Wo Der Wind Verweilt - Paul-Bernhard Berghorn - E-Book

Wo Der Wind Verweilt E-Book

Paul-Bernhard Berghorn

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Beschreibung

Zum 500. Geburtstag Brasiliens im Jahr 2000 haben der Lyriker Paul-Bernhard Berghorn und die Malerin Jaciara Ferreira ihr ganz persönliches Geschenk an dieses Land kreiert. Es ist eine kompromisslos-individuelle Sichtweise auf dieses überaus vielfältige, variantenreiche Land, das schon fast die Grösse eines Kontinentes darstellt, bedenkt man, dass Europa fast zwei Mal dort Platz findet! In den Gedichten wird die Sichtweise des Dichters deutlich, die die Widersprüche und Verletzungen dieser jungen Nation miteinbeziehen. In seinen, in Prosa gehaltenen Reiseimpressionen schildert Berghorn seine Eindrücke, den Alltag, die feinen Nuancen und kleinen Begebenheiten, die gerade deswegen unvergessen bleiben und so einen Blick in die Seele der dort lebenden Menschen ermöglichen. Brasilien, so die Künstlerin Jaciara Ferreira, sei ihre Farb-Heimat aus der sie ihre Inspiration schöpft. Die Farben der Natur Brasiliens prägen und regen kaskadenartig ihre Fantasie an. Durch diese sehr subjektive Sichtweise der beiden Künstler wird so eine Perspektive, eine Tonart auf diesen fast Kontinent gelenkt, die kein Reiseführer vermitteln kann, da das scheinbar "unwichtige" der Schlüssel zum Verständnis von "Land und Leuten" wird. Die hier hier vorliegende Auflage ist eine erweiterte Ausgabe und wurde von der Malerin um einige bildnerische Arbeiten ergänzt.

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Seitenzahl: 50

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Brasilien-Gedichte

Zeichnungen, Aquarelle

von

Jaciara Ferreira

Sonderdruck

zum 500. Aniversario

Brasilien 1500 – 2000

Artepura - Puraarte Verlag Zürich

INHALT

Gedichte

Saudade

In Brasilien

Image

Bahiana

Gemälde:Bahiana,Acryl auf Leinwand, 2013

Beija Flor

Aquarell:Image, 1997

Sandkorn

Die Sterne von Bahia

Beleza Morena

Stiftzeichnung:Beleza Morena,1997

Corcovado

Ohne Namen

Stiftzeichnung:Träumende,1997

Jaciaras Meer

Dauerhafter Zustand

Stiftzeichnung:Atem des Augenblicks,1997

Atem des Augenblicks

Beobachtung

Schönheit

Gemälde:Sombra de Mulher / Schatten der Frau,Öl auf Holz, 2003

Denkmal Stefan Zweigs in Salvador da Bahia

Gemälde:Palhaco/ Harlekin,Acryl auf Leinwand, 2005

Prosa

Brasilianische Variationen in Dur und Moll

Wie ich zu Brasilien kam

Gemälde:Brasilien,Acryl auf Leinwand, 2013

Jahreswechsel in Rio de Janeiro

Eindrücke einer Brasilienreise

Stiftzeichnung:Kolibri,1997

Brief aus Bahia

Über das Buch

Zum 500. Geburtstag Brasiliens, 1500 – 2000, haben der Lyriker Paul-Bernhard Berghorn und die Malerin Jaciara Ferreira ihr ganz persönliches „Geschenk“ an dieses Land kreiert.

Es ist eine kompromisslos-individuelle Sichtweise auf dieses überaus vielfältige, variantenreiche Land, das schon fast die Grösse eines Kontinentes darstellt, bedenkt man, dass Europa fast zwei Mal dort Platz findet...–

In den Gedichten wird die Sichtweise des Dichters deutlich, die die Widersprüche und Verletzungen dieser jungen Nation miteinbeziehen.

In seinen Reiseimpressionen schildert Berghorn seine Eindrücke, den Alltag, die feinen Nuancen und kleinen Begebenheiten, die gerade deswegen unvergessen bleiben und so einen Blick in die Seele der dort lebenden Menschen ermöglichen.

Brasilien, so die Künstlerin Jaciara Ferreira, sei ihre „Farb-Heimat“ aus der sie ihre Inspiration schöpft. Die Farben der Natur Brasiliens prägen und regen kaskadenartig ihre Fantasie an.

Durch diese sehr subjektive Sichtweise der beiden Künstler wird so eine Perspektive, eine Tonart auf diesen fast Kontinent gelenkt, die kein Reiseführer vermitteln kann, da das scheinbar „unwichtige“ der Schlüssel zum Verständnis von „Land und Leuten“ wird.

Die hier hier vorliegende Auflage ist eine erweiterte Ausgabe und wurde von der Malerin um einige bildnerische Arbeiten ergänzt.

Der Autor

Paul - Bernhard Berghorn (1957, D) wuchs in einer Musikerfamilie auf. Nach dem Studium in Köln wechselte er seinen Wohnort an den Zürichsee, wo er im dortigen Epilepsie-Zentrum arbeitet. Er ist bekannt als pointierter Aphoristiker, sensibler Lyriker und kenntnisreicher, geschliffen formulierender Essayist. Zu seiner Prosa gehören (phantastische) Erzählungen, Reiseimpressionen, Satiren, Glossen sowie Fachbücher (Skizzen zur Poesie / Geschichte der Epilepsie). Berghorn ist freier Mitarbeiter bei Literaturzeitschriften und war Präsident der Schweizer Lyrischen Gesellschaft PRO LYRICA. Seine Texte zeichnen sich u.a durch distanzierte Ironie und gleichzeitigem differenziertem Einfühlungsvermögen aus, in denen sein musikalischer Hintergrund subtil spürbar wird.

Seine Themen sind neben Zeitaktuellem u.a.: Musik, Stille und die unausweichliche Kreatürlichkeit des Menschen.

Die Künstlerin

Jaciara Ferreira (1970, Brasilien) absolvierte die Ausbildung als Lehrerin und Kunsterzieherin.

Sie war mehre Jahre als Plakatmalerin und Illustratorin tätig, bevor sie als Ausbilderin im kreativen Bereich mit Strassenkindern arbeitete. 1997 wurde sie zum ersten Mal nach Europa eingeladen, wo sie verschiedenste Ausstellungen hatte. Seit 2001 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Zürich und in Brasilien. Inspiriert wird die Malerin durch die Farben ihres Heimatlandes, welches sie als ihre „Farb-Heimat“ bezeichnet und z.B. in ihrem Katalog Bilder & Zeichnungen 1997-2013 eindrücklich zeigt.

Der Seemann wird inmitten des Sturmes erkannt.

Brasilianisches Sprichwort

Wer Brasilien wirklich zu erleben weiss, der hat Schönheit für sein halbes Leben gesehen.

Stefan Zweig

Bis der junge Morgen kommt und dir offenbart die Blumen des Vorabends.

Jao Vabral de Melo Neto

SAUDADE -SEHNSUCHT

Dort, wo der Wind verweilt

Reist meine Sehnsucht hin:

An die fallenden Wasser Iguacus

Wo zerstäubendes Weiss

Schillernd färbt den weiten, ungezähmten Raum,

Zwischen lichtspielenden Sanddünen

Die an Ufern schweigen

Wo Yemanja Verse zu den Sternen flüstert

Verehrt von schwarzen Frauen

Die kraftvoll, sonnengleich

Das Leben leben.

Foz do Iguaçu: mit die grössten Wasserfälle der Erde, im Süden Brasiliens gelegen, an der Grenze zu Argentinien

Yemanja: im Candomblé Göttin des Meeres

Candomblé: eine Form der afro-brasilianischen Kult-Religion

IN BRASILIEN

Dein Herz trägt keine Schatten –

Formst Leben jenseits aller Konventionen

Verschwenderisch die Fantasien

Die stets ideenreich mit neuen Rhythmen spielen:

Tanzt selbst imSchlaf noch deine Seele Samba

Schlägt der Liebe Trommel ihren Takt.

Zeigst dich unbefangen wie du bist

Grossherzig wer als Fremder kommt

Gelassen balancierend im Chaos Politik

Harmonisch selbst in Dissonanzen

Und unheilbar hoffnungsvoll

Trotz deiner Narben

Die mächtig Fremde dir ins Fleisch geschnitten.

So schenkst du Leben und der Welt

Die seltene Kraft: Vergessen.

Brasilien, 1995/96

IMAGE

Du hast mich berührt mit der Hand deiner Musik

Worte geflüstert

In die verglimmende Nacht.

Ein flüchtiger Tanz

Ein streichelndes Spiel

Von Haut und Lippen

Von Augenpaaren,

Ein Augenblick

Wie hingeworfen –

Nicht endendes Echo.

BAHIANA

Den weissen Rock gerafft

Wiegt leicht ihr Schritt

Auf kolonialer Avenida,

Glänzen schwarze Schultern

In heissen Tagesstunden,

Den roten Kanga

Stolz, nach ungezählter Jahre Sitte

Um den eindrucksvollen Kopf geschwungen,

Trägt sie mit Würde das Gewand

Aus frühen Tagen dieses Landes.

Mit Magie und sinnenfroher Fantasie

Lebt Afrika verwandelt neu auf Vespucis Kontinent

Des Erbe sich bewusst:

Der Ketten in die ihr Volk gezwungen –

Mit praller Lebenswille

Formt sie den Augenblick zur Weltsekunde

Ist Symbol gleich der Freiheit der Gezeiten

Die sie kennt auch ohne Alphabet

Und flirrend grünen Monitoren,

Vertreibt sie schnell die Schatten

Die der Äquator Leben wirft.

Salvador do Bahia, Brasilien, Januar 1996

BEIJA-FLOR / BLUMENKÜSSER

Blumen –

Mund der Venus

Flüchtig-sinnlich

Lebt von ihrem Kuss

Der kleine, schwirrende Kolibri

Der nicht endend wird verführt

Rastlos wechselt

Von Kelch zu Kelch

Umschmeichelt von der Gunst der Farben –

Anders als der Adler der in mächtigen Wappen thront

Als der Condor der mit weiten Schwingen lautlos herrscht

Tanzen Samba-Schulen

Den Rhythmus deines schnellen Flügelschlages

Schwindelnd und gewiss:

Das dein Kuss irrt nie.

In Brasilien wird der Kolibri Blumenküsser genannt

SANDKORN

Unsere Körper

Bedeckt von mondvoller Nacht

Sprachen das Atmende dieser Stunde

Die bald schon

Weggespült von den Fluten des schnellen

TagesstundenFast wie nie gewesen.

Und doch –

Gefunden ein Sandkorn des Glücks.

DIE STERNE VON BAHIA

Die Sterne von Bahia

Sind Augenpaaren

In denen Palmen schläfrig wiegen.

Sie sind das Kind

Das schwarz und elternlos