Wie heute predigen? -  - E-Book

Wie heute predigen? E-Book

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Beschreibung

Das rechte Wort zur rechten Zeit (und zur rechten Situation) zu finden, das ist eine zentrale Herausforderung für jeden und jede, die verkündigen. Predigen ist daher nicht nur eine Begabung, sondern auch eine Kunst, die es zu erlernen gilt. Aus diesem Grund haben sich jene Personen, die in Österreich mit der Ausbildung zur Predigt betraut sind, getroffen, um Einblick in ihre Predigtwerkstatt zu geben. Das Buch versammelt die unterschiedlichsten Zugänge zum Verkündigungsgeschehen. Wie kann man mit der Bibel kreativ umgehen in der Predigt? Welchen Einfluss haben die HörerInnen auf die Predigt selbst? Zwischen Rhetorik und Kirchenraum, Geschlechtersensibilität und Ereignischarakter bewegen sich die wissenschaftlichen Beiträge der zehn österreichischen HomiletikerInnen.

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Seitenzahl: 314

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Maria Elisabeth Aigner ·

Johann Pock ·

Hildegard Wustmans (Hg.)

Wie heutepredigen?

Einblicke indie Predigtwerkstatt

Gefördert durch den bischöflichen Fonds

an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über ‹http://dnb.d-nb.de› abrufbar.

1. Auflage 2014

© 2014 Echter Verlag GmbH, Würzburg

www.echter-verlag.de

Umschlag: Hain-Team, Bad Zwischenahn (www.hain-team.de)

Coverfoto: stock-photo

Druck und Bindung: CPI – Clausen & Bosse, Leck

ISBN 978-3-429-03711-6

ISBN 978-3-429-04756-6 (PDF)

ISBN 978-3-429-06170-8 (ePub

Inhalt

Vor-Wort

Grundlegungen

Maria Elisabeth Aigner / Johann Pock / Hildegard Wustmans

Wie heute predigen? Wort-Verkündigung und ihre Herausforderungen heute

Wort im Kontext

Johann Pock

Die Freude der Verkündigung. Predigt und Emotion

Anna Findl-Ludescher

Raum bereiten für die Begegnung mit dem Evangelium: Überlegungen zu einer geschlechtersensiblen Verkündigung

Friedrich Schleinzer

Trauungspredigt – ein Praxisbericht

Bibel-Worte

Maria Elisabeth Aigner

(Wort)reiche Entdeckungen – Bibliolog als gemeinschaftliche Form der Verkündigung

Hans Hütter

Bibelgespräch und Predigt

Wort und Form

Ewald Huscava

Die Predigt im kreativen Dialog mit der klassischen Rhetorik – ein inspirierendes Lernfeld

Veit Neumann

Befreiung aus dem Dasein als Mauerblümchen der Predigt. Die Floskel: Sprachwerkzeug zwischen Kreativität und Identität

Mehr als Worte

Hildegard Wustmans

Predigen und die Kunst der Präsentation

Elke Langhammer

Predigen und Kirchenraum

Christian Bauer

Predigt als Ereignis? Anmerkungen zum theologischen Nicht-Ort eines Sprechaktes

Liste der AutorInnen

Anmerkungen

Vor-Wort

In der Verkündigung geht es um die Rede von Gott. Sprache schafft Wirklichkeit. Was bedeutet beides für jene, denen die Verantwortung zukommt, zu verkündigen? Und welchen Herausforderungen stehen diejenigen gegenüber, die für die Ausbildung jener zuständig sind, die diesen Dienst verrichten?

Die richtigen Worte in eine bestimmte Situation hinein zu sprechen ist risikoreich und kann scheitern. Sie überhaupt zu finden, sie zum Ausdruck zu bringen und sich dabei ganz auszusetzen, ist die zentrale Aufgabe für jeden und jede, der/die verkündigt. Predigen kommt deshalb nicht nur einer Begabung gleich, sondern ist vor allem eine Kunst, die es zu erlernen gilt.

Die AutorInnen des vorliegenden Buches sind in Österreich in der homiletischen Ausbildung tätig, teilweise an Universitätsinstituten, teilweise in der praktischen Ausbildung in den Diözesen. Dies spiegelt die Anforderungen und Zuständigkeiten in der homiletischen Ausbildung wider: Homiletik ist einerseits ein für FachtheologInnen verpflichtendes Fach, andererseits gehört das Absolvieren einer homiletischen Ausbildung in den meisten Diözesen zu den Anstellungsbedingungen. Dieses spezifische Zueinander von Theorie und Praxis aber ist für die Predigtausbildung konstitutiv. Die Predigt ist jener Ort, wo theologisches Wissen und biografische Existenz unmittelbar und direkt aufeinandertreffen und wo sichtbar wird, ob diese Konfrontation sich kreativ und befreiend gestalten lässt oder nicht.

Die AutorInnen der Beiträge in diesem Band geben Einblick in ihre je eigenen „Predigtwerkstätten“, die sich an den jeweiligen Arbeitsstätten sehr unterschiedlich und in einer speziellen Buntheit zeigen. Es handelt sich dabei um Erprobtes und Bewährtes, aber auch um erste tastende Versuche neuer Formen, Gestalten und Ausdrucksweisen von Verkündigung. Die Texte richten sich sowohl an die „PraktikerInnen“ als auch an jene, die sich theoretisch sowie in diversen Ausbildungssettings mit homiletischen Fragen bzw. Predigt und Verkündigung auseinandersetzen.

Der rote Faden, der sich durch die Buntheit der Beiträge zieht, ist das „Wort“. Es lässt den Leser/die Leserin dort einsteigen, wo das Interesse an der jeweiligen Wort-Gestalt am größten ist. Wort im Kontext thematisiert die Freude und Lust am Predigen, lenkt den Blick auf die geschlechtersensible Verkündigung und gibt anhand einer Trauungspredigt einen direkten Einblick in die Praxis. Die Rubrik der Bibel-Worte geht einerseits der Frage nach, welche Bedeutung das Bibelgespräch für die Predigt hat und stellt andererseits eine noch ganz neue und ungewöhnliche Form der „gemeinschaftlichen Textauslegung“ – den Bibliolog – vor. Wie Wort und Form zusammenspielen, wird anhand eines kreativen Dialogs zwischen Predigt und klassischer Rhetorik sowie an der „Floskel als Sprachwerkzeug zwischen Kreativität und Identität“ aufgezeigt. Dass Predigt und Verkündigung weit über das reine Wort hinausgehen, verdeutlicht schließlich der letzte Teil des Buches, in dem es um Mehr als Worte geht. Die „Kunst der Präsentation“, der „Kirchenraum, in dem verkündigt wird“ und die „Predigt als Ereignis“ zeigen die vielschichtigen symbolischen Ordnungen auf, die in Zusammenhang mit der Rede von Gott unmittelbar wirksam werden.

Die Idee zu diesem Buch ist im Rahmen der seit mehreren Jahren stattfindenden Treffen der HomiletikerInnen in Österreich entstanden. Wie denn heutzutage angesichts der vielfältigen gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen überhaupt noch gepredigt werden kann ist eine Frage, welche die AutorInnen selbst umtreibt und zum Austausch angeregt hat. Einige erste Überlegungen dazu präsentieren sie in diesem Buch, indem sie einen Einblick in ihre Werkstatt gewähren. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei den in der Homiletik tätigen KollegInnen bedanken, dass sie sich mit Engagement und Kreativität auf diesen Versuch eingelassen haben. Bedanken möchten wir uns auch bei den MitarbeiterInnen am Institut für Praktische Theologie in Wien, Monika Mannsbarth und Benedikt Collinet, für die sorgfältige Lektoratsarbeit.

Ein Dank gilt auch der Bischöflichen Förderung der Katholisch-Theologischen Universität Linz für ihre finanzielle Unterstützung.

Schließlich wünschen wir Ihnen, liebe Leserin/lieber Leser, viel Vergnügen bei der Wort-Lektüre. Möge sie ihren Wahrnehmungshorizont auf das so sensible und prekäre Verkündigungsgeschehen erweitern und vertiefen und die Sehnsucht nach jenem Wort schüren, das befreit.

Maria Elisabeth Aigner / Hildegard Wustmans / Johann Pock

Graz/Linz/Wien, Februar 2014

Grundlegungen

Wie heute predigen?

Wort-Verkündigung und ihre Herausforderungen heute

Maria Elisabeth Aigner / Johann Pock / Hildegard Wustmans

„Mit Lissa in der Kirche. Konnte nicht beten. Die feierliche Amtssprache der Kirche klang fremd. Kunstgewerbevokabular. Glauben die Frommen, Gott höre sie nur, wenn sie beten, er habe keine Ahnung von den Worten, die sie sonst denken und sagen? Man kann sich nicht vorstellen, dass der Pfarrer erlebt hat, was er in der Predigt erzählt. Mein Leben ist in der Gebetssprache nicht mehr unterzubringen. Ich kann mich nicht mehr so verrenken. Ich habe Gott mit diesen Formeln geerbt, aber jetzt verliere ich ihn durch diese Formeln. Man macht einen magischen Geheimrat aus ihm, dessen verschrobenen Sprachgebrauch man annimmt, weil Gott ja von gestern ist.“1

Martin Walser bringt es mit seinem bereits 1960 verfassten Text auf den Punkt: Die Sprache des Pfarrers erreicht die Menschen nicht, sie ist eine andere Sprache, eine, die nicht mehr verstanden wird.

Da wird gefeiert und geredet mit dem Anspruch, Gott zu verkündigen – doch wenn betrifft es? Glaube und Leben fallen auseinander, ja schlimmer noch: durch diese formelhafte Sprache wird Gott verloren.

Verkündigung ist etwas sehr Vielschichtiges. Sie ist ganzheitlich formatiert: durch die eigene Existenz, durch das persönliche Zeugnis – und eben auch durch Worte des Glaubens und über den Glauben, die den Menschen hier und heute etwas zu sagen versuchen. Verkündigung geschieht im Kontext der Predigt im Wesentlichen durch Worte über „das Wort“, den „Logos“, das fleischgewordene Wort Gottes.

Nicht erst seit dem expliziten Auftrag zur Evangelisierung durch Papst Franziskus2 gehört die Verkündigung zu den fundamentalsten Aufgaben der Kirche. So definieren die österreichischen Bischöfe in einer Handreichung von 2012:

Evangelisierung „bedeutet die Verkündigung des Evangeliums, sei es durch das Lebenszeugnis, durch entsprechende Haltungen, durch Taten, Worte … Wo das Evangelium schon angekommen ist, mag es sinnvoll und angemessen sein, seine lebensrelevante Bedeutung wieder einmal aufzufrischen. Dies kann man neue Evangelisierung bzw. Neuevangelisierung nennen.“3

Unter Verkündigung „soll die explizite Weitergabe des Glaubens verstanden werden, die innerhalb der Gemeinschaft der Kirche mit ihrem ganzen Leben eng zusammenhängt, besonders aber mit dem Gottesdienst (Liturgie) und der Liebe zum Nächsten (Caritas).“ Katechese ist schließlich „ein Teilbereich der Verkündigung. Sie spricht Menschen an, die bereits eine Grundentscheidung für den Glauben getroffen haben, und eröffnet ein Verständnis für die Inhalte des Glaubens.“4

Verkündigen heißt „Zeugnis geben“ und stellt die Verkündigenden selbst unter einen sehr hohen Anspruch. Ihre Sprache wird einer Feuerprobe ausgesetzt: Handelt es sich um leere Worthülsen oder um Worte, deren Sinn und Bedeutung eine Kraft beinhaltet, die das Leben fördert und befreit?

1.Globale Herausforderungen für die Predigt

In der Predigtausbildung hat sich das Wort von der „homiletischen Großwetterlage“ eingebürgert: Es meint, dass die Predigt nicht nur auf die spezifischen Erfordernisse einer Gemeinde Rücksicht zu nehmen hat, sondern auch auf jene gesellschaftlichen, politischen, kulturellen, religiösen Entwicklungen, die einer ganzen Gesellschaft gemein sind – und die auch Auswirkungen auf die einzelnen Gemeinden haben.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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