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Die erste gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund Stefan! Angela kann ihr Glück kaum fassen. Doch schnell kehrt der Alltag ein und Angela lernt Seiten an Stefan kennen, die sie bisher nicht kannte. Zwischen den beiden beginnt es immer mehr zu kriseln. Als sie Stefan eines Tages mit einer anderen im Bett erwischt, bricht für Angela eine Welt zusammen. Zum Glück gibt es ihre beste Freundin Barbara – und Oliver. Eigentlich will Angela mit ihm Stefan eifersüchtig machen, aber diesen Plan gibt sie schnell wieder auf …
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Seitenzahl: 148
Veröffentlichungsjahr: 2016
Lena Mayfeld
Kurzroman
So ähnlich musste sich ein Kopf anfühlen, über den ein ganzer Bienenschwarm hergefallen war.
Angela Lüttgen hatte den ganzen Tag über dem Abend entgegengefiebert. Endlich war es so weit. Kurz vor sieben. Hoffentlich kam Stefan gleich. Sie konnte die Neuigkeit einfach keine Minute länger für sich behalten.
Wie lange hatten Stefan und sie sich auf diesen Tag gefreut! Und ausgerechnet heute war er unpünktlich! Wo blieb er bloß?
Der Wein, den sie vor einer halben Stunde entkorkt hatte, wurde bestimmt schon warm, und die Kerze war auch schon halb heruntergebrannt.
»Stefan, bitte komm doch endlich!«, murmelte Angela und warf noch einmal einen kritischen Blick in den Spiegel. Das Make-up war perfekt, ihre dunklen Haare, die sie heute beim Friseur zu einem flotten Pagenkopf hatte schneiden lassen, betonten ihr hübsches Gesicht mit den rehbraunen Augen. Auf ihre leicht gebräunte Haut hatte sie nur ein bisschen Rouge aufgetragen – sonst nichts.
Vielleicht sollte ich das Lipgloss noch einmal erneuern?, überlegte Angela, doch in diesem Moment ertönte das heißersehnte Klingeln.
Stefan! Endlich!
So schnell sie konnte, rannte sie zur Haustür. »Da bist du ja!«, rief sie strahlend. »Heute wäre ich beinahe verrückt geworden vor Sehnsucht nach dir!«
Stefan lachte. »Das hört man gern! Aber darf ich vielleicht erst einmal hereinkommen?«
Angela nickte und zog ihn mit sich in ihr Zimmer. »Mach die Augen zu«, bat sie. »Und versprich mir, sie erst wieder aufzumachen, wenn ich es dir sage.«
»Nanu, ist heute etwas Besonderes?« Stefan warf ihr einen fragenden Blick zu. »Habe ich etwa deinen Geburtstag vergessen?«
»Du hast gar nichts vergessen.« Angela schlang beide Arme um den Hals ihres Freundes und gab ihm einen zärtlichen Kuss. »Aber es ist etwas geschehen, was dir bestimmt den Atem verschlagen wird. Lass dich überraschen, ja?«
Stefan zog ihren schlanken Körper noch ein wenig fester an sich. »Wenn die Überraschung genauso ausfällt, wie sie angekündigt wird, kann ich es kaum erwarten.« Nach diesen Worten schloss er die Augen, nahm Angelas Hand und folgte ihr zögernd.
Mitten im Raum blieb Angela stehen, dreht ihn in die richtige Position und forderte ihn auf, die Augen wieder zu öffnen.
»Wow! Für wen hast du denn dieses Fest arrangiert?«
»Du stellst vielleicht blöde Fragen!« Angela schüttelte lachend den Kopf. »Für dich … nein, für uns natürlich.«
»Irgendwie scheine ich heute total danebenzuliegen.« Er ließ sich seufzend auf Angelas frisch bezogenes Bett fallen und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. »Sag mir doch bitte, was heute geschehen ist.«
Angela setzte sich zu ihm. Sie freute sich schon unbändig auf das Gesicht, das er machen würde, wenn sie ihm jetzt diese tolle Neuigkeit erzählen würde.
»Also, du weißt doch, dass ich in sechs Wochen neunzehn werde.«
»Klar weiß ich das«, erwiderte er. »Aber das kann ja wohl nicht der Grund sein, warum du Wein bei Kerzenlicht auffährst.«
Sie lächelte geheimnisvoll. »Und du weißt auch, dass meiner Tante Annette hier in der Stadt ein Mietshaus gehört.« Diesmal wartete Angela nicht auf eine Antwort, sondern fuhr gleich fort. »Eine dieser Wohnungen wird nächsten Monat frei, und an meinem neunzehnten Geburtstag darf ich dort einziehen.«
So, jetzt war es heraus. Was Stefan wohl dazu sagen würde? Angelas Herz klopfte wie verrückt.
Eine Weile blieb Stefan reglos liegen, auch sein Gesichtsausdruck veränderte sich nicht. Aber dann, ganz plötzlich, drehte er sich zu Angela um, nahm ihr Gesicht in beide Hände und sah sie voller Zärtlichkeit an. »Das ist ja irre, Angela! Du bekommst eine eigene Wohnung. Wahnsinn!« Er küsste sie, und sie schlang beide Arme um seinen Nacken. »Ich kann’s nicht glauben. Immer ungestört … immer Zeit füreinander … niemals mehr Angst haben, dass gleich jemand ins Zimmer kommt … oh, es wird super!«
Angela nickte und schmiegte sich noch enger an ihn. Stefan wollte noch fragen, wie sie ihre Eltern denn so plötzlich herumgekriegt hatte. Noch vor ein paar Wochen waren sie absolut dagegen gewesen, dass ihre Tochter eine eigene Bude bezog. Zu gern hätte er den Grund für ihren Sinneswandel erfahren, aber dafür war ja später auch noch Zeit …
Er las das zärtliche Verlangen in ihren Augen, die Erregung, die sie empfand, und alles andere wurde völlig nebensächlich. Aber das war nichts Neues. Jedes Mal, wenn sie in seinen Armen lag und ihre Berührungen ihn elektrisierten, verblassten Gedanken und Probleme, die ihn eben noch beschäftigt hatten. Alles wurde unwichtig, und es zählten nur noch sie beide.
Voller Leidenschaft erwiderte er Angelas Küsse, ließ sich vom sanften Spiel ihrer Zunge in seinem Mund erregen und schob seine Hände langsam unter ihren Rock, bis er den Rand ihres Slips erreichte.
»Oh, Angie …« Stefans Stimme klang dunkel vor Erregung, als er ihr wenig später fieberhaft die Bluse aufzuknöpfen begann. Dann fühlte er die Seide ihres BHs unter seinen Fingern.
Angela rauschte das Blut in den Ohren, und sie wehrte sich nicht, als er sanft ihre rosigen Knospen mit seinen Lippen umschloss. Im Gegenteil – sie mochte es, wenn seine starken Arme sie hielten und er sie streichelte und küsste wie jetzt. Dann wurde sie willenlos und hatte nur noch einen Wunsch, ganz nah bei ihm zu sein. Sie liebte Stefan ja so sehr! Durch seine Berührungen verstand er es, ihre Erregung bis ins Unerträgliche zu steigern.
Er war der erste Mann in ihrem Leben und bestimmt auch der einzige, da war sich Angela ganz sicher. Sie mochte den Geruch seiner Haut, den Geschmack seines Mundes. Sie liebte es, in seinem Haar zu wühlen, wenn die Leidenschaft sie übermannte. Bei ihm fühlte sie sich ganz frei und ohne Hemmungen, und sie konnte es jedes Mal kaum erwarten, ihn nackt zu spüren.
Stefans Hände und Lippen waren jetzt überall und schienen auf ihrer Haut Tausende von winzigen Flammen zu entzünden.
Als Stefan ihr den Rock auszog und dann das Höschen von den Hüften streifte, war Angelas Verlangen nach seiner Liebe so stark, dass es sie schon fast schmerzte.
»Zieh dich auch aus, Stefan«, bat sie leise mit zitternder Stimme.
Mit bebenden Fingern half sie ihm, die Knöpfe seines Jeanshemdes zu öffnen, dem Hose und Slip folgten.
Stefan stöhnte auf, als Angelas Hände über seinen Körper glitten und sie ihn überall mit ihrer Zunge zu streicheln begann.
Und dann, als er endlich behutsam in sie eindrang, glaubte sie, vor Sehnsucht nach ihm zu vergehen. Sie schloss die Augen und gab sich ganz der Lust hin, die wie glühende Lava in ihr aufstieg. Heiß rann das Blut in ihren Adern und pulsierte in ihren Schläfen. Als sie den Höhepunkt erreichten, war dies, als würden sie in die unendlichen Tiefen des Ozeans eintauchen und in ihnen versinken, um nie wieder ins wirkliche Leben zurückzukehren …
Sie waren eins, und die Erde schien sich um sie zu drehen. Nur noch ihre Liebe zählte.
»Ja, Stefan. O ja, Stefan«, stöhnte Angela. »Halt mich fest. Immer, immer …«
»Ich bin ja bei dir, mein Schatz, mein Engel, mein alles«, erwiderte Stefan mit heiserer Stimme.
Sie ließen die Wellen der Erregung langsam abebben. Stefan hielt sie aber noch zärtlich und sanft im Arm, bis sie die Augen aufschlug und ihn strahlend ansah.
»Mein Stefan«, murmelte sie halblaut.
Er blickte auf ihre leicht geöffneten Lippen und sagte sich wohl zum hundertsten Mal, dass sie in solchen Momenten am bezauberndsten war. »Du bist so schön«, sagte er ein bisschen schüchtern.
Lange lagen Angela und Stefan noch still nebeneinander. Ein jeder genoss die Nähe des anderen.
»Es war wunderschön«, sagte Stefan schließlich. Noch immer schwang das eben Erlebte in seiner Stimme mit.
Angela nickte, und ein glückliches Lächeln lag auf ihrem Gesicht. Als Stefan den Kopf hob und sie ansah, las er in ihren strahlenden Augen das, was auch er empfand: Liebe!
»Ich möchte dich nie mehr verlieren, Stefan«, flüsterte Angela glücklich. »Und in ein paar Wochen können wir immer zusammen sein – Tag und Nacht. Freust du dich auch so wie ich?«
»Ja, und wie!«, entgegnete Stefan und erhob sich. Angela streckte die Hand nach ihm aus. »Wo gehst du hin?«
»Ich hole uns ein Glas Wein. Oder hast du keinen Durst?«
»Aber klar doch! Außerdem müssen wir auf die neue Wohnung anstoßen.«
Mit einem zärtlichen Lächeln reichte Stefan ihr ein paar Augenblicke später ein Glas Weißwein. »Auf uns, mein Schatz! Auf deine Wohnung, oder darf ich unsere sagen?«
»Es wird himmlisch! Mögen wir gemeinsam viele schöne Stunden darin verbringen!«, rief Angela glückstrahlend, während sie ihm übermütig eine Strähne seines zerstrubbelten blonden Haares aus der Stirn strich.
»Also, trinken wir darauf, dass wir uns so richtig in der Wohnung wohlfühlen … und noch viele so schöne Abende wie heute zusammen erleben!«
»Darauf trinke ich gerne mit dir«, flüsterte Angela, und vor lauter Glück hätte sie beinahe angefangen zu weinen.
Für einen Moment herrschte Stille. Jeder träumte in Gedanken vor sich hin. Bis Stefan seine Neugier nicht länger bezähmen konnte.
»Aber eines möchte ich doch wissen«, begann er.
»Ja, was denn?«
»Wie hast du deine Eltern eigentlich dazu gebracht, dass du ausziehen darfst?«
»Ach, das war gar nicht so schwer«, lächelte sie versonnen. »Ich habe ihnen immer wieder gesagt, wie sehr ich dich liebe und dass ich ohne dich nicht mehr leben kann. Schließlich haben sie resigniert und gemeint, dann sollten wir uns eben eine eigene Wohnung suchen. Als dann letzte Woche meine Tante zu Besuch kam und erzählte, dass sie einen neuen Mieter sucht, haben meine Eltern mich vorgeschlagen. Na ja, und seit gestern ist alles klar. Ich – wir bekommen die Wohnung!«
Stefan nickte, schwieg jedoch. Etwas schien ihn zu stören.
»Was hast du? Du siehst ja plötzlich gar nicht mehr glücklich aus.«
»Ach, Unsinn! Natürlich freue ich mich …«
»Aber?«
»Ich frage mich nur, wer das bezahlt.«
»Ja, das ist das einzige Problem«, seufzte Angela. »Die Wohnung ist nämlich nicht billig. Solange ich noch in der Lehre bin, kann ich sie nicht allein bezahlen. Deshalb dachte ich, du könntest etwas von deinem Geld dazulegen, dann gäbe es keine Probleme. Weißt du, die Wohnung ist zwar teuer … dafür aber wunderschön und auch recht groß. Für zwei Personen genau richtig! Sogar einen Balkon haben wir. Da können wir sonntags richtig gemütlich frühstücken.«
Bei ihrer enthusiastischen Rede verschloss sich Stefans Gesicht zunehmend. »Du hast also einfach der ganzen Sache zugestimmt, ohne mich vorher zu fragen.« Seine Stimme klang wütend. »Du kannst doch nicht einfach über mein Geld verfügen! Ich habe ja kaum etwas. Schließlich studiere ich und bin total auf das Geld, das meine Eltern mir geben, angewiesen. In den Semesterferien könnte ich zwar etwas verdienen, aber so viel ist das auch wieder nicht. Kannst du mir also sagen, wie das gehen soll? Und was ist, wenn meine Eltern mir den Zuschuss kürzen, wenn ich ausziehe?«
Entsetzt sah Angela ihn an. Das konnte ja wohl nicht wahr sein! Und wie ärgerlich er war! Geradezu wütend hatte seine Stimme geklungen!
Angela kämpfte mit den Tränen. Sie liebten sich doch so sehr! Wie oft hatten sie schon gemeinsam von einer kleinen Wohnung geträumt. Nur nach ihrem Geschmack, ihren Vorstellungen wollten sie sich einrichten und ohne Zwänge und Ermahnungen dort glücklich werden.
Und jetzt? – Hatte Stefan das alles vergessen?
»Nun schau nicht so unglücklich.« Stefan streichelte ihr sanft über die Wange. »Ich habe es doch gar nicht so gemeint. Natürlich freue ich mich genauso auf die kleine Wohnung wie du. Ich hab’ halt nur Bedenken, ob wir das auch alleine schaffen. Leicht wird es bestimmt nicht werden! Du bist auch noch in der Ausbildung und verdienst nicht viel. Wir werden uns ganz schön einschränken müssen. Ob es noch reicht für ein Bier am Abend mit Freunden? Aus ist es mit den modischen Klamotten! Keine Disco … oder?«
»Du siehst das alles viel zu schwarz«, unterbrach ihn Angela mit einem zuversichtlichen Lächeln. »Wir müssen nur fest zusammenhalten, dann schaffen wir es schon. Sieh mal, ich bin in einem halben Jahr mit meiner Lehre fertig. Und so, wie es aussieht, werde ich sogar übernommen. Frau Hermann hat mir erst kürzlich gesagt, dass sie äußerst zufrieden mit mir ist. Sie hat gemeint, dass gute Friseusen auch heutzutage ziemlich rar sind und es den meisten an Kreativität fehlt. Aber mir nicht! Und die Gesellenprüfung werde ich schon bestehen, das wäre doch gelacht! Du siehst, Stefan, so schlimm wird es nicht. Das halbe Jahr werden wir mit Sicherheit überstehen. Auch ohne Kneipenbesuch! Ich bin froh über jede Minute, die ich allein mir dir verbringen kann.«
Stefan nickte, doch ganz überzeugt war er nicht. »Na ja, vielleicht hast du recht …«
»Sicher habe ich recht.« Angelas Augen sprühten vor Eifer und Tatendrang. »Ich freue mich schon aufs Renovieren und Einrichten. Meine Tante meint, dass wir in drei Wochen schon mit dem Tapezieren anfangen können. Welche Farbe findest du denn gut? Ich glaube, wir sollten alle Wände weiß streichen, das wäre am besten.«
»Ja, ja, von mir aus«, brummte Stefan ungeduldig vor sich hin. Man merkte deutlich, dass es ihm unbehaglich war. Langsam stand er auf und zog sich an.
Angela beobachtete besorgt sein verschlossenes Gesicht. Was hatte er bloß? Sie hätte ihr diese Frage nur zu gern gestellt. Doch sie traute sich einfach nicht. Sie spürte, dass irgendetwas in der Luft lag, etwas Drohendes, Unheilvolles …
Nachdem Stefan sich angezogen hatte, stellte er sich ans Fenster und starrte hinaus. In seinem Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander. Klar hatte auch er sich schon lange gewünscht, von zu Hause auszuziehen. Er war jetzt zweiundzwanzig und studierte Betriebswirtschaft im zweiten Semester. Es wäre also an der Zeit, selbständig zu leben. Ohne spießige Zwänge. Diesen Traum hatte er schon seit dem Abitur. Aber konnte er das mit Angela? Würde sie ihn mit ihrer Liebe nicht erdrücken, ihn nicht all seiner Freiheiten berauben? Was war, wenn seine Eltern nicht einverstanden waren und seinen großzügig bemessenen Zuschuss kürzten? Seinen Eltern ging es nicht um das Geld – schließlich war sein Vater Manager einer Computerfirma und er der einzige Sohn. Nein, es ging ums Prinzip. Und Prinzipien hatten seine Eltern wahrhaft genug.
Angela, die inzwischen ebenfalls aufgestanden war und sich angezogen hatte, trat leise von hinten an Stefan heran und legte liebevoll die Arme um seine Hüften.
»Was ist nur mit dir los? Du siehst richtig furchterregend aus! Ehrlich, ich könnte beinahe Angst vor dir haben.«
Langsam drehte Stefan sich zu ihr um und blickte lange in ihr zartes, schmales Gesicht, das jetzt sehr traurig aussah. Verdammt noch mal, er liebte dieses Mädchen doch! Warum hatte er plötzlich Angst davor, mit ihr zusammenzuziehen? Was konnte es für zwei Verliebte Schöneres geben, als Tag und Nacht beieinander zu sein? Seit acht Monaten waren sie jetzt schon zusammen. In ihrer Clique galten sie als Traumpaar. Vor einem Jahr noch hätte niemand es für möglich gehalten, dass Stefan einem Mädchen länger als zwei Wochen treu sein konnte – er selbst ehrlich gestanden auch nicht. Mädchen waren für ihn immer nur eine angenehme Freizeitgestaltung gewesen. Von Liebe hatte er nichts wissen wollen – bis er Angela kennengelernt hatte. Auf einer Fete seines besten Freundes war sie ihm sofort aufgefallen. Kein Wunder – sie war schließlich das schönste Mädchen des Abends gewesen. So hatte er all seinen Charme spielen lassen … und sie gewonnen. Aber für das übliche kurze Abenteuer war ihm Angela viel zu schade gewesen. Mit ihr konnte er nicht spielen! Sie zu verletzen, wäre ihm wie ein Frevel vorgekommen. Sie war so rein, so unschuldig und das erste Mädchen in seinem Bekanntenkreis, das unvoreingenommen an die große ewige Liebe glaubte.
Irgendwann hatte er es dann gesagt: Ich liebe dich. Es war keine Lüge gewesen. Jeden Morgen, wenn er aufwachte, galten seine ersten Gedanken Angela.
Abends vor dem Einschlafen traf ein liebevoller Blick ihr Bild, das neben seinem Bett hing. Und anders als bei jedem Mädchen zuvor, empfand er ein schmerzliches Ziehen im Körper, wenn er an sie dachte.
Angela hatte ihn gezähmt! Hatte seinen Ruf als Casanova zunichte gemacht! Für seine Freunde war klar: Angela und er waren ein Paar. Es schien unumstößlich: Sie gehörten zusammen.
Mit einem Seufzer legten sich seine Lippen auf ihren leicht geöffneten Mund. Ihre Zungen berührten sich zuerst ganz zart, dann immer fordernder.
»Ich liebe dich!«, murmelte Stefan nach einer Weile und zog Angela noch ein wenig fester an sich. »Ich weiß auch nicht, was eben mit mir los war. Verzeihst du mir? … Bitte!«
Angela nickte nur und streichelte ihm sanft über das blonde, kurz geschnittene Haar. Die Traurigkeit und die Angst, die sie eben noch empfunden hatte, waren wie weggeblasen. Sie fühlte sich unendlich sicher und geborgen in Stefans Armen. »Ich liebe dich so sehr«, flüsterte sie hingebungsvoll mit zitternder Stimme.
Stefan durchlief ein Schauer. Erneut bedeckte er ihr Gesicht mit unzähligen kleinen Küssen, umkreiste mit seiner Zunge ihre bebenden Lippen und drückte dann voller Verlangen seinen Mund fest auf ihren. Eng umschlungen gaben sie sich ganz diesem leidenschaftlichen Kuss hin, den Angela wie ein Versprechen für die Zukunft empfand.
»Wir müssen noch einmal miteinander reden und auch Pläne schmieden«, sagte Stefan, noch immer atemlos, als er sie nach einer kleinen Ewigkeit freigab.
»Ja, das sollten wir«, murmelte Angela und spielte zärtlich mit seinem Ohr. »Aber nicht jetzt, während meine Eltern nicht daheim sind. Sie gehen jeden Samstagabend aus, das weißt du doch. Lass uns morgen reden, Stefan, heute wolle wir unsere Liebe genießen.«
Stefan lachte leise und begann noch einmal, Angela zu entkleiden. Als sie dann in ihrem kleinen Spitzen-BH vor ihm stand, betrachtete er sie voller Verlangen. Sanft fing er an, sie zu streicheln, und streifte dabei langsam die Träger ihres BHs herunter. Mit wild klopfendem Herzen spürte Angela, wie seine Hände zart über ihre Haut fuhren, ihren Rücken entlang, dann langsam ihre Brust umkreisten und sie zart berührten.
»Komm, wir gehen wieder ins Bett!«, bat Stefan mit vor Erregung heiserer Stimme.
Angela nickte. Voller Ungeduld halfen sie sich gegenseitig aus den restlichen, störenden Kleidern.
