Zerfall - J. Mertens - E-Book

Zerfall E-Book

J. Mertens

0,0

Beschreibung

Wenn es dem Teufel allein nicht gelingt, uns in den Wahnsinn zu treiben, so nimmt er den Dichter in die Pflicht - zu diesem Schluss könnte der Leser nach Genuss dieses lyrischen Bandes kommen. Der Horrorautor J. Mertens liefert mit dieser Sammlung von Gedichten und Kurzprosa eine treffsichere Ergänzung für sein bisheriges Werk. Klassische Themen um Liebe und Tod driften hier in unerforschte Gehirnregionen ab. Schonungslose Abrechnungen mit modernen Gegebenheiten stoßen die gesellschaftlichen Systeme in einen Sumpf der Abscheulichkeit. Die Psychonautik in diesem Werk führt uns in ein selbst geschaffenes Inferno, dessen Grenzen zu der vertrauten Welt nicht mehr fassbar sind und lässt uns entsetzt feststellen, dass der Teufel, den es zu meiden gilt, längst tief in nicht hinterfragten Alltäglichkeiten ansässig ist ... Erlöser oder Kerkermeister? Der Leser entscheidet für sich, ob er in den Zeilen Wahrheiten erkennt oder sich angewidert abwendet. Er wird sich auf das Abenteuer einlassen oder empört das Buch zur Seite legen. Der Autor scheut keinen Tabubruch und keine Provokation, und depressiv veranlagte Zeitgenossen seien vor der Lektüre gewarnt. Und es wird die Frage nach dem wahren Ursprung der Bösartigkeit bis zuletzt bleiben. Klar umrissen werden lediglich die zwei größten Geheimnisse der Menschheit: das Leben und der Tod - zwei Größen, die genug Spielraum bieten für mancherlei Gräuel ...

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 53

Veröffentlichungsjahr: 2018

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



J. Mertens wurde am 15. Juli 1968 in Lüdenscheid geboren. Schon als Kind entdeckte er seine Vorliebe für Grenzwissenschaften und Schauergeschichten. Erste kleinere Werke, von denen nur noch wenige erhalten sind, schrieb er mit ungefähr zehn Jahren. Schon zu dieser Zeit war er für eine eigenbrötlerische Lebensweise bekannt. Mäßige Schulerfolge kompensierte er mit einem lebhaften Interesse an "verbotenen" Wissenschaften. Seine berufliche Laufbahn weist einen verworrenen Weg auf: Kaufmann, Verkäufer, Fabrikarbeiter, Versicherungsvertreter, Journalist, Künstler, Alltagsbegleiter, Lagerist, Texter und freier Autor. Einige seiner unheimlichen Geschichten wurden in lokalen Zeitschriften veröffentlicht. Nach seinem Umzug 1999 in die Nachbarstadt Altena betrieb er einsame Studien im okkulten und psychologischen Bereich, bevor er sich ab 2007 aktiv dem Verfassen von phantastischer Belletristik widmete.

Inhalt

Froschlaich

Der falsche Prophet

Goldene Bazillen

Asylum

Betrogen

Klabusterbeeren

Feministische Ungereimtheiten

Ein Salut an die Lügner

Mein Schandmaul

Habt Dank

Der Rest für die Säue

Infizierte Worte

Unkenrufe

Die Macht der Namen

Hexenfeuer

Prudentia

Wenn die Puppe spricht

Flimmerwelten

Mimikry

Unbemerkt

Babel

Willkommen, Ungeheuer

Dementia

Hass und Verachtung

Himmelsglut

Zaunreiter

Steingehirn

Modifizierte Ängste

Unerreichbar

Pfauenkleid

Nachlatschcharakter

Geister von morgen

Stadt ohne Gassen

Das Böse

Luzifers Lamento

Absturz in die Dunkelkammer

Ein Vakuum

Mein Spiegelbild

Anomalie

Der leise Ruf

Sie

Schwarze knopfäugige Strumpfpuppen

Augen

Gipsgesicht

Das Flüstern

Zwischen Gräbern und Gruften

An die Glücklichen

Entleibung

Tenebrosus

Auf Gedeih und Verderb

Gebt mir meine Würmer zurück

Das Stundenglas

Liebe und Tod

Die verstaubte Spieluhr

Claudette

Entfernungen

Morgengrauen

Die Schneekugel

Aus fahlen Gefilden

Geschichten aus dem Odenwald

Der Wiedergänger

Totentanz

Zwischen den Bäumen

Die weiße Frau

Vom Klabautermann

Der Hexe Fluch

Der falsche Prophet

Gekommen bin ich, euch zu quälen

Wie Zwiebeln euer Hirn zu schälen

Eure Köpfe zu zerschneiden

Und mich an eurer Qual zu weiden

Gekommen, um euch aufzuwecken

Steh’ ich hier, um aufzudecken

Um Dreck und Abfall zu belichten

Und sich’res Denken zu vernichten

Gekommen, um zu provozieren

Treib’ ich Klingen in die Nieren

Und wenn erstaunt ihr zu mir schaut

So hört mein Lachen schrill und laut

Gekommen bin ich, euch zu warnen

Die Wahrheit könnt ihr nicht erahnen

Was ich auch sage – glaubt mir nicht

Denn Teufelsfratz ist mein Gesicht

Empfangt mich nett und mit Respekt

Bevor ihr mich am Arsche leckt

Denn wenn es bald schon tost und kracht

Bin ich der Herrscher dieser Macht

Geboren bin ich aus der Scheiße

Und nicht aus göttlichem Gegleiße

Und sterben kann ich nur durchs Wort

Beim letzten Punkt erst bin ich fort

So hört mein Schandmaul Frösche speien

Wer wird euch von der List befreien?

Die Ignoranz hält euch im Glück

Doch Ungewissheit bleibt zurück

Goldene Bazillen

Liebende Worte, berechnend gebraucht

Verlockende Floskeln, zu Angeln gestaucht

Gutmütigkeit, an den Händler verschenkt

Das Denken in andere Richtungen lenkt

Verschaukelte Geister, von Teufeln belacht

Im Zweifel empfangen sie Stimmen der Nacht

Was ihnen genommen, es muss wieder her

Und war es zu wenig, so fordern sie mehr

Gülden Metall gebiert brüllenden Schmerz

Treibt seinen Pfahl durch das leidende Herz

Die Seele verdunkelt, die Augen verklebt

Es raset der Jäger, für Mammon er lebt

Menschlichkeit, beerdigt in Zorn

Gegeißelt durch egoistischen Dorn

Gekreuzigt, gestorben in maßloser Gier

Auferstanden als reißendes Tier

Asylum

Gefängniszellen für den Rest eurer Zeit

Jeder Tag wie der vorherige

Wie lautet die Anklage?

Die Illusion der Freiheit

Schlösser aus Fleisch und Blut

Halten euch mit Lügen zurück

Sehnsüchtige Augen blicken zur Tür

Nein, ihr dürft hier nicht raus

Nur der Tod kann euch befreien

Und ewig lockt die Barmherzigkeit

Im versteckten Interesse stimmiger Bilanzen

Die Greise stehen in der Schlange

Wie die Schweine beim Metzger

Wo Menschen zu Arbeitsmaterialien werden

Die jederzeit ersetzbar sind

Wird Uneigennützigkeit zum Fremdwort

Gehet hin zu ihnen

Die ihr mühselig und beladen seid

Sie werden euch vernichten

Richtet die Kanonen eurer Residenzen

Lieber auf das Innere

Damit endlich zerstört wird

Was Hilfe verspricht

Doch den Tod beschleunigt

Ihr dreckigen Halunken

Die ihr schmutziges Gold kassiert

Für das Bewohnen einer Zelle

Bleibt mir vom Leibe

Auf eure Hilfe kann ich verzichten

Betrogen

Gute Gedanken, die nichts bringen

Lebenskampf mit täglich Ringen

Die ganze Welt scheint dir verlogen

Wenn du merkst, du wurdest schon wieder betrogen

Alle Mühen stets vergeblich

Für den du dich plagtest, der handelt nicht redlich

Versprechungen – hübsch zurechtgebogen

Doch du, du wurdest mal wieder betrogen

Schnöder Mammon im Vordergrund

Zieht Ehrlichkeit in seinen gierigen Schlund

Gewissen – unbekannt verzogen

Und du weißt, du wurdest schon wieder betrogen

Dreckiges Gold, zu gar nichts nütze

Wie eine Münze im Grund einer Pfütze

Verdirbt die Reinheit, nährt die Lüge

Auf dass man dich einmal mehr betrüge

Doch irgendwann ist das Spiel vorbei

Am Grabe mitleidige Litanei

Der Garten Eden wurde dir versprochen

Doch was, wenn damit wird auch gebrochen?

Klabusterbeeren

Unter überzeugenden Gebärden

Brüllen schillernde Dämonen

Ihre Tiraden von der Kanzel

Von Dreck getroffen nimmt die Menge

Die apokalyptischen Botschaften mit Jubel auf

Der gezuckerte Unrat schmeckt verführerisch

Während er dankbare Kehlen befriedigt

Und sich die Schafherde

Im Schlaraffenland wähnt

Die Wogen eines sonst wütenden Mobs

Sich glätten

Die dunkle Süßigkeit der Drachen

Ist keine Schokolade

Wenn auch in buntes Papier verpackt

In den Farben

Bestimmter Versprechensprogramme

Schwer verdaulich ist der kandierte Kot

Erzeugt Brechreiz und Durchfall

Der die Gesellschaft verklebt

Und eben dadurch die Massen zusammehält

Doch selbst wenn die Scheiße

Längst den Anus passiert hat

Sorgen rauhe Klabusterbeeren

Für nachhaltige Entzündungen

Feministische Ungereimtheiten

Der Frucht der Eva längst entwachsen

Sprengtet ihr holden Damen

Alle mittelalterlichen Ketten

Die euch zu bloßen Nutztieren

Und Gebärmaschinen degradierten

Es waren hässliche Vetteln

Und krächzende Daghexen

Denen ihr auf dem Weg zur Befreiung folgtet

Denn ihr wolltet mehr sein

Als bloße Genussobjekte

Fast seid ihr am Ziel eures Weges

Der euch einen Schritt vor

Und zwei zurück brachte

Selbstbewusst und kaltschnäuzig

Präsentiert ihr euch als Sexluder

Halbnackt in der Öffentlichkeit

Gekleidet in hurenhafte Modeartikel

Erscheint die moderne Frau

Nun selbst als Früchtchen

Dies ist das feuchte Ende der Genesis

Und das Gelächter der Schlange

Verhallt unter Begleitung

Wolllüstiger männlicher Blicke

In schlüpferlosen Genitalöffnungen