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Wenn es dem Teufel allein nicht gelingt, uns in den Wahnsinn zu treiben, so nimmt er den Dichter in die Pflicht - zu diesem Schluss könnte der Leser nach Genuss dieses lyrischen Bandes kommen. Der Horrorautor J. Mertens liefert mit dieser Sammlung von Gedichten und Kurzprosa eine treffsichere Ergänzung für sein bisheriges Werk. Klassische Themen um Liebe und Tod driften hier in unerforschte Gehirnregionen ab. Schonungslose Abrechnungen mit modernen Gegebenheiten stoßen die gesellschaftlichen Systeme in einen Sumpf der Abscheulichkeit. Die Psychonautik in diesem Werk führt uns in ein selbst geschaffenes Inferno, dessen Grenzen zu der vertrauten Welt nicht mehr fassbar sind und lässt uns entsetzt feststellen, dass der Teufel, den es zu meiden gilt, längst tief in nicht hinterfragten Alltäglichkeiten ansässig ist ... Erlöser oder Kerkermeister? Der Leser entscheidet für sich, ob er in den Zeilen Wahrheiten erkennt oder sich angewidert abwendet. Er wird sich auf das Abenteuer einlassen oder empört das Buch zur Seite legen. Der Autor scheut keinen Tabubruch und keine Provokation, und depressiv veranlagte Zeitgenossen seien vor der Lektüre gewarnt. Und es wird die Frage nach dem wahren Ursprung der Bösartigkeit bis zuletzt bleiben. Klar umrissen werden lediglich die zwei größten Geheimnisse der Menschheit: das Leben und der Tod - zwei Größen, die genug Spielraum bieten für mancherlei Gräuel ...
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Seitenzahl: 53
Veröffentlichungsjahr: 2018
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J. Mertens wurde am 15. Juli 1968 in Lüdenscheid geboren. Schon als Kind entdeckte er seine Vorliebe für Grenzwissenschaften und Schauergeschichten. Erste kleinere Werke, von denen nur noch wenige erhalten sind, schrieb er mit ungefähr zehn Jahren. Schon zu dieser Zeit war er für eine eigenbrötlerische Lebensweise bekannt. Mäßige Schulerfolge kompensierte er mit einem lebhaften Interesse an "verbotenen" Wissenschaften. Seine berufliche Laufbahn weist einen verworrenen Weg auf: Kaufmann, Verkäufer, Fabrikarbeiter, Versicherungsvertreter, Journalist, Künstler, Alltagsbegleiter, Lagerist, Texter und freier Autor. Einige seiner unheimlichen Geschichten wurden in lokalen Zeitschriften veröffentlicht. Nach seinem Umzug 1999 in die Nachbarstadt Altena betrieb er einsame Studien im okkulten und psychologischen Bereich, bevor er sich ab 2007 aktiv dem Verfassen von phantastischer Belletristik widmete.
Froschlaich
Der falsche Prophet
Goldene Bazillen
Asylum
Betrogen
Klabusterbeeren
Feministische Ungereimtheiten
Ein Salut an die Lügner
Mein Schandmaul
Habt Dank
Der Rest für die Säue
Infizierte Worte
Unkenrufe
Die Macht der Namen
Hexenfeuer
Prudentia
Wenn die Puppe spricht
Flimmerwelten
Mimikry
Unbemerkt
Babel
Willkommen, Ungeheuer
Dementia
Hass und Verachtung
Himmelsglut
Zaunreiter
Steingehirn
Modifizierte Ängste
Unerreichbar
Pfauenkleid
Nachlatschcharakter
Geister von morgen
Stadt ohne Gassen
Das Böse
Luzifers Lamento
Absturz in die Dunkelkammer
Ein Vakuum
Mein Spiegelbild
Anomalie
Der leise Ruf
Sie
Schwarze knopfäugige Strumpfpuppen
Augen
Gipsgesicht
Das Flüstern
Zwischen Gräbern und Gruften
An die Glücklichen
Entleibung
Tenebrosus
Auf Gedeih und Verderb
Gebt mir meine Würmer zurück
Das Stundenglas
Liebe und Tod
Die verstaubte Spieluhr
Claudette
Entfernungen
Morgengrauen
Die Schneekugel
Aus fahlen Gefilden
Geschichten aus dem Odenwald
Der Wiedergänger
Totentanz
Zwischen den Bäumen
Die weiße Frau
Vom Klabautermann
Der Hexe Fluch
Gekommen bin ich, euch zu quälen
Wie Zwiebeln euer Hirn zu schälen
Eure Köpfe zu zerschneiden
Und mich an eurer Qual zu weiden
Gekommen, um euch aufzuwecken
Steh’ ich hier, um aufzudecken
Um Dreck und Abfall zu belichten
Und sich’res Denken zu vernichten
Gekommen, um zu provozieren
Treib’ ich Klingen in die Nieren
Und wenn erstaunt ihr zu mir schaut
So hört mein Lachen schrill und laut
Gekommen bin ich, euch zu warnen
Die Wahrheit könnt ihr nicht erahnen
Was ich auch sage – glaubt mir nicht
Denn Teufelsfratz ist mein Gesicht
Empfangt mich nett und mit Respekt
Bevor ihr mich am Arsche leckt
Denn wenn es bald schon tost und kracht
Bin ich der Herrscher dieser Macht
Geboren bin ich aus der Scheiße
Und nicht aus göttlichem Gegleiße
Und sterben kann ich nur durchs Wort
Beim letzten Punkt erst bin ich fort
So hört mein Schandmaul Frösche speien
Wer wird euch von der List befreien?
Die Ignoranz hält euch im Glück
Doch Ungewissheit bleibt zurück
Liebende Worte, berechnend gebraucht
Verlockende Floskeln, zu Angeln gestaucht
Gutmütigkeit, an den Händler verschenkt
Das Denken in andere Richtungen lenkt
Verschaukelte Geister, von Teufeln belacht
Im Zweifel empfangen sie Stimmen der Nacht
Was ihnen genommen, es muss wieder her
Und war es zu wenig, so fordern sie mehr
Gülden Metall gebiert brüllenden Schmerz
Treibt seinen Pfahl durch das leidende Herz
Die Seele verdunkelt, die Augen verklebt
Es raset der Jäger, für Mammon er lebt
Menschlichkeit, beerdigt in Zorn
Gegeißelt durch egoistischen Dorn
Gekreuzigt, gestorben in maßloser Gier
Auferstanden als reißendes Tier
Gefängniszellen für den Rest eurer Zeit
Jeder Tag wie der vorherige
Wie lautet die Anklage?
Die Illusion der Freiheit
Schlösser aus Fleisch und Blut
Halten euch mit Lügen zurück
Sehnsüchtige Augen blicken zur Tür
Nein, ihr dürft hier nicht raus
Nur der Tod kann euch befreien
Und ewig lockt die Barmherzigkeit
Im versteckten Interesse stimmiger Bilanzen
Die Greise stehen in der Schlange
Wie die Schweine beim Metzger
Wo Menschen zu Arbeitsmaterialien werden
Die jederzeit ersetzbar sind
Wird Uneigennützigkeit zum Fremdwort
Gehet hin zu ihnen
Die ihr mühselig und beladen seid
Sie werden euch vernichten
Richtet die Kanonen eurer Residenzen
Lieber auf das Innere
Damit endlich zerstört wird
Was Hilfe verspricht
Doch den Tod beschleunigt
Ihr dreckigen Halunken
Die ihr schmutziges Gold kassiert
Für das Bewohnen einer Zelle
Bleibt mir vom Leibe
Auf eure Hilfe kann ich verzichten
Gute Gedanken, die nichts bringen
Lebenskampf mit täglich Ringen
Die ganze Welt scheint dir verlogen
Wenn du merkst, du wurdest schon wieder betrogen
Alle Mühen stets vergeblich
Für den du dich plagtest, der handelt nicht redlich
Versprechungen – hübsch zurechtgebogen
Doch du, du wurdest mal wieder betrogen
Schnöder Mammon im Vordergrund
Zieht Ehrlichkeit in seinen gierigen Schlund
Gewissen – unbekannt verzogen
Und du weißt, du wurdest schon wieder betrogen
Dreckiges Gold, zu gar nichts nütze
Wie eine Münze im Grund einer Pfütze
Verdirbt die Reinheit, nährt die Lüge
Auf dass man dich einmal mehr betrüge
Doch irgendwann ist das Spiel vorbei
Am Grabe mitleidige Litanei
Der Garten Eden wurde dir versprochen
Doch was, wenn damit wird auch gebrochen?
Unter überzeugenden Gebärden
Brüllen schillernde Dämonen
Ihre Tiraden von der Kanzel
Von Dreck getroffen nimmt die Menge
Die apokalyptischen Botschaften mit Jubel auf
Der gezuckerte Unrat schmeckt verführerisch
Während er dankbare Kehlen befriedigt
Und sich die Schafherde
Im Schlaraffenland wähnt
Die Wogen eines sonst wütenden Mobs
Sich glätten
Die dunkle Süßigkeit der Drachen
Ist keine Schokolade
Wenn auch in buntes Papier verpackt
In den Farben
Bestimmter Versprechensprogramme
Schwer verdaulich ist der kandierte Kot
Erzeugt Brechreiz und Durchfall
Der die Gesellschaft verklebt
Und eben dadurch die Massen zusammehält
Doch selbst wenn die Scheiße
Längst den Anus passiert hat
Sorgen rauhe Klabusterbeeren
Für nachhaltige Entzündungen
Der Frucht der Eva längst entwachsen
Sprengtet ihr holden Damen
Alle mittelalterlichen Ketten
Die euch zu bloßen Nutztieren
Und Gebärmaschinen degradierten
Es waren hässliche Vetteln
Und krächzende Daghexen
Denen ihr auf dem Weg zur Befreiung folgtet
Denn ihr wolltet mehr sein
Als bloße Genussobjekte
Fast seid ihr am Ziel eures Weges
Der euch einen Schritt vor
Und zwei zurück brachte
Selbstbewusst und kaltschnäuzig
Präsentiert ihr euch als Sexluder
Halbnackt in der Öffentlichkeit
Gekleidet in hurenhafte Modeartikel
Erscheint die moderne Frau
Nun selbst als Früchtchen
Dies ist das feuchte Ende der Genesis
Und das Gelächter der Schlange
Verhallt unter Begleitung
Wolllüstiger männlicher Blicke
In schlüpferlosen Genitalöffnungen
