Zum Glück gibt es Wege - Anselm Grün - E-Book
Beschreibung

Inspiriert von den Weggeschichten der Bibel, nehmen Sie Anselm Grün und Clemens Bittlinger mit auf eine Reise. Gemeinsam mit ihnen erfahren Sie, wie Leben gelingen, Glück wachsen und Segen blühen kann. Ein Lesebuch, das den Glauben stärkt und neue Horizonte öffnet.

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Anselm GrünClemens Bittlinger

ZUM GLÜCK GIBT ESWege

Dr. Anselm Grün ist Benediktinerpater, war lange Jahre Verwaltungsleiter (Cellerar) der Abtei Münsterschwarzach und ist Autor zahlreicher geistlicher Bestseller.

Clemens Bittlinger ist Liedermacher, Buchautor und evangelischer Pfarrer. Er lebt mit seiner Familie im Odenwald.

Die zitierten Bibelworte sind der Lutherbibel und der Einheitsübersetzung entnommen:

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 1980 Katholische Bibelanstalt Stuttgart;

Lutherbibel, revidierter Text, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart

© 2016 Brunnen Verlag Gießen

Lektorat: Petra Hahn-Lütjen

Umschlaggestaltung: Daniela Sprenger

Umschlagmotiv: Csaba Peterdi/shutterstock

Satz: DTP Brunnen

ISBN Buch 978-3-7655-0962-9

ISBN E-Book 978-3-7655-7456-6

www.brunnen-verlag.de

Inhalt

Stimmen zu diesem Buch

Zum Glück … gibt es Wege

1. Wegweiser: Höhepunkte

     Glück ist … wenn wir echte Begegnung erleben

2. Wegweiser: Segen

     Glück ist … wenn das Leben „aufblüht“

3. Wegweiser: Krisen

     Glück ist … dankbar zu sein

4. Wegweiser: Freude

     Glück ist … klare Entscheidungen zu treffen

5. Wegweiser: Stille

     Glück ist … Gastfreundschaft zu leben

6. Wegweiser: Pausen

7. Wegweiser: Träume und Verheißungen

     Glück ist … Traurigkeit zu ertragen

8. Wegweiser: Vergebung

9. Wegweiser: Anbetung

10. Wegweiser: Die Seligpreisungen Jesu

11. Wegweiser: Unterwegs mit einem Auftrag

12. Wegweiser: Kreativität

     Glück ist … sich nicht zu vergleichen

13. Wegweiser: Umkehr

     Glück ist … Treue, Trost, Heimat zu erleben

14. Wegweiser: Das Einfache

15. Wegweiser: Liebe

     Glück ist … mit der Quelle der Liebe in Berührung zu kommen

16. Wegweiser: Auferstehung

17. Wegweiser: Bücher

18. Wegweiser: Gelingendes Gespräch

19. Wegweiser: Seinem Ruf folgen

Stimmen zu diesem Buch

„Wie können wir den Weg wissen?“, fragt Thomas, genannt „der Zweifler“, im Johannesevangelium.

Jesus antwortet: „Ich bin der Weg!“

Kein religiöses Pflichtenheft und keine Ideologie sind also der Weg zum Glück, sondern die Gemeinschaft mit Gott, der unterwegs ist. An und in dessen Hand wir vorankommen. Mit uns selbst, mit den anderen, mit den Verhältnissen.

Pater Anselm Grün und Pfarrer Clemens Bittlinger reden und singen überzeugend davon, finde ich.

Andreas Malessa, Hörfunk- und Fernsehjournalist, Theologe, Buchautor und Songtexter

Ein Buch zum Glück!

Ein Buch für den Weg.

Um das Glück aufzuspüren. Auf der eigenen Lebensreise. Mit Gott als sympathischem Begleiter.

Kein Erfolgsbuch, das Glück für machbar hält. Ein behutsames Buch.

Inspiration für alle, die müde sind vom Suchen.

Von zwei Männern, die Glück kennen, vermissen und genießen. 

Ein Geschenk. Wie das Glück selbst.

Christina Brudereck, Schriftstellerin und Theologin

Unser heutiger Begriff Glück kommt von „Gelükke“, einem mittelhochdeutschen Wort für Gelingen, für Gelungenes. Glück ist also kein Geschenk; man kann, man muss etwas dafür tun. Glück entspringt in unseren Entscheidungen und blüht im Gelingen.

Anselm Grün und Clemens Bittlinger ist etwas gelungen: ein interessanter, leicht verständlicher und inspirierender Wegbegleiter für den Weg zu mehr Glück. Mein Tipp:

einfach mal ausprobieren.

Walter Kohl, Autor und Coach

Zum Glück … gibt es Wege

Willkommen zu Weg-Geschichten und -Erzählungen!

Alle Menschen wollen glücklich sein. Das sagte schon vor 1 600 Jahren Augustinus.

Bis heute ist die Sehnsucht nach Glück ungebrochen. Es gibt viele Glücksbücher, die uns zeigen wollen, wie wir glücklich werden können. Jedoch: Glück kann man sich nicht kaufen. Glück kann man auch nicht einfach machen.

Aber es gibt

Wege

zum

Glück.

Es gibt innere Wege, die mich dazu führen, mit mir selbst in Einklang zu kommen. Und wenn ich im Einklang bin mit mir, dann fühle ich mich glücklich. Es gibt aber auch Menschen, die mich an die Hand nehmen, um mit mir das Glück des Miteinanders zu erfahren.

Die Wege, die wir gehen, bereiten uns vor, geben uns Zeit, dass wir uns auf das Kommende einstellen können: Eine Schwangerschaft dauert neun Monate. Die Eltern lernen, sich auf das Baby einzustellen und sich vorzubereiten. Menschen, die, z. B. bei einem Lottogewinn, plötzlich und allzu schnell vom Glück übereilt werden, sind oft ganz einfach überfordert und haben nicht gelernt, mit der neuen Situation „umzugehen“. Deshalb ist es gut und wichtig, sich dem Glück behutsam zu nähern.

Zum Glück gibt es Wege, die uns herausführen, z. B. aus der Trauer. Wenn wir einen geliebten Menschen verloren haben, brauchen wir eine Weile, um uns neu zu sortieren, wir „durchlaufen“ bestimmte Phasen der Trauer, bis wir wieder in der Lage sind aufzuschauen und neuen Mut zu fassen.

Zum Glück gibt es Wege heraus aus der Lethargie – hin zu neuer Lebensfreude, heraus aus der Ängstlichkeit – zu neuem Lebensmut.

Die Bibel ist voller Weggeschichten, die uns an die Hand nehmen und zum Leben ermutigen wollen.

Davon handelt dieses Buch, und wir fragen bei jeder dieser Erzählungen: „Was ist das Spezielle an diesem Weg zum Glück?“ Und wo kommt dieses Spezielle in unserem Alltag vor? Denn auch die biblischen Wege zum Glück führen uns nur dann zum Glück, wenn wir sie auch selbst gehen: im eigenen Leben, im eigenen Alltag und in den eigenen Begegnungen.

„Das Glück ist eine Reise, kein Ziel“, sagt ein altes Sprichwort der Wüstenväter. Zu dieser Reise wollen wir Sie nun einladen.

Herzlich

Pater Anselm Grün & Clemens Bittlinger

1. Wegweiser: Höhepunkte

Im Urlaub zieht es viele Menschen in die Berge: einfach losmarschieren und dann von Hütte zu Hütte wandern, weit weg von allem anderen. Und während wir wandern, wird der Kopf freier und freier. Zwischendurch wird immer wieder mal angehalten, wir schauen hinunter ins Tal, trinken frisches Quellwasser und genießen die gute Bergluft. Wie schön ist es, wenn wir dann gegen Spätnachmittag die Hütte erreichen, ausgepowert und doch glücklich! Da schmecken die Brotzeit und das kühle Bier gleich doppelt so gut. Aber ohne den zurückgelegten Weg gäbe es diesen Glücksmoment nicht.

In solchen Momenten sammeln wir innerlich „Farben für den Winter“, wir tanken auf, wir atmen kräftig durch und lassen die Bilder auf uns wirken.

Auch Jesus und seine Jünger brauchen diese Zeiten, in denen sie einfach einmal auf Abstand gehen können – weg von den Menschenmassen, weg von den Streitgesprächen mit den Schriftgelehrten und dem stetig wachsenden Erwartungsdruck der Menschen, die ihnen begegnen. Da ist eine Bergtour genau das Richtige: Jesus und drei seiner Freunde auf einer kleinen Wanderung. Das muss ein sehr schönes Erlebnis gewesen sein – endlich Zeit zum Reden, Zeit, um auch persönlichere Dinge zu besprechen, Zeit auf dem Weg, Gelegenheit dazu, auch Ängste und Fragen zu formulieren. Was für ein Glück, diese Zeit zu haben, diesen Weg zu gehen und die Gedanken einfach einmal kommen und gehen zu lassen. Jesus von Nazareth als Bergführer, das muss man sich einfach einmal vorstellen!

Jeder, der schon einmal einen Berg erklommen hat, weiß: Das Gipfelerlebnis ist etwas ganz Besonderes. Wenn wir dann endlich oben stehen, am Gipfelkreuz, und wenn dann auch noch schönes Wetter und eine klare Sicht herrschen, dann kann einem das schon einmal den Atem rauben – nichts als wunderschöne Bergwelt, so weit das Auge reicht.

Das Gipfelerlebnis, das die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes haben, ist allerdings von ganz besonderer Art. Sie beginnen auf einmal, „ihren Jesus“ in einem völlig neuen Licht zu sehen, und nicht nur das: Sie erkennen auf einmal den historischen und religiösen Zusammenhang, in dem ihr Meister zu sehen ist: Jesus wird vor ihren Augen verklärt, sein Gesicht leuchtet hell wie die Sonne, und seine Kleider werden weiß wie das Licht. Und während sie ihn so in einem ganz neuen Licht sehen, wird die „Erscheinung“ noch erweitert, und zwar durch zwei herausragende Persönlichkeiten der jüdischen, also ihrer eigenen, Geschichte: Unverkennbar stehen da plötzlich – neben dem verklärten Jesus – Mose und der Prophet Elia (Mt 17,2f.).

Das muss ein unglaublicher Moment gewesen sein – die Jünger stehen da und sehen Mose, den Befreier, den Überbringer der Gesetzestafeln, den, der alles auf eine Karte gesetzt und sein Volk, die Israeliten, aus der Gefangenschaft der Ägypter in das gelobte Land geführt hat. Mose, den Mann, der den Betern im Sinn ist, wann immer das Urbekenntnis des Volkes Israel gesprochen wird: „Der Gott Abrahams und Isaaks, der uns aus Ägyptenland geführt hat!“

Wir können uns kaum vorstellen, wie beglückend diese Vision für einen gläubigen Juden sein muss! Und dazu noch Elia, der wichtigste Prophet nach Mose, der, von dem es heißt, er sei mit einem Feuerwagen direkt in den Himmel aufgenommen worden (2 Kön 2,1-18) – Elia, der Wegbereiter des erwarteten Messias.

Nun stehen diese beiden da, im Gespräch mit ihrem Jesus – was für ein erhabener, historischer Moment. Ein absoluter Höhepunkt im Leben dieser drei Freunde. Kein Wunder also, dass sie diesen Moment gerne festhalten würden.

Heutzutage würde bei so einem Ereignis vermutlich das Smartphone gezückt und der Augenblick mit der Smartcam festgehalten werden. Vielleicht würde er auch gleich über Facebook geteilt … und dabei wahrscheinlich der wichtigste Teil dieses Ereignisses verpasst werden.

Ich wundere mich immer, wie viele Leute, auch im Urlaub, permanent mit ihrem Smartphone zugange sind. Alles wird sofort digital gespeichert und gepostet: der Strand, das Essen, das Meer, und hier noch ein Selfie und da noch ein Klick und hier noch mal schnell ein Filmchen. Da denke ich manchmal: Leute, die so unterwegs sind, verpassen oft das eigentlich Schöne an solchen Momenten – nämlich die wunderbare Atmosphäre, den lauen Wind, das gemütliche Beisammensein am Tisch, die Entspannung, die sich langsam einstellt, und das Glücksgefühl: Wie schön, dass wir alle mal wieder beisammensitzen und uns aneinander freuen dürfen.

Der eigentliche Höhepunkt, er lässt sich doch gar nicht festhalten – er lebt doch von eben dem stillen Augenblick, in dem er stattfindet, und diesen Höhepunkt verpasse ich, wenn ich allzu sehr damit beschäftigt bin, ihn irgendwie zu fixieren und zu dokumentieren. Hinzu kommt: Ein Sonnenuntergang durch das kleine Display des Smartphones betrachtet ist längst nicht so eindrucksvoll wie ein Sonnenuntergang, bei dem ich das Ding einfach auslasse und den Moment voll und ganz auf mich wirken lasse. In so einem Moment wird das sogenannte „Smartphone“ ganz schnell zu „Stupid­phone“, denn es hindert mich daran, einfach da zu sein und den Moment zu genießen. Glück kann man nicht festhalten, Glück braucht dieses Innehalten. Zum Glück braucht es stille Momente, stille Wege.

Die Jünger Jesu haben keine Smartphones und auch keine Kameras, aber auch sie wollen diesen wunderbaren Moment doch irgendwie festhalten. So ganz nach dem Motto „Hier gefällt es uns, hier bleiben wir!“ macht Petrus einen Vorschlag: „Wollen wir uns hier nicht einfach niederlassen – wir würden auch drei Hütten bauen: eine für dich, eine für Mose und eine für Elia!“ Doch der Vorschlag des Petrus geht unter in einem weiteren großartigen Schauspiel. Auf einmal sind sie umgeben von einer großen Wolke und einer Nebelwand, und aus dieser Nebelwand hören sie die Stimme: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe, auf ihn sollt ihr hören!“ Nicht genug, dass sie Jesus vor wenigen Augenblicken in einem völlig neuen Licht sehen durften – nein, jetzt kommt auch noch die verbale Bestätigung hinzu: Dieser Jesus ist weit mehr als irgendein Mensch oder Wanderprediger, er ist der Sohn Gottes. In ihm begegnet uns auf einzigartige Weise Gott selbst – was für ein unglaublicher Moment, was für ein erschreckendes und gleichzeitig beglückendes Erlebnis, was für ein Höhepunkt, in vielerlei Hinsicht! Aber natürlich sind sie bis ins Mark erschrocken, als sie plötzlich die Stimme des allmächtigen Gottes vernehmen können, das lässt sie regelrecht erstarren.

Ja, es gibt diese Momente, in denen wir erschaudern vor Glück, in denen wir von dem, was gerade passiert, so ergriffen sind, dass wir es kaum wagen, uns zu rühren. Wie die Jünger, die gerade die Autoritäten des Alten Testamentes Mose und Elia vor sich sehen – gewaltige Wortführer, deren Reden und Gedanken absolut wegweisend für einen gläubigen Juden sind. Und nun wird Jesus in diesen Kontext gestellt und besonders herausgehoben durch die Aufforderung: „Auf ihn sollt ihr (nun) hören!“ Es wird damit klar: Jesus erfüllt die Botschaft des Alten Testaments, er ist der Messias, der, auf den alle warten.

Diese Erkenntnis, diese Botschaft, das lässt sie starr werden vor Furcht, vor Ehrfurcht.

Aus diesem Moment der Schreckens-und-Glücks-Starre auf dem Berg holt Jesus seine Freunde heraus, indem er sich ihnen ganz zuwendet, sie anrührt und zu ihnen sagt: „Habt keine Angst!“

Das sollen sie hören, das sollen wir hören, das ist eine der Grundbotschaften Jesu: „Du brauchst keine Angst zu haben – ich bin bei dir!“

Und als die Jünger auf dem Berg es wieder wagen aufzublicken, ist diese besondere Szene vorbei … und sie sehen nur noch Jesus.

Nun, es wurden keine Hütten gebaut – nicht für Jesus, nicht für Mose und auch nicht für Elia. Es gibt besondere Momente wie diesen, es gibt diese Glücksmomente, die lassen sich nicht festhalten, und wir tun gut daran, es auch gar nicht zu probieren.

Wären die drei Jünger damit beschäftigt gewesen, auf der Stelle Holz und Steine zu sammeln, um den Bau der Hütten auch konkret umzusetzen – oder auf unsere Zeit heute übertragen: Wären sie damit beschäftigt gewesen, ihre Kameras und Smartphones optimal in Stellung zu bringen, auf Stativen, wohlmöglich noch mit den entsprechend installierten Lichtquellen, um ja diesen wunderbaren Moment festzuhalten –, dann wäre ihnen vielleicht der eigentlich wichtige Augenblick, das Besondere der Situation, durch die Lappen gegangen.

Und das ist etwas Essenzielles. Der eigentlich wichtige Moment in unserem Leben ist der Moment, in dem wir verstehen: Jetzt spricht Gott zu uns.

Und wenn das geschieht, dann haben wir Glück, denn das passiert eher selten, nicht ständig. Aber es geschieht.

Festhalten oder gar auf solch einem Höhepunkt verweilen, das können wir nicht. Wie die Jünger, müssen auch wir zurück vom Besonderen ins Normale. Nach der klaren Gottesbegegnung zurück in trübe Tage mit den vielen offenen Fragen. Nach einem angenehm warmen Urlaub wieder zurück in den in mancher Hinsicht kühleren Alltag. Und der Wechsel geht meistens ziemlich schnell. Es kann schon sein, dass uns bereits am Flughafen die alte Hektikwelt, das Gedränge und Geschubse wieder einholen.

Aber wir werden auch merken: Wir sind nach menschlich oder geistlich besonderen Erlebnissen entspannter und erfüllt von neuen tiefen Glücks­erfahrungen – und haben damit ein Stück Wegzehrung für die kommenden Wochen und Monate. Wegzehrung für die nächste Wegstrecke.

CB

Glück ist …

… wenn wir echte Begegnung erleben

Es gibt Menschen, die uns guttun. Wenn wir ihnen begegnen, wenn wir mit ihnen sprechen, dann kommen wir mit uns selbst in Berührung. Dann spüren wir für einen Augenblick lang ein unbeschreibliches Glück. Sie berühren unser Herz. Sie bringen uns in Berührung mit der Sehnsucht in uns nach Frieden, nach Lebendigkeit, nach Übereinstimmung, nach Glück. Manchmal sind solche Menschen für uns wie ein Engel. Sie kommen im richtigen Augenblick. Sie finden das Wort, das genau in unsere Situation passt.

Wenn wir mit solchen Menschen sprechen, dann wird uns auf einmal alles klar. Das Wirre und Trübe klärt sich. Und wenn wir uns gerade noch allein gefühlt haben, so spüren wir jetzt eine innere Verbindung. Wir sind nicht allein. Der Engel, der uns anspricht, führt uns tiefer in den Grund unserer Seele, in dem wir all-eins sind, eins mit uns selbst, eins mit allen Menschen, eins mit der Schöpfung, eins mit Gott.

AG

2. Wegweiser: Segen

Abraham war glücklich an seinem Wohnort Haran. Er hatte sich gut eingerichtet, mit seiner Frau Sarai, mit seinen Knechten und seinen Viehherden. Doch mitten aus seinem Glück ruft ihn Gott heraus: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde“ (Gen 12,1). Abraham musste alles verlassen, um sich auf den Weg Gottes zu machen. Doch Gott verheißt dem Abraham, dass er ihn segnen werde und dass er selbst ein Segen sein soll. Die Zukunft des Abraham besteht nicht darin, dass er sich wohlfühlt, sondern dass er ein Segen wird für andere Menschen. Das ist eine neue Form des Glücks. Es geht nicht mehr um das, was ich selbst empfange, sondern um das, was von mir ausgeht. Und es gibt kaum ein größeres Glück, als Segen sein zu dürfen für andere. Manchmal sagen wir zu einem Menschen: „Du bist ein Segen für mich.“ Aber wir trauen uns kaum zu sagen: „Ich bin ein Segen.“ Die Geschichte Abrahams will uns einen Weg zeigen, wie wir selbst ein Segen sein dürfen für andere. Es geht nicht darum, dass wir viel leisten, sondern dass wir wie Abraham ausziehen.