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Zen E-Book

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Beschreibung

Zen ist der Weg zur Erlangung universellen Bewusstseins, persönlicher Souveränität und eines nicht vorstellbaren Grades an Freiheit. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, der Cortex, die Großhirnrinde, steht für rationales Denken in Bildern, während niedere Gehirnstrukturen den überwiegenden Teil unseres Bewusstseins repräsentieren. Zen bietet die Chance, den Kampf unseres expliziten versus unseres impliziten, der des deklarativen versus des prozeduralen Gedächtnisses, zu kontrollieren. Sicher bietet jede Wissenschaft an sich auf hohem Niveau einen möglichen Zugang zu mehr Bewusstsein. Philosophie, Psychoanalyse, Religion, Literaturwissenschaft, sogar rein naturwissenschaftliche Gebiete wie die Physik (Elementarteilchen Forschung) gestatten einen Einblick, wie diese Buch zeigt. Besonders tief gehendes Verständnis auf höchstem Niveau ist ohne die Zen Philosophie (rein neurophysiologisch) unvorstellbar. So empfehle ich die Literatur dieses Buches jedem Wissenschaftler, ob Physiker oder Metaphysiker, um den Weg zu beginnen. Im Dienste der Gemeinschaft und seiner selbst. Das Verständnis füreinander und für sich selbst wächst mit jedem kleinen Schritt. Sicher ein anspruchsvolles Buch, aber ein wichtiges. Zen ist nicht einfach zu haben. Alles Wertvolle muss erarbeitet, erkämpft werden – nur Mut. Peter Lumbeck In einer nie zuvor erschienenen Zusammenschau über 2500 Jahre führt der Autor von den Quellen des Zen bis in die Gegenwart und gibt einen Ausblick auf die Zukunft. Das ausführliche Literaturverzeichnis zeugt von der Belesenheit des Autors. Er beweist, Zen ist kein esoterischer Nonsens. Zen ist ein Weg, sein Leben sinnvoll und glücklich zu gestalten. Zen, das Unbeschreibbare, wird definiert. Interferenzen zur Medizin, zur Psychoanalyse, zum Mythos, zur Weltliteratur, zur Philosophie, zur Religion werden überzeugend dargestellt. Es wird deutlich, wie bedeutend Zen Erfahrungen für alle Bereiche unseres Lebens sind. Praktische Möglichkeiten, Zen zu erfahren werden erklärt. Die an sich nur schwer erfahrbare Gedankenwelt ausgewählter Zen Meister wird dem Leser gedeutet. Die Rinzai Zen Kampfkunst Taekwon-Do rundet das Bild ab. Der Autor verbleibt mit Zen Essenzen und eigener Erfahrung. MEISTER LUMBECK ist nicht nur Zen Meister der Rinzai Zen Kunst Taekwon-Do, sondern auch Arzt und Psychotherapeut. Theorie und Praxis vereinen sich in Person und Lebensweg. Denken, Reden, Handeln sind eins. Er blickt auf 45 Jahre aktiven Sports zurück, vom Leistungsschwimmsport, über Karate-Do, zum Taekwon-Do, wo er seinen Meister, Freund und Wegbegleiter fand. Als engagierter Arzt betreut er Patienten ganzheitlich. In "Herzensangelegenheiten" ist er Experte. Sein breites Spektrum reicht vom Notarzt, Taucherarzt, Sportarzt bis zum Sexualmediziner, Paartherapeuten, Flirtcoach und Psychotherapeuten. Zen Geist, starker Wille und Zusammenhalt der Familie, eine liebevolle Ehefrau bilden das Fundament seines Schaffens. Er folgt dem Motto: Niemals aufgeben. Es überrascht nicht, dass sich im Laufe der Zeit die ganze Familie für die Rinzai Zen Kunst Taekwon-Do begeistert

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Seitenzahl: 189

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Widmung:

Zum 77. Geburtstag von Meister Kwon, Jae Hwa

Zum 70. Geburtstag von Meister Hans Ferdinand Hunkel

Zum 60. Geburtstag von Meister Herbert Hadamik

Eine überragende Kultur kann nicht von außen erobert werden, solange sie sich nicht von innen selbst zerstört hat.

William James Durant (1885 – 1981)

Bücher regieren die Welt – Nichts befreit so sehr wie Bildung.

Voltaire (1694-1778)

kenshō jōbutsu

Die Natur schauend, Buddha werdend

Ich bin angekommen,

ich bin zu Hause

im Hier

und im Jetzt.

Ich bin fest,

ich bin frei.

Meister Lynji

von Peter Lumbeck ist außerdem erschienen:

Der Weg ist das Ziel I 2004 ISBN 978-3-833417137

Der Weg ist das Ziel II 2006 ISBN 978-3-839192146

Der Weg ist das Ziel III 2009 ISBN 978-3-839106877

Der Weg ist das Ziel IV 2014 ISBN 978-3-735774576

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

ZEN, WAS IST DAS?

ZEN UND MEDIZIN

ZEN UND PSYCHOANALYSE

ZEN UND MYTHOS

ZEN UND LITERATUR

ZEN UND PHILOSOPHIE

ZEN UND RELIGION

WIE KANN ICH ZEN ERFAHREN?

DAOISTISCHE QUELLE DES ZEN

KONFUZIANISCHE QUELLE DES ZEN

BUDDHISTISCHE QUELLE DES ZEN

WEG DES ZEN – RINZAI – SŌTO

AUSGEWÄHLTE ZENMEISTER SŌTO RINZAI

ZEN MEISTER LINJI YIXUAN

THÍCH NHT HẠNH

DAISETZ TAITARO SUZUKI

PAUL CARUS

DŌGEN ZENJI

EIDO TAI SHIMANO

SHUNRYŪ SUZUKI

AUROBINDO GHOSE

ZUKUNFT DES ZEN

DER KREIS ENSŌ

MEISTER KWON

MEISTER HANS HUNKEL

MEISTER HERBERT HADAMIK

MEISTER DETLEF FEUER

MEISTER GERHARD REESE

MEISTER JOE ALEXANDER

MEISTER PETER LUMBECK

ZEN ESSENZ

EIGENE ZEN ERFAHRUNG

TRADITIONELLES TAEKWON-DO

KAMPFKUNST – SPORT - FREIHEIT

LITERATURVERZEICHNIS

DANKSAGUNG

EINLEITUNG

Dieses Buch ist einer Quelle des Taekwon-Do, Meister Kwon Jae Hwa, hauptsächlich aber meinem Freund und Meister Hans Ferdinand Hunkel gewidmet. Einige Meister haben hierzu in einem persönlichen Interview mitgeteilt, was Taekwon-Do jeweils für Sie persönlich bedeutet. Andere Meister zogen es vor, anonym zu verbleiben, hinterließen jedoch ihre persönliche Spur, tragen namenlos zum Konservare des Taekwon-Do-Geistes bei. Bevor ich dieses Buch schrieb, war Zen ein Begriff mit einem gewissen Inhalt. Ich dachte, eigentlich gibt es keine Literatur über Zen. Denn Zen lebt man. Eigentlich kann man über Zen nicht schreiben. – Je mehr ich las, desto überraschter war ich, wie viel Literatur schon darüber existierte. Je mehr ich las, desto verblüffter war ich, zu erfahren, wie viele Autoren außerhalb Asiens sich bemüht hatten, ihr Wissen aufzuzeichnen und weiterzugeben.

Als ich dieses Buch schrieb, suchte ich Rat bei verschiedenen Meistern und teilte ihnen mit, ich würde dieses Buch dem 77. Geburtstag von Meister Kwon wie dem 70. Geburtstag von Meister Hunkel widmen wollen.

Zen Worte zu lesen ist, als würde man ein wirksames Medikament einnehmen. Viele glauben, wir würden uns gesünder fühlen, wenn wir unseren Körper mit Vitaminen oder Stärkungsmitteln versorgen. Manchmal müssen wir aber, statt immer noch mehr zuzuführen, uns reinigen, uns vom Überflüssigen trennen. – Spätestens dann brauchen wir eine ausreichende Dosis Zen. Solche Gedanken sind keine Vitamine, sie sind ein Abführmittel. – Habe ich innerlich zu viel Wissen angehäuft, können wir es nicht richtig verdauen. Auch wenn wir zu viel gegessen haben, können wir nicht verdauen, leiden an Verstopfung. Verstehen wir nicht, was wir gelernt haben, können wir es im täglichen Leben nicht anwenden. Unser Wissen blockiert uns – unseren Körper und unseren Geist. Prävention ist besser als Behandlung, so sollten wir nicht erst auf die Verstopfung warten. Eigentlich kann man Zen nicht erklären, nicht in Worte fassen. Es heißt, sobald man dies versuchen würde, wäre es nicht mehr Zen. Zen, was dem Do im Begriff Taekwon-Do entspricht, muss gelebt werden. Vor allem im Alltag bzw. im täglichen Training. Es gibt viele Wege zum Zen. Mein Weg gestaltete sich durch tägliches Training, maßgeblich beeinflusst durch Meister Hunkel. Diese Meinung wird von den meisten geteilt. Trotzdem verbietet Zen nicht das Lesen von Büchern. Zen ist Substanz. – Dieses Buch soll Verständnis wecken für das nicht Erklärbare, das mit Worten eigentlich nicht Mitteilbare. Jeder hat seinen eigenen Weg. Wege erscheinen dem einen oder anderen direkter, wieder andere besser, oder scheinbar schlechter. Zen unterscheidet hier nicht. Es ist. Der Weg zur Erleuchtung, zu Sartori, ist einfach und zugleich schwer. Er muss täglich neu erkämpft werden, will er erhalten bleiben. Im Gegensatz hierzu gibt es immer wieder Modeerscheinungen, wie Zen Kochbücher, Zen Musik, Zen Kurse, die schnellen Erfolg und schnelles Glück versprechen. Das ist nicht möglich. Jedem, der irgendwo einmal Erfolg hatte, ist dies bewusst. Von den anderen will ich nicht sprechen, es würde mich vom Weg ablenken. Ein tiefes Verständnis für Zen ist, wie alles Wertvolle im Leben, nicht schnell und einfach zu erwerben. Nur ein Zen Buch über das I Ging zu lesen, welches Liebe, Weissagungen, Geschäft, Lebenserwartung und Krankheit beinhaltet, ist sicher interessant, beinhaltet aber ebenfalls die Gefahr der Ablenkung vom richtigen Weg. Wie im Verlauf des Buches zu sehen sein wird, ist das Tagesgeschäft, der Ablauf des Alltages entscheidend und birgt viele Gefahren wie zugleich Möglichkeiten. Ein lebenslanges Training des traditionellen Taekwon-Do, oder einer anderen Budo Kunst, wie auch das Zazen, das Insichversenken, die Meditation, all das sind Wege zum Zen. Im Kapitel „ZEN, WAS IST DAS?“ Erläutere ich verschiedene Annäherungsversuche an das Zen-Wissen. Das Unscheinbare, aber Wichtigste, ist die Alltagsarbeit, das tägliche Leben. Dies zu beeinflussen, ist das, was ich als einfach und schwer zugleich bezeichne. Sich nicht von Trägheit, Mode, Zeitgeist, den allzu leicht zu erwerbenden Glücklichmacher, beeinflussen zu lassen, ist der richtige Weg, die Kunst. Mit Statistiken, Wissenschaft lässt sich für jede Epoche alles beweisen, was nicht heißt, Wissenschaft sei abzulehnen. Siehe hierzu auch „ZEN UND MYTHOS.

ZEN WAS IST DAS?

Viele Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen davon. Menschen ohne konkreten Bezug dazu besitzen zum Teil mystische Vorstellungen (ZEN UND MYTHOS). Aber selbst unter denjenigen, die Zen ausüben, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Diejenigen, die Zazen, die sitzende Meditation, kennen, präferieren Ihre Vorstellung. Solche, die eine Budo Kunst, wie das Taekwon-Do ausüben, haben die Vorstellung des aktiven, unermüdlichen Übens. Zen Meister (jap. Roshi, korean. Kyosanim/Sabunim) wiederum entwickelten ausgefallenste Techniken zur Schulung der Aufmerksamkeit und der absichtslosen (Selbst) Beobachtung. Diese sind Voraussetzungen für spontane, intuitive Einsichten. Die Flut der Gedanken kommt zur Ruhe, das Nichtdenken, Hishiryo, das Erleben von Stille und Leere, Shunyata, wird möglich. Es ist, wie im richtigen Leben, derjenige, der offen für vieles ist, hat die Chance, vieles zu verstehen. Menschen, die nicht so weltoffen sind, haben eine eingeschränkte Wahrnehmung.

Die leichteste Art, Zen zu verstehen, bedeutet zu lesen und zu meditieren. Eine schwerere Art bedeutet aktives Üben über Jahrzehnte. Die schwerste Art, Zen zu verstehen, liegt darin, Zen in den Alltag zu integrieren. Nicht nur zu einer bestimmten Stunde, sondern in jeder Sekunde. – Wie jeder sich vorstellen kann, entspricht der leichten Art auch nur ein geringes Verständnis, der schwereren Art ein besseres Verständnis. Die schwerste Art, die Integration ins tägliche Leben, entspricht der vollkommensten Art, Zen zu verstehen. Kampfsportanfänger suchen die aus ihrer Sicht beste zu ihnen passende Selbstverteidigung. 99 % überstehen nicht einmal das erste Jahr, dann wird es ihnen zu anstrengend. Es wird vorgezogen, Kurse zu belegen, die „en vogue“ sind. Einen Sommer lang Power Yoga auszuüben und dazu Zen Kochbücher zu lesen ist einfacher, als Jahrzehnte oder sogar lebenslang zu trainieren.

Wer mehr will, braucht zunächst einmal Ausdauer. Frühestens nach einigen Jahren beginnt das Verstehen. Es sind nicht bestimmte Griffe, Tritte oder Schläge. Nein, es kommt von innen – was immer schon da war. Die Vorstellung von Zen wird wahrnehmbarer. Man weiß, im Grunde kann jeder diese Bewegungen ausführen. Nur der Geübte tut dies mit immer größer werdendem Verständnis, erst damit mit Erfolg! Die Bewegung ist vom Prinzip fast die gleiche. Erst nach jahrzehntelangem Üben folgt die Erkenntnis. Sie entscheidet sowohl im Kampf, wie im alltäglichen Leben. – Jetzt nehmen Worte Substanz an. Wie die, die den Geist des Taekwon-Do beschreiben: Gerechtigkeit, Höflichkeit, Ehrgefühl, Geist der Einheit, Unermüdlichkeit, Geduld und Bescheidenheit. Es sind dies nicht allein koreanische Tugenden, noch sind es japanische, oder chinesische. Es sind Tugenden der Erfolgreichen der ganzen Welt. Erfolgreich sein bedeutet, seinen Platz im Universum gefunden zu haben. Entsprechend Markus Aurelius (121-180):

„Ein glückliches Leben sind die guten Gedanken, die wir haben.“

Dann wieder sind es Gedanken Albert Schweitzers (1875-1965):

„Erfolg führt nicht zur Glückseligkeit, aber Glückseligkeit zum Erfolg. Liebe, was Du tust, und du hast Erfolg!“

Kōan (lehrende Worte) eines Zen-Meisters (Ikkyū Sōjun ) an einen verzweifelten Schüler:

„Ich würde gerne irgendetwas anbieten, um Dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.“ Zen bedeutet, das Leben zu leben – in seiner ganzen Fülle. Der unmittelbare Zugang zu diesem Einfachsten von allem ist dem Verstandeswesen Mensch versperrt – es scheint so, als ob die niemals schweigende Stimme der Gedanken ihn durch hartnäckige Ideen und urteilende Vorstellungen blockiere. Die Ich-Bezogenheit jedes Einzelnen verursacht immer wieder nur neues Leiden (Dukkha). Zen kann diese Verwirrung lösen – zuletzt vermag man sogar zu essen, wenn man hungrig ist, zu schlafen, wenn man müde ist.“

Immer wieder hört man, Zen biete „nichts“, keine Lehre, kein Geheimnis, keine Antworten. Zen hat kein Ziel. Verstand und Vernunft wirken dem Verstehen entgegen. Zen zielt immer auf die Erfahrung, das Handeln im jeweiligen Augenblick. Zen bedingt gleichzeitiges Fühlen und Denken. Zen ist mit Worten kaum beschreibbar, jedoch erfahrbar. Um Zen zu verstehen, sollten wir uns klarmachen, wir alle tun nicht immer das, was wir wirklich wollen. Manchmal ist es sogar schlimmer, wir wissen nicht, was wir eigentlich wollen. Ganz tief und unbewusst kaufen wir uns Schokolade, ein schönes, schnelles, teures Auto, ein wunderschönes rotes Sommerkleid. – Diejenigen wenigen mit einem gewissen Zen Level kaufen es für eine Freundin, einen Freund, für sich selbst. Denken, reden, handeln ist eins für Sie. Zen verbietet uns keine Lust. Zen wirft uns zurück auf uns selbst, reinigt uns von überflüssigen, falschen Gedanken und Handlungen. Wer kennt nicht das Gefühl, Schokolade aus Heißhunger zu kaufen, stellvertretend für Liebe? Oder schnelle Autos, stellvertretend für die eigene narzisstische Befriedigung. Wie können wir uns und die Welt, deren Teil wir sind, besser verstehen? Wir können es machen, wie es der schon zu Lebzeiten anerkannte und erfolgreiche französische Autor Antoine de Saint-Exupéry (1900 - 1944) empfiehlt: In seinem Werk “Terre des hommes” schreibt der Dichter gleich auf der ersten Seite:

“La terre nous en apprend plus long sur nous que tous le livres. Parce qu´elle nous resiste.”

Die Erde lehrt uns mehr über uns selbst als alle Bücher – weil sie uns widersteht. Der Bauer, der seinen Acker über Jahre pflügt, kann so Teil der göttlichen Natur werden. Wollen wir verstehen, können wir neue Fähigkeiten generieren. Selbst aus unerwünschten negativen Ereignissen unseres Lebens, können wir fähig werden, die schöne, positive Seite zu finden. Schlicht gesagt, aus etwas Schlechtem etwas Gutes machen.

Erkenntnis erreichen wir über verschiedene Wege, wie ein langes, intensives, dem Leben zu geeignetes Leben (ALBERT SCHWEITZER), über Meditation im Zazen (DŌGEN ZENJI, EIDO TAI SHIMANO, SRI AUROBINDO), via intensives philosophisches Studium (DEMOKRIT, SOKRATES, PLATON, ARISTOTELES, HIPPOKRATES), ein literarisches Studium (SHAKESPEARE, GOETHE UND SCHILLER), aber auch über körperliches Training (MEISTER KWON MEISTER HUNKEL) oder körperliche, naturnahe Arbeit im Sinn von ANTOINE DE SAINT-EXUPÉRY.

Wir haben die Möglichkeit, das Leben zu verstehen, indem wir philosophische Bücher lesen, sie studieren. Wir müssen sie aber mit unserem eigenen Leben in Verbindung bringen – wenn wir wirklich verstehen wollen. Wir müssen über das Gelernte nachdenken, dann darüber reden und schließlich entsprechend dem Gelernten handeln. Wir können psychologische Bücher lesen, Psychologie studieren. Auch hier müssen wir das Gelesene nicht rein intellektuell verarbeiten, sondern mit unserem eigenen Leben in Verbindung bringen – wenn wir wirklich verstehen wollen. Wir können eine Psychoanalyse auskämpfen, in der Intellekt und Emotionen in Verbindung gebracht werden. Aber auch hier müssen wir das Gelernte in Verbindung mit dem Leben bringen, so dass wir verstehen. –

Wir können Zen lesen und studieren. Wiederum müssen wir das Studierte mit unserem eigenen Leben vernetzen – sodass wir wirklich verstehen.

ZEN UND MEDIZIN

STAMMZELLEN

Sport hat umfangreiche Einflüsse auf Körper und Seele. Neueste Forschungsergebnisse bestätigen Sportler. Tatsächlich empfinden wir aktive Sportler nicht nur deutlich jünger als der Durchschnitt – tatsächlich sind aktive Sportler jünger. Leistungstests und Gewebeproben beweisen dies. Sportler sind aktiver, beweglicher, energiegeladener in körperlicher und geistiger Hinsicht. Jedes vernünftige Training fördert die Freisetzung von Stammzellen. Ich komme aus dem Leistungssport, die ersten fünf Jahre meines Sportlerlebens verbrachte ich mit beinahe täglichem Schwimmtraining. So weiß ich, nach heute 45 Jahren aktivem Training, was ein gutes, vernünftiges Training ist. Im Folgenden werden wir sehen, wie empfehlenswert Training unter Anleitung eines guten Trainers ist. Freizeitsport ist gut, von einem guten Trainer angeleitetes Training ist besser. Eine Ursache sind die beim Training frei werdenden Stammzellen. Sie werden auf den Sportreiz hin vom Wirtsgewebe - zumeist das Knochenmark – freigesetzt, migrieren transendothelial ins Blutgefäßsystem, um am Zielgewebe nach erneuter transendothelialer Migration ihre Wirkung zu entfalten. Natürlich gibt es auch Stammzellen im Gehirn, im Herz, in der Leber, in der Haut. Geruchsrezeptoren gibt es nicht nur in der Nase, sondern auch im Gehirn, der Haut, im Herzen, den Eierstöcken wie den Hoden. Stammzellen können sich in jede Gewebsart entwickeln. So können sie sich nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Muskelriss in die entsprechenden Gewebe – Herzzellen, Hirnzellen, Muskelzellen, Gefäßzellen – entwickeln und defekte Zellen ersetzen. Sportler wissen schon lange, Verletzungen heilen bei aktiven Sportlern einfach schneller. Sicher ist der Sportreiz für die Freisetzung von Stammzellen abhängig von Genetik, Trainingsintensität und Sportart. Untersuchungen stehen hier aus. Sicher ist, dass sie den geistig-körperlichen Umbau fördern, alte und weniger funktionale Zellen ersetzen. Selbst passive Sportler haben bessere Überlebenschancen nach einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder einem Autounfall, liegt die sportliche Tätigkeit nicht allzu lange zurück.

KORONARE HERZKRANKHEIT

Wiederum wirkt Sport auf die Entwicklung kardialer Erkrankungen positiv, somit auch auf die KHK, die koronare Herzerkrankung. Dies konnten wir uns schon im Kapitel Stammzellen denken. Weniger bekannt ist Folgendes. Sie werden erkennen, wie empfehlenswert Training unter Anleitung eines guten Trainers ist. In meinem ersten Buch, DER WEG IST DAS ZIEL I, erschienen 2004, zeigte ich verschiedene Herzkrankheiten auf, die mutmaßlich verantwortlich waren für den plötzlichen Herztod aktiver Sportler. Heute, 2014, zehn Jahre später, die Anzahl der Aktiven im Freizeitsport ist explodiert, präsentiert sich ein vollkommen neues Bild. Junge aktive Sportler im besten Alter (25-35), schlank, Nichtraucher, sinnvoll ernährt, sterben plötzlich. Wieso? – Die in einem solchen tragischen Fall zwangsläufig resultierende Obduktion zeigt dann histologisch eine bisher nicht bekannte koronare Herzkrankheit, eine Lungenarterienembolie, einen Schlaganfall oder eine Myokarditis! Es sind Freizeitsportler, die viel zu gesund sind, zu fit, zu gut trainiert. Sie haben zu wenig Zeit, sind selbst zu belesen (Trivialliteratur/Internet), um einen Arzt für den jährlichen Sportlercheck aufzusuchen. – Im Profisport ist der Sportlercheck mindestens zweimal im Jahr Standard. –

Wieso sterben Sie? Sie sterben an ihrem kranken Narzissmus. Diese Sportler fühlen nicht mehr, wie sie ihrem Körper schaden. Sie überschreiten permanent die gesunde Schmerzgrenze (Professor Bauer Schmerzgrenze). Stresshormone und Entzündungsfaktoren überschwemmen ihren Körper so sehr, dass die koronaren Gefäße des Herzens verstopfen. Ihr Abwehrsystem ist so empfindlich angegriffen, überfordert und heruntergefahren, so sterben sie an einfachen bakteriellen Infektionen, die rechtzeitig mit einem Antibiotika behandelt hätten werden können. Virusinfekte werden nicht aus kuriert, man ist ehrgeiziger und klüger als der Profisportler, gönnt sich nicht einmal einen Tag Pause. So werden die Viren über den ganzen Körper verteilt auf alle wichtigen Organe. Stammzellen können hier nichts mehr retten, wenn sie überhaupt noch bei diesem unnatürlichen, hausgemachten Stress ausgeschüttet werden. Der Körper ist vergiftet von Entzündungsstoffen. Das Blut zeigt unnatürliche Eigenschaften, es neigt dazu, Herzkranzgefäße, Lungengefäße oder Gehirnarterien zu verstopfen. Da hilft keine gute Ernährung, keine Sportleraufbaukost, keine Sportlervitamine, keine triviale Lektüre mehr. In der Notfallaufnahme ist es oft zu spät, denn niemand kann sich vorstellen, dass ein so junger Mann so krank und so vorgealtert ist. – Zen und übersteigerter Narzissmus widersprechen einander. Besser wäre es, eine Zen Kunst zu erlernen, um,

„aufwachen zu dem der du bist“ – es gibt nichts zu tun.“

HORMONE

Ein mit Augenmaß ausgeführter regelmäßiger Sport führt zu einem konstanten, ausgeglichenen, hohen Hormonspiegel. Testosteron bei Männern wie Frauen führt zu einer Verdrängung des Fettgewebes durch Muskelgewebe. Die Wahrscheinlichkeit an Diabetes und Krebs zu erkranken ist geringer. Alle Organe sind optimal durchblutet. Die Hormone führen zu einer schnelleren Regenerationsphase, Verletzungen werden schneller repariert. Aber nicht alle Sportler ruhen in sich selbst. Man könnte meinen, manch ein Laufsportler würde vor sich selbst, seinen Problemen, seiner Freundin weglaufen. Manch ein Radsportler mit hohem Pensum an Wochenkilometern zeigt so niedrige Testosteronspiegel wie alte, kranke Männer! Sie kastrieren sich quasi selbst, indem sie ihren Testosteronverbrauch im Sport so hoch treiben, dass für die Freundin, die Ehefrau, für sie selbst nichts mehr übrig bleibt. Niedrige Testosteronspiegel erhöhen die Mortalität (Sterblichkeit) und die Morbidität (Krankheitshäufigkeit). Solche Sportler altern schneller, erkranken eher an koronarer Herzkrankheit, an Schlaganfällen, Diabetes mellitus, Demenzen oder Karzinomen. Ihnen fehlt das richtige Maß, eine gesunde Schmerzgrenze, die Kenntnis, nichts gibt es umsonst, nicht alles ist zu jedem Preis erstrebenswert.

KREBS

Mit anderen Worten ist Sport, was wir alle schon immer vermuteten - eine Art Jungbrunnen. Es werden also tatsächlich alte dysfunktionale Zellen durch junge ersetzt.

Bei der Kampfkunst des traditionellen Taekwon-Do kommt die Fähigkeit hinzu, über die entspannte Fokussierung, sehr ähnlich der Hypnose, der Psychoonkologie dem Zazen, der Meditation, Stammzellen zu Schwachstellen/Verletzungen zu entsenden. All dies geschieht eher unter- bzw. vorbewusst. Psychoonkologische Techniken sind seit Jahren in meine praktische Tätigkeit involviert, was vielen Patienten geholfen hat.

SPORT VERÄNDERT GENE

Gene verändern sich nicht! So war es, als ich noch zur Schule ging, selbst gegen Ende meines Medizinstudiums war es wissenschaftliche Wahrheit: es Gene verändern sich nicht. Nun ist aber so, Gene können sich im Lauf der Zeit verändern. – Natürlich, sagt man heute, schließlich ist Krebs auch eine Veränderung von Genen, bzw. Gensequenzen. Heute weiß man sogar, Sport verändert unsere Gene. – Mit anderen Worten, können wir, wenn wir das richtige Maß im Sport finden, unsere Gene positiv verändern. Wenn dem so ist, wieso können wir nicht auch durch unser Denken Gene verändern? Tatsächliche ist dies möglich (Peter Levine, Joachim Bauer etc.), auch wenn uns gelehrt wurde, dies sei nicht möglich. –

DEMENZ

Demenz ist eine Erkrankung des Geistes. Es gibt zum Beispiel die Demenz bei Morbus Parkinson1, der Schüttellähmung und die Alzheimer Demenz2, bei der zuerst das Kurzzeitgedächtnis schwindet, während das Langzeitgedächtnis weiter ohne Fehler arbeitet. Ein bekannter Dirigent wusste zwar bis kurz vor seinem Auftritt weder wo er war, noch wer er war, noch was er tun wollte. Kaum auf der Bühne stehend, den Taktstock in der Hand und den Beifall des Publikums im Ohr, legte er aber los, so als sei er völlig gesund, so wie früher…

Sport wirkt über seine positive Wirkung auf die Gesundheit präventiv auf die Entwicklung von Demenzen. Sicher ersetzen pluripotente Stammzellen, die sich nach jedem guten Training entwickeln, auch erkrankte Gehirnzellen.

„Aufwachen zu dem der du bist“

1 Parkinson: Ronald Reagan, Mohammed Ali, Michael J. Fox…

2 Alzheimer: Rita Hayworth…

ZEN UND PSYCHOANALYSE

Zen ist eine Möglichkeit zu einem freien, bewussten Leben. Die Psychoanalyse verfolgt ein sehr ähnliches Ziel.

BEZIEHUNGEN

1989 ging folgende Geschichte durch die Weltpresse. In einem eleganten Reitclub der Stadt São Paulo musste das Geländer der Veranda erhöht werden, mehrfach waren Menschen dort rücklings über das Geländer gestürzt. Ein Verhaltensforscher ging der Sache nach, vor dem Hintergrund, in jeder Kultur gibt es eine richtig gehaltene Entfernung, die man einhält, wenn man stehend mit einem anderen spricht. In Deutschland, Westeuropa, den Vereinigten Staaten ist dies die sprichwörtliche Armeslänge. In den Mittelmeerländern und in Südamerika ist die Distanz kürzer. Nun stellen Sie sich vor, ein Nordamerikaner und ein Brasilianer unterhalten sich auf dieser Terrasse, wobei der Nordamerikaner rücklings zum Geländer der Veranda steht. Der Nordamerikaner nimmt die für ihn richtige Distanz ein, der Brasilianer fühlt sich aber zu weit abstehen und rückt auf…

HARMONIE IN DER FAMILIE

Einen Rechtsanwalt kenne ich, der nie als Rechtsanwalt, Staatsanwalt oder Richter arbeitete. Er verschwendet seine Lebensenergie mit einer Unmenge Zeit, zu beweisen, er habe recht! Stundenlang schreibt er seitenlange Briefe und verweist auf Paragraphen. – Letztendlich ist es nur sein Kampf mit dem Vater, der aus seiner Sicht übermächtig war. Statt im Leben seinen Frieden mit ihm zu finden, die Psychoanalyse hätte ihm hier in jungen Jahren rechtzeitig helfen können, schreibt er heute noch seine Briefe. Er ist geschieden, die Kinder machen es ihm nach. Eine Tochter von ihm legte sogar die deutsche Nationalangehörigkeit ab, gab den deutschen Pass ab, verzichtete auf Zuwendungen des Staates. – Eigentlich konsequent, wären da nicht die andauernden Zuwendungen des Vaters, der seine unbewusst erkannte „Schuld“ begleicht. – Wie viel schöner wäre es doch, würde er gezielt, d.h. bewusst, Liebe und Zuwendung geben. Wie Franz Grillparzer schon immer sagte, „Liebe ist das einzige, was wächst, wenn wir es verschwenden.“ Mit Gefühlen richtig umzugehen ist nicht jedermanns Sache, obwohl wir alle, mehr oder weniger, eine hervorragende Kommunikationsmöglichkeit über unsere Spiegelneuronen verfügen. Die psychoanalytische Wissenschaft hat dies mit der Existenz der „Spiegelneurone“ (Professor Joachim Bauer) bewiesen. Warum fühle ich, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegel Neurone. Bzw. vom gleichen Autor „Schmerzgrenze, vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt“. Situationen in denen manche Menschen den Zugang zu ihren Spiegelneuronen verlieren.

Ein hoher Finanzbeamter redete fast ein Jahr lang kein Wort mit seiner Frau. Die Tochter hörte von Mutter und Vater nie ein liebes Wort. Die Tochter war jedoch für eine Therapie bereit und schaffte es als Hauptschülerin zur Minister Sekretärin. Ohne dass die Tochter irgendein Wort mit Vater und Mutter gewechselt hätte, kam der Tag, als die Eltern ihre Tochter umarmten.

Eine Studentin kam zu mir und klagte über stärkste Schmerzen, 11 von 10 auf der Schmerzskala! 0 steht hierbei für keine Schmerzen, 10 für die stärksten Schmerzen. Sie hatte viele Ärzte konsultiert, nahm eine hohe Dosis an Diazepam und Diclofenac, ohne dass dies ihr Schmerzen lindern würde. Sie willigte in eine tiefenpsychologische Psychotherapie ein. Schnell verschwanden die Schmerzen, ohne dass irgendwelche Medikamente notwendig waren. Anfangs lernte sie schmerzlich, ich kämpfe nur gegen nicht existente Windmühlen, ich bin wütend auf meinen Vater! Der war immer so zwanghaft, konnte mir seine Liebe nicht zeigen. – Die Studentin erkannte die Wurzeln ihrer Schmerzen, ihren tiefgreifenden Vaterkonflikt. Eigentlich war sie ihrem Vater böse. Diese Wut durfte sie sich bewusst jedoch nicht eingestehen. Ebenso erkannte sie ihre stellvertretende Wut gegen andere Vaterobjekte. Dozenten wurden Ziel ihrer Wut, manchmal sogar der eigene Freund, wenn er, aus Sicht der jungen Frau, Merkmale ihres Vaters zeigte. – Letztendlich fanden beide einen Weg der Versöhnung und damit in ein bewussteres Leben.