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tezere - Die Teezeremonie Hinter Tezere verbirgt sich das Wort Teezeremonie. In Südindien spricht man von tie chappadhu, wörtlich übersetzt >>Tee-Essen<<. Wenn es in Südindien einen Konflikt in der Familie gibt, lädt man alle Beteiligten und natürlich die ganze Familie zum Tee-Essen ein. Der Tee wird vor allen gekocht, die dabei sind. Es geht nicht um essen und trinken, sondern um die Zeremonie. Die Zeremonie ist das Mittel zum Zweck. Es geht darum, miteinander zu reden, wenn ein Problem zwischen zwei Menschen steht. Das sind häufig Missverständnisse oder Streit. Und dieser Konflikt soll durch Reden friedlich gelöst werden. Manchmal ist es auch eine Schiedsstelle. Die Zeremonie hilft dabei, den Konflikt flüssig zu machen, die verhärteten Positionen zu erweichen. Was hilft dabei besser als Essen und Trinken und die Anwesenheit der Familie? Das ist in Südindien nicht anders als in Schwaben oder Kroatien oder Russland oder Spanien. Die Form des indischen Tee-Essens: Zuerst wird der Masala Chai öffentlich zubereitet. Danach stellen die Teilnehmer/innen je ein Teelicht auf eine Platte in der Tischmitte. Inzwischen ist der Tee fertig und alle haben etwas zu essen. Und nun werden Geschichten erzählt oder vorgelesen. Geschichten von der alten und der neuen Heimat, von den Schwierigkeiten in der Fremde und mit dem Fremden. Von den Begegnungen mit Fremden, hier oder anderswo. Und von Fremden, die zu Freunden geworden sind. Wir teilen mit unseren Geschichten unsere Erfahrungen und Erlebnisse, schöne und schreckliche. Wir beginnen mit unseren Geschichten und laden dann die Gäste ein, ebenfalls zu erzählen. Unsere Geschichten sollen die Gäste inspirieren und ermutigen, ihre Geschichten zu erzählen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 44
Veröffentlichungsjahr: 2016
www.tezere.de
Eine gefühlte vollkommen gefüllte Leere…
Rezept: Tea for Two
Die Glückskrawatte
Lucky Tie !
Die Sonnenstirn
The Sunbrain
Suche nach dem Sitz der Spiritualität
Der Roboter Blogger
Ein Leben zwischen zwei Stühlen
Wo sind die fehlenden Wörter?
Impressum
Seit Anbeginn sitzen Menschen beieinander und erzählen sich Geschichten. In den alten Zeiten ums Feuer, später um den Ofen. Seit es Fernseher gibt, sitzen viele Menschen nicht mehr beieinander, sondern allein vor dem Fernseher und hören und sehen Geschichten, die sich andere ausgedacht haben. Dadurch verlieren wir etwas, was Menschen brauchen, um sich selbst und die Welt zu verstehen: Von den eigenen Erlebnissen und Erfahrungen erzählen und von anderen gehört werden. Genauso wichtig ist es, die Erlebnisse und Erfahrungen anderer zu hören und darüber zu reden, weil wir dadurch erfahren, dass andere Menschen anders denken, handeln und fühlen als wir selbst. Wir begrenzen den Austausch von Erfahrungen auf den interkulturellen Bereich. Auf Erfahrungen, in verschiedenen Kulturen zu leben, auf die Begegnung und den Austausch mit anderen Kulturen.
Hinter Tezere verbirgt sich das Wort Teezeremonie. In Südindien spricht man von tie chappadhu, wörtlich übersetzt „Tee-Essen“. Wenn es in Südindien einen Konflikt in der Familie gibt, lädt man alle Beteiligten und natürlich die ganze Familie zum Tee-Essen ein. Der Tee wird vor allen gekocht, die dabei sind. Es geht nicht um essen und trinken, sondern um die Zeremonie. Die Zeremonie ist das Mittel zum Zweck. Es geht darum, miteinander zu reden, wenn ein Problem zwischen zwei Menschen steht. Das sind häufig Missverständnisse oder Streit. Und dieser Konflikt soll durch Reden friedlich gelöst werden. Manchmal ist es auch eine Schiedsstelle. Die Zeremonie hilft dabei, den Konflikt flüssig zu machen, die verhärteten Positionen zu erweichen. Was hilft dabei besser als Essen und Trinken und die Anwesenheit der Familie? Das ist in Südindien nicht anders als in Schwaben oder Kroatien oder Russland oder Spanien oder … Diese Idee hat uns begeistert und deshalb haben wir sie übernommen. Wir halten uns an die Form des indischen Tee-Essens: Suresh, unser Experte aus Südindien, bereitet öffentlich den Masala Chai zu. Danach stellen die Teilnehmer/innen je ein Teelicht auf eine Platte in der Tischmitte. Inzwischen ist der Tee fertig und alle haben etwas zu essen. Und nun werden Geschichten erzählt oder vorgelesen. Geschichten von der alten und der neuen Heimat, von den Schwierigkeiten in der Fremde und mit dem Fremden. Von den Begegnungen mit Fremden, hier oder anderswo. Und von Fremden, die zu Freunden geworden sind. Wir teilen mit unseren Geschichten unsere Erfahrungen und Erlebnisse, schöne und schreckliche. Wir beginnen mit unseren Geschichten und laden dann die Gäste ein, ebenfalls zu erzählen. Unsere Geschichten sollen die Gäste inspirieren und ermutigen, ihre Geschichten zu erzählen.
Diese Geschichten sollen nicht verloren gehen. Dieser Wunsch führte zu unserem interkulturellen Literaturblog „tezere“, auf dem schon einige unserer Geschichten zu lesen sind. Weil es viele Menschen gibt, die ihre Geschichten erzählen wollen und wir diese Geschichten vor dem Vergessen bewahren möchten, schreiben wir auch die Geschichten anderer auf. Und auf tezere können sie alle lesen – wenn sie wollen, auch kommentieren.
Entweder schicken Sie Ihre Geschichte als Email an [email protected] oder Sie registrieren sich und stellen Ihre Geschichte selbst ein. Tezere-Angebote:
Viele MigrantInnen tragen bewegende Geschichten mit sich herum: Emigration, Leben in einer fremden Welt, eine unverständliche Sprache, Missverständnisse, Erstaunliches, Verstörendes, Heiteres … Wir finden, dass diese Geschichten in das interkulturelle Gedächtnis gehören. Wenn Du Deine Geschichte erzählen, aber nicht selbst aufschreiben willst, dann schicke eine eMail an [email protected] und wir werden gemeinsam mit dir Deine interkulturelle Geschichte aufschreiben und deinen Beitrag unter deinen Namen veröffentlichen. Oder wenn gewünscht, auch unter einem Pseudonym.
Wenn du eine Teezeremonie mit Geschichten von uns und von euch bei dir zu Hause oder in deinem Verein oder … veranstalten willst, kommen wir gern.
Wir sind eine Gruppe von acht AutorInnen. Die Wurzeln liegen in Indien, Kroatien, Russland, Spanien, der Türkei und Deutschland und die neue Heimat ist in und um Stuttgart.
Es ist die Zeit, die ich jedes Jahr sehnsüchtig erwarte, die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Die Hektik und Aufregung der Weihnachtszeit ist vorbei. Das ist die Zeit zum Tagträumen, faulenzen, Teetrinken und zum Science Fiction lesen. Heute ist Sonntag und sehr früh am Morgen. Irgendein verrückter Traum hat mich zu früh geweckt. Ich versuche hartnäckig, mir den Traum ins Gedächtnis zurückzurufen, aber es gelingt mir nicht. Schwammig kann ich mich nur noch an einen schwach beleuchteten Raum mit Kolonialmöbeln erinnern. Aus irgendeinem Grund muss ich an Sandelholz denken. Ich sitze gemütlich im warmen Wohnzimmer, schaue aus dem Fenster und genieße die Ruhe. Es hat geschneit, ein verspätetes Weihnachtsgeschenk der Natur. Ich danke Vayu, dem Gott des Windes und des Donners. Auch Frau Holle aus dem Märchen vergesse ich nicht zu danken für die schöne weiße Pracht, die auf der Terrasse liegt und die Bäume schmückt.Irgendwo bellt leise klagend ein Hund. Vielleicht ist er einsam oder ihm ist kalt oder erwartet hoffend auf seinen Herren.Eigentlich ist es längst Zeit fürs Frühstück, aber ich verspüre keinen Hunger. Wie immer an Weihnachten habe ich mich überfuttert. Das war ein wunderbares Weihnachtsfest bei meiner Tochter und ihrer Familie. Ich denke schmunzelnd an den Weihnachtsbaum-Einkauf mit den Enkelsöhnen, an die musikalische Darbietung meiner drei Töchter und an den Versuch meines Enkels, mit seiner Flöte alles zu übertönen. Das Chaos in der Küche hätte ich fotografieren sollen und auch den bunt gedeckten Tisch.
