Wie Traumata in die nächste Generation wirken - Udo Baer - E-Book

Wie Traumata in die nächste Generation wirken E-Book

Udo Baer

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Beschreibung

Meinhaftigkeit, Einhausen, Resonanz das sind Begriffe Kreativer Leibtherapie, die in diesem Buch erläutert werden. Sie haben für die therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen große Bedeutung. "Endlich ist es da, d a s Lehrbuch für Kreative Leibtherapie! […] Therapeut/innen Traumatisierte Menschen haben oft alle psychische Kraft dazu verwendet, ihre Erfahrungen, Kriegstraumata und sexuelle Gewalterfahrungen, in sicheinzukapseln und vor sich und den anderen zu verstecken - und sie schweigen. Oder sie wollen andere nicht belasten - und sie schweigen. Eltern werden so gegenüber ihren Kindern zu Botschaftern des Schweigens. Auch wenn dies menschliche und verständliche, oftmals fürsorgliche Bewältigungsstrategien des Schreckens sind, so sorgt gerade das Schweigen dafür, dass die Traumata an die nächsten Generationen mit nachhaltigen Folgen weitergegeben werden. Wie dieser Prozess wirkt und woran sich die Traumweitergabe zeigen kann, beschreibt das Autorenpaar ebenso wie die möglichen therapeutischen Hilfen.Zahlreiche Interviews mit Betroffenen der zweiten Generation sowie die Auswertung langjähriger therapeutischer Erfahrungen machen dieses Buch zu einer wertvollen Hilfe für Therapeut/innen und andere professionelle Fachkräfte.

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SEMNOS LEHRBUCH

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www.semnos.de

Baer, Udo

Frick-Baer, Gabriele

Wie Traumata in die nächste Generation wirken

Neukirchen-Vluyn:

Semnos Verlag 2012

epub-ISBN 978-3-934933-44-6

© 2012 Semnos Verlag, Neukirchen-Vluyn

Alle Rechte vorbehalten

Lektorat: Andrea Hahn

Satz: TRITUM GmbH, Jena

Umschlaggestaltung: Christin Ursprung, Berlin

Titelfoto: Simbär / photocase.com

eBook-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheimwww.brocom.de

SEMNOS LEHRBUCH

Udo Baer, Gabriele Frick-Baer

Wie Traumata in die nächste

Generation wirken

Untersuchungen, Erfahrungen,

therapeutische Hilfen

SEMNOS

Udo Baer (Neukirchen-Vluyn – Jg. 1949)

Dr. phil., Dipl. Pädagoge, Kreativer Leibtherapeut, Heilpraktiker für Psychotherapie, Mitbegründer, Geschäftsführer und Gesamt-Ausbildungsleiter der Zukunftswerkstatt therapie kreativ, Vorsitzender der Stiftung Würde, wissenschaftlicher Leiter des Institut für Gerontopsychiatrie (IGP) und des Kompetenzzentrums für Kinder und Jugendliche (KKJ), Autor.

Gabriele Frick-Baer (Neukirchen-Vluyn – Jg. 1952)

Diplom Pädagogin, Kreative Leibtherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Kreative Traumatherapeutin, Autorin, therapeutische Leiterin der Zukunftswerkstatt therapie kreativ.

Inhalt

1    Von der Erschütterung und Neugier zum Forschungsprojekt

2    Was Therapeut/innen über Traumata wissen müssen

3    Die erste und die zweite Generation: Gemeinsamkeiten

3.1     Das Leiden und das Posttraumatische Stresssyndrom

3.2     Flashbacks

3.3     Erregung

3.4     Vermeidungsverhalten

3.5     Emotionale Abflachung, Ängste und Ängstlichkeit

3.6     Wie erklären sich Gemeinsamkeiten?: Spiegelneuronen und Resonanz

4    Leiden, ohne wissen zu können, warum: die vier Leeren der zweiten Generation

4.1     Schrecken ohne Worte – das große Schweigen

4.2     Verluste ohne Trauer

4.3     Schmerz ohne Trost

4.4     Die psychische Leere und das schwarze Loch

5    Zweite Generation: Leerstellen in Identität und Bindung

5.1     Risse in der Selbstverständlichkeit

5.2     Unstimmigkeiten: Von den zwei Heimaten bis zum „Was stimmt?“

5.3     Die transtraumatogene Bindungsstörung

6    … und viele andere Folgen

6.1     Geringes Selbstwertgefühl – trotz Erfolg

6.2     Leistung, Leistung, Leistung

6.3     „Unten bleiben“ oder „drüber weg“

6.4     Relativierung der eigenen Probleme

6.5     Riesenlast

6.6     Fokussieren und Vermeiden

6.7     Konfliktscheu

6.8     Aggressivität und Gewalttätigkeit

6.9     Abwertung

6.10   Scham- und Schuldgefühle

6.11   Parenting, Überforderung und „Retten wollen“

6.12   Kontrolle und Zwangsnormalität

6.13   Sich ausgeschlossen fühlen

6.14   Desorganisiert oder überorganisiert

6.15   Extreme Identifikationsfähigkeit

6.16   Zeitkollaps

6.17   Abgrund

6.18   Fürsorge und Solidarität

7    Anhaltspunkte in der Therapie: Was die Atmosphäre erzählt …

8    Wie helfen?

8.1     Essentials therapeutischer Arbeit mit transgenerativen Traumata

8.2     Praxisbeispiele

8.2.1    Der Todesstreifen

8.2.2    Schattenbewegung

8.2.3    Der volle Rucksack

8.2.4    „The next generation” und „The last generation”

8.2.5    Wie klingt Leere?

8.2.6    Wer aufgibt, versinkt!

8.2.7    Die schwarzen Kissen und das schwarze Loch

8.2.8    Der Stoff, aus dem die Trauer ist

8.2.9    Zwischen strotzender Kraft und maßloser Schwäche

8.2.10  Der Dreh

8.3     Nachklänge

Literatur

1Von der Erschütterung und Neugier zum Forschungsprojekt

Ella D. – ihr Name ist wie alle anderen in diesem Buch verändert – zeigte alle Symptome eines Posttraumatischen Stresssyndroms. Sie wurde von Bildern sexueller Gewalt heimgesucht, sie begegnete sich und ihrer Welt mit hoher Anspannung und dauerhaft erhöhter Erregung, sie war ängstlich und wagte kaum, ihren eigenen Gefühlen zu lauschen, geschweige denn, sie zu zeigen, und vermied Situationen, vor und in denen sie Angst hatte oder das Aufkommen von Angst befürchtete. Während einer Verhaltenstherapie probierte sie zahlreiche Verhaltensänderungen aus, meisterte manche Alltagssituationen besser, scheiterte aber in der Bewältigung ihrer als existenziell erlebten inneren Ängste. Diese Ängste und die Anspannung blieben oder kehrten nach kurzer Zeit wieder zurück und hatten bedeutsame Auswirkungen auf ihr Leben. Innerhalb einer leiborientierten tiefenpsychologisch fundierten Therapie fand sie den für sie geeigneten Rahmen und Boden, ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstsicherheit zu entwickeln und zu erhöhen und ihre Grundspannung zu vermindern. Aber auch wenn es ihr besser ging: Die alten Bilder kamen immer wieder und die Ängste lauerten weiterhin zumindest unter der Oberfläche. Sie und ihre Therapeutin gingen gemeinsam auf die Suche, ob eine Erfahrung sexueller Gewalt vorlag, so offensichtlich waren die Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung, also einer chronifizierten Folge einer traumatischen Erfahrung. Doch sie gingen mit ihrer Suche ins Leere, es fanden sich keine Hinweise auf eine biografische Quelle der Phänomene, unter denen Ella D. litt. Die Therapie stockte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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