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Demokratie betrifft uns alle - doch gegenwärtig besteht Unsicherheit, ob sie nach wie vor als bestmögliche politische Ordnung gelten kann. Erschien sie im 20. Jahrhundert als alternativlos, so ziehen aktuelle politische, ökonomische und kulturelle Phänomene diese Gewissheit in Zweifel: Wie genau ist Demokratie theoretisch zu fassen? Wie praktisch zu verstehen? Kann oder muss sie weltweit dasselbe bedeuten? Was ist ihr normativer Kern? Namhafte Politikwissenschaftler und Philosophen diskutieren diese Themen im Rahmen des Rottendorf Symposions - immer vor dem Hintergrund der Frage, ob sich das Ideal der Demokratie angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen, Problemlagen und Krisen als Illusion erweisen muss oder ob neue Formen von Demokratie geeignete Antworten auf die Transformationen gegenwärtiger Gesellschaften darstellen können.
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Seitenzahl: 239
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Veröffentlichungen
des Forschungs- und Studienprojekts der
Rottendorf-Stiftung
an der Hochschule für Philosophie
Philosophische Fakultät S.J., München
Herausgegeben von
Norbert Brieskorn, München
Georges Enderle, Notre Dame/USA
Franz Magnis-Suseno, Jakarta
Johannes Müller, München
Franz Nuscheler, Duisburg
Band 24
1. Auflage 2014
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-025350-6
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-025351-3
epub: ISBN 978-3-17-025352-0
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Michael Reder/Mara-Daria Cojocaru
Zukunft der Demokratie. Ende einer Illusion oder Aufbruch zu neuen Formen? Eine Einführung
Wolfgang Merkel
Ist die Krise der Demokratie eine Erfindung?
Andreas Gösele SJ
Metamorphosen. Demokratie angesichts der Herausforderungen der Globalisierung
Georg Lohmann
Menschenrechte und transnationale Demokratisierungen. Überforderungen oder Erweiterungen der Demokratie?
Annette Jünemann/Julia Simon
Dilemmata der Europäischen Demokratisierungspolitik. Zur Wiederentdeckung der Zivilgesellschaft in der EU-Mittelmeerpolitik nach den Arabellions
Christof Weinhardt/Timm Teubner
Neue Räume der Demokratie? Möglichkeiten und Grenzen politischer Partizipation im Internet
Gary S. Schaal
Die Zukunft der Demokratie. Ein pessimistischer Ausblick
Elif Özmen
Zwischen Konsens und Dissens. Zeitgenössische politikphilosophische Perspektiven auf die Demokratie
Ursula Münch/Jörg Siegmund
Vielfalt der Demokratie und innergesellschaftlicher Zusammenhalt
Autor/-innen und Herausgeber/-innen
Das Paradigma der Demokratie als die bestmögliche Form von politischer Herrschaft erschien im 20. Jahrhundert alternativlos. Aktuelle politische, ökonomische und kulturelle Phänomene fordern jedoch die Demokratie sowohl als theoretisches Konzept als auch als politische Organisationsform heraus. Diese Herausforderungen sind dabei ganz unterschiedlicher Natur. Einige Beispiele aus innen- wie außenpolitischer Sicht seien genannt: Die Komplexität gesellschaftlicher Entwicklungen im Bereich des Gesundheitswesens, auf welche die Politik seit vielen Jahren keine überzeugende Antwort findet; das Phänomen der Wutbürger, die ihrer Enttäuschung über eigenmächtige oder bürokratische Entscheidungen – wie im Falle von großen Bauprojekten – in wütenden Demonstrationen Ausdruck verleihen; oder die langwierigen Bemühungen der Europäischen Union zur Bekämpfung der Finanzkrise, in denen der Einfluss des demokratischen Staates scheinbar ökonomischen Sachzwängen unterliegt; und schließlich das zunehmend deutliche Auseinanderfallen von Entscheidungsbefugten und von den Entscheidungen Betroffenen im Lichte globaler Problemstellungen.
Die Herausforderungen für die Demokratie sind so vielfältig, dass es wichtig erscheint, erneut über die theoretischen Grundlagen und praktisch-politischen Formen der Demokratie nachzudenken – und zwar aus interdisziplinärer Perspektive auf eine klare, übergeordnete philosophische Frage: Muss sich das Ideal der Demokratie angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen und Problemlagen als Illusion erweisen oder sind neue Formen von Demokratie geeignete Antworten auf die Transformationen gegenwärtiger Gesellschaften? Diesem Erkenntnisinteresse widmet sich der folgende Band. Dabei liegt es in der Natur des Untersuchungsgegenstands, der Demokratie, zugleich als normatives Prinzip und als Bezeichnung empirischer Regierungssysteme zu fungieren. Deswegen seien an dieser Stelle zunächst normative Kennzeichen der Demokratie im Lichte aktueller Entwicklungen erläutert, ergänzt und problematisiert; dem folgt eine kurze Übersicht darüber, wie sich die einzelnen Beiträge zu diesem Problemaufriss aus ihren jeweiligen Perspektiven verhalten.
Wahlen sind in Demokratien oftmals das typische Instrument, mit dem alle Bürger gleichermaßen in den politischen Prozess eingebunden und damit das Politische zur Sache aller Beteiligten gemacht werden soll. Dabei gilt formale Gleichheit: Alle Menschen haben das gleiche Recht sich zu äußern und ihre Stimme abzugeben. Die Entscheidung, wie politische Fragen zu lösen sind, fällt deshalb die Mehrheit. Durch Wahlen wird die politische Beteiligung der Bürger in Demokratien ermöglicht. Gleichzeitig wird gegenwärtig auf unterschiedlichsten Ebenen angesichts komplexer gesellschaftlicher Prozesse diskutiert, ob eine Beteiligung der Bürger durch Wahlen ausreicht oder ob neue Formen der Partizipation notwendig sind.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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