist seit 2006 im diplomatischen Dienst des Hl. Stuhls.Er war Nuntiatursekretär in Kolumbien und an der Ständigen Vertretung beim Europarat in Straßburg und arbeitet zurzeit in Sektion 2 des Päpstlichen Staatssekretariats, der Abteilung für die Beziehungen zu den Staaten.

König, Winfried, Dr.

*1956

Seit Mai 2008Leiter der deutschsprachigen Abteilung der Sektion allgemeine Angelegenheiten im Staatssekretariat des Vatikans. Promovierter Naturwissenschaftler. Von 1988 bis 1993 wissenschaftlicher Angestellter der Universität Hamburg. Anschließend folgte ein Theologiestudium in Rom und 2001 die Priesterweihe in Köln. Im September 2002 wechselte der damalige Kaplan an die deutschsprachige Abteilung im Staatssekretariat des Vatikans.

Lautenbacher, Hans

*1955 in Benediktbeuern

Seit August 2011 ist der ehemalige Hochschulgeistliche, Priesterseelsorger und Superior der Jesuitenkommunität in Göttingen Rektor des »Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum«, einer kirchlichen Ausbildungs- und Begegnungsstätte für knapp 80 Theologiestudenten und Priester aus insgesamt 43 Diözesen in Mittel- und Osteuropa in Rom.

Lautenbacher führte nach dem frühen Tod des Vaters viele Jahre – in Vertretung des jüngeren Bruders – den traditionsreichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb (Bio-Hof) im oberbayerischen Kochel am See. 1987 Begabtenabitur. 1988 trat er, angeregt durch eine Begegnung mit dem Zen-Lehrer und Jesuiten Hugo Enomiya-Lassalle der Gesellschaft Jesu bei und wurde 1996 in München von Friedrich Kardinal Wetter zum Priester geweiht. Nach Studien in München (Philosophie) und Innsbruck (Theologie) war er überwiegend in der Seelsorge tätig: von 1996 bis 1999 in St. Kunigund in Nürnberg, von 2000 bis 2005 in St. Alfons in Aachen, wo er die Jesuitenkirche zu einem Aktionsraum für Religion und Kunst öffnete. Von 2005 bis 2011 lebte er in Göttingen, wo er die Aufgabe der Männer- und Priesterseelsorge in der Diözese Hildesheim und seit 2009 die Studentenseelsorge in der KHG Göttingen übernommen hatte.

Müller, Gerhard Ludwig

*31. Dezember 1947 in Mainz-Finthen

Bild 9: Ludwig Gerhard Müller

Seit Juli 2012Erzbischof und Präfekt der Glaubenskongregation. Vorher ab 1. Oktober 2002 Bischof von Regensburg. Müller studierte Philosophie und Katholische Theologie in Mainz, München und Freiburg. 1977 promovierte er bei Karl Lehmann über Dietrich Bonhoeffer. Am 11. Februar 1978 wurde Müller durch Hermann Kardinal Volk zum Priester geweiht. 1985 habilitierte er sich, erneut bei Karl Lehmann, über die Gemeinschaft und Verehrung der Heiligen. 1986 erhielt Müller einen Ruf an den Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität in München, an der er heute noch Honorarprofessor ist. Unter seinen mittlerweile über 400 wissenschaftlichen Publikationen ist seine Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis der Theologie die bekannteste. Müller hatte Gastprofessuren in Madrid, Santiago de Compostela, Cuzco, Rom, Philadelphia, Kerala, Salamanca, Lugano sowie São Paulo. Im Jahr 1999 war er bei der vatikanischen Europasynode und im Jahr 2001